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	<title>Konstantin von Neurath - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Socius sociologicus: /* Karriere als Diplomat */ Linkziel verbessert</title>
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		<updated>2025-09-22T10:38:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Karriere als Diplomat: &lt;/span&gt; Linkziel verbessert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|handelt vom deutschen Minister und Diplomaten. Zum Juristen und Reichskammergerichtsassessor ähnlichen Namens siehe [[Constantin von Neurath]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv N 1310 Bild-016, Konstantin von Neurath.jpg|mini|hochkant|Konstantin Freiherr von Neurath (1939)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Konstantin Hermann Karl Freiherr von Neurath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[2. Februar]] [[1873]] im [[Hofgut Kleinglattbach]], [[Kleinglattbach]]; † [[14. August]] [[1956]] im [[Leinfelder Hof]], [[Enzweihingen]]) war ein [[deutsche]]r [[Diplomat]] des [[Deutsches Kaiserreich|Kaiserreichs]] und der [[Weimarer Republik]]. Er wurde 1932 [[Außenminister|Reichsminister des Äußeren]] und hatte das Amt auch nach der [[Zeit des Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] [[Machtergreifung]] bis 1938 inne. Zwischen 1939 und 1943 war Neurath [[Reichsprotektor]] des vom [[NS-Staat|Deutschen Reich]] besetzten [[Protektorat Böhmen und Mähren|Protektorats Böhmen und Mähren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gehörte Neurath zu den 24 Hauptangeklagten der [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher|Nürnberger Prozesse]]. Der [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationale Militärgerichtshof]] sprach ihn am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten schuldig und verurteilte ihn zu einer 15-jährigen Haftstrafe. 1954 wurde Neurath vorzeitig entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft, Familie, Werdegang ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv N 1310 Bild-005, Konstantin von Neurath als Korpsstudent.jpg|mini|hochkant|Konstantin von Neurath als Corpsstudent in Tübingen, um 1896]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantin von Neurath wurde am 2. Februar 1873 auf dem elterlichen [[Hofgut Kleinglattbach]] nahe der Stadt [[Vaihingen an der Enz]] geboren und  entstammte einer württembergischen [[Deutscher Adel|Adelsfamilie]], deren Wurzeln jedoch in [[Hessen]] liegen. Der adlige Zweig der Familie beginnt mit dem hessischen Juristen [[Constantin von Neurath|Johann Friedrich Albert Constantin Neurath]], Reichskammergerichtsassessor in [[Wetzlar]], der 1791 in den [[Adel|Adelsstand]] erhoben wurde. Sein Sohn [[Constantin Franz Fürchtegott von Neurath]] trat 1807 in württembergische Dienste und war kurzzeitig Justizminister. Großvater [[Constantin Franz von Neurath|Constantin Franz Freiherr von Neurath]] wurde 1851 in den [[Freiherr|Freiherrenstand]] erhoben und war Außenminister von Württemberg. Vater [[Konstantin Sebastian von Neurath|Konstantin Sebastian Freiherr von Neurath]] (1847–1912) war [[Königreich Württemberg|königlich württembergischer]] [[Kammerherr|Oberkammerherr]], Chef des Kammerherrenstabes und [[Gutsbesitzer]]. Im Rahmen seiner politischen Betätigung gehörte der Vater von 1881 bis 1890 als [[Abgeordneter]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Freikonservative Partei|Deutschen Reichspartei]]&amp;#039;&amp;#039; dem [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Reichstag]] an. Die Mutter Mathilde (1847–1924) entstammte dem Rittergeschlecht der [[Freiherren von Gemmingen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Abitur]] studierte Neurath von 1892 bis 1897 [[Rechtswissenschaften]] an der [[Eberhard-Karls-Universität Tübingen]] sowie der [[Humboldt-Universität|Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin]]. Sein Studium unterbrach er, um als [[Einjährig-Freiwilliger]] den [[Militärdienst]] im [[Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) Nr. 125]] abzuleisten. 1894 wurde er Mitglied (später Ehrenmitglied) der [[Studentenverbindung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Corps Suevia Tübingen]],&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kösener Corpslisten]] 1960, &amp;#039;&amp;#039;129,&amp;#039;&amp;#039; 508.