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	<title>Kreuzzug des Prinzen Eduard - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-09-03T09:18:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;wap. x1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Militärischer Konflikt&lt;br /&gt;
|KONFLIKT=Kreuzzug des Prinzen Eduard&lt;br /&gt;
|TEILVON=[[Kreuzzüge]]&lt;br /&gt;
|BILD=Eduard1-trun.jpg&lt;br /&gt;
|BILDBREITE=250px&lt;br /&gt;
|BESCHREIBUNG=Prinz Eduard von England führte den letzten Kreuzzug in das heilige Land an. Darstellung aus dem 13. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
|DATUM=August 1270 bis April 1272&lt;br /&gt;
|DATUMBIS=&lt;br /&gt;
|ORT=[[Palästina (Region)|Palästina]], [[Libanon]], [[Syrien]]&lt;br /&gt;
|CASUS=&lt;br /&gt;
|GEBIETE=&lt;br /&gt;
|AUSGANG=Waffenstillstand zwischen Christen und Mameluken&lt;br /&gt;
|FOLGEN=Status quo ante bellum&lt;br /&gt;
|FRIEDENSSCHLUSS=&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT1=[[Datei:Cross of the Knights Templar.svg|20px]] Kreuzfahrer&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Blason Royaume de Jérusalem.svg|20px]] [[Königreich Jerusalem]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Armoiries Lusignan Chypre.svg|20px]] [[Königreich Zypern]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Blason Ordre du Temple.svg|20px]] [[Templerorden]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Blason Ordre de Saint-Jean de Jérusalem.svg|20px]] [[Souveräner Malteserorden|Hospitaliterorden]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:D&amp;#039;argent croix de sable.svg|20px]] [[Deutscher Orden]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Flag of Ilkhanate.svg|20px]] [[Ilchane|Il-Khanat]]&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT2=[[Datei:Mameluke Flag.svg|20px]] [[Mameluken]]sultanat von Ägypten und Syrien&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER1=[[Eduard I. (England)|Eduard Plantagenet]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Hugo III. (Zypern)|Hugo III. von Zypern]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Abaqa]]&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER2=[[Baibars I.|as-Zahir Baibars]]&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE1=ca. 1000 Kreuzfahrer&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE2=unbekannt&lt;br /&gt;
|VERLUSTE1=unbekannt&lt;br /&gt;
|VERLUSTE2=unbekannt&lt;br /&gt;
|NOTIZEN=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kreuzzug des Prinzen Eduard&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (August 1270 bis April 1272) war die letzte von der [[römisch-katholisch]]en Kirche sanktionierte „bewaffnete Pilgerfahrt“, die in das [[Heiliges Land|heilige Land]] zog. Angeführt wurde der Kreuzzug vom Kronprinzen [[Eduard I. (England)|Eduard Plantagenet]], dem späteren König Eduard I. von England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinz Eduard beabsichtigte ursprünglich am Kreuzzug des französischen Königs [[Ludwig IX. (Frankreich)|Ludwig IX. dem Heiligen]] ([[Siebter Kreuzzug]]) teilzunehmen. Nachdem dieser aber am 25. August 1270 bei der Belagerung von [[Tunis]] gestorben war und das französische Kreuzfahrerheer darauf zum Rückmarsch in seine Heimat aufbrach, führte Eduard sein englisches Kontingent weiter in die [[Levante]]. Besonders in der Geschichtsliteratur des deutschsprachigen Raums wird sein Kreuzzug daher häufig als ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Teil des siebten Kreuzzuges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; betrachtet. In der englischen und französischen Literatur wird er hingegen als separates Unternehmen geführt und hier als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neunter Kreuzzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Dabei zählt der [[Kreuzzug von Damiette]] als separater &amp;#039;&amp;#039;fünfter&amp;#039;&amp;#039;, der [[Kreuzzug Friedrichs II.]] als separater &amp;#039;&amp;#039;sechster&amp;#039;&amp;#039; und die [[Kreuzzug Ludwigs IX.