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	<title>Konrad Martin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T21:53:56Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Konrad_Martin&amp;diff=314986&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stmala: /* Leben */ sachliche Korrektur</title>
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		<updated>2025-12-22T17:55:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; sachliche Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin, Conrad.jpg|mini|hochkant|Bischof Konrad Martin (Foto als Konzilsvater 1870)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Paderborn Konrad-Martin-Büste.jpg|mini|hochkant|Büste von Konrad Martin, in Paderborn vor dem Konrad-Martin-Haus]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Konrad Martin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[18. Mai]] [[1812]] in [[Geismar]]; † [[16. Juli]] [[1879]] in [[Mont-Saint-Guibert|St. Guibert]]) war ab 1844 Theologieprofessor in [[Bonn]], 1869 Konzilstheologe beim [[erstes Vatikanum|Ersten Vaticanum]] und von 1856 bis 1875 katholischer [[Liste der Bischöfe von Paderborn|Bischof von Paderborn]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hauptquelle dieses Artikels ist der Artikel in &amp;#039;&amp;#039;Brockhaus Kleines Conversationslexikon&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig 1886.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bischof hatte Martin bis zum Beginn des preußischen [[Kulturkampf]]es gute Kontakte zur [[Evangelisch-lutherische Kirchen|lutherischen]] Kirche, wurde dann aber heftig angegriffen, wegen Verletzung antikirchlicher Gesetze verhaftet und 1875 abgesetzt. Er steht deshalb im Ruf eines [[Bekenner]]bischofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Konrad Martin wurde als das siebte von acht Kindern des Ehepaares Johann Martin und Regina, geborene Schuchardt, geboren. Mit 18&amp;amp;nbsp;Jahren verließ er das Gymnasium mit einem hervorragenden Abiturzeugnis und studierte danach in Halle orientalische Sprachen, in [[München]] und [[Würzburg]] katholische Theologie und wurde am 27. Februar 1836 in [[Köln]] zum [[Priester (Christentum)|Priester]] [[Weihesakrament#Presbyterat|geweiht]]. Er war darauf Rektor des Progymnasiums in [[Wipperfürth]], dann Religionslehrer am katholischen Gymnasium in Köln und 1844 [[Professur|Professor]] der Theologie und Inspektor des [[Konvikt]]s in [[Bonn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. Januar 1856 wurde er zum [[Bischof]] von [[Erzbistum Paderborn|Paderborn]] erwählt und am 19. Juni desselben Jahres von [[Papst]] [[Pius IX.]] bestätigt. Die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]] spendete ihm der Erzbischof von [[Erzbistum Köln|Köln]], [[Kardinal]] [[Johannes von Geissel]], am 17. August 1856. Er entwickelte eine unermüdliche Tätigkeit, um den kirchlichen Geist namentlich in der Diaspora in Sachsen und Thüringen, die seiner Diözese zugeteilt waren, zu heben; er errichtete in Paderborn ein Konvikt, in [[Heilbad Heiligenstadt|Heiligenstadt]] ein [[Bischöfliches Knabenseminar|Knabenseminar]] und bewirkte die Stiftung zahlreicher neuer Pfarreien und den Bau vieler katholischer Kirchen in protestantischen Orten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Schriften &amp;#039;&amp;#039;Ein bischöfliches Wort an die Protestanten Deutschlands&amp;#039;&amp;#039; (1864) und &amp;#039;&amp;#039;Zweites Wort etc.&amp;#039;&amp;#039; (1866) behandelte er die Protestanten seiner [[Diözese]] als seine Untergebenen, und die Bekehrung von Protestanten zum [[Katholizismus]] sowie die katholische Taufe aller Kinder gemischter Ehen wurde von ihm nicht ohne Erfolg betrieben; ja, er knüpfte auch mit orthodoxen lutherischen Pastoren Verhandlungen über ihre „Rückkehr“ zur katholischen Kirche an. Die Ansiedelung von [[Jesuiten]] wurde von ihm besonders begünstigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 wurde er nach [[Rom]] berufen, um an den Vorarbeiten für das [[Erstes Vatikanisches Konzil|Erste Vatikanische Konzil]] teilzunehmen. Auf demselben war er Mitglied der dogmatischen Kongregation und eifriger Vorkämpfer für die [[Päpstliche Unfehlbarkeit|Infallibilität]], welche er auch schriftstellerisch verteidigte (&amp;#039;&amp;#039;Die Arbeiten des vatikanischen Konzils&amp;#039;&amp;#039;, 3. Aufl., Paderborn 1873; &amp;#039;&amp;#039;Vaticani concilii documentorum collectio&amp;#039;&amp;#039;). Als in Preußen der [[Kulturkampf]] ausbrach, den Martin mit der [[Christenverfolgungen im Römischen Reich#Diokletian und Galerius (303–311)|Diokletianischen Verfolgung]] verglich, gehörte er zu den schärfsten Gegnern der Regierung und bot derselben durch Ungehorsam und beherzte Verletzung der [[Maigesetze (Deutsches Kaiserreich)|Maigesetze]] Trotz. Wiederholt zu hohen Geldstrafen, schließlich 1874 zu Festungshaft verurteilt und im Januar 1875 abgesetzt, war er in Wesel interniert, von wo er jedoch im August 1875 zunächst nach [[Brunssum]] in den [[Niederlande]]n und im März 1876 nach [[Belgien]] floh. In Brunssum lebte er incognito im Franziskaner[[habit]] als &amp;#039;&amp;#039;Pater Julius Dunkel&amp;#039;&amp;#039; im Kloster der [[Sächsische Franziskanerprovinz|Sächsischen Franziskanerprovinz]], das die deutschen Franziskaner nach ihrer Vertreibung aus Preußen gegründet hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Fleckenstein: &amp;#039;&amp;#039;Die Franziskaner im Rheinland 1875–1918&amp;#039;&amp;#039; (= Franziskanische Forschungen, Heft 38). Dietrich-Coelde-Verlag, Werl 1992, S.&amp;amp;nbsp;59. Anm.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Belgien starb er am 16.&amp;amp;nbsp;Juli 1879 und wurde in Paderborn beigesetzt. Er war [[Ehrenbürger]] von [[Brilon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es läuft ein [[Seligsprechung]]sverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antijudaismus ==&lt;br /&gt;