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1897 bestand Neurath das [[Vorbereitungsdienst|Referendar-Examen]] und trat im Folgejahr in den württembergischen [[Justiz]]dienst ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1903 war er königlich württembergischer [[Kammerjunker]], ab 1910 [[Kammerherr]]. In der [[Württembergische Armee|Württembergischen Armee]] war er ab 1898 [[Sekondeleutnant]], ab 1909 [[Oberleutnant]] der [[Reserveoffizier|Reserve]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neurath heiratete am 30. Mai 1901 in [[Stuttgart]] die [[Bankier]]stochter Marie Auguste [[Moser von Filseck]] (1875–1960). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Konstantin Alexander (1902–1981), der zunächst die Diplomatenlaufbahn einschlug und nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in die deutsche Wirtschaft wechselte&lt;br /&gt;
* Winifred (1904–1985), die 1926 den Diplomaten und späteren deutschen [[Botschafter]] beim [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]], [[Hans Georg von Mackensen]] heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Karriere als Diplomat ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv N 1310 Bild-032, Rom, Konstantin von Neurath.jpg|mini|hochkant|Neurath als Botschafter in Rom (1929)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach bestandenem [[Assessor]]-Examen wechselte Neurath 1901 in die konsularische Laufbahn des [[Auswärtiger Dienst|Auswärtigen Dienstes]]. Zwischen 1903 und 1908 war er Vizekonsul im deutschen [[Generalkonsulat]] in [[London]], anschließend kehrte er in das [[Auswärtiges Amt|Auswärtige Amt]] nach [[Berlin]] zurück. Durch [[Protegé|Protektion]] [[Alfred von Kiderlen-Waechter|Kiderlen-Waechters]] gelang ihm zum Jahreswechsel 1912/13 die Aufnahme in die [[Diplomat|diplomatische Laufbahn]]. Als [[Legationsrat]] in der Politischen Abteilung wurde er 1914 zum [[Botschaftsrat]] in [[Konstantinopel]] ernannt, allerdings trat er diesen Posten erst im Frühjahr 1915 an, da er zuvor als [[Reserveoffizier]] im [[Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württembergisches) Nr. 119]] am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teilnahm. Im [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] erlebte Neurath den [[Völkermord an den Armeniern]] vor Ort mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf eigenen Wunsch wurde Neurath zum Jahresende 1916 aus dem Reichsdienst entlassen und übernahm von seinem Onkel [[Julius von Soden]] den Posten als Chef des [[Geheimes Zivilkabinett|Zivilkabinetts]] des [[Königreich Württemberg|württembergischen Königs]]. Bis zur [[Novemberrevolution]] von 1918 blieb er engster Berater von [[Wilhelm II. (Württemberg)|König Wilhelm II.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. Dezember 1919 kehrte er mit Genehmigung des Reichspräsidenten [[Friedrich Ebert]] in den diplomatischen Dienst zurück und wurde [[Gesandter]] in [[Kopenhagen]]. Von 1921 bis 1930 bekleidete er den Posten des Botschafters beim [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]] und erlebte den Aufstieg des [[Italienischer Faschismus|italienischen Faschismus]] sowie den Aufbau einer [[Diktatur]] unter [[Benito Mussolini]] mit. Nach dem Tod [[Gustav Stresemann]]s (1929) favorisierte Reichspräsident [[Paul von Hindenburg]] Neurath als neuen Außenminister. Allerdings stand der [[Konservativismus|konservative]] Neurath der Weimarer Republik ablehnend gegenüber und trat für eine [[Revisionismus (Völkerrecht)|Revision]] des [[Versailler Vertrag]]s ein. Seine Berufung scheiterte jedoch an der fehlenden Mehrheit im Reichstag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Stiftung Deutsches Historisches Museum, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |url=https://www.dhm.de/lemo/biografie/konstantin-freiherr-von-neurath |titel=Konstantin Freiherr von Neurath |sprache=de |abruf=2024-10-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Stattdessen wurde Neurath [[Deutsche Botschaft London|deutscher Botschafter in London]] (1930 bis 1932).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichsaußenminister ===&lt;br /&gt;
