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	<title>Kontrolle - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T11:01:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kontrolle&amp;diff=68577&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Siphonarius: Änderungen von 2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071 (Diskussion) auf die letzte Version von Florian-Zet zurückgesetzt</title>
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		<updated>2024-08-27T21:13:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071&quot;&gt;2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:2A00:6020:4E32:7D00:A910:4DCC:4A19:8071 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Florian-Zet&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Florian-Zet (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Florian-Zet&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kontrolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die [[Überwachung]] oder [[Überprüfung]] eines [[Sachverhalt]]s oder einer [[Person]] und somit ein Mittel zur [[Herrschaft]] oder [[Gewalt]] über jemanden oder etwas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Kontrolle Duden,] Stichwort „Kontrolle“&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine andere, herrschafts- und gewaltfreie Definition von Kontrolle findet sich beispielsweise im betriebswirtschaftlichen [[Controlling]] oder in der handlungspsychologischen Kontrolle (siehe unten) eines Individuums über sein eigenes Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Etymologisch stammt das Wort von {{frS|&amp;#039;&amp;#039;contrôle&amp;#039;&amp;#039;}}, in älterer Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;contrerolle&amp;#039;&amp;#039; (zu {{frS|&amp;#039;&amp;#039;contre&amp;#039;&amp;#039;}}, ‚gegen‘ und {{frS|&amp;#039;&amp;#039;rôle&amp;#039;&amp;#039;}}, ‚Rolle‘, ‚Register‘), das ursprünglich ein „Gegenregister zur Nachprüfung von Angaben eines Originalregisters“ bezeichnete. [[Gotthold Ephraim Lessing]] übernahm das französische Wort ersichtlich erstmals im Jahre 1767, als er davon sprach, dass [[Voltaire]] „mit seiner historischen Kontrolle ganz unleidlich“ sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Gotthold Ephraim Lessing/Franz Bornmüller, &amp;#039;&amp;#039;Hamburgische Dramaturgie, 1767-1769. Nachträgliches&amp;#039;&amp;#039;, 1884, S. 140&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wort kam in seiner heutigen Bedeutung erst im 19. Jahrhundert in Gebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontrolle aus kognitionspsychologischer Sicht ==&lt;br /&gt;
=== Kontrollüberzeugung ===&lt;br /&gt;
Als Julian Rotter mit seinem [[Kontrollüberzeugung|Locus of Control]] 1966 erstmals den Kontrollbegriff in die Psychologie einführte, ging es ihm darum, eine Skala einzuführen, an deren positivem Pol sich die [[Leistungsmotivation]] (internal Locus of Control) und an deren negativem Pol sich die soziale Fremdgesteuertheit (external Locus of Control) befand.&amp;lt;ref&amp;gt;J.B. Rotter: &amp;#039;&amp;#039;Generalised expectancies for internal vs. external control of reinforcement&amp;#039;&amp;#039;. In: Psychological Monographes 80, 1966, S.&amp;amp;nbsp;300&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein bekräftigendes Ereignis (reinforcement) von einer Person wahrgenommen wird als Folge des eigenen Handelns, jedoch nicht als vollständig von dem eigenen [[Handeln]] abhängig, wird dies in unserer Kultur üblicherweise wahrgenommen als das Ergebnis von Glück, Zufall, Schicksal oder als unter der Kontrolle mächtiger anderer Personen stehend, oder als unvorhersehbar wegen der großen Komplexität der Einflüsse aus der Umgebung. Wenn das Ergebnis von einem Individuum in dieser Weise interpretiert wird, bezeichnet Rotter dies als eine externe Kontroll-Meinung (belief in external control).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Person das [[Ereignis]] als abhängig vom eigenen Handeln oder abhängig von persönlichen, relativ überdauernden Charaktermerkmalen wahrnimmt, bezeichnet Rotter dies als interne Kontroll-Meinung &amp;#039;&amp;#039;(belief in internal control).