|Kreuzzüge Ludwigs IX.]] als &amp;#039;&amp;#039;siebter&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;achter Kreuzzug&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kreuzzuges war eine Entlastung der wenigen verbliebenen christlichen [[Kreuzfahrerstaaten]], die sich seit 1263 unablässiger Angriffe seitens des ägyptisch-syrischen [[Mameluken]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;sultans [[Baibars I.|as-Zahir Baibars]] ausgesetzt sahen und schon mehrere Burgen und Städte, vor allem [[Belagerung von Antiochia (1268)|Antiochia (1268)]], an ihn verloren hatten. Sultan Baibars stand im Begriff, die letzten Überbleibsel der infolge des [[Erster Kreuzzug|ersten Kreuzzugs]] (1099) begründeten christlichen Herrschaft im heiligen Land zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Seit die Mameluken unter Baibars ab 1263 die christlichen Besitzungen in der Levante angriffen, hatte Papst [[Clemens IV.]] europaweit den Kreuzzug predigen lassen. Nachdem 1266 die Templerburg [[Safed]] gefallen und die Kreuzzugswerbungen nur auf geringe Resonanz gestoßen waren, beauftragte er im Herbst 1266 [[Ottobono Fieschi]], den er zum [[Päpstlicher Legat|päpstlichen Legaten]] für England ernannte, dort für einen neuen Kreuzzug zu predigen. Während aber im März 1267 der französische König Ludwig&amp;amp;nbsp;IX. mit seinen Söhnen ein Kreuzzugsgelübde ablegte, stieß Ottobonos Aufruf zu einem neuen Kreuzzug während des [[Englisches Parlament|Parlaments]] in [[Bury St Edmunds]] zunächst auf Ablehnung. Das lag vor allem am langjährigen [[Zweiter Krieg der Barone|Zweiten Krieg der Barone]], der Rebellion einer Adelsopposition gegen König Heinrich&amp;amp;nbsp;III., die erst 1267 endgültig beendet werden konnte. Schließlich konnte Ottobono am 24.&amp;amp;nbsp;Juni 1268 während eines weiteren Parlaments in [[Northampton]] den Thronfolger Eduard, seinen Bruder [[Edmund Crouchback, 1. Earl of Lancaster|Edmund]], [[Henry of Almain]], [[John de Warenne, 6. Earl of Surrey|Earl Warenne]], den [[Gilbert de Clare, 6. Earl of Hertford|Earl of Gloucester]], [[William de Valence, 1. Earl of Pembroke|William de Valence]] und andere Barone überzeugen, ebenfalls ein Kreuzzugsgelübde abzulegen. Bereits 1250 hatte Eduards Vater Heinrich&amp;amp;nbsp;III. ein Kreuzzugsgelübde abgelegt, das er bislang nicht eingelöst hatte. Zwar hoffte der König noch 1268, dass er sein Gelübde noch erfüllen könne,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt; doch an seiner Stelle brachen schließlich mit Eduard und Edmund sogar seine beiden Söhne zum Kreuzzug auf, was angesichts der weiter angespannten Lage in England sogar der Papst kritisch sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das englische Kreuzfahrerheer ==&lt;br /&gt;