Nachdem Reichspräsident Hindenburg im Juni 1932 ein nicht mehr auf den Reichstag gestütztes [[Präsidialkabinett]] unter [[Franz von Papen]] gebildet hatte, wurde Neurath zum Außenminister im „[[Kabinett Papen|Kabinett der Barone]]“ ernannt. Er behielt sein Ministeramt auch in den folgenden [[Kabinett Schleicher|Kabinetten Schleicher]] (1932/33) und am 30. Januar 1933 im [[Kabinett Hitler]]. Neurath galt als Exponent einer konservativen Fachbeamtenschaft. Bei sonst loyaler Mitarbeit innerhalb der Regierung Hitler ist bekannt, dass von Neurath sich 1935 ebenso wie seine Kabinettskollegen [[Franz Gürtner|Gürtner]], [[Werner von Blomberg|Blomberg]] und [[Wilhelm Frick|Frick]] für die von der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] festgehaltenen [[Rechtsanwalt|Rechtsanwälte]] einsetzte, die die Witwe des im Zuge der politischen Säuberungswelle beim sogenannten [[Röhm-Putsch]] ermordeten katholischen Politikers [[Erich Klausener]] vertraten, was zu deren Entlassung aus der Haft beitrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neurath stand für eine konservativ-revisionistische deutsche Außenpolitik und trug den immer stärker von [[Adolf Hitler]] bestimmten [[Aggression (Völkerrecht)|aggressiven Kurs]] der [[NS-Außenpolitik]] (z.&amp;amp;nbsp;B. den [[Volksabstimmung über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund|Austritt aus dem Völkerbund]], die Wiedereinführung der [[Wehrpflicht]] oder die [[Rheinlandbesetzung (1936)|Wiederbesetzung des Rheinlandes]]) aktiv mit. Hitler wiederum profitierte nicht nur von Neuraths Reputation im Ausland, sondern auch von der Expertise der von ihm angeleiteten Ministerialbürokratie. Die Handlungsfreiheit des Auswärtigen Amts wurde jedoch durch die Konkurrenz des im Hintergrund agierenden NS-Außenpolitikers [[Joachim von Ribbentrop]] und dessen [[Dienststelle Ribbentrop]] ab etwa 1936 immer stärker eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des 4. Jahrestages der [[Machtergreifung]] verlieh Hitler an alle parteilosen Kabinettsmitglieder das [[Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP|Goldene Parteiabzeichen der NSDAP]], wodurch Neurath zum 30. Januar 1937 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] beitrat ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 3.805.229).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/545444&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 18. September 1937 trat er der [[Schutzstaffel|SS]] im Rang eines [[SS-Gruppenführer]]s bei (SS-Nummer 287.680), der dem Rang eines [[Generalleutnant]]s entsprach. Bereits vorher war er Mitglied der von [[Hans Frank]] gegründeten nationalsozialistischen [[Akademie für Deutsches Recht]] geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich|Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945]],&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0, S.&amp;amp;nbsp;434.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1937 trug Neurath eine „Politik der Stärke“ mit, die auf die [[Annexion]] Österreichs, im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten beider Länder auf die [[Gleichschaltung]] [[Österreich]]s abzielte und schließlich in das [[Berchtesgadener Abkommen]] mündete. Doch gegen Kriegspläne, wie sie Hitler auf einer [[Hoßbach-Niederschrift|Konferenz]] am 5. November 1937 verkündete, erhob er Einwände.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe [[Hoßbach-Niederschrift#Reaktionen der Besprechungsteilnehmer]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zuge der [[Blomberg-Fritsch-Krise]] wurde Neurath am 4. Februar 1938 zum Präsidenten des niemals zusammengetretenen [[Geheimer Kabinettsrat (Gremium)|Geheimen Kabinettsrates]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.verfassungen.de/de/de33-45/kabinettsrat38.htm |titel=Erlaß über die Errichtung eines Geheimen Kabinettsrats |werk=Reichsgesetzblatt 1938 I |seiten=112 |datum=1938-02-04 |kommentar=veröffentlicht auf verfassungen.de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20111110140702/http://www.verfassungen.de/de/de33-45/kabinettsrat38.htm |archiv-datum=2011-11-10 |abruf=2023-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „befördert“ und als Außenminister durch seinen parteiinternen Konkurrenten Ribbentrop ersetzt. Formal gehörte Neurath bis zum 30. April 1945 als [[Minister ohne Geschäftsbereich|Reichsminister ohne Geschäftsbereich]] der Reichsregierung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichsprotektor in Böhmen und Mähren ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Zerschlagung der Tschechoslowakei]] und dem Einmarsch deutscher Truppen in [[Prag]] am 15. März 1939 wurde Neurath – möglicherweise als Beschwichtigungsgeste gegenüber den Briten – [[Reichsprotektor]] im [[Protektorat Böhmen und Mähren]],&amp;lt;ref&amp;gt;Ian Kershaw: &amp;#039;&amp;#039;Hitler.