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	<title>Kommunikationsmodell - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T19:58:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kommunikationsmodell&amp;diff=113736&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;N3MO: /* S-R- und S-O-R-Modelle */ Nach Prüfung des Pseudobelegs die &quot;Bullshit&quot;-Einschübe vorsichtig herausgetrennt.</title>
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		<updated>2026-03-08T16:59:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;S-R- und S-O-R-Modelle: &lt;/span&gt; Nach Prüfung des Pseudobelegs die &amp;quot;Bullshit&amp;quot;-Einschübe vorsichtig herausgetrennt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Sender-Empfänger-Modell.svg|mini|Sender-Empfänger-Modell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kommunikationsmodell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kommunikationstheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man wissenschaftliche Erklärungsversuche zur Beschreibung von [[Kommunikation]]. Diese [[Theorie|theoretischen]] Ansätze sollen in der [[Kommunikationswissenschaft|Kommunikations]]- und [[Medienwissenschaft]] erklären, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert, und&amp;amp;nbsp;– in Form von [[Modell]]en&amp;amp;nbsp;– verallgemeinerbare und theoretische Zusammenhänge des [[Massenkommunikation]]s&amp;amp;shy;prozesses erkennbar machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltagstheoretische Kommunikationsmodelle ==&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;alltagstheoretisch&amp;#039;&amp;#039; bezieht sich auf die Annahme, dass auch im Alltag Theorien gebildet und angewendet werden. Theorie wird in diesem Sinne nicht als etwas von der Praxis Getrenntes angesehen. Die folgenden Abschnitte fassen Vorstellungen und Beschreibungen zusammen, die häufig genannt werden, wenn spontan und unreflektiert über das Thema Kommunikation gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommunikation als Teilhabe ===&lt;br /&gt;
Die Vorstellung von der &amp;#039;&amp;#039;Kommunikation als Teilhabe&amp;#039;&amp;#039; verweist auf die Entlehnung des Begriffs der Kommunikation aus dem Lateinischen ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;communicatio&amp;#039;&amp;#039;}}) und auf die Bedeutungszusammenhänge zu &amp;#039;&amp;#039;Teilen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Mit-Teilen&amp;#039;&amp;#039;. Kommunikation wird hier als der kulturelle Prozess angesehen, in dem Gemeinschaft entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Vorstellung eines gemeinsamen Zeichenvorrats ===&lt;br /&gt;
Manchen Vorstellungen über Kommunikation liegt die Annahme zugrunde, dass Kommunikation nur möglich sei, wenn vorab ein gemeinsamer Zeichenvorrat, die gleiche Sprache und eine vergleichbare [[Sozialisation]] der Kommunikationsteilnehmer bestehe. Diese Vorstellungen erweisen sich bei näherer Betrachtung als problematisch. Zunächst lässt sich damit nicht die Frage beantworten, wie [[Zeichen]] und Sprache entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem unterscheiden sich die Auffassung von Wortbedeutungen (Gegenstand der [[Semantik]]), darunter die Auffassung vom Zeichenvorrat (Gegenstand der [[Semiotik]]) und deren Verwendung (Gegenstand der [[Pragmatik (Linguistik)|Pragmatik]]) selbst bei gleichen Ordnungsprinzipien (Gegenstand der [[Syntax]]) von Mensch zu Mensch. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass auch zwischen gleichsprachigen Individuen umfangreiche und erklärungsbedürftige Kommunikationsprobleme bestehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Container-Metapher ===&lt;br /&gt;
Mit der &amp;#039;&amp;#039;Container-Metapher&amp;#039;&amp;#039; ist die Vorstellung von Wörtern oder Sätzen als Behälter verbunden, in denen objektiv bestimmbare Bedeutungen eingeschlossen sind. Rezeption besteht in dieser Metapher darin, die Bedeutungen den Behältern als solche wieder zu entnehmen. Bedeutungen, Sinn und Gedanken können nach dieser Vorstellung in einen Container „verpackt“ und aus diesem wieder „entpackt“ werden. Naive Vorstellungen gehen dabei von einer Identität der Bedeutungen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Vorstellung von Kommunikation als Austausch von Informationen ===&lt;br /&gt;
