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	<title>Kredittheorie - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Nina: keine sinnvolle Zwischenüberschrift, siehe WP:WSIGA#Überschriften und Absätze</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;keine sinnvolle Zwischenüberschrift, siehe &lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:WSIGA&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:WSIGA (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;WP:WSIGA#Überschriften und Absätze&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Loanable funds, money multiplier, money creation (3 types of theories) without almost forgotten Credit Mechanics (table by IMF 2019).png|mini|Systematisierung dreier Kredittheorien durch [[IWF]] gegenüber der [[OECD]] (2019):&amp;lt;br&amp;gt;1. Klassische Theorie,&amp;lt;br&amp;gt; 2. [[Geldschöpfungsmultiplikator]]-Theorie (als obsolete „Hybrid-Theorie“) und&amp;lt;br&amp;gt;3. Moderne Kredittheorie (als „accounting reality“ postuliert).]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Volkswirtschaftslehre]] ein Sammelbegriff für mehrere, nebeneinander stehende, sich ganz oder teilweise gegenseitig widersprechende [[Theorie]]n, die sich mit Entstehung, Funktionen, Wesen sowie Wirkungen von [[Kredit]]en auf den [[Kreditmarkt|Kreditmärkten]] befassen.&lt;br /&gt;
Die Kredittheorie wird wie die [[Geldtheorie]] von dem Theorienstreit darüber tangiert, ob [[Geld]]guthaben oder Kreditgewährungen den Ausgangspunkt für eine Theorie bilden. Im Zentrum dieser Diskussion steht die Frage, ob das Geld aus dem Kredit oder der Kredit aus angesammeltem Geld(guthaben) abzuleiten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Dialektik_der_Wertform/ZnkpEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=%E2%80%9EAm+(logischen)+Anfang+steht+das+Geld%E2%80%9C&amp;amp;pg=PA185&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1624179307749 Hans-Georg Backhaus, &amp;#039;&amp;#039;Dialektik der Wertform&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 185]&amp;lt;/ref&amp;gt; Funktional erklärt die Geldtheorie unter anderem den [[Geldmarkt]] (mit [[Geldangebot]] und [[Geldnachfrage]]), die Kredittheorie insbesondere den Kreditmarkt (mit [[Kreditangebot]] und [[Kreditnachfrage]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbestimmung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wirtschaftskreislauf Staat.PNG|mini|Das Modell [[Wirtschaftskreislauf]] innerhalb (veralteter) [[VWL]]-Lehrbücher geht entsprechend der &amp;#039;&amp;#039;klassischen Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; von Geschäftsbanken als reinen [[Finanzintermediäre]]n (Kapitalsammelstellen) aus.]]&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen &amp;#039;&amp;#039;klassischer&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;moderner Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klassische Kredittheorie ===&lt;br /&gt;
[[Erkenntnisobjekt]] der klassischen Kredittheorie ist das [[Kreditgeschäft]] der einzelnen [[Kreditinstitut]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Feifel, &amp;#039;&amp;#039;Die Anwendbarkeit der modernen Kreditschöpfungslehre auf die besondere Art des Sparkassengeschäfts&amp;#039;&amp;#039;, 1959, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die klassische Kredittheorie geht davon aus, dass eine Bank die im [[Einlagengeschäft]] unterhaltenen Bankeinlagen als [[Refinanzierung]] für Kredite nutzt. Ihr Standpunkt ist: „Am (logischen) Anfang steht das Geld“.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Schumpeter, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der ökonomischen Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1954, S. 1350&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Höhe der Kreditgewährung werde durch den Bestand an [[Spareinlage]]n determiniert.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Ockel, &amp;#039;&amp;#039;Zur volkswirtschaftlichen Problematik des Teilzahlungskredites&amp;#039;&amp;#039;, 1962, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Bankwesen]] übt bei ihr eine vermittelnde Rolle des [[Finanzintermediär]]s aus. In der klassischen Kredittheorie brachte der [[Kreditzins]] die Kreditnachfrage mit dem Kreditangebot auf dem Kreditmarkt in Einklang.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf Stucken]], &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit&amp;#039;&amp;#039;, 1957, S.&amp;amp;nbsp;87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentlicher Übergang von den Paradigmen der klassischen zur modernen Kredittheorie wurde im deutschen Sprachraum durch [[Karl Knies]] (1879)&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Knies, &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit&amp;#039;&amp;#039;, 1879/1885 (Band 2).