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	<title>Kurt Reidemeister - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Mathze: Zeichensetzung</title>
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		<updated>2026-04-02T12:04:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zeichensetzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurt Werner Friedrich Reidemeister&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. Oktober]] [[1893]] in [[Braunschweig]]; † [[8. Juli]] [[1971]] in [[Göttingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Mathematiker]] und Professor an den Universitäten Wien, [[Albertus-Universität Königsberg|Königsberg]], Marburg und Göttingen. Er entwickelte die [[Reidemeister-Bewegungen]], einen Grundstein der [[Knotentheorie]], eines Teilgebietes der Topologie. Er beschäftigte sich auch mit [[Philosophie]], der demokratischen Verantwortung des Akademikers, und trat als Übersetzer von [[Stéphane Mallarmé]] hervor; eigene Gedichte wurden 1947 veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KurtReidemeister MFO19544cropped.jpg|mini|Kurt Reidemeister]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Göttinger Gedenktafel - Reidemeister, Kurt.jpg|mini|[[Göttinger Gedenktafeln|Göttinger Gedenktafel]] für Kurt Reidemeister]]&lt;br /&gt;
Kurt Reidemeister und sein Bruder [[Leopold Reidemeister|Leopold]] sowie seine Schwester [[Marie Neurath|Marie]] wurden in Braunschweig als Kinder von Hans Reidemeister, einem [[Herzogtum Braunschweig|herzoglich-braunschweigischen]] Regierungsrat, und dessen Frau Sophie geb. Langerfeldt, einer Enkelin von [[Wilhelm Bode (Politiker)|Wilhelm Bode]], geboren. 1912 begann Reidemeister ein Studium der Philosophie und Mathematik in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg im Breisgau]], wo er unter anderem Vorlesungen von [[Edmund Husserl]] besuchte. Er wechselte zunächst nach [[Philipps-Universität Marburg|Marburg]] und dann nach [[Georg-August-Universität Göttingen|Göttingen]], unterbrach sein Studium jedoch, um sich 1914 als Kriegsfreiwilliger zu melden. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und konnte sein Studium deswegen erst 1920 beenden. Sein Staatsexamen legte er in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Philosophie und Geologie ab. In der Mathematik wurde er dabei von [[Edmund Landau]] geprüft. Danach ging Reidemeister zu [[Erich Hecke]] nach Hamburg, um dort eine Assistentenstelle anzunehmen. Bei Hecke wurde er 1921 über ein Thema aus der [[Algebraische Zahlentheorie|algebraischen Zahlentheorie]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathGenealogyProject|id=15252}} abgerufen am 27. September 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon in Hamburg zeigte sich Reidemeisters vielseitiges Interessenspektrum. Er beschäftigte sich nicht nur mit mathematischen Fragen, sondern nahm auch rege am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teil, unter anderem schrieb er regelmäßig literarische Kolumnen in einer Hamburger Zeitung und verfasste Gedichte und kleine Novellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 nahm er einen Ruf auf eine außerordentliche Professur an die [[Universität Wien]] an. Dort kam er über [[Hans Hahn]] in Berührung mit den Ideen des [[Wiener Kreis]]es. In der Wiener Zeit kam Reidemeister auch zu dem Entschluss, sich intensiv mit der Knotentheorie auseinanderzusetzen. Hauptarbeitsgebiet in den folgenden Jahren wurde die [[Kombinatorik|kombinatorische]] [[Topologie (Mathematik)|Topologie]]. In Wien lernte er auch seine spätere Frau, Elisabeth Wagner, die aus [[Riga]] stammte, kennen. 1925 folgte Reidemeister einem Ruf an die Albertina nach Königsberg als Nachfolger von [[Franz Meyer (Mathematiker)|Wilhelm Franz Meyer]]. In der Königsberger Zeit setzte er seine in Wien begonnenen Arbeiten zur Topologie und Knotentheorie fort. 1926 bewies er, dass zwei [[Knotendiagramm]]e genau dann denselben Knoten definieren, wenn sie sich durch eine Folge von [[Reidemeister-Bewegungen]] ineinander überführen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reidemeisters philosophische Interessen kamen erneut zum Ausdruck, als im September 1930 in Königsberg gleichzeitig vier große Wissenschaftskongresse stattfanden: die Jahresversammlung der &amp;#039;&amp;#039;[[Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte]]&amp;#039;&amp;#039;, die Jahrestagung der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|Deutschen Mathematiker-Vereinigung]]&amp;#039;&amp;#039;, die 6. Deutsche Physiker- und Mathematikertagung und die zweite &amp;#039;&amp;#039;Tagung für Erkenntnislehre der exakten Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;. Reidemeister war an der Organisation dieser Kongresse beteiligt und hatte viele Mitglieder des Wiener Kreises eingeladen. Auf diesen Tagungen hielt [[David Hilbert]] seinen berühmten Radiovortrag („Wir müssen wissen – wir werden wissen“) und [[Kurt Gödel]] präsentierte – damals noch wenig beachtet – seine Ergebnisse zu unentscheidbaren Sätzen in formalen logischen Systemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königsberger Studentenschaft (wie auch die Studentenschaft an fast allen anderen deutschen Universitäten) geriet mit Ende der [[1920er]] Jahre zunehmend in das Fahrwasser der antirepublikanischen politischen Rechten und der Nationalsozialisten. Bereits 1930 hatte es studentische Unruhen gegeben, die zum Rücktritt des Rektors führten. Reidemeister fühlte sich von dem irrationalen agitatorischen Denken und Tun abgestoßen und bezog in seinen Vorlesungen dagegen Stellung. Mit der [[Machtergreifung]] der Nationalsozialisten 1933 wurde er daraufhin entlassen, obwohl er im Gegensatz zu seinem Königsberger Mathematiker-Kollegen, dem Ordinarius [[Gabor Szegö]] und den beiden Privatdozenten [[Werner Wolfgang Rogosinski]] und [[Richard Brauer]], keine jüdische Herkunft hatte. Die [[Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums|Vertreibung]] Reidemeisters aus dem Amt im Frühjahr 1933 „zeigte ... den Fall eines Intellektuellen, dessen Ideal des ‚exakten Denkens‘ ... mit den faschistischen Entwicklungen des akademischen Lebens in Konflikt geriet und unvereinbar blieb.“ (Epple)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die drei genannten Kollegen, die kurz nach Reidemeister ebenfalls entlassen wurden, aus Deutschland emigrieren mussten, konnte Reidemeister, wohl wesentlich durch Vermittlung [[Erich Hecke]]s, der ebenfalls dem [[Nationalsozialismus]] ablehnend gegenüberstand, eine Berufung nach Marburg erlangen. Dort arbeitete er weiter auf dem Gebiet der Topologie, zog sich in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] jedoch zunehmend in die [[innere Emigration]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 definierte er eine heute unter dem Namen [[Reidemeister-Torsion]] bekannte topologische Invariante, mit der man erstmals [[Homotopie|homotopieäquivalente]] nicht [[Homöomorphie|homöomorphe]] Mannigfaltigkeiten unterscheiden konnte. Konkret bewies er, dass die [[Linsenräume]] L(7,1) und L(7,2) nicht homöomorph sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Reidemeister, Kurt: &amp;#039;&amp;#039;Homotopieringe und Linsenräume&amp;#039;&amp;#039; Abh. Math. Sem. Univ. Hamburg 11, 1935, S. 102–109.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere auf Reidemeister zurückgehende Resultate sind die Klassifikation der als [[Fundamentalgruppe]] von [[3-Mannigfaltigkeit]]en vorkommenden [[Abelsche Gruppe|abelschen Gruppen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Reidemeister, Kurt: &amp;#039;&amp;#039;Kommutative Fundamentalgruppen&amp;#039;&amp;#039;. Monatsh. Math. Phys. 43, 1936, S. 20–28.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Satz von Reidemeister-Singer: je zwei [[Heegaard-Zerlegung]]en einer 3-Mannigfaltigkeit haben eine gemeinsame [[Heegaard-Zerlegung#Stabilisierungen, Reduzibilität, Irreduzibilität|Stabilisierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Reidemeister, Kurt: &amp;#039;&amp;#039;Zur dreidimensionalen Topologie.&amp;#039;&amp;#039; Abh. Math. Semin. Hamb. Univ. 9, 1933, S. 189–194.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 war er Vorsitzender der [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|Deutschen Mathematiker-Vereinigung]]. Von 1948 bis 1950 weilte er zu zwei Gastaufenthalten am [[Institute for Advanced Study]] in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]], [[New Jersey]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.ias.edu/scholars/kurt-werner-friedrich-reidemeister| titel=Scholars: Kurt Werner Friedrich Reidemeister| hrsg=Institute for Advanced Study| zugriff=2025-12-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wechselte 1955 nach Göttingen, wo er 1971 verstarb. 