In alltäglichen Bezeichnungen wird Kommunikation als ein „Austausch von Informationen“ beschrieben. In anderen Formulierungen wird das Ziel oder das Resultat von Kommunikation in einem „Informationsfluss“ gesehen. Damit ist zusammenfassend die Bekanntmachung oder Mitteilung von Wissen, Erkenntnis oder Erfahrung gemeint. „Austausch“ kann als Gegenseitigkeit verstanden werden; „Fluss“ enthält die Vorstellung einer Richtung, die ebenfalls beidseitig sein kann. In der hinter diesen Formulierungen stehenden Modellierung wird von den Kommunizierenden abgesehen. Der Fokus liegt auf dem, was mit „Information“ bezeichnet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausdrucks- und Eindrucksmodelle ===&lt;br /&gt;
Bei Ausdrucks- und Eindrucksmodellen wird je eine Seite des Kommunikationsprozesses stark hervorgehoben. Die Verwendung eines Ausdrucks- und Eindrucksmodells geschieht im Alltag meist implizit, das heißt, es wird nicht verdeutlicht, welches Modell als Grundlage von Behauptungen über Kommunikation gerade verwendet wird. Durch die zu starke Hervorhebung nur einer Seite entsteht die Gefahr, dass der Kommunikationsprozess nicht mehr als ein sozialer, also beide Seiten umfassender Prozess angesehen wird, in dem Ausdruck und Eindruck nur in Bezug aufeinander zu denken sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Ausdrucksmodell ====&lt;br /&gt;
Das Ausdrucksmodell beschreibt Kommunikation als einen Prozess, der im Wesentlichen darauf beruht, „Inhalte“ unter der Verwendung von Zeichenprozessen und von Medien „auszudrücken“.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieser Modellbildung liegt wiederum eine [[Dualismus|dualistische Sichtweise]] zugrunde, in der zwischen einem Innenbereich, der nur dem Selbst zugänglich ist, und einem Außenbereich getrennt wird, der prinzipiell allen zugänglich ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rezeption – das heißt die auf den Produzierenden bezogene [[Selbstwahrnehmung|Eigenwahrnehmung]] und Verarbeitung unter Verwendung von Zeichenprozessen – spielt in diesen Modellen eine sekundäre oder untergeordnete Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge wird Kommunikation als etwas angesehen, das mit dem „Ausdrücken von etwas“ unter Verwendung von Zeichenprozessen beginnt, also mit Sprechen, Schreiben, eine Sendung produzieren. In besonders starken Ausdrucksmodellen wird von der Bezugnahme des Produzenten (desjenigen, der etwas „ausdrückt“) auf potentielle oder wirkliche Rezipienten abgesehen. In extremen Fällen wird das „Ausdrücken von etwas“ mit Kommunikation gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Probleme eines zu starken Ausdrucksmodells bestehen darin, dass dieses Modell keine Möglichkeit bietet, den Rezipienten als Kommunizierenden zu beschreiben. Dem extremen Ausdrucksmodell zufolge kommuniziert beispielsweise ein Fernsehzuschauer nicht mit den im Fernsehen erscheinenden Menschen, solange er keine Rückmeldungen in die laufende Sendung gibt, also solange er selber nichts „ausdrückt“, was die im Fernsehen Erscheinenden nicht wahrnehmen können. Ein Kinobesucher kann demnach während des Kinobesuchs nicht mit den Darstellern des Films kommunizieren. Der Leser einer Zeitung kommuniziert dem starken Ausdrucksmodell zufolge nicht mit den Autoren des Textes, während er die Texte liest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Eindrucksmodell ====&lt;br /&gt;
Seltener wird ein Eindrucksmodell verwendet, mit dem Kommunikation als ein Prozess beschrieben wird, der im Wesentlichen darauf beruht, dass durch Aufnahme (durch [[Fremdwahrnehmung]] des Produzierten unter Verwendung von Zeichenprozessen) „Inhalte“ entstehen und mit Hilfe der individuellen Welttheorie (Weltsicht) verarbeitet werden. In der Folge wird Kommunikation als etwas angesehen, das mit dem Empfangen beginnt. In besonders starken Eindrucksmodellen wird von der Bezugnahme des Empfangenden auf den potentiellen oder wirklichen Produzenten abgesehen. In einer extremen Folge wird die Verarbeitung von Wahrgenommenem mit Kommunikation gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zu starkes Eindrucksmodell kann dazu führen, dass der Kommunikationsbegriff infolge der Vernachlässigung des Bezuges auf einen Produzierenden zu weit ausgedehnt wird. Dies wäre der Fall, wenn Wahrnehmung als Kommunikation mit der Umwelt angesehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Kommunikationsmodelle ==&lt;br /&gt;