Nicht nur die Rekrutierung von Soldaten, sondern auch die Finanzierung des Kreuzzugs war in England, das sich noch nicht von den Folgen des Kriegs der Barone erholt hatte, nicht einfach. 1268 begann Heinrich&amp;amp;nbsp;III. Verhandlungen mit dem Parlament zur Finanzierung des Kreuzzugs. Erst nach langen Verhandlungen wurde 1270 die Steuer eines Zwanzigsten auf die beweglichen Güter bewilligt. In der Zwischenzeit musste sich Eduard beim französischen König etwa £&amp;amp;nbsp;17.500 für die Finanzierung des Kreuzzugs leihen. Obwohl auch eine Reihe schottischer Barone wie [[Robert de Brus, 6. Lord of Annandale|Robert de Brus]] an dem Kreuzzug teilnahmen, scheiterte der Versuch, auch in Schottland eine Steuer für den Kreuzzug zu erheben, am Widerstand von König [[Alexander III. (Schottland)|Alexander III.]] Letztlich blieb das englische Kreuzfahrerheer nur klein. Es bestand aus mehreren Kontingenten, die mehrere hochadlige Führer gegen Entgelt rekrutierten. Den Kern des Heeres stellten die Ritter aus Eduards Haushalt. Im Juli 1270 schloss er Verträge mit 18 Baronen, die insgesamt 225 Ritter stellten. Edmund of Lancaster erhielt beispielsweise für sein Kontingent von 100 Rittern 10.000 [[Mark (Währung)|Mark]] (über £&amp;amp;nbsp;6666) sowie die für die Überfahrt erforderlichen Schiffe, während William de Valence für 19 Ritter 2000 Mark (über £&amp;amp;nbsp;1333) erhielt. Wegen der verschiedenen Kontingente kann die Zahl der Kreuzfahrer nicht genau beziffert werden, doch war das Heer sicher nicht viel größer als 1000 Mann.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der Ritter, die an dem Kreuzzug teilnehmen wollten, hatten im Krieg der Barone auf der Seite des Königs gekämpft, und viele gehörten zu den Freunden oder Gefolgsleuten des Thronfolgers. Da den besiegten Anhängern der Rebellen von der siegreichen königlichen Partei hohe Strafzahlungen auferlegt worden waren, versuchten nur wenige ehemalige Rebellen, als Kreuzfahrer die Gunst des Thronfolgers zu gewinnen, darunter [[Nicholas Seagrave, 1. Baron Seagrave|Nicholas Seagrave]] und [[John de Vescy]]. Nicht alle Barone jedoch, die ein Kreuzzugsgelübde abgelegt hatten, konnten oder wollten es erfüllen. Dazu gehörte [[Robert Burnell]], der während der Abwesenheit des Thronfolgers zu den wichtigsten Mitgliedern der Regierung gehörte. Auch persönliche Konflikte hielten manche Barone ab. [[William de Munchensi]] lehnte es beispielsweise ab, zusammen mit dem William de Valence, seinem erbitterten Gegner während des Bürgerkriegs, ins Heilige Land zu ziehen. Munchensi war aber so von der Kreuzzugsidee überzeugt, dass er in seinem Testament die stattliche Summe von 1000 Marks (über £&amp;amp;nbsp;666) für das Heilige Land spendete. Andere hatten persönliche Gründe. Der Dichter [[Walter of Bibbesworth]] schreibt beispielsweise, dass [[Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln]] aus Liebe zu einer Dame nicht das Land verlassen wollte. Auch der mit Eduard zerstrittene mächtige Earl of Gloucester hatte ein Kreuzzugsgelübde abgelegt, zögerte nun jedoch, es zu erfüllen. Erst [[Richard von Cornwall]] konnte während des Parlaments zu Ostern 1270 erreichen, dass Gloucester zusagte, innerhalb von sechs Monaten Eduard zu folgen. Letztlich blieb er trotzdem in England und begründete dies mit walisischen Angriffen auf seine Besitzungen in den [[Welsh Marches]]. Neben den Rittern und Soldaten, die 1270 aufbrachen, gehörten auch einige Geistliche zu den Kreuzfahrern, darunter [[Antony Bek (Patriarch)|Antony Bek]], der spätere Bischof von Durham. Zu den wenigen Frauen, die die Kreuzfahrer begleiteten, gehörte [[Eleonore von Kastilien (1241–1290)|Eleanore von Kastilien]], die Frau von Eduard. Die Kinder von ihr und Eduard blieben jedoch in England.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Akkon traf Eduard den Italiener [[Tebaldo Visconti]], der noch während seines Aufenthalts im Heiligen Land in Abwesenheit zum Papst gewählt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