&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Julian B. Rotter|Rotter]] nimmt an, dass diese Variable von hoher Bedeutung für das Verständnis von Lernprozessen in unterschiedlichen Lernsituationen ist – und dass es grundlegende Unterschiede zwischen Individuen gibt, die sich auf das Ausmaß ihrer Bereitschaft beziehen, Belohnungen als unter der eigenen Kontrolle stehend zu erleben, auch wenn die Situation die gleiche ist. Nach Rotter kommt es darauf an, ob das Individuum meint oder glaubt (belief), externale oder internale Kontrolle zu haben. Sein Locus of Control entfaltete eine bis heute andauernde mächtige Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Attributionstheorie ===&lt;br /&gt;
[[Bernard Weiner]] griff diese Kontrolltheorie 1971 auf, und differenzierte die [[Attributionstheorien|Attribuierung]] der Kontrolle in Richtung persönlicher Erfolg:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders günstige emotionale Konsequenzen (z.&amp;amp;nbsp;B. Stolz) haben Individuen, die Misserfolge external (z.&amp;amp;nbsp;B. Zufall, Umstände) und [[Erfolg]]e internal (z.&amp;amp;nbsp;B. Ausdauer, Fähigkeit) attribuieren, weil dies negative selbstwertbezogene Affekte verhindere. Ein solches Attributionsmuster führt zu hohen positiven und zu geringen negativen Anreizen für Leistungshandeln und sollte das Individuum dazu bewegen, leistungsbezogene Tätigkeiten aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Schultz-Gambard: &amp;#039;&amp;#039;Angewandte Sozialpsychologie&amp;#039;&amp;#039;. München: Psychologie Verlags Union 1987, S.&amp;amp;nbsp;325.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin differenziert Weiner die beiden Stufen der Attribuierung von [[Leistungsmotivation]]: auf der ersten Stufe der &amp;#039;externalen Mißerfolgsattribution&amp;#039; sei es ungünstig, den Misserfolg stabil, hingegen günstig, ihn variabel zu attribuieren, während auf der zweiten Stufe der &amp;#039;internalen Erfolgsattribution&amp;#039; genau das Umgekehrte gilt; es ist also dort ungünstig, den Erfolg variabel, und günstig, den Erfolg &amp;#039;&amp;#039;stabil internal&amp;#039;&amp;#039; zu attribuieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erlernte Hilflosigkeit ====&lt;br /&gt;
Bereits ein Jahr nach dem Locus of Control, 1967, leistete [[Martin Seligman]] mit der [[erlernte Hilflosigkeit|erlernten Hilflosigkeit]] einen indirekten, aber äußerst folgenreichen Beitrag zur Kontrolltheorie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilflosigkeit ist nach Seligman der psychische  Zustand, der häufig hervorgerufen wird, wenn Ereignisse unkontrollierbar sind. Die entscheidenden noch vom [[Behaviorismus|behavioristischen Denken]] geprägten Begriffe sind willentliche Reaktionen (voluntary response) und Unabhängigkeit von Reaktion und Konsequenz &amp;#039;&amp;#039;(response-outcome independence).&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Martin E.P. Seligman: &amp;#039;&amp;#039;Erlernte Hilflosigkeit.&amp;#039;&amp;#039; Urban und Schwarzenberg München 1983, S.&amp;amp;nbsp;8&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird Kontrolle als das Gegenteil von erlernter [[Hilflosigkeit]] definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Attributeinteilung beim Menschen ====&lt;br /&gt;
Da Seligman seine Forschungsergebnisse an [[Hund]]en gewann, die beispielsweise mit der Schnauze Stromstöße je nach Versuchsbedingung abschalten konnten oder auch nicht, veränderten Abramson, Seligman und Teasdale 1978 die Theorie unter der Maßgabe ihrer besseren Anwendbarkeit beim [[Mensch]]en. Das Ergebnis ist ein attributionstheoretischer Ansatz, bei dem eine Differenzierung nach &amp;#039;&amp;#039;universeller&amp;#039;&amp;#039; versus &amp;#039;&amp;#039;persönlicher, allgemeiner&amp;#039;&amp;#039; versus &amp;#039;&amp;#039;spezifischer&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;chronischer&amp;#039;&amp;#039; versus &amp;#039;&amp;#039;vorübergehender&amp;#039;&amp;#039; Hilflosigkeit vorgenommen wird:&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Universell&amp;#039;&amp;#039; hilflos mache beispielsweise die unheilbare Leukämie seines Kindes einen Vater, der vergeblich alle Hebel in Bewegung setze, das Leben seines Kindes zu retten &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; von anderen retten zu lassen: der Vater glaube, der Krankheitsverlauf sei völlig unabhängig von all seinen &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; auch den Bemühungen anderer.