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	<title>Kultbild - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Oskar71: /* Rom */ Link</title>
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		<updated>2026-04-30T19:57:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Rom: &lt;/span&gt; Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Getty Villa - Collection (5305219094).jpg|mini|[[Zeus-Statue des Phidias|Thronender Zeus]], nach [[Phidias]] (c. 430 BC),  2. Jh. v. Chr.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kultbilder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kultusbilder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind bildliche Darstellungen, die in religiösen [[Kult]]handlungen eine besondere Verehrung genießen. Sie können eine [[Gottheit]], ihr [[Symbol]] oder höhere Wesen darstellen, aber auch religiös bedeutsame [[Heilige|Personen]], Ereignisse oder Szenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Religionswissenschaft]]ler unterscheidet [[Burkhard Gladigow]] das Kultbild und die Statuette einer Gottheit: Die Statuette ist ein Hilfsmittel bei bestimmten Ritualen, während das Kultbild Ziel der Verehrung ist. Im Bild, so nimmt man an, ist die Gottheit regelmäßig und verlässlich gegenwärtig. Das Konzept einer ständigen Präsenz der Gottheit im Bild zieht nach sich, dass man mit diesem Bild auf eine bestimmte Weise täglich umgehen muss. Wie ein Herrscher wird es zum Beispiel gewaschen und bekleidet, und typischerweise werden ihm Reaktionen eines lebenden Menschen (Sprechen, Weinen, Bluten usw.) zugeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RGG|1|1562|1564|Bilderkult I. Religionswissenschaft|[[Burkhard Gladigow]]}}, hier Sp. 1562f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultbilder im Alten Orient ==&lt;br /&gt;
=== Ägypten ===&lt;br /&gt;
Für die Weise, wie die Gottheit im Kultbild gegenwärtig vorgestellt wurde, ist in der [[Ägyptologie]] der Begriff „Einwohnung“ üblich. Kunst, Ritus und Sprache wirken so zusammen, dass die eigentlich im Himmel weilenden Gottheiten in ihre Statuen „herabsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Ägyptische Geheimnisse&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 2004, S. 123–125. ([https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00041333_00121.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=Kultbild&amp;amp;hl=scan&amp;amp;fulltext=Kultbild&amp;amp;mode=simple online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Textquellen, die man dafür nennt, stammen allerdings aus der Spätzeit, meistens aus [[Dendera]]. Ein Beispiel: {{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Osiris ... schwebt als Falke herab auf sein Gemach in Dendera. Er erblickt sein Heiligtum. ... Er sieht seine geheime Gestalt an ihren Platz gemalt, seine Figur auf die Mauer graviert; da tritt er ein in seine geheime Gestalt, läßt sich nieder auf seinem Bild (&amp;#039;&amp;#039;sḫm&amp;#039;&amp;#039;)...&lt;br /&gt;
 |Autor=&lt;br /&gt;
 |Quelle=&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Hier zitiert nach: Jan Assmann: &amp;#039;&amp;#039;Ägyptische Geheimnisse&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 2004, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;sḫm&amp;#039;&amp;#039; wird das „Verfügungs- und Machtbild“ der unsichtbaren Gottheit bezeichnet. Es gibt ihr eine Gestalt und &amp;#039;&amp;#039;ist&amp;#039;&amp;#039; während des Rituals dieser Gott.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Assmann: &amp;#039;&amp;#039;Ägyptische Geheimnisse&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 2004, S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt des ägyptischen Tempelrituals stand ein meist kleines (geschätzt etwa 50 cm hohes) Kultbild (&amp;#039;&amp;#039;ʿẖm&amp;#039;&amp;#039;) aus Holz, Stein oder Metall, das in einem Schrein aufgestellt war. Die meisten Tempel hatten mehrere Kultbilder und Schreine. Durch das [[Mundöffnungsritual]] wurde aus einem von Handwerkern hergestellten Objekt ein Kultbild, durch das die Gottheit handeln konnte. Die Verehrung galt nicht dem Kultbild, sondern der Gottheit, die sich im Kultbild manifestierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Stephen E. Thompson: Art. &amp;#039;&amp;#039;Cults. An Overview&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Encyclopedia of Ancient Egypt&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Online-Version von 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das tägliche Ritual verlief an allen Schreinen in ähnlicher Form und stammte ursprünglich aus dem Tempel des [[Re (ägyptische Mythologie)|Re]] in [[Heliopolis]], wo es die Geburt der Sonne am Morgen darstellte. Dann zog das Ritual Elemente des [[Osiris]]-Kults an sich (die Wiederbelebung des zerstückelten Körpers