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	<title>Kranzgeld - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T22:04:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kranzgeld&amp;diff=50839&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;H7: /* Merkspruch */</title>
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		<updated>2026-02-14T16:00:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Merkspruch&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kranzgeld&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (früher auch &amp;#039;&amp;#039;Deflorationsgeld&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Brockhaus-1911 |Lemma=Defloration |Band=1 |Seite=400 |SeiteBis=401 |zenoID=20001037633}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnete man in Deutschland eine finanzielle Entschädigung, die eine „[[Leumund|unbescholtene]]“ Frau (siehe unten) von ihrem ehemaligen Verlobten einfordern konnte, wenn sie auf Grund eines Eheversprechens mit ihm [[Geschlechtsverkehr]] hatte und er anschließend das [[Verlöbnis]] löste. Gleiches galt auch für neuverlobte [[Witwer|Witwen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Es existieren zwei Erklärungen zur Wortherkunft: Eine nicht mehr jungfräuliche Braut, die Strohjungfer, musste nach altem Brauch bei der [[Hochzeitsfeier|Hochzeit]] einen [[Strohkranz]] tragen. Die unbescholtene Braut durfte sich dagegen im [[Myrte]]nkranz präsentieren. Die andere Version ist, dass die jungfräuliche Braut einen geschlossenen Kranz trug und die nicht mehr jungfräuliche Braut oder Witwe einen offenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprüngliche Regelung im BGB ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen [[Privatrecht]] können normalerweise nur Vermögensschäden im Rahmen des [[Schadensersatz]]es ausgeglichen werden (vgl. {{§|253|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]). Die „Entehrung“ der [[Jungfrau]] ist aber ein ideeller Schaden. Der Anspruch auf Kranzgeld war, ähnlich dem noch heute existierenden Anspruch auf [[Schmerzensgeld]], eine Ausnahme zu diesem Grundsatz. Der Anspruch war in {{§|1300|BGB|dejure}} im Vierten Buch ([[Familienrecht]]) des Bürgerlichen Gesetzbuchs von 1896 geregelt und trat mit ihm am 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1900 in Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§&amp;amp;nbsp;1300 BGB lautete:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;(1) Hat eine unbescholtene Verlobte ihrem Verlobten die Beiwohnung gestattet, so kann sie, wenn die Voraussetzungen des {{§|1298|bgb|juris}} oder des {{§|1299|bgb|juris}} vorliegen, auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld verlangen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;(2) Der Anspruch ist nicht übertragbar und geht nicht auf die Erben über, es sei denn, daß&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; er durch Vertrag anerkannt oder daß&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; er rechtshängig geworden ist.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründet wurde der Schadenersatzanspruch damit, dass die Ledige wegen des Verlusts ihrer Jungfräulichkeit geringere Chancen auf eine standesgemäße [[Ehe|Heirat]] mit einem anderen Mann habe. War die Ledige oder die Witwe hingegen schon vor der [[Beiwohnung]] nicht mehr „unbescholten“, so stand ihr auch kein Kranzgeld zu, wobei sich der Begriff „bescholten“ nur auf [[Keuschheit|Unkeuschheit]] bezog, nicht auch auf andere Sachverhalte, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Gefängnisaufenthalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urteile ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 urteilte das [[Oberlandesgericht Bamberg]], dass bereits bei einmaligem vorherigem Geschlechtsverkehr eine Frau nicht mehr als unbescholten gelten könne und ihr deswegen kein Kranzgeld zustehe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=46369439 |Titel=Recht: Entscheidungen |Jahr=1967 |Nr=37 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1967 entschied das [[Amtsgericht Düsseldorf]], dass einer „reifen“, im Berufsleben stehenden Frau kein Kranzgeld ihres erheblich jüngeren, italienischen Verlobten zustehe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=45465462 |Titel=Recht: Entscheidungen |Jahr=1968 |Nr=2 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Jahre 1968 klagte eine Frau vor dem Oberlandesgericht Köln noch erfolgreich eine Kranzgeldzahlung ein,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Das „Kranzgeld“ ist nicht verfassungswidrig. Verlassene Braut hat Anspruch auf Entschädigung |Sammelwerk=[[Hamburger Abendblatt]] |Datum=1968-08-14 |Online=https://www.abendblatt.de/archiv/1968/article201077723/Das-Kranzgeld-ist-nicht-verfassungswidrig.html |Abruf=2015-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1972 wies das [[Hanseatisches Oberlandesgericht|Hanseatische Oberlandesgericht]] eine entsprechende Klage wegen Verfassungswidrigkeit ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=42787437 |Titel=Defloration: Keinen Pfennig |Jahr=1972 |Nr=45 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte dokumentierte Verurteilung zu einer Kranzgeld-Zahlung nach § 1300 BGB (hier: 1000&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]]) erfolgte 1980 am [[Amtsgericht Korbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsgericht Korbach. &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Schadensrecht]]&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 1981, S. 65–66.