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	<title>Kopftuch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jürgen von Manger.jpg|mini|Frau mit Kopftuch bei einer Signierstunde [[Jürgen von Manger]]s in [[Krefeld]] (1967)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1982-0406-008, Güstrow, Forstarbeiterin.jpg|mini|Forstarbeiterin in [[Güstrow]] (1982)]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kopftuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein meist dreieckiges oder zu einem Dreieck gefaltetes Stück Stoff, mit dem der Kopf bedeckt wird. Es kann auf verschiedene Arten getragen werden, meist unter dem Kinn oder im Nacken verknotet, aber auch lose hängend oder in anderen Varianten. Für das Tragen eines Kopftuches gibt es vielfältige Gründe: vor allem praktische, kulturelle und religiöse Gründe, aber auch modische Gründe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründe für das Tragen eines Kopftuchs ==&lt;br /&gt;
Kopftücher werden hauptsächlich aus praktischen, kulturellen oder religiösen Gründen getragen. Zu den praktischen Gründen gehört der Schutz vor der Witterung (Kälte, Hitze, Wind, Sonne) und der Schutz vor Verschmutzung, zum Beispiel in staubigen Umgebungen. Ein Kopftuch kann dafür sorgen, dass die Haare bei der Arbeit nicht stören. Teilweise sind geeignete Kopfbedeckungen als [[Arbeitsschutz]] vorgeschrieben. Beispielsweise muss verhindert werden, dass lange Haare in rotierende Teile von Maschinen geraten können, entweder durch eine geeignete Kopfbedeckung (Mütze, [[Haarnetz]] oder Kopftuch) oder durch Aufstecken der Haare.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.arbeitsschutz-kmu.de/pdfs/BGI_587_Leitfaden.pdf |titel=Arbeitsschutz will gelernt sein – Ein Leitfaden für Sicherheitsbeauftragte |hrsg=[[Berufsgenossenschaft Holz und Metall]] |datum=2004 |seiten=17 |format=PDF; 1,6&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2023-04-29 |kommentar=&amp;#039;&amp;#039;Haare schützen&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hygienische Gründe erfordern das Tragen einer Kopfbedeckung zum Beispiel in Küchen und Krankenhäusern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wko.at/branchen/tourismus-freizeitwirtschaft/hotellerie/kuechenhygiene.pdf Küchenhygiene.] (PDF; 280&amp;amp;nbsp;kB) [[Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz|Bundesministerium für Gesundheit]], Österreich, 2013, S.&amp;amp;nbsp;18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch religiöse Vorschriften und Gebräuche sind des Öfteren der Grund für das Tragen eines Kopftuches bei Frauen (siehe [[Schleier]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturell unterlag die Bedeutung des Kopftuchs beziehungsweise des [[Schleier]]s in allen Teilen der Welt einem Wandel. Zu vielen [[Tracht (Kleidung)|Frauentrachten]] gehört ein Kopftuch. In Westeuropa trugen bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts viele Frauen das Kopftuch aus [[Tradition]], in anderen europäischen Ländern blieb die Tradition bis in die Gegenwart erhalten. Frauen aus dem indischen Raum tragen oft einen [[Sari (Kleidung)|Sari]] und bedecken die Haare mit einem langen Stück Stoff. Ein Kopftuch kann als Zierde oder modisches Accessoire dienen. Das Kopftuch kann auch als Teil der Identität der Träger und Trägerinnen gelten und die Zugehörigkeit zu einer [[Soziale Gruppe|gesellschaftlichen Gruppe]] ausdrücken. Ähnliches ist von den männlichen [[Sikhismus|Sikhs]] und dem Tragen des [[Turban]]s bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Madres pza de mayo.jpg|mini|Das weiße Kopftuch der [[Madres de Plaza de Mayo]] bei einer Audienz beim argentinischen Präsidenten [[Néstor Kirchner]] (2005)]]&lt;br /&gt;
Das Kopftuch kann auch eine weltanschauliche oder politische Überzeugung ausdrücken. Ein Beispiel hierfür sind die [[Madres de Plaza de Mayo]], die durch das Tragen weißer Kopftücher bei ihren Protestaktionen besondere Aufmerksamkeit erlangten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kopftücher für Frauen ==&lt;br /&gt;
