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	<title>Kristallographie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kristallographie&amp;diff=44433&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MrBenjo: +Normdaten</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;+Normdaten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kristallographie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (alternative Schreibung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kristallografie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kristallkunde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  ist die Wissenschaft von den [[Kristall]]en, ihrer Struktur, Entstehung oder Herstellung und ihrer Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Ansätze zu einer systematischen Erfassung von Mineralien finden sich bei [[Theophrastos von Eresos]] (371–287 v. Chr.) und speziell der Kristalle im Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]] (23/24–79 n. Chr.), der beispielsweise den oktaedrischen [[Kristallhabitus]] und die extreme Härte von [[Diamant]]en beschreibt. In seinem 1546 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;De natura fossilium&amp;#039;&amp;#039; teilt [[Georgius Agricola]] Minerale nach ihren physikalischen Eigenschaften ein und kommentiert deren geometrische Formen. [[Johannes Kepler]] gelangte bei seiner Analyse des Aufbaus der sechseckigen Schneeflocken in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Strena seu de nive sexangula&amp;#039;&amp;#039; 1611 zur sogenannten [[Keplersche Vermutung|Keplerschen Vermutung]], die bestmögliche Kugelpackungen beinhaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen an Kristallen betrafen ihre äußere Form und ihre geometrischen Eigenschaften. So entdeckte [[Nicolaus Steno]] 1669 das Gesetz der [[Winkelkonstanz]], dem zufolge die [[Winkel]] zwischen kristallographisch gleichen Flächen desselben Minerals stets gleich groß sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Seifert: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Steno als Bahnbrecher der modernen Kristallographie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv&amp;#039;&amp;#039; 38, 1954, S. 29–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[René-Just Haüy]] formulierte 1801 das „[[Rationalitätsgesetz|Dekreszenzgesetz]]“ und das „Symmetriegesetz“; er war der erste, der den Begriff der [[Symmetrie (Geometrie)|Symmetrie]] in einer formalen Definition in die Kristallographie einführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte [[Gruppentheorie]] wurde von den Kristallographen schnell übernommen. Nach Vorarbeiten [[Leonhard Sohncke]]s ([[Sohncke-Raumgruppe]]n, 1876) gelang [[Arthur Schoenflies]] und [[Jewgraf Stepanowitsch Fjodorow]] 1890/91 die Ableitung aller 230 kristallographischen [[Raumgruppe]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Beweis, dass Kristalle dreidimensional periodisch aufgebaut sind, gelang [[Max von Laue]] mit Hilfe der [[Röntgenbeugung]] 1912. Die Bestimmung der Strukturen von einfachen anorganischen Kristallen wie [[Natriumchlorid]] (NaCl) konnte bald darauf von [[William Henry Bragg]] und [[William Lawrence Bragg]] durchgeführt werden. Diese Methode ermöglichte in den folgenden Jahrzehnten die Aufklärung der Kristallstruktur der [[Desoxyribonukleinsäure]] durch [[Rosalind Franklin]], [[James Watson]] und [[Francis Crick]] (1953) und der des [[Insulin]]s durch [[Dorothy Crowfoot Hodgkin]] (1969) sowie die Entdeckung von fünfzähligen Symmetrieachsen ([[Quasikristall]]) in einer schnell abgekühlten Aluminium-Mangan [[Legierung]] durch [[Dan Shechtman]] und Mitarbeiter (1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jahr 2014 wurde von der [[Vereinte Nationen|UNO]] zum [[Internationales Jahr der Kristallographie|Internationalen Jahr der Kristallographie]] ausgerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.iycr2014.de/ |wayback=20140326072256 |text=Internationales Jahr der Kristallographie }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Kristallographie zeigt sich auch daran, dass für bahnbrechende Fortschritte in kristallographischen Techniken und daraus resultierenden Ergebnissen bis jetzt 29 Nobelpreise verliehen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.iucr.org/people/nobel-prize International Union of CRYSTALLOGRAPHY]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersuchungsgegenstand ==&lt;br /&gt;
