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	<title>Kufr - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hüning: /* Literatur */</title>
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		<updated>2026-03-04T13:45:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kufr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|كفر&amp;amp;lrm;|b=[[Unglaube]]}}) bezeichnet im [[Islam]] die Ablehnung des Glaubens an Gott ([[Allah]]), die Leugnung der Prophetie [[Mohammed]]s und des [[Koran]] als Gottes Offenbarung. Ein solcher „Ungläubiger“ ist ein [[Kāfir]] {{arF|كافر&amp;amp;lrm;}} (Plural: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kuffār}}&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfirūn}}&amp;#039;&amp;#039;). Folglich werden auch die Anhänger anderer monotheistischer Religionen –&amp;amp;nbsp;Juden und Christen&amp;amp;nbsp;– als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfir}}/{{lang|ar-Latn|kuffār}}&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Das [[Antonym]] zu Kufr ist [[Iman (Islam)|Iman]], der islamische Glaube an Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[asch-Schāfiʿī]] erscheint der Begriff &amp;#039;&amp;#039;„al-kāfir al-kitābī“&amp;#039;&amp;#039; {{arF|الكافر الكتابي&amp;amp;lrm;}}, d. h. der ungläubige Schriftbesitzer, von dem ein Muslim erben kann, aber nicht umgekehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;K. al-Umm.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, S. 170, Beirut. Dār al-maʿrifa. 1393 d. H.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Buchreligion|Buchbesitzer]] (&amp;#039;&amp;#039;ahl al-kitāb&amp;#039;&amp;#039;) werden schon in der frühen [[Koranexegese]] als Ungläubige (&amp;#039;&amp;#039;kuffār&amp;#039;&amp;#039;) genannt. Der Korankommentator Muqātil ibn Sulaimān († 767 in [[Basra]])&amp;lt;ref&amp;gt;Fuat Sezgin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des arabischen Schrifttums.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, S. 36–37. Brill, Leiden 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt; begründet dies wie folgt: „… denn die Juden und die Christen in ihren Gebeten in den Tempeln und Kirchen (Gott andere Götter) beigesellen …“. Der Unglaube der Buchbesitzer (&amp;#039;&amp;#039;kufr ahl al-kitāb&amp;#039;&amp;#039;) ist allerdings&amp;amp;nbsp;– so der Rechtsgelehrte [[Ibn Qayyim al-Dschauziya]] († 1350)&amp;amp;nbsp;– nicht so schwerwiegend wie der Unglaube der Polytheisten, d.&amp;amp;nbsp;h. der Anhänger der [[Altarabische Gottheiten|altarabischen Gottheiten]].&amp;lt;ref&amp;gt;M. J. Kister: „Do not assimilate yourselves …“ &amp;#039;&amp;#039;Lā tashabbahū ….&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jerusalem Studies in Arabic and Islam.&amp;#039;&amp;#039; (JSAI) 12 (1989), S. 321–353; hier: S. 321. Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[al-Andalus|andalusische]] Rechtsgelehrte der [[Malikiten|mālikitischen]] [[Madhhab|Rechtsschule]] [[Ibn ʿAbd al-Barr]] († 1071 in [[Játiva]]) definiert die Gruppe der Zahlungspflichtigen der [[Dschizya]] entsprechend: Die muslimische Obrigkeit nimmt die Dschizya von jedem &amp;#039;&amp;#039;kāfir kitābī&amp;#039;&amp;#039;, d. h. von Juden und Christen, ferner vom [[Zoroastrier]], dem Götzenanbeter und von „allen anderen Arten der Ungläubigen (&amp;#039;&amp;#039;ahl al-kufr&amp;#039;&amp;#039;), seien sie Araber oder Nichtaraber“. Von [[Apostasie im Islam|Apostaten]], also von denjenigen, die als Muslime von der Religion abgefallen sind, treibt man diese Steuer nicht ein, sondern sie werden nach anderen islamrechtlichen Aspekten behandelt und bestraft, d.&amp;amp;nbsp;h., sie sind „nach einer Wartefrist zu töten“ (s. [[Kāfir]] und [[Kein Zwang in der Religion]]).&amp;lt;ref&amp;gt;ein „ursprünglicher Ungläubiger“ konnte (im klassischen islamischen Recht) in Kriegsgefangenschaft entweder getötet oder versklavt werden. (s. ebenfalls [[Kāfir]]). Ibn ʿAbd al-Barr: &amp;#039;&amp;#039;al-Kāfī.&amp;#039;&amp;#039; Beirut 1407/1987, Band 1, S. 217.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zeitgenössischen arabischen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung (&amp;#039;&amp;#039;kāfir&amp;#039;&amp;#039;) für die Anhänger der Buchreligionen (&amp;#039;&amp;#039;kitābī&amp;#039;&amp;#039;) in dieser Form üblich.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Maǧallat ash-sharīʿa wa-ʾl-lugha al-ʿarabiyya.&amp;#039;&amp;#039; Umm al-Qurā, Mekka, Band 13, Nr. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|Kufr}}&amp;#039;&amp;#039; im Koran ==&lt;br /&gt;
