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	<title>Kopfbedeckung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kopfbedeckung&amp;diff=77648&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lokalpatriot2017: /* Schutz gegen die Witterung */</title>
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		<updated>2026-02-05T10:21:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Schutz gegen die Witterung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hoofddeksels.jpg|mini|Verschiedene Kopfbedeckungen: vom [[Helm]] über den [[Fes (Kopfbedeckung)|Fes]] bis zur [[Narrenkappe]]]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kopfbedeckung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Kleidung]]s- oder [[Schmuck]]stück zur Bedeckung des [[Kopf]]es. Dies schließt auch größere Kleidungsstücke ein, die zusätzlich zum Kopf auch den Hals, die Schultern oder den ganzen Körper bedecken, dazu alle Arten von Kränzen, Bändern und [[Haarschmuck]], die das Haar zusammenhalten, sowie einige Arten von [[Maske]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopfbedeckungen können schützende, zierende und auszeichnende Funktionen übernehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ingrid Loschek, Gundula Wolter |Titel=Reclams Mode- und Kostümlexikon |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage=6 |Verlag=Reclam |Ort=Stuttgart |Datum=2011 |ISBN=978-3-15-010818-5 |Seiten=322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wichtig ist oft ihre [[Sozialpsychologie|sozialpsychologische]] und [[Semiotik|semiotische]] Bedeutung, als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder Hierarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schutzfunktionen ==&lt;br /&gt;
=== Schutz gegen die Witterung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hans Baldung.jpg|mini|Mann mit hutartiger Pelzhaube (Selbstporträt des jungen [[Hans Baldung]])]]&lt;br /&gt;
Bei ihrer Verwendung gegen Sonne, Kälte, Wind und Regen ergänzt oder ersetzt die Kopfbedeckung die natürliche Schutzfunktion des menschlichen [[Kopfhaar]]s. Im Fall von [[Perücke]]n wird sogar das Aussehen des Kopfhaares nachgeahmt. Damit Atmung und Orientierung des Trägers nicht behindert werden, bleiben Augen, Nase und Mund meist unbedeckt, weniger oft die Ohren. Gegen extreme Witterungsbedingungen wird zuweilen aber auch das Gesicht maskenartig bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hut|Hüte]] aus meist festem, steifen Material, wie [[Filz]], [[Stroh]], [[Bastfaser|Bast]] oder [[Leder]], weisen oft, aber nicht immer, eine umlaufende Krempe auf, die sowohl das Gesicht als auch Ohren und Nacken gegen Regen und/oder Sonne schützen sollen.&lt;br /&gt;
** Hüte mit Krempe: Aus dem breitkrempigen [[Schlapphut]] entwickelte sich der [[Dreispitz]] und [[Zweispitz (Hut)|Zweispitz]]. Die [[Melone (Hut)|Melone]] mit rundem Hutkopf und die flache [[Strohhut|Kreissäge]] sind steife Hüte. Beim steifen und sehr hohen [[Zylinder (Hut)|Zylinder]] überwiegt jedoch bereits die Schmuck- und Zeichenfunktion vor der Schutzfunktion. Der [[Panama-Hut]] oder der [[Kalabreser]] sind hingegen weich, auch der [[Südwester]].&lt;br /&gt;
** Hüte ohne Krempe: [[asiatischer Kegelhut]], [[Fes (Kopfbedeckung)|Fes]], [[Topfhut]] etc.&lt;br /&gt;
* [[Mütze]]n aus meist weichem Material, wie [[Wolle]], [[Pelz]], [[Samt]], [[Baumwolle]], dienen tendenziell eher dem Schutz gegen Kälte. Seit dem 19. Jahrhundert sind sie vermehrt mit einem steifen Schirm versehen, der nur die Augen beschattet.&lt;br /&gt;
** Schirmlose Mützen: [[Zipfelmütze]], [[Pudelmütze]], [[Barett]], [[Baskenmütze]] etc.&lt;br /&gt;
** [[Schirmmütze]]n: [[Schiebermütze]], [[Ballonmütze]], [[Prinz-Heinrich-Mütze]], [[Baseballcap]] etc.&lt;br /&gt;
* [[Kapuze]]n dienen darüber hinaus auch als Schutz gegen Kälte und Wind. Anders als Hüte und Mützen bzw. Kappen können Kapuzen nicht vom Wind davongetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schutz gegen Verletzungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:VFR 2000.jpg|mini|Portugiesischer [[Feuerwehrhelm]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Funktion ergänzen die Kopfbedeckungen die [[Schädel]]knochen, besonders die [[Schädelkalotte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Helm]]e, aus stoß- und schlagfestem Material wie Metall, Leder, Kunststoff&lt;br /&gt;