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1987 beschloss das Amtsgericht St. Ingbert, ein Antrag auf Zahlung eines Kranzgeldes habe eine hinreichende Erfolgsaussicht&amp;lt;ref&amp;gt;AG St. Ingbert, Beschluss vom 22.01.1987, 3 C 393/86, FamRZ 1987, 941–942&amp;lt;/ref&amp;gt;. 1993 wies das [[Amtsgericht Münster]] eine entsprechende Klage in Höhe von 1000&amp;amp;nbsp;DM mit der Begründung ab,&amp;lt;ref&amp;gt;AG Münster, Urteil vom 8. Dezember 1992, Az. 50 C 628/92, NJW 1993, 1720. {{Der Spiegel |ID=13690845 |Titel=Verlorene Rarität |Jahr=1993 |Nr=29 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; §&amp;amp;nbsp;1300 BGB verstoße wegen der gewandelten [[Moral]]vorstellungen gegen den [[Gleichheitsgrundsatz]] des [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetzes]] ({{Art.|3|gg|juris}} GG) und sei deshalb nicht mehr anzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Entscheidung wurde vom [[Bundesverfassungsgericht]] nicht angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfG, Kammerbeschluss vom 5. Februar 1993, Az. 1 BvR 39/93, FamRZ 1993, 662. [https://www.iurado.de/?p=urteile&amp;amp;site=iurado&amp;amp;id=1624 iurado.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Große praktische Bedeutung hatte die Vorschrift zum damaligen Zeitpunkt ohnehin nicht mehr. Sie war [[vorkonstitutionelles Recht]] mit der Folge, dass die Gerichte sie ohne weiteres als verfassungswidrig einstufen und ignorieren konnten; eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht war nicht erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abschaffung ==&lt;br /&gt;
In der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] erklärte das [[Oberstes Gericht der DDR|Oberste Gericht]] die Regelung bereits 1952 für verfassungswidrig.&amp;lt;ref&amp;gt;OG, Urteil vom 4. September 1952, Az. 1a Zs 19/52, [https://www.gvoon.de/art/dokumente/1952/zeitschrift-neue-justiz-nj-ddr-1952/bilder/zeitschrift-neue-justiz-nj-ddr-1952-seite_451.jpg NJ 1952 S. 451]; ebenso Urteil vom 28. Mai 1959, Az. 1 Zz 39/59, [https://www.gvoon.de/art/dokumente/1959/zeitschrift-neue-justiz-nj-ddr-1959/bilder/zeitschrift-neue-justiz-nj-ddr-1959-seite_575.jpg NJ 1959 S. 575] = OGZ 7, 25 zu [https://lexetius.com/BGB/1301,2 § 1301 BGB].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik Deutschland wurde § 1300 BGB erst durch das Gesetz zur Neuordnung des Eheschließungsrechtes vom 4. Mai 1998 zum 1. Juli 1998 ersatzlos gestrichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Paragrafen zwischen {{§|1297|bgb|juris}} bis {{§|1302|bgb|juris}} BGB bestehen weiterhin. Nach {{§|1297|bgb|juris}}, {{§|1298|bgb|juris}} hat, wer vom Verlöbnis zurücktritt oder schuldhaft den Rücktritt des anderen veranlasst, diesem in angemessenem Umfang Aufwendungen sowie Schäden aus der Eingehung von [[Verbindlichkeit]]en und sonstigen Maßnahmen in Erwartung der [[Eheschließung]] zu ersetzen. Nach {{§|1301|bgb|juris}} können Verlobungsgeschenke zurückverlangt werden, wenn die Eheschließung unterbleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkspruch ==&lt;br /&gt;
Ein unter Juristen verbreiteter Merkspruch für den einschlägigen Paragrafen lautete:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Der [[Heiliger Geist|Heil’ge Geist]] ist bass verwundert, [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]] klagt aus Dreizehnhundert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag7506.html &amp;#039;&amp;#039;15. Jahrestag der Abschaffung des Kranzgeldes.&amp;#039;&amp;#039;] [[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]]-Bericht.&lt;br /&gt;
* Sebastian Felz: [https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/kranzgeld-verloebnis-heirat-ehe-schadensersatz-frau-unbescholten-verfassungswidrig/ &amp;#039;&amp;#039;Geplatztes Heiratsversprechen: Das doppelt verfassungswidrige Kranzgeld.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Legal Tribune Online,&amp;#039;&amp;#039; 30. Dezember 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4347910-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexualgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amtsgericht Münster]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;H7</name></author>
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