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	<title>Kreditmarkt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kreditmarkt&amp;diff=720064&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wowo2008: Ergänzt +Quelle +Kat.</title>
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		<updated>2024-04-12T14:39:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Ergänzt +Quelle +Kat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kapitalmarkt.jpg|mini|hochkant=1.4|Schematische Gliederung des Finanzmarktes]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kreditmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|credit market}}) ist ein [[Teilmarkt]] des [[Finanzmarkt]]es, auf dem das [[Kreditangebot]] der [[Kreditnachfrage]] gegenübersteht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Geldmarkt|Geld-]] und [[Kapitalmarkt]] dominieren am Kreditmarkt individuelle bilaterale [[Kreditvertrag|Kreditverträge]], denen weitgehend eine [[Standardisierung]] fehlt und für die wenig [[Markttransparenz]] vorhanden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kreditderivate_im_europ%C3%A4ischen_Kapitalm/3a-FBwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kreditmarkt+markttransparenz&amp;amp;pg=PA85&amp;amp;printsec=frontcover Petra Hüttemann, &amp;#039;&amp;#039;Kreditderivate im europäischen Kapitalmarkt&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 85]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kapitalmarktakteuere.jpg|mini|hochkant=1.4|Kreditmarkt-/Kapitalmarktakteure]]&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Marktteilnehmer]] sind die Kreditgeber, die das &amp;#039;&amp;#039;Kreditangebot&amp;#039;&amp;#039; repräsentieren und Kreditnehmer, welche die &amp;#039;&amp;#039;Kreditnachfrage&amp;#039;&amp;#039; bilden. [[Handelsobjekt]]e sind [[Kreditart|Kredite aller Art]], [[Marktpreis]] ist der [[Kreditzins]], [[Marktvolumen]] ist das [[Kreditvolumen]]. Zweck des Kreditmarktes ist die [[Finanzierung]] des [[Umsatzerlös|Umsatzbedarfs]] der [[Volkswirtschaft]], die Deckung der [[Liquidität]] anderer [[Wirtschaftssubjekt]]e ([[Unternehmen]], [[Privathaushalt]]e, [[Staat]] nebst Untergliederungen), [[Konsum]]- und [[Investition]]sfinanzierung, [[Vorfinanzierung]] oder [[Zwischenfinanzierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Xaver Florentz/Enrique Kassner, &amp;#039;&amp;#039;Geld und Kredit&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 121 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kreditverträge entstehen, wenn Kreditangebot und Kreditnachfrage mit identischen [[Allgemeine Vertragsbedingungen|Vertragsbedingungen]] zur Übereinstimmung gebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zum Kreditmarkt, sondern zum [[Kapitalmarkt]] gehört der [[Rentenmarkt]], auf dem in [[Anleihe]]n [[Verbriefung|verbriefte]] Kredite gehandelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschieden werden kann zwischen dem nationalen Kreditmarkt eines Staates und dem [[Internationaler Kreditverkehr|internationalen Kreditverkehr]], der grenzüberschreitend stattfindet. Zu unterscheiden ist ferner zwischen dem organisierten Kreditmarkt des [[Bankensystem]]s und dem so genannten unorganisierten freien Kreditmarkt. Zu letzterem gehören [[Privatkredit]]e zwischen [[Privatperson]]en, [[Pfandleiher]], [[Kreditvermittlung]] und [[Kredithai]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Rosch, &amp;#039;&amp;#039;Kreditinflation und Wirtschaftskrisen unter besonderer Berücksichtigung der Konjunkturentwicklung Deutschlands vor dem Krieg&amp;#039;&amp;#039;, 1927, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktstrukturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemein ===&lt;br /&gt;
Sämtliche klassischen volkswirtschaftlichen [[Produktionsfaktor]]en werden auf [[Faktormarkt|Faktormärkten]] gehandelt, und zwar die [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] auf dem [[Arbeitsmarkt]], der [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]] auf dem [[Immobilienmarkt]], [[Geld]] auf dem [[Geldmarkt]] und das [[Kapital]] auf dem [[Kapitalmarkt]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Markt]]&lt;br /&gt;
