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	<title>Kuhschweizer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T20:12:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kuhschweizer&amp;diff=2089586&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Alois Niederstätter; Kleinkram</title>
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		<updated>2025-01-29T18:22:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Alois Niederstätter; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gottfried Locher Paysans du canton de Berne.jpg|mini|[[Gottfried Locher (Maler)|Gottfried Locher]]: Berner mit Kuh, satirische Miniatur um 1790]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kuhschweizer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kuhmelker, Kuhschwanz, Kuhgeheier (kuogehîer)&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Kälbermacher&amp;#039;&amp;#039; waren im Spätmittelalter [[Beschimpfung|beleidigende]] [[Schimpfwort|Schimpfwörter]] für die [[Schweizer|schweizerischen Eidgenossen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Kuhschweizer, Kuhmelker, Kuhschwanz, Kuhgeheier&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;kuogehîer&amp;#039;&amp;#039; «Kuhbegatter») oder &amp;#039;&amp;#039;Kälbermacher&amp;#039;&amp;#039; spielten auf die bäuerliche Herkunft der Eidgenossen an. Diese Benennungen stammten ursprünglich aus dem Wortschatz der mittelländischen [[Ackerbau]]ern und galten dem [[Viehhaltung]] treibenden Bevölkerungsteil der Voralpen und Alpen, wurden aber von der österreichischen Propaganda übernommen und auf den Schweizer überhaupt angewandt. Das Melken der Kühe war bei den Ackerbauern bis zur graswirtschaftlichen Umstellung im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine Angelegenheit der Frauen, womit die Beschimpfung von Männern etwa als Kuhmelker diese als «weibisch» herabsetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Weiss: &amp;#039;&amp;#039;Volkskunde der Schweiz. Grundriss.&amp;#039;&amp;#039; Rentsch, Erlenbach-Zürich 1946. (3., unveränderte Auflage. Rentsch, Zürich&amp;amp;nbsp;/ Schwäbisch Hall 1984, ISBN 3-7249-0567-X, S.&amp;amp;nbsp;107&amp;amp;nbsp;f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Schweizerisches Idiotikon.&amp;#039;&amp;#039; Band IV, Spalte 197, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Chüe-Mëlcher&amp;#039;&amp;#039; Bed. 2 ([https://digital.idiotikon.ch/p/lem/146684 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Küeswanz&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kuogehîer&amp;#039;&amp;#039; für Schweizer kann das [[Schweizerisches Idiotikon|Schweizerische Idiotikon]] schon aus dem 14. Jahrhundert belegen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Schweizerisches Idiotikon.&amp;#039;&amp;#039; Band II, Spalte 1111, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Esel-, Küe-, Märhen-, Sû-G-hîjer&amp;#039;&amp;#039; [https://digital.idiotikon.ch/p/lem/109056 (Digitalisat)]; Band IX, Spalte 2030, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Chue-, Chüe-Schwanz.&amp;#039;&amp;#039; Bed. 2a ([https://digital.idiotikon.ch/p/lem/146765 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Zeit des [[Alter Zürichkrieg|Alten Zürichkrieges]] wurde der Kuhspott dann nicht nur auf die Schweizer, sondern auch auf die mit den Eidgenossen sympathisierenden Schwarzwälder Rinderzüchter ausgeweitet. [[Isenhofer von Waldshut]] setzt die Metaphern Kuhschwanz und Pfauenschwanz zur Kennzeichnung der verschiedenen Lager aus vorderösterreichischem Adel und Bürgertum ein. Die Metaphorik wurde auch auf andere Verbündete der Eidgenossen übertragen. Den [[Basel|Baslern]] warf man vor, «das Kelblin under den Schwanz zu küssen». [[Mülhausen]] wurde als «Kuogstal» verspottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehrverletzende Gebrauch dieser Schimpfwörter geschah oft, um unüberlegte gegnerische Übergriffe zu provozieren. Häufig