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	<title>Kleonai - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kleonai&amp;diff=750826&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2025-04-06T22:44:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Korinth Isthmus de.svg|mini|Lage von Kleonai]]&lt;br /&gt;
[[Datei:kleonai1.jpg|mini|Der [[Steinbruch von Kleonai|antike Steinbruch]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kleonai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Κλεωναί}}) ist eine 13&amp;amp;nbsp;km südwestlich von [[Korinth (antike Stadt)|Korinth]] gelegene antike griechische Stadt und war wahrscheinlich bereits im [[Späthelladikum]] besiedelt. Es liegt etwa 1,6&amp;amp;nbsp;km östlich des heutigen Ortes [[Archees Kleones]]. Die Stadt hatte im frühen 4. Jahrhundert v. Chr. eine Bevölkerung von etwa 8000&amp;amp;nbsp;Einwohnern&amp;lt;ref&amp;gt;Ioanna Kralli: &amp;#039;&amp;#039;The Hellenistic Peloponnese: Interstate Relations.&amp;#039;&amp;#039; 2017, ISBN 978-1-910589-60-1, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; und beherrschte die Straße vom [[Isthmos von Korinth]] ins Innere der [[Peloponnes]]. Bis zum Verlust der Selbständigkeit im 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. an [[Argos (Stadt)|Argos]] hatte sie die Kontrolle über die [[Nemeische Spiele|Nemeischen Spiele]]. Heute sehenswert sind vor allem der antike [[Steinbruch von Kleonai|Steinbruch]], der Baumaterial für das nahe gelegene Heiligtum von [[Nemea (Heiligtum)|Nemea]] lieferte sowie die Überreste eines Tempels, der höchstwahrscheinlich mit dem von [[Diodor]] erwähnten [[Heraklestempel von Kleonai|Tempel des Herakles]] zu identifizieren ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor: &amp;#039;&amp;#039;Historische Bibliothek&amp;#039;&amp;#039; 4, 33, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung und Geschichte ==&lt;br /&gt;
Kleonai soll nach Kleones, einem Sohn des [[Pelops]] oder nach Kleone, einer Tochter des Flusses [[Asopos (Korinthia)|Asopos]] benannt sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pausanias]]: Reisen in Griechenland, 2, 15, 1&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[Herakles]] nach Kleonai kam, wurde er von dem Tagelöhner [[Molorchos]] aufgenommen. Dieser opferte Zeus, dem Retter, nachdem Herakles den [[Nemeischer Löwe|Nemeischen Löwen]] getötet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Apollodor von Athen (Schriftsteller)|Apollodor von Athen]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Bibliotheke des Apollodor|Bibliotheke]]&amp;#039;&amp;#039; 2, 74–75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Kleonai tötete Herakles auch die [[Siamesische Zwillinge|Siamesischen Zwillinge]] [[Aktorione|Kteatos und Eurytos]], da sie beim Kampf gegen [[Augias]] dem Rivalen beistanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Apollodor von Athen: &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheke&amp;#039;&amp;#039; 2, 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Homer]] nahm Kleonai am [[Trojanischer Krieg|Trojanischen Krieg]] teil und gehörte zum Machtbereich des mykenischen Herrschers [[Agamemnon]].&amp;lt;ref&amp;gt;Homer: &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; 2, 570.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eroberung der Peloponnes durch die [[Herakleiden]] flohen die Einwohner aus Kleonai und siedelten später in [[Klazomenai]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 7, 3, 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von nun an war die Stadt [[Dorer|dorisch]]. Die Nachkommen des [[Temenos (Mythologie)|Temenos]] flohen im 7. Jahrhundert v. Chr. vor [[Pheidon (Argos)|Pheidon]] aus Argos nach Kleonai. Im 6. Jahrhundert v. Chr. war sie wohlhabend, hatte ein eigenes Alphabet und wurde von aristokratischen [[Oligarchie|Oligarchen]] regiert. 573 v. Chr. stiftete Kleonai zusammen mit Argos die Nemeischen Spiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. erhielt Kleonai eine demokratische Verfassung. Die Stadt blieb unabhängig, bis sie 470 v. Chr. von Korinth besiegt wurde. Von nun an begab sie sich in die Obhut von Argos. Als Argos 468/7 v. Chr. [[Mykene]] belagerte unterstützten sie die Kleonaier und als die Stadt fiel flohen viele Einwohner nach Kleonai.