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	<title>Kritias - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit Kritias, dem Sohn des [[Kallaischros]]. Für weitere Bedeutungen siehe [[Kritias (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kritias&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|prefix=nein|Κριτίας|Kritías}}; * um 460 v. Chr.; † [[403 v. Chr.]] bei [[Munychia]]) war ein [[athen]]ischer Politiker, Philosoph, Schriftsteller und Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Kritias stammte aus einer vornehmen und reichen Familie. Sein Vorfahre [[Dropides (Archon 593/92 v. Chr.)|Dropides]], der in Athen 593/592 v. Chr. [[Archon eponymos|eponymer Archon]] war, also ein Jahr lang das höchste Staatsamt ausübte, war ein Freund und Verwandter des berühmten athenischen Gesetzgebers [[Solon]].&amp;lt;ref&amp;gt;Platon, &amp;#039;&amp;#039;[[Timaios]]&amp;#039;&amp;#039; 20e und &amp;#039;&amp;#039;[[Charmides]]&amp;#039;&amp;#039; 155a. Vgl. John K. Davies: &amp;#039;&amp;#039;Athenian Propertied Families, 600–300 B.C.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1971, S. 322–326.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Periktione]], die Mutter des Philosophen [[Platon]], war eine Cousine des Kritias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philosophiegeschichtlich wird Kritias den [[Sophisten]] zugeordnet. Dazu passt der Umstand, dass sich seine überlieferten philosophischen Äußerungen durch deutlichen moralischen Relativismus auszeichnen. Biographisch gehörte er aber schon zu den Sokrates-Schülern, wobei sich [[Sokrates]] nach [[Xenophon]], der vielleicht seine eigene ursprüngliche Sympathie und Kollaboration mit den Oligarchen (s.&amp;amp;nbsp;u.) herunterspielen oder verbergen wollte, von ihm deutlich distanziert haben soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Krieges]] mit der Niederlage Athens riss Kritias zusammen mit 29 weiteren Oligarchen ([[Herrschaft der Dreißig|„Rat der Dreißig“]]) und mit Hilfe der spartanischen Besatzer die Staatsgewalt an sich und begann, nachdem er seinen Widersacher [[Theramenes]] ausschalten konnte, mit der systematischen Ermordung politischer Gegner und der Verfolgung reicher [[Metöke]]n, um deren Vermögen an sich zu bringen. Einige Autoren, insbesondere [[Karl Popper]], glauben, dass er durch Konspiration mit dem Feind zur Niederlage seiner Heimatstadt beigetragen hat. Prominente Beispiele für die Verfolgung sind der berühmte Redenschreiber [[Lysias]] und sein Bruder Polemarchos. Auch der berühmte Athlet [[Autolykos (Athlet)|Autolykos]], den [[Xenophon]] in seinem „Gastmahl“ beschreibt, wurde von den Dreißig umgebracht. In nur acht Monaten verloren während der Herrschaft der Oligarchen 1500 Athener gewaltsam ihr Leben. Erst der von [[Thrasybulos (Feldherr von Athen)|Thrasybulos]] geführte Aufstand beendete die Herrschaft der Dreißig. Kritias fiel bei den Kämpfen im Gebiet des [[Munychia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
Kritias verfasste eine Reihe von Werken teils in Prosa, teils in Versen, von denen nur Fragmente erhalten sind. In der Forschung seit langem umstritten ist die Frage, ob er auch Tragödien gedichtet hat. [[Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff]] hat ihm eine [[Tetralogie]] von drei Tragödien (&amp;#039;&amp;#039;Tennes&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Rhadamanthys&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Peirithus&amp;#039;&amp;#039; [&amp;#039;&amp;#039;Peirithoos&amp;#039;&amp;#039;]) und einem [[Satyrspiel]] (&amp;#039;&amp;#039;Sisyphos&amp;#039;&amp;#039;) zugeschrieben. Ein erhaltenes Fragment von 42 Versen stammt nach dieser Hypothese aus dem &amp;#039;&amp;#039;Sisyphos&amp;#039;&amp;#039; des Kritias. Die Herkunft des Fragments aus einem Satyrspiel ist nicht sicher, aber wahrscheinlich. Nach heutigem Forschungsstand sind die 42 Verse allerdings eher [[Euripides]] zuzuschreiben als Kritias. Auch die Tragödien – aus dem &amp;#039;&amp;#039;Peirithus&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;Rhadamanthys&amp;#039;&amp;#039; sind Fragmente erhalten – stammen möglicherweise von Euripides.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Übersicht über die Forschungsdiskussion und deren Ergebnisse bieten [[Bernhard Zimmermann (Philologe)|Bernhard Zimmermann]] und Rebecca Lämmle in: Bernhard Zimmermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der griechischen Literatur der Antike&amp;#039;&amp;#039;, Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit&amp;#039;&amp;#039;, München 2011, S. 608f., 660f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Figur ==&lt;br /&gt;
Kritias ist eine der Figuren, die Platon des Öfteren in seinen [[Platonischer Dialog|Dialogen]] auftreten lässt. In den platonischen Frühdialogen &amp;#039;&amp;#039;[[Charmides]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Protagoras (Platon)|Protagoras]]&amp;#039;&amp;#039; ist unklar, wie Platon als Autor zu seinem Onkel steht. Es ist umstritten, welcher Kritias im &amp;#039;&amp;#039;[[Timaios]]&amp;#039;&amp;#039; und dann auch im &amp;#039;&amp;#039;[[Kritias (Platon)|Kritias]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Atlantis]] erzählt; es könnte auch der ältere Kritias, der Großvater gleichen Namens, gemeint sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.&amp;amp;nbsp;B. Laurence Lampert und Christopher Planeaux: &amp;#039;&amp;#039;Who’s Who in Plato’s Timaeus-Critias and Why&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;The Review of Metaphysics&amp;#039;&amp;#039; Bd. 52 Nr. 1, 1998, S. 87–125.