! [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]]&lt;br /&gt;
! [[Nachfrage]]&lt;br /&gt;
! [[Preis (Wirtschaft)|Preis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Arbeitsmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Arbeitsnachfrage]] || [[Arbeitsangebot]] || [[Arbeitsentgelt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gütermarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Güterangebot]] || [[Güternachfrage]] || [[Marktpreis]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Geldmarkt]] &lt;br /&gt;
| [[Geldangebot]] || [[Geldnachfrage]] || [[Geldmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Kapitalmarkt]]&lt;br /&gt;
| [[Kapitalangebot]] || [[Kapitalnachfrage]] || [[Kapitalmarktzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kreditmarkt &lt;br /&gt;
| Kreditangebot || Kreditnachfrage || [[Kreditzins]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Immobilienmarkt]]&lt;br /&gt;
| Angebot an [[Wohnimmobilie|Wohn-]] und &amp;lt;br/&amp;gt;[[Gewerbeimmobilie]]n,&amp;lt;br/&amp;gt; [[Agrarfläche|Agrar-]] und [[Waldfläche]]n || [[Nachfrage]] || [[Kaufpreis]]/[[Immobiliarmiete]]/&amp;lt;br/&amp;gt; [[Bodenrente]]/[[Pachtvertrag (Deutschland)|Pacht]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Arbeits- und Bodenangebot stark von [[Natur]]einflüssen abhängen ([[Witterung]], [[Bodenbeschaffenheit]]), wird das Geld-, Kapital- und Kreditangebot ausschließlich von wirtschaftlichen Erwägungen beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Heller, &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1927, S. 144.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein [[Marktsegment]] des Kreditmarkts bildet der [[Kredithandel]], der meist zwischen [[Kreditinstitut]]en stattfindet. Nach der [[Loanable-funds-Theorie]] wird der [[Marktzins]] durch Kreditangebot und Kreditnachfrage bestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dennis Holme Robertson]], &amp;#039;&amp;#039;Industrial Fluctuation and the Natural Rate of Interest&amp;#039;&amp;#039;, in: The Economic Journal, Vol. 44, 1934, S. 652.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besonderheiten ===&lt;br /&gt;
Auf dem Kreditmarkt werden Kredite sowohl als [[Blankokredit]]e als auch [[Kreditsicherheit|besichert]] gewährt. Diese Unterscheidung hängt von der [[Kreditwürdigkeit]] der Kreditnachfrager oder marktüblichen Gepflogenheiten ([[Immobilienfinanzierung]] wird stets mit [[Grundpfandrecht]]en besichert) ab. Zudem sind die [[Kreditlaufzeit]]en wesentlicher Bestandteil des Handelsobjekts, die in [[kurzfristig]], [[mittelfristig]] und [[langfristig]] unterteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionen von Kreditmärkten ===&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen &amp;#039;&amp;#039;Mengentransformation&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Fristentransformation&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Losgrößentransformation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Risikotransformation&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mengentransformation&lt;br /&gt;
Die Mengentransformation umfasst die Ansammlung der in einer Volkswirtschaft gebildeten [[Ersparnis]]se und deren Verteilung zu den Kreditnachfragern in gewünschter Größenordnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Ehrlicher, &amp;#039;&amp;#039;Kompendium der Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 5. Auflage, 1975, S. 386.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele kleine [[Sparguthaben]] dienen hierbei als [[Refinanzierung]] auch für [[Großkredit|Groß-]] oder [[Millionenkredit]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Fristentransformation&lt;br /&gt;
Die [[Fristentransformation]] ermöglicht den Ausgleich der [[Frist]]en zwischen Kreditgebern und -nehmern. Dabei handelt es sich um die Frist, während der ein Kredit durch einen Kreditnehmer in Anspruch genommen werden darf und um die Frist, für die ein Sparer seine Spareinlagen zur Verfügung stellt. Diese Fristen weichen in der Regel voneinander ab und werden durch die Fristentransformation für den Kreditmarkt nachfragegerecht gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Losgrößentransformation&lt;br /&gt;