Das arabische Verb mit dem Konsonantenbestand &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;k – f – r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arF|كفر&amp;amp;lrm;|w=kafara}}) hat sowohl in der [[Arabische Literatur|altarabischen Poesie]] als auch im [[Koran]] unterschiedliche Bedeutungen. Die Grundbedeutung ist „bedecken“, „verbergen“ „verhüllen“: „In einer Nacht, deren Wolken die Sterne bedeckten“ (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara}}&amp;#039;&amp;#039;)&amp;amp;nbsp;– heißt es in einem Gedicht von [[Labid|Labīd b. Rabīʿa]] (frühes [[7. Jahrhundert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptbedeutung des Verbs in der Sprache des Koran ist „ungläubig sein oder werden“, „nicht glauben“, „etwas leugnen“ „vom Glauben abfallen“ und steht damit im Gegensatz zum Verb &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|āmana}}&amp;#039;&amp;#039;, „glauben“. In [[Sure 2]], Vers&amp;amp;nbsp;253 heißt es entsprechend:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Aber sie wurden uneins. Die einen von ihnen waren gläubig (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|āmanū}}&amp;#039;&amp;#039;), die anderen ungläubig (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafarū}}&amp;#039;&amp;#039;).}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So auch in [[Sure 61]], Vers&amp;amp;nbsp;14 – bezogen auf die Kinder Israels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gegenüberstellung zwischen „glauben“ und „ungläubig sein“ wird deutlich in der [[Sure 16]], Vers&amp;amp;nbsp;106:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Diejenigen, die an Gott nicht glauben (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara}}&amp;#039;&amp;#039;), nachdem sie gläubig waren (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|baʿda īmāni-hi}}&amp;#039;&amp;#039;) [...], über die kommt [[Zorn Gottes|Gottes Zorn]], und sie haben eine gewaltige Strafe zu erwarten.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Präposition bi- heißt dann &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara}}&amp;#039;&amp;#039; „an etwas/an jemanden nicht glauben“. In [[Sure 18]], Vers&amp;amp;nbsp;37 heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Glaubst du denn nicht an den, der dich aus Erde, hierauf aus einem [[Nutfa|Tropfen]] (Sperma) geschaffen und dich hierauf zu einem Mann geformt hat?}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kufr und die anderen Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
In der außerkoranischen Literatur erfüllt das Verb dieselbe Funktion: Man dient dem einzigen Gott und leugnet den Götzenkult und die [[Götze]]n. Derjenige, der nach seinem Glauben und der Annahme des Islam (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara baʿda īmāni-hi / islāmi-hi}}&amp;#039;&amp;#039;) ungläubig wird (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara}}&amp;#039;&amp;#039;), d.&amp;amp;nbsp;h., die Religionslehre nicht befolgt, an den Koran und an den Gesandten Gottes nicht glaubt (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafara bi-}}&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Ungläubiger: &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfir}}&amp;#039;&amp;#039; (Part. Aktiv).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039; dadurch begeht, dass er vom Islam abfällt, nimmt im islamischen Gesetz eine Sonderstellung ein; diese Art von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039; gilt als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Apostasie im Islam|Ridda]]}}&amp;#039;&amp;#039;, [[Apostasie im Islam|Apostasie]] und wird mit dem Tode bestraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sog. Schriftbesitzer (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|ahl al-kitāb}}&amp;#039;&amp;#039;), d.