des Osiris); das Kultbild wurde im Ritual sowohl als Re als auch als Osiris angesprochen. Das Ritual ist (wenn auch nicht in allen Einzelheiten) durch Reliefs bekannt, auf denen der Pharao als Priester amtiert, sowie aus Papyri, deren Texte sich auf das Ritual beziehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor Sonnenaufgang erschien der leitende Priester (&amp;#039;&amp;#039;ḥm-nṯr&amp;#039;&amp;#039;) vor dem verschlossenen Schrein, und, da nur der Pharao das Kultbild sehen durfte, erklärte er, vom Pharao delegiert zu sein. Bei Sonnenaufgang wurde der Schrein geöffnet, und der Priester warf sich nieder, während der Kultraum mit Wasser und Weihrauch rituell gereinigt wurde. Dem Kultbild wurde eine kleine Statue der [[Maat (ägyptische Mythologie)|Maat]] gezeigt. Nun wurde das Kultbild aus dem Schrein herausgenommen und die Kleider und Salben des Vortags entfernt. Während der Schrein rituell gereinigt wurde, wurde das Kultbild auf einen Hügel reinen Sandes gesetzt, geschminkt, gesalbt und mit farbigen Gewändern sowie verschiedene Attributen bekleidet. Während des Rituals (die Quellen differieren, wann genau) wurde der Gottheit eine Mahlzeit dargeboten; von dem großen Mahl, das am frühen Morgen von den Priestern im Tempelbereich vorbereitet worden war, brachte man nur eine kleine Menge vor dem Kultbild dar, und da die Gottheit die Gabe nicht verzehrte, sondern nur ihr Wesen empfing, konnte die gleiche Mahlzeit reihum an verschiedenen Schreinen sowie vor Bildern von Verstorbenen dargeboten werden. Anschließend wurde die ganze Mahlzeit unter der Priesterschaft verteilt. Mittags und abends wurde das gleiche Ritual in schlichterer Weise wiederholt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Der Tempel ist also nicht einfach der Wohnsitz von Gottheiten, sondern der Ort ihrer regelmäßigen Herabkünfte in die Kultbilder, dank des ständigen aufmerksamen Einsatzes der Priester.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Ägyptische Geheimnisse&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 2004, S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kultbilder ägyptischer Gottheiten reisten stets in Barken, sei es, dass sie in barkenförmigen Schreinen von Priestern getragen wurden oder in realen Schiffen auf dem Nil fuhren. Sie konnten in ihrem Barken-Schrein entlang einer [[Prozessionsstraße]] mit verschiedenen Stationen einen anderen Tempel besuchen. Nachdem die Forschung davon ausging, dass die Schreine auf den Barken verschlossen waren, plädierte Dirk van der Plaas dafür, dass die Türen geöffnet waren, so dass die Gläubigen, die zu diesem Anlass herbeiströmten, das Kultbild sahen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk van der Plaas: &amp;#039;&amp;#039;Voir Dieu: Quelques observations au sujet de la fonction des sens dans le culte et la dévotion de l&amp;#039;Égypte ancienne&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin de la Société Français d&amp;#039;Égyptologie&amp;#039;&amp;#039; 115 (1989), S. 4–35.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultbilder gab es nicht nur in den Tempeln, sondern, mit bescheidenerem Ritual, in lokalen Kapellen. In den Häusern der Handwerker von [[Deir el-Medina]] fanden sich zahlreiche Wandnischen, in denen Kultbilder aufgestellt waren, bevorzugt von [[Meretseger]], [[Renenutet]], [[Sobek (ägyptische Mythologie)|Sobek]], [[Amun]], [[Taweret]] und [[Hathor]], und zu denen oft ein Opfertisch oder ein Trog für die [[Libation]] gehörten. Die Abläufe dieser häuslichen Kulte sind nicht genauer bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[Altägyptische Religion#Kult|Kult in der altägyptischen Religion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mesopotamien ===&lt;br /&gt;
Das assyrische Wort &amp;#039;&amp;#039;ṣalmu&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet neben rundplastischen Bildern von Gottheiten und Menschen auch Stelen mit Reliefdarstellungen und Kultsymbole. Götterstatuen werden in den älteren Texten selten erwähnt, woraus geschlossen wurde, dass sie im Kult ursprünglich nicht oft vorkamen; hier zeigt sich aber wohl eher die Abneigung, das Wort &amp;#039;&amp;#039;ṣalmu&amp;#039;&amp;#039; mit dem Namen einer Gottheit zu kombinieren: das Kultbild &amp;#039;&amp;#039;ist&amp;#039;&amp;#039; die Gottheit und wird deshalb vorzugsweise direkt mit dem Namen des Gottes bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Martin Renger: &amp;#039;&amp;#039;Kultbild A. Philologisch (In Mesopotamien)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie]] Band 6. De Gruyter, Berlin u. a. 1984, S. 307–314, hier S. 307–309.