Die [[Losgrößentransformation]] ermöglicht durch eine Zusammenführung von mehreren Kreditgebern eine Übereinstimmung der durch die Kreditnehmer nachgefragten Beträge, die ein einzelner Kreditgeber nicht zur Verfügung stellen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Varmaz, &amp;#039;&amp;#039;Rentabilität im Bankensektor Identifizierung, Quantifizierung und Operationalisierung werttreibender Faktoren&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, 2006, S.&amp;amp;nbsp;20&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Risikotransformation&lt;br /&gt;
Eine [[Risikotransformation]] findet auf Kreditmärkten statt, wenn [[Finanzintermediär]]e zwischen die Marktteilnehmer mit unterschiedlicher [[Risikoeinstellung]] treten und das [[Ausfallrisiko]] verändern. Durch die Risikotransformation erhalten die Sparer die Möglichkeit, ihr [[Kreditrisiko]] abzusichern oder zu verteilen. Unsichere [[Zahlungsstrom|Zahlungsströme]] können so in sichere Zahlungsströme umgewandelt werden. So können beispielsweise Risiken durch schwankende [[Wechselkurs]]e umgewandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Benker, &amp;#039;&amp;#039;Vor- und Nachteile einer kapitalmarktorientierten Unternehmensführung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S.&amp;amp;nbsp;8&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreditangebot ===&lt;br /&gt;
;Anbieter&lt;br /&gt;
Anbieter von Krediten sind insbesondere [[Kreditinstitut]]e mit ihrem [[Kreditgeschäft]], [[Zentralbank]]en, [[Beteiligungsgesellschaft]]en oder auch natürliche Personen beim Privatkredit und Kredithaie. Zentralbanken wie die [[Europäische Zentralbank]] halten so genannte „Ständige Fazilitäten“ ({{enS|standing facility}}) vor, worunter im [[Eurosystem]] die [[Einlagefazilität]] und die [[Spitzenrefinanzierungsfazilität]] fallen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=oNznBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA153&amp;amp;dq=fazilit%C3%A4t&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=fazilit%C3%A4t&amp;amp;f=false Dietmar Dorn/Rainer Fischbach/Volker Letzner, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre 2: Volkswirtschaftstheorie und -politik&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 153 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese [[Fazilität]]en stehen den [[Geschäftsbank]]en dauerhaft als Kreditangebot zur Verfügung und können bei Bedarf genutzt werden. Die ständigen Fazilitäten dienen dazu, Übernachtliquidität bereitzustellen oder zu absorbieren. Die ständigen Fazilitäten werden im Eurosystem dezentral von den nationalen Zentralbanken verwaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Leitlinien der EZB, Ausgabe 2012, Kapitel 3, 1.3.2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Interbankenhandel]] werden zu dem [[Interbankenzins]] meist kurzfristige Kredite gewährt, so dass Kreditinstitute auf dem Kreditmarkt sowohl als Kreditanbieter als auch als Kreditnachfrager auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aktive Giralgeldschöpfung&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Giralgeldschöpfung}}&lt;br /&gt;
Das bestehende Kreditangebot kann durch aktive [[Giralgeldschöpfung]] &amp;lt;math&amp;gt;\Delta G&amp;lt;/math&amp;gt; von den  Geschäftsbanken,&amp;lt;ref&amp;gt;auch die Zentralbanken wirken bei der Giralgeldschöpfung durch ihre Fazilitäten mit&amp;lt;/ref&amp;gt; also durch zusätzliche [[Geldmenge]] an [[Buchgeld]], über die bestehende Geldmenge hinaus erhöht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/kfuMuVq3Vt4C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Giralgeldsch%C3%B6pfung+formel&amp;amp;pg=PA462&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1620933246266 Heinz-Josef Bontrup, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre: Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 462 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Limitierende Faktoren sind dabei der [[Mindestreserve]]satz &amp;lt;math&amp;gt;MR&amp;lt;/math&amp;gt; und die [[Bargeldquote]] &amp;lt;math&amp;gt;c&amp;lt;/math&amp;gt;. Ausgangspunkt ist die [[Überschussreserve]] &amp;lt;math&amp;gt;L&amp;lt;/math&amp;gt;, die entsteht, wenn ein Kreditinstitut eine [[Sichteinlage]] von [[Nichtbank]]en erhält und davon Mindestreserven bei der Zentralbank hinterlegen muss und die Bargeldquote zu berücksichtigen hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    [[Sichteinlage]] von [[Nichtbank]]en&lt;br /&gt;