Die meisten wissenschaftlichen Kommunikationsmodelle sind Abbildungen des Kommunikationsprozesses, in denen entweder einzelne Prozesselemente und deren Aufbau (Strukturmodelle), der Verlauf des Prozesses (Flussmodelle), die Aufgaben und Leistungen des Prozesses (Funktionsmodelle) oder Bestimmungsmerkmale (Klassifikationsmodelle) dargestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried J. Schmidt, Guido Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt TB, Reinbek bei Hamburg 2000, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine andere Unterscheidung ist die in Prozessmodelle, Systemmodelle und Wirkungshypothesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Uli Bernhard, Holger Ihle: &amp;#039;&amp;#039;Neue Medien – neue Modelle? Überlegungen zur zukünftigen kommunikations-wissenschaftlichen Modellbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Swiss Association of Communication and Media Research.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 8, N. 2, 2008, S. 238 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesen drei Grundformen kommen lineare Modelle, zirkuläre Modelle, Medienwirkungsmodelle und soziologische Modelle vor, wobei die Ausdifferenzierung und zunehmende Spezifikation der Modelle einer innerwissenschaftlichen Entwicklungslogik folgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Uli Bernhard, Holger Ihle: &amp;#039;&amp;#039;Neue Medien - neue Modelle? Überlegungen zur zukünftigen kommunikations-wissenschaftlichen Modellbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Studies in Communication Sciences. Journal of the Swiss Association of Communication and Media Research.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 8, N. 2, 2008, S. 231–238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deskriptive Modelle ==&lt;br /&gt;
Der Politologe [[Harold Dwight Lasswell]] formulierte ein &amp;#039;&amp;#039;Wortmodell&amp;#039;&amp;#039; anhand seiner [[Lasswell-Formel]] {{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;„Who says what in which channel to whom with what effect?“&amp;#039;&amp;#039;}} („Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welcher Wirkung?“) 1948 in einem Aufsatz,&amp;lt;ref&amp;gt;Harold D. Lasswell: &amp;#039;&amp;#039;The Structure and Function of Communication in Society.&amp;#039;&amp;#039; In: Lyman Bryson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Communication of Ideas. A Series of Addresses.&amp;#039;&amp;#039; Harper, New York / London 1948, S. 37–51.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem er sich mit der strukturell-funktionalen Analyse von Kommunikationsprozessen befasste. Er schuf so in der Abfolge der fünf Fragen ein Ordnungsprinzip zur Beschreibung der Prozesse und definierte gleichzeitig die Forschungsbereiche der Kommunikationswissenschaft ([[Kommunikatorforschung]], [[Medieninhaltsforschung]], [[Medienanalyse]], [[Mediennutzungsforschung]] und [[Medienwirkungsforschung]]).&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 58 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kommunikationsmodell von Westley und McLean|Kommunikationsmodell von Bruce H. Westley und Malcolm S. MacLean]] (1957)&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce H. Westley, Malcolm S. MacLean jr.: &amp;#039;&amp;#039;A Conceptual Model for Communication Research.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journalism Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 34. Jg. 1957, S. 31–38.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde in der Tradition der [[Gatekeeper (Nachrichtenforschung)|Gatekeeper]]-Forschung entwickelt. In [[Systemtheorie|systemtheoretischer]] Sichtweise wird der Prozess der Nachrichtenvermittlung als mehrfach selektiver und dynamisch [[Rückkopplung#Psychologie|rückgekoppelter]] Vorgang dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft : Grundlagen und Problemfelder.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Böhlau, Wien u. a. 2002, ISBN 3-205-99420-5, S.&amp;amp;nbsp;494.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kommunikationsmodell nach Riley und Riley|Kommunikationsmodell von John W. Riley und Matilda White Riley]] (1959)&amp;lt;ref&amp;gt;John W. Riley, [[Matilda White Riley|Mathilda W. Riley]]: &amp;#039;&amp;#039;Mass Communication and the Social System.&amp;#039;&amp;#039; In: Robert K. Merton, Leonard Broom, Leonard S. Cottrell: &amp;#039;&amp;#039;Sociology Today: Problems and Prospects.&amp;#039;&amp;#039; New York 1959, S. 537–578.