&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 7, 25, 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 460 v. Chr. wurde Kleonai von [[Sparta]] angegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Plutarch]]: &amp;#039;&amp;#039;Kimon&amp;#039;&amp;#039; 17, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der [[Schlacht von Tanagra (457 v. Chr.)|Schlacht von Tanagra]] im Jahre 457 v. Chr. kämpfte Kleonai an der Seite von Athen und Argos. Die Gefallenen aus Argos und Kleonai erhielten ein Staatsbegräbnis auf dem Athener Friedhof am [[Kerameikos]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 1, 29, 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 430 v. Chr. während des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Kriegs]] brach in der Stadt wie auch in Athen die [[Pest]] aus. Man befolgte eine Weissagung der [[Pythia]] und opferte bei Sonnenaufgang einen Widder.&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 10, 11, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als die Seuche besiegt war weihte man einen bronzenen Widder in [[Delphi]]. 418 v. Chr. zerstörte Sparta das Heiligtum von Nemea und Argos richtete übergangsweise die Spiele aus. Im gleichen Jahr kämpfte Kleonai in der [[Erste Schlacht von Mantineia|Ersten Schlacht von Mantineia]] an der Seite von Argos und Athen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thukydides]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Peloponnesischen Krieges&amp;#039;&amp;#039; 5, 67–74.&amp;lt;/ref&amp;gt; 414 v. Chr. zog Sparta gegen Kleonai, da es jedoch ein Erdbeben gab, zogen sie wieder ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Thukydides: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Peloponnesischen Krieges&amp;#039;&amp;#039; 6, 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der [[Schlacht bei Leuktra]] im Jahre 371 v. Chr. kam es zwischen Kleonai und Korinth zu Feindseligkeiten. Nach 338 v. Chr. baute Argos den Tempel von Nemea wieder auf und richtete für kurze Zeit die Nemeischen Spiele aus. Ende des 4. Jahrhunderts gelangte Kleonai in stärkere Abhängigkeit von Argos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 270 und 260 v. Chr. wurden die Nemeischen Spiele zusammen mit den [[Heraia]] in Argos abgehalten. 235 v. Chr. besiegte [[Aratos von Sikyon]] den Tyrann [[Aristippos II. von Argos]] in der [[Schlacht von Kleonai]] und eroberte die Stadt, die nun ihre Eigenständigkeit wieder erlangte und dem [[Achaiischer Bund|Achaiischen Bund]] beitrat.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch: &amp;#039;&amp;#039;Aratos&amp;#039;&amp;#039; 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kleomenes III.]] kontrollierte 223 v. Chr. die Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Polybios]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 2, 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; 197 v. Chr. verheerte [[Androsthenes von Korinth]] das Kleonaiische und umliegende Land. [[Nikostratos (Prätor)|Nikostratos]], der [[Praetur|Prätor]] des Archaischen Bunds konnte ihn jedoch besiegen und vertreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Titus Livius]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ab urbe condita (Livius)|Römische Geschichte]]&amp;#039;&amp;#039; 33, 14–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Zerstörung Korinths durch die Römer im Jahre 146 v. Chr. kam der Niedergang von Kleonai. Als [[Pausanias]] den Ort im 2. Jahrhundert besuchte, fand er eine &amp;quot;nicht große Stadt&amp;quot; vor&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 2, 15, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; doch noch im 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. prägte sie eigene [[Münze]]n. Kleonai existierte bis in [[Byzantinisches Reich|Frühbyzantinische Zeit]] und wurde zu einer nicht näher bekannten Zeit verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erforschung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Temple of Hercules at Cleonae 10.JPG|mini|Der Tempel des Herakles. Im Hintergrund sieht man in der Mitte die Akropolis, links den Stadthügel und rechts die Untere Akropolis]]&lt;br /&gt;
