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	<title>Kurt Gossweiler - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Assayer: Änderung 262033595 von Crypticon83 rückgängig gemacht; -Monopolgruppentheorie ist, was sie ist; &quot;geschichtswissenschaftlicb umstritten&quot; ist sie eigentlich nicht; dass Gossweilers Stalin-Apologie &quot;polemisch&quot; gewesen sei, müßte als POV belegt werden; was sollen die Unterstriche?</title>
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		<updated>2025-12-01T16:38:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/262033595&quot; title=&quot;Spezial:Diff/262033595&quot;&gt;262033595&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Crypticon83&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Crypticon83&quot;&gt;Crypticon83&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; -Monopolgruppentheorie ist, was sie ist; &amp;quot;geschichtswissenschaftlicb umstritten&amp;quot; ist sie eigentlich nicht; dass Gossweilers Stalin-Apologie &amp;quot;polemisch&amp;quot; gewesen sei, müßte als POV belegt werden; was sollen die Unterstriche?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurt Gossweiler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. November]] [[1917]] in [[Stuttgart]]; † [[15. Mai]] [[2017]] in [[Berlin]]) war ein [[Marxismus-Leninismus|marxistisch-leninistischer]] deutscher [[Historiker]]. In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] veröffentlichte er vor allem zum [[Faschismus]], den er im Sinne der [[Monopolgruppentheorie]] analysierte. Nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Wiedervereinigung]] machte Gossweiler durch seine Verteidigung des [[Stalinismus]] auf sich aufmerksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
In einem kommunistischen Elternhaus aufgewachsen, besuchte Gossweiler von 1931 bis 1933 die [[Karl-Marx-Schule (Berlin-Neukölln)]]. Gemeinsam mit seinem Freund [[Werner Steinbrinck]] schloss er sich dem [[Sozialistischer Schülerbund|Sozialistischen Schülerbund]] an. Nach der nationalsozialistischen „[[Machtergreifung]]“ war Gossweiler ab 1934 in einer illegalen Zelle des [[Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (1920)|Kommunistischen Jugendverband Deutschlands]] (KJVD) aktiv und beteiligte sich unter anderem am Schmuggel illegaler Materialien von [[Paris]] nach [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Abitur]] 1937 begann Gossweiler ein Studium der [[Volkswirtschaftslehre]] in Berlin. Im März 1939 war er beim [[Reichsarbeitsdienst]]. Ab 1939 nahm er als Soldat der [[Wehrmacht]] am [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] teil. 1943 [[Fahnenflucht|lief]] er zur [[Rote Armee|Roten Armee]] über. Während der Kriegsgefangenschaft besuchte er die [[Antifa-Schule]] in Talizy, wo er von 1944 bis 1947 auch als Assistent wirkte. Außerdem arbeitete er im [[Nationalkomitee Freies Deutschland]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gossweiler kehrte 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und trat in die [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] ein. In Berlin war er zunächst als Lehrer an der Landesparteischule tätig, dann von Oktober 1948 bis August 1955 als Mitarbeiter der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands#Bezirksleitung|Bezirksleitung der SED]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1955 bis 1958 hatte Gossweiler eine planmäßige wissenschaftliche Aspirantur am Institut für Geschichte der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Humboldt-Universität]]. Zwischen 1958 und 1970 arbeitete er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1963 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er bei [[Erich Paterna]], [[Dietrich Eichholtz]] und [[Joachim Streisand]] über &amp;#039;&amp;#039;Die Rolle des Monopolkapitals bei der Herbeiführung der [[Röhm-Putsch|Röhm-Affäre]]&amp;#039;&amp;#039;. Von 1970 bis zur Emeritierung 1983 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte der [[Akademie der Wissenschaften der DDR]] tätig. Im Mai 1972 legte er als [[Promotion B]] die Studie &amp;#039;&amp;#039;Großbanken, Industriemonopole und Staat. Ökonomie und Politik des staatsmonopolistischen Kapitalismus in Deutschland 1914–1932&amp;#039;&amp;#039; vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gossweiler erhielt 1973 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze und 1988 die [[Ehrendoktor]]würde der Humboldt-Universität. Als [[Inoffizieller Mitarbeiter]] IM „Arno“ arbeitete er für das [[Ministerium für Staatssicherheit]] der DDR, da der Geheimdienst Interesse an seinen „Westkontakten“ hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg G. Iggers]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die DDR-Geschichtswissenschaft als Forschungsproblem&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Historische Zeitschrift&amp;#039;&amp;#039;, Beiheft, N.F., Band 27). Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-64426-2. [http://books.google.de/books?id=UuZPgHUfu7EC&amp;amp;pg=PA97 bei Google Books].&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Wende blieb er bis 2001 Mitglied der [[Partei des Demokratischen Sozialismus|PDS]], die er daraufhin aufgrund des angekündigten „völligen Bruches mit der SED-Vergangenheit“ verließ.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
| autor=Kurt Gossweiler&lt;br /&gt;
| url=http://www.weissenseerblaetter.de/gossw.htm&lt;br /&gt;
| titel=Abschied. Zum Gedenken an Hanfried Müller&lt;br /&gt;
| werk=weissenseerblaetter.de&lt;br /&gt;
| zugriff=2015-04-02&lt;br /&gt;
| kommentar=Veröffentlicht ursprünglich in &amp;#039;&amp;#039;offensiv&amp;#039;&amp;#039; 2/2009&lt;br /&gt;
| archiv-url=https://web.archive.org/web/20131012020504/http://www.weissenseerblaetter.de/gossw.htm&lt;br /&gt;
| archiv-datum=2013-10-12&lt;br /&gt;
| offline=1&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Gossweiler gehörte zu den führenden Historikern der DDR.&amp;lt;ref name=&amp;quot;K59&amp;quot;&amp;gt;[[Ian Kershaw]]: &amp;#039;&amp;#039;The Nazi Dictatorship: Problems and Perspectives of Interpretation&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, Bloomsbury. London 2015, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Dissertation zum sogenannten „[[Röhm-Putsch]]“ von 1963 löste durch ihre zugespitzten Thesen und hypothetischen Schlussfolgerungen bereits in der DDR eine kritische Diskussion aus.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Vorbemerkung des Verlags&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Röhm-Affäre. Hintergründe – Zusammenhänge – Auswirkungen.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1983, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemeinsam mit [[Dietrich Eichholtz]] setzte er sich 1968 in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Das Argument]]&amp;#039;&amp;#039; mit der Kritik des britischen Historikers [[Timothy Mason]] an der [[Faschismustheorie#Die Dimitroff-These|Dimitroff-These]] des Faschismus als Diktatur des Finanzkapitals auseinander.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Saage]]: &amp;#039;&amp;#039;Faschismus: Konzeptionen und historische Kontexte. Eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Mason insistierte, dass die nationalsozialistische Staatsführung sich zunehmend von den Interessen und der Führung des Großkapitals unabhängig gemacht habe, und den Primat der Politik vor der Wirtschaft betonte, verwiesen Gossweiler und Eichholtz auf den hohen wissenschaftlichen Abstraktionsgrad der Dimitroffschen Faschismusdefinition, die für die Geschichtswissenschaft der DDR eine verbindliche Leitlinie war. Sie warfen Mason mangelnde Kenntnis der [[Imperialismustheorie]] [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenins]] vor, durch die er den [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|staatsmonopolistischen]] Inhalt des Faschismus verkenne.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Saage: &amp;#039;&amp;#039;Faschismus: Konzeptionen und historische Kontexte. Eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 41–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für sie wurde der NS-Staat von Richtungskämpfen innerhalb des Monopolkapitals bestimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;K59&amp;quot; /&amp;gt; Eine Wirklichkeit, die Masons Thesen entspräche, liefe „allen vom Marxismus entdeckten ‚Naturgesetzen‘ der Gesellschaft zuwider und würde allein durch ihre Existenz eine komplette Widerlegung der marxistischen Gesellschaftsanalyse darstellen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. nach [[Heinrich August Winkler]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolution, Staat, Faschismus. Zur Revision des historischen Materialismus&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1978, S. 85; [[Ian Kershaw]]: &amp;#039;&amp;#039;Der NS-Staat. Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1988, S. 94 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kontroverse mit Mason regte weitere Forschungen und Dokumentationen aus DDR-Archiven an, mit denen die „Struktur und Organisation des staatsmonopolistischen Kapitalismus“ belegt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Käppner: &amp;#039;&amp;#039;Erstarrte Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Faschismus und Holocaust im Spiegel der Geschichtswissenschaft und Geschichtspropaganda der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Ergebnisse Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-87916-055-4, S. 291.