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	<title>Kleinseggenried - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kleinseggenried&amp;diff=596286&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Josef Papi am 12. Oktober 2025 um 08:09 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-12T08:09:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Eriophorum scheuchzeri.jpg|miniatur|Alpiner Kopfwollgras-Sumpf (&amp;#039;&amp;#039;Eriophoretum scheuchzeri&amp;#039;&amp;#039;) in einem Basen-Zwischenmoor oberhalb der [[Waldgrenze]] in der [[Steiermark]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kleinseggenriede&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parvocaricetea&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scheuchzerio-Caricetea fuscae&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kleinseggenmoore&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kleinseggen-Sümpfe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder altertümlich &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wiesenmoore&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, sind oft moosreiche [[Pflanzengesellschaft]]en in [[Zwischenmoor]]en. Sie zeichnen sich durch das Vorherrschen niedriger [[Seggen]], [[Binse]]n und [[Wollgras|Wollgräser]] aus. Die primären Standorte liegen im Umkreis von [[See]]n, an [[Quelle]]n und im [[Lagg (Landschaft)|Lagg]] von [[Hochmoor]]en. Sie sind von Natur aus weitgehend gehölzfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die menschliche Nutzung ([[Mähen|Mahd]], [[Weide (Grünland)|Beweidung]]) werden heute auch sekundäre Standorte besiedelt.&lt;br /&gt;
Die Pflanzengesellschaften sind durch den Mangel an raschlebigen Konkurrenten und die natürliche Baumfeindlichkeit fast aller Standorte zu [[Refugium|Refugien]] von [[Glazialrelikt]]en geworden. Ihre Standorte sind stark gefährdet, da sie meist kleinflächig inmitten von landwirtschaftlich genutztem Gelände liegen und von dort durch [[Melioration]]smaßnahmen (Entwässerungen, Düngung) beeinflusst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Standorte und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Kleinseggenriede kommen mit Ausnahme der nährstoffreichen [[Niedermoor]]e in fast allen grundwassergenährten [[Moor]]en vor. Der Boden wird von Grund-, Quell- oder Sickerwasser ständig durchtränkt und trocknet nur oberflächlich ab. Häufige [[Bodentyp]]en sind [[Gley]]e wie Anmoorgley, Moorgley, Nassgley seltener auch [[Pseudogley]]e und [[Moorboden|Moorböden]] aus [[Torf]]. Die Standorte sind mäßig nährstoffreich bis nährstoffarm, subneutral bis kalkhaltig; aber auch sehr saure Böden werden besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Riede sind im gesamten eurosibirischen Raum verbreitet ([[Europa]] und die Nordhälfte [[Asien]]s), wobei die Schwerpunkte in [[jungpleistozän]]en Gebieten der [[Paläarktis]], in den Hochlagen der [[Mittelgebirge]] und im [[Alpenvorland]] liegen. Kleinseggenriede wurden vielfach durch [[Extensive Landnutzung|extensive]], kleinbäuerliche Nutzungsformen ([[Hutweide]], [[Streuwiese]]n, [[Torfstich]]e) gefördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergesellschaftung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Calla palustris2.jpg|miniatur|Schweinsohr oder [[Drachenwurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Calla palustris&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Pflanzensoziologie|Pflanzensoziologisch]] werden die Kleinseggenriede nach [[Erich Oberdorfer|Oberdorfer]] als [[Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer#Grundeinheiten des pflanzensoziologischen Systems|Klasse]] „Kleinseggengesellschaften der Nieder- und Zwischenmoore sowie der Hochmoorschlenken (&amp;#039;&amp;#039;Scheuchzerio-Caricetea nigrae&amp;#039;&amp;#039;)“ gefasst. Kleinseggenriede umfassen drei [[Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer#Grundeinheiten des pflanzensoziologischen Systems|Ordnungen]] auf ökologisch unterschiedlichen Standorten:&lt;br /&gt;