=== Das Kopftuch in der westlichen Welt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-H30060, Berlin, Trümmerfrauen vor Loren.jpg|mini|[[Trümmerfrau]]en mit Kopftuch, Berlin, 1946]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-E0928-0022-001, LPG Strehla-Paußnitz, Auszeichnung einer Brigade.jpg|mini|Das Kopftuch als Teil der Arbeitsschutz&amp;amp;shy;bekleidung, [[Strehla]] 1966]]&lt;br /&gt;
Das Tragen von Kopftüchern war in Europa vor allem in den ländlichen Gebieten bis in die 1980er Jahre üblich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.badische-zeitung.de/erklaers-mir/erklaer-s-mir-was-bedeutet-das-kopftuch--107432726.html &amp;#039;&amp;#039;Erklär’s mir: Was bedeutet das Kopftuch?&amp;#039;&amp;#039;] badische-zeitung.de; abgerufen am 9. Juli 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orf.at/v2/stories/2343943 Kopfbedeckung als Politikum.] orf.at; abgerufen am 22. Juli 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders verbreitet war das Tragen eines Kopftuches in der Nachkriegszeit bei [[Trümmerfrauen]], um die Haare vor Schmutz zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Renaissance erlebte das Kopftuch in Filmen der 1950er und 1960er Jahre, vor allem mit [[Audrey Hepburn]] und [[Grace Kelly]] (unter anderem in &amp;#039;&amp;#039;[[Frühstück bei Tiffany (Film)|Frühstück bei Tiffany]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Über den Dächern von Nizza]]&amp;#039;&amp;#039;), deren Name heute auch mit einer bestimmten Trageweise (unter dem Kinn gekreuzt und dann im Nacken verknotet) verknüpft ist. Königin [[Elisabeth&amp;amp;nbsp;II.]], die häufig ein Kopftuch trug, wurde unter anderem deswegen von der britischen &amp;#039;&amp;#039;[[Vogue (Zeitschrift)|Vogue]]&amp;#039;&amp;#039; schon positiv erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt-1333656&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/vermischtes/article1333656/Elizabeth-II-zur-Glamour-Koenigin-gewaehlt.html |titel=Auszeichnung: Elizabeth&amp;amp;nbsp;II. zur Glamour-Königin gewählt |werk=[[Die Welt#Online-Ausgabe|Welt Online]] |datum=2007-11-05 |abruf=2018-10-07 |kommentar=dpa/wal}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:A curious costume, Champery.jpg|mini|Das von den Frauen der Region um [[Champéry]] traditionell getragene, scharlachrote Kopftuch (1912)]]&lt;br /&gt;
Die Nutzung des Kopftuches ging zuerst in den Städten und später auch im ländlichen Raum zurück; es wurde überwiegend von anderen Kleidungsstücken wie Hüten oder Mützen weitgehend verdrängt. Oft ist es heute aber auch allgemein üblich, gar keine Kopfbedeckung zu tragen. Ingrid Loscheck stellt fest, dass „nach etwa 1960 Kopfbedeckungen bei beiden Geschlechtern außer Gebrauch kamen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Loscheck: &amp;#039;&amp;#039;Reclams Mode- und Kostümlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1999, S.&amp;amp;nbsp;311&amp;amp;nbsp;ff, 143&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Granny in Albania.jpg|mini|Frau in Albanien mit weißem Kopftuch (2012)]]&lt;br /&gt;
Üblich ist das Kopftuch in vielen ost-, mittel- und südeuropäischen Ländern. Dort wird es regelmäßig beim Gottesdienst, aber vielfach auch im Alltag getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kopftuch und Religion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Judentum ====&lt;br /&gt;
Im [[Orthodoxes Judentum|orthodoxen Judentum]] ist es für verheiratete Frauen Brauch, im Rahmen der [[Zniut]] („Sittsamkeit“) ihr Haar zu bedecken. Das hierbei oft getragene Kopftuch wird [[Tichel]] oder Mitpachat genannt. Es weist die Trägerin als verheiratete Frau aus. Bereits der [[Tanach]] berichtet von einer Verschleierung der Frauen. So verschleiert sich [[Rebekka]], die zukünftige Frau [[Isaak]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Rebekka blickte auf und sah Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herunter und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Bibel, {{B|Genesis|24|64–65}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christentum ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Hutterer-Frauen bei der Arbeit.jpg|mini|[[Hutterer|Hutterinnen]] bei der Arbeit]]&lt;br /&gt;
