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	<title>Kon-Tiki - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;MB-one: /* Literatur */</title>
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		<updated>2026-02-11T10:26:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Schiff&lt;br /&gt;
| Schiffskategorie     = Segelschiff&lt;br /&gt;
| Name                 = &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Bild                 = Expedition Kon-Tiki 1947. Across the Pacific. (8765728430).jpg&lt;br /&gt;
| Bildtext             = &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039;, 1947&lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Basis&lt;br /&gt;
 | Land                = {{NOR}}&lt;br /&gt;
 | andere Schiffsnamen = &lt;br /&gt;
 | Rufzeichen          = LI2B&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erik Hesselberg |Hrsg=Anne Karin Hesselberg |Titel=Kon-Tiki und ich |Verlag=Anne Karin Hesselberg |Ort=Drobak |Datum=2006 |ISBN=978-82-996559-3-4 |Seiten=36 |Originaltitel=Kon-Tiki og jeg |Originalsprache=no |Originaljahr=1949 |Originalort=Oslo |Übersetzer=Anne Karin Hesselberg, Rolf Wirth}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 | Schiffstyp          = [[Floß]]&lt;br /&gt;
 | Schiffsklasse       = &lt;br /&gt;
 | Bestellung          = &lt;br /&gt;
 | Bauwerft            = &lt;br /&gt;
 | Baunr               = &lt;br /&gt;
 | Baukosten           = &lt;br /&gt;
 | Kiellegung          = &lt;br /&gt;
 | Stapellauf          = &lt;br /&gt;
 | Taufe               = &lt;br /&gt;
 | Indienststellung    = 1947&lt;br /&gt;
 | Verbleib            = Ausgestellt im Kon-Tiki-Museum in Oslo&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--|{{Infobox Schiff/Daten&lt;br /&gt;
 | Länge               = &lt;br /&gt;
 | Lpp                 = &lt;br /&gt;
 | KWL                 = &lt;br /&gt;
 | Breite              = &lt;br /&gt;
 | Tiefgang            = &lt;br /&gt;
 | Verdrängung         = &lt;br /&gt;
 | Vermessung          = &lt;br /&gt;
 | Besatzung           = 6&lt;br /&gt;
 }}--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Rigg&lt;br /&gt;
 | Takelung            = [[Rahsegel]]&lt;br /&gt;
 | Masten              = 1&lt;br /&gt;
 | Segelanzahl         = &lt;br /&gt;
 | Segelfläche         = &lt;br /&gt;
 | Geschwindigkeit_S   = &lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:&amp;quot;Ein Denkmal für Thor Heyerdahl&amp;quot; - Das Kon-Tiki Museum in Oslo. 04.jpg|mini|Das original erhaltene Floß im Kon-Tiki-Museum Oslo]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Floß]] aus [[Balsabaum|Balsaholz]], mit dem der norwegische Ethnograf, Entdecker und Autor [[Thor Heyerdahl]] 1947 von [[Callao]], [[Lima]] ([[Peru]]) aus über den [[Pazifischer Ozean|Pazifik]] zum [[Tuamotu-Archipel]], [[Französisch-Polynesien]] segelte. Er zeigte, dass die Besiedlung [[Polynesien]]s von [[Südamerika]] aus mit den technischen Möglichkeiten des [[präkolumbisch]]en Perus vor der Zeit der [[Inka]] theoretisch möglich gewesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Expedition schrieb Heyerdahl ein Buch mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki;&amp;#039;&amp;#039; der [[Kon-Tiki (1950)|gleichnamige Dokumentarfilm]] über die Expedition gewann im Jahr 1951 einen [[Oscar|Academy Award]] als bester Dokumentarfilm. Der Film wurde vom schwedischen Regisseur [[Olle Nordemar]] inszeniert (der offiziell einen [[Oscar]] erhalten hat). Das Floß