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	<title>Kontrafaktur - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T17:36:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kontrafaktur&amp;diff=138449&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-19T16:22:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kontrafaktur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (zu {{laS|contra|de=gegen}} und {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;facere&amp;#039;&amp;#039;|de=machen}}, &amp;#039;&amp;#039;Gegenentwurf&amp;#039;&amp;#039;) wird ein künstlerisches Produktionsverfahren sowie dessen Ergebnis bezeichnet, bei dem aus einem Kunstwerk unter Beibehaltung bestimmter Formbestandteile ein neues Kunstwerk gemacht wird. Kontrafaktur ist damit ein Beispiel für [[Intertextualität]] bzw. [[Intermedialität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musik ==&lt;br /&gt;
Als Kontrafaktur wird in der Musiktheorie sowohl der Vorgang als auch das Ergebnis eines bestimmten Verfahrens zur Erschaffung eines neuen musikalischen Gesangsstücks bezeichnet. Dabei wird lediglich der Gesangstext eines bereits bestehenden Werks verändert, sodass ein neues Lied mit der gleichen Melodie oder gleichen Motiven entsteht. Dieses Verfahren wurde besonders häufig im [[Geistliches Lied|Kirchenlied]] angewandt, weil bei der Verdeutschung der im Gottesdienst verwendeten Lieder die bereits bekannte Melodie oder Teile davon erhalten, der lateinische Text aber ersetzt werden sollte. Auch viele Stücke des [[Gregorianischer Choral|gregorianischen Repertoires]] dienten als Ausgangsmaterial für die entsprechenden deutschsprachigen Kontrafakturen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Bautsch |url=https://www.mater-dolorosa-lankwitz.de/wiki/doku.php/musik:ueber_kontrafakturen_gregorianischen_repertoires |titel=Über Kontrafakturen gregorianischen Repertoires |werk=Mitteilungen |hrsg=Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz |datum=2014-12 |abruf=2014-12-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch Tabelle in der [[Liste deutschsprachiger Weihnachtslieder]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig verwendet wurde das Mittel der Kontrafaktur bei den frühneuzeitlichen [[Flugschrift|Liedflugschriften]], weil sich durch das Aufgreifen bekannter Melodien der aufwändige Druck von Noten erübrigte. In diesem Fall war den Liedern eine [[Ton (Literatur)|Tonangabe]] vorangestellt, welche die als bekannt vorausgesetzte Melodie benannte (beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;Im Ton wie Das Fräulein von Brittanien&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Methode der Kontrafaktur findet aber nicht nur bei einfachen Liedmelodien, sondern auch bei mehrstimmigen und komplexeren Chorwerken Anwendung. Bekannte Beispiele dafür finden sich bei [[Johann Sebastian Bach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Friedhelm Krummacher]] |Titel=Parodie, Umtextierung und Bearbeitung in der Kirchenmusik vor Bach |Sammelwerk=Svensk tidskrift för musikforskning |Band=53 |Datum=1971 |Seiten=23–48 |Online=http://www.musikforskning.se/stm/STM1971/STM1971Krummacher.pdf |Format=PDF |KBytes=1800}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So ist etwa der Eingangschor [[Weihnachtsoratorium (Bach)#Teil I: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“|&amp;#039;&amp;#039;Jauchzet, frohlocket&amp;#039;&amp;#039;]] seines &amp;#039;&amp;#039;[[Weihnachtsoratorium (Bach)|Weihnachtsoratoriums]]&amp;#039;&amp;#039; eine Kontrafaktur des Eingangschors der Kantate &amp;#039;&amp;#039;[[Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Walter Blankenburg]] |Titel=Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach |Verlag=Bärenreiter |Ort=Kassel |Datum=1982 |ISBN=3-7618-4406-9 |Kapitel=Zur Entstehungsgeschichte |Seiten=12–25 |Online=[https://www.ghs-berlin.de/wp-content/uploads/2014/09/Bach-WO-Texte.pdf#page=3 Scan]  |Format=PDF |KBytes=2512}}&amp;lt;!--|Abruf=2022-09-28--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Definition des parallelen englischsprachigen Begriffs ({{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;contrafact&amp;#039;&amp;#039;}}) etwas weiter gefasst ist, spricht man in der modernen [[Musiktheorie]] häufig auch von Kontrafaktur, wenn eine neue Melodie unter Beibehaltung des [[Harmonik|Harmonieschemas]] komponiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Markus Grassl |Hrsg=Agnese Pavanello |Titel=Kontrafaktur – Borrowing – Intertextualität: Stationen der musikwissenschaftlichen Auseinandersetzung |Sammelwerk=Kontrafakturen im Kontext |Reihe=Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis |BandReihe=40 |Verlag=Schwabe Verlag |Ort=Basel |Datum=2020 |ISBN=978-3-7965-4219-0 |Seiten=25–51 |Online=https://www.schwabeonline.ch/schwabe-xaveropp/elibrary/media/6C3FB9D521585B0F5A50990C003CC2A4/Markus_Grassl_Kontrafaktur___Borrowing___Intertextualitaet_14749.pdf#page=17 |Format=PDF |KBytes=589 |DOI=10.24894/978-3-7965-4219-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Praxis findet sich vor allem im [[Modern Jazz|modernen Jazz]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Dietmar Bonnen]] |url=https://musik-in-koeln.de/de_DE/konzertkalender/kontrafaktur-und-parodie.16988320 |titel=Kontrafaktur und Parodie |werk=Konzertkalender |hrsg=Musik in Köln |datum=2021-11-28 |abruf=2022-09-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
