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	<title>Klesha - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T02:38:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Klesha&amp;diff=92831&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Marko Kafé: /* Buddhismus */ + Ergänzung</title>
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		<updated>2026-01-04T17:52:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Buddhismus: &lt;/span&gt; + Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klesha&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Sanskrit]], m., क्लेश, {{IAST|kleśa}}, Leiden;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url = http://spokensanskrit.org/index.php?tran_input=kleSa&amp;amp;direct=se&amp;amp;script=hk&amp;amp;link=yes&amp;amp;mode=3 | titel= Suchergebnisse für &amp;quot;kleSa&amp;quot; | werk=spokensanskrit.org | abruf=2020-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; pali &amp;#039;&amp;#039;kilesa&amp;#039;&amp;#039;, ch: &amp;#039;&amp;#039;fánnǎo&amp;#039;&amp;#039; 烦恼; tib. &amp;#039;&amp;#039;nyon mongs pa&amp;#039;&amp;#039;, jp. 煩悩 &amp;#039;&amp;#039;bonnō&amp;#039;&amp;#039;) sind den Geist trübende Leidenschaften. In der [[Indische Philosophie|indischen Philosophie]], insbesondere im [[Buddhismus]] und [[Hinduismus]], werden diese „Befleckungen“ als Ursache des Leidens verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Yoga]] werden fünf Kleshas unterschieden:&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Avidya&amp;#039;&amp;#039;: Unwissenheit&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Asmita&amp;#039;&amp;#039;: Identifizierung, Ego&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Raga&amp;#039;&amp;#039;: Wunsch&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Dvesha&amp;#039;&amp;#039;: Abneigung&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Abhinivesha&amp;#039;&amp;#039;: Furcht.&lt;br /&gt;
Kleshas sind bestimmte Strukturen, Muster und Kräfte im menschlichen Geist, die die Wahrnehmung und die Handlungsweise des Menschen steuern und ihn immer wieder in Situationen bringen, die leidvoll erfahren werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Artikel der „VIVEKA – Hefte für Yoga“ werden die Kleshas mit „Unkraut“ verglichen und der menschliche Geist mit einem Garten. Während die Zierpflanzen gesät und bewässert werden müssen und intensiver Pflege bedürfen, um zu gedeihen, sprießt und wuchert das „Unkraut“ ohne jede besondere Pflege. Es nimmt den Garten in Besitz, wenn der Gärtner nachlässig oder untätig wird. Und so ist es auch mit den Kleshas: Sie brauchen keine Pflege, um groß und allgegenwärtig zu werden und den Geist zu beherrschen, sie sind einfach da. Sich selbst überlassen, wird der Geist durch die Kleshas geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Yoga-Sutras des [[Patanjali]] heißt es über die Kleshas, dass sie sehr unterschiedlich wirken können: Sie können „schlafen“, schwach, unterbrochen oder auch sehr aktiv sein. Es kommt auch vor, dass ein Klesha besonders stark ausgeprägt ist, so dass es die anderen dominiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Avidya ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Avidya bedeutet so viel wie Nichtwissen, aber nicht im Sinne von Unwissen oder unbekannt, sondern im Sinne von vorhandenem, aber falschem Wissen bzw. Täuschung. Avidya wird als die „Mutter“ oder „Quelle“ betrachtet, aus der die anderen Kleshas entstehen. Wie ein „Schleier“ legt es sich über die [[Wahrnehmung]] und trübt diese. Die Wahrnehmung des Menschen ist in der Regel höchst [[subjektiv]], und so kann sie in einer Situation richtig oder auch falsch sein. Unter Avidya versteht man eine falsche Art des Verstehens, eine falsche (subjektive) Art der [[Interpretation]] einer Situation. Avidya ist das Ergebnis von angehäuften [[Erfahrung]]en: In einer bestimmten Situation wurde einmal auf eine bestimmte Art empfunden, gedacht, verstanden, gehandelt – fortan wird automatisch, mechanisch, beinahe blind wiederholt. Der Mensch ist in seiner Wahrnehmung und seinem Handeln festgelegt (samskara). Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Unklarheit mit Klarheit verwechselt wird: Man fühlt sich klar und ist tatsächlich befangen. Oder umgekehrt: Man misstraut der eigenen Wahrnehmung und schließlich stellt sie sich doch als richtig heraus. Ein ganz einfaches Beispiel, wie Avidya sich im Alltagsleben zeigt: Eine Person verhält sich sehr abweisend, ist mürrisch und unfreundlich. Leicht wird daraus der Schluss gezogen, diese Person habe vielleicht eine Abneigung gegen uns oder sei unseretwegen verärgert. Tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass diese Person zurzeit ein [[Problem]] mit sich selbst, mit ihrem Familienleben oder ihrer [[Gesundheit]] hat, oder vielleicht hat sie einfach nur einen schlechten Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der klassischen [[Veda|vedantischen]] Auffassung ist das Nichtwissen die Kraft, die das Ich aufbaut und dazu verführt, sich und seine Erfahrungen fälschlich für wirklich und sein Verhalten für richtig und angemessen zu erachten. Dieses Nichtwissen kann, so wird weiter ausgeführt, weder als seiend oder bestehend ([[sat]]) noch als nicht-seiend oder nicht-bestehend (a-sat) bezeichnet werden, sondern nur als unerklärbar. Denn wenn es unwirklich wäre, so wird argumentiert, dann wäre es nicht mächtig genug dem inneren Auge des Menschen die Erkenntnis der unmittelbaren Wirklichkeit des [[Selbst]]es zu verhüllen. Wenn es aber andererseits wirklich, das heißt von absoluter Unzerstörbarkeit wäre, so könnte es nicht so leicht vom Wissen ([[Vidya]]/[[Rigpa]]) aufgehoben werden; das Selbst ([[Atman]]) könnte dann nie als Urgrund allen Seins entdeckt werden. Weiterhin heißt es, Nichtwissen kann nicht als &amp;#039;&amp;#039;seiend&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden, da es sich ständig verändert. Seine Form sei also flüchtig, vergänglich, überwindbar. Sein Wesen sei eben Vergänglichkeit und dass dies der Suchende in dem Augenblick erkennt, da er über den „Täuschungszauber“ hinausgelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Asmita ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Asmita ist das (übermächtige) Ego gemeint, die [[Identifikation (Psychologie)|Identifikation]] mit dem Ich. Es bedeutet, sich selbst sehr wichtig zu nehmen. Es bedeutet sowohl Selbstbezogenheit, [[Hochmut]] und [[Stolz]] als auch umgekehrt ein minderwertiges Bild des Selbst oder Selbstmitleid. Asmita zeigt sich immer dann, wenn man den [[Ehrgeiz]] hat, besser als andere sein zu wollen oder wenn jemand immer recht haben möchte. Aber auch Gefühle wie: „Immer geht es nur MIR schlecht...“ oder „Immer werde ICH ausgenutzt...“ haben ihren [[Ursprung]] in Asmita. Es bedeutet, die vollständige Identifikation mit einem momentanen Gefühl: Man erlebt einen Fehlschlag und schon identifiziert man sich mit dem Gefühl, ein [[Versager]] zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Raga ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raga bedeutet [[Wunsch]], Verlangen oder [[Begierde]] – Eigenschaften, die häufig der Grund für eine bestimmte Verhaltensweise sind. Raga bedeutet, etwas haben zu wollen, was man vielleicht gar nicht unbedingt braucht, oder was einem sogar gar nicht gut tut (z.&amp;amp;nbsp;B. übermäßiges Essen, [[Konsum]] als Ersatzbefriedigung). Der Mensch will etwas haben, und wenn er es hat, ist es nicht genug. Raga verlangt nach immer noch mehr, nach einer Steigerung, nach dem nächsten „Kick“. Nur der wunderschöne, strahlende Sternenhimmel reicht nicht aus, um die Sache perfekt zu machen, fehlt noch ein guter [[Rotwein]] und ein paar [[Meteor#Sternschnuppen und Feuerkugeln|Sternschnuppe]]n wären auch nicht schlecht. Raga meint die kleinen und großen [[Sucht|Süchte]] des Menschen, der selbst dann zugreift, wenn er etwas gar nicht gebrauchen kann. Raga bedeutet die Verhaftung in der materiellen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dvesha ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dvesha ist so etwas wie das Gegenteil von Raga: die (unbegründete) [[Ablehnung]], [[Angst]] vor Veränderungen und dem Unbekannten. Es wurde einmal eine negative Erfahrung gemacht, fortan wird alles abgelehnt, was damit in Verbindung steht. Beispiel: Im Urlaub in [[Spanien]] wurde das Auto aufgebrochen und