&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt die soziale Verflechtung der Kommunikationspartner. [[Kommunikator (Medien)|Kommunikator]] und [[Rezipient]] gehören sozialen Gruppen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Primärgruppe]]n) an, die die Kommunikation vermitteln und so das Kommunikationsverhalten beeinflussen. Berücksichtigt werden die Gatekeeper-Eigenschaften in den Massenmedien, die Art der [[Selektive Wahrnehmung|selektiven Wahrnehmung]], die Qualität der Interpretation, das Behalten einer Botschaft und die Reaktion auf diese durch den Empfänger. Bezüglich der [[Medienwirkung]] sieht dieses Modell die [[Massenkommunikation]] als Element des gesamten Sozialsystems und Faktor neben anderen Einflüssen auf individuelles und [[sozial]]es Verhalten. Massenkommunikation und soziale Systeme beeinflussen sich gegenseitig. [[Soziologie|Soziologische]] und [[Sozialpsychologie|sozialpsychologische]] Fragestellungen werden in die Massenkommunikationsforschung mit einbezogen, indem Kommunikator und Rezipient als Elemente zweier sozialer Strukturen gesehen werden, die in einem [[Interpenetration|wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis]] zueinander stehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2002, S. 497 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Feldschema der Massenkommunikation]] von [[Gerhard Maletzke]] (1963)&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Maletzke: &amp;#039;&amp;#039;Psychologie der Massenkommunikation. Theorie und Systematik.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Hans-Bredow-Institut, Hamburg 1978 (zuerst 1963).&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein sozialpsychologisch orientiertes Modell, das rückbezügliche und [[Interaktion|interaktive]] Mechanismen der Kommunikation berücksichtigt. Es werden vier Positionen im [[Massenmedien|massenmedialen]] Prozess genannt: der Kommunikator, die [[Aussage]], das [[Medium (Kommunikation)|Medium]] und der Rezipient. Jede Position beeinflusst die anderen.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 64 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Materialistisches Kommunikationsmodell|Materialistische Kommunikationsmodell]] von [[Wulf D. Hund]] (1976)&amp;lt;ref&amp;gt;Wulf D. Hund: &amp;#039;&amp;#039;Ware Nachricht und Informationsfetisch. Zur Theorie der gesellschaftlichen Kommunikation.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt/Neuwied 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigt den Zusammenhang der Massenkommunikation mit den [[Sozioökonomie|sozioökonomischen]] Bedingungen einer [[Kapitalismus|kapitalistisch]] organisierten Gesellschaft auf – im Sinne der [[Materialismus|materialistischen]] Gesellschaftstheorie. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Kommunikator als Nachrichtenproduktionsbetrieb seine Produktionsmittel, also die modernen Massenmedien und die dadurch transportierten Aussagen, in erster Linie als Waren produziert und zur Kapitalverwertung einsetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2002, S. 512.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachrichtenübertragungsmodelle ==&lt;br /&gt;
In vielen Fällen wird Kommunikation mit dem sogenannten [[Sender-Empfänger-Modell]] beschrieben. Dieses Hybridmodell, das in verschiedenen Varianten vorliegt, ist unter anderem aus der &amp;#039;&amp;#039;mathematischen Theorie der Kommunikation&amp;#039;&amp;#039; des Mathematikers [[Claude Elwood Shannon|Claude E. Shannon]] hervorgegangen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claude Elwood Shannon|Claude E Shannon]], [[Warren Weaver]]: &amp;#039;&amp;#039;The mathematical theory of communication.&amp;#039;&amp;#039; University of Illinois Press, Urbana 1949. Zusammenfassend: Dieter Krallmann, Andreas Ziemann: &amp;#039;&amp;#039;Die Informationstheorie von Claude E. Shannon.&amp;#039;&amp;#039; in: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Grundkurs Kommunikationswissenschaft&amp;amp;nbsp;: mit einem Hypertext-Vertiefungsprogramm im Internet.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;UTB für Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2249). Fink, München 2001, ISBN 3-7705-3595-2, S.&amp;amp;nbsp;21–34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Shannonweaver.jpg|mini|Shannons Modell der Informationsübertragung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das informationstechnische Kommunikationsmodell ist ein vergleichsweise strukturarmes Modell. Eine „Informationsquelle“ &amp;#039;&amp;#039;(information source)&amp;#039;&amp;#039; wählt eine „[[Informationsgehalt|Botschaft]]“ &amp;#039;&amp;#039;(message)&amp;#039;&amp;#039; aus, die aus geschriebenen oder gesprochenen [[Zeichen]] bestehen kann. Der „[[Sendeanlage|Sender]]“ &amp;#039;&amp;#039;(transmitter)&amp;#039;&amp;#039; verwandelt diese in ein [[Signal]], das über einen [[Kanal (Informationstheorie)|Kommunikationskanal]] an einen „[[Empfänger (Information)|Empfänger]]“ &amp;#039;&amp;#039;(receiver)&amp;#039;&amp;#039; übertragen wird. Durch [[Störquelle]]n &amp;#039;&amp;#039;(noise source)&amp;#039;&amp;#039; können die ursprünglichen Signale verzerrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Shannon-Weaver-Modell orientiert sich an technischen Aspekten der [[Datenübertragung|Signalübertragung]]. [[Information]] hat hier nichts mit [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutung]] zu tun, sondern bezieht sich auf physikalisch bestimmbare Signalmengen und Abläufe, und es behandelt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von solchen physikalisch bestimmbaren Ereignissen (Signalen und Signalkombinationen).&amp;lt;ref&amp;gt;In diesem Zusammenhang verwendete Claude E Shannon den Informationsbegriff für die Beschreibung seiner mathematischen Modelle. Die mathematische Theorie der Kommunikation wird deshalb heute als [[Informationstheorie]] bezeichnet. Durch diese Verwendung wurde der Informationsbegriff stark abgewandelt, siehe dazu z.&amp;amp;nbsp;B: [[Peter Janich]]: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Information?&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, 2006, S.&amp;amp;nbsp;58–60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele sind das [[Telefon]], die [[Telegrafie]] oder das [[Radio]].&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 63 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb ist dieses Modell zur Beschreibung sozialer Kommunikationsprozesse nicht geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleich auch das [[Vier-Seiten-Modell|Kommunikationsmodell]] von [[Friedemann Schulz von Thun]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medienwirkungsmodelle ==&lt;br /&gt;
=== S-R- und S-O-R-Modelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Stimulus-Response-Modell]] Modell wird jedes Individuum durch [[Stimulus|Stimuli]] über [[Massenmedien]] in gleicher Weise erreicht und nimmt diese in gleicher Art wahr, wodurch bei allen Individuen eine ähnliche Reaktion erzielt wird. Dabei werden der Inhalt der Kommunikation und die Richtung des Effekts (die Wirkung) im Sinne des Reiz-Reaktions-Modells gleichgesetzt. Die einfache Vorstellung einer mechanistischen Reiz-Reaktions-Wirkungsweise der Massenmedien konnte sich nicht halten, es wird seit den 1990ern sogar bezweifelt, dass dieses Modell zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in den kommunikationswissenschaftlichen Diskurs gehalten hat – vielmehr diente es nachfolgend zur Veranschaulichung einer Tendenz zu immer differenzierten Konzepten in der Geschichte der kommunikationswissenschaftlichen Modelle.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brosius und Esser&amp;#039;&amp;#039; 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stimulus-Response-Modell, also die Gleichsetzung von Inhalt und Wirkung, wurde sowohl in der Psychologie als auch in der Medienwissenschaft verworfen, da von der Kenntnis des Reizes nicht auf eine entsprechende Reaktion des Rezipienten geschlossen werden kann. Die S-R-Theorie wurde zum S-O-R-Konzept (basierend auf dem [[S-O-R-Paradigma]]) erweitert, wodurch das Individuum als „Objekt“ als wirkungsrelevanter Faktor von Beeinflussungsversuchen ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte. Anwendung fand das Modell, im Sinne einer Aufwertung der individuellen psychischen Disposition im massenkommunikativen Wirkprozess, insbesondere in den 1940er Jahren in der &amp;#039;&amp;#039;[[Einstellung (Psychologie)|Einstellungsforschung]]&amp;#039;&amp;#039;, beispielsweise durch die Forschergruppe rund um [[Carl I. Hovland]].&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2002, S. 196 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweistufen-Modelle ===&lt;br /&gt;
Das [[Kommunikationsmodell nach Lazarsfeld]] basiert auf einer Untersuchung des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA von 1940 durch die Soziologen [[Paul F. Lazarsfeld]], [[Bernard Berelson]] und [[Hazel Gaudet]] in ihrer Wahlstudie &amp;#039;&amp;#039;[[The People’s Choice]]&amp;#039;&amp;#039; (1944).&amp;lt;ref&amp;gt;Paul F. Lazarsfeld, Bernard Berelson, Hazel Gaudet: &amp;#039;&amp;#039;The People’s Choice. How the Voter Makes up His Mind in a Presidential Campaign.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Columbia University Press, New York 1948 (zuerst 1944).