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	<title>Kopfsteuer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kopfsteuer&amp;diff=229338&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alossola: ENs bearbeitet</title>
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		<updated>2025-10-19T09:38:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ENs bearbeitet&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kopfsteuer Steuerbetrag.svg|mini|[[Konstante Funktion|Konstanter]] Steuerbetrag unabhängig vom Einkommen (allgemeines Beispiel)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kopfsteuer Grenzsteuersatz.svg|mini|Grenzsteuersatz ist gleich Null (allgemeines Beispiel)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kopfsteuer Durchschnittsteuersatz.svg|mini|[[Regressiver Tarifverlauf]] des Durchschnittsteuersatzes (allgemeines Beispiel)]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kopfsteuer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Finanzwissenschaft]] und in der [[Steuerlehre]] eine [[Steuer#Steuerarten und -gruppen|Steuergruppe]] und [[Personensteuer]], die jeder [[Bürger]] unabhängig von seiner [[Leistungsfähigkeitsprinzip|finanziellen Leistungsfähigkeit]] mit demselben feststehenden [[Steuerbetrag]] zu entrichten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die [[Steuererhebung]] ist für den [[Steuergläubiger]] einfach, weil der feste Steuerbetrag von jedem Bürger zu entrichten ist, ohne dass dessen persönliche finanzielle Verhältnisse (wie [[Einkommen]], [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]], [[Familienstand]] usw.) berücksichtigt werden. Die Kopfsteuer ist die einzige Steuer ohne [[Wohlfahrtsverlust|Zusatzlast]] ({{enS|[[excess burden]]}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Hanno Beck, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 87. ISBN 978-3-486716535 ([https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/HnboBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+steuerbetrag&amp;amp;pg=PA87&amp;amp;printsec=frontcover  google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kopfsteuer besaß eine große geschichtliche Bedeutung, wird heute jedoch selten erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Römisches Reich ===&lt;br /&gt;
Bereits [[Lucius Licinius Lucullus]] – der besondere Berühmtheit wegen seiner grandiosen „lukullischen“ [[Mahlzeit|Gastmähler]] erlangte – führte 84 [[vor Christus]] nach dem [[Mithridatische Kriege#Erster Mithridatischer Krieg (89–85 v. Chr.)|Ersten Mithridatischen Krieg]] in der [[Asia (Provinz)|Provinz Asia]] eine Kopfsteuer ({{laS|tributum capitis, capitatio}}) ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth_20&amp;quot;&amp;gt;Peter Roth, &amp;#039;&amp;#039;Die Steuergeschichte des Römischen Reiches&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 20. ([https://www.google.de/books/edition/Die_Steuergeschichte_des_R%C3%B6mischen_Reic/c1SZDQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+tributum+capitis&amp;amp;pg=PA20&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Als der spätere [[Kaiser Augustus]] im Jahre 30 v.&amp;amp;nbsp;u.&amp;amp;nbsp;Z. nach der [[Schlacht bei Actium]] das ptolemäische [[Ägypten]] zufiel, existierte dort eine von jedem Einwohner Ägyptens zu zahlende Kopfsteuer, die Augustus später auch im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] übernahm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roth_20&amp;quot; /&amp;gt; Auch die 70 [[nach Christus]] eingeführte Judensteuer ({{laS|[[Fiscus Judaicus]]}}) war als Kopfsteuer ausgelegt. Um 410 gab es zunächst zwei [[Steuerart]]en, die [[Grundsteuer]] ({{laS|tributum soli}}) für [[Grundbesitz]] und die Kopfsteuer für alle.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Adolf Becker, &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der römischen Alterthümer: Die Verwaltung&amp;#039;&amp;#039;, 1851, S. 186. ([https://www.google.de/books/edition/Handbuch_der_r%C3%B6mischen_Alterth%C3%BCmer_Die/rbQ9AAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+tributum+capitis&amp;amp;pg=RA2-PA186&amp;amp;printsec=frontcover  google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis zur [[Constitutio Antoniniana]] durch Kaiser [[Caracalla]] im Jahre 212 waren römische Bürger hiervon ausgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tertullian]], &amp;#039;&amp;#039;[[Apologet]] 13&amp;#039;&amp;#039;, Dig. L. 15, 8, § 7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== China ===&lt;br /&gt;