=== Die Reise ins Heilige Land ===&lt;br /&gt;
Im August 1269 reiste Eduard nach [[Paris]], um sich mit Ludwig IX. über die Organisation des Kreuzzuges zu beraten. Sie planten, dass sich im Sommer 1270 das englische Heer in Südfrankreich mit dem französischen Kreuzfahrerheer vereinen sollte. Als Eduard mit seinem Heer im Sommer 1270 schließlich aufbrach, setzte er über den Ärmelkanal, durchquerte Frankreich und erreichte Ende September 1270 [[Aigues-Mortes]] an der französischen Mittelmeerküste. Das französische Kreuzfahrerheer war jedoch bereits mehrere Monate zuvor nach Tunesien aufgebrochen. Eduard segelte mit seiner kleinen Flotte zunächst ebenfalls nach [[Tunis]], doch dort erfuhr er, dass der französische König an [[Dysenterie]] gestorben war und dass sein Erbe ebenfalls erkrankt war. [[Karl I. (Neapel)|Karl von Anjou]], der Bruder des Königs, hatte deshalb Verhandlungen mit [[Muhammad I. al-Mustansir]], dem Emir von Tunis aufgenommen, die am 1.&amp;amp;nbsp;November zu einem Waffenstillstand führten. Eduard musste zu seiner Empörung akzeptieren, dass die Kreuzfahrer sich nach [[Königreich Sizilien|Sizilien]] zurückziehen sollten, wo Karl von Anjou seit einigen Jahren als König herrschte. Von dort wollten sie im Frühjahr 1271 weiter nach Palästina segeln. Die Franzosen waren nach dem Tod ihres Königs jedoch ihres Führers beraubt und brachen nach dem Rückzug nach Sizilien den Kreuzzug ab. Auch Eduard erwog während der Überwinterung auf Sizilien einen Abbruch. Er hatte erstmals nach seiner Abreise in einem auf den 6.&amp;amp;nbsp;Februar 1271 datierten Brief aus England die Nachricht von der ernsthaften Erkrankung seines Vaters erhalten. Deshalb war er gebeten worden, dringend nach England zurückzukehren. Eduard verwarf aber einen Abbruch seines Kreuzzuges und schickte lediglich seinen Cousin Henry of Almain auf die Heimreise,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt; der ihn auch beim Begräbnis von Ludwig IX. vertreten sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{OxfordDNB|Verfasser=Nicholas Vincent|Lemma=Henry of Almain (1235–1271)|ID=101012958}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der Reise durch Italien wurde Henry of Almain allerdings ermordet. Eduard stach dagegen im März 1271 mit einer angeheuerten Flotte von neun Schiffen und mit etwa 300 Rittern und 600 Infanteristen in Richtung Palästina in See. Anfang Mai landete er auf [[Zypern]], um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach kurzen Aufenthalt segelte er weiter und erreichte nach einer stürmischen Überfahrt am 9.&amp;amp;nbsp;Mai den Hafen von [[Akkon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kämpfe im Heiligen Land ===&lt;br /&gt;
[[Datei:EdwardICrusadeMap.jpg|miniatur|300px|Die Kämpfe im Orient im Jahr 1271. Kreuzfahrer (grün), Mameluken (gelb) und Mongolen (rot).]]&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt belagerte Baibars gerade die bedeutende Hafenstadt [[Tripoli (Libanon)|Tripolis]]. Zuvor hatte er einen erfolgreichen Feldzug gegen die Kreuzfahrerstaaten geführt, bei dem er unter anderen den [[Krak des Chevaliers]] und die Burg [[Blanche Garde]] erobert hatte. Nachdem er vom Eintreffen Eduards in Akkon erfahren hatte, brach er die Belagerung von Tripolis ab und schloss mit [[Bohemund VI. (Antiochia)|Bohemund VI. von Antiochia-Tripolis]] einen Separatfrieden auf zehn Jahre. Am 12.