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	<title>Kirchlein am Meer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T16:43:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;InternetArchiveBot: InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5</title>
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		<updated>2025-12-08T10:36:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Husum Kirchlein am Meer aussen.jpg|mini|Die Kirche von Südosten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:20160728-1341-C350D-6969 Kirchlein am Meer Schobuell Husum.jpg|mini|Ansicht von Südwesten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Husum Kirchlein am Meer innen.jpg|mini|Innenraum mit Blick nach Osten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kirchlein am Meer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Gotik|frühgotische]] Backsteinkirche des 13. Jahrhunderts in [[Schobüll]], einem Ortsteil von [[Husum]] in [[Schleswig-Holstein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Das sogenannte Kirchlein am Meer wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und war wohl zunächst eine zum [[Kirchspiel]] [[Hattstedt]] gehörige Kapelle. Der Legende nach soll sie von drei Jungfrauen als Missionskirche gestiftet worden sein. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche 1352 mit dem lateinischen Namen &amp;#039;&amp;#039;parochia beate virginis&amp;#039;&amp;#039;, sie war also ursprünglich eine [[Marienkirche]]. Statt nach dem [[Patrozinium]] wurde sie in späteren Dokumenten nur als &amp;#039;&amp;#039;ecclesiola sub mare&amp;#039;&amp;#039; (Kirchlein am Meer) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hemming von Rumohr: &amp;#039;&amp;#039;Dome, Kirchen und Klöster in Schleswig-Holstein und Hamburg nach alten Vorlagen.&amp;#039;&amp;#039; Weidlich, Frankfurt am Main 1962, S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie befindet sich am Fuße des „Schobüller Bergs“, einem der höchsten Punkte der schleswig-holsteinischen Nordseeküste,&amp;lt;ref&amp;gt;nordseepresse.de: [http://nordseepresse.de/nordsee-nachrichten/ecclesiola-mare-die-kleine-kirche-meer-schobuell/ &amp;#039;&amp;#039;Ecclesiola sub mare – die „Kleine Kirche am Meer“ in Schobüll&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 20. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; und diente lange als Seezeichen für nach Husum einfahrende Schiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe gotische Turm stürzte im Jahre 1780 ein und wurde bis 1785 in verkürzter Form neu aufgebaut und 1896 umgestaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hootz&amp;quot;&amp;gt;Reinhardt Hootz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kunstdenkmäler Teil: Hamburg, Schleswig-Holstein.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Kunstverlag, München 1981, ISBN 3-422-00373-8, S. 421.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972/1973 wurde die Kirche umfassend restauriert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hootz&amp;quot; /&amp;gt; Bei einer Innensanierung im Jahr 2020 wurden die alten Farbschichten an den Wänden entfernt und durch eine einheitlich weiße Schlämmung ersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Husumer Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; vom 19. November 2018: [https://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/kirchlein-am-meer-in-schobuell-vor-grosser-sanierung-id21706292.html &amp;#039;&amp;#039;Kirchlein am Meer in Schobüll vor großer Sanierung&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 20. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche gehört zum Kirchenkreis Nordfriesland in der [[Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland|Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Die in etwa [[Ostung|geostete]] einschiffige Kirche aus roten Backsteinen ist im Ortszentrum am Geestrand inmitten des Friedhofs errichtet. Der langgestreckte [[Rechteckchor]] ist gegenüber dem [[Kirchenschiff]] eingezogen und hat ein niedrigeres [[Satteldach]]. Das Giebeldreieck wird durch eine Rundbogenblende im Fischgrätenverband verziert. Der Chor wird im Norden und Süden durch je zwei schmale Spitzbogenfenster belichtet; die beiden Ostfenster sind vermauert, ebenso wie die ursprüngliche Priesterpforte an der Südseite. Unterhalb der Traufe ist ein Winkelfries angebracht. Die Südwand des Chors ist von einem [[Hagioskop]] oder einer Lepraspalte durchbrochen, einer heute vermauerten, aber von innen wie außen erkennbaren Öffnung, die [[Aussatz|Aussätzigen]] eine Teilnahme am Gottesdienst ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kurze Langhaus wird ebenfalls von einem Satteldach mit roten Ziegeln bedeckt. An der Nordseite sind unter dem Klötzchenfries zwei hochsitzende Spitzbogenfenster erhalten, die Südseite hat zwei Rundbogenfenster. Im Westen der Langseiten sind die beiden gestuften Rundbogenportale unter einer Hufeisenblende in einer Spitzbogenblende heute vermauert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reclam&amp;quot;&amp;gt;Hans-Herbert Möller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Niedersachsen, Hansestädte, Schleswig-Holstein. Kunstdenkmäler und Museen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Kunstführer Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-008473-3, S. 551.