** [[Stahlhelm]]e werden besonders von Soldaten getragen&lt;br /&gt;
** Im zivilen Bereich sollen [[Anstoßkappe]]n und [[Schutzhelm]]e Kopfverletzungen vermeiden. Ein [[Tropenhelm]] soll gegen [[Hitzschlag bei Menschen|Hitzschlag]] schützen, ein [[Helmtauchgerät|Taucherhelm]] gegen den Wasserdruck.&lt;br /&gt;
* Masken: Eine [[Atemschutzmaske]] schützt beispielsweise gegen giftige Gase, ein [[Automatischer Schweißerschutzfilter|Schweißerschutzfilter]] gegen das „Verblitzen“ der Augen, die [[Imker]]maske gegen Bienenstiche. In manchen verletzungsintensiven Sportarten, etwa [[Eishockey]] trägt besonders der Torwart, zusätzlich zum Helm eine [[Torwartmaske]].&lt;br /&gt;
* Visiere aus einem gewölbten Blatt PET oder PC schützen vor Spritzern von aggressiven Chemikalien oder infektiösem Material auf die Augen oder ins Gesicht.&lt;br /&gt;
* Holzarbeiter mit Kettensäge und Arbeiter an Hochspannungsanlagen schützen sich mit einem Visier aus Metalldrahtgeflecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeckung des Haares und Schutz vor Blicken ===&lt;br /&gt;
* [[Kopftuch|Kopftücher]] und [[Schleier]] bieten Schutz vor Wettereinwirkungen und Blicken und bändigen das Haar. Zahlreiche Varianten sind bekannt, beispielsweise das [[Bandana]].&lt;br /&gt;
* [[Haube]]n aus leichtem Gewebe und anderem empfindlichem Material (Draht, Fischbein, Pappe) dienen seit dem Mittelalter dazu, das Haar (verheirateter) Frauen zu verhüllen. Die praktische Funktion der Haarbändigung wird hier allerdings schon größtenteils durch die Symbol- und Schmuckfunktion überlagert.&lt;br /&gt;
* Kostümmasken machen den Träger gänzlich unkenntlich. Auch Kapuzen und [[Sturmhaube (Mütze)|Sturmhauben]] können vorrangig zur Unkenntlichmachung dienen. Bei Helmen mit Gesichtsschutz (Visier etc.) ist dieser Effekt meist nicht beabsichtigt, tritt aber trotzdem ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haarbändigung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of Corsica.svg|mini|Das Wappen Korsikas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langes Haar kann die Sicht behindern bzw. sich an Hindernissen oder Arbeitsgeräten verfangen. Deshalb wird es zuweilen durch besondere Kopfbedeckungen, wie den [[Haarreif]], zusammengehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Calotte]]n wurden seit dem Spätmittelalter unter anderen Kopfbedeckungen wie dem Barett getragen.&lt;br /&gt;
* [[Haarnetz]]e, Einweghäubchen aus dünnem Vlies mit Gummizug und [[Kochmütze]]n sind Teil von Arbeitskleidung, die aus Gründen der [[Hygiene]] und Sauberkeit in der Küche, bei der Lebensmittelverarbeitung, beim Lackieren, bei Arbeiten an feiner Mechanik und Elektronik, im medizinischen Operationssaal und im Reinraum getragen werden. Bei hohem Reinraumstandard kommen Overall mit Kapuze und Überschuhe dazu.&lt;br /&gt;
* [[Stirnband|Stirnbänder]] können zusätzlich Schweiß aufsaugen und Ohren wärmen.&lt;br /&gt;
* [[Haargummi]]s und Haarreif sind auf ein Minimum reduzierte Haarbändiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeichenfunktionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Louis Glaser PC 08753 Hannover. Promenadenkonzert vor dem Kgl. Schauspielhaus. Bildseite belebter Opernplatz Opernhaus Marschner-Denkmal, Lichtdruck.jpg|mini|[[Sozialer Status]]: Beim sonntäglichen Promenadenkonzert in [[Hannover]] trug lediglich das [[Kindermädchen]] keinen Hut;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;[[Ansichtskarte]] Nr. 8753 von [[Louis Glaser]]&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
In gemäßigten Klimaten ist das Tragen einer Kopfbedeckung keineswegs unabdingbar. Im Laufe der Geschichte gab es deshalb immer wieder Perioden, in denen es die Ausnahme war, Barhäuptigkeit hingegen die Regel. Wie jede Kleidung haben Kopfbedeckungen, neben ihren praktischen Funktionen und ihrer Schmuckfunktion, auch eine wichtige sozialpsychologische Bedeutung, umso mehr durch ihre wortwörtlich „hervorgehobene Stellung“ und gute Sichtbarkeit. Deshalb kam ein unbedecktes Haupt zu anderen Zeiten nahezu der [[Nacktheit]] gleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gruppenzugehörigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hutterer-Crystal Schule1.jpg|mini|[[Hutterer|Hutterische]] Frau mit einem Kopftuch, Mädchen mit einer Haube]]&lt;br /&gt;