In mehreren Abhandlungen setzte Martin sich 1848 mit den religiösen Schriften des Judentums, insbesondere mit dem [[Talmud]], auseinander. Das Ergebnis ist eine stark [[Antijudaismus|antijudaistische]] Schrift:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Hochmut, den das Judentum im Namen Gottes seinen Bekennern einprägt, grenzt fast an Wahnsinn und erklärt hinreichend alle Gehässigkeiten, deren sich der Jude im Benehmen gegen den Nichtjuden von je her schuldig gemacht hat …|Blicke in’s Thalmud’sche Judenthum, in: Katholische Vierteljahresschrift für Kunst und Wissenschaft, Bonn, Neue Folge; 1848, zit. nach Noack, S. 73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin behauptete, Juden würden gegenüber Nichtjuden Falscheide schwören, und die talmudischen Schriften würden [[Wucher]] nicht nur erlauben, sondern sogar empfehlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Noack: &amp;#039;&amp;#039;Unbelehrbar&amp;#039;&amp;#039;, S. 76 und 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst der Vorwurf des [[Ritualmordlegende|Ritualmordes]] findet sich darin formuliert. Von jüdischen Gelehrten wurden diese Schriften begutachtet, und sie kommen durchweg zu dem Ergebnis, dass Martin sich nicht mit den Originaltexten befasst haben kann, er sich vielmehr unter anderem auf den [[Judenfeindlichkeit|judenfeindlichen]] Dominikaner [[Raimund Martin]] aus dem 13. Jahrhundert berief. Die Übersetzungen von Textstellen des Talmud durch Konrad Martin wiesen demnach ganz erhebliche judenfeindliche Entstellungen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Noack: &amp;#039;&amp;#039;Unbelehrbar&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;76–77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Übersetzungen nahmen in der Folgezeit wiederholt Eingang in [[Antisemitismus (bis 1945)|antisemitische]] Schriften. Martins Abhandlung wurde 1876 von [[Joseph Rebbert]] erneut unter dem gleichen Titel herausgegeben, veröffentlicht bei der Bonifacius-Druckerei in Paderborn. Rebbert untermauerte darin mit Martins Übersetzungen die von [[August Rohling]] im „Talmudjuden“ verbreiteten antisemitischen Zitate.&amp;lt;ref&amp;gt;Noack: &amp;#039;&amp;#039;Unbelehrbar&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;98.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin selbst ging es vor allem darum, Juden zum Christentum zu bekehren. Gleichzeitig wandte er sich vehement gegen die [[Jüdische Emanzipation|Emanzipation der Juden]] und die damit einhergehenden bürgerlichen Rechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der heftigsten Kritiker Konrad Martins von nichtjüdischer Seite war der Jurist [[Joseph Kolkmann]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der katholischen Religion für höhere Lehranstalten&amp;#039;&amp;#039;, 2 Bände; 1844&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Blicke in’s Thalmud’sche Judenthum&amp;#039;&amp;#039;, in: Katholische Vierteljahresschrift für Kunst und Wissenschaft, Bonn, Neue Folge; 1848&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der katholischen Moral&amp;#039;&amp;#039;, 1850&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein bischöfliches Wort an die Protestanten Deutschlands, zunächst an diejenigen meiner Diöcese über die zwischen uns bestehenden Controverspunkte&amp;#039;&amp;#039;, 1864&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Drei Jahre aus meinem Leben&amp;#039;&amp;#039;, 1877&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|16|290|291|Martin, Konrad|Karl Hengst|101767846}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629175045/http://www.bautz.de/bbkl/m/martin_k.shtml |band=5|spalten=931-935|autor=Erich Naab|artikel=Martin, Konrad}}&lt;br /&gt;
* Hannelore Noack: &amp;#039;&amp;#039;Unbelehrbar? Antijüdische Agitation mit entstellten Talmudzitaten – antisemitische Aufwiegelung durch Verteufelung der Juden;&amp;#039;&amp;#039; University Press Paderborn 2001 (Diss. 1999) ISBN 3-935023-99-5&lt;br /&gt;
* {{ADB|20|490|498|Martin, Konrad|[[Karl Wippermann]]|ADB:Martin, Konrad}}&lt;br /&gt;
* Ansgar Volmer: &amp;#039;&amp;#039;Bischof Konrad Martin,&amp;#039;&amp;#039; Verlag Butzon und Bercker Kevelaer, 1935, 198 Seiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|101767846}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Bischof|bkonrad}}&lt;br /&gt;
* {{GCatholic|Person|12461}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Franz Drepper]]|AMT=[[Liste der Bischöfe von Paderborn|Bischof von Paderborn]]|ZEIT=1856–1879|NACHFOLGER=[[Franz Kaspar Drobe]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=101767846|LCCN=n/93/58129|VIAF=27440052}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Martin, Konrad}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Paderborn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (Erzbistum Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzilsvater (Erstes Vatikanisches Konzil)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Brilon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eröffneter Seligsprechungsprozess]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Landkreis Eichsfeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Eichsfeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1812]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (Eichsfeld)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Martin, Konrad&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Paderborn&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. Mai 1812&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Geismar]] im Eichsfeld&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Juli 1879&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[St. Guibert]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stmala</name></author>
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