Zur Zeit der [[Fünf Dynastien und Zehn Reiche]] in [[China]] (907–960) gab es eine in [[Geld]] zahlbare Kopfsteuer, die 1011 abgeschafft wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Angela Schottenhammer, &amp;#039;&amp;#039;Das songzeitliche Quanzhou im Spannungsfeld zwischen Zentralregierung und maritimem Handel&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 168. ISBN 978-3-515079228 ([https://www.google.de/books/edition/Das_songzeitliche_Quanzhou_im_Spannungsf/g7CDGDkg9eEC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+steuerbetrag&amp;amp;pg=PA169&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Abschaffung gab es in [[Quanzhou]], [[Zhangzhou]] und [[Xinghua]] eine in [[Reis]] zu entrichtende Kopfsteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== England ===&lt;br /&gt;
In [[England]] wurde die Kopfsteuer ({{enS|lump sum tax, poll tax}}) im November 1380 durch [[Richard II. (England)|Richard&amp;amp;nbsp;II.]] eingeführt, um den [[Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieg]] gegen Frankreich finanzieren zu können. Die Einführung der Kopfsteuer löste den [[Bauernaufstand von 1381 in England]] aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Kohl, &amp;#039;&amp;#039;Das englische Spätmittelalter. Kulturelle Normen, Lebenspraxis, Texte&amp;#039;&amp;#039;, 1986, S. 31. ISBN 978-3-110925890. ([https://www.google.de/books/edition/Das_englische_Sp%C3%A4tmittelalter_Kulturell/yZhsDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+1381&amp;amp;pg=PA31&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Im [[Spätmittelalter]] erhoben ab 1489&amp;lt;ref&amp;gt;Eberhard Isenmann, &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 532. ISBN 978-3-412223588 ([https://www.google.de/books/edition/Die_deutsche_Stadt_im_Mittelalter_1150_1/_QoMBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+vorschoss&amp;amp;pg=PA532&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; auch viele deutsche Städte den so genannten [[Schoss (Steuer)|Schoss]], eine [[direkte Steuer]]. Sie kam unter anderem in [[Goslar]], [[Hildesheim]], [[Köln]], [[Lübeck]], [[Quedlinburg]] oder [[Stendal]] in der Form des „Vorschosses“ als Kopfsteuer vor, während es sich beim „Nachschoss“ um eine proportionale [[Vermögensteuer]] handelte.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Wozniak, &amp;#039;&amp;#039;Quedlinburg im 14. und 16. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 15. ISBN 978-3-050060514 ([https://www.google.de/books/edition/Quedlinburg_im_14_und_16_Jahrhundert/87fmBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+lexikon&amp;amp;pg=PA15&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
Im [[Ancien Régime]] [[Frankreich]]s wurde eine Kopfsteuer ({{frS|capitation}}) am 18. Januar 1695 von [[Ludwig&amp;amp;nbsp;XIV.]] („Sonnenkönig“) erlassen&amp;lt;ref&amp;gt;Eugen Jaeger, &amp;#039;&amp;#039;Die französische Revolution und die Social-Bewegung&amp;#039;&amp;#039;, 1890, S. 85 ([https://www.google.de/books/edition/Die_franz%C3%B6sische_Revolution_und_die_soc/_AbNFJMaUlUC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+ludwig+XIV&amp;amp;pg=PA85&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; und sollte die vorangegangene wirtschaftliche Krise Frankreichs beenden sowie die Finanzierung des [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieges]] ermöglichen. Die Capitation war vor allem eine Reaktion auf die gesunkenen Einnahmen durch die [[Taille (Steuer)|Taille]]. Die Bedeutung dieser war bis zum Ende des [[17. Jahrhundert]]s durch zahlreiche Ausnahmen stark gesunken. Der Klerus wurde nicht erfasst, musste aber eine Ausgleichszahlung von 4&amp;amp;nbsp;Millionen [[Livre]]s im Jahr leisten. Auch die ärmsten Bevölkerungsschichten, die weniger als 40&amp;amp;nbsp;Sous Taille zahlten, blieben von der Capitation ausgenommen. Die gesamte französische Bevölkerung wurde in 22 Steuerklassen eingeteilt. In der höchsten Klasse mussten 