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Westbau aus derselben Zeit nimmt im Untergeschoss dieselbe Breite wie das Schiff ein und erhebt sich im unteren Bereich über großen Granitquadern. In mittlerer Höhe leiten zwei Pultdächer im Norden und Süden zum quadratischen Turmstumpf über, der 1785 neu aufgeführt wurde. Er dient als Glockenstube und erreicht seitdem nur noch die Höhe des Dachfirstes vom Kirchenschiff. Das stumpfe [[Faltdach (Architektur)|Faltdach]] wird von einem Turmknauf, Kreuz und Wetterfahne bekrönt. Pultdächer und Faltdach sind mit Eichenschindeln gedeckt. Das Stichbogenportal an der Südseite des Turms wurde wie die Rundbogenfenster im Norden und Süden 1896 geschaffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot;&amp;gt;Habich, Grötz (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein.&amp;#039;&amp;#039; 2009, S. 888&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Westseite ist fensterlos. Die [[Maueranker|Eisenanker]] zeigen das Jahr 1785 der Turmerneuerung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Husum Kirchlein am Meer Nordwand.jpg|Figurenfries an der Nordwand&lt;br /&gt;
Kirchlein am Meer Husum Innen 04.jpg|Kreuzigungsgruppe auf dem Altar&lt;br /&gt;
Kirchlein am Meer Husum Innen 13.jpg|Triumphkreuz&lt;br /&gt;
Husum Kirchlein am Meer Taufbecken.jpg|Taufbecken mit Deckel&lt;br /&gt;
Schobüll Hagioskop.jpg|Hagioskop&lt;br /&gt;
20160728-1339-C350D-6966 Kirchlein am Meer Schobuell Husum.jpg|Vermauertes Südportal&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Innenraum wird von einer flachen Holzbalkendecke abgeschlossen. Ein Spitzbogen öffnet den Chor zum Schiff. 1638 wurde ein Teil der [[Kirchenausstattung]] umgestaltet. Das geschah vermutlich, weil Ausstattungsstücke aus 1634 in der [[Burchardiflut]] untergegangenen Kirchen der [[Strand (Insel)|Insel Strand]] übernommen wurden. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die [[Empore]] eingezogen und mit von Gemeindegliedern gestifteten Gemälden versehen. Gleichzeitig wurden der Taufdeckel gestiftet und Ausbesserungen an der übrigen Ausstattung vorgenommen. 1901 wurden die mittelalterlichen Schnitzfiguren teilweise ohne Rücksicht auf die ursprüngliche [[Fassung (Bemalung)|Fassung]] neu bemalt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=JFR|Titel= Schobüll. Vierzehn Retabelfiguren|Hrsg=Uwe Albrecht|Sammelwerk=Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein|Band=IV/2|Verlag=Ludwig|Ort=Kiel |Jahr=2020|ISBN= 978-3-86935-342-5|Seiten=805–809; hoerr S. 808f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Triumphkreuz ===&lt;br /&gt;
Die lebensgroße geschnitzte [[Kreuzigung]]sgruppe über dem [[Chorbogen]] wird auf etwa 1270 datiert. Neben dem für die 1941 erfolgte Aufhängung am jetzigen Ort über dem Chorbogen nach unten versetzten Kreuz stehen Johannes und Maria mit [[Heiligenschein]]en vor Rückbrettern. Das Kreuz hat eine Höhe von 270 cm. Ursprünglich befand die Figurengruppe sich auf einem im Chorbogen aufgestellten Sockel, mit dem sie durch breite Holzzapfen verbunden war, die bei den Nebenfiguren Maria und Johannes noch erhalten sind. Für eine zwischenzeitliche Aufhängung an der Wand neben dem Chorbogen wurde das obere Ende des Kreuzbalkens verkürzt. Die [[Triumphkreuz]]gruppe zeigt große Ähnlichkeit mit der Gruppe in [[Laurentius-Kirche (Kosel)|Kosel]], die sich heute im [[Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Schleswig)|Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte]] auf [[Schloss Gottorf]] befindet, und hat auch einen Bezug zu der Gruppe in [[Marienkirche (Hürup)|Hürup]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=JFR|Titel= Schobüll. Triumphkreuzgruppe|Hrsg=Uwe Albrecht|Sammelwerk=Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein|Band=IV/2|Verlag=Ludwig|Ort=Kiel |Jahr=2020|ISBN= 978-3-86935-342-5|Seiten=802–805}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Farbfassung ist unansehnlich und stammt aus neuerer Zeit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fritz Fuglsang |Titel=Holzskulptur des 13. Jahrhunderts im Herzogtum Schleswig |Verlag=Husum Druck |Datum=1986 |Seiten=169}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altar ===&lt;br /&gt;