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich warnten Eichholtz und Gossweiler in dogmatischer Weise, dass [[Neomarxismus|Neomarxisten]] „sehr viel gefährlicher“ seien als „bürgerliche Historiker“, weil sie „die Industriellen in der Rolle betrogener Betrüger“ darstellten.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Käppner: &amp;#039;&amp;#039;Erstarrte Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Faschismus und Holocaust im Spiegel der Geschichtswissenschaft und Geschichtspropaganda der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Ergebnisse Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-87916-055-4, S. 172.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber der von [[Jürgen Kuczynski]] vertretenen Monopolgruppenforschung betonte Gossweiler die zentrale Rolle der Großbanken im deutschen Finanzkapital.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Eichholtz: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939–1945&amp;#039;&amp;#039;. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;1939-1941&amp;#039;&amp;#039;. 3. Aufl., K.G. Saur, München 2003, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er vertrat die These, dass im Monopolkapital zwischen Lagern innerhalb der Industrie und des Finanzkapitals unterschieden werden müsse. Ein eher antisowjetisch und proamerikanisch ausgerichtetes Lager habe einem ebenso antisowjetischen wie antiamerikanisch ausgerichteten Lager gegenüber gestanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Dorpalen]]: &amp;#039;&amp;#039;German History in Marxist Perspective. The East German Approach&amp;#039;&amp;#039;. Wayne State UP, Detroit 1985, S. 333.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auseinandersetzungen innerhalb der NS-Bewegung, wie das Ausscheiden [[Gregor Strasser]]s aus allen Parteiämtern 1932, interpretierte Gossweiler dementsprechend als Ausdruck von Richtungskämpfen zwischen rivalisierenden kapitalistischen Lagern.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dorpalen: &amp;#039;&amp;#039;German History in Marxist Perspective. The East German Approach&amp;#039;&amp;#039;. Wayne State UP, Detroit 1985, S. 387.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine These, Strasser sei ein bezahlter Agent der [[I.G. Farben]] gewesen, wurde in der Forschung zurückgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henry Ashby Turner]]: &amp;#039;&amp;#039;German Big Business and the Rise of Hitler&amp;#039;&amp;#039;. Oxford UP, Oxford 1985, S. 459.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Andreas Dorpalen]] weist darauf hin, dass Gossweilers Thesen auf unbelegten Annahmen und Schlussfolgerungen beruhten.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dorpalen: &amp;#039;&amp;#039;German History in Marxist Perspective. The East German Approach&amp;#039;&amp;#039;. Wayne State UP, Detroit 1985, S. 406.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Referat auf dem Internationalen Seminar Kommunistischer und Arbeiterparteien in [[Brüssel]] 1994 erklärte Gossweiler den „Antistalinismus“ zum „Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung“. Dabei verteidigte er den [[Stalinismus]] und führte aus, dass die [[Stalinsche Säuberungen|Stalinschen Säuberungen]] der 1930er-Jahre die Sowjetunion vor einer „[[Fünfte Kolonne|Fünften Kolonne]]“ bewahrt und damit den Sieg im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gesichert habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Eckert (Historiker)|Rainer Eckert]]: &amp;#039;&amp;#039;Strukturen, Umfeldorganisationen und Geschichtsbild der PDS&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Horch &amp;amp; Guck&amp;#039;&amp;#039; 15 (1995), S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beitrag wurde in den &amp;#039;&amp;#039;[[Weißenseer Blätter]]n&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht, die seit Ende 1990 „prostalinistische Historienversionen“ verbreiteten und stieß selbst in deren Leserkreis auf Kritik.