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	<title>Kunstlicht - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kunstlicht&amp;diff=17146&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gereon K.: Als Professorin relevant, Artikel kommt</title>
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		<updated>2025-12-01T18:54:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Als Professorin relevant, Artikel kommt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Las Vegas strip.gif|mini|alt=Einige Gebäude der Stadt Nevada im Wechsel zwischen Tageslicht und künstlicher Beleuchtung bei Nacht|Tageslicht und Kunstlicht in Nevada]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kunstlicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;künstliches Licht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist [[Licht]], das durch künstliche [[Lichtquelle]]n erzeugt wird. Den Gegensatz zum Kunstlicht bildet das von der [[Sonne]] erzeugte [[Tageslicht]]. Die Geschichte des Kunstlichts reicht zurück bis an den Anfang der menschlichen Zivilisation und hat die [[Menschheitsgeschichte]] entscheidend mitgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Fotografie]] bezeichnet es zumeist ein Licht mit einer [[Farbtemperatur]] von ca. 3400&amp;amp;nbsp;[[Kelvin|K]]. Es kommt aber überall zum Einsatz, insbesondere in der Beleuchtung von Innenräumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Geschichte der Beleuchtung}}&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Kunstlicht geht einher mit der Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Die ersten Belege für die Beherrschung von [[Feuer]] sind ca. 400.000 Jahre alt. Es dauerte allerdings noch mehrere Hunderttausend Jahre bis Menschen kognitiv in der Lage waren, Feuer gezielt zu bestimmten Zwecken wie beispielsweise der Beleuchtung zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johan Goudsblom |Titel=Feuer und Zivilisation |Auflage=2 |Verlag=Springer VS |Ort=Wiesbaden |Datum=2016 |ISBN=978-3-658-06505-8 |Seiten=47}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine der ältesten und in Mitteleuropa weit verbreiteten künstlichen Lichtquellen war der [[Kienspan]], ein harzdurchtränktes Stück Holz, meistens aus der besonders harzreichen [[Kiefern|Kiefer]]. Eine alte Bezeichnung für die Kiefer ist &amp;#039;&amp;#039;Kienföhre&amp;#039;&amp;#039;, daher der Name. Kienholz entsteht durch eine äußere Verletzung der Baumrinde: Der Baum produziert zum Schließen der Wunde mehr Harz, welches verhärtet – das Holz &amp;#039;&amp;#039;verkient&amp;#039;&amp;#039;. Schneidet man diese Stelle in dünne Späne, erhält man eine minutenlang leuchtende Lichtquelle. Aus dem Kienspan entwickelte sich über die Zeit die [[Fackel]]. Bis in die [[Neuzeit]] hinein sollten offene Flammen das einzige bekannte Leuchtmittel bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert setzte sich allmählich die Trennung von [[Brennstoff]] und Träger der Flamme durch. [[Öllampe]]n und [[Kerze]]n nutzten pflanzliche und tierische Fette, Öle oder Wachs als Brennstoff. Dadurch, dass diese Lichtquellen mit einem [[Docht]] ausgerüstet waren, konnte das bei Fackeln noch relativ unkontrolliert brennende Feuer nun deutlich reguliert werden. Zum Ende des 18. Jahrhunderts löste das sauberer verbrennende [[Petroleum]] organische Öle als Brennstoff in Öllampen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Industrialisierung]] kam darüber hinaus das [[Gasbeleuchtung|Gaslicht]] auf. Hier fehlte der gewohnte Docht, doch Gaslampen übertrafen in ihrer Helligkeit Öllampen deutlich. In Privathaushalten konnten sich Gaslampen jedoch aufgrund ihres unangenehmen Geruchs sowie der Explosivität und Giftigkeit des Gases nicht durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Kunstlichts erlebte eine Revolution, als verschiedene elektrische Lichtquellen im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden. 1801 entdeckte [[Louis Jacques Thénard]], dass sich Metalldrähte zum Glühen bringen lassen, indem man [[Galvanischer Strom|Galvanischen Strom]] hindurchleitet. Verschiedene Typen von [[Glühlampe]]n perfektionierten