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	<title>La Ferrassie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T16:21:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=La_Ferrassie&amp;diff=1262508&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;JEW am 2. Februar 2025 um 10:24 Uhr</title>
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		<updated>2025-02-02T10:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;La Ferrassie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Archäologie|archäologische]] Fundstätte westlich von [[Les Eyzies]] im [[Département Dordogne]] in [[Frankreich]] und gehört zum Umkreis der [[Frankokantabrische Höhlenkunst|Frankokantabrischen Höhlenkunst]]. Unter dem Felsdach des [[Abri]]s wurden [[Stratum (Archäologie)|Schichten]] mit [[Artefakt (Archäologie)|Artefakten]] des [[Micoquien]], [[Moustérien]], [[Aurignacien]] und [[Gravettien]] gefunden. Von großer Bedeutung für die Erforschung des [[Neandertaler]]s ist insbesondere das sehr gut erhaltene [[Fossil]] &amp;#039;&amp;#039;La Ferrassie 1&amp;#039;&amp;#039;, das Skelett eines rund 50 Jahre alten Mannes, der hier vor annähernd 50.000 Jahren bestattet wurde, ferner Hinweise auf Begräbnisrituale.&lt;br /&gt;
[[Datei:La Ferrassie.JPG|mini|200px|Referenzprofil von La Ferrassie im Jahr 2005]]&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundstätte wurde gegen Ausgang des [[19. Jahrhundert]]s beim Ausbau der D&amp;amp;nbsp;32 zufällig entdeckt. Sie zog sehr schnell das Augenmerk von Liebhabern der Ur- und Frühgeschichte auf sich, so beispielsweise [[Denis Peyrony]], der hier seit 1896 zusammen mit [[Louis Capitan]] Grabungen unternahm. Zwischen 1909 und 1921 stieß Peyrony auf mehrere Grabmäler mit Neandertalern. Capitan erwarb 1923 die Fundstätte, um sie später dem französischen Staat zu vermachen. Zur Verfeinerung der stratigraphischen Abfolge unterzog [[Henri Delporte]] La Ferrassie zwischen 1968 und 1973 einer minutiösen Nachuntersuchung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lagebeschreibung ==&lt;br /&gt;
La Ferrassie gehört zur Gemeinde [[Savignac-de-Miremont]] und liegt in einem kleinen Seitental des [[Vézère]] etwa 5&amp;amp;nbsp;Kilometer nördlich von [[Le Bugue]]. Die Stätte weist drei verschiedene Fundplätze auf, eine [[Höhle]], einen kleinen [[Abri]] und den großen, berühmt gewordenen Abri. Der große Abri ist nach Süden ausgerichtet und befindet sich neben der D&amp;amp;nbsp;32.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der Grabungen war der große Abri mit einer 10 Meter dicken Sedimentfolge vollkommen verfüllt. Gegen Ende der Arbeiten hatte Peyrony 100 Quadratmeter freigelegt und die Felswand erreicht. Er ließ für spätere Untersuchungen zwei Referenzprofile stehen, eines senkrecht und eines parallel zur Wand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stratigraphie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vulves gravees - La Ferrassie - MNP.jpg|mini|300px|In einen Felsblock geritzte Vulva, La Ferrassie]]&lt;br /&gt;
Die etwa 10 Meter mächtige Abfolge enthält Lagen aus dem [[Mittelpaläolithikum]] und dem [[Jungpaläolithikum]]. Sie war von entscheidender Bedeutung für die Definition der einzelnen Steinwerkzeugsindustrien des Jungpaläolithikums ([[Châtelperronien]], [[Aurignacien]] und [[Gravettien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die an der Basis entdeckten Industrien wurden zur [[Typlokalität]] für das [[Moustérien des Ferrassie-Typs]], einer Fazies des Mittelpaläolithikums, charakterisiert durch relativ dünne Abschläge in [[Levalloistechnik]], zahlreiche [[Schaber]] und Spitzen, relativ seltene gezähnte Klingen und das Fehlen von [[Faustkeil]]en. In diesen Lagen des [[Moustérien]]s fanden sich die [[Neandertaler]] (siehe unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf das Moustérien folgen einige Lagen, die bereits dem [[Châtelperronien]] zugeschrieben werden, überdeckt von einem bedeutenden Niveau aus dem [[Aurignacien]], das wie folgt unterteilt werden kann (von oben nach unten):&lt;br /&gt;