    - [[Mindestreserve]]&lt;br /&gt;
    - [[Bargeldquote]]&lt;br /&gt;
    = [[Überschussreserve]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Überschussreserve kann als Kredit ausgeliehen werden. Unterstellt man, dass aus diesem Kredit wieder ein Teil zu Sichteinlagen wird, handelt es sich um einen multiplen Prozess der Giralgeldschöpfung in Form einer [[Unendliche Reihe|unendlichen Reihe]]:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\Delta G = \frac{L}{(MR + c) - (MR \cdot c)}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Das maximale Geldschöpfungsvolumen &amp;lt;math&amp;gt;\Delta M&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt sich dabei aus der ersten verfügbaren Überschussreserve &amp;lt;math&amp;gt;L&amp;lt;/math&amp;gt; und den limitierenden Faktoren &amp;lt;math&amp;gt;l&amp;lt;/math&amp;gt; (Mindestreserve und Bargeldquote zusammengefasst):&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\Delta M = L \cdot \frac{l}{r}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Beträgt beispielsweise die Mindestreserve 10 % und die Bargeldquote 30 %, so führt eine ursprüngliche Sichteinlage von 100.000 Euro zu einer multiplen Giralgeldschöpfung von rund 243.000 Euro, um die das Kreditangebot erweitert werden kann. Die Vervielfachung des Kreditangebots durch aktive Giralgeldschöpfung wird mit dem [[Geldschöpfungsmultiplikator]] erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Angebotsstörungen&lt;br /&gt;
Eine [[Angebotslücke]] ist die [[Kreditklemme]], ein [[Angebotsüberhang]] oder eine [[Nachfragelücke]] führen zur Senkung des [[Zinsniveau]]s. Ein länger vorherrschender [[Geldüberhang]] kann sogar zu [[Negativzins]]en führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreditnachfrage ===&lt;br /&gt;
Als Kreditnachfrager können alle Wirtschaftssubjekte auftreten, auch diejenigen, die als Kreditinstitute funktional meist als Kreditanbieter fungieren ([[Refinanzierung]]). Typische Kreditnachfrager auf dem Kreditmarkt sind Unternehmen ([[Unternehmensfinanzierung]]), Privathaushalte ([[Konsumkredit]]e, [[Private Liquiditätsrechnung|kurzfristige Liquiditätsdeckung]]) oder der Staat nebst Untergliederungen ([[Staatsfinanzierung]], [[Kassenkredit]]e).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Nachfrageüberhang]] kann zu Zinssteigerungen führen, die [[Nachfragelücke]] bewirkt eine Senkung des Zinsniveaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreditmarkttheorie ===&lt;br /&gt;
Nach der Kreditmarkttheorie von [[Karl Brunner (Ökonom)|Karl Brunner]] und [[Allan Meltzer]] wird der Marktzins auf dem Kreditmarkt durch das Kreditangebot der Banken und die Kreditnachfrage der Nichtbanken bestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Brunner/Allan Meltzer, &amp;#039;&amp;#039;Liquidity Traps for Money, Bank Credit, and Interest Rates&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Political Economy vol. 76, 1968, S. 127 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Gewinnmaximierung|gewinnmaximale]] Kreditangebot der Kreditinstitute liegt dort, wo die [[Grenzkosten]] der Kreditbeschaffung über die Zentralbank gleich dem Marktzins für Kredite sind. Wird der [[Leitzins]] erhöht, sinkt das optimale Kreditangebot, weil sich die [[Refinanzierungskosten]] für [[Zentralbankgeld]] erhöhen und umgekehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Allgemeine_Volkswirtschaftslehre/fsStP8nQ-SsC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Kreditmarkttheorie+Brunner+und+Meitzer&amp;amp;pg=PA413&amp;amp;printsec=frontcover#spf=1621333749648 Wolfgang Cezanne, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 414].&amp;lt;/ref&amp;gt; Steigt der Kreditzins, sind die Anbieter bereit, ihr Kreditangebot zu erhöhen, während die Kreditnachfrage wegen sich erhöhendem [[Zinsaufwand]] sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktgleichgewicht ==&lt;br /&gt;