das [[Elektrische Beleuchtung|elektrische Kunstlicht]], darunter Erfindungen von [[Heinrich Göbel]], [[Joseph Wilson Swan]], [[Hugo Bremer]] und [[Thomas Alva Edison]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im Jahr 1913 bekam die Glühlampe ernsthafte Konkurrenz, denn in diesem Jahr kamen die [[Leuchtstofflampe]]n auf den Markt. Hier fließt kein elektrischer Strom durch einen Faden, sondern durch ein Gas, das [[Quecksilber]] enthält. Die Leuchtstofflampe hatte den entschiedenen Vorteil, dass sie weniger [[Abwärme]] produzierte und Strom somit effizienter in Licht umsetzte. Potential brachte auch die [[Halogenlampe]] mit sich, doch erst die [[LED-Leuchtmittel|LED]]-Technologie und das politisch verordnete [[Glühbirnenverbot]] leisteten alternativen Lichttechnologien Vorschub.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rolle des Kunstlichts in menschlichen Gesellschaften ==&lt;br /&gt;
=== Künstliches Licht während der Industrialisierung ===&lt;br /&gt;
Dem künstlichen Licht wird eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des [[Kapitalismus]] zugeschrieben. Der Soziologe Stefan Hochstadt beschrieb Kunstlicht als die „Hebamme bei der Geburt des Kapitalismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Hochstadt |Titel=Die Stadt und das Licht: Auf dem Weg von der zukunftsoffenen Moderne zur privaten Kontrolle von unbestimmten Räumen? |Hrsg=Dennis Köhler, Manfred Walz, Stefan Hochstadt |Sammelwerk=LichtRegion. Position und Perspektiven im Ruhrgebiet |Verlag=Klartext |Ort=Essen |Datum=2010 |Seiten=147–162, hier S. 151}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man damit begonnen größere Gebäude so viel wie möglich aus [[Glas]] zu bauen, um das einfallende Tageslicht so lange wie möglich nutzen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wolfgang Schivelbusch |Titel=Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert |Auflage=5 |Verlag=Fischer Taschenbuch |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2011 |ISBN=978-3-596-14828-8 |Seiten=45 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Künstliche Beleuchtung änderte das. Vor allem die Elektrifizierung von Produktionsstätten führte dazu, dass Arbeitsprozesse auch in der [[Nacht]] fortgeführt wurden. Produktionsprozesse waren plötzlich nicht mehr an den Rhythmus von Tag und Nacht oder an Jahreszeiten gebunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Murray Melbin |Titel=Night as Frontier |Sammelwerk=[[American Sociological Review]] |Band=43 |Nummer=1 |Datum=1978 |Seiten=3–22, hier S. 4 |JSTOR=2094758}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bestimmte Berufsgruppen wie Bäcker, Hirten oder Hebammen hatten auch zuvor nachts gearbeitet, doch durch die elektrische Beleuchtung von Fabriken wurde [[Schichtarbeit|Schicht-]] und [[Nachtarbeit]] für alle Werktätigen möglich. Dies war die Grundlage für das erhöhte und andauernde [[Wirtschaftswachstum]], das den Kapitalismus bis heute auszeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michaela Christ |Titel=Die Zukunft liegt im Dunkeln. Dynamiken von Wachstum und künstlicher Beleuchtung in der Moderne |Sammelwerk=psychosozial |Band=39 |Nummer=1 |Datum=2016 |Seiten=11–24, hier S. 17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem erhöhte das elektrische Licht die [[Arbeitssicherheit]] in vielen Betrieben erheblich. Zuvor waren durch Gaslampen ausgelöste [[Gasexplosion]]en und Fabrikbrände an der Tagesordnung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michaela Christ |Titel=Die Zukunft liegt im Dunkeln. Dynamiken von Wachstum und künstlicher Beleuchtung in der Moderne |Sammelwerk=psychosozial |Band=39 |Nummer=1 |Datum=2016 |Seiten=11–24, hier S. 14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Künstliches Licht und Wohlstand ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Korea at night.png|mini|alt=Das Staatsgebiet Nordkoreas ist weitestgehend dunkel, während auf südkoreanischem Territorium viel künstliche Beleuchtung zu sehen ist.|Satellitenaufnahme der [[Koreanische Halbinsel|Koreanischen Halbinsel]] bei Nacht (2016). Die Staatsgebiete Nord- und Südkoreas sind klar zu erkennen.]]&lt;br /&gt;
