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	<title>Kollektivschuld - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kollektivschuld&amp;diff=97769&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Norpew: /* Kollektivhaftung */ EN eingefügt, WB entfernt</title>
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		<updated>2026-04-28T16:36:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Kollektivhaftung: &lt;/span&gt; EN eingefügt, WB entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuld&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bedeutet, dass die [[Schuld (Ethik)|Schuld]] für eine Tat nicht einem einzelnen Täter (oder individuellen Tätern) angelastet wird, sondern einem [[Kollektiv]], also allen Angehörigen einer Gruppe, z.&amp;amp;nbsp;B. einer Familie, eines Volkes oder einer Organisation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bundeszentrale für politische Bildung |url=https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/was-heisst-antisemitismus/glossar-antisemitismus/559884/kollektivschuld/ |titel=Kollektivschuld {{!}} Antisemitismus |sprache=de |abruf=2026-04-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Strafrecht moderner Demokratien geht grundsätzlich von einer individuellen Verantwortlichkeit aus, so dass Kollektivschuld juristisch nicht relevant ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wird von Seiten der [[Extreme Rechte|extremen Rechten]] häufig behauptet, die Alliierten hätten den Deutschen eine Kollektivschuld für die Verbrechen des [[Nationalsozialismus]] angelastet, die sich auch auf alle folgenden Generationen übertragen würde, und darauf gestützt Bestrafungen und militärische Sanktionen praktiziert. Tatsächlich hatten solche Vorwürfe, auch direkt nach dem Kriegsende 1945, nie reale politische oder juristische Auswirkungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstelle auf eine rechtliche oder moralische Schuld kann sich der Begriff auch auf ein [[Schuldgefühl]] beziehen, das entstehen kann, wenn die eigene Gruppe als verantwortlich für gruppenbasierte Vergehen wahrgenommen wird. Anlass können etwa die Verletzungen der Menschenrechte der australischen [[Aborigines]], der [[Rassismus in den Vereinigten Staaten]], der [[Holocaust]] oder Sexismus sein.&amp;lt;ref&amp;gt;N. R. Branscombe, B. Doosje: &amp;#039;&amp;#039;Collective guilt: International perspectives.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, New York 2004. S. X, S. 4 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kollektivhaftung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur Kollektivschuld gibt es den juristischen Begriff der [[Kollektivhaftung]], die dem Mitglied einer Gruppe die Haftung für die Schäden auferlegt, welche Organe der Gesamtheit durch ihr Handeln verursacht haben. Mit Kollektivhaftung wird z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Völkerrecht]] die Haftung eines Staates für Schäden völkerrechtswidrigen Handelns seiner Organe begründet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=JuraForum.de-Redaktion |url=https://www.juraforum.de/lexikon/kollektivschuld |titel=ᐅ Kollektivschuld: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de |sprache=de |abruf=2026-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierher gehört auch die Verpflichtung zu [[Reparation]]szahlungen eines im Krieg unterlegenen Gegners, der den älteren völkerrechtlichen Anspruch auf [[Tribut]]zahlungen abgelöst hat. Als problematisch gilt eine kollektive Zuweisung von Schadensersatzpflichten gegen Staaten, weil sie letztlich in den Staatsbürgern natürliche Personen wirtschaftlich schädigen, die sich ihre Zugehörigkeit zu einem Staat oder Volk nicht aussuchen konnten, sondern denen sie durch Abstammung und Geburt zugeschrieben wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://zms.bundeswehr.de/de/mediathek/ukraine-reparationen-in-der-geschichte-5640404 |titel=Wer zahlt für einen Krieg? Reparationen in der Geschichte |datum=2023-06-30 |sprache=de |abruf=2026-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontext von Krieg und bewaffneten Konflikten hat Kollektivhaftung wiederholt zu Menschenrechtsverletzungen geführt und gilt als Verletzung der [[Genfer Konventionen|Genfer Konvention]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Meurer |Titel=Die Genfer Konvention und Ihre Reform |Verlag=De Gruyter |Datum=2021 |ISBN=978-3-11-244718-5 |Umfang=67}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 33 [[Genfer Konventionen#Genfer Abkommen IV|Genfer Abkommen IV]] bestimmt, dass keine Person für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das sie nicht persönlich begangen hat. Nach Art. 87 Abs. 3 Genfer Abkommen III und Artikel 33 Genfer Abkommen IV zählen Kollektivstrafen zu den Kriegsverbrechen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gesetze-im-internet.de/vstgb/BJNR225410002.html |titel=VStGB - Völkerstrafgesetzbuch |abruf=2026-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethik und Recht ==&lt;br /&gt;
