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	<title>Kirchenfern - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;kirchenfern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fernstehend&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden im [[Religionssoziologie|kirchensoziologischen]] Sprachgebrauch Personen oder Bevölkerungsschichten bezeichnet, die zwar einer [[Kirche (Organisation)|Kirche]] angehören, ihr jedoch gleichgültig bis ablehnend gegenüberstehen. In einem [[Pejorativum|pejorativen]] Sinne werden hier Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;Taufschein-Christen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Namenschristen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Christen&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsinhalt ==&lt;br /&gt;
Nach [[Johannes Först]] bezeichnet „Kirchenferne“ das Phänomen, dass Christen aus eigenem Entschluss dem Leben ihrer [[Kirchengemeinde|Gemeinde]] fernbleiben. Von Kirchenferne kann nach Först allerdings nur dann gesprochen werden, wenn die Zugehörigkeit zu einer Kirche gegeben ist. Menschen aus den „[[Neue Länder|neuen Bundesländern]]“, in deren Leben christliche Reigiösität aufgrund ihrer [[Sozialisation]] in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] nie eine Rolle gespielt hat, fallen somit nicht unter diesen Begriff (siehe [[Christen und Kirchen in der DDR]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Johannes Först|Titel=Kirchenkrise, Kirchenferne und Säkularisierung|Hrsg=Johannes Först, Heinz-Günther Schöttler|Sammelwerk=Einführung in die Theologie der Pastoral: ein Lehrbuch für Studierende|Verlag=LIT-Verlag |Ort=Münster |Datum=2012 |ISBN=978-3-643-11435-8 |Seiten=246}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Begriffe ==&lt;br /&gt;
=== Taufscheinchrist, Namenschrist ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Taufscheinchristen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/2006/37/Alt-tting Beleg zum „Taufscheinchrist“ bei der ZEIT]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Namenschristen&amp;#039;&amp;#039; ist eine pejorativ gemeinte Bezeichnung für Menschen, die zwar durch das [[Sakrament]] der [[Taufe]] zu einer [[Kirche (Organisation)|Kirche]] gehören, sich selbst als [[Christ]]en bezeichnen oder aus Tradition eine Kirche besuchen, dabei aber wesentliche Lehren der christlichen Religion nicht glauben und sich in ihrer Lebensführung nicht daran orientieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Diözese Bozen-Brixen|Brixner]] Bischof [[Joseph Altenweisel]] (1851–1912) bezeichnete die Kirchenfernen, deren Zahl in seinen Augen schon damals erschreckend groß war, als „kranke, absterbende oder schon erstorbene Glieder am [[Leib Christi|Leibe der Kirche]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Fastenhirtenbrief 1911, Hinweis in den Innsbrucker Nachrichten vom 13. Februar 1911, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== U-Boot-Christ ===&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Christ&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Zwei Millionen Kilometer auf der Suche: mein langer Weg zum Glauben | Autor=Klaus Kenneth|Verlag=Saint-Paul, 2001| ISBN=978-3-7228-0518-4 | Online=[http://books.google.at/books?id=FM1r9p3u1A0C&amp;amp;pg=PA189&amp;amp;lpg=PA189&amp;amp;dq=%E2%80%9EU-Boot-Christ%E2%80%9C&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=B6m4je5lz6&amp;amp;sig=EBc2s--BtWx-K1C125YESfe0MjU&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=JcXlU9jOGvKp7AbBnoDoDQ&amp;amp;ved=0CCYQ6AEwATgK#v=onepage&amp;amp;q=%E2%80%9EU-Boot-Christ%E2%80%9C&amp;amp;f=false Google Books]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird ebenfalls pejorativ&amp;lt;ref&amp;gt;Dictionary of German Slang and Colloquial Expressions Henry Strutz Barron&amp;#039;s snippet, 1. Juni 2009 – 338 Seiten&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Mensch bezeichnet, der zwar einer [[Konfession]] angehört, aber nur zu den großen Festgottesdiensten zu [[Weihnachten]] und [[Ostern]] oder auch zur Mitfeier familiärer [[Kasualien]] in der Kirche auftaucht. Der Begriff ist eine Anspielung auf das seltene „Auftauchen“ der Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Christ&amp;#039;&amp;#039; scheint