* Pioniergesellschaften von Moorschlenken (&amp;#039;&amp;#039;Scheuchzerietalia palustris&amp;#039;&amp;#039;) in sauren, basenreichen bis basenarmen, nährstoffarmen Mooren (Sauer-Zwischenmoore, [[pH-Wert]]e bis 4,8). Sie beherbergen vorwiegend [[Torfmoos]]e wie das [[Spieß-Torfmoos]] &amp;#039;&amp;#039;Sphagnum cuspidatum&amp;#039;&amp;#039;, Torfmoose aus dem &amp;#039;&amp;#039;Sphagnum recurvum&amp;#039;&amp;#039;-Komplex und das [[Sumpf-Torfmoos]] &amp;#039;&amp;#039;Sphagnum palustre&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Braunseggen-Sumpfgesellschaften (&amp;#039;&amp;#039;Caricetalia nigrae&amp;#039;&amp;#039;) in subneutralen, meist kalkarmen, nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Mooren (Basen-Zwischenmoore, pH-Werte von 4,8 bis 6,4). Die Kleinseggenriede sind vor allem durch das Vorkommen von Braunmoosen ([[Amblystegiaceae]]) gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
* Wiesenseggen-Gesellschaften (&amp;#039;&amp;#039;Caricetalia davallianae&amp;#039;&amp;#039;) in kalkhaltigen bis kalkreichen, meist basenreichen, nährstoffreichen bis nährstoffarmen Mooren (Kalk-Zwischenmoore, pH-Werte von 6,4 bis 8,5). Sie umfassen die oft orchideenreichen Pflanzengesellschaften (&amp;#039;&amp;#039;[[Tofieldia calyculata]]&amp;#039;&amp;#039;) der Kalkgebiete in der eurosibirischen Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben etlichen Seggen- und Binsenarten kommen in allen [[Pflanzengesellschaft]]en der Zwischenmoore sogenannte [[Mineralbodenwasserzeiger]] vor, welche den Einfluss von nährstoffreicherem Grundwasser anzeigen. Beispiele sind der [[Fieberklee]] (&amp;#039;&amp;#039;Menyanthes trifoliata&amp;#039;&amp;#039;), das [[Sumpf-Blutauge]] (&amp;#039;&amp;#039;Potentilla palustris&amp;#039;&amp;#039;), das [[Drachenwurz|Schweinsohr]] (&amp;#039;&amp;#039;Calla palustris&amp;#039;&amp;#039;), das [[Schmalblättriges Wollgras|Schmalblättrige Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum angustifolium&amp;#039;&amp;#039;), das [[Hunds-Straußgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Agrostis canina&amp;#039;&amp;#039;), das [[Sumpf-Veilchen]] (&amp;#039;&amp;#039;Viola palustris&amp;#039;&amp;#039;) oder der [[Gewöhnlicher Wassernabel|Gemeine Wassernabel]] (&amp;#039;&amp;#039;Hydrocotyle vulgaris&amp;#039;&amp;#039;). [[Torfmoos]]e spielen besonders in den sauren Zwischenmooren eine Rolle, wogegen die nährstoffreicheren Ausprägungen durch das Vorkommen sogenannter [[Braunmoos]]e gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pioniergesellschaften von Moorschlenken ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Torfmoos Schwingdecke Rhynchospora alba.jpg|miniatur|Schnabelbinsen-Gesellschaft in einer Schwingmoor-Verlandung in der Nordwestdeutschen Tiefebene ([[Niedersachsen]])]]&lt;br /&gt;