&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin erforschten sie die Prozesse der Meinungsbildung bei den Wählern, ausgehend von der damals vorherrschenden Vorstellung der starken Wirkungen der Massenmedien ([[Presse (Medien)|Presse]] und [[Hörfunk]]). Stattdessen wurde die Entscheidung der Wähler aber weniger durch den Einfluss der Medien bestimmt als durch persönliche Kontakte mit anderen Personen. Medien wurde eher selektiv genutzt, durch Zuwenden hin zu bestimmten Medienangeboten, die die eigene Meinung unterstützen. Die [[Wahlwerbung]] erreichte also nur jene Wähler, die sich bereits für eine Partei entschieden hatten, und verstärkte bei ihnen die bereits vorhandenen Einstellungen. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis: &amp;#039;&amp;#039;Ideen fließen von den Medien zu den [[Meinungsführerschaft|Meinungsführern]] und von diesen zu den weniger aktiven Teilen der Bevölkerung.&amp;#039;&amp;#039; Diese Hypothese vom Zweistufenfluss der Massenkommunikation (&amp;#039;&amp;#039;Two-step-flow&amp;#039;&amp;#039;-Hypothese) zeigt eine Abkehr von der Theorie der allmächtigen Medien, da zwischen Medien und Rezipienten der Meinungsführer als zusätzliche Auswahlinstanz angesiedelt wurde. Wirkungen der Medien hängen von Bedingungen ab, die im sozialen Kontext – also prinzipiell außerhalb der Medien selbst – liegen.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 97 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotzdem wurde, einem traditionellen Stimulus-Response-Denken verhaftet, nicht zwischen der Zuwendung zu Medieninhalten und dem Einfluss auf die Einstellungsveränderung unterschieden; d.&amp;amp;nbsp;h., die Prozesse der Übermittlung und Verbreitung (Transmission und Diffusion) wurden gleichgesetzt mit dem Prozess der Beeinflussung (Persuasion).&amp;lt;ref&amp;gt;Karsten Renckstorf: &amp;#039;&amp;#039;Zur Hypothese des „Two-Step-Flow“ der Massenkommunikation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk und Fernsehen.&amp;#039;&amp;#039; 3–4, 1970, S. 317 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Weiterentwicklung der einfachen Vorstellung eines wenig differenzierten Zweistufenprozesses hin zu einem &amp;#039;&amp;#039;Multi-Step-Flow&amp;#039;&amp;#039;-Modell erfolgte in den 1950ern durch die Erkenntnis, dass Meinungsführer auch selbst durch persönliche Kontakte stärker beeinflusst werden als durch Medien, d.&amp;amp;nbsp;h., es gibt „Opinion-Leaders der Opinion-Leaders“.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2002, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung von &amp;#039;&amp;#039;Opinion-Leader&amp;#039;&amp;#039;, als jemand der Informationen nur weitergibt, und &amp;#039;&amp;#039;Non-Leader&amp;#039;&amp;#039;, als ausschließlicher Empfänger von Informationen, konnte nicht aufrechterhalten werden. Nach dem sogenannten [[Opinion-Sharing-Modell]] nach [[Verling C. Troldahl]] und [[Robert van Dam]] (1965)&amp;lt;ref&amp;gt;Verling C. Troldahl, Robert Van Dam: &amp;#039;&amp;#039;Face-to-Face-Communication About Major Topics in the News.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Public Opinion Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 29/1965, S. 626–634.&amp;lt;/ref&amp;gt; verläuft die Weitergabe von massenmedial verbreiteten Informationen und Meinungen im Rahmen persönlicher Gespräche nicht einseitig, sondern wechselseitig. So gibt es im Verlauf des massenkommunikativen Diffusionsprozesses (also der Informationsverbreitung über Massenmedien) eine Gruppe von Personen (&amp;#039;&amp;#039;Opinion-Leaders.&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Opinion-Givers&amp;#039;&amp;#039;), die gut informiert und interessiert sind und innerhalb von [[Zwischenmenschliche Kommunikation|interpersonellen Kommunikationsprozessen]] themenspezifische Informationen und Meinungen weitergeben, und solche Personen, die diese von Gesprächspartnern erhalten wollen &amp;#039;&amp;#039;(Opinion-Askers)&amp;#039;&amp;#039; – die beiden Personengruppen beeinflussen einander und werden so abwechselnd zu &amp;#039;&amp;#039;Opinion-Givers&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Opinion-Askers&amp;#039;&amp;#039;. Eine dritte Gruppe, die &amp;#039;&amp;#039;Opinion-Avoiders&amp;#039;&amp;#039;, setzt keine der beiden interaktiven Kommunikationsaktivitäten und setzt sich auch den Massenmedien weniger aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Burkart: &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2002, S. 212 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der US-amerikanische [[Journalistik]]&amp;amp;shy;wissenschaftler [[David M. White]] übertrug 1950&amp;lt;ref&amp;gt;David Manning White: &amp;#039;&amp;#039;The „Gate Keeper“: A Case Study in the Selection of News.