wurde der Kuhspott während der wiederholten Auseinandersetzungen der [[Schweizer|Eidgenossen]] mit dem [[vorderösterreich]]ischen Adel und im Zusammenhang mit dem [[Schwabenkrieg]] von 1499 angewendet. Der Chronist [[Kaspar Frey]] berichtet, die in [[Koblenz AG|Koblenz]] am Rhein liegenden eidgenössischen Verbände seien von österreichischer Seite durch konzertiertes &amp;#039;&amp;#039;Kueghîer&amp;#039;&amp;#039;-Rufen beleidigt worden: {{&amp;quot;|Sprache=de-DE|Sy haben alle tag nach dem ymbyß, so die landtsknecht voll wyn warend, sich uss Waldßhuott an den Ryn gelassen und da schantlich und unchristenlich den Eidgenossen zuogschruwen und ettlich mit namen gnempt: Kuegkyer, kälbermacher. Dero den gwonlich ettlich gschossen wurdent. Und wen die mann mued wurdent, so brachtend sy schueler und knaben, die dero glich  worten ouch rueffen und schryen muesstend.}} Während der Zuspitzung der politischen Lage wird von Frey auf diesem Niveau eine [[Provokation]] kaiserlicher [[Landsknecht]]e berichtet, die beim Dorf [[Azmoos]] ein Kalb in Hochzeitskleider steckten und auf die schweizerischen Stellungen mit der Aufforderung, Hochzeit zu halten, trieben: {{&amp;quot;|Sprache=de-DE|Sy satztennd einem kalb ein tuechly uff, fürten das by dem schwantz, dantzent zuo den Eidgenossen, schriende, sy soltend inen den bruttman schicken, dan die brutt were bereidt.}} Frey sieht in dem Kuhspott eine wichtige Ursache des Schwabenkrieges. Der &amp;#039;&amp;#039;Kueghîer&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Kälbermacher&amp;#039;&amp;#039; ist die Zuspitzung des Kuhspottes auf die Schweizer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie von &amp;#039;&amp;#039;Kuoghyer&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Gehîer, Gehîjer,&amp;#039;&amp;#039; mit [[hiat]]tilgendem ‹g› auch &amp;#039;&amp;#039;Gehîger&amp;#039;&amp;#039; geschrieben, [[Synkope (Sprachwissenschaft)|synkopiert]] &amp;#039;&amp;#039;Ghîger,&amp;#039;&amp;#039; ist ein Nomen agentis zum [[Mittelhochdeutsche Sprache|mhd.]] Verb &amp;#039;&amp;#039;gehîwen, gehîen, gehîjen,&amp;#039;&amp;#039; mit hiattilgendem ‹g› auch &amp;#039;&amp;#039;gehîgen&amp;#039;&amp;#039; geschrieben, das ‘sich vermählen; sich paaren, geschlechtlich verkehren’ bedeutete und als Wort noch im heutigen [[Schweizerdeutsch]] als &amp;#039;&amp;#039;gheie, ghiie&amp;#039;&amp;#039; mit der Bedeutung ‘fallen; werfen’ weiterlebt. Es geht zurück auf [[Althochdeutsche Sprache|ahd.]] &amp;#039;&amp;#039;hî(w)o&amp;#039;&amp;#039; ‘Hausgenosse; Gatte’ bzw. &amp;#039;&amp;#039;hî(w)a&amp;#039;&amp;#039; ‘Gattin, Frau’ sowie &amp;#039;&amp;#039;hîwen&amp;#039;&amp;#039; ‘heiraten’ und ist verwandt mit [[Neuhochdeutsche Sprache|nhd.]] Wörtern wie &amp;#039;&amp;#039;Heirat&amp;#039;&amp;#039; und vielleicht &amp;#039;&amp;#039;Heim&amp;#039;&amp;#039;. Wurde im spätmittelalterlichen [[Alemannische Dialekte|Alemannisch]] &amp;#039;&amp;#039;gehîen&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung ‘Beischlaf ausüben’ gebraucht, so geschah das im Zusammenhang mit Unzucht, Blutschande oder Bestialität, und das Wort diente als arges Schimpfwort.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Schweizerisches Idiotikon]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. II, Sp. 1106 ([https://digital.idiotikon.ch/p/loc/2/1106 &amp;#039;&amp;#039;ge-hî(j)en&amp;#039;&amp;#039; in Bedeutung 2c: «futuere»]) und Sp. 1111 &amp;#039;&amp;#039;[https://digital.idiotikon.ch/p/lem/109056 (Esel-, Küe-, Märhen-, Sû-Ge-hî(j)er)];&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Wörterbuch]],&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;V, Sp.&amp;amp;nbsp;2342&amp;amp;nbsp;f. ([http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=geheien &amp;#039;&amp;#039;geheien&amp;#039;&amp;#039; in Bedeutung 2a–c]) und Sp. 2350 &amp;#039;&amp;#039;([http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=geheier Geheier]);&amp;#039;&amp;#039; sodann &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen,&amp;#039;&amp;#039; erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer, s.