Als [[Charles Robert Cockerell]] 1811 den Ort besuchte, fand er die Überreste des Heraklestempels neben den Ruinen des [[Karawanserei|Chani]] Kurtessa.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Maas: &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Nachlese&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;[[Kunstchronik]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 25, Leipzig 1914, S. 241 ([https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstchronik1914/0130/image Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt; 1912 legte [[August Frickenhaus]] unter Leitung von Georgios P. Oikonomos zunächst das Heiligtum auf der sogenannten Unteren Akropolis frei. Danach entdeckte er auf der Agora in der Unterstadt einige [[Exedra|Exedrensteine]] und außerhalb der Stadtmauer untersuchte er den Heraklestempel. Der Ausbruch der [[Balkankriege]] verhinderte jedoch die weitere Untersuchung und durch seinen frühen Tod im Jahr 1925 blieben Frickenhaus&amp;#039; Grabungsbefunde unveröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Archäologische Funde im Jahre 1912&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts|Jahrbuch des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 28,  1913, S. 113–116 ([https://archive.org/details/jahrbuchdeskaise28kaisrich/page/113 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2000 werden in Kleonai von der [[Universität Trier]] unter der Leitung von [[Torsten Mattern]] weitere Untersuchungen durchgeführt. In den Jahren 2000–2001 wurde der Tempel erneut freigelegt und die Architekturreste aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Torsten Mattern: &amp;#039;&amp;#039;Kleonai 2000-2001. Vorbericht über die Arbeiten im Herakleion&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Archäologischer Anzeiger&amp;#039;&amp;#039; 2002/2, S. 1–8.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2002–2005 wurde erneut das Heiligtum auf der Unteren Akropolis und von 2005–2006 der nördliche Bereich erforscht. Außerdem wurde 2006 die Untere Akropolis [[Geophysikalische Prospektion|geophysikalisch]] erfasst und auf der Agora ausgegraben. In den Jahren 2008 und 2009 wurde durch Begehung ein größeres Gebiet einbezogen. Andreas Vött von der [[Universität zu Köln]] führte [[Geoarchäologie|geoarchäologische Bohrungen]] durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Kleonai herrschte über einen etwa 135&amp;amp;nbsp;km² großen Bereich, der im Norden bis zum Berg [[Foukas|Apesas]], im Westen bis zum [[Nemea (Heiligtum)|Heiligtum von Nemea]], im Süden bis zum [[Arachneo (Berg)|Arachneogebirge]] und im Osten bis zur Stadt [[Tenea (Antike Stadt)|Tenea]] reichte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ioanna Kralli: &amp;#039;&amp;#039;The Hellenistic Peloponnese: Interstate Relations.&amp;#039;&amp;#039; 2017, ISBN 978-1-910589-60-1, S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier verliefen wichtige Handelsrouten von Korinth und vom Isthmos von Korinth in die Argolis, nach [[Phleius]] und ins Innere der Peloponnes. Etwa 400&amp;amp;nbsp;m nördlich von Kleonai fließt der Fluss &amp;#039;&amp;#039;Longopotamos&amp;#039;&amp;#039;, der bei dem heutigen Kato Assos in den [[Golf von Korinth]] mündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleonai wurde auf zwei Hügeln erbaut, wobei auf dem östlichen etwa 80 × 180&amp;amp;nbsp;m großen Hügel die Akropolis lag. Eine ausgedehnte Terrasse südöstlich der Akropolis wird als Untere Akropolis bezeichnet. Eine erste Stadtmauer umschloss zunächst nur die Akropolis einschließlich dieser Terrasse. Später wurden auch der westliche Stadthügel und die südliche Unterstadt einbezogen. Die 2,3&amp;amp;nbsp;km lange Mauer schloss nun ein Stadtgebiet von 35&amp;amp;nbsp;[[Hektar|ha]] ein. Der Verlauf der Stadtmauer kann heute noch größtenteils leicht nachvollzogen werden. Frühe Reisende sahen noch Mauern aus [[Zyklopenmauerwerk|polygonalem Mauerwerk]] mit Türmen. Auch heute sind noch einige Mauerzüge erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von Pausanias erwähnte [[Athene|Athena]]-Tempel auf der Akropolis konnte bisher noch nicht lokalisiert werden. Er beherbergte eine Athene-Statue der Bildhauer [[Dipoinos]] und [[Skyllis]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pausanias: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Griechenland&amp;#039;&amp;#039; 2, 15, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur die Fundamente eines mittelalterlichen Turmes konnten bisher auf dem höchsten Punkt der Akropolis entdeckt werden. Er hatte eine Grundfläche von 8 × 5&amp;amp;nbsp;m und wurde aus [[Spolie]]n errichtet. Auf dem westlichen Hügel fand man in einem 300 × 250&amp;amp;nbsp;m großen Bereich früh- und spätmykenische Tonscherben ([[Späthelladikum|SH]] I/II–IIIB; 1500–1190 v. Chr.).