Im [[Christentum]] wird das Kopftuch in der Gegenwart hauptsächlich von Frauen der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]], der [[Brüderbewegung]] und in einigen [[Mennoniten|mennonitischen]] bzw. [[Täufer|täuferischen]] Gemeinschaften, wie etwa den [[Hutterer]]n, getragen. Dabei sind für die Kopftücher der Frauen der hutterischen Schmiedeleut weiße [[Rapport (Textil)#Polka Dots|Polkatupfen]] auf schwarzem Grund vorgeschrieben, wodurch sie besonders leicht zu erkennen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur [[Habit|Ordenstracht]] der Schwestern einiger neuerer Kongregationen, etwa der [[Kleine Schwestern Jesu|Kleinen Schwestern Jesu]] und der [[Kleine Schwestern vom Lamm|Kleinen Schwestern vom Lamm]], gehört ein [[Schleier#Verschleierung im Christentum|Schleier]], der einem Kopftuch ähnelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aus der Bibel abgeleitete Gebot das Haupt bedecken zu sollen, wird in einigen Ost- und Südeuropäischen Kirchen als Kopftuchgebot im religiös-öffentlichen Raum praktiziert. Auch in vereinzelten [[Brüderbewegung|Brüdergemeinden]], in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirche]], in [[Pfingstbewegung|Pfingstgemeinden]], [[Norweger-Gemeinde]]n, calvinistischen Gemeinden in den Niederlanden und Schottland und in den Gemeinden der [[Baptisten|baptistischen]] [[Russlanddeutsche|Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion]] bedecken viele Frauen ihren Kopf beim [[Gebet]] und beziehen sich hierbei auf ein Zitat des Apostel [[Paulus von Tarsus|Paulus]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Bibel, {{B|1. Korinther|11|5}}; [[Einheitsübersetzung]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig kann bei [[Paulus von Tarsus|Paulus]] das Tragen von langen Haaren als Aquivalenz zur Verschleierung interpretiert werden.&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für den Mann eine Schande, für die Frau aber eine Ehre ist, lange Haare zu tragen? Denn der Frau ist das Haar als Hülle gegeben. Wenn aber einer meint, er müsse darüber streiten: Wir und auch die Gemeinden Gottes kennen einen solchen Brauch nicht.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Bibel, 1. Korinther 11,14-16&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bibleserver.com/EU/1.Korinther11,14 1. Korinther 11,14-16] Bibel, Einheitsübersetzung; bibleserver.com&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Schleier#Verschleierung im Christentum|titel1=Verschleierung im Christentum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Islam ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamische-familie-frau-abaya-kopftuch-hidschab 20170721.png|mini|Muslima mit Kopftuch und [[Abaya|ʿAbāya]] in Berlin.]]&lt;br /&gt;
Drei Verse im [[Koran]] befassen sich mit Kleidungsvorschriften für Frauen. Von diesen bezieht sich einer nur auf die Frauen [[Mohammed]]s (33,53), ein zweiter auf diese und die muslimischen Frauen (33,59) und ein dritter auf die muslimischen Frauen und Männer (24,30-31). Alle drei wurden in den Jahren 626 bis 627, als Mohammed bereits als politischer Führer in Medina lebte, verkündet. In den Versen wird nicht erwähnt, dass die Frau sich das Haar zu bedecken oder etwa das Gesicht zu verhüllen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Claudia Knieps |url=http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/konfliktstoff-kopftuch/63289/einstieg-in-die-debatte |titel=Schreibt der Koran das Kopftuch vor? Die religiöse Debatte |hrsg=[[Bundeszentrale für politische Bildung]] |abruf=2019-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Kopftuch ergibt sich daher nicht aus dem Koran, sondern erklärt sich aus regionaler Kultur und Tradition. Auch finden sich Überlieferungen des Propheten Mohammed ([[Hadith]]e), die sich zur Bedeckung von Frauen äußern. Wie sie interpretiert werden und welchen Stellenwert sie haben, hängt vom Gläubigen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Zotter |Titel=Was ist der religiöse Hintergrund der Verschleierung? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung|NZZ]] |Datum=2017-05-18 |Online=https://www.nzz.ch/was-ist-der-religioese-hintergrund-der-verschleierung-ld.1294804 |Abruf=2019-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im „Westen“ und auch von liberalen Moslems wird das islamisch motivierte Kopftuch oft kritisch gesehen. Es wird als Symbol des islamischen [[Patriarchat (Soziologie)|Patriarchats]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kacem El Ghazzali |Titel=Das islamische Kopftuch ist ein Symbol des Patriarchats und nicht der Selbstbestimmung |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung|NZZ]] |Datum=2017-10-12 |Online=https://www.nzz.ch/feuilleton/islamisches-kopftuch-kein-symbol-fuer-selbstbestimmung-ld.1321150 |Abruf=2019-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, als Druckmittel gegen Frauen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Islam-Reformer kritisiert Kopftuch für Frauen |Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]] |Datum=2018-03-09 |Online=https://www.fr.de/politik/islam-reformer-kritisiert-kopftuch-frauen-10995106.html |Abruf=2019-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder auch als „Symbol der Geschlechter-Apartheid“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/kritik-am-islam-das-kopftuch-ist-symbol-der-geschlechter.886.de.html?dram:article_id=382763 |titel=Kritik am Islam: „Das Kopftuch ist Symbol der Geschlechter-Apartheid“ |hrsg=[[Deutschlandfunk]] |datum=2017-04-07 |abruf=2019-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte|Europäische Gerichtshof für Menschenrechte]] in [[Straßburg]] hat in einem Grundsatz-Urteil vom Mai 2004 die Frage geklärt, ob das Tragen eines Kopftuches ein Grundrecht der Muslime in Europa sei. Das Urteil begründet die Abweisung der Klage – es wurde nicht nur entschieden, dass dieses Grundrecht nicht existiert, sondern darüber hinaus auch befunden, dass ein Kopftuchverbot sogar zulässig sei, also keine Verletzung der Menschenrechte darstelle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bassam Tibi]]: &amp;#039;&amp;#039;Mit dem Kopftuch nach Europa?&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, S.&amp;amp;nbsp;12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits im Jahr 2001 hat der nämliche Gerichtshof die Klage einer Kopftuch tragenden muslimischen Lehrerin aus der Schweiz zurückgewiesen, der unter Hinweis auf die [[Laizismus|laizistische]] Verfassung des [[Kanton Genf|Kantons Genf]] die Fortsetzung ihrer Lehrtätigkeit mit Kopftuch verboten worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Heiner Bielefeldt]] |Hrsg= [[Deutsches Institut für Menschenrechte]] |Titel=Zur aktuellen Kopftuchdebatte in Deutschland. Anmerkungen aus der Perspektive der Menschenrechte |Ort=Berlin |Datum=2004-05 |Seiten=6 |Online=https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/_migrated/tx_commerce/policy_paper_3_zur_aktuellen_kopftuchdebatte_in_deutschland.pdf |Format=PDF |KBytes= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Islam gibt es für Frauen sehr verschiedene Gründe, ein Kopftuch zu tragen: Gepflogenheit, religiöses Selbstverständnis, individueller Selbstausdruck (Kopftuch als [[Accessoire]]),&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-548/_nr-25/_p-1/i.html Kreative Variationen zum Thema Verschleierung.] Qantara.de&amp;lt;br /&amp;gt; [http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/525486/ Baden im Burkini.] [[Deutschlandradio]].