Die Annahme der Kollektivschuld wird mit einer moralischen Verantwortung durch die Zugehörigkeit zu der Gruppe begründet, nicht durch die individuelle Schuldzurechnung. In westlichen Gesellschaften ist dies nicht mit der [[Moral]] und dem Gesetz zu vereinbaren. So beruht z.&amp;amp;nbsp;B. das moderne Strafrecht in europäischen Staaten auf dem Grundsatz einer individuellen Verantwortlichkeit. In vielen Teilen der Welt und früher auch in Europa war kollektivistisches Denken dagegen weit verbreitet, wonach der Einzelne Teil eines Kollektivs (Familie, Klan, Volk) ist und für Taten anderer Angehöriger des Kollektivs bestraft werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;https://jaspers-stiftung.ch/de/karl-jaspers/die-schuldfrage&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kollektivschulddebatte zu Krieg und Holocaust ==&lt;br /&gt;
=== Alliierte Vorwürfe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Eure Schuld.jpg|mini|„Diese Schandtaten: Eure Schuld!“ Eines der Plakate der Kollektivschuld-Kampagne.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeffrey K. Olick: &amp;#039;&amp;#039;In the house of the hangman: the agonies of German defeat, 1943–1949.&amp;#039;&amp;#039; S. 98&amp;amp;nbsp;f. ([http://books.google.com/books?id=eBzJvmrOSL0C&amp;amp;pg=PA98&amp;amp;lpg=PA98&amp;amp;dq=%22Diese.+Schandtaten:+Eure+Schuld!%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=E2xFoI9bnu&amp;amp;sig=gBjFrl_4Vfol0yjwdJVcm0KHeMI&amp;amp;hl=it&amp;amp;ei=D_2bS_yBO5GO_Abu7Lz7CQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=6&amp;amp;ved=0CCAQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=%22Diese.%20Schandtaten%3A%20Eure%20Schuld!%22&amp;amp;f=false Fn. 12]).&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Floessburgzwangsarbeit.jpg|mini|Exhumierungen von Toten und Leichentransport durch die Bevölkerung rund um [[Neunburg vorm Wald|Neunburg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flossenbuergkonfrontationchild.jpg|mini|Deutsches Kind beim Anblick von Opfern des [[KZ Buchenwald]] in [[Nammering]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideen einer Kollektivschuld der [[Deutsche]]n an der verbrecherischen Kriegführung Deutschlands und dem [[Holocaust]] sowie demzufolge ihrer kollektiven Bestrafung dafür entstanden nicht im US-amerikanischen und britischen Volk, sondern auf höheren Ebenen der Politik ihrer Länder. Erst gegen Ende des Krieges begann die amerikanische Öffentlichkeit dem deutschen Volk kollektive Verantwortung zuzuweisen. Die Veränderung in der öffentlichen Wahrnehmung begründete sich darin, dass nun Berichte über die Zustände in den [[Konzentrationslager]]n und den Massenmord an den europäischen Juden die amerikanischen Bürger erreichten. Auch ein veränderter Blickwinkel auf den [[Nationalsozialismus]] als System der Massenmobilisierung statt als diktatorische Herrschaft über ein gelähmtes Volk trug dazu bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Francis R. Nicosia p.130,131&amp;quot;&amp;gt;[[Francis R. Nicosia]], Jonathan Huener: &amp;#039;&amp;#039;Business and industry in Nazi Germany.&amp;#039;&amp;#039; S. 130&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im Jahr 1944 hatten prominente Meinungsführer in den USA eine [[Propaganda]]-Kampagne (die bis 1948 fortgesetzt wurde) für einen harten Frieden für Deutschland mit dem Ziel initiiert, die amerikanische Gewohnheit zu beenden, Nationalsozialisten und deutsches Volk als getrennte Einheiten zu betrachten.&amp;lt;ref&amp;gt;Steven Casey: &amp;#039;&amp;#039;The Campaign to sell a harsh peace for Germany to the American public, 1944–1948.&amp;#039;&amp;#039; LSE Research Online, London 2005. [https://eprints.lse.ac.uk/archive/00000736 (online)] (Original In: &amp;#039;&amp;#039;History.&amp;#039;&amp;#039; 90 (297) 2005, S. 62–92.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Psychological Warfare Division]] unternahm eine psychologische Propaganda-Kampagne, um eine deutsche kollektive Verantwortung zu entwickeln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;janowitz1946&amp;quot;&amp;gt;Morris Janowitz: &amp;#039;&amp;#039;German reactions to nazi atrocities.