Vor den aufgemauerten Altartisch wurde im späten 15. Jahrhundert ein selten so schön erhaltenes [[Antemensale]] gesetzt. Seine acht in zwei unterschiedlich grünen Lasuren [[Fassung (Bemalung)|gefassten]] Felder bestehen in der oberen Zone aus [[Maßwerk]]bogen, darunter aus variierten Rosetten mit rotierendem [[Fischblasenmaßwerk]]. Ein ähnliches Antemensale befindet sich in der [[St. Marien (Hattstedt)|Hattstedter Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spätgotische Altaraufsatz, ein [[Flügelaltar]], entstand um 1470. Von dem ursprünglichen [[Retabel]] ist nur der Schrein mit Maßwerk am Unterzug erhalten. Anhand erhaltener Vergoldungsreste hinter der rechten Gemäldetafel lässt sich rekonstruieren, dass in den Flügeln jeweils drei oder vier Schnitzfiguren standen. Weitere Figuren hätten im Mittelschrein Platz gehabt, so dass der heute an der Nordwand angebrachte Apostelfries möglicherweise die ursprünglichen Figuren des Retabels darstellt. Auf der Außenseite der Flügel befanden sich Gemälde, die nicht erhalten sind. Dieser Bildschmuck wurde 1638 durch [[barock]]e Gemälde ersetzt, die in der Mitte das Abendmahl und auf den Flügeln die [[Getsemani|Gethsemaneszene]] und die [[Auferstehung Jesu Christi|Auferstehung]] zeigen. In der Predella ist die [[Anbetung der Hirten]] dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=JFR|Titel= Schobüll. Hochaltarretabel|Hrsg=Uwe Albrecht|Sammelwerk=Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein|Band=IV/2|Verlag=Ludwig|Ort=Kiel |Jahr=2020|ISBN= 978-3-86935-342-5|Seiten=810–812}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren 1974/1975 wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt, bei dem die Gemälde von R. Plambeck gereinigt und retuschiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hartwig Beseler |Titel=Nordelbingen |Band=45 |Verlag=Boyens &amp;amp; Co. |Ort=Heide |Datum=1976 |Seiten=186}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kreuzigungsgruppe]] über dem Retabel wurde um 1300 geschaffen. Sie stammt möglicherweise von einem unter dem [[Chorbogen]] aufgestellten [[Kreuzaltar]] einer der untergegangenen Strander Kirchen. Wohl 1638 wurde sie auf dem umgestalteten Schobüller Retabel angebracht als Ergänzung und Zentrum von dessen neuem [[Bildprogramm]]. Dabei wurden der obere Kreuzarm ganz abgesägt und das Stammende gekürzt. Nur die Endscheiben des Querbalkens blieben erhalten. Das Kreuz ist in Form eines Baumes gestaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=JFR|Titel= Schobüll. Fragment eines Bogenretabels|Hrsg=Uwe Albrecht|Sammelwerk=Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein|Band=IV/2|Verlag=Ludwig|Ort=Kiel |Jahr=2020|ISBN= 978-3-86935-342-5|Seiten=796–800}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gekreuzigte trägt statt einer Dornenkrone Tauwerk um den Kopf. Eine unter Seefahrern bekannte Strafe fügte der Person starke Schmerzen zu, denn das Tauwerk zog sich beim Trocknen zusammen. Der Ölfarbenanstrich wurde 1901 angebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fritz Fuglsang |Titel=Holzskulptur des 13. Jh. im Herzogtum Schleswig |Datum=1986 |Seiten=169}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Apostelfries ===&lt;br /&gt;
An der Nordwand hängt ein Figuren[[fries]], der die zwölf [[Apostel]] sowie [[Johannes der Täufer|Johannes den Täufer]] und [[Maria Magdalena]] zeigt. Die [[Provenienz]] der 14 Figuren ist nicht gesichert. Sie werden auf etwa 1480 datiert. Es ist möglich, dass sie ursprünglich in dem 1638 umgestalteten Flügelaltar standen, in dessen Mittelschrein und Flügeln sie Platz finden würden. Sie könnten aber auch aus einer in der Burchardiflut 1634 untergegangenen Kirche stammen. Vermutlich befanden sich die Figuren in den Seitenflügeln eines Flügelaltars, dessen Mitte eine Kreuzigungsdarstellung bildete. Es bestehen Ähnlichkeiten zu den Apostelfiguren im Flügelaltar der St.-Magnus-Kirche in [[Tating]]. Heute stehen sie in einem Gehäuse aus dem 17. Jahrhundert, über dem ein mit den Namen der Dargestellten beschrifteter Baldachin angebracht ist. Darunter ist der Bibelvers {{B|Mk|16|15|LT}} geschrieben. Unter den Figuren befindet sich ein Hinweis auf eine Renovierung 1703. 1901 wurden die Figuren farblich neu gestaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=JFR|Titel= Schobüll. Vierzehn Retabelfiguren|Hrsg=Uwe Albrecht|Sammelwerk=Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein|Band=IV/2|Verlag=Ludwig|Ort=Kiel |Jahr=2020|ISBN= 978-3-86935-342-5|Seiten=805–809}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ursprüngliche Fassung war für das Gewand blau mit einem goldenen Umhang.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Silke und Christian Raap |Titel=Kirchlein am Meer |Hrsg=Kirchengemeinde Schobüll |Datum=2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Taufe ===&lt;br /&gt;