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;1936–1945.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2000, ISBN 3-421-05132-1, S.&amp;amp;nbsp;640: Es heißt &amp;#039;&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039; (nicht: &amp;#039;&amp;#039;von&amp;#039;&amp;#039;) Böhmen und Mähren; siehe auch {{Webarchiv |url=http://www.ifz-muenchen.de/archiv/ed_0450.pdf |text=Archivierte Kopie |wayback=20110919090100}} dort S.&amp;amp;nbsp;2 (abgefragt am 16. Januar 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt; und war unter anderem für die Unterdrückung der politischen Kultur der Tschechen und die Durchsetzung der [[Nürnberger Gesetze]] zuständig. Hitler hielt Neurath jedoch für nicht brutal genug, um die zunehmende [[Tschechoslowakischer Widerstand 1939–1945|tschechische Widerstandsbewegung]] zu unterdrücken. Er beurlaubte ihn deshalb im September 1941 zunächst dauerhaft, um seine Vollmachten an den stellvertretenden Reichsprotektor [[Reinhard Heydrich]] bzw. nach dessen Ermordung durch tschechische Widerstandskämpfer Mitte 1942 an [[Kurt Daluege]] zu übertragen. Im August 1943 entsprach Hitler den wiederholten Entlassungsgesuchen Neuraths im Zuge eines größeren Revirements: [[Heinrich Himmler]] wurde zum [[Reichsinnenminister]] befördert und Neurath formell von dem Amt des Reichsprotektors entbunden, das der bisherige Reichsinnenminister [[Wilhelm Frick]] übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1943 war Neurath zum [[SS-Obergruppenführer]] befördert worden, was dem Rang eines [[General]]s entsprach. Zu seinem 70. Geburtstag erhielt er von Hitler eine [[Dotation]] in Höhe von 250.000 [[Reichsmark]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerd R. Ueberschär]], [[Winfried Vogel]]: &amp;#039;&amp;#039;Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1999, ISBN 3-10-086002-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angeklagt in Nürnberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Konstantin von Neurath crop.jpg|mini|hochkant|Konstantin von Neurath während des Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesses (ca. 1946)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. Mai 1945 wurde Neurath von französischen Truppen gefangen genommen und dem [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationalen Militärgerichtshof]] in Nürnberg überstellt. Dort wurde er 1946 wegen „Verschwörung gegen den Weltfrieden, Verbrechen gegen den Frieden, Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen“ und „[[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]]“ angeklagt und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Haft ===&lt;br /&gt;
Auf Initiative des [[Heiliger Stuhl|Vatikans]] und mit Billigung der Sowjets wurde Neurath Anfang November 1954 vorzeitig aus dem [[Kriegsverbrechergefängnis Spandau]] entlassen. Zuvor hatte die Sowjetunion alle Bemühungen um Entlassung oder Hafterleichterung strikt abgelehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Entlassung aus der Haft am 6. November 1954 verbrachte Neurath die letzten zwei Lebensjahre auf seinem Gut [[Leinfelder Hof]] bei Enzweihingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== NS-Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrendegen]]&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrenring]]&lt;br /&gt;
* 1938 [[Liste der Ehrenbürger von Stuttgart#Die Ehrenbürger der Stadt Stuttgart|Ehrenbürger]] der Stadt [[Stuttgart]] (1946 aberkannt)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118786016/Neurath+Freiherr+von+Konstantin+Hermann+Karl |titel=Neurath Freiherr von Konstantin Hermann Karl - Detailseite - LEO-BW |abruf=2024-10-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Eckart Conze]], [[Norbert Frei]], Peter Hayes, [[Moshe Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik.&amp;#039;&amp;#039; Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.&lt;br /&gt;
* {{NDB|19|178|179|Neurath, Constantin Freiherr von|[[Hans-Jürgen Döscher]]|118786016}}&lt;br /&gt;
* John L. Heineman: &amp;#039;&amp;#039;Hitler&amp;#039;s first foreign minister. Constantin Freiherr von Neurath, diplomat and statesman.&amp;#039;&amp;#039; California University Press, Berkeley 1979, ISBN 0-520-03442-2.&lt;br /&gt;
* [[Jeffrey Herf]]: &amp;#039;&amp;#039;Nazi propaganda for the Arab world.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, New Haven 2009, ISBN 978-0-300-14579-3 (über die Nazifizierung der Außenpolitik in Nahost durch v. Neurath, [[passim]]).&lt;br /&gt;