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer Dialog, in dem Kritias vorkommt, ist der pseudo-platonische &amp;#039;&amp;#039;[[Eryxias]]&amp;#039;&amp;#039;. Zur Zeit der sogenannten zweiten Sophistik lobt [[Flavius Philostratos]], in der ihm eigenen ironischen Art, Sprache und Stil des Kritias.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seither wurde Kritias auch in zahlreichen anderen literarischen Werken porträtiert, etwa in dem populärwissenschaftlichen Roman &amp;#039;&amp;#039;Atom&amp;#039;&amp;#039; von [[Karl Aloys Schenzinger]] sowie 2008 in dem historischen Roman &amp;#039;&amp;#039;Mord im Garten des Sokrates&amp;#039;&amp;#039; von [[Sascha Berst]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersichtsdarstellungen in Handbüchern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Luc Brisson]]: &amp;#039;&amp;#039;Critias.&amp;#039;&amp;#039; In: Richard Goulet (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des philosophes antiques.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, CNRS Éditions, Paris 1994, ISBN 2-271-05195-9, S. 512–520&lt;br /&gt;
* [[John K. Davies]]: &amp;#039;&amp;#039;Athenian propertied families, 600–300 BC.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, London 1971.&lt;br /&gt;
* George B. Kerferd, [[Hellmut Flashar]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritias aus Athen&amp;#039;&amp;#039;. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Grundriss der Geschichte der Philosophie]]. Die Philosophie der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 2/1, Schwabe, Basel 1998, ISBN 3-7965-1036-1, S. 81–84, 132 f.&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Alfred Breitenbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritias und Herodes Attikos: Zwei Tyrannen in Philostrats Sophistenviten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Wiener Studien]]&amp;#039;&amp;#039; 116, 2003, S. 109–113.&lt;br /&gt;
* György Németh: &amp;#039;&amp;#039;Kritias und die Utopie der Tyrannen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Antiqua]]&amp;#039;&amp;#039; 40, 2001, S. 357–366, {{DOI|10.1556/AAnt.40.2000.1-4.31}}.&lt;br /&gt;
* György Németh: &amp;#039;&amp;#039;Kritias und die Dreißig Tyrannen. Untersuchungen zur Politik und Prosographie der Führungselite in Athen 404/403 v. Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 43). Franz Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08866-0.&lt;br /&gt;
* [[Fritz-Gregor Herrmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Hat Kritias nach Spartas Pfeife getanzt?&amp;#039;&amp;#039; In: Vasiliki Pothou und Anton Powell (Hrsg.), [https://www.steiner-verlag.de/en/Das-antike-Sparta/9783515113724  &amp;#039;&amp;#039;Das Antike Sparta&amp;#039;&amp;#039;] Franz Steiner, Stuttgart 2017, S. 133–155. ISBN 978-3-515-11372-4,&lt;br /&gt;
* [[Thomas G. Rosenmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;The family of Critias.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[American Journal of Philology]]&amp;#039;&amp;#039; 70, 1949, S. 404–410.&lt;br /&gt;
* Dorothy Stephans: &amp;#039;&amp;#039;Critias. Life and Literary Remains.&amp;#039;&amp;#039; Cincinnati 1939 (Dissertation)&lt;br /&gt;
* Mario Untersteiner: &amp;#039;&amp;#039;The Sophists.&amp;#039;&amp;#039; Barnes &amp;amp; Noble, New York 1954.&lt;br /&gt;
* Stephen Usher: &amp;#039;&amp;#039;Xenophon, Critias, and Theramenes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Hellenic Studies]]&amp;#039;&amp;#039; 88, 1968, S. 128–135.&lt;br /&gt;
* Henry Theodore Wade-Gery: &amp;#039;&amp;#039;Kritias and Herodes&amp;#039;&amp;#039;. In: Henry Theodore Wade-Gery: &amp;#039;&amp;#039;Essays in Greek History.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, Oxford 1958, S. 271–292.&lt;br /&gt;
* Jean Yvonneau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;La muse au long couteau&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;: Critias, de la création littéraire au terrorisme d&amp;#039;éta&amp;#039;&amp;#039;, Edition Ausonius, Bordeaux 2018, ISBN 978-2-35613-202-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119286963}}&lt;br /&gt;
* Egon Gottwein: [https://www.gottwein.de/Grie/vorsokr/VSKritias01.php Textauswahl zur Vorsokratischen Philosophie]&lt;br /&gt;
* {{IEP|https://www.iep.utm.edu/c/critias.htm|Critias (c. 460-403 BC)|William Morison}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20200928161414/http://www.pinselpark.org/philosophie/k/kritias/texte/rel.html Kritias über die Entstehung der Religion]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119286963|LCCN=n/00/87919|VIAF=17263602}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kritias}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorsokratiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Altgriechisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 5. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 403 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kritias&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=athenischer Politiker, Philosoph und Dichter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 460 v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=403 v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=Munychia (ein Hafen von [[Athen]])&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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