<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kunya</id>
	<title>Kunya - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kunya"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kunya&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T00:16:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kunya&amp;diff=1083794&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: https, Links optimiert, Kleinkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kunya&amp;diff=1083794&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2023-05-29T09:56:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;https, Links optimiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kunya&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|كنية}}) ist neben dem Ism (eigentlicher Name), dem [[Nasab]] und der [[Nisba]] einer der vier wesentlichen Bestandteile des [[Arabischer Name|arabischen Personennamens]]. Sie weist den Namensträger als „Vater des Soundso“ &amp;#039;&amp;#039;(Abū ...)&amp;#039;&amp;#039; bzw. die Namensträgerin als „Mutter des Soundso“ &amp;#039;&amp;#039;(Umm ...)&amp;#039;&amp;#039; aus und ist somit ein typisches [[Teknonym]]. In der Anordnung der Namensbestandteile erscheint die Kunya üblicherweise an erster Stelle, deswegen hat [[Gottfried Kosegarten (Orientalist)|Gottfried Kosegarten]] den Begriff als „Vorname“ übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich richtete sich die Kunya nach dem Namen des ältesten Sohns, so hatte der Kalif [[Umar ibn al-Chattab]] nach seinem Sohn ʿAbdallāh die Kunya &amp;#039;&amp;#039;Abū ʿAbdallāh&amp;#039;&amp;#039;, und der Prophet [[Mohammed]] wurde nach seinem ersten Sohn al-Qāsim &amp;#039;&amp;#039;Abū al-Qāsim&amp;#039;&amp;#039; genannt. Aus den ersten Generationen sind allerdings auch einige Männer bekannt, deren Kunya sich auf einen weiblichen Namen bezieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; An die Stelle des Sohnesnamens konnte auch ein Nomen treten, das ein besonderes Attribut des Namensträgers hervorhob (z. B. Abū Schāma „der mit dem Muttermal“ oder [[Abū Huraira]], „der mit dem Kätzchen“). Später wurde die Kunya häufig dazu verwendet, um Wünsche für den Namensträger auszusprechen oder Segen über ihn zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist die Kunya &amp;#039;&amp;#039;Abū l-Faradsch&amp;#039;&amp;#039; („Vater der Freude“), die zum Beispiel der bekannte arabische Historiograph [[Abū l-Faradsch al-Isfahānī]] trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einigen Personen war die Kunya-Bezeichnung so bedeutend, dass sie den Ism-Namen in den Hintergrund drängte und in Vergessenheit geraten ließ. Bekannte Beispiele hierfür waren [[Abū Tālib ibn ʿAbd al-Muttalib]], [[Abū Lahab]] sowie die [[Sahāba|Prophetengefährtin]] [[Umm Sulaim bint Milhān|Umm Sulaim]], bei der man nicht wusste, ob ihr eigentlicher Name Rumaisāʾ, Ghumaisāʾ, Rumaitha, Rumaila, Sahla oder Anīfa war.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Ḫair ad-Dīn az-Zirikli: &amp;#039;&amp;#039;al-Aʿlām.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. 10. Auflage. Dār al-ʻilm lil-malāyīn, Beirut 1992, S. 33c.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hintergrund für die Entstehung der Kunya-Bezeichnung ist nicht ganz klar. Vermutet wird, dass das bei primitiven Völkern verbreitete Namenstabu hierbei eine Rolle gespielt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wensinck: &amp;#039;&amp;#039;Kunya.&amp;#039;&amp;#039; 1986, 395b.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kunya wäre demzufolge ein Mittel, um die Verwendung des eigentlichen Namens &amp;#039;&amp;#039;(ism)&amp;#039;&amp;#039; bei einer Person zu vermeiden. Hierauf deutet auch das arabische Wort &amp;#039;&amp;#039;kunya&amp;#039;&amp;#039; selbst hin, das von der gleichen Wurzel abgeleitet ist wie &amp;#039;&amp;#039;kināya&amp;#039;&amp;#039; („Anspielung, indirekter Ausdruck“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anrede einer Person mit der Kunya galt immer als eine Ehrenbezeigung,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ignaz Goldziher: &amp;#039;&amp;#039;Muhammedanische Studien.&amp;#039;&amp;#039; Theil 1. Niemeyer, Halle 1888, [https://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/1436315 S. 267].&amp;lt;/ref&amp;gt; so wie es umgekehrt für unfein gehalten wurde, die Kunya zu verwenden, wenn man von der eigenen Person sprach.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Ehrenbezeichnung war die Kunya anfangs „reinen“ Arabern vorbehalten, erst ab der [[Abbasiden]]zeit durften auch Nichtmuslime, die zu [[Mawālī]] arabischer Stämme geworden waren, sie tragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Personen hatten zwei Kunyas, eine für den Krieg und eine für den Frieden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden Kunya-Bezeichnungen in eigenen Wörterbüchern zusammengestellt. Ein Beispiel ist das &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-Kunā&amp;#039;&amp;#039; („Buch der Kunya-Bezeichnungen“) von [[Muslim ibn al-Haddschādsch]]. Manche Kunyas waren so populär, dass sie sich zu einem Ism-Namen entwickelten. Das bekannteste Beispiel ist der Ism &amp;#039;&amp;#039;Abū Bakr&amp;#039;&amp;#039;, der sich von der Kunya des ersten Kalifen [[Abu Bakr]] ableitet, dessen eigentlicher Ism ʿAbdallāh war. Andere Kunya-Bezeichnungen haben theologische Diskussionen hervorgerufen wie Abū ʿĪsā („Vater von Jesus“), da wie nach christlicher Lehre auch nach islamischer Auffassung [[Isa ibn Maryam|Jesus]] keinen menschlichen Vater hat. Einigen Trägern dieser Kunya wurde nachträglich die Kunya in Abū ʿAbdallāh abgeändert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Goldziher: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliche Bestimmungen über Kunja-Namen im Islam.