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Persönlich&amp;#039;&amp;#039; hilflos mache beispielsweise der ausbleibende Lernerfolg einen Schüler, der all seine Hausaufgaben mache, den prüfungsrelevanten Stoff pauke und einen Nachhilfelehrer engagiere, und trotzdem in allen Prüfungen durchfalle. Dieser Schüler gelange zur Überzeugung, er sei eben dumm, und gebe auf, die Prüfungen bestehen zu wollen.&amp;lt;br /&amp;gt;Diese Situation gilt den Autoren als &amp;#039;&amp;#039;unkontrollierbar,&amp;#039;&amp;#039; insofern als die Person zunächst glaubte, es würden Handlungsalternativen zum Status quo existieren, die bei konsequenter Durchführung einen Prüfungserfolg ermöglichen würden, auch wenn er sie derzeit noch nicht praktiziere, aber sie dann glaubt, unabhängig von jeglicher Willensanstrengung, die sie unternehme, könne sie die Wahrscheinlichkeit guter Noten durch ihre Bemühungen dennoch nicht steigern.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Allgemein&amp;#039;&amp;#039; hilflos mache beispielsweise ein breites Spektrum von Situationen (beispielsweise ein Prüfungsversagen in allen wichtigen Schulfächern oder [[Panikstörung]]en), wohingegen, wenn dies nur in einem eng abgrenzbaren Bereich (beispielsweise ein Prüfungsversagen in einem wichtigen Schulfach oder eine [[Agoraphobie]]) auftrete, dieses Verhalten als &amp;#039;&amp;#039;spezifisch&amp;#039;&amp;#039; unkontrollierbar gelte.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Chronisch&amp;#039;&amp;#039; hilflos sei beispielsweise eine [[depressiv]]e Person, wenn sie von jahrelanger Hilflosigkeit gezeichnet sei, während als &amp;#039;&amp;#039;vorübergehend&amp;#039;&amp;#039; unkontrollierbar ein kurz anhaltender, beispielsweise minutenlanger und auch nicht immer wiederkehrender depressiver Zustand gelte.&amp;lt;ref&amp;gt;L.Y. Abramson, M.E.P. Seligman und J.D. Teasdale: &amp;#039;&amp;#039;Critique and Reformulation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Abnormal Psychology,&amp;#039;&amp;#039; 87, 1978, S.&amp;amp;nbsp;49–74.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Indem jeweils einem &amp;#039;&amp;#039;hilflosmachenden&amp;#039;&amp;#039; Zustand 1 ein eher &amp;#039;&amp;#039;kontrollierbarer&amp;#039;&amp;#039; Zustand 2 (universell | persönlich unkontrollierbar, allgemein | spezifisch unkontrollierbar und chronisch | vorübergehend unkontrollierbar) zur Seite gestellt wird, vermenschlichen die Autoren die [[Kontrolltheorie]] und machen sie damit pädagogisch, klinisch- und entwicklungspsychologisch anwendbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontrolle aus handlungspsychologischer Sicht ==&lt;br /&gt;
Bei Rainer Oesterreich rückt der Kontrollbegriff 1981 erstmals ins Zentrum einer [[psychologisch]]en Theorie. Die Konzeption von Seligman führe zu unplausiblen Folgerungen, nach denen eine Person über Kontrolle verfüge, obwohl dem gesunden Menschenverstand folgend die Situation das genaue Gegenteil offenbare. Die 1. Situation soll verdeutlichen, dass in einer angemessenen Definition von Kontrolle die &amp;#039;&amp;#039;Zielgerichtetheit&amp;#039;&amp;#039; des Handelns einer Person berücksichtigt werden muss, die 2. Situation, dass zusätzlich die Kenntnisse einer Person, die Oesterreich &amp;#039;&amp;#039;Kontrollkompetenz&amp;#039;&amp;#039; nennt, zu beachten sind:&lt;br /&gt;