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Behrend: &amp;#039;&amp;#039;Weißenseer Irrwege&amp;#039;&amp;#039;. In: Christoph Jünke: &amp;#039;&amp;#039;Der lange Schatten des Stalinismus: Sozialismus und Demokratie gestern und heute&amp;#039;&amp;#039;. ISP, Köln 2007, S. 107–122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gossweiler nannte Chruschtschow einen „konterrevolutionären Agenten und [[Josip Broz Tito|Tito]]-Freund“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dietmar Dath |url=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten-1/peter-hacks-ii-ihm-war-zeit-seines-lebens-kalt-1514231.html |titel=Peter Hacks II: Ihm war zeit seines Lebens kalt |werk=Frankfurter Allgemeine Zeitung |datum=2008-03-20 |sprache=de |abruf=2025-10-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gossweiler wurde wegen seiner Ausführungen nachgesagt, „Stalin-Anhänger“ zu sein und die Gefahr des Dogmatismus zu bestreiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Thomas: &amp;#039;&amp;#039;Materialistischer Historismus? Geschichtswissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität nach 1945&amp;#039;&amp;#039;, S. 293, https://doi.org/10.18452/20136 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon direkt nach dem Ende der DDR benannte Gossweiler drei „falsche Weichstellungen in Grundfragen des Aufbaus des Sozialismus“ nach dem Tode [[Josef Stalin|Stalins]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Preisgabe des [[Internationalismus]] zwischen den kommunistischen Parteien und sozialistischen Staaten&lt;br /&gt;
# Die Preisgabe der Gestaltung einer vom Kapitalismus eigenständigen sozialistischen Gesellschaft&lt;br /&gt;
# Die Preisgabe einer wissenschaftlich fundierten Wirtschaftsplanung&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Behrend: &amp;#039;&amp;#039;Weißenseer Irrwege&amp;#039;&amp;#039;, In: Christoph Jünke: &amp;#039;&amp;#039;Der lange Schatten des Stalinismus: Sozialismus und Demokratie gestern und heute&amp;#039;&amp;#039;, ISP, Köln 2007, S. 109&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Michail Sergejewitsch Gorbatschow|Gorbatschow]] sei laut ihm zudem der Vollstrecker des von [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Chruschtschow]] begonnenen Werkes der Zerstörung der sozialistischen Staaten gewesen, wobei er sich metaphorisch unter verschiedenen „Zwiebelschalen“ als Kommunist getarnt hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanno Wisiak: &amp;#039;&amp;#039;»Wenn man eine richtige Haltung hat, ist immer Platz für Optimismus«&amp;#039;&amp;#039;, Karl-Franzens-Universität Graz, S. 113&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Referat auf dem Internationalen Seminar Kommunistischer und Arbeiterparteien in [[Brüssel]] 1994 erklärte Gossweiler den „Antistalinismus“ zum „Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung“. Dabei verteidigte er den [[Stalinismus|Stalin]], dessen Politik und führte dazu unter anderem aus, dass die [[Stalinsche Säuberungen|Stalinschen Säuberungen]] der 1930er-Jahre die Sowjetunion vor einer „[[Fünfte Kolonne|Fünften Kolonne]]“ bewahrt und damit den Sieg im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gesichert habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Eckert (Historiker)|Rainer Eckert]]: &amp;#039;&amp;#039;Strukturen, Umfeldorganisationen und Geschichtsbild der PDS&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Horch &amp;amp; Guck&amp;#039;&amp;#039; 15 (1995), S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1990 wurden verschiedene Beiträge Gossweilers in den &amp;#039;&amp;#039;[[Weißenseer Blätter]]n&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht, wo diese jedoch auch auf Kritik stießen und eine Auseinandersetzung um die „Weichenstellungs“-Theorie auslösten.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Behrend: &amp;#039;&amp;#039;Weißenseer Irrwege&amp;#039;&amp;#039;. In: Christoph Jünke: &amp;#039;&amp;#039;Der lange Schatten des Stalinismus: Sozialismus und Demokratie gestern und heute&amp;#039;&amp;#039;. ISP, Köln 2007, S. 107–122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Großbanken, Industriemonopole und Staat. Ökonomie und Politik des staatsmonopolistischen Kapitalismus in Deutschland 1914–1932&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1971; Papyrossa, Köln 2013, ISBN 978-3-89438-519-4.&lt;br /&gt;
* zusammen mit [[Dietrich Eichholtz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Faschismusforschung. Positionen, Probleme, Polemik.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1980.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kapital, Reichswehr und NSDAP 1919–1924.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1982 (Neuauflage: Köln 2011), ISBN 978-3-89438-455-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Röhm-Affäre. Hintergründe – Zusammenhänge – Auswirkungen.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1983. Zugleich 1963 als [[Dissertation]] an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Humboldt-Universität]] unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;Die Rolle des Monopolkapitals bei der Herbeiführung der Röhm-Affäre&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Putsch, der keiner war: Die Röhm-Affäre 1934 und der Richtungskampf im deutschen Faschismus&amp;#039;&amp;#039;, PapyRossa Köln 2009. Neuausgabe von &amp;#039;&amp;#039;Die Röhm-Affäre&amp;#039;&amp;#039; von 1983.&lt;br /&gt;
