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	<title>Kuno Callsen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kuno_Callsen&amp;diff=1745922&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 12. Dezember 2025 um 17:19 Uhr</title>
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		<updated>2025-12-12T17:19:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kuno Friedrich Callsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. Oktober]] [[1911]] in [[Wilster]]; † [[17. Mai]] [[2001]] in [[Neu-Isenburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sterberegister des Standesamtes Neu-Isenburg Nr. 61/2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[SS-Sturmbannführer]] (1944). Er war maßgeblich an den [[Massenmord]]en in [[Babyn Jar]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Callsen, Sohn eines Lehrers, war 1929 Mitbegründer des [[Nationalsozialistischer Schülerbund|Nationalsozialistischen Schülerbunds]] in [[Itzehoe]]. Zum 1. Oktober 1931 trat er der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 647.505),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/19090545&amp;lt;/ref&amp;gt; in der er bereits 1932 zum [[Politischer Leiter|politischen Leiter]] aufstieg. Seit 1934 gehörte er zum [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS]] (SD). 1935 trat er der [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 107.362) bei. Im selben Jahr war er am Aufbau des Pressereferats des SD-Oberabschnitts Rhein in [[Frankfurt am Main]] beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee89&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war er im [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Krieg gegen die Sowjetunion]] von Mai bis Oktober 1941 Leiter eines Teilkommandos des [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Sonderkommandos 4a]] in der [[Einsatzgruppe C]] und Stellvertreter [[Paul Blobel]]s,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee89&amp;quot;/&amp;gt; der 1951 als [[Kriegsverbrecher]] [[Hinrichtung|hingerichtet]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[SS-Hauptsturmführer]] war Callsen zusammen mit [[Kurt Hans]], [[August Häfner]] und [[Adolf Janssen]] Leiter der Massenerschießungen im [[Babyn Jar#Das Massaker von 1941|Massaker von Babyn Jar]], bei denen am 29. und 30. September 1941 über 30.000 Juden erschossen wurden. Damit wurde Babyn Jar zum Symbol für die Massenmorde der Einsatzgruppen, denn weder vorher noch nachher wurden von einem Einsatzkommando in so kurzer Zeit so viele Menschen ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;, transcript Verlag, Bielefeld 2007, S. 144, ISBN 978-3-89942-773-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1943 wurde Callsen Persönlicher Referent [[Otto Ohlendorf]]s im [[Reichssicherheitshauptamt]] (RSHA). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs tauchte Callsen unter falschem Namen unter und arbeitete als Angestellter.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Vorbereitung des [[Einsatzgruppen-Prozess|Nürnberger Einsatzgruppenprozesses]] tauchte sein Name bei Vernehmungen auf aber er blieb als rangniedriges Mitglied von der Strafverfolgung durch das Nationale Militär Tribunal in Nürnberg unbehelligt und wurde auch nicht als Zeuge gehört, obwohl er am 10. September 1946 bei seiner Familie in Neu-Isenburg gefasst worden war und sich in Darmstadt in Internierung befand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joscha Döpp |Titel=Von Babyn Jar nach Darmstadt |Seiten=51}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Spruchkammerverfahren]] von 1947 zur [[Entnazifizierung]] kam es zunächst zu einer Verwechslung mit dem Maurer Bruno Callsen und nach der Wiederaufnahme des Verfahrens wurde er in Gruppe III ([[Kontrollratsdirektive Nr. 38#Minderbelastete (Bewährungsgruppe)|minderbelastet]]) eingestuft, da die Darmstädter Spruchkammer keine Kenntnis von seiner Beteiligung an den massiven Gewaltverbrechen in der Ukraine hatte. So hatte er 2.000 Reichsmark in einen Wiedergutmachungsfonds zu zahlen und die Kosten des Verfahrens zu tragen und verlor sein aktives und passives Wahlrecht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joscha Döpp |Titel=Von Babyn Jar nach Darmstadt |Seiten=55-57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Callsen, wohnhaft in Neu-Isenburg, wurde 1968 zusammen mit weiteren Angeklagten vom [[Landgericht Darmstadt]] im sogenannten [[Callsen-Prozess]] wegen fünf verschiedener Straftaten, darunter der Beteiligung an den Massen[[Erschießung|erschießungen]] in Babyn Jar, zu einer Haftstrafe von 15 Jahren [[Zuchthaus]]&amp;lt;ref&amp;gt;Irmtrud Wojak: &amp;#039;&amp;#039;Fritz Bauer 1903-1968. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039;, (=Schriftenreihe des Fritz-Bauer-Instituts Bd. 23), Verlag C. H. Beck oHG, München 2. durchgesehene Auflage 2009, S. 426.&amp;lt;/ref&amp;gt; verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Wette: &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;C.F. Rüter, D.W. de Mildt (Hrsg.:) &amp;#039;&amp;#039;Justiz und NS-Verbrechen&amp;#039;&amp;#039;, Bd.XXXI, Verfahren Lfd.Nr.694; S. 263–265. [https://junsv.nl/westdeutsche-gerichtsentscheidungen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch: Urteil vom 29. November 1968, S. 474, in: BA Ludwigsburg, 204 AR-Z 269/1960, Bd. 34, 683 Blatt, Bl. 539, zit. n.: Wolfram Wette: &amp;#039;&amp;#039;Zivilcourage unter extremen Bedingungen. Empörte, Helfer und Retter in der Wehrmacht&amp;#039;&amp;#039; in: [[Freiburger Rundbrief]] 1/2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 29. September 1975 trat er seine Haftstrafe in der [[Justizvollzugsanstalt Butzbach]] an. Am 10. Januar 1977 wurde er an die [[Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main IV|Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main]] überstellt. Am 20. Januar 1981 wurde er auf Bewährung aus der Haft entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Tatsachenroman]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wohlgesinnten]]&amp;#039;&amp;#039; des Schriftstellers [[Jonathan Littell]] verbindet eine fiktive Biografie mit verschiedenen realen Ereignissen und Personen des [[Holocaust]]s, unter anderem auch die Ereignisse in [[Babyn Jar]] mit den Personen Kuno Callsen und [[Paul Blobel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Joscha Döpp: &amp;#039;&amp;#039;Von Babyn Jar nach Darmstadt. Der SS-Sonderkommandoführer Kuno Callsen vor Gericht&amp;#039;&amp;#039; (= Kleine Reihe zur Geschichte und Wirkung des Holocaust; 5). Wallstein Verlag, Göttingen 2024, ISBN 978-3-8353-5718-1; E-Book: ISBN 978-3-8353-8722-5 (nicht eingesehen).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Conrad Lay |url=https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2024/12/23/joscha_doepp_von_babyn_jar_nach_darmstadt_ss_dlf_20241223_1930_6a6fa8db.mp3 |titel=Joscha Döpp: „Von Babyn Jar nach Darmstadt“ SS-Sonderkommandoführer Kuno Callsen |werk=[[Deutschlandfunk]]-Sendung „Andruck – Das Magazin für Politische Literatur“ |datum=2024-12-23 |format=mp3-Audio; 7 MB; 7:30 Minuten |abruf=2024-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 89–90.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Streim]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Beispiel: Die Verbrechen der Einsatzgruppen in der Sowjetunion.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Adalbert Rückerl]]: &amp;#039;&amp;#039;NS-Prozesse: Nach 25 Jahren Strafverfolgung: Möglichkeiten – Grenzen – Ergebnisse&amp;#039;&amp;#039; (= Recht, Justiz, Zeitgeschehen; 12). C. F. Müller Verlag, Karlsruhe, 2. Auflage, 1972, ISBN 3-7880-2015-6, S. 65–106.&lt;br /&gt;
* [[Wolfram Wette]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden&amp;#039;&amp;#039;. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9.&lt;br /&gt;
* Nathalie Gerstle: &amp;#039;&amp;#039;Callsen-Prozess (Babij-Jar)&amp;#039;&amp;#039;. In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Transcript, Bielefeld, 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 143–145&lt;br /&gt;
* Walter Vietzen: &amp;#039;&amp;#039;Kuno Friedrich Callsen: Vom Gründer des Itzehoer NS-Schülerbundes zum Massenmörder&amp;#039;&amp;#039;. In: Miriam J. Hoffmann, Vivian Vierkant (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Heute marschieren wir alle geschlossen hinter dem Führer“. Itzehoe und der Kreis Steinburg 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Kreismuseum Prinzeßhof, Itzehoe 2022, ISBN 978-3-00-070808-4, S. 182–199.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1217078916|VIAF=2609159941675525440009}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Callsen, Kuno}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Ukraine 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2001]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Callsen, Kuno&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Callsen, Kuno Friedrich (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Hauptsturmführer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. Oktober 1911&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wilster]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Mai 2001&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Neu-Isenburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
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