ausgeraubt. Künftig hasst der betroffene Mensch Spanien und die Spanier und macht dort nie wieder Urlaub. Oder: Ein Mensch wurde früher einmal von einem [[Haushund|Hund]] gebissen und lehnt nun alle Hunde als grundsätzlich aggressive Tiere ab. Gerade ältere Menschen halten gerne am Traditionellen fest und lehnen Veränderungen und Neuerungen kategorisch ab – auch das ist eine Form von Dvesha. Es muss aber differenziert werden, denn nicht jede Ablehnung muss gleich Dvesha sein: Wenn jemand es vermeidet, nachts allein durch ein düsteres Viertel zu gehen, weil dort [[Gefahr]]en lauern könnten, so ist das nicht Dvesha, sondern begründete Vorsicht, eine realistische Einschätzung der Lage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abhinivesha ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte der Kleshas ist &amp;#039;&amp;#039;Abhinivesha&amp;#039;&amp;#039;, was so viel bedeutet wie „die Wurzel der Angst“. Gemeint sind alle Formen von Angst und Furcht: Unsicherheit, Zweifel, Panik, Existenzängste, Angst vor der [[Zukunft]], Angst vor Krankheiten, vor allem die Angst vor dem Tod. Dieses Klesha ist sehr mächtig, denn im Yoga geht man davon aus, dass der Geist die [[Realität]] bestimmt. Wenn eine Person also von der Angst vor einer bestimmten Krankheit total dominiert wird, wird die Wahrscheinlichkeit als hoch betrachtet, dass die Person gerade diese Krankheit auch wirklich bekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buddhismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Buddhismus]] meint &amp;#039;&amp;#039;Klesha&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Kilesa&amp;#039;&amp;#039; die „Verunreinigungen“, „die den Geist trübenden Leidenschaften“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;palikanon&amp;quot;&amp;gt;[http://www.palikanon.de/wtb/kilesa.html www.palikanon.de] Erklärung Kilesa mit Verweis auf Textstellen im [[Pali-Kanon]], letztmals aufgerufen Mai 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt folgende zehn Geistesverschmutzungen (kursiv in Klammern sind dahinter jeweils die entsprechenden Pali-Begriffe vermerkt):&lt;br /&gt;
# Gier, Begierde (pali lobha, tib. ’dod chags)&lt;br /&gt;
# Hass (pali dosa, skt. dvesa)&lt;br /&gt;
# Verblendung &amp;#039;&amp;#039;(moha, avijjā)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
# (Ich-)Dünkel &amp;#039;&amp;#039;(asmi-mana)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
# (falsche) Ansichten (micchādiṭṭhi)&lt;br /&gt;
# Zweifel, Zweifelsucht (vicikicchā)&lt;br /&gt;
# Starrheit, Trägheit (thīnaṃ)&lt;br /&gt;
# Aufgeregtheit, Anmaßung (uddhaccaṃ)&lt;br /&gt;
# Schamlosigkeit (ahirikaṃ)&lt;br /&gt;
# Gewissenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit (anottappaṃ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nummern 1 bis 3 werden zusammengefasst als &amp;#039;&amp;#039;mula&amp;#039;&amp;#039; oder die [[Drei Geistesgifte]] ([[Sanskrit]]/[[Pali]] मूल &amp;#039;&amp;#039;mūla&amp;#039;&amp;#039;, [[Umschrift nach Wylie|Tibetisch]]: དུག་གསུམ &amp;#039;&amp;#039;dug gsum&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derzeit werden in den buddhistischen Traditionen des [[Mahayana]] und [[Theravada]] die drei Kleshas der Unwissenheit, Anhaftung und Abneigung als Wurzel oder Quelle aller anderen Kleshas identifiziert. Diese werden in der Mahayana-Tradition als die drei Geistesgifte und in der Theravada-Tradition als die drei unheilsamen Wurzeln bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Tanha]] (Pali: Tanhā, Sanskrit: Tṛṣṇā, Chin: 愛) – „Begehren“, „Verlangen“, „Durst“ oder „Wollen“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[T. K. V. Desikachar]]: &amp;#039;&amp;#039;Religiousness in yoga. Lectures on theory and practice&amp;#039;&amp;#039;. University Press, Washington, D.C. 1980, ISBN 0-8191-0967-3.&lt;br /&gt;
** deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Yoga Tradition und Erfahrung. Die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patanjali&amp;#039;&amp;#039;. 2. Aufl. Via Nova, Petersberg 1997, ISBN 3-928632-00-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Marko Kafé</name></author>
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