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Journal of Sociology.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 52, No. 2, Sep., 1946. [http://www.jstor.org/stable/2770938 (abstract auf: &amp;#039;&amp;#039;jstor.org&amp;#039;&amp;#039;)]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Verbindung damit war der [[Vansittartismus]] bei den Westalliierten von großer Bedeutung, also die Überzeugung, dass eine aggressive Außenpolitik zum [[Wesen (Philosophie)|Wesen]] der deutschen Nation gehöre.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Wippermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Umstrittene Vergangenheit. Fakten und Kontroversen zum Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1998, S. 14–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Derartige Auffassungen sorgten innerhalb von Teilen des [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandes gegen den Nationalsozialismus]], wie dem [[Kreisauer Kreis]] und den Verschwörern um das [[Attentat vom 20. Juli 1944]], für antiwestliche Stimmungen gegen [[Kapitalismus]] und [[Konsumismus|Materialismus]], was, [[Axel von dem Bussche]] zufolge, auch bei [[Claus Schenk Graf von Stauffenberg]] der Fall war.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Ehlers: &amp;#039;&amp;#039;Technik und Moral einer Verschwörung. 20. Juli 1944.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1964, S. 149–150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der am 26. April 1945 erlassenen [[JCS 1067|Joint Chief of Staffs Direktive 1067]], welche die [[Medienpolitik]] der Alliierten im Umgang mit Deutschland festlegte, wurde eine „Politik der Härte“ gefordert. Laut der Direktive Nr. 1 von [[Robert A. McClure|Robert McClure]] an die [[Heeresgruppenpresse]] hieß dies, dass durch möglichst emotionsarme und faktenorientierte Berichterstattung unter den Deutschen ein Bewusstsein für eine Kollektivschuld für Verbrechen wie jene, die in den Konzentrationslagern begangen wurden, zu schaffen sei. Die Behauptung einer Kollektivschuld in der letzteren Direktive wurde allerdings bereits nach einer Woche zurückgenommen und der Gebrauch des Vorwurfes durch die Alliierten reduziert, da diese die [[Demokratisierung]] nicht wie erwartet förderten, sondern eher hinderlich waren. Dadurch nahm die These der Kollektivschuld auch nie den Status einer offiziellen Doktrin an und führte nicht zu juristischen Konsequenzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Francis R. Nicosia p.130,131&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Jeffrey K. Olick: &amp;#039;&amp;#039;In the house of the hangman: the agonies of German defeat, 1943–1949.&amp;#039;&amp;#039; S. 98&amp;amp;nbsp;f. ([http://books.google.com/books?id=eBzJvmrOSL0C&amp;amp;pg=PA98&amp;amp;lpg=PA98&amp;amp;dq=%22Diese.+Schandtaten:+Eure+Schuld!%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=E2xFoI9bnu&amp;amp;sig=gBjFrl_4Vfol0yjwdJVcm0KHeMI&amp;amp;hl=it&amp;amp;ei=D_2bS_yBO5GO_Abu7Lz7CQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=6&amp;amp;ved=0CCAQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=%22Diese.%20Schandtaten%3A%20Eure%20Schuld!%22&amp;amp;f=false Fn. 12]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Aleida Assmann |Titel=Geschichtsvergessenheit - Geschichtsversessenheit : vom Umgang mit deutschen Vergangenheiten nach 1945 |Verlag=Stuttgart : Deutsche Verlags-Anstalt |Datum=1999 |Seiten=124 |Online=https://archive.org/details/geschichtsverges0000assm/page/124/mode/2up}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Cornelia Brink |Hrsg=De Gruyter Akademie Forschung |Titel=Ikonen der Vernichtung: Zum öffentlichen Gebrauch von Fotografien aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern nach 1945 |Datum=1998 |ISBN=3-05-003211-1 |Seiten=ab S. 41}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Anstatt dessen übernahmen die Besatzungsmächte einen Standpunkt, der zwischen der aktiven Schuld von „Kriminellen“ und der passiven Schuld der Gesamtbevölkerung differenzierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://zeitgeschichte-online.de/geschichtskultur/der-nuernberger-hauptkriegsverbrecherprozess-als-medienereignis#_ftnref4 |titel=Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess als Medienereignis {{!