&amp;amp;nbsp;h. die [[Jüdische Religion|Juden]] und [[Christentum|Christen]], werden mehrfach sowohl im Koran als auch in der Rechtsliteratur als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kuffār}}&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfirun}}&amp;#039;&amp;#039; (Pl. von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfir}}&amp;#039;&amp;#039;) genannt. Eine wichtige Koranstelle hierzu ist Sure&amp;amp;nbsp;5, Vers&amp;amp;nbsp;44:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Gott (in der Schrift) herabgesandt hatte, sind die (wahren) Ungläubigen (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kāfirūn}}&amp;#039;&amp;#039;).}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Koranexegese]] bezieht die Stelle übereinstimmend auf die „Schriftbesitzer“ und differenziert nicht zwischen Juden und Christen, da beide Religionsgemeinschaften ihre Schriften nicht entsprechend ihrer ursprünglichen [[Offenbarung]] benutzen. In der Offenbarung werden sie an mehreren Stellen in ähnlichem Sinn angegriffen und in ihrem Glauben hinterfragt. Entsprechend heißt es in Sure&amp;amp;nbsp;5, Vers&amp;amp;nbsp;17:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Ungläubig sind diejenigen (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|la-qad kafara ʾllaḏīna…}}&amp;#039;&amp;#039;), die sagen: Gott ist [[Christus]] (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|al-masīḥ}}&amp;#039;&amp;#039;), der Sohn der [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]] […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in Sure&amp;amp;nbsp;5, Vers&amp;amp;nbsp;73:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist [[Trinität|einer von dreien]] […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schicksal derjenigen, die „ungläubig sind“ (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kafarū}}&amp;#039;&amp;#039;) beschreibt Sure&amp;amp;nbsp;2, Vers&amp;amp;nbsp;161 wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Auf denen, die ungläubig sind und in diesem Zustand sterben, liegt der Fluch Gottes und der Engel und der Menschen insgesamt […]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Koranexegese versteht unter den hier genannten Ungläubigen diejenigen, welche die Prophetie von [[Mohammed]] abstreiten, ihn der Lüge bezichtigen, d.&amp;amp;nbsp;h. die Juden und Christen, die Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften, ferner die [[Polytheismus|Polytheisten]] unter den Götzendienern (d.&amp;amp;nbsp;h. die Araber auf der [[Arabische Halbinsel|Arabischen Halbinsel]]), kurz: alle, die außerhalb der muslimischen Gemeinschaft stehen. In der Rechtslehre sind Juden und Christen Ungläubige, d.&amp;amp;nbsp;i. &amp;#039;&amp;#039;kuffār&amp;#039;&amp;#039;, allerdings ist &amp;#039;&amp;#039;kufr&amp;#039;&amp;#039; der Polytheisten, d. h. Anhänger der [[Bilderverehrung|Idolatrie]], der ([[Altarabische Gottheiten|&amp;#039;&amp;#039;al-mušrikūn&amp;#039;&amp;#039;]]), so [[Ibn Qayyim al-Dschauziya|Ibn Qayyim al-Ǧauziyya]] im 14. Jahrhundert, schwerwiegender&amp;amp;nbsp;– wie eingangs erwähnt&amp;amp;nbsp;– als &amp;#039;&amp;#039;kufr&amp;#039;&amp;#039;, der Unglaube der Buchbesitzer, d. i. der Juden und Christen.&amp;lt;ref&amp;gt;M. J. Kister, 1989, S. 321, Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kufr im islamischen Recht ==&lt;br /&gt;
Im modernen Rechtsverständnis stehen somit folgende Begriffe für &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Apostasie im Islam|Apostasie]]&lt;br /&gt;
* [[Polytheismus]] (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Schirk|ischrak]]}}&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* die Leugnung der Existenz Gottes (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|ilhad}}&amp;#039;&amp;#039;); [[Ketzerei]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Enzyklopädie des islamischen Rechts (Kuwait)|al-mausūʿa al-fiqhiyya]]}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;35, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039; heißt daher in koranischer und nachkoranischer Zeit sowohl in der Traditionsliteratur (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[sunna]]}}&amp;#039;&amp;#039;) als auch im &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Fiqh]]}}&amp;#039;&amp;#039; bis in die Gegenwart hinein „Unglaube“. Im islamischen Rechtsverständnis ist üblich, unter &amp;#039;&amp;#039;kufr&amp;#039;&amp;#039;, Unglaube, drei Gruppen zu verstehen: Judentum, Christentum und all jene Gemeinschaften, die