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	<title>Kurt Lischka - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kurt_Lischka&amp;diff=429877&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gesetzesfreak: Begriff korrigiert und Link gesetzt.</title>
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		<updated>2026-04-21T20:39:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Begriff korrigiert und Link gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurt Paul Werner Lischka&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[16. August]] [[1909]] in [[Breslau]]; † [[5. April]] [[1989]] in [[Brühl (Rheinland)|Brühl]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[SS-Obersturmbannführer]] und [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]]-Chef, der sich in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] als Täter aktiv an der Judenverfolgung beteiligte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Karriere im Dritten Reich ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SS-Verordnungsblatt 20. April 1942 Seite 2.jpg|mini|hochkant|Beförderung zum [[SS-Obersturmbannführer]] an [[Führergeburtstag|Hitlers Geburtstag]] 1942 im SS-Verordnungsblatt]]&lt;br /&gt;
Lischka wuchs als Sohn eines Bankangestellten in Breslau auf und legte dort 1927 sein [[Abitur]] ab. Anschließend studierte er in [[Berlin]] [[Rechtswissenschaft|Jura]] und [[Staatswissenschaften]] und war an verschiedenen Amts- und Landgerichten tätig. Er trat am 1. Juni 1933 der [[Schutzstaffel|SS]] bei (SS-Nummer 195.590). Am 1. September 1935 wurde er für die Gestapo in Berlin tätig, zunächst als Referent für Kirchenangelegenheiten. Zum 1. Mai 1937 trat er der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 4.583.185).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/540783&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andrea Rudorff]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945&amp;#039;&amp;#039; (Quellensammlung), Band 16: &amp;#039;&amp;#039;Das KZ Auschwitz 1942-1945 und die Zeit der Todesmärsche 1944/45.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2018, ISBN 978-3-11-036503-0, S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Serge Klarsfeld]]: [https://phdn.org/histgen/dokfran/page236.html &amp;#039;&amp;#039;Die Endlösung der Judenfrage in Frankreich: deutsche Dokumente 1941—1944.&amp;#039;&amp;#039;] Paris 1977, S. 236.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1938 wurde er als [[Promotion (Doktor)|promovierter]] Jurist Leiter des Gestaporeferats II B (Konfessionen, Juden, Freimaurer, Emigranten, Pazifisten). In dieser Funktion war er verantwortlich für die nach der [[Novemberpogrome 1938|„Reichspogromnacht“]] erfolgten Massenverhaftungen [[Juden in Deutschland|deutscher Juden]]. Allein im Jahr 1938 wurde er dreimal befördert, zuletzt am 11. September 1938 zum SS-Sturmbannführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitweilig leitete er die „[[Reichszentrale für jüdische Auswanderung]]“, die jüdische Emigranten vor deren [[Auswanderung]] ihres Vermögens beraubte. Von Januar bis August 1940 war Lischka Gestapochef im [[Köln]]er [[EL-DE-Haus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1940 wurde er zum [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD]] (BdS) in [[Paris]] versetzt, wo er als Leiter des Amtes II (Organisation, Verwaltung) und Stellvertreter des [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD|BdS]] [[Helmut Knochen]] für die [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] von mindestens 73.000 Juden über das Durchgangslager [[Sammellager Drancy|Camp de Drancy]] nach [[KZ Auschwitz-Birkenau|Auschwitz]] mitverantwortlich war. Lischka baute die Gestapozentrale in Paris zu einem effektiven Terrorinstrument aus. Im Zuge der Bekämpfung der [[Résistance]] erfolgten [[Vergeltung]]smaßnahmen und die Erschießung von insgesamt 29.000 Geiseln. Am 20. April 1942 wurde er zum SS-Obersturmbannführer befördert. Vom 15. Januar bis 10. September übte Lischka zusätzlich in Personalunion das Amt des Kommandeurs der Sicherheitspolizei (KdS) und des SD von Paris aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1943 wurde Lischka aufgrund des Vorwurfs der Bestechlichkeit nach Berlin zurückbeordert, sein Nachfolger als stellvertretender BdS wurde [[Hans Henschke]]. Das eingeleitete Strafverfahren endete allerdings am 27. Juni 1944 mit einem Freispruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab November 1943 war er im Referat IV D 1 des [[Reichssicherheitshauptamt]]s für die Repressalien im [[Reichsprotektorat Böhmen und Mähren|„Protektorat Böhmen und Mähren“]] zuständig. 