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	<title>Kudurru - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T23:06:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kudurru&amp;diff=1169832&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 15. Dezember 2025 um 16:52 Uhr</title>
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		<updated>2025-12-15T16:52:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Caillou Michaux CdM.jpg|mini|230px|Babylonischer Kudurru aus der II. Dynastie von [[Isin]] mit Erwähnung des [[Marduk-nādin-aḫḫe]] (1099–1082 v. Chr.). Gefunden in der Nähe von [[Bagdad]] von [[Antoine Michaux]]]] &lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kudurru&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine ursprünglich [[Kassiten|kassitische]] Bezeichnung, die sowohl für &amp;#039;&amp;#039;Grenze&amp;#039;&amp;#039; als auch für ein Steindokument, das die Grenze markiert, verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form und Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;kudurru&amp;#039;&amp;#039; wurde auf Steine mit königlichen Landschenkungsurkunden übertragen, die oft eine Beschreibung des überschriebenen Gebietes, und damit auch seiner Grenzen enthalten. Nicht alle Stelen nennen jedoch den König. Der zweite Teil der Inschrift enthält [[Fluchformel]]n. Im oberen Teil der Stelen sind meist Göttersymbole angebracht, manche Steine zeigen aber auch die Schenkung selber.&lt;br /&gt;
Der akkadische Name dieser Steine ist &amp;lt;sup&amp;gt;na&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;narû, Stele oder Gedenkstein aus Stein.&lt;br /&gt;
Kudurri werden traditionell als [[Grenzstein]]e gedeutet. Wie Inschriften zeigen, gab es aber auch narû, die Bestandteile von Gebäuden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Kathryn E. Slanski: &amp;#039;&amp;#039;Classification, historiography and monumental Authority&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche dieser Steine wurden &amp;quot;Im Angesicht der Götter&amp;quot; errichtet, was auf eine Weihezeremonie schließen lässt. Slanski argumentiert überzeugend für eine Aufstellung in Tempeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der symbolische Grenzstein hatte einen hohen Wert, stand deshalb nicht im Freien, sondern wurde an einem sicheren Ort verwahrt. Er konnte zwischen 0,1 und 1&amp;amp;nbsp;m hoch sein, die Durchschnittshöhe eines Kudurrus betrug 50–60&amp;amp;nbsp;cm, er trug auf der Oberseite meist eine Inschrift. Die Länge der Inschrift liegt zwischen 39 und 390 Zeilen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kathryn E. Slanski: &amp;#039;&amp;#039;Classification, historiography and monumental Authority&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;97.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusätzlich waren Götterembleme angebracht, die mit den im Text genannten Göttern identisch waren. Er hatte die Form einer oben abgerundeten [[Stele|Steinstele]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text selbst beinhaltet eine Gebietszuweisung an eine ranghohe Persönlichkeit des Landes. Gewöhnlich waren näher benannte Siedlungen nebst Personal als Ergänzung Inhalt des Kudurru-Textes. Der Kudurru stellt eine Besitzurkunde dar. In anderen Inschriften erhält der Beschenkte das Anrecht, von einem Tempel mit Nahrungsmitteln und Kleidung versorgt zu werden. Es konnten auch Abgaben an oder Arbeitsleistungen für die Krone erlassen werden. Es wird angenommen, dass diese Schenkungen erblich waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Kathryn E. Slanski: &amp;#039;&amp;#039;Classification, historiography and monumental Authority&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;99.