Die [[Pflanzengesellschaft]]en der Kleinseggenriede der [[Zwischenmoor|Sauer-Zwischenmoore]] ([[Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer|Ordnung]]: &amp;#039;&amp;#039;Scheuchzerietalia palustris&amp;#039;&amp;#039;) sind torfmoosreich und beherbergen vorwiegend Torfmoose wie das [[Spieß-Torfmoos]] &amp;#039;&amp;#039;Sphagnum cuspidatum&amp;#039;&amp;#039;, aus dem &amp;#039;&amp;#039;S. recurvum&amp;#039;&amp;#039;-Komplex und das [[Sumpf-Torfmoos]] &amp;#039;&amp;#039;S. palustre&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Dystrophie (Ökologie)|dystrophen]], zeitweilig trockenfallenden Rinnen, [[Bult-Schlenken-Komplex|Schlenken]], [[Moorkolk]]en im Bereich von [[Hochmoor|Hoch-]] und Zwischenmooren, auf nährstoffarmen, nackten [[Torf]]en und Torfschlamm sowie in Feuchtheiden entwickeln sich Schnabelriedgesellschaften (&amp;#039;&amp;#039;Rhynchosporetum albae&amp;#039;&amp;#039;) aus [[Weißes Schnabelried|Weißem Schnabelried]] (&amp;#039;&amp;#039;Rhynchospora alba&amp;#039;&amp;#039;). Die Bestände sind oft schütter und sehr kleinflächig ausgebildet. Neben der [[Binsen|Knollenbinse]] (&amp;#039;&amp;#039;Juncus bulbosus&amp;#039;&amp;#039;) kommen hier meistens nur noch Mittlerer [[Sonnentau]] (&amp;#039;&amp;#039;Drosera intermedia&amp;#039;&amp;#039;) und [[Moorbärlapp]] (&amp;#039;&amp;#039;Lycopodiella inundata&amp;#039;&amp;#039;) vor. Bei diesen Pflanzengesellschaften handelt es sich oft um nur kurzlebige Stadien, die zum Gewässer hin in flutende Rasen aus dem [[Drepanocladus|Sichelmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Drepanocladus fluitans&amp;#039;&amp;#039;), Torfmoos-[[Wasserschläuche|Wasserschlauch]] (&amp;#039;&amp;#039;Utricularia&amp;#039;&amp;#039;)-Gesellschaften oder [[Strandling]]s(&amp;#039;&amp;#039;Littorella&amp;#039;&amp;#039;)-Tauchfluren übergehen können.&lt;br /&gt;
Schnabelriedgesellschaften existieren in den ozeanisch beeinflussten Regionen Mitteleuropas sowie in den Mooren des Alpenvorlandes, beispielsweise in der [[Schwemm]] in [[Tirol (Bundesland)|Tirol]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Zwischenmoor, Schwemm Tirol.jpg|miniatur|Die [[Schwemm]], ein Sauer-Zwischenmoor in [[Tirol (Bundesland)|Tirol]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nährstoffarmen (oligotrophen), sauren Verlandungsmooren, in nicht austrocknenden Hochmoor-Schlenken und in sauren Quelltümpeln ist das Torfmoos-Schlammseggenried (&amp;#039;&amp;#039;Caricetum limosae&amp;#039;&amp;#039;) eine typische Pflanzengesellschaft, welche an oligotrophen Gewässern nicht betretbare [[Schwingrasen]] bildet. Diese wachsen zunächst als Säume ins offene Wasser. Schließlich überspannen sie das gesamte Gewässer. Vor allem die [[Blasenbinse]] (&amp;#039;&amp;#039;Scheuchzeria palustris&amp;#039;&amp;#039;), das Weiße Schnabelried (&amp;#039;&amp;#039;Rhynchospora alba&amp;#039;&amp;#039;), die [[Schlamm-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex limosa&amp;#039;&amp;#039;) und die seltene [[Fadenwurzelige Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex chodorrhiza&amp;#039;&amp;#039;) bilden die Gesellschaft. Meistens treten die genannten Arten nicht gemeinsam auf, sondern bilden jeweils sogenannte Dominanzbestände aus. Ferner ist das Torfmoos-Seggen-Wollgrasried (&amp;#039;&amp;#039;Sphagno-Eriophoretum angustifoliae&amp;#039;&amp;#039;) mit dem [[Wollgras|Schmalblättrigen Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum angustifolium&amp;#039;&amp;#039;) eine verbreitete Pflanzengesellschaft, die späte Schwingmoorverlandungen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das selten gewordene Fadenseggen-Übergangsmoor (&amp;#039;&amp;#039;Caricetum lasiocarpae&amp;#039;&amp;#039;) wird aus der [[Faden-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex lasiocarpa&amp;#039;&amp;#039;) gebildet. Die Pflanzengesellschaft kommt oft in engem Kontakt mit Hochmooren vor und bildet an Moorgewässern und [[Heideweiher]]n Schwingrasen aus. Die Gesellschaft kann auch sekundär an Torfstichgewässern entwickelt sein. Als begleitende Arten finden sich das [[Calamagrostis|Moor-Reitgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Calamagrostis stricta&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;Sphagnum obtusum&amp;#039;&amp;#039;. Die Gesellschaft kommt in ganz Mitteleuropa von der planaren bis zur montanen Stufe besonders am Alpennordrand und in der norddeutschen Tiefebene vor. Es können sich auch Gesellschaften mit Dominanz der [[Draht-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex diandra&amp;#039;&amp;#039;) oder der [[Fadenwurzelige Segge|Fadenwurzeligen Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex chordorrhiza&amp;#039;&amp;#039;) statt der Faden-Segge ausbilden. Fadenseggen-, Drahtseggen- und Strickwurzelseggen-Gesellschaften sind sehr selten und stark gefährdet. Letztere ist sogar vom Aussterben bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Braunseggen-Sumpfgesellschaften ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Glittenberger Moor.jpg|miniatur|hochkant=1.2|Basen-Zwischenmoor mit [[Schmalblättriges Wollgras|Schmalblättrigem Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum angustifolium&amp;#039;&amp;#039;) und [[Braun-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex nigra&amp;#039;&amp;#039;) in einer Vermoorung eines nährstoffarmen Sanddünengebiets (Heidemoor, Niedersachsen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kleinseggenriede der mäßig nährstoffreichen [[Zwischenmoor|Basen-Zwischenmoore]] (Ordnung: &amp;#039;&amp;#039;Caricetalia nigrae&amp;#039;&amp;#039;) sind vor allem gekennzeichnet durch Braunmoose ([[Amblystegiaceae]]). Als Braunmoose bezeichnet man eine Reihe von Arten, die meist dunkel- bis rot- oder goldbraun gefärbt sind, eine Färbung, die im Spätherbst am deutlichsten ausgeprägt ist. Zu dieser Gruppe gehören das [[Spitzblättrige Spießmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Calliergonella cuspidata&amp;#039;&amp;#039;), einige [[Schönmoose]] (Gattung Calliergon), viele [[Drepanocladus|Sichelmoose]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Drepanocladus vernicosus]]&amp;#039;&amp;#039;), das [[Skorpionsmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Scorpidium scorpioides&amp;#039;&amp;#039;) und als sehr seltene [[Glazialrelikt|Eiszeitrelikte]] im Alpenvorland und in den Alpen das [[Bruchmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Meesia triquetra&amp;#039;&amp;#039;) sowie &amp;#039;&amp;#039;[[Paludella squarrosa]]&amp;#039;&amp;#039;. Als Vertreter der Seggen sind in diesen Zwischenmooren die [[Braun-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex nigra&amp;#039;&amp;#039;), die Faden-Segge (&amp;#039;&amp;#039;Carex lasiocarpa&amp;#039;&amp;#039;), Draht-Segge (&amp;#039;&amp;#039;C. diandra&amp;#039;&amp;#039;) und seltener auch die Strickwurzel-Segge (&amp;#039;&amp;#039;C. chordorrhiza&amp;#039;&amp;#039;) beheimatet. Diese Gesellschaften sind überwiegend stark gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristische Pflanzengesellschaften der Basen-Zwischenmoore sind Alpine Braun-Seggen-Sümpfe (&amp;#039;&amp;#039;Caricetum fuscae subalpinum&amp;#039;&amp;#039;), die als [[Charakterart]] die namengebende Braun-Segge (&amp;#039;&amp;#039;Carex fusca&amp;#039;&amp;#039;, syn. &amp;#039;&amp;#039;Carex nigra&amp;#039;&amp;#039;) beherbergen. Alpine Braun-Seggen-Sümpfe beherbergen als ständig und stark durchnässte Standorte zahlreiche konkurrenzschwache Arten, die zudem häufig noch selten sind. Begleitende Arten sind beispielsweise die [[Gebirgs-Binse]] (&amp;#039;&amp;#039;Juncus alpinoarticulatus&amp;#039;&amp;#039;), [[Borstgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Nardus stricta&amp;#039;&amp;#039;) und [[Rasenbinse]] (&amp;#039;&amp;#039;Trichophorum cespitosum&amp;#039;&amp;#039;). Die Pflanzengesellschaft kommt im gesamten Alpenraum und im [[Schwarzwald]] auf extensiv beweideten Standorten vor. Der Alpine Kopfwollgras-Sumpf (&amp;#039;&amp;#039;Eriophoretum scheuchzerii)&amp;#039;&amp;#039; hat seine Hauptverbreitung in [[Skandinavien]] sowie im Alpenraum oberhalb der [[Baumgrenze]]. Die Gesellschaft ist sehr artenarm und wird meist nur aus Scheuchzers Wollgras (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum scheuchzeri&amp;#039;&amp;#039;) selbst gebildet. Der Sumpfläusekraut-Fadenbinsen-Sumpf (&amp;#039;&amp;#039;Pediculario palustris-Juncetum filiformis&amp;#039;&amp;#039;) ist durch das [[Sumpf-Läusekraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Pedicularis palustris&amp;#039;&amp;#039;) und durch die [[Faden-Binse]] (&amp;#039;&amp;#039;Juncus filiformis&amp;#039;&amp;#039;) gekennzeichnet. Die Pflanzengesellschaft ist in der submontanen bis subalpinen Stufe des Alpenvorlandes und der Mittelgebirge verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiesenseggen-Gesellschaften ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kalkflachmoor SH 1.jpg|miniatur|Wiesenseggengesellschaft in einem Kalk-Zwischenmoor in [[Schleswig-Holstein]] mit [[Breitblättriges Wollgras|Breitblättrigem Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum latifolium&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Primulo-Schoenetum ferruginei 180507.jpg|miniatur|200px|Mehlprimel-Kopfried in Oberschwaben]]&lt;br /&gt;
Die Kleinseggenriede der [[Zwischenmoor|Kalk-Zwischenmoore]] umfassen die oft orchideenreichen Pflanzengesellschaften der Kleinseggenmoore (Ordnung: &amp;#039;&amp;#039;Caricetalia davallianae&amp;#039;&amp;#039;). Es handelt sich dabei um Pflanzengesellschaften, die meistens kleinflächig ausgeprägt und äußerst selten sind. Sie sind vielfach vom Aussterben bedroht. Ihre natürlichen Standorte sind Sumpfquellen der [[Subalpine Vegetationsstufe|subalpinen Stufe]]. Bei ähnlichen Standortverhältnissen in tieferen Lagen konnten sie sich erst nach Rodungen von [[Bruchwald|Bruchwäldern]] bilden. [[Kalktuff]]bildung ist verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Davall-Seggen-Quellmoor (&amp;#039;&amp;#039;Caricetum davallianae&amp;#039;&amp;#039;) wird aus der namengebenden [[Davalls Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex davalliana&amp;#039;&amp;#039;) gebildet. Die Gesellschaft enthält unter anderem folgende Arten: [[Wollgras|Breitblättriges Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum latifolium&amp;#039;&amp;#039;), [[Mehlprimel]] (&amp;#039;&amp;#039;Primula farinosa&amp;#039;&amp;#039;), [[Gewöhnliche Simsenlilie]] (&amp;#039;&amp;#039;Tofieldia calyculata&amp;#039;&amp;#039;), [[Sumpf-Herzblatt]] (&amp;#039;&amp;#039;Parnassia palustris&amp;#039;&amp;#039;) und [[Fettkraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Pinguicula vulgaris&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