kein (von Gott) offenbartes Buch besitzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Yohanan Friedmann|Titel={{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;Classification of Unbelievers in Sunni Muslim Law and Tradition&amp;#039;&amp;#039;}}|Sammelwerk={{lang|en|Jerusalem Studies in Arabic and Islam}}|Band=22|Datum=1998|Seiten=163ff|Kommentar=hier 166 mit weiteren Quellenangaben}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Letztere werden auch Polytheisten&amp;amp;nbsp;– &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|muschrikūn}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– genannt; die Eheschließung mit ihnen ist im Koran untersagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text= Und heiratet nicht [[Heidentum|heidnische]] Frauen, solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht (gläubige Frauen) an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte.|Quelle=Sure&amp;amp;nbsp;2, Vers&amp;amp;nbsp;221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtslehre des [[Hanbaliten]] [[Abū Yaʿlā]] im späten 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stellt &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039; in diesem, noch heute gültigen Sinne dar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|Kufr}}&amp;#039;&amp;#039; umfasst drei Gemeinschaften: das Judentum, (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|al-yahūdiyya}}&amp;#039;&amp;#039;), das Christentum (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|an-naṣrāniyya}}&amp;#039;&amp;#039;) und diejenigen, die darin übereinstimmen, dass sie keine (offenbarte) Schrift besitzen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Yohanan Friedmann, 2003, S. 57 und 1998, S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
asch-Schāfiʿī († 820) sieht bei Religionswechsel (Apostasie) eines Christen zum [[Zoroastrismus]] oder beim Übertritt eines Zoroastriers zum Christentum keine Strafe vor: &amp;#039;&amp;#039;„wir fordern diese Person zur Reue nicht auf und töten sie auch nicht, denn sie verließ Unglauben (kufr) und trat (einem anderen) Unglauben bei“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Yohanan Friedmann: &amp;#039;&amp;#039;Charadscha min kufrin ilā kufrin.&amp;#039;&amp;#039; 2003, S. 56, Anm. 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Verständnis von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039;, durch Koranzitate und durch die Rechtslehre belegt, wird für die Gegenwart durch die &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des islamischen Rechts&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben vom Ministerium für &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|Waqf}}&amp;#039;&amp;#039; und islamische Angelegenheiten (Kuwait 1995, Band&amp;amp;nbsp;35, S.&amp;amp;nbsp;14–29), bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Hanafiten|hanafitische]] Jurist und Theologe [[al-Kāsānī]] (st. 1189), Lehrer in der [[Madrasa]] al-Ḥalawiyya in [[Aleppo]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The Encyclopaedia of Islam}}.&amp;#039;&amp;#039; New Edition. Brill, Leiden. Band 4, S. 690.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterscheidet vier Arten von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|kufr}}&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Leugnung der Existenz des Schöpfers: die [[Atheismus|Atheisten]] (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|ad-dahriyya}}&amp;#039;&amp;#039;);&lt;br /&gt;
* Anerkennung der Existenz des Schöpfers, bei Leugnung der Einheit (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[tauhid]]}}&amp;#039;&amp;#039;) Gottes: d. h. die [[Zoroastrier]] und Götzenanbeter;&lt;br /&gt;
* Anerkennung sowohl der Existenz als auch der Einheit Gottes bei Leugnung der göttlichen Botschaft: d. h. die [[Philosoph]]en;&lt;br /&gt;
