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	<title>Klaus Kuron - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Klaus_Kuron&amp;diff=196764&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Asperatus: üb</title>
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		<updated>2026-03-16T19:28:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;üb&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klaus Eduard Kuron&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. Mai]] [[1936]] in [[Recklinghausen]]; † [[8. Oktober]] [[2020]] in [[Pulheim]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.grh-ev.org/fileadmin/user_upload/GRH/Mitteilungen/ZTG_11-20.pdf Nachruf]&amp;#039;&amp;#039;. Mitteilungen der &amp;#039;&amp;#039;[[Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung]] e. V.&amp;#039;&amp;#039; (GRH), Nr. 11/20.&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[Doppelagent]]. Als Beamter im [[Bundesamt für Verfassungsschutz]] (BfV) war er von 1981 bis 1990 aus finanziellen Gründen als &amp;#039;&amp;#039;[[inoffizieller Mitarbeiter]]&amp;#039;&amp;#039; (IM) des [[Ministerium für Staatssicherheit|Ministeriums für Staatssicherheit]] der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fricke&amp;quot;&amp;gt;[[Karl Wilhelm Fricke]], [https://www.bpb.de/apuz/26113/memoiren-aus-dem-stasi-milieu?p=all Memoiren aus dem Stasi-Milieu. Eingeständnisse, Legenden, Selbstverklärung], in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 30–31/2001 vom 20. Juli 2001, S. 6–13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1992 verurteilte ihn das [[Oberlandesgericht Düsseldorf]] wegen schweren [[Landesverrat]]s zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Nachdem Kuron die [[Mittlere Reife]] auf einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium erlangt hatte, begann er 1954 eine Ausbildung beim [[Bundesgrenzschutz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 312&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heribert Schwan |Titel=Spione im Zentrum der Macht: Wie die Stasi alle Regierungen seit Adenauer bespitzelt hat |Ort=München |Datum=2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt; An die Grundausbildung schlossen sich Bundespasskontrolldienst, Kurse in Funk-, Funkfernschreib- und Schlüsseldienst in der Polizeihauptfunkstelle Bonn an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 312 f.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tätigkeit beim Bundesverfassungsschutz ==&lt;br /&gt;
Im Juni 1962 übernahm das BfV Kuron, wo er 1969 [[Beamter (Deutschland)|verbeamtet]] wurde. Der Schwerpunkt seiner Aufgaben lag zunächst in der [[Spionageabwehr]] (Gegenspionage); er war in der zuständigen Abteilung IV tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strafjustiz&amp;quot; details=&amp;quot;S. 101&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Strafjustiz und DDR-Unrecht: Dokumentation |Band=4 |Nummer=1 |Ort=Berlin |Datum=2004 |Seiten=101}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei beschäftigte er sich regelmäßig mit der Datenbank NADIS ([[Nachrichtendienstliches Informationssystem]]). Seine Aufgabe lag vor allem darin, die Operationen des MfS gegen Parteien, oberste Bundesbehörden und Gewerkschaften aufzuklären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strafjustiz&amp;quot; details=&amp;quot;passim&amp;quot; /&amp;gt; Ferner war er zuständig für die Führung der Doppelagenten, die mit Wissen des BfV weiterhin ihrer Tätigkeit in der DDR nachgingen (Countermen).&amp;lt;ref name=&amp;quot;rösler&amp;quot; details=&amp;quot;S. 58&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Rösler, Peter Richter |Titel=Wolfs West-Spione: ein Insider-Report |Datum=1992}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seiner außergewöhnlichen Begabung und sehr guter Beurteilungen durch seine Vorgesetzten blieb es ihm ohne Studium verwehrt, auf der Karriereleiter weiter zu kommen, weshalb seine Gehaltsmöglichkeiten ausgeschöpft waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bachner&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Frank Bachner |url=https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/die-groesste-spionageaffaere-der-bundesrepublik-klaus-kuron-will-mehr/22981130.html |titel=Die größte Spionageaffäre der Bundesrepublik: Klaus Kuron will mehr |hrsg=Tagesspiegel |datum=2018-09-05 |abruf=2020-01-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Doppelagent für das MfS ==&lt;br /&gt;
