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	<title>Krawall - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T14:46:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Krawall&amp;diff=459244&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Killarnee: http → https</title>
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		<updated>2022-06-02T16:03:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Auerswald2.jpg|miniatur|Krawall vor dem Sitz des Ministerpräsidenten [[Rudolf von Auerswald]] (August 1848), zeitg. Darstellung aus dem &amp;#039;&amp;#039;Neuruppiner Bilderbogen,&amp;#039;&amp;#039; 1848.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Krawall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Krawalle&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Bezeichnung für eine gegen die [[öffentliche Ordnung]] gerichtete [[Störung der öffentlichen Ordnung|Störung]] durch [[Aufruhr]] oder [[Lärm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutungsfeld ==&lt;br /&gt;
Der [[Duden]] bezeichnet Krawall als Tumult mit [[Tätlichkeit (Strafrecht)|Tätlichkeit]]en sowie Aufruhr und umgangssprachlich für „äußerst lebhaftes oder erregtes Lärmen und Treiben“ durch eine größere Menschenmenge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Krawall &amp;#039;&amp;#039;Krawall&amp;#039;&amp;#039;] auf duden.de, abgerufen am 10. August 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnliche Bedeutung hat der Begriff [[Randale]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch, der in Krawalle aktiv verwickelt ist oder diese initiiert, wird als Krawallmacher bezeichnet. Ähnliche Bedeutung haben auch die Begriffe Randalierer und „Unruhestifter“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die [[Etymologie|Wortherkunft]] ist ungeklärt. Vermutet wird eine Abstammung vom älteren, volkssprachlichen &amp;#039;&amp;#039;crawallen&amp;#039;&amp;#039; (16. Jahrhundert), das wiederum vom [[Mittellatein|mittellateinischen]] &amp;#039;&amp;#039;chravallium&amp;#039;&amp;#039; abstammt, mit dem [[Katzenmusik]], Straßenlärm und Zank bezeichnet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Krawall &amp;#039;&amp;#039;Krawall&amp;#039;&amp;#039;] auf duden.de, abgerufen am 10. August 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|9783411040759}} &amp;lt;!-- Duden. Herkunftswörterbuch 2013 --&amp;gt; Stichwort: &amp;#039;&amp;#039;Krawall&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Tumult&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet ‚lärmendes Durcheinander erregter Menschen, Getümmel‘ und wurde Ende des 15. Jahrhunderts aus lateinisch &amp;#039;&amp;#039;tumultus&amp;#039;&amp;#039; ‚Unruhe, Getöse, (Kriegs)lärm, Aufruhr, Aufregung‘ entlehnt (zu lat. tumēre ‚geschwollen sein, vor Zorn aufbrausen, schwülstig sein‘), im politischen Bereich wird damit ein von Tätlichkeiten begleiteter [[Aufruhr]], [[Aufstand]], Erhebung bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, [http://www.dwds.de/?kompakt=1&amp;amp;qu=Tumult online] auf [[DWDS]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pierer’s Universal-Lexikon]] nimmt 1857 einen Zusammenhang von &amp;#039;&amp;#039;Krawall&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;[[Katzenmusik|Charivari]]&amp;#039;&amp;#039; an, datiert das Wortvorkommen – als &amp;#039;&amp;#039;Chawall&amp;#039;&amp;#039; – mit dem 14. Jahrhundert und gibt an, dass es im Volksmund „1) Lärm, Spektakel; dann 2) eine mit Lärmen, Demoliren etc. verbundene politische Demonstration (meistens nur der niedersten Volksschichten) von größerem Umfang“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pierer’s Universal-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;9. Altenburg 1860, S.&amp;amp;nbsp;781, [http://www.zeno.org/nid/20010275142 online] auf zeno.org.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Meyers Großes Konversations-Lexikon|Meyers Großem Konversations-Lexikon]] von 1907 zufolge bedeutet &amp;#039;&amp;#039;Krawall,&amp;#039;&amp;#039; „ein erst in der Neuzeit aufgekommenes Wort, so viel wie [[Aufruhr]], Tumult; wird vom mittellat. charavallium (franz. charivari) abgeleitet. Krawaller, Teilnehmer oder Veranlasser, Leiter eines Krawalls, sodann Bezeichnung für einen streitsüchtigen, lärmmachenden Menschen überhaupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 607. [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Krawall online] auf [[zeno.org]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krawalle bildeten seit dem 19. Jahrhundert eine Protestform vor allem der Städtischen Unterschichten, die sich gegen soziale Missstände richteten. Sie waren in einigen Fällen auch explizit mit Forderungen nach Politik- und Regierungswechsel verbunden. Die Bezeichnung wurde etwa während der politischen Unruhen der [[Julirevolution von 1830]] in [[Hanau]] geprägt, als das dortige Bürgertum sich am 24. September gegen die [[Absolutismus|neoabsolutistische]] Staatsform und die verfehlte [[Zoll (Abgabe)|Zoll]]- und Wirtschaftspolitik des [[Kurfürst]]en [[Wilhelm II. (Hessen-Kassel)|Wilhelm II.]] von [[Kurfürstentum Hessen|Hessen]] erhob&amp;lt;ref&amp;gt;Hoppe; Hellmut Seier: &amp;#039;&amp;#039;Hanau und Kurhessen im Spiegel des Vormärz und seines Geschichtsbewußtseins. Zur 150-Jahr-Feier des Hanauer Geschichtsvereins&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 45 (1985), S.&amp;amp;nbsp;129–162 (134).