Durch gleichförmige oder ähnliche Kopfbedeckungen kann der Träger seiner Zugehörigkeit zu unterschiedlichsten Gruppen Ausdruck geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Geschlecht, Stand, Alter: In den [[Volkstracht]]en des 19. Jahrhunderts wurden Kopfbedeckungen von Männern und Frauen streng unterschieden. Besonders die [[Haube]]n der Frauen wurden oft noch zusätzlich differenziert für ledige, verheiratete oder verwitwete Frauen (nur selten gab es besondere Kappen für unverheiratete Männer) oder gemäß dem Anlass: im Alltag, beim Kirchgang, bei der Hochzeit, während der Trauerzeit etc. Heute sind diese Differenzierungen weitestgehend geschwunden.&lt;br /&gt;
* Religion: In Judentum und Islam ist das Tragen der [[Kippa]] und der [[Takke]] im Gottesdienst für alle Männer üblich, bei orthodoxen auch im Alltag. Frauen tragen entsprechend eine das Haar bedeckende Kopfbedeckung (Kopftuch, Haube, Hut, Mütze, Perücke). Für Sikhs ist das Tragen des [[Dastar]]s eine religiöse Pflicht. Christliche [[Ordensgemeinschaft]]en unterscheiden sich u.&amp;amp;nbsp;a. durch ihre unterschiedlichen Kopfbedeckungen, ähnlich verschiedene Schulen des [[Buddhismus in Tibet|tibetischen Buddhismus]] („Rotmützen“, „Gelbmützen“, „Schwarzmützen“). Manche christliche Gruppen, die Kopfbedeckungen tragen, sind die [[Hutterer]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.hutterites.org/the-leut/dress/ |titel=Dress |werk=Hutterites |datum=2012-02-29 |abruf=2019-04-26 |sprache=en-US}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Amish People und [[Bruderhöfer|Bruderhof]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Rod Dreher]] |url=https://www.theamericanconservative.com/dreher/life-among-the-bruderhof/comment-page-1/ |titel=Life Among The Bruderhof |abruf=2019-04-26 |sprache=en-US}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitglieder.&lt;br /&gt;
* Politik: die [[Baskenmütze|roten Baskenmützen]] als Symbol des [[Carlismus]], die Schlägermützen des [[Spartakusbund]]s, die braunen [[Schaftmütze]]n der [[Sturmabteilung|SA]] etc.&lt;br /&gt;
* Militär, &amp;#039;&amp;#039;siehe:&amp;#039;&amp;#039; [[Militärische Kopfbedeckung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Berufskleidung: [[Kluft (Zunftkleidung)]], Kochmütze, Schaffnermütze, Haube der Krankenschwester etc. &lt;br /&gt;
* [[Studentenmütze]]n zeigen die Zugehörigkeit zu bestimmten Verbindungen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abstammung: die schwarzen oder grünen [[Turban]]e der Nachkommen des Propheten Mohammed.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgrenzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex Manesse Süßkind von Trimberg.jpg|mini|Der jüdische Spruchdichter [[Süßkind von Trimberg]] rechts im Bild mit Judenhut, 14. Jhd.]]&lt;br /&gt;
Andererseits kann eine Kopfbedeckung, genau im Gegenteil, zur Ächtung ihres Trägers und zur Ausgrenzung einer bestimmten Gruppe aus der Mehrheitsgesellschaft dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Judenhut]], die [[Carocha]] verurteilter Ketzer, auch die [[Narrenkappe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autorität, Herrschaft und Privilegierung ===&lt;br /&gt;
Besondere Kopfbedeckungen, die durch ihre Höhe, Breite, Farbe oder Verzierungen imponieren sollten, wurden ursprünglich wohl den Gottheiten selbst zugesprochen, später den Priesterkönigen und ihren Priestern, zum Beispiel die [[Pschent|Doppelkrone]] der Pharaonen, die [[Tiara (Altertum)|Tiara]] der altpersischen Großkönige. In der Bibel wird der [[Turban]] (Kopfbund) als Kopfbedeckung der [[Hohepriester]] in Israel genannt. In dieser antiken Tradition steht auch die [[Mitra]] und der [[Stephanos (Bischofskrone)|Stephanos]] christlicher Bischöfe. Bis in das 11. Jahrhundert gingen die gewöhnlichen christlichen Geistlichen hingegen barhäuptig, erst später übernahmen sie das [[Birett]]/Barett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alexander der Große]] übernahm das [[Diadem]] von den Persern (ursprünglich ein Stirnband, das um die Tiara gewunden wurde); auch der griechisch-römische [[Lorbeerkranz]] wurde später aus Metall gefertigt. Als erste Germanen verwandten die Könige der Vandalen das Diadem als [[Insigne]]. Hieraus entwickelte sich die [[Krone]] der abendländischen Kaiser und Könige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch der gewöhnliche Hut konnte ein Herrschaftssymbol sein: Schon im [[Sachsenspiegel]] wird der [[Schultheiß]] durch seine Kopfbedeckung vor den anderen Bauern hervorgehoben. Ebenso wird der [[Lehnswesen|Lehnsherr]] oft mit einer Kopfbedeckung dargestellt, der Belehnte hingegen barhäuptig. In Zeiten der allgemeinen Verbreitung von Kopfbedeckungen