=== Beginn der Zusammenarbeit mit dem MfS als Selbstanbieter ===&lt;br /&gt;
Kuron meldete sich im Sommer 1981 schriftlich bei der [[Ständige Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik|Ständigen Vertretung der DDR]] in Bonn. Der Brief, den Kuron einwarf, beinhaltete lediglich einen Satz in Großbuchstaben: „Ich bin bei der Spionageabwehr des Bundesamtes für Verfassungsschutz“. Um die Ernsthaftigkeit zu belegen, waren Informationen über eine geplante Aktion des BfV gegen einen Stasi-Mitarbeiter in Wien Teil des Briefes von Kuron. Darüber hinaus war eine 10-Mark Banknote beigefügt. Sollte das MfS interessiert sein, so möge am nächsten Tag ein Funkspruch auf einer bestimmten Frequenz mit den ersten fünf Ziffern des Scheines beginnen. Die anderen Ziffern der Banknote bestimmten das Datum und den Ort (drei Möglichkeiten) für ein Treffen. Gewählt wurde das [[Manneken Pis|Manneken-Pis-Denkmal]] in [[Brüssel]]. Kuron und Vertreter der DDR kamen zwar nach Brüssel, jedoch gab es keinen Kontakt, da beide Seiten nur beobachteten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bachner&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach monatelangem Abtasten kam es im Herbst des Jahres 1982 zu einem ernsten Kontakt mit der [[Hauptverwaltung&amp;amp;nbsp;A]] (HVA) und auf Wunsch von HVA-Leiter [[Markus Wolf]] hin zu einem persönlichen Gespräch Kurons im Oktober 1982 mit Markus Wolf in [[Dresden]]. Hierfür musste Kuron in die [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] befördert werden. Zunächst traf sich Kuron hierfür am Parkeingang des [[Schloss Schönbrunn|Schlosses Schönbrunn]] in [[Wien]] mit seinem [[Führungsoffizier]] „Günther“ (Klarname: Günther Nehls). Dieser übergab Kuron einen DDR-Diplomatenpass mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Gerhard Häuser&amp;#039;&amp;#039;, zweiter Sekretär der Botschaft. In einem Diplomatenauto der DDR fuhren beide in die [[Tschechoslowakei]] zum Flughafen in [[Bratislava]]. Dort wartete Kurons zweiter Führungsoffizier „Stefan“ (Klarname: Stefan Engelmann) mit einer leeren Passagiermaschine der [[Interflug]], mit der sie nach Dresden flogen. In Dresden empfing sie der HVA-Offizier [[Bernd Trögel]], Schwiegersohn von Markus Wolf, und brachte Klaus Kuron zu einem Gästehaus der Stasi im Villenvorort [[Loschwitz]], in dem das Treffen mit Markus Wolf stattfand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a 13&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Meisterspion für zweimal A 13 |Verlag=Der Spiegel |Datum=1992-02 |Seiten=28-33 |Online=https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679234.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er brauche den Zusatzverdienst, so rechtfertigte er gegenüber Wolf sein Ansinnen, um seinen vier Kindern ein Studium zu ermöglichen, das er mit seinem Gehalt als Referatsleiter in Köln nicht finanzieren könne. Die HVA entlohnte ihn mit einer einmaligen Zahlung von 150 000 [[Deutsche Mark|D-Mark]] plus 4000 monatlich.&lt;br /&gt;
Er vereinbarte mit der HVA, dass sich aus den von ihm zur Verfügung gestellten Informationen keinerlei Maßnahmen der HVA gegen die betroffenen Personen ergeben dürften. Kuron wurde von der Staatssicherheit mit fast 700.000 DM entlohnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fricke&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgaben und Verratsumfang bis zum Mauerfall ===&lt;br /&gt;
Kuron begann Countermen zu verraten, also Agenten der Stasi, die für den Verfassungsschutz arbeiteten. Im Jahre 1983 fanden zwei weitere Treffen mit seinen Führungsoffizieren in [[Österreich]] und [[Tunesien]] statt, um weitere Informationen zu liefern. [[Karl-Christoph Großmann]] gab später an, Kurons Führungsoffizier in Wien gewesen zu sein. Bei seinem zweiten Zusammentreffen mit Wolf erhielt Kuron 1984 aus dessen Hand den &amp;#039;&amp;#039;[[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländischen Verdienstorden in Bronze]]&amp;#039;&amp;#039;. Zwischen 1984 und 1985 traf sich Kuron zur Informationsübermittlung mit seinen Führungsoffizieren in [[Belgien]] und auf den [[Seychellen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 314–316&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Überläufer|Überlaufen]] seines Vorgesetzten [[Hansjoachim Tiedge]] in die DDR im August 1985 wurden Tiedge auch die von Kuron übermittelten Erkenntnisse zugeschrieben und die HVA veranlasste die Festnahme und Anklage gegen verschiedene Personen. Neben Informationen über die Methoden, Aufgaben und Vorgehensweise der Spionageabwehr des BfV erhielt die Stasi durch Kuron zahlreiche detaillierte Charakteristiken der BfV-Mitarbeiter. Darüber hinaus verriet Kuron abgeschlossene und laufende Gegenoperationen sowie Kriterien der Suche nach verdächtigen Personen an den Grenzübergangsstellen von der DDR zur BRD.