}} zeitgeschichte-online.de |abruf=2025-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Der rigide „harte Frieden“ wich mit der Zeit einer „weicheren“ Linie, die die Mitwirkung der Deutschen befürwortete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Juli 1945 – dem ersten Jahrestag des [[Attentat vom 20. Juli 1944|gescheiterten Versuchs, Hitler zu töten]] – wurde das Attentat überhaupt nicht erwähnt. Der Grund dafür war, dass man glaubte, wenn die deutsche Bevölkerung daran erinnert würde, dass es aktiven deutschen Widerstand gegen Hitler gab, so würde dies die alliierten Bemühungen, der deutschen Bevölkerung ein Gefühl der kollektiven Schuld zu vermitteln, untergraben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael R. Beschloss: &amp;#039;&amp;#039;The Conquerors: Roosevelt, Truman and the Destruction of Hitler’s Germany, 1941–1945.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 0-7432-4454-0, S. 258 (&amp;#039;&amp;#039;„At a moment when they were trying to establish a sense of collective guilt for Hitler’s horrors, they did not wish to confuse the issue by reminding the world that some Germans had risked their lives, however belatedly and for whatever reasons, to stop the Fuhrer.“&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Norbert Frei]] wurde die Kollektivschuldthese von den Westalliierten in der Nachkriegszeit – abgesehen von einzelnen Maßnahmen, etwa den Zwangsbesichtigungen von Stätten der NS-Verbrechen wie dem [[KZ Buchenwald]] – zwar durchaus vertreten, aber eben nicht praktiziert. In den [[Entnazifizierung]]sverfahren sei im Gegenteil jedes Mal individuelle Schuld geprüft worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Frei47&amp;quot;&amp;gt;Norbert Frei: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Lernprozesse. NS-Vergangenheit und Gerenationenfolge&amp;#039;&amp;#039;. In: Derselbe: &amp;#039;&amp;#039;1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. dtv, München 2009, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsche Reaktionen ===&lt;br /&gt;
Während 1946 noch 78 Prozent der Bevölkerung der Westzonen die ersten [[Nürnberger Prozesse]] nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] als gerecht empfanden, war diese hohe Zustimmungsquote nach Umfragen amerikanischer [[Demoskopie|Demoskopen]] vier Jahre später auf 38 Prozent gesunken. Die [[Internierung]]spraxis der Alliierten, die erzwungene Konfrontation mit den Hinterlassenschaften der [[Konzentrationslager]], die [[Entnazifizierung]] von früheren Vertretern des NS-Regimes, die Strafverfahren vor zivilen und militärischen Gerichten wurden zunehmend als [[Siegerjustiz]] empfunden. Die Nürnberger Prozesse, in denen jeweils ausgewählte Spitzenrepräsentanten des NS-Regimes verurteilt worden waren, galten als inszenierte „Stellvertreterprozesse“, in denen eine „Kollektivschuld“ der Deutschen bewiesen werden sollte. Auf dem Hintergrund eines diffusen Gefühls von Komplizenschaft wurde eine Entlastung aller Deutschen von einem „Kollektivschuldvorwurf“ gefordert. In [[Apologetik|apologetischer]] Form wurde behauptet, nur [[Adolf Hitler]], die NS-Führung bzw. die gesellschaftlichen Eliten sollten für Krieg und Völkermord verantwortlich gewesen sein, nicht das gesamte deutsche Volk oder der einzelne Täter. Wie Norbert Frei darstellt, hatte die Annahme, es würde den Deutschen eine Kollektivschuld vorgeworfen werden, in der Hauptsache dazu gedient, diesen Vorwurf in ritueller Empörung immer zurückweisen zu können. Dieser Diskurs sei „Ausdruck der fortbestehenden [[volksgemeinschaft]]lichen Solidarisierungsbedürfnisse“ gewesen und habe im Zusammenhang gestanden mit den in den 1950er Jahren verbreiteten Forderungen nach einer [[Amnestie]]rung der verurteilten NS- und Kriegsverbrecher sowie generell nach einem [[Schlussstrichdebatte|Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Frei47&amp;quot; /&amp;gt; Ähnlich argumentiert der Sozialwissenschaftler [[Samuel Salzborn]]: Durch Verdrängen bzw. Verschweigen der „ursächlichen Zusammenhänge von deutscher Volkstums- und Vernichtungspolitik auf der einen und [[Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950|Umsiedlung der Deutschen]] und [[Luftkrieg#Bombenangriffe auf Deutschland|Bombardierung deutscher Städte]] als Konsequenz dieser Politik auf der anderen Seite“ solle der „historische Kontext“ verschleiert werden. Weiter schreibt er anhand einer Analyse von Äußerungen der [[Alternative für Deutschland|AfD]]-Politiker [[Björn Höcke]] und [[Alexander Gauland]]: „Dem stets [[Halluzination|halluzinierten]] Vorwurf einer deutschen Kollektivschuld, den es tatsächlich von alliierter und assoziierter Seite als politische Handlungsmaxime nicht gegeben hat […], wird mit einer Geschichtsinterpretation begegnet, die geradewegs auf die Schaffung eines Mythos deutscher Kollektiv&amp;#039;&amp;#039;unschuld&amp;#039;&amp;#039; zusteuert.