&amp;lt;br /&amp;gt; [http://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/mode/kopftuchmode-das-accessoire-des-islam-1331653.html Kopftuchmode: Das Accessoire des Islam.] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ.net]]&amp;lt;br /&amp;gt; [http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/integration-die-schoenen-toechter-kreuzbergs-1331285.html &amp;#039;&amp;#039;Integration: Die schönen Töchter Kreuzbergs&amp;#039;&amp;#039;.] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ.net]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Vorschrift (z.&amp;amp;nbsp;B. aufgrund von Gesetzen in einigen islamischen Ländern), Druck aus dem sozialen Umfeld,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ehrhart Körting]]: [https://www.welt.de/print-welt/article299366/Ehrhart-Koerting-Der-Staat-muss-neutral-sein.html &amp;#039;&amp;#039;Der Staat muss neutral sein&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;, 11. März 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Symbol der Gruppenzugehörigkeit, und (in seltenen Fällen) Ausdruck des Protestes.&lt;br /&gt;
Bei der Diskussion über das islamische Kopftuch wird in der Regel nicht unterschieden zwischen dem Kopftuch im üblichen Sinn, das noch einen Teil der Frisur sichtbar lässt, und der weitergehenden Version, die mit einem Tuch über der Stirn auch alle Haare bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Schleier#Verschleierung im Islam|Kopftuchstreit|titel1=Verschleierung im Islam}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Koranismus =====&lt;br /&gt;
[[Koranismus|Koranisten]] lehnen das Kopftuch und andere Verschleierungsformen als unkoranisch und unislamisch ab. In keinem einzigen Satz wird den Frauen auferlegt, ihren Kopf oder gar ihren Körper zu verhüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=alrahman.de |kommentar=Koranforschungsgruppe |url=https://www.alrahman.de/die-erfundene-religion-und-die-koranische-religion-kapitel-22-kopftuch-und-verschleierung/ |titel=DeRudKR, Kapitel 22: Kopftuch und Verschleierung |werk=alrahman.de |datum=2006-03-06 |sprache=de-DE |abruf=2022-07-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://quranstruelight.com/thematic-translation-installments-1-35-in-english/installment-30-mandatory-veil-for-women |titel=Mandatory Veil for Women in Islam??? – Installment 30 |werk=quranstruelight.com |sprache=en-GB |abruf=2022-07-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kopftücher für Männer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Durmerscher Hexenclub - panoramio.jpg|mini|Hexen mit Kopftüchern bei der [[Schwäbisch-alemannische Fastnacht|schwäbisch-alemannischen Fastnacht]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:San Marcos Alternatives.jpg|mini|[[Rocker]] tragen oft ein Kopftuch, das zum Beispiel die Zugehörigkeit zu einem [[Motorradclub|Club]] signalisieren kann]]&lt;br /&gt;
In westlichen Ländern ist das Kopftuch für Männer traditionell als Kopfbedeckung von [[Piraterie|Piraten]] überliefert, wobei allerdings nicht gesichert ist, was daran Tatsache und was Legende ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht gehört ein Kopftuch zur traditionellen Kostümierung vieler [[Narrensprung|Narren]], insbesondere der [[Hexenzunft|Hexenzünfte]] bei den Umzügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwärtig findet sich bei Männern gelegentlich das [[Bandana]] (von [[Hindi]] &amp;#039;&amp;#039;bandhana&amp;#039;&amp;#039;, „binden“) als Teil von [[Outdoor-Bekleidung]]. Ein Bandana ist kleiner als ein „normales“ Kopftuch (meist nur 50 bis 60 Zentimeter Kantenlänge) und wird in der Art eines Piraten-Kopftuchs getragen. Es kann als modisches Accessoire oder als Schutz vor Sonnenstrahlung dienen. Mit einem Bandana kann auch eine bestimmte Gruppenzugehörigkeit ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im arabischen Raum tragen Männer als