Durch Effizienzsteigerungen wurde elektrisches Licht immer günstiger. Mittlerweile ist im [[Globaler Norden|Globalen Norden]] eine nahezu flächendeckende Elektrifizierung gegeben und die dort ansässigen Menschen können jederzeit auf Kunstlicht zugreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Posch |Titel=Eine kurze Geschichte des Lichts |Hrsg=Thomas Posch, Franz Hölker, Thomas Uhlmann, Anja Freyhoff |Sammelwerk=Das Ende der Nacht. Lichtsmog: Gefahren - Perspektiven - Lösungen |Auflage=2 |Verlag=Wiley-VCH |Ort=Berlin |Datum=2013 |Seiten=13–41, hier S. 30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Global betrachtet stellt sich die Situation jedoch anders dar: Im [[Globaler Süden|Globalen Süden]] haben Menschen weiterhin nur einen eingeschränkten Zugang zu künstlichem Licht, was ökonomischem Fortschritt entgegensteht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Amir Shahsavari, Morteza Akbari |Titel=Potential of solar energy in developing countries for reducing energy-related emissions |Sammelwerk=Renewable and Sustainable Energy Reviews |Band=90 |Datum=2018 |Seiten=275–291 |DOI=10.1016/j.rser.2018.03.065}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kingsley Ukoba, Kelvin O. Yoro, Orevaoghene Eterigho-Ikelegbe, Chinedu Ibegbulam, Tien-Chien Jen |Titel=Adaptation of solar energy in the Global South: Prospects, challenges and opportunities |Sammelwerk=Heliyon |Band=10 |Nummer=7 |Datum=2024 |DOI=10.1016/j.heliyon.2024.e28009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[Satellitenbild]]ern, die die Beleuchtung der Erde bei Nacht zeigen, sind beispielsweise große Teile Afrikas und Südamerikas weiterhin dunkel. Wenig Beleuchtung bei Nacht geht oftmals mit einem geringen Lebensstandard der ansässigen Bevölkerung einher.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Vernon Henderson, Adam Storeygard, David N. Wei |Titel=Measuring Economic Growth from Outer Space |Sammelwerk=[[American Economic Review]] |Band=102 |Nummer=2 |Datum=2012 |Seiten=994–1028 |DOI=10.1257/aer.102.2.994 |Online=https://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/aer.102.2.994 |Abruf=2024-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso kann eine abnehmende Beleuchtung auf gesellschaftliche Krisen hindeuten: Nach dem Beginn des [[Bürgerkrieg in Syrien seit 2011|Syrischen Bürgerkrieges]] hat die vom Weltall aus sichtbare Beleuchtung im Land um 80 Prozent abgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Xi Li, Deren Li |Titel=Can night-time light images play a role in evaluating the Syrian Crisis? |Sammelwerk=International Journal of Remote Sensing |Band=35 |Nummer=18 |Datum=2015 |Seiten=6648–6661 |DOI=10.1080/01431161.2014.971469}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Künstliches Licht und menschliches Verhalten ===&lt;br /&gt;
Die weitreichende Verbreitung von Kunstlicht macht es Menschen im Prinzip möglich, den ganzen Tag über aktiv zu sein. Eine ständige Verfügbarkeit von Dienstleistungen ließe sich ohne Kunstlicht kaum aufrechterhalten (siehe hierzu auch [[24/7]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michaela Christ |Titel=Die Zukunft liegt im Dunkeln. Dynamiken von Wachstum und künstlicher Beleuchtung in der Moderne |Sammelwerk=psychosozial |Band=39 |Nummer=1 |Datum=2016 |Seiten=11–24, hier S. 19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die vielfach vorhandenen [[Lichtquelle]]n gibt es in vielen Teilen der Erde keine völlige Dunkelheit mehr – ein Phänomen, das mit dem Begriff [[Lichtverschmutzung]] benannt wird. Durch ein erhöhtes Vorkommen an Außenbeleuchtung hervorgerufene Lichtverschmutzung kann den menschlichen [[Schlaf]] beeinträchtigen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Vincent Suppé |url=https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/klima/wie-wirkt-sich-lichtverschmutzung-auf-unseren-schlaf-aus-916525.html |titel=Stört Lichtverschmutzung unseren Schlaf? |werk=apotheken-umschau.de |datum=2022-12-01 |abruf=2024-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pankaj C. Patel |Titel=Light pollution and insufficient sleep: Evidence from the