&amp;lt;/ref&amp;gt; und die nächste Welle der Revolution im November begann, nachdem die [[Proletariat|proletarische]] [[Unterschicht]] wegen steigender Lebensmittelpreise [[Revolte|revoltierte]] und von der [[Bürgergarde]] bekämpft wurde. Danach wurden kleine, einteilige Brötchen in Hanau noch lange umgangssprachlich als &amp;#039;&amp;#039;Krawallcher&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als öffentliches Beschäftigungsprojekt für die &amp;#039;&amp;#039;Hanauer Krawaller&amp;#039;&amp;#039; wurde die Entwässerung eines vor den Toren der Stadt gelegenen Sumpfgebietes initiiert. Der dazu erforderliche Entwässerungsgraben wurde (zunächst nicht offiziell) &amp;#039;&amp;#039;Krawallgraben&amp;#039;&amp;#039; genannt, was sich heute noch in der Straßenbezeichnung [[Am Krawallgraben]] widerspiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unruhen ereigneten sich auch im Laufe der Revolution von 1848; doch waren sie auch und gerade in nicht-revolutionären Zeiten ein Ventil für öffentlichen Protest. Ein Beispiel sind die [[Blumenstraßenkrawalle]] in Berlin 1872 gegen die Zwangsräumung von Mietern. Die damals erstarkende organisierte Arbeiterbewegung, insbesondere Gewerkschaften und Sozialdemokratie, verurteilte Krawalle zwar als unpolitisch und „undiszipliniert“; sie bevorzugte Streiks und Demonstrationen. Dennoch beteiligte sich ihre Basis weiterhin an städtischen Unruhen wie etwa den [[Moabiter Unruhen]] im Jahre 1910.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Juli 1907, dem Tag der Urteilsverkündung im Mordfall [[Carl Hau]], kam es in [[Karlsruhe]] aus Neugier und Sensationslust des Publikums zu einem Straßentumult &amp;#039;&amp;#039;([[Hau-Krawall]])&amp;#039;&amp;#039;, dem wegen Überforderung der polizeilichen Kräfte zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung sogar militärische Einheiten, nämlich zwei Kompanien des [[1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109|1. Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109]], entgegengesetzt werden mussten und der als „Straßenkampf im Frieden“ ([[Ferdinand von Notz]]) in die Geschichte einging. Einen derartigen Auflauf von Neugierigen – Beobachter sprachen von 20.000 Menschen – hatte es bis dahin noch bei keinem Strafprozess im [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ersten Weltkrieg kam es ab 1916 durch Hunger und Lebensmittelknappheit zu einer Häufung von Krawallen in den Großstädten Deutschlands und Österreich-Ungarns. Bei diesen Lebensmittelkrawallen beteiligten sich insbesondere Frauen, die für die Ernährung ihrer Familien die Verantwortung trugen.&amp;lt;ref&amp;gt;Veronika Helfert: &amp;#039;&amp;#039;Gewalt und Geschlecht in unorganisierten Protestformen in Wien während des ersten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung]].&amp;#039;&amp;#039; Heft II/2014; sowie Irena Selisnik, Ana Cergol Paradiz, Ziga Koncilija: &amp;#039;&amp;#039;Frauenproteste in den slowenisch-sprachigen Regionen Österreich-Ungarns vor dem und im Ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Arbeit – Bewegung – Geschichte]], Heft II/2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Krawall oft als vormoderne und unorganisierte Protestform galt, die durch Parteien und Gewerkschaften überflüssig geworden sei, sind Krawalle, soziale Unruhen und &amp;#039;&amp;#039;riots&amp;#039;&amp;#039; bis heute eine Konstante sozialer Protestkultur. Von den [[Halbstarker#Halbstarkenkrawalle|Halbstarkenkrawallen]] der 1950er Jahre über die 1962er [[Schwabinger Krawalle]] sowie die Unruhen am [[Erster_Mai_in_Kreuzberg#Erster_Mai_1987|1. Mai 1987]] in Berlin-Kreuzberg bis zu den US-amerikanischen &amp;#039;&amp;#039;race riots&amp;#039;&amp;#039; in Kalifornien 1992 oder dem [[Unruhen in London 2011|London Riot]] von 2011 lassen sich zahlreiche Beispiele aufzählen. Krawall, so ein Fazit von Protestforschern, gibt es immer dann, wenn es kein anderes, repräsentatives Ventil für soziale Forderungen gibt oder zu geben scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Landfriedensbruch|Straßenschlacht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Veronika Helfert: &amp;#039;&amp;#039;Gewalt und Geschlecht in unorganisierten Protestformen in Wien während des ersten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung]].&amp;#039;&amp;#039; Heft II/2014&lt;br /&gt;
* Irena Selisnik / Ana Cergol Paradiz / Ziga Koncilija: &amp;#039;&amp;#039;Frauenproteste in den slowenischsprachigen Regionen Österreich-Ungarns vor dem und im Ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Arbeit – Bewegung – Geschichte]], Heft II/2016.&lt;br /&gt;
* [[Martin Hoppe]]: &amp;#039;&amp;#039;Hanauer Straßennamen.&amp;#039;&amp;#039; Hanau 1991, ISBN 3-87627-426-5, S. 31.&lt;br /&gt;
* Oskar Schenk: &amp;#039;&amp;#039;Vom „Hanauer Krawall“ und dem Krawall-Graben&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Hanau Stadt und Land. Ein Heimatbuch für Schule und Haus.&amp;#039;&amp;#039; Hanau 1954, S. 378–380.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Julius Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Hanau Stadt und Land.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Hanau 1919, Neudruck 1978, S. 777.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Bertram (Politiker)|Kurt Bertram]]: &amp;#039;&amp;#039;Das preussische Tumultgesetz vom 11. März 1850&amp;#039;&amp;#039;, Greifswald 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4744382-0|LCCN=sh/85/001511}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Hanaus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufruhr]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Killarnee</name></author>
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