2.000&amp;amp;nbsp;Livres pro Jahr, in der niedrigsten Klasse 1&amp;amp;nbsp;Livre gezahlt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steuer war ursprünglich nur als Kriegssteuer gedacht und wurde nach dem [[Frieden von Rijswijk]] zunächst aufgehoben. Schon 1702 wurde die Capitation für den [[Spanischer Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] wieder eingeführt. Statt der zentralen Erfassung trieben die Gemeinden die Steuer bei ihren Einwohnern ein. Das führte dazu, dass der Adel und einige hochstehende Bürgerliche sich weitgehend ihrer Zahlungspflicht entzogen. Dem reichen Hochadel am Hof zu [[Schloss Versailles|Versailles]] dürfte dies jedoch weitestgehend nicht gelungen sein, da er sich im unmittelbaren Zugriffsbereich der königlichen Verwaltung befand. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges 1714 blieb die Capitation bestehen. 1705 und 1747 wurde sie jeweils um 2&amp;amp;nbsp;Sous je gezahltem Livre erhöht und 1760 für diejenigen verdoppelt, die nicht außerdem der Taille unterworfen waren. Dennoch war die anteilsmäßige Belastung für die Taille-Zahler deutlich höher als für die von der Taille befreiten Franzosen. 1789 entrichteten Taillepflichtige im Schnitt eine Capitation von einem Elftel ihres Einkommens, Taille-Befreite ein Neunzigstel. Insgesamt wurde in diesem Jahr eine Capitation von mehr als 41&amp;amp;nbsp;Millionen Livres erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russland ===&lt;br /&gt;
In [[Russland]] wurde die Kopfsteuer ({{ruS|подушная подать|podušnaja podat&amp;#039;}}, „Seelensteuer“) im Rahmen einer [[Steuerreform]] 1724 eingeführt&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Joachim Torke]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Geschichte Russlands&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 116. ([https://www.google.de/books/edition/Einf%C3%BChrung_in_die_Geschichte_Russlands/I3S-Oc8i_WgC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+russland&amp;amp;pg=PA116&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; und erreichte binnen kurzer Zeit 53 % der [[Staatseinnahmen]]. Der russische Innenminister [[Nikolai Pawlowitsch Ignatjew]] verfügte 1881 die Abschaffung der Kopfsteuer,&amp;lt;ref&amp;gt;Bibliographisches Institut (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Meyers Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 15, 1897, S. 16. ([https://www.google.de/books/edition/Meyers_Konversations_Lexikon/V68fAQAAIAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+lexikon&amp;amp;pg=PA16&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; die im Januar 1887 vollendet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tschechien ===&lt;br /&gt;
Von der 1724 in [[Böhmen]] eingeführten Kopfsteuer waren [[Adel]] und [[Klerus]] ausgenommen, seit 1775 auch die [[Kaufleute]], ab Januar 1863 wurde sie nur noch auf dem Lande erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugenie Trützschler von Falkenstein, &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf der Tschechen um die historischen Rechte der böhmischen Krone im Spiegel der Presse 1861-1879&amp;#039;&amp;#039;, Band 50, 1994, S. 55. ([https://www.google.de/books/edition/Der_Kampf_der_Tschechen_um_die_historisc/Erow4ZU0ODsC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+1724&amp;amp;pg=PA55&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Kopfsteuer sollte der [[Steuerflucht]] begegnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland begannen inzwischen immer mehr Städte und Länder mit der Abschaffung der Kopfsteuer. Sie bestand um 1829 lediglich noch in [[Schleswig]] und [[Holstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;J. A. Schlosser Buchhandlung (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Allgemeines deutsches encyclopädisches Handwörterbuch oder wohlfeilstes Taschen-Conversations-Lexikon für Alle Stände&amp;#039;&amp;#039;, Band 20, 1829, S. 3085. ([https://www.google.de/books/edition/Allgemeines_deutsches_encyclop%C3%A4disches/tJdmAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=kopfsteuer+lexikon&amp;amp;pg=PA3085&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland und [[Österreich]] galt die Judensteuer noch bis 1848, als auch alle Kopfsteuern abgeschafft wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