musste deshalb der Rangniedrigere den Hut zum Gruß abnehmen. Der Ranghöhere konnte ihn aufbehalten. Ein bekanntes Beispiel ist der [[Gesslerhut]], dem man sogar in Abwesenheit des Trägers zu [[Huldigung|huldigen]] hatte. Ähnliche Stellvertreterfunktion hatte der Hut, der zur Eröffnung eines Marktes auf einer Stange aufgestellt wurde. Er symbolisierte den Schutz des [[Marktrecht]]s durch den Marktherren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein galt der Hut (ähnlich wie die Hose) auch als Zeichen der Herrschaft des Ehemannes über seine Ehefrau. Die Sitte, vor Frauen jeglichen [[Stand (Gesellschaft)|Standes]] den Hut zu ziehen, kam erst an den [[galant]]en Adelshöfen des 18. Jahrhunderts auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haube, im Gegenzug, stand für die Unterordnung der Frau unter den Willen des Mannes, der [[Schleier]] (besonders der Schleier der [[Nonne]]n) galt als ein Zeichen der Demut vor Gott. Aus diesem Grund brauchten diese typisch weiblichen Kopfbedeckungen auch nicht vor höhergestellten Personen oder im Gottesdienst abgenommen zu werden – ganz im Gegenteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Barett]] war im späten Mittelalter die Kopfbedeckung der [[Fürst]]en und [[Graf]]en, die auch die [[Gerichtsbarkeit]] innehatten. In der frühen Neuzeit wurde es von [[Jurist]]en übernommen, besonders von [[Richter]]n, sowie allgemein von Gelehrten (siehe: [[Doktorhut]]). Eine Mischform aus Krone und Barett ist der [[Kurhut]] der Kurfürsten.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von Kopfbedeckungen monarchischer Oberhäupter auf Staatsebene}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Freiheit ===&lt;br /&gt;
Im Alten Rom war der [[Pileus (Kleidung)|Pileus]] das Erkennungszeichen der [[Freigelassener|freigelassenen Sklaven]] und wurde so zum Symbol der Freiheit allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friesen zur Zeit der [[Friesische Freiheit|Friesischen Freiheit]] führten in Kriegszeiten einen Hut als [[Feldzeichen]]. In den [[Schweizerische Heraldik|Wappen vieler Schweizer Kantone]] findet sich der &amp;#039;&amp;#039;Tellenhut&amp;#039;&amp;#039; als Freiheitszeichen. Die [[Republik der Vereinigten Niederlande|Vereinigten Niederlande]] gaben Münzen heraus, auf die ein Hut geprägt war, um ihrem [[republik]]anischen Unabhängigkeitswillen gegenüber der spanischen Habsburgermonarchie auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Glorious Revolution]] in Großbritannien wurden die breitkrempigen Hüte mit [[kegelstumpf]]förmiger Krone zu einem Erkennungszeichen der [[Puritanismus|Puritaner]] und [[Quäkertum|Quäker]]. Noch während des [[Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg|Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges]] kehrte der Puritanerhut aus Nordamerika nach Kontinentaleuropa zurück und wurde in der Zeit des [[Sturm und Drang]] zu einem Bestandteil der [[Die Leiden des jungen Werthers|Werthertracht]], die bei der aufbegehrenden, idealistischen und überschwänglichen deutschen Jugend in Mode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bernard, André Antoine.jpg|mini|Porträt von André Antoine, 1795]]&lt;br /&gt;
Bei der [[Konstituante|französischen Nationalversammlung von 1789]] trugen die [[Liberalismus|liberal]] gesinnten Deputierten ähnliche Hüte aus Woll- oder [[Kastorhut|Biberhaarfilz]], allerdings mit schmalerer Krempe und mehr [[Zylinder (Geometrie)|zylinderförmig]]. Als Zeichen der [[Emanzipation]] behielten sich nun auch die Bürger das Recht vor, ihre Hüte in Gegenwart von Adeligen aufzubehalten. Anderseits wurde erwartet, dass die [[Höflichkeit]]sgeste des Hutlüftens nun auch von Adeligen erwidert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Radikalismus|radikaleren]] Anhänger der [[Jakobiner]] trugen hingegen die antikisierende [[Jakobinermütze]]. Obwohl sie schon nach dem Ende der [[Terrorherrschaft]] wieder aus dem Straßenbild verschwand, wurde sie zum eigentlichen Symbol der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] und fand Eingang in viele Landesflaggen und Wappen mittel- und südamerikanischer Staaten, die in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit erlangten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kontinentaleuropa, bis hin nach Russland, wurden die Träger von [[Zylinder (Hut)|Zylinderhüten]] von der Obrigkeit weiterhin mit Misstrauen betrachtet, da man sie generell republikanischer, antimonarchistischer