Der achteckige pokalförmige [[Taufstein]] im spätgotischen Stil aus dem 15. Jahrhundert ist aus importiertem [[Namur]]er Blaustein gefertigt. Er soll im Jahr 1675 aus einer anderen Kirche übernommen worden sein, möglicherweise von der Insel Strand, die 1634 der Burchardiflut zum Opfer fiel.&amp;lt;ref&amp;gt;So die [https://pedestrial.de/2017/02/02/d-25813-das-schobueller-kirchlein-am-meer/ Beschreibung auf pedestrial.de]; abgerufen am 19. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Taufdeckel wurde 1703 geschaffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt; Es ist eine Volutenkrone mit sechs hervorspringenden Köpfen am unteren Fries. Sechs nach oben auslaufende geschwungene, verzierte Arme enden mit der vollplastischen Figur des Johannes des Täufers, zu dessen Füßen das Lamm Gottes sitzt. Über ihm schwebt der Heilige Geist in Form einer Taube. Dieser Deckel wurde von einer wohlhabenden Frau gestiftet. Ihr Name, Wolbers, ist im Fries eingearbeitet. Der Legende nach machte sie der Kirche dieses Geschenk nach einem Überfall, aus dem sie eine glückliche Rettung erfuhr.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Silke und Christian Raap |Titel=Kirchlein am Meer |Hrsg=Kirchengemeinde Schobüll |Ort=Husum |Datum=2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit ist neben dem Taufstein ein Handtuchhalter aus dem 17. Jahrhundert, der im Giebelrelief die Taufe Christi zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kanzel ===&lt;br /&gt;
Die reich geschnitzte eichene Emporen[[kanzel]] von Jens Süncksen aus Langenhorn im Stil der [[Régence]] stammt aus dem Jahre 1735. Die Kanzel, die an der Südwand des Kirchenschiffs angebracht ist, betritt der Prediger durch einen Mauerdurchbruch vom Chor aus. Die Brüstungsfelder werden durch Konsolen mit Figuren gegliedert, die am Emporenzugang Adam, Mose und Johannes den Täufer und am gerundeten Kanzelkorb Jesus, die Evangelisten mit ihren [[Evangelistensymbole]]n und Luther darstellen. Sie flankieren gewölbte Blendkartuschen, die wiederum von Voluten- und Akanthuszierwerk umgeben sind. Der obere- und untere Fries wird von Puttenköpfen dekoriert. Am unteren Abschluss der Kanzel läuft ein umlaufendes Zierband mit Fruchtgehänge. Der profilierte Schalldeckel hat an der Unterseite eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist, auf ihm stehen [[Putto|Putten]] mit Marterwerkzeugen. Die vergoldete Taube ist in einem plastischen Strahlenkranz gehalten, der sich an der Fläche eines Halbkreises über dem Kanzelkorb erhebt. Um ihn zeigen sich geschnitzte Reliefs mit Akanthus und Blüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Emporenmalerei ===&lt;br /&gt;
An der im Westen angebrachten Empore von 1703 finden sich zehn farbenfrohe Bilder mit [[Emporenmalerei]]. Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Über den Bildern finden sich die Angabe der Bibelstellen, darunter die Namen der Stifter. Acht der Bilder sind nach Vorlagen der [[Matthäus Merian|Merianbibel]] gemalt worden, allerdings teilweise seitenverkehrt dargestellt. Die Szenen sind nicht bibelchronologisch angeordnet, sondern nach thematischen Stichworten paarweise zusammengestellt worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Ausstattung ===&lt;br /&gt;
1701 wurde der Kronleuchter von [[Deichgraf]] Matz Fredies gestiftet. Er ist aus Messing gefertigt. Zwei Lichtkränze ordnen sich um einen Balusterschaft, der in einer großen Kugel mit Pinienzapfen endet. Am oberen Ende zeigt sich eine Figur mit auf einem fliegenden Adler reitenden Zeus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kirchengestühl mit geschnitzten Wangen aus dem 16. und 17. Jahrhundert lässt einen Mittelgang frei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reclam&amp;quot; /&amp;gt; Die geschnitzten Wangen zeigen unterer einem Dreiecksgiebel einen mit C-Voluten flankierten Engelskopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Chorgestühl]] ist mit den Jahreszahlen 1708, 1710 und 1725 bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dehio&amp;quot; /&amp;gt; Teile eines spätgotischen Lesepults mit einer dem Antemensale vergleichbaren Ornamentik wurden in jüngster Zeit neu montiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orgel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Schobüller Dorfkirche.jpg|mini|Westempore mit Jehmlich-Orgel]]&lt;br /&gt;