befindet sich heute im [[Kon-Tiki-Museum]] in [[Bygdøy]], [[Oslo]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Namensgeber war [[Wiraqucha|Qun Tiksi Wiraqucha]], der Schöpfergott in der [[Mythologie der Inka]]. Er kam der Legende nach aus dem Osten, gründete als Kulturbringer &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039; die Zivilisation der Inka und segelte zuletzt weiter nach Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Nach damals gängigen Theorien wurde [[Polynesien]] von [[Asien]] aus über [[Mikronesien]] oder [[Melanesien]], jedenfalls von Westen nach Osten, besiedelt. Heyerdahl hielt, wie schon einzelne Autoren vor ihm, eine derartige Besiedelung Polynesiens von Asien aus zwar nicht für unmöglich, allerdings für weniger wahrscheinlich, da sie durchwegs gegen Wind und Strom ([[Passat (Windsystem)|Passatwind]] und [[Äquatorialstrom]]) erfolgt wäre. Besiedlung von der nach Heyerdahl wahrscheinlicheren anderen Seite des Pazifiks, Amerika, wurde allerdings in Fachkreisen nicht einmal diskutiert, da sie der [[präkolumbisch]]en Bevölkerung technisch unmöglich gewesen sei. Verfechter dieser allgemein akzeptierten Meinung war insbesondere der geachtete Archäologe [[Samuel Kirkland Lothrop]] (Harvard), der in seiner Abhandlung über das Balsafloß behauptet hatte, es wäre nach zwei Wochen gesunken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heyerdahl ging von zwei möglichen Hauptbesiedlungswegen aus:&lt;br /&gt;
* Von Südostasien aus, dem [[Kuroshio|Japanstrom]] folgend, über [[British Columbia]] nach [[Hawaii]] und weiter ins [[Polynesisches Dreieck|Polynesische Dreieck]].&lt;br /&gt;
* Von [[Südamerika]] aus, mit der starken Strömung des [[Humboldtstrom]]s und vor dem Passatwind, westwärts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heyerdahl lehnte die Möglichkeit einer Besiedlung aus der direkten Gegenrichtung mit der Begründung ab, dass weder archäologische Funde Melanesiens noch Mikronesiens nennenswerte Gemeinsamkeiten mit der polynesischen Kultur aufwiesen, im Gegensatz zu südamerikanischen Artefakten. Auch botanische Erkenntnisse wiesen darauf hin, dass südamerikanische Pflanzen in Polynesien genutzt wurden, bevor Europäer das Gebiet besuchten, und auch deren Namen, etwa [[Süßkartoffel|Kūmara]], oft übereinstimmten. Bereits die Verbreitung der Pflanze über die Strömung war unwahrscheinlich, deren Name konnte aber gewiss nicht ohne begleitende Menschen übers Meer gekommen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reise der Kon-Tiki sollte daher einen Gegenbeweis zu &amp;#039;&amp;#039;Lothrops&amp;#039;&amp;#039; anerkannter Fachmeinung liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Experimentelle Archäologie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Expedition ==&lt;br /&gt;
=== Das Floß ===&lt;br /&gt;
Das Floß wurde nach Berichten und Bildern aus der Zeit der spanischen [[Konquistador]]en gebaut. Es bestand aus neun Stämmen Balsaholz, die bis zu 13,7&amp;amp;nbsp;m lang und 60&amp;amp;nbsp;cm stark waren. Sie waren mit 317,5&amp;amp;nbsp;m 1,25″ (ca. 32&amp;amp;nbsp;mm) dicken [[Hanffaser|Hanfseilen]] verbunden. Die Querhölzer aus Balsastämmen, die 5,5&amp;amp;nbsp;m lang waren und einen Durchmesser von 30&amp;amp;nbsp;cm hatten, waren in Abständen von 1&amp;amp;nbsp;m festgebunden. Zwei Bretter aus [[Kiefern]]holz&amp;lt;!