Umtriebe verdächtigte. Erst nach dem Ende der [[Koalitionskriege|napoleonischen Kriege]] setzte sich der Zylinder allgemein durch. Frauen, die Männerhüte aufsetzten (auch Zylinder), gaben damit ihrer [[Frauenbewegung|emanzipatorischen]] Gesinnung Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine konträre Symbolkraft besaß die Männerperücke. Während sie im revolutionären Frankreich abgeschafft wurde, war es zum Beispiel preußischen Beamten strengstens verboten, sie in der Öffentlichkeit abzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Barett, das im Rahmen der sogenannten [[Altdeutsche Tracht|Altdeutschen Tracht]] während der [[Befreiungskriege]] als Ausdruck einer nationalliberalen, antifranzösischen Gesinnung propagiert wurde, konnte sich nur in Studenten- und Künstlerkreisen ([[Bohème]]) behaupten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der [[Deutsche Revolution 1848/1849|Märzrevolution von 1848]] hatte der (mit [[Seide]] bespannte) Zylinder sein revolutionäres [[Image]] verloren und war besonders in Gestalt des [[Chapeau Claque (Hut)|Chapeau Claque]] aus [[Satin]], ganz im Gegenteil, zur Kopfbedeckung des [[Konservatismus|konservativen]] Großbürgertums geworden. So übernahm der weiche, breitkrempige [[Kalabreser]], der Hut der [[Carbonari|italienischen Freiheitskämpfer]], zeitweilig die Rolle des „Demokratenhutes“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlitt dieser Hut aber dasselbe Schicksal wie der Zylinder: er wurde vom Großbürgertum und von den [[Junker (Preußen)|ostelbischen Junkern]] übernommen und, zum Beispiel, zum Lieblingshut des alten [[Otto von Bismarck|Bismarck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein neueres Beispiel für eine Kopf- bzw. Gesichtsbedeckung mit revolutionärem Anspruch ist die [[Guy-Fawkes-Maske]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemütszustand ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-22857-0003, Neujahrsfest.jpg|mini|Papierhüte am Silvesterabend 1953]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Kopfbedeckungen auch Ausdruck von [[Emotion]]en sein, zum Beispiel&lt;br /&gt;
* Freude und Ausgelassenheit: diverse Hütchen und Masken im [[Faschingskostüm]], selbstgeflochtene Blumenkränze, Kopfbedeckungen, die mit bunten Bändern oder Blumen verziert, auf ungewöhnliche Weise aufgesetzt (schräg, verkehrt herum) oder in die Luft geworfen werden etc.&lt;br /&gt;
* Trauer: schwarzer Zylinder, schwarzer Schleier etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung in Europa ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
Gelegentliche Funde von [[Filz]]- und Pelzkappen und wollenen Haarnetzen als Grabbeigaben oder Bekleidung von [[Moorleiche]]n, besonders aus Norddeutschland und Skandinavien, datieren bereits in die [[Bronzezeit]]. In Bergwerken der [[Hallstattzeit]] wurden spitze Fellkapuzen, als Arbeitskleidung der Bergleute, gefunden. Generell scheinen Kopfbedeckungen aber nicht sehr verbreitet gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufiger waren Kopfbedeckungen in [[Kleinasien]] und [[Altes Ägypten|Ägypten]]. Auf ägyptischen Darstellungen erscheinen zum Beispiel die Krieger der [[Seevölker]] mit Federkronen und Hörnerhelmen. Wahrscheinlich waren Kopfbedeckungen aus Filz schon bei den [[Hethiter]]n verbreitet. Das einfache Volk trug, neben halbkugeligen Filzkappen, auch spitze, kegelförmige Hüte. Charakteristisch für [[Lyder]], [[Phryger]], [[Partherreich|Parther]] und [[Meder (Volk)|Meder]] wurde die weiche [[phrygische Mütze]], deren beutelartiger Zipfel oft ausgestopft wurde und nach vorne überhing. Ähnliche weiche Kopfbedeckungen, allerdings mit langen Nacken- und Ohrenlaschen, ähnlich dem modernen [[Baschlik]], wurden von eurasischen Reitervölkern, wie den [[Skythen]], getragen, besonders hohe und spitze Formen von den [[Saken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zeremoniellen Kopfbedeckungen hoher Würdenträger waren hingegen schon früh sehr aufwendig gestaltet. Neben die oft sehr hohen, zusätzlich mit heiligen Binden ([[Inful#Antike|Infuln]]) umwundenen Kronen traten bei Ägyptern, [[Assyrer]]n und [[Perser (Volk)|Persern]] auch Perücken als Herrschaftszeichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermes e seu caduceu.jpg|mini|Hermes mit Petasos und Stab]]&lt;br /&gt;