Der Kreditmarkt befindet sich im [[Marktgleichgewicht]], wenn das gesamtwirtschaftliche Kreditangebot &amp;lt;math&amp;gt;Cr_S&amp;lt;/math&amp;gt; der gesamtwirtschaftlichen Kreditnachfrage &amp;lt;math&amp;gt;Cr_D&amp;lt;/math&amp;gt; entspricht:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=jIWcBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA18&amp;amp;dq=Kapitalmarkt+kapitalAngebot&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjQtJPFlPjYAhWOyKQKHS7SDr44ChDoAQg8MAQ#v=onepage&amp;amp;q=Kapitalmarkt%20kapitalAngebot&amp;amp;f=false Dietmar Wellisch, &amp;#039;&amp;#039;Finanzwissenschaft III: Staatsverschuldung&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 18].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;Cr_S = Cr_D&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;langfristige Marktgleichgewicht&amp;#039;&amp;#039; ist hergestellt, wenn sich die [[Kapitalintensität]] (Kapitalausstattung pro Kopf) nicht mehr verändert.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Wellisch, &amp;#039;&amp;#039;Finanzwissenschaft III: Staatsverschuldung&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Befindet sich der Kreditmarkt im Gleichgewicht, so gelangen [[Ersparnis]] und [[Investition]]en beim Gleichgewichtszinssatz zum Ausgleich. Ein niedriger Kreditmarktzins (Negativzins, [[Niedrigzinsniveau]]) kann Kreditnachfrager zur Kreditaufnahme anregen und damit zur Erhöhung des Zinsniveaus beitragen und umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Rationierung#Arten|Mengenrationierung]] ([[Kreditrationierung]]) stellt ein spezifisches Merkmal des Kreditmarktes dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Milde, &amp;#039;&amp;#039;Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Kredit und Kapital]] 7, 1974, S. 489 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird erforderlich, weil ein [[Nachfrageüberhang]] der Kreditnachfrage nicht mit einer Erhöhung des Kreditzinses beantwortet werden kann. Dieser [[Marktmechanismus]] würde jene Kreditnachfrager aus dem Markt treiben, bei denen ein niedriges [[Ausfallrisiko]] vorhanden ist, während diejenigen Kreditnachfrager mit schlechter [[Bonität]] auch hohe Kreditzinsen zu zahlen bereit sind. Deshalb reagieren Kreditinstitute auf einen Nachfrageüberhang nicht mit höheren Kreditzinsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Milde, &amp;#039;&amp;#039;Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes&amp;#039;&amp;#039;, in: Kredit und Kapital 7, 1974, S. 266 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Der Kreditmarkt ist ein [[unvollkommener Markt]], weil er die [[Prämisse]]n des [[vollkommener Markt|vollkommenen Marktes]] nicht erfüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Stobbe, &amp;#039;&amp;#039;Mikroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 314 f. &amp;lt;/ref&amp;gt; Ihm fehlt ein [[homogenes Gut]], da Kredit in verschiedenen [[Kreditart]]en, [[Kreditlaufzeit]]en und oft auch individuell ausgestalteten [[Kreditvertrag|Kreditverträgen]] mit unterschiedlichen [[Kreditsicherheit]]en vorkommt; letzterer Aspekt schafft sachliche [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenzen]]. Zudem ist die [[Markttransparenz]] schwach, weil es auch an einem einheitlichen Kreditzins und sonstigen einheitlichen [[Kreditkonditionen]] fehlt. Die mangelnde [[Homogenität (Wirtschaft)|Homogenität]] des [[Finanzprodukt]]s „Kredit“ beeinträchtigt seine [[Kredithandel|Handelbarkeit]] und kommt auch in den individuell ausgehandelten Kreditverträgen zum Ausdruck, die jedoch zu einer [[Standardisierung]] tendieren. International ([[Loan Market Association]], [LMA], &amp;#039;&amp;#039;Loan Syndications and Trading Association&amp;#039;&amp;#039; [LSTA]) und national (&amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kreditmarkt-Standards e. V.