&amp;lt;/ref&amp;gt;, ab 1918 (durch H. G. Moulton) als &amp;#039;&amp;#039;Shiftability-Theorie&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, ausgelöst. Fortan galten Wertpapiere (inkl. Kreditforderungen des jeweiligen Kreditinstitutes) mit hoher [[Bonität]] als in &amp;#039;&amp;#039;Primärliquidität&amp;#039;&amp;#039; tauschbare [[Sekundärliquidität|sekundärliquide Mittel]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Gabler Banklexikon: [https://www.gabler-banklexikon.de/definition/bankenliquiditaet-55973 &amp;#039;&amp;#039;Bankenliquidität&amp;#039;&amp;#039;]: „Bankenliquidität bezeichnet alle jederzeit verfügbaren Mittel einer Bank, die eine kontinuierliche Zahlungsfähigkeit garantieren. Dazu zählen Aktiva, die permanent in Zahlungsmittel liquidiert werden können.“&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne Kredittheorie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Commercial Banks Balance Sheets (stylized) - Pic-Fusion comparing Aggregated View to Single View (Pic Source Bank of England 2014).PNG|mini|Versuch einer Synthese zwischen &amp;#039;&amp;#039;klassischer und moderner Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; (einzel- und gesamtwirtschaftliche Betrachtung durch die &amp;#039;&amp;#039;Bank of England&amp;#039;&amp;#039;, 2014).]]&lt;br /&gt;
Die moderne Kredittheorie hat erreicht, den Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Krediten durch fristenlose Modelle der Kreditschöpfung verschwinden zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Rittershausen, &amp;#039;&amp;#039;Bankpolitik: Eine Untersuchung des Grenzgebiets zwischen Kredittheorie, Preistheorie und Wirtschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1956, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sparen]] als freiwilliger Konsumverzicht ist nicht mehr die einzige Finanzierungsquelle für [[Investition]]en, sondern hinzu kommt die Kreditschöpfung des [[Bankensystem]]s (Giralgeldschöpfung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Kredittheorie wurde von [[Henry Dunning Macleod]] ab 1891 begründet. Für ihn war Geld die höchste und allgemeinste Form des Kredits.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Dunning Macleod, &amp;#039;&amp;#039;The Theory of Credit&amp;#039;&amp;#039;, 1891 (Band 1), 1894 (Band 2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gilt gleichzeitig als Begründer der &amp;#039;&amp;#039;Kreditschöpfungslehre&amp;#039;&amp;#039;, die ein zentraler Bestandteil der modernen Kredittheorie ist. Er war der Auffassung, dass die [[Geldschöpfung]] [[Unterauslastung|unterausgelastete]] [[Produktionsfaktor]]en (beispielsweise [[Unterbeschäftigung]] auf dem [[Arbeitsmarkt]]) deren [[Kapazitätsauslastung]] mobilisieren könne. Bereits 1882 hatte Macleod in &amp;#039;&amp;#039;Lectures on Credit and Banking&amp;#039;&amp;#039; erklärt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{archive.org|lecturesoncredi00maclgoog|Lectures on Credit and Banking|Blatt=n6}} Henry Dunning Macleod, &amp;#039;&amp;#039;Lectures on Credit and Banking&amp;#039;&amp;#039;, London, 1882&amp;lt;/ref&amp;gt; dass Banken keinerlei Einlagen verleihen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Christoph Binswanger, &amp;#039;&amp;#039;The Growth Spiral, Money, Energy and Imagination in the Dynamics of the Market Proces&amp;#039;&amp;#039;, Berlin und Heidelberg 2013, S.&amp;amp;nbsp;38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Vertreter sind u.&amp;amp;nbsp;a. [[John Law]] (1705) und [[Adolph Wagner (Ökonom)|Adolph Wagner]] (1862).&amp;lt;ref&amp;gt;„Gegen die Ansichten der [[Currencytheorie]] machten die Vertreter der [[Bankingtheorie]] wie [[Thomas Tooke|Tooke]] [1844], [[John Fullarton|Fullarton]] [1844] und später Adolph Wagner [1862] geltend, die Vermehrung von ‚bankmäßig‘, d.&amp;amp;nbsp;h. gegen &amp;#039;&amp;#039;Diskontierung von Warenwechseln&amp;#039;&amp;#039;, ausgegebenen Noten können niemals inflationistisch wirken, da die Ausdehnung der Geschäftsumsätze und die Steigerung der Warenpreise die Ursachen eines größeren Zirkulationsbedarfes seien.“ (Gerhard Stavenhagen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 1969, S. 431). Vgl. Manfred Borchert: &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit. Einführung in die Geldtheorie und Geldpolitik,&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage, München 2003, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einführung eines auf [[Grund und Boden]] basierenden [[Papiergeld]]es (&amp;#039;&amp;#039;Bodengeldtheorie&amp;#039;&amp;#039;) empfahl John Law im Jahre 1705 mit der Begründung, dass eine Vermehrung des Geldes „eine Beschäftigung der bislang Arbeitslosen“ ermögliche.&amp;lt;ref&amp;gt;John Law, &amp;#039;&amp;#039;Money and Trade Considered with a Proposal for Supplying the Nation with Money&amp;#039;&amp;#039;, 1705, S.&amp;amp;nbsp;121 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Joseph Schumpeter]] und [[Ralph George Hawtrey]] haben die moderne Kredittheorie weiterentwickelt. Diese bestimmt den Kredit an den logischen Anfang: „Praktisch wie auch analytisch ist möglicherweise eine Kredittheorie des Geldes einer Geldtheorie des Kredites vorzuziehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Schumpeter: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der ökonomischen Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1954, S. 876.