“&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Salzborn: &amp;#039;&amp;#039;Antisemitismus in der „Alternative für Deutschland“.&amp;#039;&amp;#039; In: ders. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Antisemitismus seit 9/11. Ereignisse, Debatten, Kontroversen.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2019, S. 206.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch heute gehört die Behauptung, die Deutschen seien einem Kollektivschuldvorwurf ausgesetzt oder ausgesetzt gewesen, zur rechten Rhetorik. Der Bundestagsabgeordnete [[Martin Hohmann]], damals CDU (mittlerweile [[Alternative für Deutschland|AfD]]), wehrte sich zum Beispiel 2003 in einer Rede zum [[Tag der Deutschen Einheit]] gegen angebliche Behauptungen, die Deutschen seien ein „[[Tätervolk]]“, indem er die gleiche Behauptung gegen die Juden richtete und sie mit Zitaten aus einem [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] [[Pamphlet]] untermauerte. Daraufhin wurde er aus der CDU ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Rhetorik [[Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland|deutscher Rechtsextremisten und Rechtsradikaler]] spielt die Aussage, man sei mit einem Kollektivschuldvorwurf konfrontiert, eine tragende Rolle. Behauptet wird fälschlicherweise, dass die [[Reeducation]]-Programme der Alliierten nach 1945, die Demilitarisierung Deutschlands und die [[Deutsche Reparationen nach dem Zweiten Weltkrieg|Reparationen]] für die von Deutschland angerichteten Kriegsschäden auf eine „Kollektivschuldthese“ gestützt gewesen seien. Darüber hinaus bietet die Behauptung Gelegenheit, in [[Exkulpation|exkulpatorischer]] Absicht auf [[Kriegsverbrechen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg|alliierte Kriegsverbrechen]] zu verweisen, eine angebliche jüdische Mitschuld an der NS-Herrschaft zu behaupten oder den [[Holocaustleugnung|Holocaust zu relativieren]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuld.&amp;#039;&amp;#039; In: Derselbe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. dtv, München 1992, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch von den beiden [[Volkskirche]]n und von der Politik wurde eine deutsche Kollektivschuld zurückgewiesen. Bundespräsident [[Theodor Heuss]] schlug stattdessen den Begriff „Kollektivscham“ vor; auch [[Richard von Weizsäcker]] betonte in seiner viel beachteten Rede &amp;#039;&amp;#039;[[Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, die er am 8. Mai 1985 vor dem [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] hielt: „Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht“, rief aber gleichzeitig dazu auf, kollektiv die Verantwortung für das nationalsozialistische Unrecht zu akzeptieren. Weizsäcker bezeichnet diese Haltung als „Kollektivhaftung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelne Stimmen ===&lt;br /&gt;
: „Es ist undenkbar, dass die Mehrheit aller Deutschen&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot;&amp;gt;Gemeint waren [[Deutsche Staatsangehörigkeit#Zeit des Nationalsozialismus|Bürger]] im Sinne des nationalsozialistischen [[Reichsbürgergesetz]]es.&amp;lt;/ref&amp;gt; verdammt werden soll mit der Begründung, dass sie Verbrechen gegen den Frieden begangen hätten. Das würde der Billigung des Begriffes der Kollektivschuld gleichkommen, und daraus würde logischerweise Massenbestrafung folgen, für die es keinen Präzedenzfall im Völkerrecht und keine Rechtfertigung in den Beziehungen zwischen den Menschen gibt.“ (aus dem Urteil der Alliierten in den [[Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse]]n gegen die [[I.G. Farben]], 29. Juli 1948).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychologe [[Viktor Frankl]] argumentierte gegen das Konstrukt der Kollektivschuld: „es gibt nur zwei Rassen von Menschen, die [[Anstand|Anständigen]] und die Unanständigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Frankl war ein jüdischer Psychologe und überlebte, anders als seine Eltern und seine Ehefrau, Auschwitz. Er wurde 1945 im KZ Türkheim befreit und nahm mit dem zitierten Satz auch &amp;#039;seinen&amp;#039; ehemaligen Lagerkommandanten Karl Hofmann in Schutz. Sein Buch [[… trotzdem Ja zum Leben sagen]] (1. Auflage. 1946, 28. Auflage. 2007) wurde zum Bestseller und in Amerika über 9 Millionen Mal verkauft.