&amp;amp;nbsp;Juni 1271 zog Baibars mit seinem Heer drohend an Akkon vorbei, marschierte aber Richtung Ägypten weiter. Mehreren englischen Chronisten zufolge hatte die Ankunft der Engländer Akkon vor der Eroberung durch die Mameluken gerettet, während nach den arabischen Quellen Baibars keinen größeren Angriff geplant hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eduard hatte zuvor mit dem mongolischen [[Ilchan]] [[Abaqa]] Kontakt aufgenommen, um mit ihm ein Bündnis gegen die Mameluken zu schließen. Angesichts des weit überlegenen muslimischen Heeres vor Akkon musste er jedoch erkennen, dass er mit seinem kleinen Heer kaum eine Chance auf einen größeren Erfolg hatte. Selbst ein Entsatz der belagerten, etwa 15&amp;amp;nbsp;km nordöstlich von Akkon gelegenen [[Montfort (Israel)|Burg Montfort]] war nicht möglich, so dass die Besatzung sich am 23.&amp;amp;nbsp;Juni ergeben musste. Letztlich machten die Engländer Ende Juni einen Vorstoß nach der etwa 25&amp;amp;nbsp;km östlich von Akkon gelegenen Burg von St.-Georges-de-Lebeyne in [[Galiläa]]. Dabei erlitten sie durch die Hitze und durch verdorbene Lebensmittel größere Verluste, ohne dass das Unternehmen militärisch etwas erreichte. Zurück in Akkon geriet Eduard mit dem inzwischen eingetroffenen König [[Hugo III. (Zypern)|Hugo III. von Zypern]], der auch nominell [[Königreich Jerusalem|König von Jerusalem]] war, wegen des Oberbefehls über den Kreuzzug in Konflikt, den er nach einigen Wochen mühevoller Verhandlungen für sich entscheiden konnte. Erst im August 1271 traf Edmund of Lancaster mit seinem Kontingent in Akkon ein. Doch auch nun waren die englischen Kräfte zu schwach, um größere militärische Erfolge erringen zu können. Deshalb suchte Eduard nun die Unterstützung der [[Ritterorden]] und der Barone aus den Kreuzfahrerstaaten. Im November leitete er einen Vorstoß, bei dem er von zahlreichen Adligen der  Kreuzfahrerstaaten und von Mitgliedern der Ritterorden begleitet wurde. Das Ziel war das 60&amp;amp;nbsp;km entfernte [[Caco|Quagun]]. Bei dem Vorstoß konnte eine zahlenmäßig überlegene, aber militärisch schwächere muslimische Streitmacht besiegt werden. Angeblich wurden dabei 1500 Muslime getötet. Die Eroberung der Zitadelle von Qaqun scheiterte jedoch. Damit war offensichtlich geworden, dass der Kreuzzug nur noch wenig erreichen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baibars hatte im Sommer 1271 versucht, mit einer Flotte Zypern anzugreifen, was jedoch völlig gescheitert war. Im Herbst zog er mit einem großen Heer nach Syrien und vertrieb dort den mongolischen General [[Samagar]], der bis nach Aleppo vorgestoßen war und weite Regionen verwüstet hatte. Die Mongolen zogen sich wieder hinter den [[Euphrat]] zurück. Wegen Dauerregen scheiterte jedoch ein Vorstoß von Baibars von [[Damaskus]] aus gegen Akkon.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Waffenstillstand und Attentat auf Eduard ===&lt;br /&gt;
Nach dem Rückzug der mongolischen Verbündeten war ein weiterer Kampf gegen die überlegenen Mameluken aussichtslos. Im Mai 1272 vereinbarte Hugo&amp;amp;nbsp;III. in [[Caesarea (Israel)|Caesarea]] einen zehnjährigen Waffenstillstand mit Baibars. Eduard war vom Ende der Kampfhandlungen enttäuscht und sogar verärgert. Während sein Bruder Edmund of Lancaster und andere Kreuzfahrer noch im Mai wieder nach England aufbrachen, blieb Eduard bis September 1272 im Heiligen Land. Vielleicht hoffte er, dass es zu neuen Kämpfen kommen könne,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; doch vermutlich musste er sich von den Folgen eines Attentats auf ihn erholen. Bei diesem hatte im Juni ein mutmaßlicher [[Assassinen|Assassine]] versucht, ihn mit einem vergifteten Dolch zu ermorden. Der Attentäter war Eduard anscheinend vertraut gewesen, da er ihm ein Gespräch unter vier Augen gewährt hatte. Eduard konnte aber den Angriff abwehren und den Angreifer töten, doch dabei wurde er am Arm verwundet. Als die Wunde sich entzündete, schnitt ein englischer Arzt das betroffene Fleisch aus dem Arm. Da der Attentäter tot war, konnten die Motive für den Anschlag nicht geklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Rückreise ===&lt;br /&gt;