1944 gehörte Lischka der „Sonderkommission [[Attentat vom 20. Juli 1944|20. Juli 1944]]“ an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1945 wurde Lischkas Dienststelle nach [[Schleswig-Holstein]] evakuiert und am 3. Mai 1945 aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsende]] blieb Lischka zunächst in [[Sankt Peter-Ording|St. Peter-Ording]], wo er unter falschem Namen eine Arbeit als Landarbeiter aufnahm. Am 10. Dezember 1945 wurde er jedoch von den Briten festgenommen und war daraufhin in britischen und französischen Internierungslagern inhaftiert. Für seine Tätigkeit im [[Protektorat Böhmen und Mähren]] wurde er 1947 nach [[Prag]] ausgeliefert und dort inhaftiert. Im August 1950 wurde er in die Bundesrepublik Deutschland entlassen, ohne dass in der [[Tschechoslowakei]] ein Verfahren gegen ihn eingeleitet worden war. Am 18. September 1950 verurteilte ihn hingegen ein französisches [[Militärgericht]] in Frankreich in Abwesenheit zu [[Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslanger]] [[Zwangsarbeit]]. In einem [[Spruchkammerverfahren]] der Staatsanwaltschaft [[Bielefeld]] kam es zu einem Freispruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbehelligt von der Justiz wurde Lischka daraufhin in Köln als Prokurist einer Getreidegroßhandlung tätig, mit deren Inhaberfamilie er schon vor dem Krieg befreundet war.&amp;lt;ref name=JW&amp;gt;Judith Weißhaar, Anne Klein: &amp;#039;&amp;#039;Jens Kuchenbuch erinnert sich an seinen Patenonkel Kurt Lischka&amp;#039;&amp;#039;, in: Anne Klein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Lischka-Prozess : eine jüdisch-französisch-deutsche Erinnerungsgeschichte. Ein BilderLeseBuch&amp;#039;&amp;#039;. Berlin : Metropol 2013, S. 219–224.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1971 wurde er von [[Beate Klarsfeld]] in [[Köln]] aufgespürt. Im März 1971 versuchten [[Serge Klarsfeld|Serge]] und Beate Klarsfeld und drei Helfer, Lischka zu entführen und nach Frankreich zu schaffen. Die Klarsfelds wurden deshalb zu zwei Monaten [[Freiheitsstrafe (Deutschland)|Freiheitsstrafe]] verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dominik Reinle |url=https://www1.wdr.de/archiv/lischka100.html |titel=Beate Klarsfeld jagte SS-Mann in Köln |werk=WDR |datum=2006-03-06 |abruf=2024-03-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Lischka ging 1975 in Rente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kölner Prozess ===&lt;br /&gt;
Lischka war (wie viele andere vor ihm) vor den Urteilen alliierter Militärgerichtsbarkeit in Abwesenheit geschützt, da der im Jahr 1955 geschlossene [[Überleitungsvertrag]] eine Verurteilung aufgrund des gleichen Tatbestands in Deutschland ausschloss; andererseits wurde er als Deutscher nicht ins Ausland ausgeliefert. Lischka stand jedoch aufgrund von Strafanzeigen auf der &amp;#039;&amp;#039;[[Thomas Harlan|Harlan]]-Liste&amp;#039;&amp;#039;, einer Liste von über 100 im [[Deutsche Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg|besetzten Frankreich]] ehemals tätigen Deutschen, die von der [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Ludwigsburger Zentralen Stelle]] geführt wurde. Erst 1975 ratifizierte der [[Deutscher Bundestag|Bundestag]] ein Zusatzabkommen zum Überleitungsvertrag, das eine Anklage Lischkas und anderer ermöglichte. Die Kölner Staatsanwälte brauchten gut dreieinhalb Jahre für ihre Ermittlungen. Es ging um die Deportation und Ermordung von 40.000 französischen Juden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem [[Landgericht Köln]] begann am 23. Oktober 1979 ein Prozess, in dem ihm und seinen Mitangeklagten erstmals persönliche Kenntnis vom Ziel und Zweck der französischen Judendeportation nachgewiesen werden konnte, der am 11. Februar 1980 mit Lischkas Verurteilung zu zehn