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	<title>Konsumverweigerung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Konsumverweigerung&amp;diff=353155&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vergänglichkeit: Teilrevert (siehe seine Benutzerdisk)</title>
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		<updated>2024-05-16T01:44:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Teilrevert (siehe seine Benutzerdisk)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Konsumkritiker.jpg|mini|hochkant|Konsumkritikerinnen in Berlin, 1999]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Konsumverweigerung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Konsumverzicht&amp;#039;&amp;#039;; {{enS|consumer resistance}}) wird in der [[Wirtschaft]] ein [[Konsumverhalten]] bezeichnet, das die Verringerung des [[Konsum]]s von [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] und [[Dienstleistung]]en zum [[Ziel]] hat. Gegensatz ist der [[Überkonsum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konsumverweigerung reicht von der [[Sparsamkeit]] bis zur [[Askese]] und kann sich auf die gesamte [[Lebensführung]] erstrecken, aber auch auf bestimmte Güter (Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnkomfort u.&amp;amp;nbsp;a.) beschränken. Die Konsumverweigerung ist das vielleicht wichtigste Element eines [[Einfaches Leben|einfachen Lebens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsumverweigerung kann auch als [[Reaktanz (Psychologie)|Reaktanz]] gegen die [[Konsumgesellschaft]] und das [[Marketing]] von [[Unternehmen]] verstanden werden, die sich im Widerstand von [[Verbraucher|Konsumenten]] gegen Konsum äußert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Akzeptanz_von_technologischen_Innovation/g3oSIFKyo8gC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Konsumverweigerung&amp;amp;pg=PA87&amp;amp;printsec=frontcover Jörg Königstorfer: &amp;#039;&amp;#039;Akzeptanz von technologischen Innovationen&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 87.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Konsumverweigerung kann auch eine [[Ideologie]] und ein Instrument des weltweiten [[Ziviler Ungehorsam|zivilen Ungehorsams]] bedeuten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Weltweiter_ziviler_Ungehorsam/rlV4DwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Konsumverweigerung&amp;amp;pg=PT183&amp;amp;printsec=frontcover Jürgen Bruhn: &amp;#039;&amp;#039;Weltweiter ziviler Ungehorsam&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 183.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird auch als [[langfristig]] angelegte [[Kampagne]] definiert, die anhand von ausgewählten Schwerpunkten den notwendigen Ausstieg aus der Konsumgesellschaft verdeutlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Das_M%C3%A4rchen_vom_gr%C3%BCnen_Wachstum/PzSYDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Konsumverweigerung&amp;amp;pg=PT172&amp;amp;printsec=frontcover Bruno Kern: &amp;#039;&amp;#039;Das Märchen vom grünen Wachstum&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 172.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eingeordnet wird die Konsumverweigerung als Gegenbewegung und [[Gegenkultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits die [[Kapitalismuskritik]] des [[Karl Marx]] aus 1867 beinhaltete eine [[Konsumkritik]], die er als „Warenfetischismus“ im Kapitel „Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis“ im Grundlagenwerk &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital. Band I]]&amp;#039;&amp;#039; äußerte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx: &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital, Band I&amp;#039;&amp;#039;, 1867/1872, in: [[Marx-Engels-Gesamtausgabe|MEGA]], Band 5, 1983, S. 1–104; ISBN 978-3-320-00205-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Konsumverweigerung entstand als [[Gegenbewegung]] zum [[Konsumismus]], der bereits vor 1899 im „demonstrativen Verbrauch“ ({{enS|[[Geltungskonsum|conspicuous consumption]]}}) einen Höhepunkt erreicht