Die [[Verfassung der Vereinigten Staaten]] von [[Vereinigte Staaten|Amerika]] verbietet die Erhebung direkter Steuern durch die [[Bundesregierung (Vereinigte Staaten)|Bundesregierung]]. Als Reaktion auf den [[15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten|15.&amp;amp;nbsp;Verfassungszusatz]] von 1870, der allen Bürgern unabhängig von ihrer Hautfarbe das [[Wahlrecht]] garantierte, machten zahlreiche [[Südstaaten]] die Zahlung einer Kopfsteuer zur Voraussetzung zur Teilnahme an der Wahl. Ausgenommen waren all jene, deren Vorfahren bereits gewählt hatten. Auf diese Weise wurden die meisten Nicht-Weißen weiterhin von der Wahl ausgeschlossen. Erst 1964 wurde diese Praxis mit dem [[24. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten|24.&amp;amp;nbsp;Zusatz zur Verfassung]] untersagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Großbritannien ===&lt;br /&gt;
Premierministerin [[Margaret Thatcher]] führte 1989 in [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] eine neue Kopfsteuer ({{enS|community charge}}) – besser bekannt als {{enS|poll tax}} – ein, die eine Ermäßigung für besonders einkommensschwache Bürger vorsah. Jedoch weigerten sich 18&amp;amp;nbsp;Millionen Briten, die Steuer zu bezahlen. Die Proteste gipfelten am 31. März 1990 in einer Demonstration mit rund 70.000 Teilnehmern in [[London]], wobei es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen kam.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/march/31/newsid_2530000/2530763.stm &amp;#039;&amp;#039;1990: Violence flares in poll tax demonstration.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[British Broadcasting Corporation|BBC]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Letztlich war die &amp;#039;&amp;#039;community charge&amp;#039;&amp;#039; ausschlaggebend für die Krise und den Rücktritt der Regierung Thatcher. Die &amp;#039;&amp;#039;community charge&amp;#039;&amp;#039; wurde schließlich unter dem neuen Premierminister [[John Major]] im März 1991 abgeschafft.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/march/21/newsid_4278000/4278401.stm &amp;#039;&amp;#039;1991: Heseltine unveils new property tax.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;BBC&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorteile und Nachteile ==&lt;br /&gt;
=== Vorteile ===&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Vorteilen der Kopfsteuer zählt neben der [[Einfachheit]] in der Ermittlung (und somit dem geringen [[bürokratisch]]e&amp;lt;nowiki/&amp;gt;n Aufwand) die [[Wirtschaftlichkeit|ökonomische Effizienz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Wilhelm Kruse, &amp;#039;&amp;#039;Steuerreform&amp;#039;&amp;#039;, 1973, S. 60. ISBN 978-3-110903553 ([https://www.google.de/books/edition/Steuerreform/tCuLDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Kopfsteuer+einfach+gerecht&amp;amp;pg=PA60&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; Befürworter einer solchen Steuer sind der Meinung, sie würde die Volkswirtschaft begünstigen, da nur mit einem fixen Steuerbetrag wirtschaftliche Aktivität nicht steuerlich „bestraft“ würde. Zudem führen sie an, sie sei auch [[gerecht]], weil – analog zu einem [[Mitgliedsbeitrag]] in [[Verein]]en – jede Person nur so viel bezahlte, wie sie im Durchschnitt auch an [[Staatsleistungen]] zurückerhalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf kommunaler Ebene vermeidet die Kopfsteuer Ungleichheiten zwischen Gemeinden ([[Steuerwettbewerb]]); sie vermeidet, dass [[Gemeinde|Kommunen]] mit weniger wohlhabenden Einwohnern selbst mit einem höheren Steuersatz weniger Einnahmen pro Kopf erwirtschaften und damit eine schlechtere öffentliche [[Daseinsfürsorge]] bereitstellen können bzw. umgekehrt. Dieser Umstand war für die Einführung der &amp;#039;&amp;#039;Poll Tax&amp;#039;&amp;#039; durch Margaret Thatcher in Großbritannien maßgeblich, die selbst aus einem weniger wohlhabenden Ort stammte. Wenn die [[Kommunalfinanzen]] vom Einkommensniveau der Bewohner unabhängig sind, werden nach Auffassung der Befürworter kommunale Entscheidungen vermieden, die die Ansiedlung wohlhabender Bürger und damit diese Bevölkerungsgruppe begünstigen, z.&amp;amp;nbsp;B. eine Bevorzugung [[mittelschicht]]-typischer Einfamilienhausstrukturen in der Bebauungsplanung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachteile ===&lt;br /&gt;