Jahren Freiheitsstrafe endete, die er in der [[Justizvollzugsanstalt Bochum]] verbüßte&amp;lt;ref name=JW/&amp;gt;. Seine Mitangeklagten [[Herbert Hagen|Herbert M. Hagen]] und [[Ernst Heinrichsohn]], Mitarbeiter im Judenreferat von Paris, wurden zu zwölf und sechs Jahren verurteilt. Lischka und Hagen verbüßten zwei Drittel ihrer Haftstrafe und wurden 1985 entlassen. Lischka lebte anschließend mit seiner Frau in einem Brühler Seniorenheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orden und Ehrenzeichen ==&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrenring]]&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrendegen|Ehrendegen des Reichsführers SS]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Hirsch (Schriftsteller)|Rudolf Hirsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Um die Endlösung. Prozessberichte über den Lischka-Prozess in Köln und den Auschwitz-Prozess in Frankfurt/M..&amp;#039;&amp;#039; Greifenverlag, Rudolstadt 1982. Neuausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Um die Endlösung. Prozeßberichte.&amp;#039;&amp;#039; Dietz, Berlin 2001, ISBN 3-320-02020-X.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783596160488}}&lt;br /&gt;
* Anne Klein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Lischka-Prozess : eine jüdisch-französisch-deutsche Erinnerungsgeschichte. Ein BilderLeseBuch&amp;#039;&amp;#039;. Berlin : Metropol 2013.&lt;br /&gt;
* [[Serge Klarsfeld]]: &amp;#039;&amp;#039;Vichy – Auschwitz&amp;#039;&amp;#039;, Aus dem Franz. von [[Ahlrich Meyer]], Nördlingen 1989; Neuauflage 2007 bei [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft|WBG]], Darmstadt, ISBN 978-3-534-20793-0 passim.&lt;br /&gt;
* [[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945|VEJ]] 5/260; VEJ 5/316; VEJ 5/327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
Hitlers Eliten nach 1945. Teil 4: Juristen – Freispruch in eigener Sache. Gerolf Karwath, Regie: Holger Hillesheim. Südwestrundfunk (SWR, 2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://lischka-prozess.info/ Lischka-Prozess].&amp;#039;&amp;#039; Website der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln zum Prozess&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor=Carina von List&lt;br /&gt;
 | Titel=Claudia Moisel, Ines Pedrosa: &amp;#039;&amp;#039;Frankreich und die deutschen Kriegsverbrechen. Die strafrechtliche Verfolgung der deutschen Kriegs- und NS-Verbrechen nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; [[Wallstein Verlag]], Göttingen 2004, ISBN 3-89244-749-7.&lt;br /&gt;
 | Sammelwerk=[[Francia (Zeitschrift)|Francia]]&lt;br /&gt;
 | Band=33&lt;br /&gt;
 | Nummer=3&lt;br /&gt;
 | Datum=&lt;br /&gt;
 | Seiten=291-293&lt;br /&gt;
 | DOI=&lt;br /&gt;
|Online=https://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016440,00311.html&lt;br /&gt;
| Kommentar=Rezension, Lischka wird im Buch exemplarisch behandelt.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* [https://www1.wdr.de/lischka100.html Dominik Reinle: Versuchte Entführung von Kurt Lischka] – wdr.de&lt;br /&gt;
* [https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-Vz_6b136aac-22d5-43ae-b324-f1a6393254ed Digitalisat der Entnazifizierungsakte aus dem Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124790542|LCCN=n84076792|VIAF=62490995}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lischka, Kurt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Frankreichs 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Protektorat Böhmen und Mähren)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1989]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lischka, Kurt&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lischka, Kurt Paul Werner (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Obersturmbannführer und Gestapo-Chef&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. August 1909&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Breslau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. April 1989&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Brühl (Rheinland)|Brühl]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gesetzesfreak</name></author>
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