dabei auf Formulierungen des in den 1950er und 1960er Jahren sehr bekannten [[römisch-katholisch]]en Predigers [[Johannes Leppich]] zurückzugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der katholische Theologe und Südkoreaexperte Carsten Wippermann verwendet die Kategorie &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Christen&amp;#039;&amp;#039; zur Einordnung eines Phänomens bei Protestanten in Südkorea. Es handele sich dabei um eine Reaktion auf Verpflichtungen im Rahmen der sogenannten [[Minjung]]-Theologie in dem asiatischen Land. Die Minjung-Theologie ist eine lokale Variante der [[Befreiungstheologie]] mit erheblichem gesellschaftspolitischem Anspruch und Aufwand. Wippermann benennt mit U-Boot-Christ in Korea eine Gruppe von Menschen, die zwar einer [[Megachurch]] angehören, aber bei Treffen und Veranstaltungen so oft wie möglich mit Hinweis auf Terminprobleme fernbleiben und so auch gegenüber den Verpflichtungen der kleineren Minjunggemeinden untertauchen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Wippermann: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen den Kulturen: Das Christentum in Südkorea&amp;#039;&amp;#039; LIT Verlag Münster, 2000&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ähnliche Begriffe ===&lt;br /&gt;
Ebenfalls bekannt ist der &amp;#039;&amp;#039;Karfreitags-Christ&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Teilzeit-Christ&amp;#039;&amp;#039;, welcher im deutschen Sprachraum ca. seit den 1970er Jahren vorkommt. Ein veralteter Ausdruck mit der gleichen Zielrichtung ist der Begriff „[[Einjährig-Freiwilliger]]“. Der Begriff bezeichnete im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] (1871–1918) eigentlich Soldaten, die sich für ein Jahr freiwillig zum Armeedienst gemeldet hatten, wurde dann aber in der Folgezeit für Kirchenmitglieder benutzt, die nur einmal im Jahr zum Gottesdienst kamen; der Begriff war bis etwa in die 1960er Jahre üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Österreich gebräuchliche Bezeichnung ist &amp;#039;&amp;#039;Taufschein-Katholik&amp;#039;&amp;#039;; damit ist gemeint, dass die betreffende Person zwar katholisch ist, diesem Faktum aber keine besondere Bedeutung in ihrem Leben zukommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Empirische Situation ==&lt;br /&gt;
Nach Untersuchungen von [[Paul Zulehner]] und anderen [[Pastoraltheologie|Pastoraltheologen]] ist Kirchenferne keineswegs gleichbedeutend mit fehlendem [[Glaube (Religion)|Glaube]]n an Gott oder ein höheres Wesen, sondern kann auch soziologisch bedingt sein (z.&amp;amp;nbsp;B. in Teilen der [[Arbeiterbewegung]]) oder durch negative Erfahrungen mit Vertretern der Kirche oder einzelnen Gläubigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Umfragen unter Jugendlichen belegen gelegentlich ein starkes Interesse an ethischen Themen, an der [[Metaphysik]] oder Fragen nach dem [[Sinn des Lebens]]. An ein [[Leben nach dem Tod|Weiterleben nach dem Tod]] glauben z. B. in Österreich (Salzb. Nachrichten Okt. 2010) etwa zwei Drittel der Befragten, manche allerdings in Form einer denkbaren [[Reinkarnation|Wiedergeburt]]. Etwas stärker ist der Glaube an ein „höheres Wesen“, aber nicht unbedingt an einen personalen [[Gott]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im kirchlichen Bereich bekannt gewordenen Missbrauchsfälle haben zwar die [[Kirchenaustritt]]e vorübergehend erhöht, aber auch die Wachsamkeit gegenüber solchen Fällen im Allgemeinen. Diese erhöhte Sensibilität wird teilweise der Kirche wieder zugutegehalten. Gleichwohl stehen Kirchenferne auch in Distanz zu [[Konfessionslosigkeit|Konfessionslosen]], behalten sie doch ihre Kirchenmitgliedschaft aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Gläubig, aber kirchenfern“ ===&lt;br /&gt;
