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	<title>Kykeon - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T16:21:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kykeon&amp;diff=2038687&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;WolfgangRieger am 6. März 2026 um 09:25 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-06T09:25:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ovid Met 5 - Star Lizard - Adam Elsheimer.jpg|miniatur|Demeter trinkt den Kykeon der Metaneira und wird von [[Askalabos]] verspottet (Gemälde von [[Adam Elsheimer]], 1562).]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kykeon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|κυκεών}} ‚Gemisch‘, ‚Gemenge‘ von κυκάω ‚mischen‘, ‚rühren‘) war im antiken Griechenland ein Mischtrank aus Getreide und Wasser. Eine genaue Zusammensetzung kann nicht angegeben werden. Bei [[Homer]] besteht er aus [[Gerstengraupen]] ({{lang|grc|ἄλφιτον}}), geriebenem [[Ziegenkäse]] und [[Pramnischer Wein|pramnischem Wein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Homer &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; 11.624, 11.641&amp;lt;/ref&amp;gt; Im von der Zauberin [[Kirke]] für [[Odysseus]] zubereiteten Kykeon befand sich außerdem noch Honig.&amp;lt;ref&amp;gt;Homer &amp;#039;&amp;#039;[[Odyssee]]&amp;#039;&amp;#039; 10.234, 290, 316&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Zubereitung war wohl eher dicklich und breiartig, da sie &amp;#039;&amp;#039;sitos&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|σῖτος}} ‚Speise‘) und nicht wie in der Ilias &amp;#039;&amp;#039;potos&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|πότος}} ‚Getränk‘) genannt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Homerische Hymnen|homerischen Hymnus]] ist es der Trank, den [[Metaneira (Mythologie)|Metaneira]] der von der verzweifelten Suche nach der von [[Hades]] [[Raub der Persephone|geraubten Persephone]] erschöpften [[Demeter]] reicht. Zunächst hatte Metaneira der Göttin Wein angeboten, den hatte sie abgelehnt und bat stattdessen um einen Kykeon aus Wasser, Gerste und [[Polei-Minze]] ({{lang|grc|γλήχων}} bzw. {{lang|grc|βλήχων}}, daraus {{lang|grc|κυκεὼν βληχωνίας}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Homerischer Hymnus 2 &amp;#039;&amp;#039;An Demeter&amp;#039;&amp;#039; 205 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Mythos vom Trank der Demeter war es ein entsprechender Kykeon, den die [[Initiation|Initianden]] der [[Mysterien von Eleusis]] nach dem [[Fasten]] als Erstes zu sich nahmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl Kerényi]] weist auf die Signifikanz der Ablehnung des Weines durch Demeter hin: Es sei ja nach [[Heraklit]] [[Dionysos]], der Gott des Weins, identisch mit [[Hades]], dem Gott der Unterwelt und Entführer der Tochter der Demeter: &lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Denn wenn es nicht Dionysos wäre, dem sie die Prozession veranstalten und das Phalloslied singen, so wär’s ein ganz schändliches Tun. Ist doch Hades eins mit Dionysos, dem sie da toben und Fastnacht feiern!&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fragmente der Vorsokratiker]] Heraklit fr. 15&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und es wäre ja tatsächlich sehr unpassend, wenn Demeter ihr Trauerfasten mit dem Getränk bräche, das die Gabe des Entführers der Tochter und ihres Beleidigers ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Kerényi: &amp;#039;&amp;#039;Die Mysterien von Eleusis.&amp;#039;&amp;#039; Rhein Verlag, Zürich 1962, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Polei-Minze wurde bereits in der Antike als Abtreibungsmittel verwendet. [[Aristophanes]] macht eine entsprechende Andeutung.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristophanes &amp;#039;&amp;#039;[[Der Frieden]]&amp;#039;&amp;#039; 712&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Wirkung ist beim Trank der Demeter aber vermutlich nicht beabsichtigt, da Polei-Minze auch ein ganz normaler Bestandteil der antiken Küche war und beispielsweise mehrfach bei [[De re coquinaria|Apicius]] erwähnt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat aber Vermutungen über weitere Bestandteile des in [[Eleusis]] getrunkenen Kykeon angestellt, da übereinstimmend von einer überwältigenden [[Erleuchtung]]serfahrung berichtet wurde, die sich zuverlässig bei allen Teilnehmern der [[Mysterienkult|Mysterien]] eingestellt hätte. Daher wurde bereits 1978 in einem Buch des Mykologen [[R. Gordon Wasson]], des LSD-Entdeckers [[Albert Hofmann]] und des Philologen [[Carl A. P. Ruck]] die Theorie aufgestellt, dass die Visionen eine Drogenwirkung gewesen seien, die durch dem [[LSD]] verwandte, im [[Mutterkorn]]-Pilz (Claviceps purpurea) enthaltene Stoffe ([[Ergin]] und [[Ergometrin]]) verursacht worden sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem dieser Theorie sind die im Mutterkorn-Pilz enthaltenen hochgiftigen Stoffe, die das im Mittelalter als [[Antoniusfeuer]] bekannte Krankheitsbild des [[Ergotismus]] mit Krämpfen, Halluzinationen, [[Gangrän]]en und häufig tödlichen Folgen verursachen. 