United States |Sammelwerk=American Journal of Human Biology |Band=31 |Nummer=6 |Datum=2019 |DOI=10.1002/ajhb.23300}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch nutzt künstliches Licht auch, um in biologische Prozesse einzugreifen: [[Pflanzenlampe]]n sollen beispielsweise die Effekte, die Sonnenlicht bei Pflanzen hervorruft, verstärken oder ersetzen. Auch im Umgang mit der Tierwelt wird Kunstlicht genutzt, z. B. in der [[Geflügelmast]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lkclp.de/uploads/client/pms/files/merkblatt_anforderungen_an_kunstlicht_in_gefluegel_haltenden_betrieben.pdf |titel=Merkblatt Anforderungen an Kunstlicht in Geflügel haltenden Betrieben |hrsg=[[Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit]] |datum=2012-10-09 |abruf=2024-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunstlicht und Tiere ==&lt;br /&gt;
=== Insekten ===&lt;br /&gt;
[[Nachtaktiv]]e [[Insekt]]en werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Jene umkreisen sie dann häufig, bis sie aufgrund von Erschöpfung verenden. Kunstlicht ist außerdem einer der Gründe für den Rückgang der Bestände einiger Insektenarten; etwa wenn Wasserinsekten beleuchtete Flächen für Wasser halten und dann ihre Eier irrtümlich auf trockenen Boden ablegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ann-Kathrin Marr |url=https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insektensterben/31282.html |titel=Wenn die Nacht verschwindet. Kunstlicht verwirrt Vögel und Insekten |hrsg=[[Naturschutzbund Deutschland]] |abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie viele und welche Insekten von künstlichen Lichtquellen angelockt werden, hängt stark von der [[Elektromagnetisches Spektrum|spektralen]] Zusammensetzung des ausgesendeten Lichts ab. Die meisten Todesopfer unter Insekten fordern nachts leuchtende [[Quecksilberdampflampe]]n, doch auch im Vergleich eher insektenfreundliche [[Natriumdampflampe]]n können einen erheblichen Einfluss auf die nachtaktive Insektenfauna haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Huemer, Hannes Kühtreiber, Gerhard M. Tarmann |Titel=Anlockwirkung moderner Leuchtmittel auf nachtaktive Insekten – Ergebnisse einer Feldstudie in Tirol (Österreich) |Sammelwerk=Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen |Band=4 |Datum=2011 |Seiten=111–135 |Online=https://www.zobodat.at/pdf/WissJbTirolerLM_4_0111-0135.pdf |Abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vögel ===&lt;br /&gt;
Auch Vögel werden durch Kunstlicht beeinflusst. Besonders bei schlechten Wetterbedingungen wie [[Nebel]] können künstliche Lichtquelle nachts fliegende [[Zugvogel|Zugvögel]] auf ihren Routen irritieren. Zugvögel können durch Kunstlicht angelockt werden, sodass sie längere Zeit im beleuchteten Bereich umherfliegen, was das Kollisionsrisiko stark erhöht. Darüber hinaus verlieren die Vögel durch dieses Verhalten wichtige Energiereserven. Dies kann dazu führen, dass sie das Ziel ihres Vogelzugs verspätet oder gar nicht erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hartmut Netz |url=https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/infothek/mitgliedermagazin/archiv/06891.html |titel=Hell wie der lichte Tag. Für Tiere kann nächtliches Kunstlicht tödlich sein |hrsg=Naturschutzbund Deutschland |abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hauke Ballasus, Katrin Hill, Ommo Hüppop |Titel=Gefahren künstlicher Beleuchtung für ziehende Vögel und Fledermäuse |Sammelwerk=Berichte zum Vogelschutz |Band=46 |Datum=2009 |Seiten=127–157, hier S. 128 |Online=https://www.researchgate.net/profile/Ommo-Hueppop/publication/233862517_Gefahren_kunstlicher_Beleuchtung_fur_ziehende_Vogel_und_Fledermause_-_Artificial_light_as_a_threat_for_birds_and_bats/links/0912f50c5bda237eb7000000/Gefahren-kuenstlicher-Beleuchtung-fuer-ziehende-Voegel-und-Fledermaeuse-Artificial-light-as-a-threat-for-birds-and-bats.pdf |Abruf=2024-11-07}}|&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren beeinflusst Kunstlicht das [[Vogelgesang|Gesangsverhalten]] einiger [[Singvogel|Singvögel]]. Eine Studie aus dem Jahr 2015 fand, dass [[Kohlmeise]]n und [[Blaumeise]]n in über Nacht künstlich beleuchteten Gebieten früher im Jahr mit ihrem Gesang begannen. [[Singdrossel]]n hingegen sangen morgens unter Straßenbeleuchtung erst später im Jahr.