# In Situation 1 sind alle Ereignisse abhängig von den Handlungen einer Person, alle möglichen Ereignisse sind jedoch unerwünscht oder beenden gar die Existenz der Person: Ein Flugzeug hat über dem Atlantik die Orientierung verloren. Als der Pilot seine geographische Lage wieder ermittelt hat, stellt er fest, dass kein Festland geschweige denn ein Flugplatz nahe genug ist, um mit dem verbliebenen Treibstoffvorrat erreichbar zu sein, lediglich eine felsige Insel, auf der das Flugzeug zerschellen würde. Der Pilot hat Handlungsalternativen mit verschiedenen Konsequenzen, die ihm auch alle bekannt sind. Im Konzept von Seligman verfügt der Pilot daher über Kontrolle, nicht aber nach Oesterreich: Der Fehler liege darin, dass von dem &amp;#039;&amp;#039;Handlungsziel&amp;#039;&amp;#039; des Subjektes Pilot abstrahiert wird, im Beispiel von seinem [[Ziel]], das Flugzeug sicher zu landen.&lt;br /&gt;
# In Situation 2 sind [[Ereignis]]se ebenfalls abhängig von den Handlungen einer Person, die Person weiß jedoch nicht in welcher Weise: Eine Person, die noch nie ein Flugzeug gesteuert hat, wird in einem Sportflugzeug mitgenommen. Der Pilot erleidet während des Fluges einen Herzinfarkt, die Person muss die Steuerung des Flugzeugs übernehmen. Dieser Person stehen eine Reihe von Handlungen – Betätigungen bestimmter Hebel usw. – zur Verfügung, die alle – unter Umständen sogar sehr deutliche – Ergebnisse haben, die Person weiß nur nicht welche. Im Konzept von Seligman verfügt auch diese Person über Kontrolle, wieder aber nicht nach Oesterreich, weil es ihr an &amp;#039;&amp;#039;Kontrollkompetenz&amp;#039;&amp;#039; mangelt.&lt;br /&gt;
Das Oesterreichsche Konzept der Kontrolle im Handeln betrifft das Verhältnis zwischen einem &amp;#039;&amp;#039;zielgerichtet&amp;#039;&amp;#039; Handelnden &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; Ereignissen in einer &amp;#039;&amp;#039;objektiven&amp;#039;&amp;#039; Situation, in der der Handelnde handelt. &amp;#039;&amp;#039;Kontrolle&amp;#039;&amp;#039; bezieht sich darauf, in welchem Maß das vom Handelnden zielgerichtet angestrebte Ereignis von seinen Handlungen abhängig oder unabhängig ist. Der Handelnde verfügt über eine &amp;#039;&amp;#039;Kontrollkompetenz,&amp;#039;&amp;#039; die bestimmt ist durch seine [[Kenntnis]]se über die Abhängigkeit des angestrebten Ereignisses von den eigenen Handlungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Oesterreich: &amp;#039;&amp;#039;Handlungsregulation und Kontrolle.&amp;#039;&amp;#039; München: Urban &amp;amp; Schwarzenberg, 1981, S.&amp;amp;nbsp;24&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem Oesterreich &amp;#039;&amp;#039;Wirkwahrscheinlichkeiten&amp;#039;&amp;#039; in sein mathematisches Modell des [[Feldtheorie (Psychologie)|Handlungsfeldes]] einführt, widerspricht er der kognitionspsychologischen Annahme, dass im Handlungsfeld jene Strukturen abgebildet seien, die sich im Kopf des Handelnden befänden; vielmehr bilde sein Modell des Handlungsfeldes &amp;#039;&amp;#039;objektive&amp;#039;&amp;#039; Strukturen ab, d.&amp;amp;nbsp;h. ein Netz von möglichen Handlungen, Konsequenzen und Wirkwahrscheinlichkeiten, die dem Handelnden &amp;#039;&amp;#039;unabhängig&amp;#039;&amp;#039; von seinen Kenntnissen und Meinungen gegeben sind. Sein mathematisches Modell des Handlungsfeldes soll also Strukturen abbilden, die der optimal Handelnde berücksichtigen &amp;#039;&amp;#039;müsste,&amp;#039;&amp;#039; wenn er Handlungsmöglichkeiten antizipiert und seinen Handlungsweg plant, also sein Handlungsprogramm entwirft. In Abhängigkeit von den interindividuell unterschiedlichen &amp;#039;&amp;#039;Handlungsfertigkeiten&amp;#039;&amp;#039; gibt es unterschiedliche Wirkwahrscheinlichkeiten der Handlungen. D.&amp;amp;nbsp;h., es kann z.&amp;amp;nbsp;B. sein, dass eine Handlung bei einer entsprechend geschickten Person mit einer Wirkwahrscheinlichkeit von 1 eine bestimmte Konsequenz erreicht, während für eine gänzlich ungeschickte Person dagegen die Wirkwahrscheinlichkeit 0 ist. Damit können sich bei gleichen materiellen Grundlagen eines Handlungsfeldes für verschiedene Handelnde verschiedene Strukturen des Handlungsfeldes ergeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oesterreich-S44&amp;quot;&amp;gt;Rainer Oesterreich: &amp;#039;&amp;#039;Handlungsregulation und Kontrolle.&amp;#039;&amp;#039; München: Urban &amp;amp; Schwarzenberg, 1981, S.