Am 24. September 1272 verließ Eduard schließlich Akkon und trat die Heimreise an. Kurz nachdem er [[Trapani]] auf Sizilien erreicht hatte, erfuhr er zunächst, dass sein ältester Sohn John im August 1272 gestorben war. Dann erfuhr er wenig später, dass auch sein Vater am 16.&amp;amp;nbsp;November 1272 gestorben war. Dennoch kehrte er nun, da er dessen Erbe und Nachfolger war, nicht unverzüglich nach England zurück, sondern reiste gemächlich durch Italien nach Norden. Dabei besuchte er den Papst [[Gregor X.]], bei dem er die [[Exkommunikation]] von [[Guy de Montfort]], des Mörders von Henry of Almain erreichte. Im Mai 1273 war Eduard in [[Reggio nell’Emilia|Reggio]]. Über [[Parma]] und [[Mailand]] zog er weiter über den [[Col du Mont Cenis]] nach [[Savoyen]], wo er Graf [[Philipp I. (Savoyen)|Philipp I.]], einen Onkel seiner Mutter besuchte. Ende Juli 1273 traf er in Paris ein, wo er König [[Philipp III. (Frankreich)|Philipp III.]] von Frankreich für seine französischen Besitzungen huldigte. Anfang August 1273 reiste er in die zu seinem Reich gehörende [[Gascogne]], wo er die Revolte des mächtigen Adligen [[Gaston VII. (Béarn)|Gaston de Béarn]] niederschlug. Dieser hatte ursprünglich beabsichtigt, ebenfalls an dem Kreuzzug teilzunehmen, doch dann hatte er seine Teilnahme abgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 300.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst im späten Frühjahr 1274 verließ Eduard die Gascogne und erreichte am 2.&amp;amp;nbsp;August wieder England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
=== Für die Kreuzfahrerstaaten ===&lt;br /&gt;
Bis auf die Waffenruhe von 1272 hatte Eduards Kreuzzug keine größeren Erfolge erzielt. Auf eine Restitution der in den vorangegangenen Jahren an Baibars verlorenen Städte und Burgen musste verzichtet werden, weshalb lediglich der Besitzstand der Kreuzfahrerstaaten zur Zeit der Ankunft Eduards im Mai 1271 gehalten werden konnte. Dies waren die Küstenstädte Akkon, [[Beirut]], [[Tyrus]], [[Sidon]], Tripolis und [[Burg Gibelet|Gibelet]]. Aber in Anbetracht der militärischen Überlegenheit der Mameluken war die weitere Existenz der christlichen Herrschaften im Orient fortan einzig vom Wohlwollen des Sultans von Kairo abhängig. Der Aufruf von Papst [[Gregor X.]], den Eduard 1271 in Akkon getroffen hatte, auf dem [[Zweites Konzil von Lyon|zweiten Konzil von Lyon]] 1274 zu einem weiteren Kreuzzug zeigte keine Wirkung. Der Waffenstillstand von Caesarea wurde von den Christen nicht gebrochen. Maßgeblicher Garant dafür war Karl von Anjou, der 1277 die Herrschaft in Akkon übernahm und gute Kontakte zu den Mameluken pflegte. 1283 wurde er noch einmal um weitere zehn Jahre verlängert, doch im Zuge der [[Sizilianische Vesper|sizilianischen Vesper]] verlor das christliche Outremer 1282 seinen letzten nennenswerten Beschützer. Im August 1290 brachen italienische Kreuzfahrer den Waffenstillstand, als sie ein Massaker an den muslimischen Händlern in Akkon verübten. Die Mameluken führten als Vergeltung den finalen Schlag und [[Belagerung von Akkon (1291)|eroberten 1291 mit Akkon]] die letzte Bastion der Kreuzfahrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Für England ===&lt;br /&gt;