Bei den Griechen scheinen Kopfbedeckungen erst nach Kontakten mit kleinasiatischen Kulturen gebräuchlicher geworden zu sein. So wird in den [[homer]]schen Epen, neben den Helmen der Krieger sowie den Kopfbinden und Schleiern der Frauen, nur einmal eine Kappe aus Ziegenfell erwähnt, die der Vater des Odysseus trägt. Die kleinasiatische Filzkappe übernahmen sie unter dem Namen [[Pileus (Kleidung)|Pilos]], das Haarband unter dem Namen [[Mitra]]. Besonders in Thessalien und Makedonien etablierte sich daneben die flache, barettartige [[Kausia]] und der breitkrempige [[Petasos]] (der zum Attribut des reisenden Götterboten [[Hermes]] wurde) als Sonnenschutz. Schließlich finden sich bei den Griechen auch Wettermäntel mit Kapuze (vielleicht durch Vermittlung der keltischen [[Galater]], vgl.: [[Telesphoros (Mythologie)|Telesphoros]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vornehme Frauen bedeckten ihr Haupt mit der [[Palla (Gewand)|Palla]]. Diese Kopfbedeckungen wurden von den Römern übernommen, die ansonsten aber eher barhäuptig gingen. Nur die [[Flamen (Religion)|Flamines]] trugen [[Galerus (Kopfbedeckung)|Galerus]] und [[Apex (Kleidungsstück)|Apex]] als Zeichen ihrer priesterlichen Würde. Erst in nachaugustäischer Zeit kamen vermehrt Kleidungsstücke der unterworfenen Völker in Gebrauch, wie Kopftücher für Frauen (&amp;#039;&amp;#039;palliola&amp;#039;&amp;#039;) oder der Wettermantel unter dem Namen [[Paenula]]. Der Pileus war zunächst die Kopfbedeckung von Fischern und Handwerkern, dann aber das Rangzeichen der [[Freigelassener|freigelassenen Sklaven]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Germanen scheinen Kopfbedeckungen zunächst ebenfalls nur selten getragen worden zu sein. [[Tacitus]] erwähnt die Kopftücher germanischer Frauen, die auch auf der [[Trajanssäule]] und der [[Mark-Aurel-Säule]] zu sehen sind. Ansonsten wurden die Germanen durchgängig barhäuptig dargestellt. Schriftliche Quellen erwähnen nur gelegentlich Helme, und selbst diese wurden wohl oft nur von Häuptlingen und adeligen Kriegern benutzt. So trug der Alamannenkönig [[Chnodomar]], laut [[Ammianus Marcellinus]], in der Schlacht von Straßburg nur einen &amp;#039;&amp;#039;torulus&amp;#039;&amp;#039;, eine rote Kopfbinde. [[Jordanes]] berichtet von den Hüten (&amp;#039;&amp;#039;pillei&amp;#039;&amp;#039;) der ostgotischen Priester.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Aus der Zeit der fränkischen [[Merowinger]] und [[Karolinger]] sind zahlreiche Darstellungen und Erwähnungen von Helmen bekannt. Daneben scheinen Kopfbedeckungen die Ausnahme gewesen zu sein. [[Karl der Große]] trug das Diadem nur bei zeremoniellen Anlässen, aber von seiner Gemahlin und seinen Töchtern wird berichtet, dass sie selbst an einem Jagdzug mit kostbarem, kronenartigem Kopfschmuck teilgenommen hätten. Auch bei den Frauen niederen Standes scheint es seit dem 9. Jahrhundert üblich gewesen zu sein, das Haupt, zumindest beim Kirchgang, mit Tüchern, Kapuzen oder Hauben zu verhüllen. [[Mönchtum|Mönche]] trugen bevorzugt die [[Kukulle]], einen Überwurf mit Kapuze, der später auch von der Landbevölkerung übernommen wurde und heute noch teilweise im [[Habit]] mancher Mönchsorden erhalten ist. Einer vieldiskutierten Notiz des [[Widukind von Corvey]] zufolge sollen bei einem Kriegszug [[Otto I. (HRR)|Ottos des Großen]] gegen das Westfrankenreich praktisch alle Krieger [[Strohhut|Strohhüte]] getragen haben. Möglicherweise handelte es sich hierbei um die damalige „Nationaltracht“ der [[Sachsen (Volk)|Sachsen]], um das Standessymbol freier Bauern, um eine gezielte Verhöhnung der schwerer bewaffneten Gegner oder einfach nur um einen kostengünstigen Ersatz für Helme aus Eisen und Leder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alten [[Spangenhelm|Spangen-]] und [[Nasalhelm]]e der [[Ritter]] wurden durch [[Topfhelm]]e abgelöst (unter denen zusätzlich eine Polsterkappe, eine [[Hirnhaube]], eine Kapuze aus Metallringen oder Plättchen, später eine [[Bundhaube]] aus Stoff und eine metallene [[Beckenhaube]] getragen wurde), schließlich von der [[Hundsgugel]] mit aufklappbarem Visier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Meier-Helmbrecht.jpg|mini|Helmbrecht mit Haube]]&lt;br /&gt;