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der britisch-jüdische Verleger [[Victor Gollancz]] wandte sich 1945 in seinem Artikel „What Buchenwald Really Means“ gegen das Konzept einer deutschen Kollektivschuld. Er begründete dies damit, dass Hunderttausende von nichtjüdischen Deutschen ebenfalls Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungen waren und noch mehr durch den NS-Terror zum Schweigen gebracht worden seien. Auch wären britische Staatsbürger, die nichts unternommen hätten, um die Juden zu retten, obwohl sie im Gegensatz zu den Deutschen in einer Demokratie lebten, ebenfalls nicht unschuldig.&amp;lt;ref&amp;gt;Ruth Dudley Edwards: &amp;#039;&amp;#039;Victor Gollancz: A Biography.&amp;#039;&amp;#039; Victor Gollancz, London 1987, ISBN 0-575-03175-1, S. 106, 108, 113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Benjamin Sagalowitz]] schrieb 1950 in einem Reisebericht für den [[Jüdischer Weltkongress|Jüdischen Weltkongress]]:&lt;br /&gt;
: „Die Antwort auf die entscheidende Frage, ob irgendeine Aussicht auf eine echte Änderung in Verhalten und Standpunkt des deutschen Volkes besteht, ist eng mit dem Problem der Kollektivschuld verknüpft, d.&amp;amp;nbsp;h. mit Deutschlands Haltung zu seiner Nazi-Vergangenheit. Eine klare Definition des Begriffes „Kollektivschuld“ ist unentbehrlich, wenn man das Für und Wider dieser Frage einschätzen will. Wenn [[Juden]] über Deutschlands Kollektivschuld reden, meinen sie die Verantwortung der deutschen Nation als solcher für die Verbrechen, die in ihrem Namen vom Naziregime verübt wurden. Es geht also um die historische Schuld Deutschlands als einer kollektiven politischen Einheit. […] Etwas ganz anderes ist es festzustellen, ob eine „Solidarschuld“ vorliegt, d.&amp;amp;nbsp;h., ob man jeden einzelnen Deutschen der Naziverbrechen für schuldig halten sollte – aus dem einfachen Grund seiner Zugehörigkeit zur deutschen Nation. Dies ist weder die Auffassung der Juden noch die der Alliierten. Die unterschiedlichen Kriegsverbrecherprozesse sind ein ausreichender Beweis, dass nur die aufgrund einer persönlichen Schuld Verurteilten […] bestraft werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jael Geis: &amp;#039;&amp;#039;Übrig sein – „Leben danach“&amp;#039;&amp;#039;. Philo, Berlin, o.&amp;amp;nbsp;J., ISBN 3-8257-0190-5, S. 290.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagalowitz argumentierte, dass alle Welt auf die Verantwortung der USA, Großbritanniens, der Sowjetunion oder Israels verweise, wenn es z.&amp;amp;nbsp;B. um das Schicksal der arabischen Flüchtlinge aus Palästina oder um die Teilung Deutschlands gehe; in dieser Weise gebe es auch eine Verantwortung Deutschlands. Auch [[Leo Baeck]] unterschied politische Schuld von strafrechtlicher Schuld, er sprach von der Gesamtverantwortung Deutschlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ralph Giordano]] wollte 1947 nicht von „Kollektivschuld“ sprechen. Es habe eine Minderheit von Deutschen gegeben, die ihrem Gewissen und nicht dem Führer gefolgt sei. Die Mehrheit habe jedoch kein Recht, sich dadurch entlastet zu fühlen und von deren Anständigkeit zu profitieren, besonders weil sie sich auch heute noch von dieser Minderheit distanziere.&amp;lt;ref&amp;gt;Jael Geis: &amp;#039;&amp;#039;Übrig sein – „Leben danach“&amp;#039;&amp;#039;. S. 295.&amp;lt;/ref&amp;gt; Giordano sah &amp;#039;&amp;#039;die Hauptschuld der Millionen in ihrem Schweigen dem Unrecht gegenüber, dem sie täglich, stündlich überall begegneten&amp;#039;&amp;#039;. Bereits 1945 schrieb der [[Frankfurt am Main|Frankfurter]] Rabbiner [[Leopold Neuhaus]] in der [[Frankfurter Rundschau]]&amp;lt;ref&amp;gt;Rabbiner Neuhaus: &amp;#039;&amp;#039;In memoriam …&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau.&amp;#039;&amp;#039; 9. November 1945.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Jahrestag der sogenannten [[Novemberpogrome 1938|Reichskristallnacht]], dass sich diejenigen, die zugesehen und die Zerstörung hätten geschehen lassen, mitschuldig gemacht hätten. Eine Rolle in der Diskussion um die Kollektivschuld spielte auch das Nutznießertum, das als Mitschuld begriffen wurde. Zwar gab es nach dem Krieg vielfach auch Verständnis und Hilfsbereitschaft für die Juden, aber es fehlte zunächst der Wille zur [[Wiedergutmachung]] und in Tausenden von Fällen versuchten Deutsche, Besitz zu behalten, der Juden gestohlen worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele aus der Religion ==&lt;br /&gt;
* Aus dem [[Altes Testament|Alten Testament]] ist die Vorstellung bekannt, dass eine Gruppe vom Unglück heimgesucht wird, weil einzelne ein Vergehen oder Verbrechen begangen haben.&lt;br /&gt;