-- Pinien gibt es in Südamerika nicht; der englische Überbegriff „pine“ = Kiefer wurde wohl aufgrund der Wortähnlichkeit fälschlich mit „Pinie“ übersetzt --&amp;gt; dienten am Bug als Wellenbrecher, und mehrere 2,5&amp;amp;nbsp;cm dicke und 60&amp;amp;nbsp;cm lange Bretter wurden zwischen den Balsastämmen als [[Schwert (Schiffbau)|Schwerter]] verwendet. Der 8,8&amp;amp;nbsp;m hohe Mast war aus zwei Stämmen aus [[Mangrove (Baum)|Mangrovenholz]] zu einer A-Form zusammengebunden. Dahinter befand sich eine Hütte von 4,25&amp;amp;nbsp;× 2,4&amp;amp;nbsp;m Grundfläche, die 1,2–1,5&amp;amp;nbsp;m hoch und mit [[Bananen]]blättern gedeckt war. Am Heck war ein 5,8&amp;amp;nbsp;m langes Steuer[[ruder]] aus Mangrovenholz mit einem Ruderblatt aus [[Fichten]]holz angebracht.&lt;br /&gt;
Das Hauptsegel war 4,6&amp;amp;nbsp;× 5,5&amp;amp;nbsp;m groß; Fotos zeigen auch ein [[Liste der Segeltypen#Toppsegel|Topsegel]] über dem Hauptsegel und ein [[Besan|Treibersegel]].&lt;br /&gt;
Das [[Deck (Schiffbau)|Deck]] bestand teilweise aus [[Bambus]]geflecht. Für die Konstruktion wurden nur traditionelle Baumaterialien verwendet, Metallteile gab es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verpflegung ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039; hatte 1100 Liter Trinkwasser in 56 Wasserkannen an Bord. Als Proviant dienten 200 [[Kokospalme#Kokosnuss|Kokosnüsse]], [[Süßkartoffel]]n, [[Flaschenkürbis]]se und andere Früchte sowie [[Wurzelgemüse]]. Die [[United States Army|US&amp;amp;nbsp;Army]] stellte Essensrationen, [[Konservendose]]n und [[Survival]]ausrüstung zur Verfügung. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Besatzung auch von Fischfang und seinerzeit möglicher Ver[[proviant]]ierung überlebt hätte. Gefangen wurden [[Fliegende Fische]], [[Goldmakrelen]], [[Gelbflossen-Thun]] und [[Haie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technische Ausstattung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gibson Girl KonTiki IMG 8101.JPG|mini|Auf der Kon-Tiki eingesetztes Funkgerät]]&lt;br /&gt;
Neben [[Kompass]] und [[Sextant]] sowie etwas medizinischer Ausrüstung gab es auch drei wasserdichte [[Funkgerät]]e an Bord sowie eine [[Drachen#Zivile Verwendung|Drachenantenne]]. [[Rufzeichen]] war LI2B. [[Knut Haugland]] und [[Torstein Raaby]] (beide waren erfahrene Militär[[funker]] in der norwegischen Widerstandsbewegung während der deutschen Besatzung von Norwegen im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]) gelangen regelmäßig Kontakte auf [[Kurzwelle]], am 5.&amp;amp;nbsp;August sogar direkt nach Oslo auf Amateurfunk-Frequenzen. Die weitgehend baugleichen Geräte –&amp;amp;nbsp;je eines für 40/20&amp;amp;nbsp;m, 10&amp;amp;nbsp;m und 6&amp;amp;nbsp;m [[Wellenlänge]]&amp;amp;nbsp;– waren aus [[Elektronenröhre|Röhren]] des Typs 2E30 aufgebaut und lieferten etwa 6&amp;amp;nbsp;[[Watt (Einheit)|W]] [[Hochfrequenz|HF]]-Leistung. Sie wurden zwar aus [[Batterie (Elektrotechnik)|Batterien]] versorgt, doch stand auch ein handbetriebener [[Elektrischer Generator|Generator]] zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung ===&lt;br /&gt;
* [[Thor Heyerdahl]] (1914–2002), der Leiter der Expedition und wie fast alle anderen Besatzungsmitglieder [[Norweger]].&lt;br /&gt;
* [[Erik Hesselberg]] (1914–1972), [[Steuermann]] und Künstler. Er malte auch das Gesicht auf das Segel des Floßes.&lt;br /&gt;
* [[Bengt Danielsson]] (1921–1997), der einzige Schwede, war der Koch. Als [[Anthropologie|Anthropologe]] war er wissenschaftlich an Heyerdahls Theorie interessiert. Außerdem konnte er als einziges Expeditionsmitglied spanisch sprechen.&lt;br /&gt;