Im Hochmittelalter wurden kostbare Hauben bzw. Mützen zu einem [[Stand (Gesellschaft)|Standessymbol]] des [[Adel]]s. So beginnt der Aufstieg und Fall des Bauernsohnes [[Meier Helmbrecht|Helmbrecht]] in der gleichnamigen Versnovelle mit dem Besitz einer [[Sticken|bestickten]] Haube, die ihn dazu verleitet, sich den Lebensstil eines [[Raubritter]]s anzumaßen. Gerühmt wurden besonders Hauben und Hüte mit [[Pfauenfeder]]n, die sowohl von Männern als auch von Frauen getragen wurden. In der Folge dominierte die französische (burgundische) Mode die europäischen Kleidersitten. Aus der Kombination mehrerer Schleier und Kopftücher entwickelten sich das haubenartige [[Gebende]] und die [[Rise (Kopftuch)|Rise]] der Frauen. Der kranz- oder reifenförmige [[Schapel]] wurde zeitweilig auch von Männern getragen, in späteren Volkstrachten aber besonders als Zeichen der [[Jungfrau|Jungfräulichkeit]], während das Gebende die verheiratete Frau kennzeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spätmittelalter wurden Kapuzen und Kapuzenmäntel von allen Schichten getragen. Mit Pelz gefütterte oder verbrämte Kapuzenmäntel wurden unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;almutium&amp;#039;&amp;#039; bekannt (von arabisch: &amp;#039;&amp;#039;al-musta-kah&amp;#039;&amp;#039;). Einerseits verengte sich dieser Begriff immer mehr auf die Kapuze allein und wandelte sich schließlich zur „Mütze“. Andererseits ist die Sache noch in der [[Almutie]] der [[Klerus|Kleriker]] erhalten geblieben. Im 14. Jahrhundert kam die [[Gugel (Kleidung)|Gugel]], ursprünglich eine grobe Kapuze mit Schulterkragen der Bauern und Mönche, auch beim Adel in Mode. Aufwendig zugeschnittene Gugeln mit teilweise extrem langen Zipfeln sowie mit [[Knopf|Knöpfen]] und/oder [[Zatteltracht|Zaddeln]] wurden in verschiedenster Weise getragen, zum Beispiel zu turbanähnlichen Gebilden verschlungen und nach französischer Mode als [[Chaperon (Kopfbedeckung)|Chaperon]] (mittelhochdeutsch: &amp;#039;&amp;#039;schaperūn&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im frühen 15. Jahrhundert Chaperon und Gugel aus der Mode gekommen waren (letztere wurde nur noch von der Landbevölkerung und von Reisenden beibehalten), verbreiteten sich zunehmend Hüte mit Krempe und barettartige Mützen, unter denen oft noch eine Bundhaube getragen wurde, die die Ohren bedeckte. Unter ägyptisch-arabischem Einfluss (und durch französisch-burgundische Vermittlung) entwickelten sich die Frauenhauben zu komplexen Gebilden wie [[Hennin]], [[Tantur (Kopfbedeckung)|Tantur]] und [[Hörnerhaube]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Marinus van Reymerswale - The Banker and His Wife - WGA19323.jpg|mini|Der Geldwechsler und seine Frau, von [[Marinus van Reymerswaele]], 1541]]&lt;br /&gt;
Das entstehende [[Bürger#Mittelalter und frühe Neuzeit|Bürgertum]] in den Städten imitierte zunächst weitgehend die Kleidung des Adels, obwohl zahlreiche [[Kleiderordnung]]en dem übertriebenen [[Luxus]] der nichtadeligen Stände entgegenzuwirken versuchten. Das Barett setzte sich als Kopfbedeckung der wohlhabenden Oberschicht und sonstiger Würdenträger (Juristen, Theologen, Professoren) durch, war nun andererseits besonders den Bauern verboten. Diese trugen stattdessen breitkrempige Filzhüte oder barettartige Mützen aus weniger kostbarem Material. Viele spätmittelalterliche Kopfbedeckungen, die in der Oberschicht aus der Mode gekommen waren, lebten nun in den sich entwickelnden [[Volkstracht]]en weiter, besonders in den vielgestaltigen Frauenhauben der süddeutschen [[Freie und Reichsstädte|freien Reichsstädte]]. Die Gugel wurde in zwei separate Kleidungsstücke geteilt: der Kopfteil wurde zur [[Zipfelmütze]], der Kragen zum [[Goller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte des 16. Jahrhunderts machten kleine, runde französische Hüte und der hohe, steife spanische Hut dem Barett Konkurrenz, und ab etwa 1590 setzte sich letzterer in der Oberschicht, auch bei Frauen, durch. Besonders [[Maria Stuart]] machte im 16. Jahrhundert die (französische) [[Schneppe (Kleidung)|Schneppen-]] oder [[Stuarthaube]] wieder hoffähig. Noch während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] hielt die Oberschicht an dieser spanischen Hoftracht fest, während sich in der Bevölkerung schon der breitkrempige [[Schlapphut]] der (schwedischen) Soldaten durchsetzte, dessen Krempe später, aus praktischen Gründen, zuerst auf einer Seite, dann auf dreien hochgeklappt und an der Hutkrone befestigt wurde. Einfache Frauen gingen zunehmend barhäuptig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1700 beherrschte die [[Fontange]] die Damenmode: ein delikater, hoher Kopfschmuck aus Bändern, Draht und [[Spitze (Stoff)|Spitzen]], in den auch das Kopfhaar miteinbezogen war. Der glatzköpfige [[Ludwig XIV.]] setzte in ganz Europa die [[Allongeperücke]] als Kopfbedeckung des Hofes durch, während der [[Dreispitz]] nur noch dekorativ unter dem Arm getragen wurde. Nach seinem Tod wurden die Perücken (mit Beutel oder Zopf) zunehmend kleiner und weiß gepudert. Gleichzeitig wurde auch der nun als Kopfbedeckung praktisch nutzlose Dreispitz zum zusammenklappbaren [[Zweispitz (Hut)|Zweispitz]] verkleinert. Die Frauenmode um 1760 wurde sowohl beim Adel als auch im gemeinen Volk von einer unübersehbaren Fülle von Hauben geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne ===&lt;br /&gt;