hatte. Es handelte sich um ein Verbraucherverhalten, das weit über die Erfüllung von [[Grundbedürfnis|Primärbedürfnissen]] hinausging und in erster Linie der Steigerung des [[Sozialprestige]]s durch den Kauf von [[Statussymbol]]en diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wilhelm Lautenbach]] sagte am 16. September 1931 auf der [[Geheimkonferenz der Friedrich List-Gesellschaft im September 1931 über Möglichkeiten und Folgen einer Kreditausweitung|Geheimkonferenz in Berlin]]: „Heute haben Sie die Tatsache, das alle deutschen Unternehmungen sämtlichen Ersatzbedarf beinahe gestoppt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach, in: Knut Borchardt, Hans Otto Schötz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftspolitik in der Krise, Die (Geheim-)Konferenz der Friedrich List-Gesellschaft im September 1931 über Möglichkeiten und Folgen einer Kreditausweitung&amp;#039;&amp;#039;, Baden-Baden 1991, S. 231 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er meinte die während der [[Hyperinflation]] entstandene Investitionszurückhaltung der Unternehmen, die sogar [[Ersatzinvestition]]en aussetzten. Auch eine [[Deflationsspirale]] kann Anlass hierfür sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er Jahren verbreiterte sich der Konsumismus in der [[Westliche Welt|westlichen Welt]] zur Konsumgesellschaft. Im August 1968 sprach die Hamburger AUSS&amp;lt;ref&amp;gt;Abkürzung für &amp;#039;&amp;#039;Aktionszentrum Unabhängiger und Sozialistischer Schüler&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; von einer Minderheit der [[Aussteiger|Drop-Outs]] unter [[Schüler]]n, deren Protest sich „oft in partieller Konsumverweigerung und dem dafür umso größeren Konsum von (modischer) [[Gammler|Gammelkleidung]] und [[Haschisch]] beschränke“.&amp;lt;ref&amp;gt;AUSS-USB Hamburg: &amp;#039;&amp;#039;Info Nr. 2 vom 15. August 1969&amp;#039;&amp;#039;, S. 15, in: Staatsarchiv Hamburg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sammlung Uwe Schmidt, Politische Flugblätter und Publikationen 1968-1976&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die heute mit dem Begriffsinhalt der Konsumverweigerung assoziierte Konnotation kam erstmals in der [[Postmoderne]] auf als eine „Politik der Intensitäten“, „im Bremsen der Produktion, … Konsumverweigerung, [[Happening]]s, Bewegungen zur [[Sexuelle Befreiung|sexuellen Befreiung]], [[Fabrikbesetzung|Fabrik-]] und [[Hausbesetzung]]en“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[François Léotard]]: &amp;#039;&amp;#039;La condition postmoderne: Rapport sur le savoir&amp;#039;&amp;#039;, 1978, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erich Fromm]] sah 1970 das für den Konsumismus typische quantitativ steigende Konsumniveau als mit zunehmender Passivität und [[Habgier]] verbunden an.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Fromm: &amp;#039;&amp;#039;Gesamtausgabe in 12 Bänden&amp;#039;&amp;#039;, Band IV, 2000, S. 349; ISBN 3-423-59043-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Sulak Sivaraksa]] galt 1995 Konsumismus als eine Art Religion, der in Hass, Habgier und Verblendung wurzele. „Der Kapitalismus und der Konsumismus werden von diesen drei Giften genährt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sulak Sivaraksa: &amp;#039;&amp;#039;Saat des Friedens – Vision einer buddhistischen Gesellschaftsordnung&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 32; ISBN 3-591-08357-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begründung ==&lt;br /&gt;
Begründet wird die Konsumverweigerung mit persönlichen, [[sozial]]en, [[Religiosität|religiösen]], [[Ethik|ethischen]] (siehe auch [[Wirtschaftsethik]]), [[Ökologie|ökologischen]], organisatorischen, [[volkswirtschaft]]lichen, aber auch [[Gesellschaftskritik|gesellschaftskritischen]] (politischen) Argumenten; letztere äußern sich gegenwärtig oft als Kritik an einer [[Konsumismus|konsumfixierten Gesellschaft]], die bspw. als Konsumgesellschaft, [[Überflussgesellschaft]] oder [[Wegwerfgesellschaft]] bezeichnet wird, und am [[Konsumkapitalismus]] (siehe auch [[Kapitalismuskritik]]/[[Antikapitalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgestaltung ==&lt;br /&gt;