* Der Vorwurf des kollektiven [[Gottesmord]]s an die Juden war seit etwa 190 zentraler Bestandteil des christlichen [[Antijudaismus]]. Ob bereits das [[Neues Testament|Neue Testament]] den Juden eine Kollektivschuld an der Kreuzigung Jesu zuschreibt, ist in der Debatte um [[Antijudaismus im Neuen Testament]] umstritten.&lt;br /&gt;
* Verbreitet ist im christlichen Gedankengut auch die Vorstellung einer Erbschuld aufgrund einer so genannten [[Erbsünde]] der Menschheit, die mit der Geburt jedem Menschen neu anhaftet und durch den Zeugungsakt weitervererbt würde. Diese Lehre wurde im 4. Jahrhundert von [[Augustinus von Hippo]] geprägt. Im [[Neues Testament|Neuen Testament]] wird eine Kollektivschuld des Menschen im [[Brief des Paulus an die Römer]] mit der Textstelle: „In [[Adam und Eva]] haben alle gesündigt“ begründet. Nach den [[Zehn Gebote]]n wird die individuelle Schuld einer Person bis in die dritte und vierte Generation ihrer Nachkommen weiterverfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel aus dem Sport ==&lt;br /&gt;
Vom [[Deutscher Fußball-Bund|Deutschen Fußball-Bund]] wird das Prinzip der Kollektivschuld heute noch praktiziert: „Anhänger, Fans und Verein stellen eine Einheit dar. Die Verurteilung … erfolgt aufgrund der gefestigten Rechtsprechung, dass einem Verein das Fehlverhalten seiner Anhänger zugerechnet wird, auch wenn ihn selber kein Verschulden trifft…“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dfb.de/news/detail/dynamo-dresden-bleibt-vom-dfb-pokal-ausgeschlossen-40915/ &amp;#039;&amp;#039;DFB-Sportgerichtsbarkeit Dynamo Dresden bleibt vom DFB-Pokal ausgeschlossen.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;dfb.de&amp;#039;&amp;#039;, 7. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basierend auf diesem Prinzip wird auf Fehlverhalten in den Stadien auch gegen Fans immer wieder mit Kollektivstrafen reagiert, beispielsweise durch Sperren einzelner Zuschauerblöcke oder ganzer Stadien für die Öffentlichkeit. Gegen solche Kollektivstrafen wird sowohl von Fans als auch von Experten scharfe Kritik geübt, weil der präventive Effekt umstritten ist. Eine britische Studie über englische Fußballfans legt nahe, dass Kollektivstrafen sogar kontraproduktiv sein könnten und stattdessen andere, den Dialog stärkende Maßnahmen, vorzuziehen wären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Clifford Stott, James Hoggett und Geoff Pearson |Titel=&amp;quot;Keeping the Peace&amp;quot;: Social Identity, Procedural Justice and the Policing of Football Crowds |Sammelwerk=The British Journal of Criminology |Band=Vol. 52 |Nummer=2 |Datum=2012-03 |Seiten=381-399}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Inwieweit diese Studienergebnisse auch auf die organisiertere Fankultur im deutschsprachigen Raum übertragbar ist, ist unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel Antisemitismus ==&lt;br /&gt;
Die früheren eher religiös bedingten Ursachen des [[Antisemitismus]] treten immer mehr in den Hintergrund und werden durch [[Antizionismus|israelbezogenen Antisemitismus]] ersetzt. Hierbei wird den in der [[Diaspora]] lebenden Juden eine Kollektivschuld an der Politik der israelischen Regierung, insbesondere gegenüber den Palästinensern, zugesprochen. Dabei wird auch das [[Existenzrecht Israels]] in Frage gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/heimat-integration/expertenkreis-antisemitismus/expertenbericht-antisemitismus-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 Antisemitismus in Deutschland – aktuelle Entwicklungen], Unabhängiger Expertenkreises Antisemitismus, Bundesministerium des Innern. April 2017. Abgerufen am 4. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Rudolf van Hüllen]] |url=https://www.kas.de/web/linksextremismus/gibt-es-einen-linksextremistischen-antisemitismus- |titel=Gibt es einen linksextremistischen Antisemitismus? |werk=Konrad-Adenauer-Stiftung |abruf=2019-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele aus der Geschichte ==&lt;br /&gt;