In Anlehnung an den musiktheoretischen Begriff versteht man in der Literaturwissenschaft unter Kontrafaktur ein neu gefertigtes literarisches Werk, das von einem früheren Werk wesentliche Bestandteile der Form übernimmt. Ein Beispiel dafür ist [[Leonard Bernstein]]s [[Musical]] &amp;#039;&amp;#039;[[West Side Story]]&amp;#039;&amp;#039;, das eine Kontrafaktur von [[William Shakespeare]]s [[Tragödie]] &amp;#039;&amp;#039;[[Romeo und Julia]]&amp;#039;&amp;#039; darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Bernhard]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Fest für Boris]]&amp;#039;&amp;#039; und andere seiner Theaterstücke können als negative Kontrafaktur von [[Hugo von Hofmannsthal]]s Stück &amp;#039;&amp;#039;[[Jedermann]]&amp;#039;&amp;#039; (UA 1911) gelesen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Manfred Mittermayer |Titel=Thomas Bernhard |Reihe=Sammlung Metzler |BandReihe=291 |Verlag=J.B. Metzler |Ort=Stuttgart / Weimar |Datum=1995 |ISBN=3-476-10291-2 |Kapitel=Die Theaterstücke |Seiten=141 |Online={{Google Buch |BuchID=Oxq1DQAAQBAJ |Seite=141}} |DOI=10.1007/978-3-476-03988-0_7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontrafaktur – Parodie ==&lt;br /&gt;
Die Musikwissenschaft unterscheidet die Begriffe Kontrafaktur und Parodie nicht besonders trennscharf: Als Kontrafaktur wird die textliche Neubearbeitung eines Liedes mit einem neuen Text bezeichnet, besonders seit dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auch eines weltlichen Liedes mit einem geistlichen Text&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gernot Gruber (Musikwissenschaftler)|Gernot Gruber]] |Hrsg=Honegger, Massenkeil |Titel=Kontrafaktur |Sammelwerk=Das große Lexikon der Musik |Band=4 |Verlag=Herder |Ort=Freiburg usw. |Datum=1992 |Seiten=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (beispielsweise [[Heinrich Isaac]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Innsbruck, ich muss dich lassen]]&amp;#039;&amp;#039;; die erste von zwei Kontrafakturen im [[Evangelisches Gesangbuch|Evangelischen Gesangbuch]] findet sich unter EG 521 &amp;#039;&amp;#039;O Welt, ich muss dich lassen&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parodie hingegen beschreibt eine vor allem in der Messkomposition der klassischen Vokalpolyphonie des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts angewandte Technik, bei der die Umtextierung meist auch „eine Zerlegung und Umkomposition eines alten in ein neues, mehrstimmiges, meist vokalen Musikstück beinhaltet“, während dem im 17.&amp;amp;nbsp;und 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im evangelischen Raum aufscheinenden Parodieverfahren wie in [[Johann Sebastian Bach|J. S. Bachs]] [[Weihnachtsoratorium (Bach)|Weihnachtsoratorium]] mehr arbeitsökonomische Tendenzen zugrunde liegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Rainer Cadenbach]] |Hrsg=Honegger, Massenkeil |Titel=Parodie |Sammelwerk=Das große Lexikon der Musik |Band=6 |Verlag=Herder |Ort=Freiburg usw. |Datum=1992 |Seiten=198}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Literaturwissenschaft umschreibt Parodie die verzerrende, übertreibende und/oder verspottende Nachahmung eines Werkes; von Kontrafaktur spricht man (auch dann), wenn mit der Kopie keine solche Wertung verknüpft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Kontrafakturen gregorianischen Repertoires}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Agnese Pavanello&lt;br /&gt;
   |Titel=Kontrafakturen im Kontext&lt;br /&gt;
   |Reihe=Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis&lt;br /&gt;
   |BandReihe=40&lt;br /&gt;
   |Verlag=Schwabe Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Basel&lt;br /&gt;
   |Datum=2020&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-7965-4219-0&lt;br /&gt;
   |Online=https://www.schwabeonline.ch/schwabe-xaveropp/elibrary/media/6C3FB9D521585B0F5A50990C003CC2A4/9783796542190_14738.pdf&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=15164&lt;br /&gt;
   |Umfang=408}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Theodor Verweyen&lt;br /&gt;
   |url=http://www.erlangerliste.de/vorlesung/parodie_0.html&lt;br /&gt;
   |titel=Theorie und Geschichte der Parodie / Teil&amp;amp;nbsp;I&lt;br /&gt;
   |titelerg=Vorlesungsmanuskript&lt;br /&gt;
   |werk=Beiträge zur Literatur- und Sprachwissenschaft&lt;br /&gt;
   |hrsg=Erlanger Liste: Erlanger Digitale Editionen&lt;br /&gt;
   |datum=1997-09-20&lt;br /&gt;
   |abruf=2022-09-28&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1&lt;br /&gt;
   |kommentar=auch [https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/10421/file/Verweyen_Parodie.pdf ub.uni-frankfurt.de] [PDF; 2,0&amp;amp;nbsp;MB]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiktheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literaturwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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