1955 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Göttinger [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen|Akademie der Wissenschaften]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Krahnke: &amp;#039;&amp;#039;Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Band 246 = &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Band 50). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen Doktoranden gehörten u. a. [[Günter Hotz]] und [[Heiner Zieschang]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Knotentheorie&amp;#039;&amp;#039;. Ergebnisse der Mathematik und ihrer Grenzgebiete, Band 1. Springer, Berlin 1932&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die kombinatorische Topologie&amp;#039;&amp;#039;. Vieweg, Braunschweig 1932&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Arithmetik der Griechen&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig-Berlin 1940 (besprochen von [[Max Steck]] in &amp;#039;&amp;#039;Geistige Arbeit&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2, Jahrgang 1941).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mathematik und Logik bei Plato&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig-Berlin 1942.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Complexes and homotopy chains.&amp;#039;&amp;#039; Bulletin of the [[American Mathematical Society]] 56, 1950, S. 297–307.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Moritz Epple]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurt Reidemeister (1893–1971). Kombinatorische Topologie und exaktes Denken.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Albertus-Universität zu Königsberg und ihre Professoren&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08546-9   {{ISSN|0075-2177}} S. 567–575 (= Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg/Pr. Band XXIX 1994) (Kurzbiographie mit einem Akzent auf den philosophischen Interessen Reidemeisters)&lt;br /&gt;
* [[Hans-Christian Reichel]]: &amp;#039;&amp;#039;Kurt Reidemeister (1893 bis 1971) als Mathematiker und [[Philosoph]]. Ein &amp;#039;Meilenstein&amp;#039; in der Entwicklung der Topologie, der Geometrie und der Philosophie dieses Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Math.-Naturwiss. Klasse, Sitzungsberichte II 203 (1994), S. 117–135.&lt;br /&gt;
* {{NDB|21|324|325|Reidemeister, Kurt Werner Friedrich|[[Christoph Scriba]]|116403306}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116403306}}&lt;br /&gt;
* [http://www.math.uni-goettingen.de/historisches/reidemeister.html Kurzbiografie an der Mathematischen Fakultät Göttingen]&lt;br /&gt;
* {{MacTutor|id=Reidemeister|title=Kurt Werner Friedrich Reidemeister}}&lt;br /&gt;
* [http://owpdb.mfo.de/detail?photo_id=10199 Ein Foto aus der Oberwolfacher Sammlung (1930)]&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=116403306|titel=Reidemeister, Kurt Werner Friedrich|datum=2021-07-08}}&lt;br /&gt;
* [https://zbmath.org/authors/reidemeister.kurt Kurt Reidemeister] in der Datenbank [[zbMATH]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Vorsitzende und Präsidenten der Deutschen Mathematiker-Vereinigung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116403306|LCCN=n84801155|VIAF=102384696}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Reidemeister, Kurt Werner Friedrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Topologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wiener Kreis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Albertus-Universität Königsberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Hamburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Reidemeister, Kurt&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Reidemeister, Kurt Werner Friedrich&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mathematiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. Oktober 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Braunschweig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. Juli 1971&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Göttingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mathze</name></author>
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