<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kirchenslawisch</id>
	<title>Kirchenslawisch - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kirchenslawisch"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kirchenslawisch&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-12T22:31:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kirchenslawisch&amp;diff=230174&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Berita: /* Literatur */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kirchenslawisch&amp;diff=230174&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-28T20:07:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kiev psalter2.jpg|mini|In Kirchenslawisch beschriebene Seite aus dem Psalter von Kiew (Spiridon-Psalter) von 1397]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine traditionelle [[Liturgiesprache]], die in den [[Slawische Sprachen|slawischsprachigen]] Ländern von den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] und den  [[Katholische Ostkirchen|katholischen Ostkirchen]] verwendet wurde oder, in den slawischen orthodoxen Kirchen, verwendet wird. Sie entstand im Rahmen der [[Slawenmission]] durch [[Kyrill von Saloniki|Kyrill]] und [[Method von Saloniki|Method]] und war bis in die Neuzeit die wichtigste [[Slawen|slawische]] [[Literatursprache]]. Die am besten untersuchte Variante des Kirchenslawischen ist das [[Altkirchenslawisch]]e.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Redaktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altkirchenslawische ist lediglich die „Spitze des Eisbergs“ an kirchenslawischer Literatur, ein klar abgegrenztes Handschriftenkorpus, das sich durch [[Orthographie|orthographisch]]-[[Phonologie|phonologische]] Charakteristika als archaisch auszeichnet. Der überwiegende Großteil der kirchenslawischen Literatur, der bis in die [[Neuzeit]] entstand und tradiert wurde, erfuhr eine sprachliche Beeinflussung durch die lokalen [[Volkssprache|volkssprachlichen]] Idiome und unterschied sich dadurch von den altkirchenslawischen [[Bibelkanon|kanon]]ischen Texten. Man spricht in diesem Zusammenhang von [[Redaktion (Philologie)|Redaktionen]] des Kirchenslawischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bulgarisch-Kirchenslawisch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Schüler Methods aus [[Großmähren]] vertrieben worden waren, fanden sie – und mit ihnen die kirchenslawische Literatur – im [[Geschichte Bulgariens#Erstes Bulgarisches Reich|bulgarischen Reich]] die sogenannte „zweite Heimat“. Unter dem [[Zar]]en [[Simeon I. (Bulgarien)|Simeon&amp;amp;nbsp;I.]] entstand eine Vielzahl an vorwiegend aus dem [[Griechische Sprache|Griechischen]] übersetzten Texten, deren älteste sie überliefernde [[Manuskript|Handschriften]] zum Teil noch zum altkirchenslawischen Kanon zählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später, ab etwa [[1200]], unterscheiden sich die Texte von den altkirchenslawischen durch den Einfluss der lokalen [[Dialekt]]e, zum Beispiel durch die Verwechslung der [[Nasalvokal]]e. Dieses Textkorpus wird als &amp;#039;&amp;#039;Bulgarisch-Kirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Mittelbulgarisch&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die immer weiter tradierten Bücher wurden im [[14. Jahrhundert]] einer [[Revision (Bibliothekswesen)|Revision]] unterzogen ([[Euthymios von Tarnowo]], Orthographie von [[Weliko Tarnowo|Tarnowo]]), wobei Überlieferungsfehler getilgt wurden und die Orthographie archaisierend vereinfacht wurde. Eine wichtige Rolle spielten hierbei die slawischen [[Kloster|Klöster]] auf dem [[Athos]], in welchen fleißig an und mit der Überlieferung gearbeitet wurde. Mit dem Vordringen der [[Osmanisches Reich|Osmanen]] auf den [[Balkanhalbinsel|Balkan]] wurde die Blüte der kirchenslawischen [[Schriftkultur]] in Bulgarien beendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Serbisch-Kirchenslawisch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Serbien wurde das Kirchenslawische vom [[štokavisch]]en [[Substrat (Linguistik)|Substrat]] beeinflusst. Auch dort wurde die Überlieferung als Folge des [[Traktat]]s „Über die Buchstaben“ von [[Konstantin von Kostenec]] auf Grundlage der [[Schule von Tarnowo]] archaisiert, wodurch das [[Prestige]] der Sprache gesteigert werden sollte. Als Blütezeit gelten das 14. und [[15. Jahrhundert]] (aus