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Material waren unterschiedliche Handwerker mit der Herstellung eines Kultbilds beschäftigt, die dabei ihre ganze Kunst anwandten. Nach Abschluss der Arbeiten wurden ihnen symbolisch mit einem hölzernen Schwert die Hände abgeschlagen. Es scheint einen ikonographischen Kanon und auch Zeichnungen als Vorlage gegeben zu haben. Die Größe der Kultbilder wird auf 20–50 cm geschätzt; bildliche Darstellungen zeigen, dass die Gottheiten meist auf einem Thron sitzend dargestellt waren. Kultbilder wurden mit Attributen, Statussymbolen und Gewändern prächtig geschmückt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Martin Renger: &amp;#039;&amp;#039;Kultbild A. Philologisch (In Mesopotamien)&amp;#039;&amp;#039;. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie Band 6. De Gruyter, Berlin u. a. 1984, S. 307–314, hier S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vom Handwerker fertiggestellte Figur konnte zunächst „weder Weihrauch riechen noch Brot essen oder Wasser trinken.“&amp;lt;ref&amp;gt;STT 200, 42ff, hier zitiert nach: Johannes Martin Renger: &amp;#039;&amp;#039;Kultbild A. Philologisch (In Mesopotamien)&amp;#039;&amp;#039;. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie, Band 6. De Gruyter, Berlin u. a. 1984, S. 307–314, hier S. 312.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Hilfe der [[Hemerologie]] wurde der geeignete Tag für die nötigen Rituale, die ihr diese Fähigkeiten verleihen sollten, ermittelt. Dann brachte man die Figur in einen Garten am Ufer von [[Euphrat]] oder [[Tigris]]. Am ersten Tag wurde ihr Mund mit Wasser gewaschen. Am Folgetag wurde die Mundöffnung der Figur mit Honig, Butter und Harzen von Zypresse und Zeder behandelt (sogenannte Mundöffnung) und das Kultbild in festlicher Prozession zu seinem Tempel gebracht, wo es in der [[Cella]] seinen Wohnsitz einnahm. Kultbilder wurden gerne bei Eroberungen von den Siegern aus ihren Tempeln verschleppt und mitgenommen; manchmal gelang es, sie zurückzuholen. Dies wurde religiös so bewältigt, dass man sich vorstellte, die Gottheit hätte erzürnt ihr Kultbild verlassen und sei wie ein Vogel in den Himmel geflogen; doch fertigte man für die geraubte Statue keine neue als Ersatz an.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Martin Renger: &amp;#039;&amp;#039;Kultbild A. Philologisch (In Mesopotamien)&amp;#039;&amp;#039;. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie, Band 6. De Gruyter, Berlin u. a. 1984, S. 307–314, hier S. 313f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten bei Ausgrabungen gefundenen rundplastischen Figuren sind nicht die eigentlichen Kultbilder, die im Zentrum der Tempelrituale standen, sondern teils Beterfiguren, teils untergeordnete Gottheiten, teils Kultbilder des privaten, familiären Kults.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ursula Calmeyer-Seidl]]: &amp;#039;&amp;#039;Kultbild B. Philologisch Archäologisch&amp;#039;&amp;#039;. In: Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie, Band 6. De Gruyter, Berlin u. a. 1984, S. 314–319, hier S. 314f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Levante ===&lt;br /&gt;
[[Datei:-0650 Edomite Goddess from Horvat Qitmit. Israel Museum, Jerusalem anagoria.jpg|hochkant|mini|Fragment einer [[Edomiter|edomitischen]] Göttinnenstatue mit Hörnerkrone aus Ḥorvat Qiṭmit ([[Israel Museum]])]]&lt;br /&gt;
Für das Palästina der Eisenzeit empfiehlt sich die Unterscheidung von offiziellem Kult, Lokalkult (der Großfamilien) und privatem bzw. familiärem Kult. Nebeneinander gab es Kultbilder in Menschengestalt, Tiergestalt (z. B. als Stier), Kultsymbole (z. B. als Mondsichel) und anikonische [[Mazzebe]]n und Betyle. Der offizielle Kult wurde durch die Eroberung von Samaria, Hauptstadt des [[Nordreich Israel|Nordreichs Israel]], und Jerusalem, Hauptstadt des [[Südreich Juda|Südreichs Juda]], hart getroffen, während der lokale und private Kult relativ ungestört weiter praktiziert wurde. Eine Inschrift des [[Pithos]] A aus [[Kuntillet ʿAdschrud]] (spätes 9. / frühes 8. Jahrhundert) bezeugt in Samaria den Kult „JHWHs und seiner [[Aschera]]“; dies konnte archäologisch nicht verifiziert werden. Das Nimrud-Prisma [[Sargon II.|Sargons II.]] erwähnt, dass sich bei der assyrischen Einnahme Samarias [[anthropomorph]]e Kultstatuetten im dortigen JHWH-Heiligtum befanden, die die Assyrer mitnahmen: „27280 Menschen zusammen mit [ihren] Str[eitwagen] und den Göttern, ihren Helfern, rechnete ich [als] Beute.“&amp;lt;ref&amp;gt;HTAT Nr. 151, S. 301.&amp;lt;/ref&amp;gt; Archäologisch sind für das Nordreich wenige Metallstatuetten menschengestaltiger, schlagender oder thronender Gottheiten bekannt; häufig sind dagegen Terrakottafiguren weiblicher und männlicher Gottheiten. Nach verschiedenen biblischen Erwähnungen ({{B|1 Kön|12|26ff.|ZB}}, {{B|Hos|8|5ff.|ZB}}, {{B|Hos|10|5|ZB}}, {{B|Hos|13|2|ZB}}) wurde in Samaria, [[Dan (Bibel)|Dan]] und [[Bet-El]] ein stiergestaltiges Kultbild [[JHWH]]s verehrt; die Stiere waren, wie [[Angelika Berlejung]] betont, nicht nur die Trägertiere der Gottheit. Der historische Wert bzw. die Fiktionalität dieser Angaben ist Gegenstand der Diskussion.