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strafjustiz&amp;quot; details=&amp;quot;S. 108 f.&amp;quot; /&amp;gt; Außerdem verriet er Details zu der Zusammenarbeit mit Verfassungsschutzämtern der Länder und der Zusammenarbeit des [[Bundesnachrichtendienst|BND]] mit westlichen Geheimdiensten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Kuron nennt Geldnot als Grund für Spionage |Verlag=Neue Zeit |Datum=1992-01 |Seiten=4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie dem [[Militärischer Abschirmdienst|MAD]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;hammerich&amp;quot; details=&amp;quot;S. 355&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helmut R. Hammerich |Titel=&amp;quot;Stets am Feind!&amp;quot;: Der Militärische Abschirmdienst (MAD) 1956-1990 |Ort=Göttingen |Datum=2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Generalbundesanwalt [[Alexander von Stahl]] sagte im Nachhinein, dass Kuron durch seinen Verrat „einen wesentlichen Teil des Bundesamtes für Verfassungsschutzes für einen Zeitraum von acht Jahren lahmgelegt [hat]“&amp;lt;ref name=&amp;quot;reichenbach&amp;quot; details=&amp;quot;S. 90&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Reichenbach |Titel=Chef der Spione: Die Markus-Wolf-Story |Ort=Stuttgart |Datum=1992 |ISBN=3-421-06544-6 |Seiten=90}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt lieferte Kuron dem MfS Informationen, die 13 Aktenordner mit je ca. 250 Seiten füllten. Diese wurden jedoch von der HVA vernichtet, so dass keine Auswertung möglich ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 316 f.&amp;quot; /&amp;gt; Auf eine schriftliche Verpflichtungserklärung sowie eine Personenkarteikarte verzichtete die HVA – wohl aus Gründen besonderer Geheimhaltung. Es existiert nur eine Karte der Spionageabwehr HA II. Im von der HVA betriebenen Systems der Informationsrecherche der Hauptverwaltung A (SIRA) konnte die Anzahl der Informationslieferungen Kurons dokumentiert werden. Unter Hinzunahme der [[Rosenholz-Dateien]] konnte bestätigt werden, dass unter der Reg.-Nr. XV/3322/82 Kuron als IM „Berger“ in der SIRA-Teildatenbank 14 mit 1.360 Informationslieferungen erfasst wird. Nach dem Überlaufen Tiedges 1985 wurden diese Informationen samt Deckname auf Tiedge überschrieben, um Kuron zu schützen. Kuron lieferte anschließend als IM „Bernhard“ bzw. IM „Stern“ unter der Reg. Nr. XV/3733/85 weitere 490 Informationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Georg Herbstritt]] |Titel=Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage: Eine analytische Studie |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Datum=2007-08-07 |ISBN=978-3-647-35021-9 |Seiten=173 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20210724082454/https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/assets/bstu/de/Publikationen/Verzeichnis_SIRA_Informationsrecherche-HVA_2019_barrierearm.pdf SIRA – System der Informationsrecherche der Hauptverwaltung A des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 316 f.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitraum von 1985 bis 1989 traf Kuron sich meist zweimal jährlich mit seinen Führungsoffizieren in [[Belgien]], [[Luxemburg]], [[Österreich]] oder [[Spanien]], um ihnen weitere Informationen mündlich oder mittels codierter Aufzeichnungen und Mikrokassetten zu übermitteln. Für das Überspielen der Informationen auf Mikrokassetten nutzte Kuron anfangs einen [[Sharp PC-1401|SHARP-Kleincomputer]]. Im Laufe der Zeit wurde die HD-Technik verbessert, so dass es für Kuron möglich war, seine Funksprüche der Stasi innerhalb von drei Sekunden auch über das öffentliche Telefonnetz zu übermitteln. Ab 1987 nutzte Kuron zusätzlich ein elektronisches Notizbuch (CASIO SF 4000), das bei den Treffen gegen ein neues Gerät getauscht wurde. Für den Notfall hatte Kuron in die Rückseite der Schutzhülle ein Loch gebohrt, um schnell die Reset-Taste drücken zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 316 f.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Todesfall Horst Garau ====&lt;br /&gt;