&amp;amp;nbsp;v. &amp;#039;&amp;#039;Heirat;&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet von [[Elmar Seebold]], s.&amp;amp;nbsp;v. &amp;#039;&amp;#039;Heirat&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Kuhgeiger&amp;#039;&amp;#039; hingegen ist eine falsche Verneuhochdeutschung, die sich erstmals in [[Christian Gottlob Haltaus]]’ &amp;#039;&amp;#039;Glossarium Germanicum medii aevi&amp;#039;&amp;#039; von 1758 findet und sich auf [[Aegidius Tschudi]]s &amp;#039;&amp;#039;ku(o)ghyger&amp;#039;&amp;#039; bezieht. Ebenso wenig hat das Wort etwas zu tun mit nhd. &amp;#039;&amp;#039;geigen&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung ‘beschlafen’, das eine junge Nebenbedeutung von &amp;#039;&amp;#039;geigen&amp;#039;&amp;#039; ‘Geige spielen’ ist; vgl. &amp;#039;&amp;#039;fiedeln&amp;#039;&amp;#039; ‘Geige spielen’, das ebenfalls den Nebensinn ‘beschlafen’ haben kann. Diese Nebenbedeutungen sind (wie auch &amp;#039;&amp;#039;ficken&amp;#039;&amp;#039;) durch den Kontext des Reibens bedingt und stehen in keinerlei Zusammenhang mit mhd. &amp;#039;&amp;#039;gehîen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039; s.&amp;amp;nbsp;v. [http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=geigen &amp;#039;&amp;#039;geigen&amp;#039;&amp;#039;] und [http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=fiedeln &amp;#039;&amp;#039;fiedeln&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jürg Altwegg]], [[Roger de Weck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kuhschweizer und Sauschwaben. Schweizer, Deutsche und ihre Hassliebe&amp;#039;&amp;#039;. Nagel &amp;amp; Kimche, München / Wien 2003, ISBN 3-312-00315-6.&lt;br /&gt;
* Andre Gutmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Historiographie des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe&amp;amp;nbsp;B: Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;176). W.&amp;amp;nbsp;Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-020982-4, S.&amp;amp;nbsp;28&amp;amp;nbsp;f., 466–478.&lt;br /&gt;
* [[Claudius Sieber-Lehmann|Claudius Sieber]], [[Thomas Wilhelmi]]: &amp;#039;&amp;#039;In Helvetios – Wider die Kuhschweizer. Fremd- und Feindbilder von den Schweizern in antieidgenössischen Texten aus der Zeit von 1386 bis 1532&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schweizer Texte.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge. Band 13). Bern 1998.&lt;br /&gt;
* Heinrich Walter: {{Webarchiv | url= http://www.ori-ginal.ch/_files/39.pdf | wayback= 20130513221601 | text=&amp;#039;&amp;#039;Der Topos vom «Kuhschweizer»: Stigmatisierung und Stigma Management der Eidgenossen.&amp;#039;&amp;#039;}} (PDF; 196&amp;amp;nbsp;kB). Historisches Seminar der Universität Zürich, Dr. [[Alois Niederstätter]], WS 1999/2000.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Weishaupt]]: &amp;#039;&amp;#039;Bauern, Hirten und «frume edle puren». Bauern- und Bauernstaatsideologie in der spätmittelalterlichen Eidgenossenschaft und der nationalen Geschichtsschreibung der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Helbing &amp;amp; Lichtenhahn, Basel 1992, ISBN 3-7190-1237-9.&lt;br /&gt;
* [[Richard Weiss]]: &amp;#039;&amp;#039;Volkskunde der Schweiz. Grundriss.&amp;#039;&amp;#039; Rentsch, Erlenbach-Zürich 1946 (3., unveränderte Auflage. Rentsch, Zürich / Schwäbisch Hall 1984, ISBN 3-7249-0567-X, bes. S.&amp;amp;nbsp;107&amp;amp;nbsp;f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnophaulismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaft (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizerische Geschichte (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alemannisch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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