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schumpeter ([[Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung|1911]]) entwickelte in Deutschland [[L. Albert Hahn]] (1920),&amp;lt;ref&amp;gt;„Hierbei ist noch einmal zu betonen, daß die [[Liquiditätstheorie]] des Zinses keine neue Entdeckung von Keynes ist. Ganz ausführlich und in aller Form hat sie in Deutschland A . H a h n , der auf Wicksells und Schumpeters Arbeiten fußt, schon in seiner 1920 erschienenen Volkswirtschaftlichen Theorie des Bankkredits entwickelt, wo er den Zins, in fast wortwörtlicher Übereinstimmung mit Keynes, als den ‚Preis des Liquiditätsverlustes‘ bezeichnet.“ (Wilhelm Lautenbach: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Der%20Streit%20um%20J.%20M.%20Keynes%C2%B4%20Theorie%20%281937%29%20LAUTENBACH%20Wilhelm.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Streit um J. M. Keynes´ Theorie&amp;#039;&amp;#039;] [PDF, S. 7 f], erstveröffentlicht in: &amp;#039;&amp;#039;Die Bank&amp;#039;&amp;#039; 1937).&amp;lt;/ref&amp;gt; inspiriert von Mcleod, [[Knut Wicksell|Wicksell]] (1898),&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell: &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schumpeter, seine &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Theorie des Bankkredits&amp;#039;&amp;#039; und spricht darin von Banken als „Kreditmanufakturen“.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Entstehung und Entwicklung der „Neuen Wirtschaftslehre“ in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Der Keynesianismus&amp;#039;&amp;#039;, Band III, &amp;#039;&amp;#039;Die geld- und beschäftigungstheoretische Diskussion in Deutschland zur Zeit von Keynes, Dokumente und Analysen&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.: Bombach, Netzband, Ramser, Timmermann), Berlin 1981, S. 34; ISBN 978-3-540-10679-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Von Hahn (1920) wurde dann wiederum Schumpeter zu seiner 2. Auflage von &amp;#039;&amp;#039;Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; (1926) beeinflusst. In Deutschland war ab 1929/30 die &amp;#039;&amp;#039;mögliche&amp;#039;&amp;#039; Kreditausweitung durch das Bankensystem anerkannter Konsens, etwa bei [[Heinrich Rittershausen]] in: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitslosigkeit und Kapitalbildung, zugleich ein bankpolitisches Programm zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise&amp;#039;&amp;#039;. Vgl. C. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Entstehung und Entwicklung der „Neuen Wirtschaftslehre“ in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Der Keynesianismus&amp;#039;&amp;#039;, Band III, &amp;#039;&amp;#039;Die geld- und beschäftigungstheoretische Diskussion in Deutschland zur Zeit von Keynes, Dokumente und Analysen&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.: Bombach, Netzband, Ramser, Timmermann), Berlin 1981, S.&amp;amp;nbsp;34,&amp;amp;nbsp;47. Siehe auch vier Beiträge im Handelsteil der Frankfurter Zeitung (August 1929) von Hahn, [[Hans Neisser|Neisser]], [[Melchior Palyi|Palyi]], Lautenbach – wiedergegeben in: &amp;#039;&amp;#039;Die Reparationsbank – kritische Betrachtungen&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurter Societäts-Verlag, Frankfurt am Main, 1929 und 1930.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Maynard Keynes]] (1930) schreibt innerhalb seines Werkes &amp;#039;&amp;#039;A treatise on money&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;): „Eine solche Bank schafft Ansprüche gegen sich selbst auf Hergabe von Geld, oder, wie wir diesen Tatbestand späterhin nennen wollen, sie schafft Depositen. […] Aber es gibt noch einen zweiten Weg, auf dem die Bank einen Anspruch gegen sich selbst schaffen kann. Sie kann selbst Werte kaufen, das heißt ihre Anlagen erhöhen und diesen Kauf, wenigstens zunächst, dadurch begleichen, dass sie einen Anspruch gegen sich selbst einräumt. Oder die Bank kann einen Anspruch gegen sich selbst zugunsten eines Kreditnehmers schaffen, und zwar gegen sein Versprechen späterer Rückzahlung; das heißt, sie kann Darlehen oder Vorschüsse geben. In beiden Fällen schafft die Bank das Guthaben.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;, 1930/1932, 3. Auflage, Berlin, 1983, S.&amp;amp;nbsp;18 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;modernen Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; entsprechend&amp;lt;ref&amp;gt;Durch Michael Kumhof (BoE, WP 529) wurde ab 2015 die Begrifflichkeit &amp;#039;&amp;#039;Financing through money creation&amp;#039;&amp;#039; (FMC) etabliert, dies entspricht der (bankbilanz-)aggregierten Perspektive der &amp;#039;&amp;#039;Modernen Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; und stellt keine Neuerung dar.&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt die [[Europäische Zentralbank]] seit 2017 wie folgt an: „Geschäftsbanken können auch ‚[[Innengeld]]‘ schaffen, d. h. Bankeinlagen – dies geschieht bei jeder neuen Kreditvergabe.