Historisch gesehen ist die Kristallographie ein Teilgebiet der [[Mineralogie]], aus der sie entstanden ist. Kristalle können als Materialien Untersuchungsgegenstand der Forschung sein. In diesem Sinne ist die Kristallographie eine [[Materialwissenschaft]], die [[physik]]alische und [[Chemie|chemische]] Parameter von Kristallen bestimmt und die in ihnen auftretenden physikochemischen Prozesse untersucht. Die untersuchten Kristalle können natürlichen ([[Mineral]]e) oder synthetischen (zum Beispiel [[Keramik]]en, [[Metall]]e, gezüchtete Kristalle von organischen Molekülen oder biologischen Makromolekülen) Ursprungs sein. Es kann sich dabei also um [[Anorganische Chemie|anorganisch]]e oder [[Organische Chemie|organisch]]e Stoffe handeln, einschließlich biologischer Makromoleküle wie [[Protein]]e. Ein wichtiges Teilgebiet der Kristallographie ist die [[Kristallstrukturanalyse]], womit der atomare Aufbau der Kristalle untersucht wird. Neben der Struktur und Packung der Atome und Moleküle in dem Kristall, welche die physikalisch-chemischenen Eigenschaften des kristallinen Materials bestimmt, wird dabei auch die [[Konstitution (Chemie)|Konstitution]], [[Stereochemie]] und [[Konformation]] von [[Molekül]]en im Kristall analysiert. Diese Methode hat damit auch große Bedeutung in der [[Chemie]], [[Biochemie]] und [[Strukturbiologie]] von Molekülverbindungen und [[Komplexchemie|Komplexverbindungen]], auch wenn der kristalline Zustand oder überhaupt die Struktur im Festkörper nicht Interesse der Forschung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersuchungsmethoden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Goniometer 0228.jpg|miniatur|Ein Zweikreis[[goniometer]] zur Messung der Kristallwinkel. Die Ablesegenauigkeit auf den Teilkreisen ist besser als eine [[Bogenminute]]]]&lt;br /&gt;
Für Untersuchungen der Form von Kristallen benutzt man Methoden der [[Geometrische Optik|geometrischen Optik]] wie die [[Reflexionsgoniometrie]], bei welcher der [[Reflexion (Physik)|Reflexionswinkel]] des Lichtes zur Bestimmung der Lage einer Kristallfläche im Raum genutzt wird. Eine Standardmethode zur Bestimmung der [[Optik|optischen]] Eigenschaften von Kristallen ([[Lichtbrechung]], [[Doppelbrechung]], [[Pleochroismus]], [[Bireflektanz]], [[Anisotropieeffekt]]e) ist die [[Polarisationsmikroskopie]], die sich die Erkenntnisse der [[Wellenoptik]] zunutze macht. Mit Hilfe des [[Universaldrehtisch]]s, auch als [[Fjodorow-Tisch]] bezeichnet, der einen Zusatz zum Polarisationsmikroskop darstellt, wird durch freie [[Rotation (Physik)|Rotation]] der Probe in allen Richtungen die Bestimmung der Orientierung der in ihr enthaltenen Kristalle ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die [[Röntgenbeugung]] die Standardmethode zur Bestimmung von Kristallstrukturen, obwohl es inzwischen auch andere Methoden wie zum Beispiel die [[Neutronenbeugung]] gibt. Während Beugungsmethoden Informationen über den Aufbau des Kristalls als Ganzem liefern, ermöglicht es die [[Spektroskopie]], die nähere Umgebung einzelner Atome zu erforschen. Mit Methoden wie der [[IR-Spektroskopie]], der [[Raman-Spektroskopie]], der [[Elektronenspinresonanz]] und der [[Kernspinresonanz]] können die [[Koordinationszahl]] einzelner Atome bestimmt und der Einbau von Fremdatomen nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teildisziplinen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Snow crystallization in Akureyri 2005-02-26 19-03-37.jpeg|mini|[[Eis]]kristalle bilden sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedriger Temperatur]]&lt;br /&gt;
;Geometrische Kristallographie:&lt;br /&gt;