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journalism Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 27. Jg., Heft 3/1950, S. 383–390.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Ansatz des [[Sozialpsychologie|Sozialpsychologen]] [[Kurt Lewin]], demgemäß es in nahezu allen gesellschaftlichen Institutionen strategisch wichtigen Pforten, Schleusen oder Schaltstellen gibt, an denen einzelne Entscheidungsträger (&amp;#039;&amp;#039;Gatekeeper&amp;#039;&amp;#039; oder „Schleusenwärter“) Schlüsselpositionen einnehmen, auf den Prozess der [[Nachrichten]]selektion und entwickelte so den [[Gatekeeper (Nachrichtenforschung)|Gatekeeper-Ansatz]]. Dazu untersuchte White das Selektionsverhalten von [[Nachrichtenagentur|Agenturmeldungen]] eines Redakteurs einer Tageszeitung in einer US-amerikanischen Kleinstadt. White postulierte zwei Gründe für die Veröffentlichungsentscheidungen des Redakteurs: Einerseits würden bestimmte Meldungen aufgrund individueller Entscheidungskriterien nicht veröffentlicht, da sie als nicht interessant, schlecht geschrieben oder [[Propaganda|propagandistisch]] eingestuft wurden. Andererseits basiere die Veröffentlichungsentscheidung auf formalen Kriterien, wie der Länge der Agenturmeldung oder dem Zeitpunkt der Übermittlung in die Redaktion. Kritisiert wurde am Ansatz der Gatekeeper-Forschung die Betonung der individuellen Selektionskriterien von [[Journalist]]en und die Vernachlässigung institutioneller und technischer Einflüsse der Nachrichtenselektion.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 128 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theorie der Wirkungslosigkeit der Medien ===&lt;br /&gt;
Der US-amerikanische [[Kommunikationswissenschaftler]] [[Joseph Klapper]] übernahm 1960&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph T. Klapper: &amp;#039;&amp;#039;Effects of Mass Communications.&amp;#039;&amp;#039; Toronto 1960.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seiner [[Verstärkerthese]] die Erkenntnis des „Zweistufenflusses der Kommunikation“, wonach die Massenmedien keine Einstellungsänderung bewirken können, sondern vielmehr bereits bestehende Einstellungen verstärken. Klapper stützt sich dabei auf die Theorie der [[Kognitive Dissonanz|Kognitiven Dissonanz]] des Psychologen [[Leon Festinger]]. Festinger nahm an, dass das Empfinden von Widersprüchen im Wissen und Meinen von Menschen als unangenehm empfunden wird und die Individuen versuchen, diese Widersprüche zu reduzieren oder zu vermeiden. Die daraus abgeleitete Hypothese einer selektiven Kommunikationsnutzung &amp;#039;&amp;#039;(selective exposure)&amp;#039;&amp;#039; besagt bezüglich der [[Mediennutzung]], dass Individuen aktiv jene Informationen suchen, die ihre Überzeugungen stützen und ihren Überzeugungen widersprechende Informationen vermeiden. Dieser Ansatz hat bis heute Einfluss auf die [[Werbewirkung]]sforschung.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kognitive Medienwirkungen ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Wissenskluft]]-Hypothese &amp;#039;&amp;#039;(Knowledge-Gap)&amp;#039;&amp;#039; nach [[Phillip J. Tichenor]], [[George A. Donohue]] und [[Clarice N. Olien]] (1970)&amp;lt;ref&amp;gt;Phillip J. Tichenor, George A. Donohue, Clarice N. Olien: &amp;#039;&amp;#039;Mass Media and the Differential Growth in Knowledge.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Public Opinion Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 34, 2, 1970, S. 159–170.&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt – ähnlich wie bei der [[Kultivierungsthese]] – das Konzept der [[Medienkompetenz]] eine wichtige Rolle ein. Es wird in diesem Ansatz davon ausgegangen, dass medial vermitteltes Wissen von unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung in unterschiedlicher Weise genutzt wird: Menschen mit höherem [[Sozioökonomischer Status|sozioökonomischen Status]] oder einer höheren formalen Bildung verarbeiten [[Information]]s&amp;amp;shy;angebote der Massenmedien besser und schneller als solche, bei denen diese Eigenschaften in geringerem Ausmaß vorliegen. Als Folge vermehrter Medienangebote wächst die „Wissenskluft“ zwischen beiden Bevölkerungsteilen tendenziell.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 109 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elisabeth Noelle-Neumann]] formulierte in den 1970ern&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Noelle-Neumann: &amp;#039;&amp;#039;Die Schweigespirale. Über die Entstehung der öffentlichen Meinung.