“&amp;lt;ref&amp;gt;EZB (2017): [https://www.ecb.europa.eu/ecb/educational/explainers/tell-me-more/html/what_is_money.de.html &amp;#039;&amp;#039;Was ist Geld?&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine differenziertere Darstellung findet sich bei der [[Bank of England]] (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;BoE, McLeavy et al. (2014): &amp;#039;&amp;#039;Money creation in the modern economy&amp;#039;&amp;#039;. Kritik an der Darstellung der BoE 2014 (&amp;quot;partially true&amp;quot;) findet sich bei Charles Goodhart (2017):  [https://eprints.lse.ac.uk/84209/1/Goodhart_Determination%20money%20supply_2017.pdf &amp;#039;&amp;#039;The determination of the money supply&amp;#039;&amp;#039;], S. 10 f sowie bei Decker/Goodhart (2021), S.&amp;amp;nbsp;31 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. ab der &amp;#039;&amp;#039;dritten Phase der Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; innerhalb der &amp;#039;&amp;#039;Kreditmechanik&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kreditmechanik {{Anker|Kreditmechanik}} ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreditgewaehrung im Gleichschritt (Giralgeldschöpfung) Gestrich 1936.png|miniatur|Modellfall: &amp;#039;&amp;#039;Kreditgewährung im Gleichschritt&amp;#039;&amp;#039; ([[Hans Gestrich|Gestrich]] 1936).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Credit Mechanics 4 mechanical interrelationships governing the credit volume (Table 1 by F. Decker &amp;amp; C. Goodhart 2021).PNG|mini|Vier kreditmechanische [[Gegenabhängigkeit]]en hinsichtlich (Un-)Veränderungen der [[Geldmenge]]&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Decker, Charles A.E. Goodhart (2021): &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics – a precursor to the current money supply debate&amp;#039;&amp;#039;, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
{{Zitat|Credit mechanics overcomes a one-sided, bank-centric view of money creation, which is often encountered in monetary theory. [...] the money supply is influenced by the interplay of loan creation and repayment rates.|Frank Decker, Charles Goodhart 2018}}&lt;br /&gt;
Nach [[Wolfgang Stützel]] stellt die dritte Phase der Theorie, die &amp;#039;&amp;#039;Kreditmechanik&amp;#039;&amp;#039;, gewissermaßen eine Synthese zwischen &amp;#039;&amp;#039;klassischer&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;moderner Kredittheorie&amp;#039;&amp;#039; dar und ist vor allem auf [[Wilhelm Lautenbach]],&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Decker/Charles A.E. Goodhart, &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics – a precursor to the current money supply debate&amp;#039;&amp;#039;, 2021, S. 3 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hans Gestrich]],&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Gestrich (1936): [https://www.academia.edu/37853984/Neue_Kreditpolitik_Gestrich_1936_ &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;] (PDF, 2. korrigierte Auflage 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Otto Ernst Pfleiderer|Otto Pfleiderer]]&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Pfleiderer: &amp;#039;&amp;#039;Die Mechanik des Kreditvolumens&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bankwirtschaft, Nr. 13&amp;#039;&amp;#039;, 1. Oktober 1943.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Leonhard Gleske]]&amp;lt;ref&amp;gt;Leonhard Gleske: &amp;#039;&amp;#039;Die Liquidität in der Kreditwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1954.&amp;lt;/ref&amp;gt; zurückzuführen. Nicht jede Kreditgewährung führt in voller Höhe zu Geldschöpfung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel: &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Saldenmechanik.&amp;#039;&amp;#039; (2. Auflage) Tübingen 2011, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es hängt davon ab, wem die [[Zahlungsstrom|Zahlungsströme]] zufließen&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel: &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Saldenmechanik.&amp;#039;&amp;#039; (2. Auflage) Tübingen 2011,  S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonhard Gleske: &amp;#039;&amp;#039;Die Liquidität in der Kreditwirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1954. S. 53: „Die Menge des vom Banksystem durch [[Geldschöpfung|Kreditgewährung kreierten Geldes]] hängt ganz entscheidend davon ab, ob die Zahlungen der Schuldner anderen Schuldnern oder aber Kreditoren zufließen oder umgekehrt davon, ob die Zahlungen der Kreditoren anderen Kreditoren oder aber Debitoren zufließen. In der Regel führt eine verstärkte Kreditgewährung, ein verstärkter Krediteinsatz der Banken doch zum Anstieg des Geldvolumens, es braucht aber nicht notwendig so zu sein.