* Aurignacien II – rautenförmige Pfeilspitzen, gekrümmte Bohrer und erstmaliges Auftreten von Ritzzeichnungen auf Steinblöcken (mit vorrangiger Darstellung weiblicher Geschlechtsorgane).&lt;br /&gt;
* Aurignacien I – Pfeilspitzen mit gespaltener Basis, kielförmige Kratzer und abgeschnürte Klingen.&lt;br /&gt;
* Aurignacien 0.&lt;br /&gt;
Gekrönt wird die Abfolge von mehreren Lagen aus dem [[Gravettien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funde ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ferrassie skull.jpg|mini|Schädel des Neandertalers &amp;#039;&amp;#039;La Ferrassie 1&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Ursprünglich sieben Skelette von [[Neandertaler]]n (1&amp;amp;nbsp;Mann, 1&amp;amp;nbsp;Frau, 4&amp;amp;nbsp;Kinder und ein Fötus) in der Schicht des Moustérien bilden das [[Prähistorie|prähistorische]] Gepräge dieses Platzes, da sie die ältesten Neandertalerbestattungen in Europa darstellen. Die Erwachsenen –&amp;amp;nbsp;ein rund 50 Jahre alter Mann aus der Epoche vor 54.000 bis 40.000 Jahren&amp;lt;ref&amp;gt;Asier Gómez-Olivencia et al.: &amp;#039;&amp;#039;La Ferrassie 1: New perspectives on a „classic“ Neandertal.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Human Evolution.&amp;#039;&amp;#039; Band 117, 2018, S. 13–32, [[doi:10.1016/j.jhevol.2017.12.004]] &amp;lt;br /&amp;gt; [https://www.eurekalert.org/news-releases/693366 &amp;#039;&amp;#039;New technology reveals secrets of famous Neandertal skeleton La Ferrassie 1.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;eurekalert.org&amp;#039;&amp;#039; vom 27. März 2018&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine 25 bis 35 Jahre alte Frau&amp;amp;nbsp;– lagen in Ost-West-orientierten Gräben Kopf an Kopf am Westende. Etwas weiter rechts lagen ein etwa zehnjähriges Kind sowie ein Fötus und ein vielleicht 15 Tage altes Neugeborenes, ebenfalls in Gräben beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vorderrand der Grotte befanden sich drei leere Gräben, dahinter acht [[Tumulus|Tumuli]]. Unter einem dieser Hügel war ein etwa sieben Monate altes Kleinkind begraben. Im rechten Teil des Abris wurden sechs große Vertiefungen entdeckt, in einer befanden sich die Überreste eines dreijährigen Kindes. Den Schädel dieses Kindes hatte man abgetrennt, unter einer Steinplatte mit [[Schalenstein|Schälchen]] deponiert. Er gilt daher als ältester Schalenstein&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Luckan: Wanderungen in die Vorzeit – Kultstätten, Felsbilder und Opfersteine in Österreich. Jugend &amp;amp; Volk, Wien 1989, ISBN 3-224-17605-9, S. 64&amp;lt;/ref&amp;gt; und möglicher Beleg für [[Menschenopfer]] bei den Neandertalern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Henri Delporte schließlich brachte während seiner Arbeiten hinter den Erdhügeln noch ein weiteres, zweijähriges Kleinkind, ans Tageslicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Skelettfunden wurden ferner die bereits angesprochenen Gravierungen sowie Reste von Malereien entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im oberen Teil der Schichtenfolge stieß man dann auf kulturelle Hinterlassenschaften und Menschenreste des [[Cro-Magnon-Mensch]]en. Die Stratigraphie von La Ferrassie war daher gleichsam bedeutend für die Stufengliederung des [[Aurignacien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 wurde im Bereich der Fundstätte &amp;#039;&amp;#039;La Roche à Pierrot&amp;#039;&amp;#039; bei [[Saint-Césaire]] in Westfrankreich der Bestattungsfund eines Neandertalers ([[Saint-Césaire 1]]) gemacht – mit aus Muscheln hergestellten Perlen als Beigabe. Bereits länger bekannte Bestattungen, sämtlich unter Abris, stammen von [[La Chapelle-aux-Saints]], [[Le Moustier]] und [[Le Régourdou]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