&amp;lt;ref&amp;gt;Angelika Berlejung: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Jan Christian Gertz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, Göttingen 2019, S. 59–192, hier S. 135 und 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung von Kultbildern der Astarte und anderer Gottheiten im privaten Kult in Israel ist archäologisch vielfach nachgewiesen. Vor allem [[Astarte]]-Figurinen sind in zahlreichen Wohnhäusern mit Hausaltären gefunden worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Avraham Negev: &amp;#039;&amp;#039;Funde und Schätze im Land der Bibel&amp;#039;&amp;#039;, Calwer Verlag, Stuttgart 1978, S. 73&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Ausgrabungen südlich des [[Tempelberg]]s wurden mehr als 2000 derartiger Figurinen gefunden, die alle in kleine Stücke zerbrochen waren. Archäologen und Bibelwissenschaftler vermuten, dass die Zerstörungen im Zusammenhang mit religiösen Reformen und der Kultzentralisation in Jerusalem unter der Regierung des Königs [[Joschija]] im späten 7. Jahrhundert v. Chr. zusammenhängen. Angelika Berlejung meint dagegen: „Einen archäologischen Nachweis dieser Reform gibt es nicht.“ Die Verehrung von Pfeilerfigurinen im privaten Kult gehe kontinuierlich weiter, auch wenn allmählich in Juda, ebenso wie in den Nachbarstaaten, anikonische Kultbilder beliebter geworden seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Angelika Berlejung: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Jan Christian Gertz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundinformation Altes Testament. Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, Göttingen 2019, S. 59–192, hier S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bedeutendste Fundort von Kultbildern im eisenzeitlichen Palästina ist das möglicherweise edomitische Heiligtum von Ḥorvat Qiṭmit im Negev. Hier wurde ein anikonischer Kult praktiziert (Massebe), und zugleich gab es Kultbilder (Fragmente einer Göttinnenstatue, Statuen weiterer Gottheiten) sowie Votivgaben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RGG|1|1565|1570|Bilderkult III. Bibel|Christoph Uehlinger}}, hier Sp. 1567.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wandel zum strikt bildlosen Kult verlief im Judentum allmählich. Die Polemik gegen Götzenbilder findet sich besonders bei [[Deuterojesaja]], in Texten, die zugleich detaillierte Kenntnisse über die Anfertigung von Kultbildern zeigen. Was für mesopotamische Autoren für das Kultbild vor der Mundöffnungszeremonie gilt (die Unfähigkeit zu riechen, zu essen und zu trinken), wird nun für Kultbilder aller Art bekräftigt ({{B|Dtn|4|28|ZB}}). Indes trugen noch während des [[Makkabäeraufstand]]s jüdische Kämpfer unter ihre Kleidung „Amulette der Götter von Jamnia.“ ({{B|2 Makk|12|40}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{RGG|1|1565|1570|Bilderkult III. Bibel|Christoph Uehlinger}}, hier Sp. 1570.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultbilder im antiken Mittelmeerraum ==&lt;br /&gt;
=== Griechenland ===&lt;br /&gt;
Im archaischen Griechenland gab es sowohl Kultstatuetten aus Ton und Bronze als auch hölzerne (brettartige oder geschnitzte) Kultbilder. Für diese bildeten sich im [[Minoische Kultur|minoisch]]-[[Mykenische Kultur|mykenischen]] Raum bestimmte Typen aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bilder des Gottes im Epiphanie-Gestus,&lt;br /&gt;
* Sitzbilder von Göttinnen,&lt;br /&gt;
* Bilder von Göttinnen und Göttern mit Waffenschmuck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im griechischen Tempel, wie im Alten Orient, wurde das Kultbild regelmäßig gewaschen und gekleidet. Auf einem Tisch vor dem Kultbild wurden ihm Speisen angeboten, [[Weihrauch]] und [[Trankopfer|Trankspenden]] dargebracht. Dafür war eine Tempelpriesterschaft zuständig. Das Kultbild konnte von allen im Inneren des Tempels aufgesucht werden (wenn auch manchmal hinter einer Abschrankung), und mit den dargebrachten Gaben ließ sich eine Nähe zur Gottheit herstellen. Dagegen spielt die Prozession mit dem Kultbild in Griechenland, im Gegensatz zum Alten Orient, eine geringe Rolle, da die Tendenz zu großen Metall- oder Marmorstatuen ging, die unbeweglich waren. Eine besondere Weihung des Kultbilds war in Griechenland nicht üblich; vielmehr wurde das von Künstlern geschaffene Objekt einfach durch seine erste Bekleidung im Tempel zum Kultbild. Die Opferpraxis im griechischen Tempel war zweigestaltig: einerseits die großen öffentlichen Schlachtopfer vor dem Tempel mit anschließendem Gemeinschaftsmahl, andererseits die eher privaten Besuche im Tempelinneren, wobei dem Kultbild Gaben dargebracht oder Gaben daran angeheftet wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{RGG|1|1564|1565|Bilderkult II. Griechisch-römische Antike|[[Burkhard Gladigow]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rom ===&lt;br /&gt;