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Arnaud Da Silva, Mihai Valcu, Bart Kempenaers |Titel=Light pollution alters the phenology of dawn and dusk singing in common European songbirds  |Sammelwerk=Philosophical Transactions of the Royal Society B |Band=370 |Nummer=1667 |Datum=2015 |DOI=10.1098/rstb.2014.0126}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermehrte künstliche Beleuchtung kann auch dazu führen, dass Vögel länger wach sind und somit während eines Tages mehr Energie benötigen. Im Falle eines knappen Nahrungsangebots kann das problematisch sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Herbert Hoi |url=https://www.derstandard.de/story/2000122337455/wie-kuenstliches-licht-paarung-und-nestbau-der-voegel-beeinflusst |titel=Wie künstliches Licht Paarung und Nestbau der Vögel beeinflusst |werk=Der Standard |datum=2020-12-11 |abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fledermäuse ===&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass Kunstlicht nachtaktive Insekten anlockt, wird von einigen lichttoleranten [[Fledermaus]]arten ausgenutzt. Sie suchen dann besonders beleuchtete Stellen auf, um dort zu jagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Fiona Mathews]], Niamh Roche, Tina Aughney, Nicholas Jones, Julie Day, James Baker, Steve Langton |Titel=Barriers and benefits: implications of artificial night-lighting for the distribution of common bats in Britain and Ireland |Sammelwerk=Philosophical Transactions of the Royal Society B |Band=370 |Nummer=1667 |Datum=2015 |DOI=10.1098/rstb.2014.0124}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings meidet auch eine Reihe von Fledermausarten beleuchtete Gebiete, eventuell weil sie Licht mit Fressfeinden (hauptsächlich tagaktive [[Greifvogel|Greifvögel]]) assoziieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Annette Krop-Benesch |url=https://www.nachhaltig-beleuchten.de/ressourcen/Auswirkungen_%20kuenstlicher_Beleuchtung_auf_Fledermaeuse.pdf |titel=Die Auswirkung künstlicher Beleuchtung bei Nacht auf Fledermäuse |datum=2018 |seiten=3 |abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders für diese Arten ist es von Nachteil, wenn ihre Quartiere – also z. B. Kirchen – künstlich beleuchtet werden. Dies führt dazu, dass lichtintolerante Arten später ausfliegen, was ungünstig für sie ist, weil so weniger Zeit zum Jagen bleibt und die Insektenhäufigkeit abends am höchsten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Annette Krop-Benesch |url=https://www.nachhaltig-beleuchten.de/ressourcen/Auswirkungen_%20kuenstlicher_Beleuchtung_auf_Fledermaeuse.pdf |titel=Die Auswirkung künstlicher Beleuchtung bei Nacht auf Fledermäuse |datum=2018 |seiten=4 |abruf=2024-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Weißabgleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* G. D. Rieck, Ir. L. H. Verbeck: &amp;#039;&amp;#039;Kunstlicht und Photographie. Eine Abhandlung über künstliche Lichtquellen und ihre Gebrauchsmöglichkeiten in der Technik der Photographie&amp;#039;&amp;#039;. Philips’ Technische Bibliothek, Eindhoven 1952.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Schivelbusch]]: &amp;#039;&amp;#039;Lichtblicke. Zur Geschichte der künstlichen Helligkeit im 19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München 1983, ISBN 3-446-13793-9.&lt;br /&gt;
* Beate Binder: &amp;#039;&amp;#039;Elektrifizierung als Vision. Zur Symbolgeschichte einer Technik im Alltag.&amp;#039;&amp;#039; Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 1999, ISBN 3-932512-06-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4112704-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4112704-3|LCCN=sh85041769|NDL=00571552}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fototechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fotopraxis]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gereon K.</name></author>
	</entry>
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