Nach dem Überlaufen von Kurons Vorgesetzten im BfV, Hansjoachim Tiedge, in die DDR im August 1985, bot sich für die Stasi die Gelegenheit, mehrere Personen festzunehmen, da die Informationen Kurons nun Tiedge zugeschrieben wurden, so dass kein Verdacht mehr auf Kuron fallen musste. Unter diesen festgenommenen Personen befand sich auch der Kreisschulrat und [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]-Funktionär Horst Garau, der nebenbei, wie seine Frau, als IM der Stasi gearbeitet hatte. 1976 fing das Ehepaar Garau an, mit dem BfV zusammenzuarbeiten als sogenannte Countermen, die Kuron in Köln beim BfV betreute. Diese Tätigkeit als Doppelagenten durch das Ehepaar Garau gab Kuron 1982 an das MfS weiter. Um ihren Agenten Kuron zu schützen, nahm die Stasi Garau erst am Tag des Überlaufens von Tiedge im August 1985 fest.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a 13&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Aus Politik und Zeitgeschichte |Verlag=Bundeszentrale für politische Bildung |Datum=1997 |Seiten=24 |Online=https://books.google.com/books?id=AyOuQJT78E0C&amp;amp;newbks=0&amp;amp;hl=de |Abruf=2022-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horst Garau wurde im Dezember 1986 vom Militärobergericht in Ost-Berlin wegen Spionage für die BRD zu lebenslanger Haft verurteilt. 1988 wurde er erhängt in der [[Haftanstalt Bautzen II|MfS-Haftanstalt Bautzen II]] aufgefunden. Die offizielle Todesursache lautet Suizid durch Strangulation. Gerlinde Garau sprach hingegen von Mord, da sie ihren Mann gegen den Widerstand der Stasi-Mitarbeiter unter dem Leichentuch sehen konnte und keine Würgemale am Hals vorfand, sondern eine blutige rechte Gesichtshälfte mit einer frischen Narbe. Sie erhielt weder einen Totenschein noch einen Obduktionsbericht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Freya Klier |Titel=Unter mysteriösen Umständen: Die politischen Morde der Staatssicherheit |Verlag=Verlag Herder GmbH |Datum=2021-09-14 |ISBN=978-3-451-82342-8 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;hammerich&amp;quot; details=&amp;quot;S. 354 f.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Gerichtsprozesses von Klaus Kuron verweigerte der Zeuge [[Markus Wolf]] jegliche Aussage zu diesem Themenkomplex. Kuron sagte mehrmals aus, dass Wolf ihm versprochen habe, dass keine exekutiven Maßnahmen gegen Doppelagenten durchgeführt würden, die Kuron an das MfS verrate. Markus Wolf sollte im Rahmen des Gerichtsprozesses von Kuron bestätigen, dass er Kuron einen Austausch des Doppelagenten Garau in Aussicht gestellt habe, wozu es jedoch nicht gekommen sei. Gerlinde Garau äußerte erneut, ihr Mann sei ermordet worden und sagte, sie und ihr Mann seien seit dem Verrat Kurons im Jahre 1982 „verloren gewesen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Walter Jakobs |Titel=Die Entlastung durch Markus Wolf fand nicht statt |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=1992-01-25 |ISSN=0931-9085 |Seiten=4 |Online=https://taz.de/Die-Entlastung-durch-Markus-Wolf-fand-nicht-statt/!1685558/ |Abruf=2022-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesprochen auf den Todesfall, äußerte Kuron, dass ihn der Tod Garaus zwar schmerze, er sich aber nicht schuldig fühle. Er betonte, dass er sich in Ostberlin für die Freilassung des Ehepaars Garau eingesetzt habe und schlussendlich jeder, der sich mit den Geheimdiensten einlasse, um die Gefahren wisse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Eichner, Gotthold Schramm |Titel=Top-Spione im Westen |Verlag=Das Neue Berlin |Datum=2016-02-22 |ISBN=978-3-360-50128-8 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeitraum nach dem Mauerfall bis zum Oktober 1990 ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Mauerfall]] fanden zwei weitere Treffen zwischen Kuron und dem MfS im Dezember 1989 und Januar 1990 statt, bei dem es vorrangig um seine Sicherheit ging. Klaus Kuron verlangte, dass sämtliches Material, das mit ihm in Verbindung steht, vernichtet würde. Für den Notfall schlug ihm sein Führungsoffizier Stefan Engelmann eine Flucht nach Südafrika oder Südamerika vor. Kuron selbst bevorzugte eine Flucht in die [[Sowjetunion]]. Auch nach dem [[Sturm auf die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße 1990|Sturm auf die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße]] im Januar 1990 und dem offiziellen Ende der operativen Tätigkeit des MfS per Regierungsbeschluss am 31. März 1990 traf sich Kuron nochmals mit seinen Führungsoffizieren in [[Bludenz]] im April 1990 und in [[Bad Kleinkirchheim]] im August 1990. Auch hierbei war das Thema eine mögliche Flucht Kurons in die [[Sowjetunion|UdSSR]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 316 f.