Das römische Kultbild folgte griechischen Vorbildern, doch wurden die Götter nun bevorzugt sitzend dargestellt. Denn das bot die Möglichkeit, Gaben, vor allem Textilien, auf dem Schoß der Gottheit niederzulegen. In seltenen Fällen wurden auch Kleinkinder kurz darauf gesetzt. Römische Kultbilder zeigen die typischen Attribute der Gottheit, zum Beispiel wurde [[Ceres (Mythologie)|Ceres]] mit Ährenkranz und Fackel dargestellt. Neben den in Griechenland (und anderswo) üblichen Ritualen des Waschens, Bekleidens usw. kannte Rom weitere Dienste für das Kultbild: ihm wurde vorgelesen, und ihm wurde der Name des Besuchers genannt. So wie die Römer bei &amp;#039;&amp;#039;[[supplicatio]]nes&amp;#039;&amp;#039; allen Kultbildern der Stadt einen Besuch machten und ihre Bitten vortrugen, wurden auch die Götter in einer großen Prozession gemeinsam durch die Stadt getragen und besuchten das [[Forum Romanum]], das [[Kapitol (Rom)|Kapitol]] und den [[Circus Maximus]] ([[Pompa]]). Dass die Kultbilder in den Circus gebracht wurden, zeigt, wie stark man daran interessiert war, sie am Leben der Stadt teilhaben zu lassen. Bei den [[Lectisternium|Lectisternia]] wurden Kultbilder auf Speisesofas öffentlich bewirtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultbilder im Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Basilika Seckau, Gnadenkapelle, Gnadenbild 3.jpg|mini|Gnadenbild der [[Gottesgebärerin|Mutter Gottes mit Kind]], um 1200 ([[Basilika Seckau]])]]&lt;br /&gt;
Kultbilder waren im Christentum eher da als ihre theologische Begründung oder kirchliche Erlaubnis, so [[Heinz Ohme]]. Nachdem es schon seit dem 3. Jahrhundert bildliche Darstellungen gab, ist seit dem 6. Jahrhundert auch eine Verehrung von Bildern belegt, neben Heiligen- und Marienbildern auch „[[Acheiropoieton|nicht von Hand gemachte]]“ Christusbilder. Ikonenfrömmigkeit ist erstmals im syrischen Mönchtum ([[Stylit]]en) bezeugt. Es waren bemalte Tafeln; aus Ägypten sind [[Enkaustik|enkaustische]] Ikonen auf Holz des 6./7. erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{TRE|6|532|540|Bilder V/1. Byzanz|[[Hans Georg Thümmel]]}}, hier S. 532.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verehrung heißt konkret, dass mit dem christlichen Kultbild die gleichen Handlungen ausgeführt wurden wie mit einem Kaiserbild: Lichter wurden entzündet, Weihrauch dargebracht, das Bild wurde bekränzt, geküsst, vergoldet und Münzen daran angeheftet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RGG|1|1572|1574|Bilderkult VI. Christentum|[[Heinz Ohme]]}}, hier Sp. 1572.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{TRE|6|532|540|Bilder V/1. Byzanz|Hans Georg Thümmel}}, hier S. 532f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der zunehmenden Popularität von Kultbildern wurde aber auch erkennbar, dass es besonders in Armenien und Kleinasien eine bilderlose christliche Tradition gab. Deren Vertreter betonten, es sei unmöglich, Christus und die ihm gleichgestalteten Heiligen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Byzantinischer Bilderstreit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen vorläufigen Erfolg der Bildergegner brachte die [[Synode von Hiereia]] (754), die erklärte, ein Christusbild müsse [[Homoousios|wesensgleich]] mit dem Prototyp sein; dies aber sei unmöglich. Das [[Zweites Konzil von Nicäa|Konzil von Nicäa]] (787) hob diesen Beschluss auf und erklärte: die &amp;#039;&amp;#039;Verehrung&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|προσκύνησις &amp;amp;lrm; |proskýnēsis}}, lateinisch &amp;#039;&amp;#039;veneratio&amp;#039;&amp;#039;) der Bilder Christi, Mariä und der Heiligen sei legitim, die &amp;#039;&amp;#039;Anbetung&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|λατρεία &amp;amp;lrm; |latreía}}, lateinisch &amp;#039;&amp;#039;adoratio&amp;#039;&amp;#039;) stehe jedoch nur dem [[Trinität|dreieinigen Gott]] selbst zu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{RGG|1|1572|1574|Bilderkult VI. Christentum|[[Heinz Ohme]]}}, hier Sp. 1573.