&amp;#039;&amp;#039;) wurden [[Standard]]s veröffentlicht, die bei [[Vertragsverhandlung]]en zugrunde gelegt werden und eine weitgehende Harmonisierung der Kreditverträge zum Ziel haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Handbuch_Deutsche_Kreditmarkt_Standards/faNOEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kreditabl%C3%B6sung+kreditmarkt&amp;amp;pg=PT368&amp;amp;printsec=frontcover Christoph Schalast/Jörg Keibel (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Deutsche Kreditmarkt-Standards&amp;#039;&amp;#039;, 2021, S. 368 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die deutsche Organisation wurde im Oktober 2011 gegründet, weil die auf dem [[Case law]] beruhenden angelsächsischen Vertragsmuster weitgehend nicht mit dem deutschen Recht kompatibel sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuletzt gibt es [[ex post]] [[asymmetrische Information]]en, weil es zu „stellvertretender Überwachung“ ({{enS|delegated monitoring}}) und [[Adverse Selektion|adverser Selektion]] kommt. &amp;#039;&amp;#039;Stellvertretende Überwachung&amp;#039;&amp;#039; der Kreditnehmer für die (indirekten) Kreditgeber ([[Gläubiger]] der [[Spareinlage]]n) bedeutet, dass es für letztere ein zu großer Aufwand wäre, sich selbst um die Überprüfung der Bonität ersterer zu kümmern. Ein wichtiger Beitrag zur Erklärung der Existenz von Banken durch delegiertes Monitoring ist das [[Modell von Diamond]]. &amp;#039;&amp;#039;Adverse Selektion&amp;#039;&amp;#039; bedeutet gemäß der [[Prinzipal-Agenten-Theorie]], dass der Kreditnehmer gegenüber dem Kreditgeber über einen [[Wissensvorsprung]] verfügt, weswegen der Kreditgeber die [[Kreditwürdigkeit]] des Kreditnehmers nur eingeschränkt beurteilen kann. Vor Vertragsabschluss könnte der Kreditnehmer dazu neigen, negative Merkmale seiner Bonität zu verschweigen, um den Kredit zu erhalten. „Stellvertretende Überwachung“ und adverse Selektion führen dazu, dass kein [[Marktgleichgewicht]] zwischen Kreditangebot und Kreditnachfrage nach dem [[Walras-Gesetz]] zustande kommt, sondern ein [[Rationierung#Rationierungsgleichgewicht|Rationierungsgleichgewicht]], weil sich Kreditgeber und Kreditnehmer [[Risikoneutralität|risikoneutral]] verhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dwight Jaffee/Joseph E Stiglitz, &amp;#039;&amp;#039;Credit Rationing&amp;#039;&amp;#039;, in: Benjamin M Friedman/Frank H Hahn (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Handbook of Monetary Economics II&amp;#039;&amp;#039;, 1990, S. 854&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Banktheorie]] ist die [[Kreditrationierung]] eine Situation, in der bei gegebenem Kreditzins ein [[Nachfrageüberhang]] nach Krediten besteht, ohne dass es – bei einem höheren Kreditzins – auf dem Kreditmarkt zu einer Erhöhung des Kreditangebots kommt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kreditrationierung_in_Entwicklungsl%C3%A4nde/5YCrBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=preisrationierung&amp;amp;pg=PA15&amp;amp;printsec=frontcover Nordin Oulad-Youssef, &amp;#039;&amp;#039;Kreditrationierung in Entwicklungsländern&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 15]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Rationierung#Arten|Mengenrationierung]] stellt ein spezifisches Merkmal des Kreditmarktes dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Milde, &amp;#039;&amp;#039;Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Kredit und Kapital]] 7, 1974, S. 489 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird erforderlich, weil ein Nachfrageüberhang der Kreditnachfrage nicht mit einer Erhöhung des Kreditzinses beantwortet werden kann. Dieser [[Marktmechanismus]] würde jene Kreditnachfrager aus dem Markt treiben, bei denen ein niedriges [[Ausfallrisiko]] oder [[Insolvenzrisiko]] vorhanden ist, während diejenigen Kreditnachfrager mit schwacher Bonität und hohem Insolvenzrisiko auch hohe Kreditzinsen zu zahlen bereit sind. Deshalb reagieren Kreditinstitute auf einen Nachfrageüberhang nicht mit höheren Kreditzinsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Milde, &amp;#039;&amp;#039;Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes&amp;#039;&amp;#039;, in: Kredit und Kapital 7, 1974, S. 266 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund ist auf dem Kreditmarkt die Mengenrationierung (Kreditrationierung) der Preisrationierung überlegen.&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Wowo2008</name></author>
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