&amp;amp;nbsp;44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Oesterreich nimmt an, dass Wirkwahrscheinlichkeiten von Handlungen zum großen Teil in der Form von &amp;#039;&amp;#039;Gefühlen&amp;#039;&amp;#039; wirksam sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oesterreich-S44&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Oesterreichsche Motivationskonzept ist ebenfalls um den Kontrollbegriff zentriert, indem er ein anthropologisches Kontrollstreben annimmt, gemäß dem um des zukünftigen Handelns willen gehandelt wird, also zielgerecht gehandelt werde, um auch in Zukunft weiterhin zielgerecht handeln zu können. Das &amp;#039;&amp;#039;Kontrollstreben&amp;#039;&amp;#039; bestehe in dem Streben nach Erhaltung und Ausweitung der Kontrolle und Kontrollkompetenz, die [[Dietrich Dörner]] in eine [[Kompetenz (Psychologie)|epistemische und eine heuristische Kontrollkompetenz]] differenziert und damit den zentralen Unterschied zwischen der Kontrolle des Vorhandenen einerseits und des Neuen andrerseits bestimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Dörner et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lohhausen. Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Komplexität.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Bern 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da auch eine Erhöhung der Handlungsfertigkeit die Kontrolle erhöht, bezieht sich das Kontrollstreben auch auf den Erwerb von Handlungsfertigkeit. In seiner allgemeinsten Form versteht Oesterreich unter &amp;#039;&amp;#039;Kontrolle&amp;#039;&amp;#039; die Regulierbarkeit von Handlungsbereichen und unter &amp;#039;&amp;#039;Kontrollkompetenz&amp;#039;&amp;#039; die Angemessenheit der inneren Repräsentation von Handlungsbereichen. Oesterreich nimmt an, dass Menschen sich von Anfang an auf der Basis des in ihnen angelegten Kontrollstrebens regulieren, ohne sich zu dieser Strategie aufgrund kultureller Prägungen oder normativer Erwägungen bewusst entschlossen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Oesterreich: &amp;#039;&amp;#039;Handlungsregulation und Kontrolle.&amp;#039;&amp;#039; München: Urban &amp;amp; Schwarzenberg, 1981, S.&amp;amp;nbsp;210&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontrolle aus wirtschaftssoziologischer Sicht ==&lt;br /&gt;
In der [[Wirtschaftssoziologie]] werden verschiedene Formen der Kontrolle unterschieden, z.&amp;amp;nbsp;B. die formelle und die informelle Kontrolle (letztere im Englischen als &amp;#039;&amp;#039;clan control&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;formelle Kontrolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist durch das Aufstellen und Überwachen von explizit vorgegebenen Regeln und Prozeduren, Leistungsuntersuchungen von Mitarbeitern und von Sanktionen gekennzeichnet. Dadurch wird das [[Verhalten (Psychologie)|Verhalten]] der Mitarbeiter direkt durch die Organisation und ihre Strukturen gelenkt. Wird das auf die Arbeit bezogene Verhalten und das Ergebnis nicht durch die Organisation spezifiziert, sondern von deren Mitgliedern selbst generiert, spricht man von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;informeller Kontrolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Gemeinsam geteilte Werte, Überzeugungen und Zielsetzungen werden dann auch von den Mitarbeitern selbst kontrolliert, wobei angemessenes Verhalten verstärkt und belohnt wird. Informelle Kontrolle bzw. &amp;#039;&amp;#039;clan control&amp;#039;&amp;#039; führt laut den Wissenschaftlern T. K. Das und B. Teng zu höherem interpersonalen Respekt und weniger Misstrauen zwischen den Mitgliedern einer Organisation als formelle Kontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;T. K. Das, B. Teng: &amp;#039;&amp;#039;Between trust and control: Developing confidence in partner cooperation in alliance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Academy of Management,&amp;#039;&amp;#039; 1998. Rev.&amp;amp;nbsp;23&amp;amp;nbsp;(3) S.&amp;amp;nbsp;491–515.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;V. Perrone, A. Zaheer, B. McEvily: &amp;#039;&amp;#039;Free to Be Trusted? Organizational Constraints on Trust in Boundary Spanners.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Organization Science,&amp;#039;&amp;#039; 2003. Band&amp;amp;nbsp;14. Nr.&amp;amp;nbsp;4. S.&amp;amp;nbsp;422–439&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Control]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftssoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftssoziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Siphonarius</name></author>
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