Kleinseggenriede mit [[Schwarzes Kopfried|Schwarzem Kopfried]] (&amp;#039;&amp;#039;Schoenus nigricans&amp;#039;&amp;#039;) und [[Sumpf-Knabenkraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Orchis palustris&amp;#039;&amp;#039;) bilden die sehr seltene Orchideen-Kopfried-Gesellschaft (&amp;#039;&amp;#039;Orchio-Schoenetum nigricantis&amp;#039;&amp;#039;). Kennzeichnend für diese Gesellschaft sind weiterhin folgende Braunmoose: das [[Campylium stellatum|Stern-Goldschlafmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Campylium stellatum&amp;#039;&amp;#039;) und das [[Drepanocladus revolvens|Rollblatt-Sichelmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Drepanocladus revolvens&amp;#039;&amp;#039;). Das Mehlprimel-Kopfried (&amp;#039;&amp;#039;Primulo-Schoenetum ferruginei&amp;#039;&amp;#039;) wächst in kalkreichen, mesotrophen Durchströmungsmooren und wird aus dem namengebenden [[Schoenus ferrugineus|Rostroten Kopfried]] (&amp;#039;&amp;#039;Schoenus ferrugineus&amp;#039;&amp;#039;) und der [[Mehlprimel]] (&amp;#039;&amp;#039;Primula farinosa&amp;#039;&amp;#039;) aufgebaut. Ferner finden sich in dieser Gesellschaft das [[Breitblättriges Wollgras|Breitblättrige Wollgras]] (&amp;#039;&amp;#039;Eriophorum latifolia&amp;#039;&amp;#039;) und das [[Gemeines Fettkraut|Gemeine Fettkraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Pinguicula vulgaris&amp;#039;&amp;#039;). Die Gesellschaft der Stumpfblütigen Binse (&amp;#039;&amp;#039;Juncetum subnodulosi&amp;#039;&amp;#039;) beherbergt neben der [[Stumpfblättrige Binse|Stumpfblütigen Binse]] (&amp;#039;&amp;#039;Juncus subnodulus&amp;#039;&amp;#039;) die [[Gelb-Seggen|Gelb-Segge]] (&amp;#039;&amp;#039;Carex flava&amp;#039;&amp;#039;), das [[Spitzblättriges Spießmoos|Spitzblättrige Spießmoos]] (&amp;#039;&amp;#039;Calliergonella cuspidata&amp;#039;&amp;#039;) und die [[Sumpf-Stendelwurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Epipactis palustris&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Common Snipe (Gallinago gallinago) (26144727151).jpg|miniatur|[[Bekassine]] (&amp;#039;&amp;#039;Gallinago gallinago&amp;#039;&amp;#039;), ein auf [[Feuchtgebiet]]e und [[Moor]]e angewiesener Wiesenbrüter]]&lt;br /&gt;
Aufgrund der niedrigwüchsigen und offenen Struktur bei gleichzeitig extrem nassem [[Wasserhaushalt (Hydrologie)|Wasserhaushalt]] sind Kleinseggenmoore Standorte konkurrenzschwacher [[Blattstellung#Grundblätter|Rosettenpflanzen]], wie Mehlprimel (&amp;#039;&amp;#039;Primula farinosa&amp;#039;&amp;#039;) und Fettkraut (&amp;#039;&amp;#039;Pinguicula&amp;#039;&amp;#039; spp.). Sie sind aufgrund ihrer extremen Standortverhältnisse Refugien vieler seltener Sumpfpflanzen und einer Vielzahl oft hochspezialisierter [[Wirbellose]]r. Kleinseggenriede sind ferner als Biotope von [[Glazialrelikt]]en wie des Bruchmooses (&amp;#039;&amp;#039;Meesia triquetra&amp;#039;&amp;#039;) besonders wertvoll. Außerdem sind sie wichtige Brutgebiete für [[Limikolen|Wiesenvögel]] wie [[Rallen]]- und [[Schnepfenvögel|Schnepfenarten]] und Nahrungsgebiet für beispielsweise den [[Weißstorch]] (&amp;#039;&amp;#039;Ciconia ciconia&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
[[Datei:Mehlprimel (Primula farinosa) 01.jpg|miniatur|[[Mehlprimel]] (&amp;#039;&amp;#039;Primula farinosa&amp;#039;&amp;#039;) eine seltene Pflanze in Kalk-Zwischenmooren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung und Schutz ==&lt;br /&gt;