* [[Knut Haugland]] (1917–2009) war der Funker. Er hatte als Agent an der [[Norwegische Schwerwasser-Sabotage|Sabotage der &amp;#039;&amp;#039;Norsk-Hydro-Fabrik&amp;#039;&amp;#039;]] für [[Schweres Wasser]] im norwegischen [[Rjukan]] mitgewirkt.&lt;br /&gt;
* [[Torstein Raaby]] (1920–1964), ebenfalls Funker, war als Agent in Norwegen an der Vorbereitung zur Versenkung der &amp;#039;&amp;#039;[[Tirpitz (Schiff, 1941)|Tirpitz]]&amp;#039;&amp;#039; beteiligt.&lt;br /&gt;
* [[Herman Watzinger]] (1916–1986), deutschstämmiger Ingenieur, zweiter Kommandant, fertigte die [[Hydrographie|hydrographischen]] und [[Meteorologie|meteorologischen]] Aufzeichnungen an.&lt;br /&gt;
An Bord war außerdem ein Papagei „Lorita“ als Maskottchen und zeitweilig eine Krabbe, genannt „Johannes“, als [[blinder Passagier]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablauf ===&lt;br /&gt;
Die Reise begann am 28.&amp;amp;nbsp;April 1947 in Callao, nachdem das Floß tags zuvor [[Schiffstaufe|getauft]] worden war. Das Floß wurde zunächst von der Küste freigeschleppt, um der [[Küstenschifffahrt]] nicht ins Gehege zu kommen. Die Gefahr, das Floß zu spät zu bemerken, wäre für die prinzipiell [[Ausweichregeln zwischen Wasserfahrzeugen|ausweichpflichtigen]] Schiffe zu groß gewesen, rettende Ausweichmanöver des Floßes andererseits unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erwartet, schob der [[Humboldtstrom]] das Floß in westliche Richtung. Da das Segel grundsätzlich [[Kurse zum Wind#Vor dem Wind|vor dem Wind]] wirkt, ermöglichte das Ruder eine Steuerung nur in Grenzen. Erst im Laufe der Fahrt lernte die Besatzung die Wirkung der Steck[[Kiel (Schiffbau)|kiele]] zu nutzen, die nennenswerte Abweichungen des Kurses von der Windrichtung ermöglichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Fahrt wurde auch klar, dass sich entgegen den Fachmeinungen die Baumstämme durch ihren Saft gleichsam selbst [[Imprägnierung|imprägnierten]] und das Eindringen von Meerwasser verhinderten, das Floß also weitaus länger schwimmfähig blieb, als vorhergesagt. Stahl[[trosse]]n und Metallbeschläge, von denselben Fachleuten als unentbehrlich genannt, hätten hingegen die Holzkonstruktion zerschnitten und das Scheitern des Experiments bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Passatzone konnte man Regenwasser auffangen und die Trinkwasservorräte ergänzen. Kurzwellenfunk ermöglichte regelmäßigen Kontakt mit Funkamateuren, insbesondere in den USA. Am 30.&amp;amp;nbsp;Juli kam mit dem [[Atoll]] [[Puka-Puka (Tuamotu-Inseln)|Puka-Puka]] zum ersten Mal Land in Sicht, konnte jedoch mangels Manövrierfähigkeit nicht angelaufen werden: Das Floß driftete vorbei. Anlandung auf [[Fangatau]] am 4.&amp;amp;nbsp;August war ebenfalls nicht möglich. Drei Tage später, am 7.&amp;amp;nbsp;August, lief das Floß vor [[Raroia]] im [[Tuamotu-Archipel]] vor dem Wind auf das [[Korallenriff|Riff]] auf. Es hatte in 101 Tagen rund 3.770&amp;amp;nbsp;[[Seemeile|sm]] (6.980&amp;amp;nbsp;km) bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,5&amp;amp;nbsp;[[Knoten (Einheit)|Knoten]] zurückgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufbauten der Kon-Tiki wurden bei der Landung beschädigt (die Hütte brach zusammen), die neun Hauptstämme des Floßes blieben jedoch intakt. Die Besatzung ging an Land und wurde nach einer Woche von Polynesiern entdeckt, die auf der anderen Seite des Atolls lebten. Das