* [[Hans-Adolf Jacobsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialistische Außenpolitik 1933–1938,&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main / Berlin 1968, S.&amp;amp;nbsp;20–45.&lt;br /&gt;
* Lars Lüdicke: &amp;#039;&amp;#039;Das Spandauer Kriegsverbrechergefängnis und die »Hohe« Politik. Anmerkungen zur Entlassung Constantin von Neuraths im November 1954.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael C. Bienert]], Uwe Schaper, Andrea Theissen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Vier Mächte in Berlin. Beiträge zur Politik in der besetzten Stadt.&amp;#039;&amp;#039; (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 9). Berlin 2007, ISBN 978-3-9803303-1-2, S.&amp;amp;nbsp;197–216.&lt;br /&gt;
* Lars Lüdicke: &amp;#039;&amp;#039;Griff nach der Weltherrschaft. Die Außenpolitik des Dritten Reiches 1933–1945,&amp;#039;&amp;#039; (= Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Band 8). Be.bra-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-89809-408-5, S.&amp;amp;nbsp;20–98.&lt;br /&gt;
* Lars Lüdicke: &amp;#039;&amp;#039;Constantin von Neurath. Eine politische Biographie,&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77838-3.&lt;br /&gt;
* [[Frank Raberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Aushängeschild der Hitler-Regierung. Konstantin Freiherr von Neurath, Außenminister des Deutschen Reiches (1932–1938).&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Kißener (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Führer der Provinz. NS-Biographien aus Baden und Württemberg,&amp;#039;&amp;#039; UVK, Konstanz 1997, ISBN 3-87940-566-2, S.&amp;amp;nbsp;503–538.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118786016}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118786016}}&lt;br /&gt;
* {{AdR|118786016}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG|Bio=konstantin-neurath|Titel=Konstantin von Neurath}}&lt;br /&gt;
* [https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118786016/biografie Kurzbiografie und Literaturhinweise] bei LEO BW&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|GND=118786016}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/7c4c0ceb-ae15-4203-b1a0-521a7e30d0f7/ Nachlass BArch N 1310]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118786016|LCCN=n/80/38089|VIAF=64803541}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Neurath, Konstantin Von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsminister (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsminister (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenminister (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie für Deutsches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Botschafter in Dänemark]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger des Verdienstordens vom Deutschen Adler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (Nürnberger Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Honorary Knight Grand Cross des Royal Victorian Order]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großkreuzes I. Klasse des österreichischen Verdienstordens (1934)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenmitglied eines Corps]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Protektorat Böhmen und Mähren)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Vaihingen an der Enz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freiherr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Württemberger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1873]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1956]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Neurath, Konstantin von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Neurath, Konstantin Hermann Karl Freiherr von (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Außenminister, Botschafter und Reichsprotektor in Böhmen und Mähren&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. Februar 1873&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kleinglattbach]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=14. August 1956&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Enzweihingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Socius sociologicus</name></author>
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