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	<title>Kollisionsregel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T04:57:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kollisionsregel&amp;diff=126405&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-12-02T14:06:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kollisionsregel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; dient in der [[Rechtswissenschaft]] der Auflösung einer [[Normenkollision]]: Wenn auf einen [[Sachverhalt]] verschiedene [[Rechtsnorm]]en anwendbar sind, entscheidet die Kollisionsregel, welche der Rechtsnormen vorrangig ist und damit andere Rechtsnormen verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Röhl, Klaus F./Röhl, Hans Christian |Titel=Allgemeine Rechtslehre. Ein Lehrbuch |Auflage=3. |Verlag=Carl Heymanns |Ort=Köln |Datum=2008 |ISBN=978-3-452-26001-7 |Seiten=154, 156}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kollisionsregeln knüpfen dabei an bestimmte Eigenschaften der kollidierenden Rechtsnormen an. Welche Rechtsnorm jeweils anwendbar ist, wird im [[Kollisionsrecht]] geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderfall der Kollisionsnorm, der ein Verhältnis mehrerer Rechtsnormen besonders regelt, ist die [[Relationsnorm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Kollisionsregeln ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lex-specialis-Grundsatz und Subsidiaritätsgrundsatz ===&lt;br /&gt;
[[Lex specialis]] derogat legi generali: Das speziellere [[Gesetz]] verdrängt das allgemeine. Danach geht die genauere Rechtsnorm der generellen vor.&lt;br /&gt;
* Beispiel einer Kollisionsnorm nach dem Lex-specialis-Grundsatz ist {{§|8|StVO|dejure}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Straßenverkehrs-Ordnung (Deutschland)|StVO]]: „An [[Kreuzung (Verkehr)|Kreuzungen]] und [[Einmündung]]en hat die [[Vorfahrt]], wer von rechts kommt. Das gilt nicht, wenn die Vorfahrt durch [[Verkehrszeichen]] besonders geregelt ist […].“&lt;br /&gt;
Mit dem Lex-specialis-Grundsatz ist der [[Subsidiarität (Recht)|Subsidiaritätsgrundsatz]] verwandt. Danach findet die subsidiäre Rechtsnorm nur Anwendung, sofern ein Sachverhalt nicht durch eine andere Rechtsnorm geregelt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte ein älteres Sondergesetz und ein jüngeres allgemeines Gesetz zusammentreffen, so geht das ältere Sondergesetz vor. „Lex posterior generalis non derogat legi priori speciali“: Ein späteres generelles Gesetz hebt ein früheres Sondergesetz nicht auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Liebs, Detlev |Titel=Lateinische Rechtsregeln und Rechtssprichwörter |Auflage=4. |Verlag=Beck |Ort=München |Datum=1982 |ISBN=3-406-08702-7 |Seiten=L. 44}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lex-posterior-Grundsatz ===&lt;br /&gt;
[[Lex posterior derogat legi priori]]: Das spätere Gesetz verdrängt das frühere. Also geht die neuere Norm der älteren vor.&lt;br /&gt;
* Beispiel einer Kollisionsnorm nach dem Lex-posterior-Grundsatz ist {{Art.|72|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 Satz&amp;amp;nbsp;3 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] n.F.: „Auf den Gebieten des Satzes&amp;amp;nbsp;1 [Abweichungsbefugnis der Länder] geht im Verhältnis von [[Bundesrecht|Bundes-]] und [[Landesrecht]] das jeweils spätere Gesetz vor.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lex-superior-Grundsatz ===&lt;br /&gt;
[[Lex superior derogat legi inferiori]]: Das höherrangige Gesetz verdrängt das niederrangige. Also geht die Norm auf der höheren Stufe der [[Normenhierarchie]] der nachrangigen vor.&lt;br /&gt;