Floß wurde bald darauf bei höherem Gezeitenstand über das Riff hinweg in die [[Lagune]] gespült. Anschließend wurde es nach [[Tahiti]] geschleppt und mit Hilfe norwegischer [[Reederei|Reeder]] nach Norwegen gebracht, wo man in Oslo das [[Kon-Tiki-Museum]] errichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expeditions-Vorbereitung und Begleitung vom Land aus wurde von [[Gerd Vold Hurum]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Reidar Solsvik |url=https://www.kon-tiki.no/en/news/kvinnenbakkontikiekspedisjonen |titel=The woman behind the Kon-Tiki expedition |sprache=en |abruf=2024-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; maßgeblich mitgeprägt. Die Leistung dieser Frau im Hintergrund der Expedition wird beim Kon-Tiki-Museum beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Meeresfauna ===&lt;br /&gt;
Eine Art der [[Schlangenmakrelen]] wurde während der &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039;-Expedition entdeckt, als ein Exemplar nachts in den Schlafsack des Besatzungsmitglieds Torstein Raaby gespült wurde. Eine weitere Schlangenmakrele wurde nachts dabei beobachtet, wie sie versuchte, eine Laterne anzugreifen.&lt;br /&gt;
Außerdem kam es zu einer der seltenen Sichtungen eines [[Walhai]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nautik und Ozeanografie ===&lt;br /&gt;
Heyerdahl bewies, dass die Wissenschaft die Seegängigkeit antiker Wasserfahrzeuge erheblich unterschätzt hatte, und außerdem, dass auch ein primitives Floß entgegen zeitgenössischer Fachmeinung mit den Mitteln der Präkolumbianer steuerbar war. Prognosen, nach denen das Floß sich wie ein Spielball im Wind verhielte, wurden widerlegt. Wenngleich es der Besatzung der Kon-Tiki noch nicht gelang, zu [[Kreuzen (Segeln)|kreuzen]], also wesentlich von der Windrichtung abzuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 600 Meilen südwestlich der [[Galapagosinseln]] konnte die Position eines in der [[Seekarte]] verzeichneten, vermuteten Riffs angesteuert werden. Eine [[Lot (Schifffahrt)|Lotung]] bestätigte, dass es sich um eine [[Phantominsel]] handelt und die berichteten [[Brandungswelle]]n nicht existieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Thor Heyerdahl: &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki.&amp;#039;&amp;#039; List, Berlin 2013, ISBN 978-3-548-61115-0, S.&amp;amp;nbsp;131&amp;amp;nbsp;ff. (Sonderausgabe der deutschen Originalausgabe von 1949).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heyerdahl beschreibt eine Begegnung mit [[Monsterwelle]]n, er schildert in seinem Buch ein „Drei-Schwestern“-Phänomen: Während einer Nachtwache bei ruhiger See kommt eine „ungewöhnlich große Woge“, die von zwei weiteren Wellenwänden gefolgt wird. Das Floß wird von den Wellen gehoben und gerät in die brechenden Wellenberge. Nach den drei Wellen beschreibt der Autor die See wieder als so ruhig wie vor der Begegnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthropologie ===&lt;br /&gt;