Die Westempore, die als Orgelempore dient, ist mit der Jahreszahl 1703 bezeichnet. Geschmückt ist sie mit zehn Bildern, die elf biblische Geschichten aus dem [[Altes Testament|Alten]] und [[Neues Testament|Neuen Testament]] zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige [[Orgel]] wurde 2002 von [[Jehmlich Orgelbau Dresden]] mit zweigeteiltem [[Prospekt (Orgel)|Prospekt]] erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 18 [[Register (Orgel)|Register]] auf zwei [[Manual (Musik)|Manualen]] und Pedal. Die [[Traktur]]en sind mechanisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Informationen zur {{Webarchiv|url=https://www.jehmlich-orgelbau.de/deutsch/orgelneubauten/orgel_1150.htm |wayback=20170127230223 |text=Orgel |archiv-bot=2025-12-08 10:36:05 InternetArchiveBot }}, abgerufen am 19. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;24&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;18&amp;quot; style=&amp;quot;border-collapse:collapse;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;16&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;I Hauptwerk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; C–g&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Prinzipal ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hohlflöte ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktave ||4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Quinte || {{Bruch|2|2|3}}′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktave ||2′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Terz || {{Bruch|1|3|5}}′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mixtur III || {{Bruch|1|1|3}}′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;16&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;II Hinterwerk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; C–g&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedackt ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Salizional ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedacktflöte ||4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Waldflöte ||2′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Quinte || {{Bruch|1|1|3}}′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dulzian ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Tremulant&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;16&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pedal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; C–f&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Subbass ||16′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Prinzipal ||8′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Oktave ||4′&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Trompete ||8′&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Koppeln:&amp;#039;&amp;#039; II/I, I/P, II/P&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kirchenführer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Schobüll&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Johannes Habich, Susanne Grötz (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;[[Dehio-Handbuch]] der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2009, ISBN 978-3-422-03120-3, S. 888&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* Heinrich Brauer u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler des Kreises Husum.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Kunstverlag, Berlin 1939, S. 230–235 (mit Abb.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kirchlein am Meer (Schobüll)|Kirchlein am Meer}}&lt;br /&gt;
* [https://www.bildindex.de/werke/gallery/encoded/eJzjYBIy4WLPT8rSTczJEZItTs7ITzq8JydHIbsoNbNYIS-_KCWtKDO1OCcxL0WK2dHPRYm5JCdbiwEA9MQR6w Historische Aufnahmen der Kirche]&lt;br /&gt;
* [https://kirchlein-am-meer.de/ Homepage der Kirchengemeinde]&lt;br /&gt;
* [https://pedestrial.de/2017/02/02/d-25813-das-schobueller-kirchlein-am-meer/ Beschreibung auf pedestrial.de]&lt;br /&gt;
* [[Emporenmalerei in Schleswig-Holstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=54/30/35.7|EW=9/00/16.9|type=building|region=DE-SH}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude im Kreis Nordfriesland|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Nordfriesland|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude der Backsteingotik|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gotisches Bauwerk in Schleswig-Holstein|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Backsteingotik in Schleswig-Holstein|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert|Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Husum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Disposition einer Orgel|Husum Kirchlein am Meer]]&lt;/div&gt;</summary>
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