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der lateinische Westen war ohnehin bilderfreundlich gewesen; Verwirrung entstand im Frühmittelalter, weil die Übersetzung der Konzilsakten von Nicäa &amp;#039;&amp;#039;veneratio&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;adoratio&amp;#039;&amp;#039; durcheinanderbrachte. Das [[Laterankonzil]] bekräftigte deshalb 863, welche Ehrung einem Kultbild zukomme (&amp;#039;&amp;#039;venerari&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;colere&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Infolge dieser Bestätigung entstanden in der Westkirche im Lauf des Mittelalters eine große Zahl von Historienbildern, Darstellungsbildern und Andachtsbildern, von denen einige als wundertätige [[Gnadenbild]]er verehrt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] haben die Kultusbilder seither in Form der [[Ikone]]n eine wichtige Stellung im [[Gottesdienst]]. Dargestellt werden vor allem [[Christus]] und die [[Gottesmutter]] Maria, aber auch [[Engel]], [[Heilige]] und Gestalten des [[Altes Testament|Alten Testaments]]. Berühmte Ikonen wurden kopiert; so entstanden Bildtypen, die sich im 15./16. Jahrhundert zu einem Bildkanon verfestigten und durch Musterbücher verbreitet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{TRE|6|532|540|Bilder V/1. Byzanz|Hans Georg Thümmel}}, hier S. 537f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verehrung ist üblich durch Küssen, Kniebeuge und Weihrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterlichen religiösen Bilder wurden von der Wittenberger Reformation aus pädagogischen Gründen akzeptiert, während die Schweizer Reformation mit Berufung auf das Bilderverbot des Alten Testaments die Bilder aus den Kirchen entfernte. Kurz vor dem Beginn der [[Hugenottenkriege]] versuchte [[Caterina de’ Medici|Katharina von Medici]] einen Ausgleich mit den [[Calvinismus|Calvinisten]], in diesem Zusammenhang wurde auf dem Religionsgespräch von [[St. Germain-en-Laye]] (11. Februar 1562) ein Text über die Bilderverehrung vorgelegt, der später in das Dekret zur Bilderverehrung des [[Konzil von Trient|Konzils von Trient]] einging. Die Verehrung gelte den auf den Bildern dargestellten Prototypen; eine Göttlichkeit (&amp;#039;&amp;#039;divinitas&amp;#039;&amp;#039;) besitzen die Bilder nicht. Dies bedeutet eine Distanzierung von der byzantinischen Ikonenverehrung sowie vom spätmittelalterlichen Gnadenbild.&amp;lt;ref&amp;gt;{{TRE|6|546|557|Bilder VI. Reformatorische und nachreformatorische Zeit|[[Walther von Loewenich]]}}, hier S. 555f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buddhismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha in Sarnath Museum (Dhammajak Mutra).jpg|mini|[[Buddha-Statue]] mit Lehrgestus im [[Lotossitz]] (um 500), [[Sarnath Museum]]]]&lt;br /&gt;
Auch der frühe [[Buddhismus]] lehnte jede Form der Bildverehrung strikt ab (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sanchi]] oder [[Bharhut]]) und kannte für [[Buddha]] nur symbolische Darstellungen ([[Stupa]], Schirm, Rad, Baum etc.).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dietrich Seckel]], Andreas Leisinger: &amp;#039;&amp;#039;Before and beyond the Image: Aniconic Symbolism in Buddhist Art&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Artibus Asiae. Supplementum&amp;#039;&amp;#039; (2004), S. 30f. und 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst um die Zeitenwende entstanden die ersten kleineren Buddha-Bildnisse&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Seckel, Andreas Leisinger: &amp;#039;&amp;#039;Before and beyond the Image: Aniconic Symbolism in Buddhist Art&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Artibus Asiae. Supplementum&amp;#039;&amp;#039; (2004), S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; (z.&amp;amp;nbsp;B. auf dem [[Bimaranreliquiar]]), die den späteren größeren [[Buddha-Statue]]n ikonografisch-künstlerisch zum Vorbild dienten. Es gibt stehende, sitzende ([[Lotossitz]] oder „europäischer Sitz“) oder liegende Buddha-Bildnisse, die immer mit einem oft hauchdünnen Gewand bekleidet sind. Wichtig für die buddhistische Ikonographie sind die halbgeschlossenen Augen des Erleuchteten, seine verschiedenen Handgesten (&amp;#039;&amp;#039;[[mudra]]s&amp;#039;&amp;#039;), die herabhängenden Ohrläppchen sowie ein Haarknoten (&amp;#039;&amp;#039;[[ushnisha]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine reiche gemalte Bilderwelt im Innern der Kultstätten, die den [[Mönch]]en und [[Pilger]]n ursprünglich als Hilfe zur [[Meditation]] dienen sollte, entstand im Norden Indiens (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Ajanta-Höhlen|Ajanta]]) und später in [[Tibet]]; in den frühen  [[Höhlenkloster|Höhlenklöstern]] diente jedoch auch der Verschönerung der nackten Felswände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Augenöffnungszeremonie (Sanskrit: &amp;#039;&amp;#039;netrapratiṣṭhāpana&amp;#039;&amp;#039; „Fixieren der Augen“; Chinesisch: &amp;#039;&amp;#039;kaiyan&amp;#039;&amp;#039; 開眼 oder &amp;#039;&amp;#039;dianyan&amp;#039;&amp;#039; 點眼), die unterschiedlich ausgestaltet sein kann, macht aus dem Objekt aus Holz oder Ton ein Kultbild des Buddha. Dabei werden die Pupillen als Punkte eingefügt oder die Augen aufgemalt. Das Ritual kann die ganze Nacht dauern und die Augenöffnung mit dem Sonnenaufgang zusammenfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Art. &amp;#039;&amp;#039;netrapratiṣṭhāpana&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;dianyan&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;kaiyan&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The Princeton Dictionary of Buddhism&amp;#039;&amp;#039;, Online-Version von 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buddha-Bildnisse werden durch individuelle Blumengaben der Gläubigen (Girlanden, Blüten) und [[Räucherstäbchen]] verehrt; in Tibet oder in [[Südostasien]] kommt manchmal auch das Auftragen von [[Blattgold]] hinzu. Gemeinschaftliche Gebete oder Gesänge mit Trommel- und Trompetenuntermalung sind eine ausschließliche Angelegenheit der Mönche; einfache Gläubige beteiligen sich daran nicht. Religiös motivierte Massenveranstaltungen wie Pilgerfeste etc. und Opferzeremonien finden im Allgemeinen nicht statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es im Buddhismus eine anikonische Tradition, die sich in der Erzählung vom Mönch Danxia (8./9. Jahrhundert) ausdrückt, der eine hölzerne Buddhastatue verbrennt, um sich am Feuer zu wärmen. Dem protestierenden Priester erklärt er, er wolle Buddha-Reliquien sammeln. Als der Priester einwendet, dass im Holz nichts von Buddha enthalten sein könne, fordert Danxia, ihm auch die übrigen Buddha-Bildnisse zum Verbrennen zu geben. [[Ikonoklasmus]] ist damit nicht gefordert, weil er auch eine (negative) Bindung an Objekte wäre. Im [[Zen-Buddhismus]] werden Buddha-Bilder toleriert, weil sie gleichgültig seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Seckel, Andreas Leisinger: &amp;#039;&amp;#039;Before and beyond the Image: Aniconic Symbolism in Buddhist Art&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Artibus Asiae. Supplementum&amp;#039;&amp;#039; (2004), S. 93f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Buddhistische Kunst}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jainismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:WLA lacma Jina Rishabhanatha.jpg|mini|[[Rishabha]]/Adinath]]&lt;br /&gt;
Ähnlich wie im indischen Buddhismus spielt die Verehrung von Göttern im etwa zeitgleich entstandenen [[Jainismus]] keine Rolle; vielmehr wurden und werden Buddha wie auch die [[Tirthankara]]s als vorbildhafte geistige Führer angesehen, denen es durch Bußübungen, Nachdenken und Meditation gelang, einen weitgehend intellektuellen und gewaltfreien Weg durchs Leben zu finden. Die Statuen der Jain-Tirthankaras sind gekennzeichnet durch Bewegungslosigkeit (vor allem bei [[Bahubali]]), vollkommene Nacktheit, langgezogene Ohrläppchen, halb- oder weitgeöffnete Augen und durch ein Brustjuwel, welches ihre innere Reinheit symbolisiert. Die sowohl in Tempeln befindlichen als auch oft an Felswänden angebrachten sitzenden oder stehenden Kultbilder der Jains werden verehrt, doch gibt es keine ausgeprägten Opferzeremonien, wenngleich zuweilen Räucherstäbchen angezündet oder Blütenblätter gestreut werden. Über den familiären Rahmen hinausgehende gemeinschaftliche Zeremonien sind normalerweise unbekannt; lediglich in wenigen bedeutenden Pilgerstätten wie z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Shravanabelagola]] finden im Abstand von mehreren Jahren größere Zeremonien statt.&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Jainistische Kunst}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hinduismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sivakempfort.jpg|mini|Neuzeitliche [[Shiva]]-Statue in einem Tempel in [[Bengaluru]]]]&lt;br /&gt;
In der [[Mythologie]] des [[Hinduismus]] spielen neben [[Mandala]]s bildliche, detailreiche Darstellungen von Gottheiten (&amp;#039;&amp;#039;[[Deva (Gott)|deva]]s&amp;#039;&amp;#039;) und Dämonen (&amp;#039;&amp;#039;[[Asura (Hinduismus)|asura]]s&amp;#039;&amp;#039;) eine große Rolle. Das Bild im Tempel oder am [[Hausaltar]] vermittelt die göttliche Anwesenheit und soll zur inneren Schau ([[Kontemplation]]) führen. Auch Zeremonien mit den Kultbildern sind gebräuchlich wie etwa Übergießen oder Baden, Salben, Beräuchern und Speisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gottheiten werden oft mit vielen Armen (seltener auch mit mehreren Köpfen) dargestellt, um ihre Fähigkeiten und Kräfte anzudeuten. Hinweise dazu gibt die [[indische Mythologie]] in den Schriften der [[Purana]]s. Eine sehr häufig dargestellte Göttin ist [[Kali (Göttin)|Kali]]; die Tempelbildnisse von [[Vishnu]], [[Shiva]] oder [[Durga]] sind Gegenstand spezieller Riten, etwa durch Verwendung einer duftenden Blüte. Wichtig sind auch die als weibliche Gottheiten verehrten Flüsse [[Ganges]] und [[Yamuna]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der zahlreichen Gottheiten des Hinduismus ist eine eindeutige Identifizierung erstrebenswert. Zu diesem Zweck wurden den Hauptgöttern Reittiere (&amp;#039;&amp;#039;[[vahana]]s&amp;#039;&amp;#039;) zugeordnet; darüber hinaus erhielten sie typische, oft waffenartige Attribute (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;[[trishula]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Gada (Keule)|gada]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Chakra (Wurfscheibe)|chakra]]&amp;#039;&amp;#039; etc.