&amp;#039;&amp;#039; 1897, S. 256–266, hier S. 259 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch größere Probleme rief Mohammeds Kunya &amp;#039;&amp;#039;Abū l-Qāsim&amp;#039;&amp;#039; hervor, da es ein Prophetenwort gab, das besagt: „Verwendet meinen Ism-Namen, nicht, aber meine Kunya“ &amp;#039;&amp;#039;(sammū bi-smī wa-lā tukannū bi-kunyatī)&amp;#039;&amp;#039;. Da Abū l-Qāsim eine sehr beliebte Kunya war, hat man den [[Hadith]] meist in der Weise an die Realität angepasst, dass man daraus nur das Verbot der Kombination der Kunya &amp;#039;&amp;#039;Abū l-Qāsim&amp;#039;&amp;#039; und des Ism &amp;#039;&amp;#039;Muhammad&amp;#039;&amp;#039; bei einer Person ableitete.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Goldziher: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliche Bestimmungen über Kunja-Namen im Islam.&amp;#039;&amp;#039; 1897, S. 256–266, hier S. 261–263.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem werden viele Tiere, Pflanzen, Orte und Lebensmittel mit einer Kunya bezeichnet. Ein Beispiel für ein Kunya-[[Toponym]] ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Abū Qubais&amp;#039;&amp;#039; für den Hausberg von [[Mekka]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im modernen arabischen Sprachgebrauch hat der Begriff &amp;#039;&amp;#039;kunya&amp;#039;&amp;#039; insofern einen Bedeutungswandel erfahren, als er zur allgemeinen Bezeichnung für einen [[Familienname]]n geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Albert Dietrich (Arabist)|Albert Dietrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Das &amp;#039;&amp;#039;kunya&amp;#039;&amp;#039;-Wörterbuch des Muslim ibn al-Ḥaǧǧāǧ.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Erwin Gräf]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Festschrift Werner Caskel. Zum 70. Geburtstag, 5. März 1966, gewidmet von Freunden und Schülern.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 1968, S. 43–52.&lt;br /&gt;
* [[Herbert Eisenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Klassisch-arabische Kunya-Bezeichnungen für Tiere&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes. Neue Beihefte.&amp;#039;&amp;#039; 5). Lit-Verlag, Wien u. a. 2009, ISBN 978-3-7000-0713-5.&lt;br /&gt;
* [[Ignaz Goldziher]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliche Bestimmungen über Kunja-Namen im Islam.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 51, 1897, {{ISSN|0341-0137}}, S. 256–266, [https://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/titleinfo/63058 Digitalisat].&lt;br /&gt;
* [[Johann Gottfried Ludwig Kosegarten]]: &amp;#039;&amp;#039;Ueber den Vornamen oder die Kunje der Araber.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, 1837, S. 297–312, [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10249096?page=311 Digitalisat].&lt;br /&gt;
* [[Annemarie Schimmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Von Ali bis Zahra. Namen und Namengebung in der islamischen Welt&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Diederichs gelbe Reihe.&amp;#039;&amp;#039; 102 &amp;#039;&amp;#039;Islam&amp;#039;&amp;#039;). Diederichs, München 1993, ISBN 3-424-00969-5, S. 24–32.&lt;br /&gt;
* [[Anton Spitaler]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Kenntnis der &amp;#039;&amp;#039;kunya&amp;#039;&amp;#039;-Namengebung.&amp;#039;&amp;#039; In: Erwin Gräf (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Festschrift Werner Caskel. Zum 70. Geburtstag, 5. März 1966, gewidmet von Freunden und Schülern.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 1968, S. 336–350.&lt;br /&gt;
* Geert Jan van Gelder: &amp;#039;&amp;#039;Edible Fathers and Mothers: Arabic kunyas used for Food.&amp;#039;&amp;#039; In: Manuela Marín, Cristina de la Puente (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;El banquete de las Palabras: La alimentacion en los textos árabes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Estudios árabes e islámicos. Monografías.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10). Consejo Superior de Investigaciones Científicas, Madrid 2005, ISBN 84-00-08337-7, S. 105–120.&lt;br /&gt;
* [[Arent Jan Wensinck]]: &amp;#039;&amp;#039;Kunya.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Encyclopaedia of Islam. New Edition|The Encyclopaedia of Islam]].&amp;#039;&amp;#039; New Edition. Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Khe – Mahi.&amp;#039;&amp;#039; Brill u. a., Leiden u. a. 1986, ISBN 90-04-07819-3, S. 395b–396b.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Onomastik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arabischer Personenname|!Kunya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
	</entry>
</feed>