Konsumverweigerung äußert sich materiell z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Konsumentenboykott]], indem gezielt bestimmte [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]], [[Produktgruppe]]n, [[Hersteller]] oder [[Händler]] vom Verbraucher gemieden werden (&amp;#039;&amp;#039;Konsumverzicht&amp;#039;&amp;#039;). Ein Konsumentenboykott ist die kollektive, organisierte und geplante Weigerung, bestimmte Waren zu kaufen oder zu konsumieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Workers_of_the_World/BzdsEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Konsumentenboykott+Konsumverweigerung&amp;amp;pg=PA241&amp;amp;printsec=frontcover Marcel van der Linden: &amp;#039;&amp;#039;Workers of the World&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 241.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ideell wird durch legalen Protest zum [[Boykott]] aufgerufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsum neuer Güter kann vielfältig ersetzt werden, bspw. durch:&lt;br /&gt;
* [[Do it yourself]], [[Heimwerken]], [[Repair-Café|Reparaturhilfe]],&lt;br /&gt;
* [[Freeganismus]] oder [[Containern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
[[Inflation]] und [[Deflation]] können beide zu Konsumverweigerung führen, denn ein steigendes [[Preisniveau]] bewirkt bei konstantem [[Arbeitseinkommen]] ein Nicht-Ausgeben von Geld ([[Sparen]]). Bei der Deflation erwarten Konsumenten in der Zukunft sinkende Preise und verschieben deshalb Käufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konsumverweigerung führt zur Verringerung der [[Güternachfrage]], wenn sie von breiten Bevölkerungsschichten getragen wird. Die Bewegung gegen den [[Konsumterror]] müsste [[Mehrheit]]en der Bevölkerung erreichen, um beispielsweise die [[Produktion]] und den [[Vertrieb]] kurzlebiger [[Konsumgüter]] ([[geplante Obsoleszenz]]) durch Nichtkauf zu verhindern und die Herstellung langlebiger und umweltfreundlicher Produkte durchzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Bruhn: &amp;#039;&amp;#039;Weltweiter ziviler Ungehorsam&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Konsumzurückhaltung einiger kann über das [[Herdenverhalten]] zu Mehrheiten führen. Bei konstantem [[Güterangebot]] tritt dann eine [[Nachfragelücke]] auf, die zu Preissenkungen führen kann. Auch die [[Energieversorgung]] kann auf diese Art zur Abkehr von [[fossile Energie|fossiler Energie]] auf [[erneuerbare Energie]] verändert werden. Abstrahiert man weiter, können sämtliche, dem Verbraucher nicht genehmen [[Substitutionsgut|Substitutionsgüter]] durch ihm genehme ersetzt werden. Konsum neuer Güter kann vielfältig ersetzt werden, insbesondere durch [[Do it yourself]], [[Heimwerken]], [[Repair-Café|Reparaturhilfe]], [[Freeganismus]] oder [[Containern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gratiskultur]]&lt;br /&gt;
* [[Kauf-nix-Tag]]&lt;br /&gt;
* [[Öffentlicher Bücherschrank]]&lt;br /&gt;
* [[Schenkökonomie]]&lt;br /&gt;
* [[Umsonstladen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Markus Schweizer/[[Thomas Rudolph (Betriebswirt)|Thomas Rudolph]]: &amp;#039;&amp;#039;Wenn Käufer streiken.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-409-12677-5.&lt;br /&gt;
* Saral Sarkar: &amp;#039;&amp;#039;Ecosocialism or ecocapitalism? A critical analysis of humanity&amp;#039;s fundamental choices.&amp;#039;&amp;#039; London / New York (Zed Books) 1999.&lt;br /&gt;
* [[James B. MacKinnon|J. B. MacKinnon]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Tag, an dem wir aufhören zu shoppen. Wie ein Ende der Konsumkultur uns selbst und die Welt rettet.&amp;#039;&amp;#039; Penguin Verlag, 2021, ISBN 978-3-328-60090-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4123551-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konsumsoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marktpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
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