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel (Hrsg.), Wilhelm Lautenbach: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Lautenbach%20(1952)%20Zins%20Kredit%20und%20Produktion.pdf &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,2 MB), Tübingen 1952, S. 48: „Leistet ein Kreditor an einen Debitor, so schrumpft die Kreditsumme, leistet ein Debitor oder einer, der durch die Zahlung Debitor wird, an einen, der nicht Debitor ist, so erhöht sich die Kreditsumme. Sie bleibt aber gleich, wenn ein Debitor an einen anderen Debitor oder ein Kreditor an einen anderen Kreditor leistet.“&amp;lt;/ref&amp;gt; – inwieweit aus Kreditgewährungen entstehende Zahlungsströme (von anderen Schuldnern) zur Tilgung offener Kreditschulden verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Feifel: &amp;#039;&amp;#039;Die Anwendbarkeit der Modernen Kreditschöpfungslehre auf Die besondere Art des Sparkassengeschäfts.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1959, S. 38 f: „Ferner berücksichtigen die Vertreter der Theorie der ausschließlich giralen Kreditschöpfungstätigkeit der Banken die von Lautenbach entwickelten Regeln der Kreditmechanik nicht. Wird nämlich ein Kredit derart beansprucht, daß der [[Debitor]] an einen anderen Debitor zahlt, dann entsteht keine neue Sichteinlage. Eine neue Sichteinlage kann nur dann entstehen, wenn der Debitor bei der Kreditinanspruchnahme an einen [[Kreditor]] zahlt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Aggregation (Wirtschaft)|aggregierte]] Bankbilanz [[Bilanzverkürzung|verkürzt]] sich in dem Fall, wenn [[Kreditor]]en an [[Debitor]]en leisten und letztere ihre Kredite bedienen („Nettogeldvernichtung“)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa M3-Geldmengen-Entwicklung Eurozone (absolute Relation) [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/241829/umfrage/entwicklung-der-geldmenge-m3-in-der-euro-zone/ ab 1999 bei Statista] (2023 rückläufig, also &amp;#039;&amp;#039;Geldvernichtung&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;gesamtsektoral negative&amp;#039;&amp;#039; [[Nettokreditaufnahme]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob durch &amp;#039;&amp;#039;Kreditgewährungen der Geschäftsbanken&amp;#039;&amp;#039; ([[Geschäftsbankengeld]]) die Geldmenge signifikant steigt oder nicht,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Lautenbach: „Wie in der [[Deflationsspirale|Depression]] die Abnahme der Gesamtlohnsumme den Umlauf an Bargeld reduziert, so steigert die Zunahme der Gesamtlohnsumme ihn im Aufschwung.“ (Wilhelm Lautenbach: &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039; [Hrsg.: Wolfgang Stützel], Tübingen 1952, S. 95).&amp;lt;/ref&amp;gt; ist nicht nur von der jeweiligen [[Geldpolitik]], sondern u.&amp;amp;nbsp;a. von Marktstimmung sowie von der gegebenen Wirtschaftslage abhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Claus Köhler, &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Zentralbankgeldmengensteuerung&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Claus_Koehler_Monetaeres_Ziel_%20erreicht_%E2%80%93_Nachfrage-_und_Wachstumsziel_verfehlt.pdf Auszug; PDF]), in: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Geldmengensteuerung&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Werner Ehrlicher,&lt;br /&gt;
Alois Oberhauser), Berlin 1978, S. 32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Besteht eine starke eingefrorene Verschuldung der wirtschaftlichen Unternehmungen, so werden die neu entstehenden Girogelder in der ersten Periode einer Kreditausweitung zunächst von den Empfängern zum Abbau ihrer Schulden benutzt.“ (Hans Gestrich: &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart und Berlin 1936, S. 40). „Umgekehrt bedeutet die Tilgung einer Bankschuld eine Sterilisierung von Kredit. Auch hier liegt wieder einer der Fälle vor, auf welche die Banken und die staatliche Wirtschaftspolitik nur sehr wenig Einfluß nehmen können: so war die Stagnation der 30er Jahre in Deutschland und anderen Ländern besonders dadurch gekennzeichnet, daß die Versuche der Banken und der staatlichen Stellen, den Kredit auszudehnen, jahrelang an der Neigung der Kundschaft scheiterten, vorhandene Schulden zurückzuzahlen. Es kam immer wieder durch die deflationären Wirkungen von Tilgungen zu einer Kompensation und damit Vernichtung jener aktiven Effekte, welche eingeleitet worden waren.“ (Heinrich Rittershausen: &amp;#039;&amp;#039;Bankpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1956. S. 32).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Arguably, one of the key reasons why the monetary aggregate M3 did not significantly increase despite the rapid increase of central bank reserves following the great financial crisis [2007/8] was limited wage growth.“ (Frank Decker/Charles Goodhart, &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics, A precursor to the current money supply debates&amp;#039;&amp;#039;, 2021, S. 33)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gesamtsektorale Nettokreditaufnahme (Bedarf).png|mini|Zu Kreditbedarf der Unternehmen&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach, in: Wolfgang Stützel (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen, 1952, S. 49: „Der Kreditbedarf der Unternehmer entsteht hier also gerade dadurch, dass Nichtunternehmer sparen, einerlei, ob es Private sind oder ob es die öffentliche Hand ist ...