Heyerdahl erbrachte zwar den Beweis dafür, dass eine Besiedelung Polynesiens von Südamerika aus technisch möglich gewesen wäre; Anthropologen werten die Fahrt der &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039; aber nicht als wissenschaftlichen Beweis für die Theorie Heyerdahls. Die Möglichkeit der Durchführung bedeutet nicht, dass ein Ereignis auch tatsächlich stattgefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der genaue Ursprung der Polynesier ist bislang nicht geklärt, obgleich gentechnische Untersuchungen zeigen, dass die Besiedlung von Inseln von der Umgebung [[Neuguinea]]s ausging, von Menschen ostasiatischer Abstammung.&amp;lt;ref&amp;gt;University of Leeds: [http://www.sciencedaily.com/releases/2011/02/110203124726.htm &amp;#039;&amp;#039;Genetic study uncovers new path to Polynesia.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;ScienceDaily.com.&amp;#039;&amp;#039; 7.&amp;amp;nbsp;Februar 2011, abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;November 2024 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2020 wurden Ergebnisse von genetischen Untersuchungen veröffentlicht, die einen Kontakt zwischen den ostpolynesischen Inseln –&amp;amp;nbsp;insbesondere der Osterinsel&amp;amp;nbsp;– und südamerikanischen Stämmen lange vor dem Eintreffen der ersten Europäer belegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander G. Ioannidis u. a.: [https://www.nature.com/articles/s41586-020-2487-2 &amp;#039;&amp;#039;Native American gene flow into Polynesia predating Easter Island settlement.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.com.&amp;#039;&amp;#039; 8.&amp;amp;nbsp;Juli 2020, abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;November 2024 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander G. Ioannidis u. a.: [https://www.nature.com/articles/s41586-021-03902-8 &amp;#039;&amp;#039;Paths and timings of the peopling of Polynesia inferred from genomic networks.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.com.&amp;#039;&amp;#039; 597, 7877, 2021: 522–526. 22.&amp;amp;nbsp;September 2022, abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;November 2024 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kon Tiki Mannheim.jpg|mini|Kon-Tiki als Klettergerüst auf einem Kinderspielplatz]]&lt;br /&gt;
Der Schweizer Uhrenhersteller [[Eterna SA|Eterna]] nannte eine seiner Modellreihen &amp;#039;&amp;#039;KonTiki,&amp;#039;&amp;#039; nachdem alle Besatzungsmitglieder des Floßes mit Uhren dieser Marke ausgestattet worden waren (zur Zeit der Expedition war Eterna einer der wenigen Hersteller weltweit, die wasserdichte Uhren liefern konnten).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://eterna.com/kontiki/ &amp;#039;&amp;#039;KonTiki.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Eterna.com.&amp;#039;&amp;#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film ===&lt;br /&gt;
2012 wurde die Kon-Tiki-Expedition als Spielfilm in einem [[Filmbiografie|biografischen]] [[Drama (Filmgenre)|Filmdrama]] verfilmt. Das [[Kon-Tiki-Museum]] präsentierte 2012 in einer Extra-Ausstellung Produktion und Entwicklung des [[Kon-Tiki (2012)|Kon-Tiki-Films]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.kon-tiki.no/Thor%20Heyerdahl%20Kon-Tiki%20-%20value%20of%20an%20oscar.php |titel=Thor Heyerdahl – Kon-Tiki and the value of an oscar |werk=kon-tiki.no |hrsg=Kon-Tiki-Museum Oslo |archiv-url=https://web.archive.org/web/20120504052009/http://www.kon-tiki.no/Thor%20Heyerdahl%20Kon-Tiki%20-%20value%20of%20an%20oscar.php |archiv-datum=2012-05-04 |abruf=2024-11-17 |sprache=no}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
Unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte die Instrumentalgruppe [[The Shadows]] 1961 ein Gitarrenstück, das in Großbritannien als Nr.&amp;amp;nbsp;1 in den [[Musikcharts|Charts]] gelistet wurde. 1980 veröffentlichte die deutsche Disco-Gruppe [[Dschinghis Khan]] auf ihrem Album &amp;#039;&amp;#039;Rom&amp;#039;&amp;#039; ein Lied über diese Thematik. Die Gruppe [[Fernando Express]] verarbeitete die Geschichte der KonTiki 1991 zu dem Lied &amp;#039;&amp;#039;Farewell Kontiki&amp;#039;&amp;#039; und veröffentlichte es sowohl als Single als auch auf dem Album &amp;#039;&amp;#039;Unter den Sternen des Südens.&amp;#039;&amp;#039; Im Jahr 2012 veröffentlichte der niederländische DJ &amp;#039;&amp;#039;Hardwell&amp;#039;&amp;#039; eine Single namens &amp;#039;&amp;#039;Kontiki.&amp;#039;&amp;#039; Ebenfalls 2012 veröffentlichte [[Schiller (Musikprojekt)|Schiller]] den Song &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki&amp;#039;&amp;#039; auf dem Album &amp;#039;&amp;#039;Sonne.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besatzungsmitglied Bengt Danielsson verarbeite die Fahrt 1963 in seinem dritten [[Kinder- und Jugendliteratur|Jugendbuch]] &amp;#039;&amp;#039;Kapten Villervalle&amp;#039;&amp;#039; (deutscher Titel: &amp;#039;&amp;#039;Terrys Kon-Tiki-Abenteuer&amp;#039;&amp;#039;), welches später ebenfalls verfilmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Thor Heyerdahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki. Ein Floß treibt über den Pazifik.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main [u. a.] 1949, ISBN 3-550-06860-3.&lt;br /&gt;
* [[Erik Hesselberg]], [[Edzard Schaper]]: &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki und ich. Text und Bilder begonnen auf dem Stillen Ozean an Bord des Flosses Kon-Tiki, und beendet auf „Solbakken“ in Borre in Norwegen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Fahrtenbücher der ArcheNymphenburger.&amp;#039;&amp;#039;). Nymphenburger Verlagshandlung, München 1950, {{OCLC|313589261}}.&lt;br /&gt;
* Axel Andersson: &amp;#039;&amp;#039;A Hero for the Atomic Age. Thor Heyerdahl and the Kon-Tiki Expedition&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Published EUI PhD theses.&amp;#039;&amp;#039;). Peter Lang, Witney 2010, ISBN 978-1-906165-31-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kon-Tiki (ship, 1947)|Kon-Tiki}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kon-tiki.no/ &amp;#039;&amp;#039;Kon-Tiki-Museum.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://pagewizz.com/thor-heyerdahls-kon-tiki-expedition-buch-dokumentarfilm-spielfilm/ &amp;#039;&amp;#039;Thor Heyerdahls Kon-Tiki-Expedition: Buch, Dokumentarfilm, Spielfilm.&amp;#039;&amp;#039;] Artikel über die Expedition und daraus hervorgegangene Medienprodukte.&lt;br /&gt;
* Stephan Kroener: [https://www.spektrum.de/news/kon-tiki-thor-heyerdahl-und-die-irrsinnige-fahrt-ueber-den-pazifik/2013913 &amp;#039;&amp;#039;Thor Heyerdahl und die irrsinnige Fahrt über den Pazifik.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Spektrum.de]], 28. April 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4137752-7|LCCN=n50061935|VIAF=259149106179768491379}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kontiki}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Expedition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Experimentelle Archäologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thor Heyerdahl]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ereignis 1947]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Museumsbestand]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MB-one</name></author>
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