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Kuron einer der wichtigsten Männer in der Spionageabwehr des BfV war, war er über die Aktivitäten von [[Bundesnachrichtendienst|BND]] und [[Central Intelligence Agency|CIA]] im Bilde, an das Wissen der ehemaligen DDR-Agenten zu gelangen. Er wusste, welche Agenten mit den westlichen Diensten zusammenarbeiten würden und konnte&amp;lt;!-- als am längsten dienender HVA-Agent &amp;lt;&amp;lt; Stimmt das? --&amp;gt; andere HVA-Agenten warnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Georg Mascolo |Titel=Unter Deutschen |Verlag=Süddeutsche Zeitung |Ort=München |Datum=2020-01-15 |Seiten=3}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gerade diese Position ermöglichte ihm auch, vor seiner eigenen Enttarnung durch einen Überläufer tätig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufgedeckter Fall Kurons als Grund für die Zurückbeorderung Wladimir Putins 1990? ===&lt;br /&gt;
Laut [[Werner Großmann]], dem letzten Leiter der HVA, kommen zwei Gründe für die Rückkehr [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putins]] 1990 in die Sowjetunion infrage, der sich bis dahin als KGB-Agent in Dresden aufhielt. Großmann hält es für unwahrscheinlich, dass Putin freiwillig ausgeschieden sei. Er spekuliert, dass Putin aufgrund schlechter Arbeitsergebnisse zurückbeordert wurde. Wladimir Putin habe in seiner damaligen Position als KGB-Agent versucht, eine bereits enttarnte Quelle in der BRD zusätzlich an das [[KGB]] zu vermitteln. Klaus Kuron erfuhr davon im BfV und gab die Information weiter, so dass Werner Großmann daraufhin Moskau warnen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephan Burgdorff, Georg Mascolo |Titel=»Wir verraten keinen« |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2001-02-04 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/politik/wir-verraten-keinen-a-f8680ea8-0002-0001-0000-000018423339 |Abruf=2022-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhaftung und Prozess ==&lt;br /&gt;
=== Ablehnung der Flucht in die UdSSR mit Hilfe des KGB und Selbststellung beim BfV ===&lt;br /&gt;
Am 5. Oktober 1990, kurz nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]], erfuhr Kuron von einem BfV-Kollegen, dass [[Karl-Christoph Großmann]], jahrelanger stellvertretender Leiter der HVA-Abteilung IX, auspacken würde. Damit sah Kuron die Gefahr, aufzufliegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a 13&amp;quot; /&amp;gt; Er begab sich mit seiner [[Beretta|Beretta-Pistole]] nach [[Berlin]], um Großmann aufzusuchen, konnte jedoch dessen Aufenthaltsort nicht ermitteln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 316 f.&amp;quot; /&amp;gt; Kuron traf seinen Führungsoffizier „Stefan“ am [[U-Bahnhof Neu-Westend]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;reichenbach&amp;quot; details=&amp;quot;S. 86&amp;quot; /&amp;gt; und dieser kontaktierte den sowjetischen Geheimdienst [[KGB]]. Die direkte Zusammenarbeit mit dem KGB hatte Kuron bereits zuvor in Erwägung gezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rösler&amp;quot; details=&amp;quot;S. 167&amp;quot; /&amp;gt; Stefan, Kuron und „Oleg“, ein KGB-Aufklärer in [[Berlin-Karlshorst|Karlshorst]], trafen sich daraufhin unter einer Brücke in [[Bernau bei Berlin]] und beschlossen, Kuron mit einer Militärmaschine nach [[Moskau]] auszufliegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a 13&amp;quot; /&amp;gt; Kuron wurde von zwei Männern des KGB zunächst ins militärische Sperrgebiet nach [[Berlin-Karlshorst]] gebracht und er bat seine Frau in [[Köln]], das nächste Flugzeug nach Berlin zu nehmen. Bis zum vorgesehenen Abflug nach Moskau hielt sich Kuron für zwei Tage im Hauptquartier der