* zusammen mit [[Klaus Drobisch]] und [[Dietrich Eichholtz]]: &amp;#039;&amp;#039;Faschismus in Deutschland, Faschismus der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1983.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Aufsätze zum Faschismus.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1986.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Strasser-Legende. Auseinandersetzung mit einem Kapitel des deutschen Faschismus&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1994, ISBN 978-3-929161-10-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wider den Revisionismus.&amp;#039;&amp;#039; München 1997, ISBN 978-3-00-002404-7.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade 1953–1964&amp;#039;&amp;#039; (Bd. I), München 2002, ISBN 978-3-00-008773-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade 1957–1976&amp;#039;&amp;#039; (Bd. II), München 2005, ISBN 978-3-00-015517-8.&lt;br /&gt;
* zusammen mit [[Peter Hacks]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Briefwechsel 1996–2003&amp;#039;&amp;#039;. In: Peter Hacks: &amp;#039;&amp;#039;Am Ende verstehen sie es. Politische Schriften 1988–2003&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von André Thiele, Eulenspiegel, Berlin 2005.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Anti-Stalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung. Rede des Genossen Dr. Kurt Gossweiler (Deutschland) auf dem internationalen Seminar kommunistischer und Arbeiterparteien in Brüssel am 1. Mai 1994&amp;#039;&amp;#039;, Ernst-Thälmann-Verlag, Berlin 2005.&lt;br /&gt;
* zusammen mit [[Dieter Itzerott]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der SED&amp;#039;&amp;#039;. In: [http://www.offen-siv.com/Bucher/Unter-Feuer.pdf &amp;#039;&amp;#039;Unter Feuer. Die Konterrevolution in der DDR.&amp;#039;&amp;#039;], Offensiv, Hannover 2009, ISBN 978-3-00-026316-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Erich Buchholz (Jurist)|Erich Buchholz]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Und was war es nun wirklich? Festschrift für Kurt Gossweiler anlässlich seines 90. Geburtstages.&amp;#039;&amp;#039; Einzelverlag Frank Flegel, Hannover 2007, ISBN 978-3-00-022827-8. ([http://www.offen-siv.com/Bucher/Festschrift.pdf Volltext online]).&lt;br /&gt;
* [[Eike Hennig]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliche Gesellschaft und Faschismus in Deutschland. Ein Forschungsbericht&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|359811673X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|123810299}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kurt-gossweiler.de/ Website von Kurt Gossweiler]&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/314f9837-b1e4-441a-a6c1-36a6d3ec7fca/ Nachlass Bundesarchiv N 2588]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123810299|LCCN=n/83/193671|VIAF=71515757|NDL=00441383}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gossweiler, Kurt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wehrmachtsdeserteur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Historiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Faschismusforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Humboldt-Universität zu Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Nationalkomitee Freies Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KJVD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertreter des Marxismus-Leninismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SED-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:PDS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1917]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2017]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Gossweiler, Kurt&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Historiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. November 1917&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stuttgart]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Mai 2017&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Assayer</name></author>
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