dem Griechischen übersetzte Abschriften, Heiligengeschichten). Serbisch-Kirchenslawisch war die hauptsächliche Schriftsprache Serbiens bis in das 18. Jh. und eine der Amtssprachen in der frühen Periode des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]]. Bei den Serben, die sich nach den Türkenkriegen in der [[Vojvodina]] ansiedelten, kam seit Ende des 17. Jahrhunderts Russisch-Kirchenslawisch (Neukirchenslawisch) und später für das weltliche Schrifttum [[Slawenoserbisch]] als Schriftsprache in Gebrauch, im übrigen Serbien selbst wurde Serbisch-Kirchenslawisch weiterverwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Russisch-Kirchenslawisch ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung und Entwicklung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wichtigste Grundlage gilt das auf dem Boden der [[Kiewer Rus]] entstandene &amp;#039;&amp;#039;Russisch-Kirchenslawisch&amp;#039;&amp;#039;. Das [[Ostromir-Evangelium]] von 1056 ist davon ein erstes datiertes [[Denkmal (Philologie)|Sprachdenkmal]], welches wahrscheinlich von einer [[Erstes Bulgarisches Reich|südslawischen]] nicht erhaltenen Vorlage abgeschrieben wurde. Das Ostromir-Evangelium zeigt im Gegensatz zu den altkirchenslawischen Denkmälern die Verwechslung der Nasalvokale ǫ und ę mit den oralen Vokalen u und ‘a. In der Gesamtschau sind nur geringe sprachliche Unterschiede zum Altkirchenslawischen festzustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nicht explizit liturgisch eingesetzte Denkmäler der frühen Zeit, wie die [[Nestorchronik]], zeigen sich abseits der genannten (und weiteren) orthographisch-phonetischen Besonderheiten sowie vereinzelten [[lexik]]alischen Ostslawismen weitgehend in kirchenslawischer Gestalt. Die Weiterentwicklung der ostslawischen Idiome und die selbstständige Tradierung der Literatur auf ostslawischem Boden führte dazu, dass bis zum 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert sich die russische Redaktion zumindest orthographisch recht deutlich von den altkirchenslawischen Texten unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter südslawischer Einfluss ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Re-Archaisierung der orthographischen Gestalt der Texte erfolgte, als infolge des Vordringens der Osmanen auf den Balkan viele slawische, vornehmlich bulgarische Gelehrte der Tarnower Schule (wie zum Beispiel der spätere [[Metropolit]] [[Kiprian]]) ab dem Ende des 14. Jahrhunderts in der mittlerweile erstarkten [[Moskowien|Moskauer Rus]] Zuflucht fanden. Man spricht in diesem Zusammenhang vom zweiten südslawischen Einfluss (wobei als erster südslawischer Einfluss die Übernahme der bulgarischen kirchenslawischen Literatur im Zusammenhang mit der [[Christianisierung]] der [[Kiewer Rus]] unter [[Wladimir I.]] im Jahre [[988]] zu gelten hat). Ergebnis dieser Re-Archaisierung war unter anderem der Versuch einer [[Etymologie|etymologisch]] korrekten Nasalenschreibung, wie sie beispielsweise in Ansätzen in der ersten kirchenslawischen Voll[[bibel]], der [[Gennadiusbibel]] von [[1499]] des Erzbischofs Gennadius von [[Weliki Nowgorod|Nowgorod]], anzutreffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://home.uni-leipzig.de/krueger/lehrews/ogesch/2.%20suedsl.%20einfluss.pdf Der Zweite Südslawische Einfluss auf das russische Schrifttums] (PDF; 92&amp;amp;nbsp;kB), uni-leipzig.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Weg zum Neukirchenslawischen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16. Jh. wurde die Rus als mittlerweile führende Vertreterin der slawischen Orthodoxie mit vielfältigen kulturellen Herausforderungen konfrontiert. Infolge der [[Reformation]] und vor allem der von den [[Jesuiten]] in den seit [[1569]] unter der polnischen Krone vereinten (süd)westlichen ostslawischen Gebieten (heute [[Belarus]] und die West[[ukraine]]) vorangetriebenen [[Gegenreformation]] wurde die Orthodoxie und damit das Kirchenslawische bedroht. Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des theologisch unterschiedlichen Gedankenguts spielte der [[Buchdruck]], der im Laufe des [[16. Jahrhundert]]s auch in den östlichen Gebieten Europas Verbreitung fand. Die [[konfession]]ell-theologischen Herausforderungen und das Bedürfnis der Drucker nach Einheitlichkeit führten zur ersten gedruckten kirchenslawischen Bibel, der [[Ostroger Bibel]] von [[1581]], sowie zu Kodifikationsversuchen des Kirchenslawischen in [[Grammatik]]en und [[Wörterbuch|Wörterbüchern]], die dank der gedruckten Form eine hohe Verbreitung erfuhren und damit normative Kraft entfalten konnten. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang unter anderem die Grammatik von [[Meleti Smotryzky]] ([[1619]]) sowie das Wörterbuch von [[Pamwo Berynda]] ([[1627]]), Werke, die allesamt im von Kulturkontakten geprägten Raum der (süd)westlichen Rus entstanden. Das hiermit normierte und kodifizierte System des Neukirchenslawischen fand in der Mitte des [[17. Jahrhundert]]s mit ukrainischen Gelehrten seinen Weg nach [[Moskau]]. Dieser Kulturimport wird als Dritter Südslawischer Einfluss bezeichnet, auch wenn der südslawische Raum hier kaum eine Rolle spielte, sondern stattdessen das Geistesleben in der (südlich Moskaus liegenden) Ukraine; von Moskau strahlte das Neukirchenslawische nach der [[Revision (Bibliothekswesen)|Revision]] der liturgischen Bücher anhand griechischer Texte unter [[Nikon (Patriarch)|Nikon]] und dem Druck weiterer Bibelausgaben in die anderen Gebiete der orthodoxen Slawia und wird in annähernd dieser Form noch heute im orthodoxen Gottesdienst verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kroatisch-Kirchenslawisch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sonderstellung innerhalb der Geschichte des kirchenslawischen Schrifttums nimmt das &amp;#039;&amp;#039;Kroatisch-Kirchenslawische&amp;#039;&amp;#039; ein. Dem [[Römisch-katholische Kirche|katholisch]]-[[lateinisch]]en Kulturkreis zugehörig, bewahrte es dennoch die kyrillomethodianische Tradition in der Textüberlieferung auch nach dem [[Morgenländisches Schisma|Morgenländischen Schisma]] von [[1054]], wobei zur Texterstellung die eckige [[Glagoliza]] verwendet wurde. Da keine permanenten Kulturkontakte mit dem Ostbalkanraum bzw. der Rus vorhanden waren, durch die die Überlieferung beeinflusst worden wäre, lassen sich in kroatisch-glagolitischen Handschriften oftmals archaische Lesarten bezeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tschechisch-Kirchenslawisch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühen Bezeugungen des Kirchenslawischen in der westlichen Peripherie, namentlich das &amp;#039;&amp;#039;Tschechisch-Kirchenslawische,&amp;#039;&amp;#039; spielten in der weiteren Überlieferungsgeschichte des Kirchenslawischen nur eine geringe Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[August Schleicher]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Formenlehre der kirchenslawischen Sprache erklärend und vergleichend dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; Nachdruck: H. Buske Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87118-540-X.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Trost]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Übersetzungstheorie und -praxis im späten Kirchenslavisch.&amp;#039;&amp;#039; 1978.&lt;br /&gt;
* Nicolina Trunte: &amp;#039;&amp;#039;Kirchenslavisch in 14 Lektionen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Harrassowitz, Wiesbaden 2022, ISBN 978-3-447-10953-6.&lt;br /&gt;
* Nicolina Trunte: &amp;#039;&amp;#039;Славе́нскїй я҆зы́къ. Lehrbuch des Kirchenslavischen in 30 Lektionen. Zugleich eine Einführung in die slavische Philologie.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.academia.edu/79437770/Ein_praktisches_Lehrbuch_des_Kirchenslavischen_Band_I_Altkirchenslavisch Altkirchenslavisch]&amp;#039;&amp;#039; (6. Auflage 2022), Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Mittel- und Neukirchenslavisch&amp;#039;&amp;#039; (2. Auflage 2014, Verlag Otto Sagner, München / Berlin / Washington, D.C., ISBN 978-3-86688-427-4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|cu|Altkirchenslawisch}}&lt;br /&gt;
* {{Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens |Titel=Altkirchenslawisch |Autor=[[Georg Holzer]] |Seiten=187–202 |KBytes=393}}&lt;br /&gt;
* {{dmoz|World/Deutsch/Wissenschaft/Geisteswissenschaften/Kultur-Studien/Slawistik/Alt-_und_Kirchenslawistik/|Alt- und Kirchenslawistik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Slawische Sprachen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4132167-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenslawische Sprache| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Berita</name></author>
	</entry>
</feed>