übliche Kopfbedeckungen die [[Kufiya]], oft rotweiß oder schwarzweiß gemustert oder einfarbig. Im Zuge des [[Nahostkonflikt]]es hat sich die Kufiya zu einem Symbol für die gegen Israel kämpfenden [[Palästinenser]] entwickelt, so dass es im deutschsprachigen Raum vielfach als „[[Palästinensische Kufiya|Palästinensertuch]]“ bekannt wurde. In [[Oman]] wird ein Tuch um den Kopf in einer besonderen Technik gewickelt, die an einen [[Turban]] erinnert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=XBDPDyhxPb4 |titel=How to wear a Shmagh}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Männer der [[Sahara]]völker, wie der [[Tuareg]], [[Fulbe|Peul]], [[Tukulor]] und [[Mauretanien|Mauretanier]], bedecken den Kopf zum Schutz vor Sonne, Wind und Sand mit einem Tuch, meist in einer an den Turban erinnernden Form. Der [[Tagelmust]] der Tuareg wird auf Französisch auch &amp;#039;&amp;#039;Chèche&amp;#039;&amp;#039; genannt. Er besteht aus einer rechteckigen Stoffbahn aus Baumwolle, die zwischen vier und zehn Meter lang ist. Er bedeckt das Gesicht des Mannes, nur die Augen bleiben frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Eine der ersten [[Frauenfußball]]mannschaften (1967 in Hamburg) nannte sich „Eintracht Kopftuch“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.elbe-wochenblatt.de/2017/12/15/eintracht-kopftuch-gegen-fc-united-strumpfhose-2/ Eintracht Kopftuch gegen FC United Strumpfhose.] elbe-wochenblatt.de.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Haube]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sabine Berghahn, Alexander Nöhring;, Petra Rostock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Stoff, aus dem Konflikte sind. Debatten um das Kopftuch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89942-959-6.&lt;br /&gt;
* Monika Höglinger: &amp;#039;&amp;#039;Verschleierte Lebenswelten – zur Bedeutung des Kopftuchs für muslimische Frauen; ethnologische Studie.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort von Andre Gingrich, Nachwort von Barbara Frischmuth. 2. Auflage. Edition Roesner, Maria Enzersdorf 2003, ISBN 3-902300-03-5.&lt;br /&gt;
* Peter Kühn: &amp;#039;&amp;#039;Das Kopftuch im Diskurs der Kulturen.&amp;#039;&amp;#039; Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-221-8.&lt;br /&gt;
* Meral Akkent, Gaby Franger: &amp;#039;&amp;#039;Das Kopftuch – Basörtü.&amp;#039;&amp;#039; Dagyeli Verlag, Frankfurt 1987, ISBN 3-924320-61-6.&lt;br /&gt;
* Anna Sabel, Natalia Amina Loinaz, Verband binationaler Familien und Partnerschaften: &amp;#039;&amp;#039;(K)ein Kopftuchbuch. Über race-, Religions- und Geschlechterkonstruktionen und das, wovon Kopftuchdebatten ablenken.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-8394-6507-3; [https://www.transcript-verlag.de/detail/index/sArticle/6297/sCategory/310025272?number=978-3-8376-6507-9 transcript-verlag.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Kopftuch}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Headscarves|Kopftuch|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* Ingrid Thurner: [https://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/533281/index.do &amp;#039;&amp;#039;Das Kopftuch: Der Stoff, aus dem Vorurteile sind&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Presse]].&amp;#039;&amp;#039; 16. Januar 2010&lt;br /&gt;
* [https://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=4501 Videointerview mit Reyhan Sahin über die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs.] lisa.gerda-henkel-stiftung.de, 26. August 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4195492-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kopfbedeckung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöse Kleidung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauenkleidung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bekleidungszubehör]]&lt;/div&gt;</summary>
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