sowjetischen Luftwaffe in [[Zossen]] auf. Schließlich überwogen beim Ehepaar Kuron jedoch die Sorgen um ihre in Deutschland verbleibenden Kinder und die ungewisse Zukunft in der [[Sowjetunion]]. Da Kuron befürchtete, dass das KGB ihn auch gegen seinen Willen in die [[UdSSR]] ausfliegen könnte, gab er vor, als Agent des KGB im Bundesamt für Verfassungsschutz weiterarbeiten zu wollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reichenbach&amp;quot; details=&amp;quot;S. 87&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später stellte sich der Regierungsoberamtsrat Kuron in einem Hotel bei Braunschweig mit den Worten „Ich bin der Maulwurf, den Sie lange suchen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 319&amp;quot; /&amp;gt; Er bot dem BfV an, weiter als Doppelagent, jedoch nun mit Wissen des Verfassungsschutzes beim KGB zu arbeiten, was jedoch abgelehnt wurde. Kuron wurde am 8. Oktober 1990 festgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rösler&amp;quot; details=&amp;quot;S. 167&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Prozess ===&lt;br /&gt;
Kuron wurde am 7. Februar 1992&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://hdg.de/lemo/html/1992/index.html |titel=Jahreschronik 1992 |abruf=2019-06-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; vom [[Oberlandesgericht Düsseldorf]] wegen schweren [[Landesverrat]]s in Tateinheit mit [[Bestechlichkeit]] zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe und 692.000&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]] an [[Verfall (deutsches Recht)|Verfallsgeld]] verurteilt, dem höchsten Strafmaß, welches jemals in einem deutsch-deutschen Spionageprozess beschlossen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwan&amp;quot; details=&amp;quot;S. 320&amp;quot; /&amp;gt; Nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Freiheitsstrafe wurde er 1998 auf Bewährung aus der Haft entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste deutscher Spione]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Spionagefällen in Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=[[Klaus Eichner]], [[Gotthold Schramm]] |Titel=Vom BfV zur HVA |Sammelwerk=Top-Spione im Westen: Spitzenquellen der DDR-Aufklärung erinnern sich |WerkErg=Überarbeitete Neuausgabe |Verlag=[[Das Neue Berlin]] ([[Eulenspiegel Verlagsgruppe]]) |Ort=Berlin |Datum=2016 |ISBN=978-3-360-01310-1 |Seiten=187–200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Klaus Marxen]], Gerhard Werle: &amp;#039;&amp;#039;Strafjustiz und DDR-Unrecht&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, 1. Teilband, De Gruyter, darin aus &amp;#039;&amp;#039;Erstinstanzliches Urteil des OLG Düsseldorf vom 6. Dezember 1993&amp;#039;&amp;#039; ({{Google Buch|BuchID=dkatj6AAB7QC|Seite=101}})&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=13501794 |Autor= |Titel=Das bevorzugte Stück aus Köln |Jahr=1990 |Nr=42 |Datum=1990-10-15 |Seiten=18–20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentationen ==&lt;br /&gt;
* Thomas Knauf: &amp;#039;&amp;#039;Klaus Kuron – Spion in eigener Sache&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentarfilm, D 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=142488690|VIAF=141497990}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kuron, Klaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doppelagent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bundesamt für Verfassungsschutz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agent für das Ministerium für Staatssicherheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (Spionage)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1936]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2020]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kuron, Klaus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=IM Berger (Deckname); IM Stern (Deckname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Doppelagent (Bundesrepublik Deutschland, DDR)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Mai 1936&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Recklinghausen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. Oktober 2020&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Pulheim]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Asperatus</name></author>
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