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	<title>Knittelvers - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T22:10:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Knittelvers&amp;diff=213866&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fritz Pellegrini: /* Literatur */ Einen Titel, einschließlich Link zum Volltext, hinzugefügt.</title>
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		<updated>2025-02-18T10:21:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Einen Titel, einschließlich Link zum Volltext, hinzugefügt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Knittelvers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ursprünglich ein deutsches [[Versmaß]], das vor allem im 15. bis frühen 17. Jahrhundert in aller Regel in der nicht gesungenen, sowohl [[Lyrik|lyrischen]], [[Epik|epischen]] als auch [[Dramatik|dramatischen]] Dichtung Verwendung fand. Sein Name bezieht sich auf die ihm zugeschriebene Unregelmäßigkeit und Ungefügigkeit (&amp;#039;&amp;#039;Knüttel&amp;#039;&amp;#039; / [[Entlabialisierung|entrundet]] &amp;#039;&amp;#039;Knittel&amp;#039;&amp;#039; = ‚Knüppel‘). In den (lateinisch verfassten) Verslehren der Zeit hieß er &amp;#039;&amp;#039;Usitatissimus&amp;#039;&amp;#039; („der allergebräuchlichste [Vers]“). Es ist eine irrige Annahme, dass der Knittelvers nach dem [[Zisterzienser]]abt [[Benedikt Knittel]] (1650–1732) benannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form ==&lt;br /&gt;
Die einzige Vorschrift für den Knittelvers bestand darin, dass immer zwei aufeinanderfolgende Zeilen sich reimen müssen ([[Reim|Paarreim]]). Man unterscheidet seit [[Andreas Heusler (Altgermanist)|Andreas Heuslers]] dreibändiger &amp;#039;&amp;#039;Deutscher Versgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (1925–1929) zwischen dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;strengen Knittelvers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der (je nach [[Kadenz (Verslehre)|Kadenz]]) aus 8 oder 9 Silben pro Verszeile besteht, und dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;freien Knittelvers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der in der Silbenzahl variieren darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen einer lange gepflegten Auffassung war der Knittelvers im 15. und 16. Jahrhundert weder &amp;#039;&amp;#039;vierhebig&amp;#039;&amp;#039; noch &amp;#039;&amp;#039;füllungsfrei&amp;#039;&amp;#039; noch in &amp;#039;&amp;#039;alternierendem Rhythmus&amp;#039;&amp;#039; geschrieben. Dieses Missverständnis geht auf eine veränderte Handhabe des Knittelverses durch [[Johann Wolfgang Goethe|Goethe]] und seine Zeitgenossen zurück. Man zählte nun – gemäß der [[Prosodie]] des [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutschen]] – nicht mehr &amp;#039;&amp;#039;[[Silbe|Silben]]&amp;#039;&amp;#039; wie noch im Frühneuhochdeutschen (nach dem Vorbild französischer Metrik), sondern – gemäß der [[Martin Opitz|Opitz]]&amp;#039;schen Versreform – &amp;#039;&amp;#039;Hebungen&amp;#039;&amp;#039;. Der strenge Knittelvers wurde entsprechend umgebaut zu einem alternierenden [[Jambischer Vierheber|jambischen Vierheber]]. Daraus sich ergebende Unregelmäßigkeiten in Rhythmus und Verslänge führten zum Konzept der [[Füllungsfreiheit]]. Dieses Prinzip der Füllungsfreiheit nun rückwirkend auch auf den frühneuhochdeutschen Knittelvers anzuwenden, wäre allerdings unsinnig, da ein silbenzählendes Metriksystem keine metrisch relevanten Akzente, also keine [[Hebung (Verslehre)|Hebungen und Senkungen]] kennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der auf diese Weise entstandene &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuhochdeutsche Knittelvers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wie er z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Goethes Faust]] zur Anwendung kommt, hat sich jedoch als eigenes Versmaß in der deutschen Metrik etabliert. Im Unterschied zum alten Knittelvers sind in ihm zudem nicht nur der Paarreim, sondern auch [[Kreuzreim]], Schweifreim, umarmender Reim, sogenannte „[[Waise (Verslehre)|Waisen]]“ und andere [[Reim]]formen erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Im 15./16. Jahrhundert war der Knittelvers das übliche Versmaß im Drama, in den (damals noch versifizierten) erzählenden Dichtungen (siehe [[Versepos]]) und in nicht gesungenen, meist didaktischen oder satirischen Gedichten. (In gesungener Lyrik hingegen waren relativ freie Strophen- und