“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ewald Nowotny, &amp;#039;&amp;#039;Gründe und Grenzen der öffentlichen Verschuldung&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Ökonomie in Theorie und Praxis&amp;#039;&amp;#039;, Berlin/Heidelberg, 2002, S. 261: „Typischerweise weisen dabei die privaten Haushalte erhebliche Überschüsse (Nettoersparnisse) auf.“&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Aus der &amp;#039;&amp;#039;Kreditmechanik&amp;#039;&amp;#039; resultiert die Erkenntnis, dass, um keine Konjunkturabkühlung zu riskieren, nicht nachfragende Geldsparvermögen, solange diese inaktiviert, der Kaufkraft entzogen werden, durch Kreditgewährung notwendig zu kompensieren sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach, in: Wolfgang Stützel (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen, 1952, S. 62: „Wenn die ersparten Beträge als Depositen bei den Banken gehalten werden, verschlechtert sich ceteris paribus die Liquidität [des Gesamtbankensystems]. Das Kreditvolumen wächst bei gleicher Kasse, so daß das Verhältnis von Gesamteinlagen zu Kasse sich verschlechtert. Denn hätten die Sparer nicht gespart, sondern ihr Einkommen verausgabt, so wären die Geldbeträge genau so nach Durchfluss durch den Einzelhandel unweigerlich im Kreislauf an die Banken gekommen; der Barmittelbestand der Banken wäre also der gleiche gewesen, das Kreditvolumen aber geringer, weil die zum Konsum verausgabten Beträge von Unternehmern vereinnahmt worden wären mit der Folge, daß ihr Kreditbedarf entsprechend geringer, ihr Umsatz aber höher gewesen wäre. Das ist ein nach jeder Richtung hin paradoxes Ergebnis. Verdienst, Liquidität und infolgedessen Neigung zu investieren, sind größer, wenn Lohn- und Gehaltsempfänger weniger sparen. Das Sparen erzeugt gerade erst Kreditbedarf bei verringertem Umsatz, umgekehrt wird, wenn Sparer frühere Ersparnisse verzehren, die Liquidität sowohl der Banken wie der Unternehmungen, gesteigert und zugleich das Unternehmereinkommen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den [[Neoklassische Theorie|Neoklassikern]] etwa wird dieser Sachverhalt (weiterhin) bestritten (siehe auch: [[Loanable funds#Rezeption|Loanable Funds Theorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner relativiert die &amp;#039;&amp;#039;Kreditmechanik&amp;#039;&amp;#039; die klassische Theorie des [[Crowding-out#Kritik|Crowding-out]]-Effektes,&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Gestrich: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Hans%20GESTRICH%20(1936)%20Neue%20Kreditpolitik%20(Adapt.%20C.G.BRANDSTETTER%202014).pdf &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 652 kB), Stuttgart und Berlin 1936, S. 61: „Wenn die moderne Theorie vom Geld- und Kreditwesen etwas am Hergebrachten zu korrigieren hat, so ist es eine gewisse rein quantitative Betrachtungsweise, die sich daraus ergibt, daß die traditionelle Theorie sich den Kredit, der zur Verfügung gestellt werden kann, als einen starr begrenzten Vorrat vorstellt. Anhänger dieser Vorstellung können daher in Erstaunen geraten, daß am Höhepunkt einer Konjunktur, wenn die Menge sowohl des Bar- und Notenbankgeldes wie auch des auf Bankkredit beruhenden Giralgeldes stark vermehrt ist, der Zins hoch ist, während er am Ende einer Depression, wo die umlaufenden Barmittel und das Giralgeld durch Rückzahlungen und Konsolidierung verringert ist, der Zins niedrig ist.“&amp;lt;/ref&amp;gt; da Kreditgewährungen an Private mit Kreditgewährungen an den Staat (durch das Bankensystem) nicht als in Konkurrenz stehend betrachtet werden, im Gegenteil.&amp;lt;ref&amp;gt;Leonhard Gleske: &amp;#039;&amp;#039;Die Liquidität in der Kreditwirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1954. S. 41: „Der Bankkreditbegriff hat in diesem Zusammenhang einen weiteren Inhalt. Er umfasst nicht allein kurzfristige Wechsel- und Kontokorrentkredite, sondern auch die langfristigen Ausleihungen und Anlagen jeder Art in den Bankbilanzen, soweit ihnen Depositen und nicht aus der Emission von Wertpapieren entstandene Verpflichtungen der Banken gegenüberstehen. In diesem Sinne zählen also zu den Bankkrediten auch die auf der Aktivseite der Bankbilanz aufgeführten Hypotheken und Wertpapiere, im besonderen Pfandbriefe, Industrie- und Kommunalobligationen, Staatsanleihen und Aktien. Es ist zwar nicht üblich Wertpapiere in das Bankkreditvolumen mit einzuordnen, aber sofern sie sich im Besitz des Banksystems befinden, lässt ihr wirtschaftlicher Charakter eine solche Interpretation zu.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach: &amp;#039;&amp;#039;Über Kredit und Produktion.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1937, S. 18: &amp;#039;&amp;#039;„Wie funktioniert der Kreditapparat, wenn der Staat große Ausgaben durch Kredit finanziert? Woher kommen die Mittel?