* Anerkennung der Existenz, der Einheit und der Botschaft Gottes, bei Leugnung der Prophetie [[Mohammed]]s: d. h. die Juden und Christen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|al-mausūʿa al-fiqhiyya}}.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;35, S.&amp;amp;nbsp;18–19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend bezeichnet man in religiösen Kreisen der Moderne die außerislamische Welt als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|bilād al-kuffār}}&amp;#039;&amp;#039; („Länder der Ungläubigen“). Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet man heute einen Nichtmuslim als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|Kāfir}}&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der islamischen [[Umma]] beschuldigte man religiös-politische Abweichler ebenfalls des Kufr, deren Bekämpfung im Rahmen des [[Dschihad|Ǧihād]], im von der Religion sanktionierten Kampf, erfolgen musste. Der Kampf von Muslimen gegen Muslime, letztere als &amp;#039;&amp;#039;kuffār&amp;#039;&amp;#039; apostrophiert, begegnet uns bereits in der Position der [[Charidschiten|Ḫāriǧiten]] in der frühislamischen Geschichte.&amp;lt;ref&amp;gt;Julius Wellhausen: &amp;#039;&amp;#039;Die religiös-politischen Oppositionsparteien im alten Islam.&amp;#039;&amp;#039; Weidmann, Berlin 1901, S. 12&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Almohaden]] fassten ihren Kampf gegen die [[Almoraviden]] als Dschihad auf, da letztere als [[Häretiker]] die Lehre von den menschlichen Eigenschaften Gottes (&amp;#039;&amp;#039;taǧsīm&amp;#039;&amp;#039;) vertraten. [[Ibn Tumart|Muḥammad ibn Tūmart]], der Begründer der Bewegung der Almohaden rief seine Anhänger in zwei Schreiben auf, gegen die Ungläubigen (kuffār) innerhalb der islamischen Umma zu kämpfen.&amp;lt;ref&amp;gt;É.Lévi-Provençal: &amp;#039;&amp;#039;Documents inédits d&amp;#039;histoire Almohade.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1928, S. 1ff.; Albrecht Noth: &amp;#039;&amp;#039;Das Ribāṭ der Almoraviden.&amp;#039;&amp;#039; In: Wilhelm Hoenerbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Orient in der Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Festschrift für Otto Spies zum 4. April 1966. Wiesbaden 1967, S. 509–511.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kaffer]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Schirk]]}}&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;{{lang|ar-Latn|[[Muschrik]]}}&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Liste islamischer Begriffe auf Arabisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* W. Björkman: &amp;#039;&amp;#039;Kāfir.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopaedia of Islam]].&amp;#039;&amp;#039; New Edition, Band 4, Brill, Leiden 1997, S. 407–409.&lt;br /&gt;
* Yohanan Friedmann: &amp;#039;&amp;#039;Tolerance and Coercion in Islam.&amp;#039;&amp;#039; Interfaith Relations in the Muslim Tradition. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-82703-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Rudi Paret]]|Titel=Der Koran. Übersetzung. Kommentar und Konkordanz|Verlag=W. Kohlhammer|Datum=1979|ISBN=3-17-005102-4}}&lt;br /&gt;
* M. J. Kister: &amp;#039;&amp;#039;„Do not assimilate yourselves…“ Lā tashabbahū.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jerusalem Studies in Arabic and Islam.&amp;#039;&amp;#039; (JSAI) 12 (1989), S. 321–353. Mit einem Appendix von Menahem Kister: S. 354–371.&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Manfred Ullmann]] (Bearbeitung)|Titel=Wörterbuch der klassischen arabischen Sprache|Band=Band&amp;amp;nbsp;I: ({{arF|ك&amp;amp;lrm;}})|Verlag=Otto Harrassowitz|Ort=Wiesbaden|Datum=1970|ISBN=3-447-01276-5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Fuat Sezgin]]|Titel=Geschichte des arabischen Schrifttums|Band=Band&amp;amp;nbsp;II: &amp;#039;&amp;#039;Poesie bis ca. 430&amp;amp;nbsp;H&amp;#039;&amp;#039;|Verlag=Brill|Ort=Leiden|Datum=1975|ISBN=90-04-04376-4|Seiten=126–127}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel={{lang|ar-Latn|al-Mausu&amp;#039;a al-fiqhiyya}}|Band=35|Verlag=Ministerium für Waqf und religiöse Angelegenheiten|Ort=Kuwait|Datum=1995|Seiten=14–29|OCLC=65059556}}&lt;br /&gt;
* Ahmed Sami: &amp;#039;&amp;#039;Der Begriff „Kufr“ im Koran : eine etymologische, exegetische und historische Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Dissertation, Universität Münster, 2024, Berlin : EB-Verlag, 2025, ISBN 978-3-86893-516-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vokabular des Korans]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glaube und Dogma (Islam)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hüning</name></author>
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