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Catherine Morgan]]: &amp;#039;&amp;#039;The Late Bronze Age Settlement and Early Iron Age Sanctuary: The Late Bronze Age Settlement and Early Iron Age Sanctuary&amp;#039;&amp;#039;, Princeton 1999, ISBN 978-0876619384, S. 359, 469.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Untere Akropolis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lower Acropolis of Cleonae 2.JPG|mini|Heiligtum auf der Unteren Akropolis]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lower Acropolis of Cleonae 4.JPG|mini|Propylon auf der Unteren Akropolis]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Agora of Kleonai 3.JPG|mini|Basilika auf der Agora]]&lt;br /&gt;
Im Osten der Unteren Akropolis fand man ein Heiligtum. Bevor es näher untersucht wurde, hielt man es für den überlieferten Athene-Tempel. [[Geometrische Keramik|Geometrische]] und [[Archaik|archaische]] Keramik lassen vermuten, dass bereits im 8. oder Anfang des 7. Jahrhunderts hier schon ein Heiligtum stand. Zwischen 600 und 580 v. Chr. errichtete man ein 14,50 × 14&amp;amp;nbsp;m großes gepflastertes Plateau. Als Untergrund diente eine Kies- gefolgt von einer Lehmschicht. Hierauf setzte man parallel verlaufende Streifenfundamente. Auf diesen Fundamenten verlegte man 1,20 × 0,90&amp;amp;nbsp;m große und 0,30&amp;amp;nbsp;m dicke Pflastersteine. Im Nordwesten schloss sich eine etwa 0,60&amp;amp;nbsp;m höher gelegene und 20 × 2&amp;amp;nbsp;m große Pflasterung an, die nach Westen verlief. Südlich dieser Pflasterung lag auf einem kleinen Hügel das eigentliche Heiligtum. Es bestand vermutlich nur aus einem Altar, auf dem man unter freiem Himmel opferte. Dieser Bereich wurde jedoch bei späterer Bautätigkeit zerstört. Da man weder entsprechende Fundamente noch Einlassungen fand, kann ausgeschlossen das auf dem Pflaster ein Tempel oder anderes Gebäude stand. Vielmehr diente der gepflasterte Bereich Personen bei der Kulthandlung wie zum Beispiel Musikern und Chören. Im 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. wurde um den Kulthügel eine zweistufig U-förmige Treppe gebaut. In einer Grube fand man Miniaturgefäße und weiteren Kultinventar. Welche Gottheit hier verehrt wurde, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde auf dem Pflaster eine frühbyzantinische dreischiffige [[Basilika (Bautyp)|Basilika]] errichtet. Sie war etwa 31&amp;amp;nbsp;m lang und 17&amp;amp;nbsp;m breit, hatte im Westen einen [[Narthex]] und Osten einen [[Drei-Konchen-Chor]]. Nach der Zerstörung der Basilika folgte in mittelbyzantinischer Zeit eine kleinere Kapelle, von der heute auch nur noch Ruinen vorhanden sind. In ihrem Umfeld gab es zu dieser Zeit eine Siedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nordwesten der Akropolis, wo das Gelände steil nach Osten abfällt, etwa 170&amp;amp;nbsp;m nördlich des Heiligtums, fand man den sogenannten Terrassenbau. Er besteht aus einem 5,50 × 5,50&amp;amp;nbsp;m großen Fundament. Dieses gehörte zu einem viersäuligen [[Propylon]] in [[Ionische Ordnung|ionischer Ordnung]] aus [[Hellenismus|hellenistischer Zeit]]. Durch das Propylon gelangte man in einen westlich gelegenen [[Peribolos]]. Hier lag vermutlich ein Heiligtum. Im Süden schließt sich der Steinsockel einer etwa 10,50&amp;amp;nbsp;m langen Peribolosmauer an. Sie wurde kurze Zeit nach dem Propylon errichtet. Am südlichen Ende der Mauer fand man ein hellenistisches Gebäude, das aus Spolien errichtet war. Östlich und parallel zur Peribolosmauer gab es eine Terrassenmauer, die einen 3,60&amp;amp;nbsp;m hohen Geländeabfall absicherte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Agora ===&lt;br /&gt;
Die Agora von Kleonai lokalisierte man südlich in der Unterstadt nur etwa 100&amp;amp;nbsp;m nördlich der Stadtmauer. Bereits 1881 fand [[Johannes Schmidt (Epigraphiker)|Johannes Schmidt]] hier ein Block einer Exedra&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Mittheilungen aus Griechenland&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Archäologisches Institut Athen|Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 6, 1881, S. 355–356 ([https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1881/0392/image Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; der die argivischen Bildhauer [[Xenophilos von Argos|Xenophilos]] und [[Straton von Argos|Straton]] nennt, die Ende des 2. und Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. wirkten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Inscriptiones Graecae|I.G.]] IV 489 ([https://epigraphy.packhum.org/text/28007?