“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die meisten, die die Frage stellen, und es sind keineswegs nur Laien, haben dabei die Vorstellung, als gäbe es irgendeinen begrenzten Vorrat an Geld oder Kredit. Mit dieser Vorstellung verknüpft sich gewöhnlich die besorgte Frage, ob der Staat durch seine Kreditansprüche nicht der Wirtschaft den Kredit verknappe. In Wahrheit verhält es sich aber genau umgekehrt. &amp;#039;&amp;#039;Wenn der Staat in großem Stil Kredit nimmt, wird die ganze Kreditwirtschaft aufgelockert.&amp;#039;&amp;#039; Die Geld- und Kreditmärkte werden flüssig, die Unternehmer werden liquide, ihre Bankkredite nehmen ab, die Geschäftsdepositen steigen […].“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner [[Saldenmechanik]] bringt es Wolfgang Stützel auf den Punkt: „Die Unternehmergewinne bleiben stets nur genau um jenen Betrag hinter dem Unternehmeraufwand für Konsum und Investition zurück, um den die &amp;#039;&amp;#039;Nichtunternehmer&amp;#039;&amp;#039; Einnahmeüberschüsse bilden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Saldenmechanik&amp;#039;&amp;#039;, Nachdruck der 2. Auflage, Tübingen, 2011, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das bedeutet, dass bei Bildung von monetären Überschüssen der privaten Nichtunternehmer (wie dies in der Gesamtheit üblicherweise auftritt)&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz-J. Bontrup nach Daten aus der [[Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung#Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung|Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung]] der Deutschen Bundesbank, Tab. 8, S. 26, [https://www.kooperationsstelle-osnabrueck.de/fileadmin/user/Materialien_Downloads/Europa_und_Gewerkschaften/Broschuere-Zur-groessten-Finanz-und-Wirtschaftskrise-seit-80-Jahren-Ein-kritischer-Rueck-und-Ausblick-und-Alternativen-Maerz-2011-1.pdf kooperationsstelle-osnabrueck.de] (PDF; 348&amp;amp;nbsp;KB)&amp;lt;/ref&amp;gt; und gleichzeitig angestrebter Entschuldung der inländischen Unternehmen, dies überhaupt nur durch einen zusätzlichen Ausgabenüberschuss des eigenen und/oder eines ausländischen [[Staatshaushalt]]s finanziert werden kann – umgekehrt können Budgetdefizite nur dann erfolgreich reduziert werden, wenn andere Haushalte entweder &amp;#039;&amp;#039;[[entsparen]]&amp;#039;&amp;#039; (bereits gebildete [[Geldvermögen]] aus kumulierten Einnahmeüberschüssen verbrauchen) und/oder ihrerseits ihre Ausgabenüberschüsse erhöhen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ewald Nowotny, &amp;#039;&amp;#039;Gründe und Grenzen der öffentlichen Verschuldung&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Ökonomie in Theorie und Praxis&amp;#039;&amp;#039;, Berlin / Heidelberg, 2002, S. 261: „Wirtschaftspolitisch bedeutungsvoll ist dabei die zwingende [[Saldenmechanik|saldenmechanische Beziehung]], dass eine Politik zur Reduzierung von aufgetretenen Budgetdefiziten ([[Haushaltskonsolidierung|„Budgetkonsolidierung“]]), nur dann erfolgreich sein kann, wenn es gelingt, den Finanzierungsüberschuss der privaten Haushalte zu reduzieren (z.&amp;amp;nbsp;B. durch erhöhten privaten Konsum) und/oder die Verschuldungsbereitschaft der Unternehmen zu erhöhen (z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Investition]]en) und/oder eine Verbesserung der [[Leistungsbilanz]] (z.&amp;amp;nbsp;B. durch zusätzliche [[Export]]e) zu erreichen.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gold-Kredit(-Geld)schöpfung.png|mini|Gold-Kreditgeld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kreditgeld ====&lt;br /&gt;
Entstehen aus dem „schöpferischen Bankkredit“ (aus der [[Nettokreditaufnahme]] der [[Nichtbank]]en) zusätzliche [[Zahlungsmittel]], wird heute von &amp;#039;&amp;#039;Kreditgeld&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Anker|Kreditmünze}}Kreditgeld meint Schuldscheine im weitesten Sinne (bis zu [[Kerbholz|Kerbhölzern]]), die übertragbar und zu Zahlungszwecken allgemein akzeptiert sind/werden. Während Zeiten [[Golddeckung|goldgedeckter]] [[Währung]]en waren mit &amp;#039;&amp;#039;Kreditgeld&amp;#039;&amp;#039; der jeweiligen Währung Geldscheine sowie Münzen gemeint, da diese eine [[Verbindlichkeit]] des [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]], etwa der Zentralbank bzw. des ausgebenden Goldschmieds darstellten. Siehe auch: Hanno Beck: &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre, Mikro- und Makroökonomie,&amp;#039;&amp;#039; München 2012, S. 370 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; gesprochen. Kreditgeld ist so alt wie die materielle Schuld selbst bzw. genau so alt wie die Übertragung von Schuldforderungen zu Zahlungszwecken.