Für das nahezu erfolglose Unternehmen hatte Eduard sich hoch verschulden müssen, und während seiner langen Rückreise musste er weitere Kredite aufnehmen. Insgesamt sollen seine Schulden bei seiner Rückkehr etwa £&amp;amp;nbsp;100.000 betragen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den gemeinsamen  Kreuzzug, von dem es umfangreiche zeitgenössische Berichte gibt, waren unter den teilnehmenden Baronen neue Bindungen entstanden oder es wurden bestehende Kontakte gefestigt. [[John de Vescy]], [[Luke de Tany]], [[Thomas de Clare, Lord of Thomond|Thomas de Clare]], [[Geoffrey de Geneville]], [[Robert de Tibetot]] und [[William de Valence, 1. Earl of Pembroke|William de Valence]] dienten ihr Leben lang treu Eduard. Dies beeinflusste nachhaltig die englische Politik und Verwaltung im späten 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Edmund of Lancaster, der ebenfalls zeitlebens seinem Bruder treu diente, erwarb vermutlich durch den Kreuzzug den Beinamen Crouchback. In Akkon war Eleonore von Kastilien Mutter einer Tochter geworden, die nach ihrem Geburtsort [[Johanna von England (1272–1307)|Johanna von Akkon]] genannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard hoffte trotz des geringen Erfolgs und der erheblichen Kosten des Kreuzzugs noch lange, einen erneuten Kreuzzug unternehmen zu können. 1287 legte er ein erneutes Kreuzzugsgelübde ab, doch die Lage in England verhinderte seine Abreise. 1292 sandte er eine Gesandtschaft zum [[Ilchan]] [[Arghun]] nach Persien. Er hoffte, zur Entlastung der Kreuzfahrerstaaten ein Bündnis mit den Mongolen gegen die Mameluken schließen zu können. Führer der Gesandtschaft war der Ritter [[Geoffrey of Langley]], der bereits 1271 zum Kontingent von Edmund of Lancaster gehört hatte. Langley erreichte [[Täbris]], wo er aber erfuhr, dass der Ilchan gestorben war. Ohne etwas bewirkt zu haben, musste Langley nach England zurückkehren.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 314.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Eroberung von Akkon 1291 und der Vertreibung der Kreuzfahrer aus Palästina waren Eduards Kreuzzugspläne endgültig hinfällig geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I&amp;#039;&amp;#039;. Berkeley, University of California Press, 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 331.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Prestwich: &amp;#039;&amp;#039;Edward I.&amp;#039;&amp;#039; University of California Press, Berkeley 1988, ISBN 0-520-06266-3.&lt;br /&gt;
* [[Steven Runciman]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Kreuzzüge.&amp;#039;&amp;#039; C.H.Beck, München 1995, ISBN 3-406-39960-6.&lt;br /&gt;
* Kenneth M. Setton, Robert Lee Wolff, Harry W. Hazard: &amp;#039;&amp;#039;The Later Crusades, 1189–1311.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;A History of the Crusades.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 2) University of Wisconsin Press, Madison 2006, ISBN 0-299-04844-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{OxfordDNB|Verfasser=Henry Summerson|Lemma=Lord Edward&amp;#039;s crusade (act. 1270–1274)|ID=101094804}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen und Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kreuzzüge}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1270er|Kreuzzug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzzug|#9]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt (13. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eduard I. (England)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kontributor 2K</name></author>
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