Eine Kopfsteuer ermöglicht keine Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit, weswegen sie als [[Soziale Gerechtigkeit|sozial ungerecht]] kritisiert wird. Bei einem auf der Kopfsteuer beruhenden [[Steuersystem (Steuerrecht)|Steuersystem]] würden die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen relativ zu ihrem Einkommen eine höhere [[Steuerlast]] aufweisen als die Bezieher hoher Einkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beträgt die Kopfsteuer zum Beispiel 1 [[Geldeinheit]] (GE), so muss eine Person, die ein Jahreseinkommen von 2 GE aufweist, 50 % des jährlichen Einkommens an Steuern abliefern und behält nur 1 GE für [[Konsum]] und [[Sparen]] zurück. Eine Person mit einem Jahreseinkommen von 100 GE muss dagegen lediglich 1 % des Einkommens abliefern und behält 99 GE zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kopfsteuer ist somit in hohem Ausmaß [[Regressiver Tarifverlauf|regressiv]], im Gegensatz zu einem linearen [[Steuertarif]] mit vom Einkommen unabhängiger prozentualer [[Steuerquote]] oder einem [[Steuerprogression|progressiven]] Steuertarif mit einer höheren prozentualen Steuerquote für höhere Einkommen (vgl. [[Einkommensteuer]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den größeren Anteil von kleinen und mittleren Einkommen an der Gesamtzahl der Steuerpflichtigen würde die Hauptlast des Steueraufkommens von diesen Schichten getragen werden. Aus diesem Grund gilt die Kopfsteuer in [[Demokratie]]n als kaum durchsetzbar und findet in modernen Steuersystemen kaum Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass der Begriff „Gerechtigkeit“ vor allem auf [[distributive Politik|distributive Aspekte]] ([[Einkommensverteilung]]) abzielt. Aus [[Ressourcenallokation|allokativer]] Sicht stellt die Kopfsteuer unter besonderen Annahmen die einzige Steuer dar, auf deren Einhebung die [[Wirtschaftssubjekt]]e nicht durch [[Steuerabwehr]] reagieren können. Deshalb sind die Auswirkungen auf die allokative Effizienz bei dieser Steuer am geringsten, nämlich null. Das bedeutet, dass diese Steuer keinerlei Einfluss auf individuelle [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenzen]] in Bezug auf die [[Kaufentscheidung]] zwischen verschiedenen [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] oder [[Dienstleistung]]en hat. Ebenso bleiben zeitliche Präferenzen – [[Konsum]] &amp;#039;&amp;#039;heute&amp;#039;&amp;#039; gegenüber dem Konsum &amp;#039;&amp;#039;morgen&amp;#039;&amp;#039; – sowie Aspekte betreffend der Aufteilung von [[Freizeit]] und [[Arbeitszeit]] außer Betracht. In einer Welt, in der die Individuen homogen sind, gleich viel arbeiten und gleich viel verdienen, wäre die Kopfsteuer die effizienteste und gerechteste Art der Besteuerung überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behauptung, dass die Kopfsteuer ökonomisch effizient und sogar [[Best Case]] sei, basiert auf der Annahme [[Vollständige Information|vollständiger Information]] des Staates (in Bezug auf die Arbeits-Freizeit-Entscheidungen der Individuen) oder der Verwendung einer schwach separablen [[Nutzenfunktion (Mikroökonomie)|Nutzenfunktion]]. In letzterem Fall wird die Arbeits-Freizeit-Entscheidung des Individuums nicht von der Konsumentscheidung beeinflusst – daher sollten die [[Güterpreis]]e unverzerrt bleiben. Genau das leisten zu einheitlichen Gütersteuern analytisch äquivalente Kopf- und Pauschalsteuern. Unter realistischeren Annahmen ist die ökonomische Effizienz jedoch anzuzweifeln, da die [[Entscheidung]]en über das [[Arbeitsangebot]] von [[Interdependenz]]en zwischen Freizeit und Konsumgütern ([[Substitutionsgut|Substitut]], [[Komplementärgut|Komplement]]) abhängen. Tatsächlich effizient sind laut [[Stefan Homburg]] im Allgemeinen daher optimal verzerrende, nicht aber verzerrungsfreie Güter-, Pauschal- oder Kopfsteuern.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Homburg, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Steuerlehre&amp;#039;&amp;#039;, 6., stark überarbeitete Auflage, Vahlen/München, 2010, S. 347 ff.; ISBN 978-3-8006-3759-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== International ==&lt;br /&gt;