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;, 1930/1932, 3. Auflage Berlin, 1983. S. 12 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierzu schrieb Keynes: „Denn die Verwendung von [[Buchgeld|Bankgeld]] hängt von nichts anderem ab, als allein von der Entdeckung, daß in vielen Fällen die Übertragung der Schulden selber für die Abwicklung von Geschäften ebenso zweckdienlich ist wie die Übertragung des Geldes, auf das jene lauten. Ein Anspruch auf eine Schuld ist gleichzeitig ein Anspruch auf Geld, und soweit man auf die prompte Umwechslung eines Schuldtitels in Geld vertraut, spielt das Element der Entfernung bei der Tauglichkeit des Bankgeldes zur Abwicklung von Geschäften keine Rolle. Bankgeld in der Form von [[Wechsel (Urkunde)|Wechseln]] war für die Zwecke der Abwicklung von Geschäften bei größeren Entfernungen in der alten Welt nicht weniger tauglich und notwendig als heute, wegen der geringen Kosten der Übermittlung im Vergleich zu den Kosten und Risiken eines Transportes von Bargeld.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heinrich Rittershausen]] wies darauf hin, dass genauso Einnahmeüberschüsse aus konventionellen Formen der Kreditvergabe als &amp;#039;&amp;#039;Kreditgeld&amp;#039;&amp;#039; zu verstehen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Rittershausen, &amp;#039;&amp;#039;Bankpolitik. Eine Untersuchung des Grenzgebiets zwischen Kredittheorie, Preistheorie und Wirtschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1956&amp;lt;/ref&amp;gt; In beiden Fällen stehen Einnahmeüberschüsse monetären Schulden in gleicher Höhe gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ökonomische Althistoriker Edward Cohen weist darauf hin, dass bereits die ersten Privatbanken der Welt, die &amp;#039;&amp;#039;[[Trapeziten]]&amp;#039;&amp;#039; im [[Attische Demokratie|antiken Athen]], (Gold-)Kreditgeld verwendeten.&amp;lt;ref&amp;gt;Edward Cohen, &amp;#039;&amp;#039;Athenian Economy and Society, A Banking Perspective&amp;#039;&amp;#039;, Princeton University Press, 1997, [https://epdf.tips/athenian-economy-and-society-a-banking-perspective.html ISBN=978-0-691-01592-7], S. 14 f: „Die athenischen Bankiers schufen Kredit und Geld über das verfügbare Angebot an Edelmetallen hinaus ... die Trapezai stellten Kreditgarantien aus, beschleunigten den Handel, indem sie die Verfügbarkeit von Geldern auf Bankkonten bestätigten, und führten Zahlungsanweisungen aus, durch die geschäftliche Transaktionen abgewickelt und Verpflichtungen erfüllt wurden, ohne dass tatsächlich Münzen übertragen wurden ... die breite Nutzung solcher ‚fiktiven‘ Kredite ermöglichte eine deutliche Ausweitung der Geschäftstätigkeit, ohne dass es zu einer tatsächlichen Zunahme der Münzprägung oder des Goldes kam.“ (originär: „The Athenian bankers did create credit and money beyond the available supply of precious metals … the trapezai issued guarantees of credit, expedited commerce by confirming availability of funds in bank accounts, and executed payment orders through which commercial transactions were settled and obligations met without the actual transfer of coins … wide use of such ‚ficititious‘ credit permitted a marked expansion in business activity without any actual rise in coinage or bullion.“)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Außengeld]]&lt;br /&gt;
* [[Zins#Zinstheorien|Kreditzinstheorien]]&lt;br /&gt;
* [[Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Harald Hagemann: &amp;#039;&amp;#039;L. Albert Hahn&amp;#039;s Economic Theory of Bank Credit&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Post Keynesian Economics&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 37, No. 2, Taylor &amp;amp; Francis 2014, S. 309–35.&lt;br /&gt;
* Christoph Ellermann et al.: &amp;#039;&amp;#039;A third era of credit theory? Endogenous money from Wolfgang Stützel&amp;#039;s balance mechanics perspective.&amp;#039;&amp;#039; European Journal of Economics and Economic Policies, April 2017, S. 13–22, [[DOI:10.4337/ejeep.2017.01.02]].&lt;br /&gt;
* Johannes Schmidt: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Schmidt%20-%20Streit%20ums%20Geld.pdf &amp;#039;&amp;#039;Streit um&amp;#039;s Geld – und ein Versuch der Klärung. Zur Debatte um die Geldschöpfungsfähigkeit des Bankensystems&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 0,2&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Bewegungsgesetze des Kapitalismus, Festschrift für Fritz Helmedag&amp;#039;&amp;#039;, Marburg 2018, S. 131–149.&lt;br /&gt;
* Frank Decker, Charles Goodhart (2018): [https://web.archive.org/web/20250910232857/https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/german_Credit%20Mechanics_(Decker,%20Goodhart%202018,%20uebersetzt%20von%20Lipinski%202019).pdf &amp;#039;&amp;#039;Kreditmechanik – ein Vorläufer der aktuellen Debatte um die Geldmenge&amp;#039;&amp;#039;] (deutsche Übersetzung von Jörg Lipinski 2019; archivierte PDF).&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Frank Decker, Charles A.E. Goodhart|Titel=Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics – a precursor to the current money supply debate |Verlag=Taylor &amp;amp; Francis |Datum=2021-08-27 |DOI=10.1080/09672567.2021.1963796}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4165586-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4165586-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nina</name></author>
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