Die [[Sedimente und Sedimentgesteine|sedimentäre Abfolge]] in La Ferrassie lieferte neue Hinweise für die in [[Südwestfrankreich]] während des Ausgangs des [[Sauerstoff-Isotopenstufe|Marinen Isotopenstadium]] [[MIS3]] und des Beginns von [[MIS2]] herrschenden, kontinentalen Umweltbedingungen. Es lassen sich zyklische Sedimentfolgen unterbrochen von [[Bodenhorizont]]en erkennen, die möglicherweise [[Dansgaard-Oeschger-Ereignis|Dansgaard-Oeschger-Klimazyklen]] zuzuordnen sind. Generell verlieren die Bodenhorizonte zum Hangenden an Mächtigkeit, dafür gewinnen anorganische Sedimentation und [[Frost]]phänomene zusehends an Bedeutung. Zwischen 38.129 und 32.322 Jahren [[v. Chr.]] (35.000 bis 30.000 [[Radiokohlenstoff]]jahre) entstanden im Liegenden [[Cambisol]]e, die mit bedeutenden Tonverwitterungsprozessen und [[Dekalzifizierung]] zu assoziieren sind. Die Cambisole werden dann im Zeitraum 32.322 bis 30.524 v. Chr. (30.000 bis 28.000 Radiokohlenstoffjahre) durch einfache, karbonatreiche [[Humus]]lagen abgelöst. Zu Beginn von MIS2 um 25.600 v. Chr. kommt es zu einem fundamentalen Wechsel in der [[Schutt|Hangschuttbildung]]: die vormaligen Schuttakkumulationen, verursacht durch eine intensive Lessivierung aufgrund von [[Schneefall]], weichen jetzt mit Steinschutt umgürteten [[Solifluktion]]sloben, wie sie für halbwüstenartige, periglaziale Bedingungen bezeichnend sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. Bertran u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Continental palaeoenvironments during MIS 2 and 3 in southwestern France: the La Ferrassie rockshelter record |Sammelwerk=[[Quaternary Science Reviews]] |Band=27, 21-22 |Datum=2008 |Seiten=2048-2063}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Denis Peyrony&lt;br /&gt;
   |Titel=La Ferrassie: Moustérien-Périgordien-Aurignacien&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Préhistoire&lt;br /&gt;
   |Datum=1934&lt;br /&gt;
   |Seiten=1–143}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Henri Delporte]] u.&amp;amp;nbsp;a.&lt;br /&gt;
   |Titel=Le grand abri de la Ferrassie. Fouilles 1968–1973&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Études quaternaires. Géologie, paléontologie, préhistoire, 7&lt;br /&gt;
   |Verlag=Laboratoire de paléontologie humaine et de préhistoire&lt;br /&gt;
   |Ort=Paris&lt;br /&gt;
   |Datum=1984&lt;br /&gt;
   |ISBN=2-85399-034-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=B. Maureille&lt;br /&gt;
   |Titel=Les premières sépultures&lt;br /&gt;
   |Verlag=Le Pommier / Cité des sciences et de l’industrie&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=2-7465-0203-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Michael Rind|Michael M. Rind]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Menschenopfer. Vom Kult der Grausamkeit. 2. Auflage&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Kultur und Geschichte&lt;br /&gt;
   |Verlag=Universitäts-Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Regensburg&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-930480-64-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=44/57/6.5/N|EW=0/56/17/E|type=landmark|dim=100|region=FR-24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Nouvelle-Aquitaine]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstätte homininer Fossilien in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Aquitanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Neandertaler)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abri]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Micoquien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moustérien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aurignacien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gravettien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Châtelperronien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urgeschichte Frankreichs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Périgordien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;JEW</name></author>
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