In zwei [[Kanton (Schweiz)|Schweizer Kantonen]] werden „Personalsteuer“ genannte Kopfsteuern erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/die-estv/steuersystem-schweiz/steuermaeppchen.html |titel=Steuermäppchen |werk=[[Eidgenössische Steuerverwaltung]] |abruf=2023-08-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Kanton Zürich]] beträgt die Personalsteuer 24&amp;amp;nbsp;[[Schweizer Franken]] (§&amp;amp;nbsp;200 des Zürcher Steuergesetzes). Im [[Kanton Luzern]] beträgt die Personalsteuer 50&amp;amp;nbsp;Schweizer Franken. Im [[Kanton Freiburg]] wurde der entsprechende Art.&amp;amp;nbsp;14 des Gesetzes über die Gemeindesteuer per 1.&amp;amp;nbsp;Januar 2009 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im traditionellen [[Scharia|islamischen Recht]] ist die [[Dschizya]] ({{deS|„Kopfsteuer, Tribut“}}) eine Kopfsteuer, die nicht-muslimische Schutzbefohlene ([[Dhimma|Dhimmis]]) zu entrichten haben. So hatte in der [[Syrien|syrischen]] Hauptstadt [[Damaskus]] die [[christlich]]e Bevölkerung im [[Mittelalter]] um 650 eine &amp;#039;&amp;#039;Dschizya&amp;#039;&amp;#039; zu entrichten (Siehe auch [[Dhimma#Rechtsstellung von Dhimmis in der Scharia|Rechtsstellung von Dhimmis in der Scharia]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den meisten Steuerarten ist die Kopfsteuer leicht zu [[Steuererhebung|erheben]], weil der [[Steuergläubiger]] beim [[Steuerschuldner]] keine [[Veranlagung (Steuerrecht)|Veranlagung]] durchführen muss. Sie ist deshalb mit geringen [[Verwaltungskosten]] verbunden. Da es sich bei der Kopfsteuer um eine [[Flat Tax]] handelt, ist der [[Grenzsteuersatz]] „Null“. Allerdings werden von einer einheitlichen Kopfsteuer die einkommensstarken Steuerschuldner begünstigt, weil der Steuerbetrag im Verhältnis zum [[Einkommen]] relativ gering ist. Dagegen ist die [[Steuerlast]] und die [[Steuerquote]] für einkommensschwache Bürger wesentlich höher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche [[Rundfunkbeitrag]] ist steuertechnisch [[de facto]] eine Kopfsteuer&amp;lt;ref&amp;gt;Verlag Walter de Gruyter (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;ORDO 64&amp;#039;&amp;#039;. Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, 2013, S. 234. ISBN 978-3-828260207 ([https://www.google.de/books/edition/ORDO_64/g44OEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=rundfunkbeitrag+kopfsteuer&amp;amp;pg=PA234&amp;amp;printsec=frontcover google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird nicht vom [[Staat]] als [[Steuergläubiger]] erhoben, sondern von der [[ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice]] als [[Gläubiger]]. Er stellt nicht auf den [[Besitz]] von [[Rundfunkgerät]]en, sondern auf [[Wohnung]]en, [[Betriebsstätte]]n und [[Kraftfahrzeug]]e ab – unabhängig von Einkommen und Nutzungsgewohnheiten. Auch wer kein Gerät besitzt, ist demnach zahlungspflichtig. Das [[Bundesverfassungsgericht]] (BVerfG) hielt im Juli 2018 den Rundfunkbeitrag auf der Grundlage des [[Rundfunkbeitragsstaatsvertrag]]s für verfassungsgemäß.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfG, Urteil vom 18. Juli 2018, Az.: 1 BvR 1675/16 u. a. = {{Rspr|BVerfGE 149, 222}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim Rundfunkbeitrag in der dem BVerfG zur Prüfung gestellten Ausgestaltung handelt es sich [[finanzverfassungsrecht]]lich um eine nicht-steuerliche [[Abgabe]] und nicht etwa um eine Steuer, die anderen Anforderungen an ihre formelle Verfassungsmäßigkeit, vor allem {{Art.|105|gg|juris}} [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]], unterläge. [[Beitrag|Beiträge]] und [[Gebühr]]en werden demgegenüber als [[Vorzugslast]]en bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BVerfGE 110, 370}}, 388&amp;lt;/ref&amp;gt; und fallen mit weiteren Abgaben in die Kategorie der nicht-steuerlichen Abgaben.&lt;br /&gt;
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== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Steuerrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuern und Abgaben]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alossola</name></author>
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