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Richtungen wie der [[Shivaismus]] lehnen Kultbilder und -Statuen zwar ab (siehe &amp;#039;&amp;#039;[[lingam]]&amp;#039;&amp;#039;), akzeptieren sie aber als Gebetshilfe für das einfache Volk.&amp;lt;ref&amp;gt;Anneliese und Peter Keilhauer: &amp;#039;&amp;#039;Die Bildsprache des Hinduismus. Die indische Götterwelt und ihre Symbolik.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1347-0, S.&amp;amp;nbsp;35ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hinduistischen Kultbilder in den [[Cella]]e (&amp;#039;&amp;#039;[[garbhagriha]]s&amp;#039;&amp;#039;) der Tempel werden von den Gläubigen oft mit süßen Speisen oder (Kokos-)Milch versorgt, die jedoch nur von den [[Brahmane]]n übergeben werden dürfen. In einigen wenigen Tempeln (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Dakshinkali-Tempel|Dakshinkali]], Nepal) werden noch Tieropfer dargebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meso- und Südamerika ==&lt;br /&gt;
[[Tolteken]], [[Azteken]], [[Zapoteken]], [[Maya]] sowie auch alle anderen sesshaften Kulturen [[Mesoamerika]]s verehrten in ihren – meist an der Spitze von hohen [[Tempelpyramide|Pyramiden]] stehenden – Tempeln Kultbilder, die durch „Priester“ mit [[Rauchopfer|Rauch-]], [[Tieropfer|Tier-]] und [[Menschenopfer]]n günstig gestimmt werden sollten. Das Volk durfte die Tempel nicht betreten; es beobachtete das Treiben von den großen Zeremonialplätzen aus. Die meisten der aus Stein oder Keramik gefertigten „Götzenbilder“ wurden im Zuge der [[Spanische Eroberung Mexikos|spanischen Eroberung Mexikos]] zerstört. Ähnliches gilt auch für das südamerikanische [[Inkareich]], dessen Vorgängerkulturen schon längst untergegangen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bilderverehrung]]&lt;br /&gt;
* [[Idol]]&lt;br /&gt;
* [[Puja (Hinduismus)|Puja im Hinduismus]]&lt;br /&gt;
* [[Puja (Buddhismus)|Puja im Buddhismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RGG|1|1562|1574|Bilderkult|[[Burkhard Gladigow]], Christoph Uehlinger, Lee I. Levine, Marianne Barrucand, [[Heinz Ohme]]}}&lt;br /&gt;
* {{RE|Suppl. V|472|511|Kultbild|[[Valentin Müller (Archäologe)|Valentin Müller]]}}&lt;br /&gt;
* Christoph Uehlinger: &amp;#039;&amp;#039;Israelite Aniconism in Context&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Biblica&amp;#039;&amp;#039; 77/4 (1996), S. 540–549.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Köckert]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Kultbild Jahwes zum Bilderverbot: Oder: Vom Nutzen der Religionsgeschichte für die Theologie&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Theologie und Kirche]]&amp;#039;&amp;#039; 106/4 (2009), S. 371–406.&lt;br /&gt;
* [[Hans Belting]]: &amp;#039;&amp;#039;Bild und Kult: eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst.&amp;#039;&amp;#039; C.H.Beck, München 1990.&lt;br /&gt;
* [[Leonhard Küppers]]: &amp;#039;&amp;#039;Göttliche Ikone. Vom Kultbild der Ostkirche.&amp;#039;&amp;#039; Bastion, Düsseldorf 1949.&lt;br /&gt;
* [[Patrick Schollmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Tempel – Kult und Architektur im Imperium Romanum&amp;#039;&amp;#039;. Darmstadt 2008.&lt;br /&gt;
* [[Manfried Dietrich]] und [[Oswald Loretz]]: &amp;#039;&amp;#039;Jahwe und seine Aschera&amp;#039;&amp;#039;. Anthropomorphes Kultbild in Mesopotamien, Ugarit und Israel. Das biblische Bilderverbot. Ugarit, Münster 1992. (Ugaritisch-Biblische Literatur Series. Bd.&amp;amp;nbsp;9.), ISBN 978-3-927120-08-2.&lt;br /&gt;
* Monika Zin: &amp;#039;&amp;#039;Der Wandel des Buddha-Bildes im Buddha-Bildnis. Zu den Anfängen der Buddha-Darstellung.&amp;#039;&amp;#039; In: Schmidt-Leukel u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wer ist Buddha? Eine Gestalt und ihre Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Diederichs, München 1998, ISBN 3-424-01418-4.&lt;br /&gt;
* Anneliese und Peter Keilhauer: &amp;#039;&amp;#039;Die Bildsprache des Hinduismus. Die indische Götterwelt und ihre Symbolik.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1347-0, S.&amp;amp;nbsp;35&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ikonografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kult]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöse bildende Kunst|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Oskar71</name></author>
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