Schon vor der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] machte sich bei den Kopfbedeckungen ein Geschmackswandel bemerkbar: beim (progressiv gesinnten) Adel und beim Bürgertum setzte sich der Zylinder als Kopfbedeckung durch, die Perücken verschwanden. Während des [[Empire (Stilrichtung)|Empire]] herrschte kurzfristig der Zweispitz vor, dessen besonders große Exemplare als &amp;#039;&amp;#039;Incroyables&amp;#039;&amp;#039; („Unglaubliche“) verspottet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1860 Anonyme Un vétéran et sa femme Ambrotype.jpg|mini|Altes Ehepaar, um 1860]]&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert waren Kopfbedeckungen nahezu omnipräsent. Selbst im häuslichen Umfeld wurden [[Zipfelmütze]]n und Hauskäppchen getragen. Bürgersfrauen trugen im [[Biedermeier]] haubenartige Damenhüte, wie die [[Schute (Hut)|Schute]]. Gleichzeitig erreichte die Formenvielfalt der Frauenhauben auf dem Land ihren Höhepunkt. Nahezu jedes Dorf hatte seine eigene Frauentracht, oft noch verschiedene Trachten entsprechend dem Anlass und dem Stand. Erst gegen Ende des Jahrhunderts begannen die Volkstrachten zu verschwinden. Unter Männern hingegen machte sich schon etwas früher eine gewisse Nivellierung über Standesgrenzen hinweg bemerkbar: Während im Bürgertum auch zunehmend weiche Hüte angenommen wurden, trugen an Festtagen selbst Bauern Zylinder (aus industrieller Massenproduktion). Noch heute erlangen [[Schornsteinfeger]] nach der [[Geselle]]nprüfung das Recht, bei der Arbeit einen Zylinder zu tragen. Daneben verbreitete sich die [[Melone (Hut)|Melone]] aus England. Nur die [[Arbeiter]] bevorzugten auch am Sonntag Mützen. Solche Kleiderkonventionen galten weitgehend bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Bei den Damenhüten gab es aber, nach der Aufgabe der Schute, keine dominierenden Formen mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert setzte ein allgemeiner Trend ein, weg von formellen Hüten hin zu eher praktisch-sportlichen Mützen. Seit Mitte des Jahrhunderts ging das Tragen von Hüten stark zurück und Barhäuptigkeit wurde wieder die Regel. Heute dominieren bei Kopfbedeckungen vor allem praktische Schutz- sowie bloße Schmuckfunktionen. Die Funktion zur Bezeichnung von Standes- oder Rangunterschieden ist fast völlig geschwunden, außer bei [[Uniform]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gitta Böth, Manfred Hartmann, Viktor Pröstler: &amp;#039;&amp;#039;Kopfbedeckungen. Eine Typologie für Museen und Sammlungen.&amp;#039;&amp;#039; München 2013, ISBN 978-3-422-07170-4.&lt;br /&gt;
* Gexi Tostmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alte Hüte. Kopfbedeckungen von anno dazumal. Kopftücher, Hauben &amp;amp; Hüte&amp;#039;&amp;#039;. Brandstätter, Wien und München 2009, ISBN 978-3-85033-334-4. ([http://austria-forum.org/af/Web_Books/Sachbuch/Alte_Huete Online])&lt;br /&gt;
* Hans-Friedrich Foltin: &amp;#039;&amp;#039;Die Kopfbedeckungen und ihre Bezeichnungen im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Inauguraldissertation, Philipps-Universität Marburg/Lahn, Wilhelm Schmitz Verlag, Gießen, 1963.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Katrina Daschner |Titel=Chapeau!: eine Sozialgeschichte des bedeckten Kopfes |Verlag=Brandstätter |Datum=2016 |ISBN=978-3-7106-0064-7 |Online= |Abruf=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Headgear|Kopfbedeckung}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Kopfbedeckung}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4128502-5}}&lt;br /&gt;
* {{austriaforum|Heimatlexikon/Geschichte_der_Kopfbedeckungen|Zur Geschichte der Kopfbedeckung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4128502-5|LCCN=sh85059483|NDL=01199941}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kopfbedeckung| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lokalpatriot2017</name></author>
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