&amp;#039;&amp;#039; 1977.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit der Theorie der [[Schweigespirale]] ein Konzept, in dem den Medien – im Gegensatz zur &amp;#039;&amp;#039;Verstärkerhypothese&amp;#039;&amp;#039; – erneut starke Wirkungen unterstellt werden. Um [[soziale Isolation]] zu vermeiden, neigen nach Noelle-Neumann Menschen dazu, ihre Meinung zu verschweigen, wenn sie einer vermuteten Mehrheitsmeinung widerspricht. Glauben Menschen hingegen, die Mehrheitsmeinung zu vertreten, neigen sie dazu, ihre Meinung auch öffentlich zu äußern. So wird die (scheinbar) vorherrschende Meinung immer häufiger geäußert, die (scheinbar) schwächere immer seltener. Die Massenmedien vermitteln ein Bild von der vermuteten Mehrheitsmeinung und übernehmen eine [[Funktionen der Massenmedien#Politische Funktionen|Artikulationsfunktion]], indem sie sprachliche Darstellungsmuster für scheinbar vorherrschende Standpunkte vermitteln – eine Erleichterung, um diesen Standpunkt in der Öffentlichkeit vertreten zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 100 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Agenda Setting|Agenda-Setting]]-Ansatz der beiden Kommunikationswissenschaftler [[Maxwell E. McCombs]] und [[Donald L. Shaw]] (1972)&amp;lt;ref&amp;gt;Maxwell E. McCombs, Donald L. Shaw: &amp;#039;&amp;#039;The Agenda-Setting Function of Mass Media.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Public Opinion Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; 36/1972, S. 176–187.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird, wie in der &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Schweigespirale&amp;#039;&amp;#039; von starken [[Medienwirkung]]en ausgegangen: die Medien erzeugen durch die Auswahl der Themen öffentlichen Diskurs und verleihen ihnen Bedeutsamkeit, da die Themen, die in der Berichterstattung hohen Stellenwert einnehmen, auch von den Rezipienten als wichtig erachtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 101 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Agenda Building|Agenda-Building]]-Ansatz (1981)&amp;lt;ref&amp;gt;Gladys E. Lang, Kurt Lang: &amp;#039;&amp;#039;Watergate: An Exploration of the Agenda-Building-Process.&amp;#039;&amp;#039; In: G. C. Wilhoit, H. DeBock(Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mass Communication Review Yearbook.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 2, 1981, S. 447–468.&amp;lt;/ref&amp;gt; gehen die beiden Soziologen [[Gladys E. Lang]] und [[Kurt Lang (Soziologe)|Kurt Lang]] davon aus, dass die [[Medienagenda]] selbst das Ergebnis von Selektions- und Konstruktionsprozessen ist. Medieninszenierungen wie [[Pressekonferenz]]en, Exklusiv-[[Interview]]s u.&amp;amp;nbsp;ä., die von [[Öffentlichkeitsarbeit|PR]]- und [[Werbung|Werbeprofis]] geschickt initiiert werden, bestimmen die Medienagenda, noch bevor diese Einfluss auf die öffentliche Themensetzung nehmen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;S. J. Schmidt, G. Zurstiege: &amp;#039;&amp;#039;Orientierung Kommunikationswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Kommunikationsmodelle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Uli Bernhard, Holger Ihle: [https://www.researchgate.net/publication/306253563_Neue_Medien_--_neue_Modelle_Uberlegungen_zur_zukunftigen_kommunikationswissenschaftlichen_Modellbildung &amp;#039;&amp;#039;Neue Medien – neue Modelle? Überlegungen zur zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Modellbildung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Studies in Communication Sciences. Journal of the Swiss Association of Communication and Media Research.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 8, N. 2, 2008, S. 221–250.&lt;br /&gt;
* [[Roland Burkart]], Walter Hömberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kommunikationstheorien.&amp;#039;&amp;#039; Braumüller, Wien 1992, ISBN 3-7003-0956-2.&lt;br /&gt;
* [[Horst Völz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das ist Information.&amp;#039;&amp;#039; Shaker Verlag, Aachen 2017, ISBN 978-3-8440-5587-0.&lt;br /&gt;
* [[Olexiy Khabyuk]]: &amp;#039;&amp;#039;49 Kommunikationsmodelle für das 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-17-045706-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4140666-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunikationsmodell| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunikationswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;N3MO</name></author>
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