Versformen üblich, die in den später so benannten [[Madrigalvers]] eingingen.) Früh verwendet wurde der Knittelvers von dem [[Nürnberg]]er [[Fastnachtspiel]]dichter [[Hans Rosenplüt]] (1400–1460). In [[Sebastian Brant]]s (1457–1521) satirischem Lehrgedicht &amp;#039;&amp;#039;Das Narrenschiff&amp;#039;&amp;#039; (1494) und in den Werken [[Hans Sachs]]’ (1494–1576) und [[Johann Fischart]]s (1546–1590) herrscht der strenge Knittelvers vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dichter des [[Barockliteratur|Barocks]] bekämpften die ihrer Meinung nach kunstlose Form des Knittelverses, woraufhin der Knittelvers für längere Zeit fast nur noch in volkstümlicher Dichtung oder scherzhaften Werken Verwendung fand. Dies änderte sich erst wieder mit dem [[Sturm und Drang]], als sich Autoren bewusst von klassischen Vorbildern ab- und deutschen Formen zuwandten. Klassisch geworden ist die Verwendung des Knittelverses in Goethes &amp;#039;&amp;#039;Faust&amp;#039;&amp;#039;, wo er die altdeutsche Kulisse des Faust-Stoffes illustriert. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird der Knittelvers kaum noch, und wenn, dann fast ausschließlich für komische Dichtung verwendet. Entsprechend häufig ist er z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Büttenrede|Büttenreden]] zu finden. [[Theodor Fontane]] jedoch benutzte ihn in seinen späteren Jahren als Zeichen einer einfachen, inhaltsbetonenden Lyrik ohne Pomp und auf Grund der Freiheit seiner Füllung. Die wohl bekannteste Dichtung allein in Knittelversen ist [[Hugo von Hofmannsthal]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Jedermann]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Beispiel für den strengen Knittelvers:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left: 3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eins abents spat da schaut ich aus&lt;br /&gt;
zu eim fenster in meinem haus,&lt;br /&gt;
darvor sah ich ein ungestalten,&lt;br /&gt;
eineugig zerhaderten alten&lt;br /&gt;
mit einem großen weiten maul&lt;br /&gt;
halten auf einem ackergaul.&lt;br /&gt;
:::::::[[Hans Sachs]], Beginn von &amp;#039;&amp;#039;Hans Unfleiß&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel für den freien Knittelvers:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left: 3em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch lasst euch gar nicht diß betrüben&lt;br /&gt;
Wenn der schreckliche grimmende brüllende Löw wird einher schieben.&lt;br /&gt;
:::::::[[Andreas Gryphius]], &amp;#039;&amp;#039;[[Absurda Comica oder Herr Peter Squenz]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Knittelversdichter ==&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Ganter]] (1809–1886), deutscher Maler und Lokaldichter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alfred Behrmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in den neueren deutschen Vers. Von Luther bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Stuttgart 1990, ISBN 978-3-476-00651-6.&lt;br /&gt;
* Dieter Breuer: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Metrik und Versgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. W. Fink/UTB, München 1981, ISBN 3-8252-0745-5.&lt;br /&gt;
* David Chisholm: &amp;#039;&amp;#039;Goethe’s Knittelvers. A Prosodic Analysis.&amp;#039;&amp;#039; Bouvier, Bonn 1975, ISBN 3-416-01084-1.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Feldmann (Journalist)|Wilhelm Feldmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Knittelvers.&amp;#039;&amp;#039; In: Zeitschrift für Deutsche Wortforschung. Jg. 4 (1903), S. 277–297. [https://archive.org/details/zeitschriftfrdeu04berluoft/page/276/mode/2up?view=theater (online)]&lt;br /&gt;
* Hans-Jürgen Schlütter: &amp;#039;&amp;#039;Der Rhythmus im strengen Knittelvers des 16. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Euphorion&amp;#039;&amp;#039; 60, 1966, S. 48–90&lt;br /&gt;
* [[Christian Wagenknecht]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Metrik. Eine historische Einführung.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 1981, ISBN 3-406-45630-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.landeswettbewerb-deutsch.de/2002/abt_knittel_2002.htm 12. Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg 2002], abgerufen am 25. Februar 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vers]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fritz Pellegrini</name></author>
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