&amp;amp;bookid=6&amp;amp;location=16 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde bis heute sechs Exedrensteine, die zu drei verschiedenen Exedren gehörten, aufgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten Funde der Agora stammen aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Man fand öffentliche Gebäude und andere Bauwerke mit Bauphasen im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. Aus der [[Römische Kaiserzeit|Römischen Kaiserzeit]] fand man Keramik und [[Severus|Severische Münzen]] und konnte Bautätigkeiten feststellen. Ansonsten sind die Funde aus den ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten spärlich. Im 5. Jahrhundert kam es zur erneuten Blüte und auf der Agora entstand eine große Basilika. Für den Bau wurden antike Steinblöcke und Säulen verwendet. Sie wurde nur teilweise freigelegt. Im Osten hatte sie eine Apsis, das Mittelschiff ist mit Steinplatte gepflastert und unter dem Fußboden und im Umfeld fand man einige christliche Gräber. Ende des 7. Jahrhunderts wurde die Agora verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne der Stadt ==&lt;br /&gt;
* Timanthes, ein Olympiasieger in [[Pankration]] 456 v. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Marcel Piérart]]|Titel=Kleonai|Herausgeber=Mogens Hermann Hansen, Thomas Heine Nielesen|Sammelwerk=An Inventory of Archaic and Classical Poleis|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Jahr=2004|Seiten=610f}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Rudolf Scheer|Titel=Kleonai|Herausgeber=[[Siegfried Lauffer]]|Sammelwerk=Griechenland. Lexikon der historischen Stätten|Verlag=C. H. Beck|Ort=München|Jahr=1989|Seiten=332}}&lt;br /&gt;
* [[Torsten Mattern]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleonai 2000–2001. Vorbericht über die Arbeiten im Herakleion.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archäologischer Anzeiger]]&amp;#039;&amp;#039; 2002/2, S. 1–8  ([https://www.academia.edu/16825896 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Richard A. Tomlinson: &amp;#039;&amp;#039;Argos and the Argolid: From the End of the Bronze Age to the Roman Occupation&amp;#039;&amp;#039;, London 2015, ISBN 978-1138019935&lt;br /&gt;
* Klaus Tausend: &amp;#039;&amp;#039;Verkehrswege der Argolis: Rekonstruktion und historische Bedeutung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geographica Historica&amp;#039;&amp;#039; Band 23). Stuttgart 2006, ISBN 978-3515089432, S. 42, 83, 105&lt;br /&gt;
* Torsten Mattern: &amp;#039;&amp;#039;Das &amp;quot;wohlgebaute Kleonai&amp;quot;. Neue Ausgrabungen in einer Stadt des &amp;quot;Dritten Griechenlands&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Antike Welt&amp;#039;&amp;#039; 2012, Heft 2, S. 46–54 ([https://www.academia.edu/22126811 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Torsten Mattern: &amp;#039;&amp;#039;Kleonai. Neue Forschungen in einer Stadt des &amp;quot;Dritten Griechenlands&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Athenaia&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, 2013, S. 323–332 ([https://www.academia.edu/16316642 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Torsten Mattern: &amp;#039;&amp;#039;Das Herakles-Heiligtum. Architektur und Kult im Kontext&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleonai&amp;#039;&amp;#039; Band 1). Reichert, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-95490-052-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Cleonae|Kleonai}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-trier.de/index.php?id=32713 Universität Trier, Klassische Archäologie: Kleonai]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|region=GR|type=landmark|NS=37/49/28/N|EW=22/46/33/E|dim=1000}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Korinthia)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz auf dem Peloponnes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike griechische Stadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultort des Herakles]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nemea (Gemeinde)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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