* Ein Beispiel für eine Kollisionsnorm nach dem Lex-superior-Grundsatz ist der Satz „[[Artikel 31 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland|Bundesrecht bricht Landesrecht]]“, wie er in der Bundesrepublik durch {{Art.|31|gg|juris}} GG festgeschrieben ist. Die Bestimmungen der Art. 21 und 109 der Landesverfassung [[Hessen]]s über die Verhängung der [[Todesstrafe]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.verfassungen.de/he/verf46-i.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche landesrechtlich bis 2019 formell in Kraft waren, waren daher seit Inkrafttreten des Grundgesetzes obsolet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gefaengnisseelsorge.net/todesstrafe |titel=Hessen schafft erst jetzt die Todesstrafe ab |datum=2019-03-25 |abruf=2020-10-18 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Intertemporales Recht ===&lt;br /&gt;
Nach einem Grundsatz des [[Intertemporales Recht|intertemporalen Rechts]] gilt für einen Sachverhalt immer die zur Zeit seines Ablaufs geltende Norm, sofern eine später erlassene Norm keine [[Rückwirkung]] entfaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Kollisionsregeln ==&lt;br /&gt;
=== Tarifvertragsrecht ===&lt;br /&gt;
Sind Arbeitnehmer eines Betriebs gleichzeitig an kollidierende [[Tarifvertrag|Tarifverträge]] gebunden, spricht man von Tarifkonkurrenz.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Dieterich: [https://www.boeckler.de/pdf/v_2007_03_08_dieterich.pdf &amp;#039;&amp;#039;Tarifeinheit&amp;#039;&amp;#039;] Hans-Böckler-Forum zum Arbeits- und Sozialrecht, 8./9. März 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der politisch umstrittenen Neuregelung in {{§|4a|tvg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 Satz&amp;amp;nbsp;2 [[Tarifvertragsgesetz|TVG]] kann dann gerichtlich festgestellt werden, dass nur der Tarifvertrag derjenigen [[Gewerkschaft]] gilt, die in diesem Betrieb die meisten Mitglieder hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesverfassungsgericht|BVerfG]], Pressemitteilung [https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2015/bvg15-073.html Nr. 73/2015]: &amp;#039;&amp;#039;Anträge auf einstweilige Anordnung gegen das Tarifeinheitsgesetz erfolglos&amp;#039;&amp;#039; vom 9. Oktober 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kollision von Grundrechten ===&lt;br /&gt;
Die Kollision von [[Grundrechte (Deutschland)|Grundrechten]] wird im Wege der [[Praktische Konkordanz|praktischen Konkordanz]] gelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationale Kollisionsregeln ===&lt;br /&gt;
Der Fall der Kollision von Rechtsnormen verschiedener Staaten auf dem Gebiet des [[Privatrecht]]s wird durch das [[Internationales Privatrecht|internationale Privatrecht]] erfasst, das auch [[Internationales Privatrecht|Kollisionsrecht]] genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kollision von Normen des [[Steuerrecht]]s verschiedener Staaten wird von [[Doppelbesteuerungsabkommen]] erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Kollision von Vorschriften des [[Zivilprozessrecht]]s verschiedener Staaten greift das [[Internationales Zivilverfahrensrecht|internationale Zivilverfahrensrecht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europäische Union ===&lt;br /&gt;
Bei der Kollision von Unionsrecht und nationalem Recht der Mitgliedsstaaten gilt der [[Anwendungsvorrang#Anwendungsvorrang des Unionsrechts|Anwendungsvorrang des Unionsrechts]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kollisionen der unterschiedlichen nationalen Rechtsordnungen werden durch die [[justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen]] aufgrund {{Art.|81|AEU|dejure}} [[Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union|AEUV]] zunehmend EU-weit einheitlich geregelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Bux, Mariusz Maciejewski: [https://www.europarl.europa.eu/factsheets/de/sheet/154/justizielle-zusammenarbeit-in-zivilsachen &amp;#039;&amp;#039;Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen.&amp;#039;&amp;#039;] Europäisches Parlament, Juni 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu bestimmen beispielsweise die [[Europäische Güterrechtsverordnungen]] oder die [[Verordnung (EU) Nr. 650/2012 (Erbrechtsverordnung)|Erbrechtsverordnung]], welches Gericht bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten zuständig ist und welches materielle Recht es bei der Entscheidungsfindung anwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Rainer Hüßtege, Heinz-Peter Mansel: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerliches Gesetzbuch: Rom-Verordnungen, EuGüVO, EuPartVO, HUP, EuErbVO.&amp;#039;&amp;#039; Nomos-Verlag, 3. Auflage 2019. ISBN 978-3-8487-4587-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://e-justice.europa.eu/content_which_law_will_apply-340-de-maximizeMS_EJN-de.do?member=1 &amp;#039;&amp;#039;Welches nationale Recht ist anwendbar?&amp;#039;&amp;#039;] [[Europäisches Justizielles Netz]], abgerufen am 17. März 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. auch Anja Sophia Schwemmer: &amp;#039;&amp;#039;Anknüpfungsprinzipien im Europäischen Kollisionsrecht. Integrationspolitische Zielsetzungen und das Prinzip der engsten Verbindung.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, 2018. [https://www.mohrsiebeck.com/uploads/tx_sgpublisher/produkte/leseproben/9783161558870.pdf &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsverzeichnis.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Kai Engelbrecht: &amp;#039;&amp;#039;Die Kollisionsregel im föderalen Ordnungsverbund&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck 2010. ISBN 978-3-16-150311-5 (zu {{Art.|31|gg|juris}} GG)&lt;br /&gt;
* Lars Viellechner: &amp;#039;&amp;#039;Berücksichtigungspflicht als Kollisionsregel. Zu den innerstaatlichen Wirkungen von völkerrechtlichen Verträgen und Entscheidungen internationaler Gerichte, insbesondere bei der Auslegung und Anwendung von Grundrechten&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Nele Matz-Lück]], Mathias Hong (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte und Grundfreiheiten im Mehrebenensystem – Konkurrenzen und Interferenzen&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag 2012, S. 109–159. ISBN 978-3-642-24680-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Rainer Hofmann: [https://www.jura.uni-frankfurt.de/44046122/_-15-Staatsorganisationsrecht-_bearbeitet-Struth_.pdf &amp;#039;&amp;#039;Verfassungsrecht I, §&amp;amp;nbsp;15 Bundesstaat&amp;#039;&amp;#039;] 2012 (zur Situation in Deutschland)&lt;br /&gt;
* Burkhard Schöbener: [http://www.ja-aktuell.de/root/img/pool/verschiedenes/aufsatz_schoebener_ja_12-2011.pdf &amp;#039;&amp;#039;Das Verhältnis des EU-Rechts zum nationalen Recht der Bundesrepublik Deutschland&amp;#039;&amp;#039;] [[Juristische Arbeitsblätter|JA]] 2011, S. 885&lt;br /&gt;
* Carsten Kern: [https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/13284/1/Das_anwendbare_Recht_der_Schiedsvereinbarung_CKern.pdf &amp;#039;&amp;#039;Das anwendbare Recht der Schiedsvereinbarung in der internationalen Handels- und Investitionsschiedsgerichtsbarkeit&amp;#039;&amp;#039;] Heidelberg, 2012&lt;br /&gt;
* Christine Kaufmann: [https://www.ivr.uzh.ch/institutsmitglieder/kaufmann/archives/fruejahrssemester10/Vorlesungen/100413.pdf &amp;#039;&amp;#039;Staatsrecht II. Vorrang des Bundesrechts; Aufsicht&amp;#039;&amp;#039;] 2010 (zur Situation in der Schweiz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Juristische Methodenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internationales Privatrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grundrechte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Europarecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kollektives Arbeitsrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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