* [[Kristallmorphologie]]&lt;br /&gt;
* [[Gruppentheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Physikalisch-Chemische Kristallographie:&lt;br /&gt;
* [[Keimbildung]]&lt;br /&gt;
* [[Kristallwachstum]]&lt;br /&gt;
* [[Kristallstrukturanalyse]]&lt;br /&gt;
* [[Kristalloptik]]&lt;br /&gt;
* [[Kristallchemie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Technische Kristallographie:&lt;br /&gt;
* [[Kristallzüchtung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Studium ==&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] konnte Kristallographie als selbständiges Fach und als Fachrichtung des Studiengangs [[Mineralogie]] studiert werden. Nach dessen Zusammenlegung mit der [[Geologie]] und der [[Geophysik]] werden kristallographische Lehrinhalte in den neuen gemeinsamen [[Bachelor]]- und [[Master]]studiengängen „[[Geowissenschaften]]“ vermittelt. In der [[Schweiz]] existiert ein eigener Studiengang Kristallographie; diesen gab es auch in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. Absolventen dieser Studiengänge führen den akademischen Grad „Diplom-Kristallograph“. Vorlesungen über Kristallographie sind unter anderem auch Teil der Studienrichtungen [[Physik]], [[Chemie]], [[Materialwissenschaft und Werkstofftechnik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[International Tables for Crystallography]]&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Hrsg=[[Joachim Bohm (Kristallograph)|Joachim Bohm]], Detlef Klimm, Manfred Mühlberg, Björn Winkler|Titel=[[Will Kleber]]: Einführung in die Kristallographie|Auflage=20|Verlag=[[Walter de Gruyter (Verlag)|De Gruyter]]|Ort=Berlin/Boston|Datum=2021|ISBN=978-3-11-046023-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Walter Borchardt-Ott, Heidrun Sowa|Titel=Kristallographie – Eine Einführung für Studierende der Naturwissenschaften|Auflage=9|Verlag=[[Springer Spektrum]]|Ort=Berlin|Datum=2018|ISBN=978-3-662-56815-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Frank Hoffmann|Titel=Faszination Kristalle und Symmetrie – Einführung in die Kristallographie|Auflage=1|Verlag=[[Springer Spektrum]]|Ort=Berlin|Datum=2016|ISBN=978-3-658-09581-9}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Hrsg=José Lima-de-Faria|Titel=Historical Atlas of Crystallography|Auflage=1|Verlag=[[Springer Science+Business Media|Springer Science+Business]]|Ort= Dordrecht|Datum=1990|ISBN=978-0-7923-0649-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{commonscat|Crystallography}}&lt;br /&gt;
* [http://www.dgk-home.de/ Deutsche Gesellschaft für Kristallographie]&lt;br /&gt;
* [http://www.crystallography.net/ Crystallography Open Database]&lt;br /&gt;
* [http://www.iucr.org/ International Union of Crystallography]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Kristallographie] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.jcrystal.com/steffenweber/ Kristallographie-Seite von Steffen Weber mit anschaulichen Java-Applets]&lt;br /&gt;
* [http://www.cryst.ehu.es/ Bilbao Crystallographic Server] ([[Universität Baskenland]])&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.uni-jena.de/vortrag_heide-skin-print.html Eine Abhandlung über die Geschichte der Kristallographie] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://mineralogie.uni-wuerzburg.de/links/teach/teaching.html#min | wayback=20090124030537 | text=Linkverzeichnis zu Einführungen in die Kristallographie}} (auf Englisch)&lt;br /&gt;
* [http://scienceblog.at/wunderwelt-der-kristalle Rupp: Wunderwelt der Kristalle — Die Kristallographie feiert ihren 100. Geburtstag]&lt;br /&gt;
* [http://www.xtal.iqfr.csic.es/Cristalografia/index-en.html Crystallography — CSIC Seite um Kristallographie zu lernen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4033217-2|LCCN=sh85034498|NDL=00565652}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kristallographie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teilgebiet der Chemie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MrBenjo</name></author>
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