* Die [[Jugoslawiendeutsche|deutsche Volksgruppe in Jugoslawien]] wurde mit den Beschlüssen des [[Antifaschistischer Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens|Antifaschistischen Rats der Nationalen Befreiung Jugoslawiens]] (AVNOJ) vom 21. November 1943 und am selben Datum 1944 ohne Gerichtsverfahren und unter Anwendung der These der &amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuld&amp;#039;&amp;#039; zu Feinden [[Jugoslawien]]s erklärt, entrechtet und enteignet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Blumenwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorwort zum Rechtsgutachten über die Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944-48.&amp;#039;&amp;#039; Zitiert in: Oliver Bagaric: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.vda-sachsen.de/auslandbeitraege/bagaric%20jugoslawien.htm Die deutsche Minderheit in Jugoslawien und den Nachfolgestaaten von 1945–2005]&amp;#039;&amp;#039;, Vortrag anlässlich des Forums des [[Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland|Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland]]: &amp;#039;&amp;#039;Brennpunkt Südosteuropa – Deutsche Minderheiten 1920–1945-2005.&amp;#039;&amp;#039; Dresden, 15. Oktober 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der [[Rumäniendeutsche|deutschen Volksgruppe in Rumänien]] wurde von den von der Sowjetunion eingesetzten rumänischen Behörden eine &amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuld&amp;#039;&amp;#039; an der „Teilnahme Rumäniens am antisowjetischen Krieg und der Besetzung Rumäniens durch Nazideutschland“ zugewiesen. Es folgten Entrechtung, Enteignung und Diskriminierung; Beispiele sind die [[Enteignung in Rumänien 1945]], die [[Verschleppung von Rumäniendeutschen in die Sowjetunion]] und ihre [[Deportation in die Bărăgan-Steppe]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Anneli Ute Gabanyi]]: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://www.arte.tv/de/der-anfang-vom-ende-krieg-flucht-verfolgung-diskriminierung/596472,CmC=596510.html |text=Der Anfang vom Ende: Krieg, Flucht, Verfolgung, Diskriminierung |wayback=20140223021411}}.&amp;#039;&amp;#039; [[Arte]], 29. Juli 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot;&amp;gt;Von 40.320 Personen waren 9.410 deutscher Volkszugehörigkeit, die anderen betroffenen ethnischen Gruppen waren vorwiegend Rumänen, Serben, Bulgaren und Ungarn. (Quelle: [http://www.kulturraum-banat.de/Kriegsfolgen/Baragan/Baragan.htm kulturraum-banat.de], [[Wilhelm Weber (Heimatforscher)|Wilhelm Weber]]: &amp;#039;&amp;#039;Und über uns der blaue endlose Himmel - Die Deportation der Banater Schwaben in die Baragan-Steppe.&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Verjährungsdebatte]]&lt;br /&gt;
* [[Kollektivhaftung]]&lt;br /&gt;
* [[Stuttgarter Schuldbekenntnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Jaspers]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Schuldfrage. Für Völkermord gibt es keine Verjährung.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München/Zürich 1979, ISBN 3-492-00491-1.&lt;br /&gt;
* [[Norbert Frei]]: &amp;#039;&amp;#039;1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2005, ISBN 3-406-52954-2.&lt;br /&gt;
* [[Theodor W. Adorno]]: &amp;#039;&amp;#039;Schuld und Abwehr.&amp;#039;&amp;#039; In: Theodor W. Adorno: &amp;#039;&amp;#039;Soziologische Schriften II.&amp;#039;&amp;#039; GS (20 Bände), Band 9.2, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-06511-4.&lt;br /&gt;
* Tobias Ebbrecht, Timo Reinfrank: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Schuld und die Störenfriede der Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; In: gruppe offene rechnungen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;THE FINAL INSULT. Das Diktat gegen die Überlebenden. Deutsche Erinnerungsabwehr und Nichtentschädigung der NS-Sklavenarbeit.&amp;#039;&amp;#039; Unrast, Münster 2003, ISBN 3-89771-417-5.&lt;br /&gt;
* Jan Friedmann, Jörg Später: &amp;#039;&amp;#039;Britische und deutsche Kollektivschuld-Debatte.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ulrich Herbert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wandlungsprozesse in Westdeutschland. Belastung, Integration, Liberalisierung 1945–1980.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 3-89244-609-1, S. 53–90.&lt;br /&gt;
* Frauke Klaska: &amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuldthese&amp;#039;&amp;#039;. In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Bielefeld : Transcript, 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 43f.&lt;br /&gt;
* Anne-Kathrin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Karl Jaspers: Die Schuldfrage&amp;#039;&amp;#039;. In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Bielefeld : Transcript, 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 44f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.juedisches-recht.de/rec_kollektivschuld.php &amp;#039;&amp;#039;Kollektivschuld und Kollektivstrafe im jüdischen und israelischen Recht&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Norpew</name></author>
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