Die natürlichen, primären Standorte der Kleinseggenriede, also Quellsümpfe, Quellmoore und Durchströmungsmoore sind überwiegend zerstört. Die sekundären Standorte liegen häufig inmitten landwirtschaftlicher Nutzflächen und sind somit durch [[Melioration]] und durch [[Eutrophierung]] stark gefährdet. Durch [[Entwässerung]] der Standorte wird eine [[Mineralisation]] der Niedermoortorfe hervorgerufen, wodurch der freiwerdende [[Stickstoff]] eine stickstoffliebende (nitrophile) [[Staude]]nvegetation fördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Arten der Kleinseggenriede sind in den zahlreichen [[Rote Liste gefährdeter Arten|Roten Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten]] in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt. Etliche Arten genießen überdies gesetzlichen Schutz über das [[Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen]], die [[IUCN]], die [[Berner Konvention]] (Umsetzung in [[Vogelschutzgebiet|EU-Vogelschutzrichtlinie]] sowie FFH-Richtlinie) sowie die [[Bundesartenschutzverordnung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)|FFH-Richtlinie]] verpflichtet auf europäischer Ebene die Mitgliedsstaaten zur Errichtung eines zusammenhängenden europäischen ökologischen Netzes von Schutzgebieten mit der Bezeichnung [[Natura 2000]] zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Pflanzen und Tiere. So bilden Moore und Feuchtgebiete und damit auch die verschiedenen Ausprägungen der Kleinseggenriede einen der Schwerpunkte von FFH-Lebensraumtypen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinseggenriede können durch geeignete Maßnahmen geschützt werden. Dazu gehört die Anlage von Pufferzonen gegenüber Nährstoffeinträgen, die Vermeidung von Trittbelastungen, [[Wiedervernässung]]smaßnahmen und bei Verbuschungstendenzen gelegentliche Mahd oder [[Entkusselung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Alkaline fens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
* P. Mertz: &amp;#039;&amp;#039;Pflanzengesellschaften Mitteleuropas und der Alpen. Erkennen, bestimmen, bewerten.&amp;#039;&amp;#039; Ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg/Lech, 2000, ISBN 3-609-19380-8.&lt;br /&gt;
* Claus-Peter Hutter (Hrsg.), Alois Kapfer, Peter Poschlod: &amp;#039;&amp;#039;Sümpfe und Moore – Biotope erkennen, bestimmen, schützen.&amp;#039;&amp;#039; Weitbrecht Verlag, Stuttgart / Wien / Bern 1997, ISBN 3-522-72060-1.&lt;br /&gt;
* Claus-Peter Hutter (Hrsg.); Gottfried Briemle, Conrad Fink: &amp;#039;&amp;#039;Wiesen, Weiden und anderes Grünland – Biotope erkennen, bestimmen, schützen.&amp;#039;&amp;#039; [[Weitbrecht (Unternehmerfamilie)|Weitbrecht]]-Verlag, Stuttgart / Wien / Bern 1993, ISBN 3-522-72010-5.&lt;br /&gt;
* M. Succow, L. Jeschke: &amp;#039;&amp;#039;Moore in der Landschaft: Entstehung, Haushalt, Lebewelt, Verbreitung, Nutzung und Erhaltung der Moore.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Thun, Frankfurt a. M. 1986, ISBN 3-87144-954-7.&lt;br /&gt;
* Walter F. Müller: [https://www.academia.edu/3077034/Floristisch_pflanzensoziologische_und_vegetations%C3%B6kologische_Untersuchungen_der_Kalks%C3%BCmpfe_Caricion_davallianae_in_Nordrhein_Westfalen_und_Rheinland_Pfalz Floristisch- pflanzensoziologische und vegetationsökologische Untersuchungen der Kalksümpfe (Caricion davallianae) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.] Bonn 1988 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biotoptyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzengesellschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Josef Papi</name></author>
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