2026 hat eine Forschungsgruppe um Romanos K. Antonopoulos und Evangelos Dadiotis an der [[Nationale und Kapodistrias-Universität Athen|Universität Athen]] eine Methode rekonstruiert, wodurch mit in der Antike verfügbaren Mitteln diese Gifte weitgehend neutralisiert werden können. Diese Methode besteht im Wesentlichen darin, den zermahlenen Pilz in aus verbranntem Oliven- und Eichenholz gewonnener [[Aschenlauge]] zu kochen. Durch diese alkalische [[Hydrolyse]] werden die toxischen Moleküle in psychoaktive Substanzen zerlegt, nämlich [[Lysergsäureamid]] (LSA) und Iso-LSA. Archäologische Hinweise in dieser Richtung fanden sich in Mas Castellar de Pontós, einer griechischen Kolonie in Spanien, in einem den Göttinnen von Eleusis geweihten Ritualgefäß, das Mutterkornfragmente enthielt. Zudem entdeckte man Reste von Mutterkorn im [[Zahnstein]] eines dort bestatteten 25-jährigen Mannes.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Bergmayr: &amp;#039;&amp;#039;Eleusinische Mysterien: Was steckte wirklich im &amp;quot;Zaubertrank&amp;quot; der Alten Griechen?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Standard]]&amp;#039;&amp;#039;, 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Romanos K. Antonopoulos, Evangelos Dadiotis et al.: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.nature.com/articles/s41598-026-39568-3#Aff1 Investigating the psychedelic hypothesis of kykeon, the sacred elixir of the Eleusinian Mysteries.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Scientific Reports&amp;#039;&amp;#039;, 13. Februar 2026, {{Doi|10.1038/s41598-026-39568-3}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch andere Pflanzen und entsprechend andere [[entheogen]]e Substanzen wurden diskutiert, letztlich können solche Argumentationen aber nur Spekulation bleiben, da es weder entsprechende Überlieferung noch Sachbeweise in Form archäologischer Funde gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter wurde argumentiert, ein Indiz für die Verwendung entheogener Substanzen im griechischen Kult sei die 415 v. Chr. gegen [[Alkibiades]] erhobene Anklage wegen [[Asebie|Profanierung]] der Mysterien von Eleusis. Das wurde so gedeutet, dass Alkibiades und seine Freunde in dessen Haus eine Art „Drogenparty“ mit der in Eleusis verwendeten psychoaktiven Substanz gefeiert hätten. Die bei Plutarch wörtlich überlieferte Anklage enthält aber nichts dergleichen, sondern bezieht sich darauf, dass Alkibiades und seine Genossen den Ritus nachgeäfft hätten. Alkibiades hätte in entsprechender Kleidung sich Hoherpriester genannt, ein anderer hätte den Fackelträger gemacht usw.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch &amp;#039;&amp;#039;Alkibiades&amp;#039;&amp;#039; 22.3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Armand Delatte]]: &amp;#039;&amp;#039;Le Cycéon, breuvage rituel des mystères d&amp;#039;Éleusis.&amp;#039;&amp;#039; Les Belles Lettres, Paris 1955&lt;br /&gt;
* Brian C. Muraresku: &amp;#039;&amp;#039;The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name.&amp;#039;&amp;#039; Macmillan USA, 2020, ISBN 978-1250207142&lt;br /&gt;
* Ralph M. Rosen: &amp;#039;&amp;#039;Hipponax Fr. 48 Dg. and the Eleusinian Kykeon.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The American Journal of Philology&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 108, Nr. 3 (Herbst, 1987), S. 416–426&lt;br /&gt;
* [[R. Gordon Wasson]], [[Albert Hofmann]], [[Carl A. P. Ruck]]: &amp;#039;&amp;#039;The Road to Eleusis: Unveiling the Secret of the Mysteries.&amp;#039;&amp;#039; New York 1978. Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg nach Eleusis. Das Geheimnis der Mysterien.&amp;#039;&amp;#039;  Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-38258-6&lt;br /&gt;
* Peter Webster, Daniel M. Perrine, Carl A. P. Ruck: &amp;#039;&amp;#039;Mixing the Kykeon.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;ELEUSIS. Journal of Psychoactive Plants and Compounds&amp;#039;&amp;#039; New Series 4, 2000 [https://www.psychedelic-library.org/Mixing%20the%20Kykeon%20Final%20Draft.pdf PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.x-sandra.com/valencic/valencic/ivan.htm Ivan Valencic: &amp;#039;&amp;#039;Has the mystery of the Eleusinian mysteries been solved?&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getränk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kult der Demeter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komplexe psychotrope Substanz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entheogen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essen und Trinken (griechische Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getränke in der Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WolfgangRieger</name></author>
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