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe der Zeit müssen die kassitischen Könige durch diese Schenkungen beträchtliche Ländereien und Steuereinnahmen eingebüßt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nun von Abgaben befreite Land blieb jedoch Eigentum der Person, die es als &amp;#039;&amp;#039;Leihe&amp;#039;&amp;#039; dem &amp;#039;&amp;#039;Belehnten&amp;#039;&amp;#039; zur Verfügung stellte. Selten wurden Kudurrus als Prozessurkunden in Landstreitigkeiten benutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kudurri wurden in Babylonien vom Ende des 2. bis zur Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. angefertigt. Zerbrach ein Stein, konnte ein anderer als Ersatz hergestellt werden, die eine Inschrift aus der Zeit von [[Nazi-Maruttaš]] belegt. Erstmals erwähnt wurden Kudurrus unter [[Kurigalzu I.]] im 14. Jahrhundert v. Chr. Ältere Verwendungen sind möglich. Das Kudurru-System stellte zunächst Zuweisungen von Regionen und Gebieten dar. Später, zu Zeiten des [[Nebukadnezar I.]], wurden die Texte immer weiter ausgeschmückt mit Gründen der Landzuweisungen: &amp;#039;&amp;#039;Šitti-Marduk, der die [[Amurriter]] besiegte und den Kassiten die Beute abjagte.&amp;#039;&amp;#039; Einige Kudurri enthalten auch historische Informationen, die sich auf die Umstände beziehen, unter denen der Beschenkte sich diese Zuwendung verdiente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Momentan sind ca. 160 Kudurru bekannt. Etwa 20 stammen aus Babylonien, drei aus [[Kisch (Mesopotamien)|Kisch]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;deposit.ddb.de&amp;quot;&amp;gt;Geeta De Clercq: &amp;#039;&amp;#039;Die Göttin Ninegal/Bēlet-ekallim nach den altorientalischen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation Würzburg 2003, http://d-nb.info/982492596/34&amp;lt;/ref&amp;gt;, fast ein Drittel aller bekannten kudurri stammt aus [[Susa (Persien)|Susa]], wohin sie [[Šutruk-Nahhunte II.]] zusammen mit anderen Schriftdokumenten, wie der Stele des [[Hammurapi I. (Babylon)|Hammurapi]] und der Stele des [[Naram-Sin (Akkad)|Naram-Sin]] im 12. Jahrhundert verschleppt hatte.&amp;lt;ref name=S96&amp;gt;Kathryn E. Slanski: &amp;#039;&amp;#039;Classification, historiography and monumental Authority&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden vermutlich im Hof des [[Inšušinak]]-Tempels aufbewahrt (Schnitt 7 und 7α der Grabungen von 1898) aufbewahrt&amp;lt;ref&amp;gt;C. L. Crawford, Collecting, defacing, reinscribing. In: Norman Yoffee, Negotiating the past in the past: identity, memory, and landscape in archaeological research. Tucson, University of Arizona Press 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; und mussten somit große symbolische Bedeutung haben. Teilweise wurden elamitische Inschriften angebracht. Slanski nimmt an, dass diese Stelen aus babylonischen Tempeln geraubt wurden.&amp;lt;ref name=S96/&amp;gt; Der Rest stammt aus dem Kunsthandel und ihr Herkunftsort ist unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kudurru des [[Meli-Šipak]]&amp;lt;ref&amp;gt;BKI 103 = BBS 3&amp;lt;/ref&amp;gt; benennt den Gott [[Panigarra]] als Herren des Kudurru.&amp;lt;ref name=&amp;quot;deposit.ddb.de&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W. J. Hinke deutete die Göttersymbole auf den kudurri als [[Tierkreiszeichen]].&amp;lt;ref&amp;gt;W. J. Hinke: &amp;#039;&amp;#039;A new Boundary Stone of Nebuchadnezzar I from Nippur. The Babylonian Expedition of the University of Pennsylvania, Series D: Researches and Treatises 4&amp;#039;&amp;#039;. University of Pennsylvania, Philadelphia 1907, S.&amp;amp;nbsp;71–115.&amp;lt;/ref&amp;gt; V. S. Tuman versuchte, Sternenkonstellationen zu identifizieren und sie so zur Datierung zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;V. S. Tuman: &amp;#039;&amp;#039;Astronomical Dating of the Nebuchadnezzar Kudurru found in Nippur in February 1896&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Nippur at the Centennial: Papers Read at the 35&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt; Rencontre Assyriologique Internationale&amp;#039;&amp;#039;. The University Museum, Philadelphia 1988, S.&amp;amp;nbsp;281–285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensbestandteil ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Kudurri&amp;#039;&amp;#039; war Inhalt von Herrschertiteln, hat aber inhaltlich nichts mit &amp;#039;&amp;#039;Grenze/Grenzstein&amp;#039;&amp;#039; gemeinsam. Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Kudurri&amp;#039;&amp;#039; in Herrschertiteln ist ein Begriff der [[elamisch]]/[[akkadisch]]en Sprache und bedeutet &amp;#039;&amp;#039;erstgeborener bzw. ältester Sohn&amp;#039;&amp;#039;. Aus den Grundformen &amp;#039;&amp;#039;Kudurru&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;nasaru&amp;#039;&amp;#039; folgt die Verwendung &amp;#039;&amp;#039; Kudurri&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;us.ur&amp;#039;&amp;#039; als Zusatz im Herrschertitel: Gott &amp;#039;&amp;#039;Nabu&amp;#039;&amp;#039; ältester Sohn &amp;#039;&amp;#039;kudurri&amp;#039;&amp;#039; schützen/bewahren &amp;#039;&amp;#039;us.ur&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Gott Nabu schütze/bewahre meinen erstgeborenen/ältesten Sohn&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeremy A. Black &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Akkadian&amp;#039;&amp;#039;, S. 165 und S. 244&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der erste kudurru wurde 1788 von dem französischen [[Reisender|Reisenden]] [[Antoine Michaux]] südlich von [[Bagdad]] entdeckt und der [[Bibliothèque nationale de France|französischen Nationalbibliothek]] übergeben. Er wurde als &amp;#039;&amp;#039;Caillou Michaux&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Er stammt aus der Regierungszeit von [[Marduk-nādin-aḫḫe]] (1099–1082 v. Chr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Leonard William King: &amp;#039;&amp;#039;Babylonian Boundary-Stones and Memorial-Tablets in the British Museum&amp;#039;&amp;#039;. Longmans, London 1912 [http://www.archive.org/stream/babylonianbounda00brituoft#page/n5/mode/2up].&lt;br /&gt;
* John A. Brinkman, Stephanie Dalley: &amp;#039;&amp;#039;A Royal Kudurru from the reign of Aššur-nadin-šumi&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie&amp;#039;&amp;#039; 78, 1988 {{ISSN|0084-5299}}, S. 76–98.&lt;br /&gt;
* [[Ursula Seidl]]: &amp;#039;&amp;#039;Die babylonischen Kudurru-Reliefs. Symbole mesopotamischer Gottheiten&amp;#039;&amp;#039;. Universitätsverlag u. a., Freiburg 1989, ISBN 3-7278-0603-6 (&amp;#039;&amp;#039;Orbis biblicus et orientalis&amp;#039;&amp;#039; 87).&lt;br /&gt;
* Jeremy A. Black, [[Tina Breckwoldt]]: &amp;#039;&amp;#039;A concise dictionary of Akkadian&amp;#039;&amp;#039;. 2. korrigierter Druck. Harrassowitz, Wiesbaden 2000, ISBN 3-447-04264-8 (&amp;#039;&amp;#039;SANTAG&amp;#039;&amp;#039; 5).&lt;br /&gt;
* Kathryn E. Slanski: &amp;#039;&amp;#039;Classification, historiography and monumental Authority. The Babylonian entitlement Narûs (kudurrus)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Cuneiform Studies&amp;#039;&amp;#039; 52, 2000 {{ISSN|0022-0256}}, S. 95–114.&lt;br /&gt;
* Ulla Koch, Joachim Schaper: Eine neue Interpretation der Kudurru-Symbole 1990&lt;br /&gt;
* Franz X. Steinmetzer: &amp;#039;&amp;#039;Die babylonischen Kudurru (Grenzsteine) als Urkundenform&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 1922, (&amp;#039;&amp;#039;Studien zur Geschichte und Kultur des Altertums&amp;#039;&amp;#039; 11, 4/5 {{ZDB|510174-8}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Kudurru}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bible-history.com/ancient_art/Kudurru_of_Melishihu.html Nahaufnahme eines Kudurru von Meli-Schipak 1181–1167 v. Chr. (Louvre)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mesopotamien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Babylonien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kassiten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Assyrien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Dokument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grenzstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altorientalische Stele]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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