Die [[Mitgliederentwicklung in den Kirchen]] ist bei den großen [[Volkskirche]]n seit Jahren überwiegend rückläufig, wenn auch bei den meisten Kirchen weltweit die Mitgliederzahl zunimmt. Letzteres ist allerdings überwiegend auf die dortige demographische Entwicklung zurückzuführen. Konkrete Zahlen für Deutschland nennt ein Artikel der [[Die Zeit|Zeit]] vom 24. Juni 2010. Sie sind zudem den Statistiken der beiden großen christlichen Kirchen zu entnehmen. Danach nahm in den letzten 100 Jahren der Bevölkerungsanteil der Kirchenmitglieder – evangelischer wie katholischer – erheblich ab. Nun sind es unter 30 Prozent je Gruppe, die zumindest formell einer der beiden Kirchen angehören.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--=== Statistik ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2005 kehrten 121.000 Katholiken und 169.000 Protestanten ihrer Kirche den Rücken (diese Zahlen haben sich seither – mit Ausnahmen von 2010 und 2014 – nicht stark verändert). Nur ein kleiner Teil wird durch Wiedereintritte ausgeglichen. Von 1990 bis 2008 ist die Mitgliederbilanz etwa −2,5 bzw. −3,8 Millionen. Für ein genaueres Bild sind dem die Zahl der [[Taufe]]n, Übertritte und Beerdigungen gegenüberzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die emotionale Bindung an die Kirche sank ebenfalls. So fühlt sich nach Umfragen nur jeder zweite der etwa 25 Millionen Katholiken mit der „Amtskirche“ verbunden. Bei den Protestanten ist dieser Prozentsatz traditionell geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die derzeitige Situation beleuchtet eine [[Forsa]]-Umfrage vom Frühjahr 2010. Danach denken 20-25 % über einen Kirchenaustritt nach, darunter sogar 19 Prozent jener, die sich selbst als „tiefgläubig“ bezeichnen. Im Juni erhob das Meinungsforschungsinstitut Allensbach, dass sich von den Katholiken nur 54 Prozent der Kirche verbunden fühlen, von diesen aber 37 Prozent durchaus kritisch. In der V. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD 2012 gaben fast 10 Prozent der Befragten an, ziemlich sicher aus der Kirche austreten zu wollen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typologie der Kirchenmitgliedschaft ==&lt;br /&gt;
Für die [[Evangelische Kirche in Deutschland]] (EKD) erforschte der evangelische Pfarrer Gerald Kretzschmar die Bindekräfte zwischen Kirche und Gesellschaft. In seinem Buch über &amp;#039;&amp;#039;Kirchenbindung&amp;#039;&amp;#039; analysiert er u.&amp;amp;nbsp;a. die Daten der vierten EKD-Umfrage aufgrund folgender Typologie der evangelischen Christen in Deutschland:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gerald Kretzschmar |Titel=Kirchenbindung – Praktische Theologie der mediatisierten Kommunikation |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=2007 |Seiten=58 |ISBN=978-3-525-62398-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Religiös und kirchennah: Große Übereinstimmung mit christlichen Überzeugungen und Gottesglauben, hohe Verbundenheit und rege Teilnahme am kirchlichen Leben&lt;br /&gt;
# Wenig religiös, aber kirchennah: Ablehnung christlicher Glaubensüberzeugungen, Kirchenverbundenheit jedoch wie (1.)&lt;br /&gt;
# Religiös und kirchenfern: Große Zustimmung zu christlich-religiösen Erfahrungen und Glaubensinhalten, aber geringe Verbundenheit mit der Kirche und kaum Teilnahme an ihrem Leben&lt;br /&gt;
# Etwas religiös und etwas kirchennah: mittlere Positionierung bei Religiosität und Kirchlichkeit&lt;br /&gt;
# Nicht religiös und kirchenfern: Ablehnende Haltung zu christlichem Gottesglauben und christlich-religiösen Erfahrungen, seltene bis keine Beteiligung am kirchlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die teilweise [[paradox]]en Umfrageergebnisse können nach Kretzschmar damit zusammenhängen, dass die erfragte Kirchenbindung nach dem Zustimmungsgrad zu Aussagen über christliche Religiosität und Kirchlichkeit gemessen wurde, die Wechselwirkungen von Kirchenbindung und Religiosität jedoch für solche Umfragen zu komplex sind. Teile des Effekts (2.) können durch Zustimmung zum sozialen Engagement der Kirche entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine repräsentative Umfrage der [[Konrad-Adenauer-Stiftung]] in West- und Ostdeutschland ergab 2003, dass sich 70 Prozent der Befragten mit der Kirche verbunden fühlen – was allerdings dem Prozentsatz der Kirchgänger deutlich widerspricht. Die EKD äußerte sich skeptisch dazu, weil sie die geäußerte &amp;#039;&amp;#039;Verbundenheit&amp;#039;&amp;#039; noch nicht als Kirchenbindung ansieht. Andererseits könnten auch die 30 Prozent Kirchenfernen eine gewisse Beziehung zur Kirche haben. Kretzschmar schlägt daher einen modifizierten Bindungsbegriff vor, der neben &amp;#039;&amp;#039;sozialer Nähe&amp;#039;&amp;#039; auch die &amp;#039;&amp;#039;soziale Distanz&amp;#039;&amp;#039; betrachtet. Letztere lasse sich teilweise auch aus der [[Biografie]] der Befragten erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umfrage unter Mitgliedern der EKD gibt für ihre Verbundenheit 74 Prozent an, wobei dieser Wert seit 1972 eine „leicht steigende Tendenz“ aufweist. Viele definieren jedoch ihr Kirchenverhältnis nicht über [[soziale Nähe]] und besuchen selten den Sonntags[[gottesdienst]] (meist nur zu Festen, wie [[Weihnachten]]), nehmen aber kirchliche Amtshandlungen in Anspruch, schätzen den Pfarrer und lassen ihre Kinder selbstverständlich taufen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kretzschmar, S. 16 und S. 46&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] ist zwar der Anteil der Kirchgänger deutlich höher, aber auch jener der Distanzierten. Eine [[Institut für Demoskopie Allensbach|Allensbach]]-Umfrage 2010 ordnete 17 Prozent dem Typus (1) zu, 37 Prozent sahen sich „kritisch kirchenverbunden“ und weitere 32 Prozent „kirchlich distanziert“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fr.de/politik/glaeubige-distanzieren-sich-kirche-11663539.html &amp;#039;&amp;#039;Allensbach-Umfrage: Gläubige distanzieren sich von der Kirche.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau.&amp;#039;&amp;#039; 17. Juni 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergebnisse der fünften Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD zeigen allerdings starke Beziehungen zwischen Gottesglauben und Kirchenverbundenheit auf. So gibt es nur eine kleinere Zahl an Kirchenfernen, die sich selbst als stärker religiös sehen. Auch ist der Glaube unter den kirchenfernen Kirchenmitgliedern diffuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spiritualität von Fernstehenden ==&lt;br /&gt;
Viele Umfragen zeigen, dass in Europa Kirchenferne keineswegs [[Unglaube|Ungläubigkeit]] bedeuten muss. Ihre Ursachen können vielfältig sein und reichen von kirchenferner Kindheit und Jugend (keine [[Taufe]], kein [[Religionsunterricht]], [[Kirchenaustritt]] der Eltern, [[Atheismus|atheistisches]] Milieu, [[Jugendklub]] usw.) über negative Erfahrungen mit Vertretern der Kirche (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Religionslehrer]], Pfarrer, [[Begräbnis]], übertriebene Religiosität von Nachbarn) bis zum Problem des Leids in der Welt ([[Theodizee]]frage) und bewusster Ablehnung des christlichen [[Gottesbild]]es. Wie die deutsche Studie &amp;#039;&amp;#039;Männer und ihre Spiritualität&amp;#039;&amp;#039; (2006) zeigt, ist für Fernstehende weniger ein personaler Gott vorstellbar, der am Leben der Menschen Anteil nimmt, sondern eher ein [[Schöpfung|Schöpfer]], der nicht ins Geschehen eingreift ([[Deismus]]). Deshalb wurde ein zugrundeliegendes [[Forschungsprojekt]] &amp;#039;&amp;#039;Die unsichtbare Religion kirchenferner Männer&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorangegangene empirische Interviewstudien von [[Paul M. Zulehner]] und [[Rainer Volz]] lassen neben Prozentzahlen auch qualitative Aussagen (Prioritäten, Meinungen, Einstellungen) zu unterschiedlichen Gruppen der deutschen bzw. österreichischen Bevölkerung (ohne Migranten) zu. Die Antworten auf vorgegebene schriftliche Fragen (Items) wurden von den Wissenschaftlern zu &amp;#039;&amp;#039;Bündeln&amp;#039;&amp;#039; (Cluster) verdichtet und miteinander in [[Korrelation|Beziehung]] gesetzt. Sie zeigen typische Einstellungen zu Theologie und Kirche, die mit Bildern der [[Geschlechterrolle]] korrelieren. Zulehner unterscheidet die Typen des &amp;#039;&amp;#039;traditionellen&amp;#039;&amp;#039;, des &amp;#039;&amp;#039;unsicheren&amp;#039;&amp;#039; (unbestimmten), des &amp;#039;&amp;#039;pragmatischen&amp;#039;&amp;#039; und des &amp;#039;&amp;#039;neuen&amp;#039;&amp;#039; Manns mit sehr verschiedener Beteiligung am Sonntagsgottesdienst und kirchlichen Leben. Trotz abnehmender Kirchlichkeit – speziell bei geschlechterdemokratisch „erneuerten“ bzw. jüngeren Männern – bezeichnen sich aber 60 Prozent der Männer als „religiös“, Frauen hingegen zu 74 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Prömper, Andreas Ruffing, Hubert Frank: {{Toter Link |datum=2019-04 |url=http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/kiba/dcms/traeger/10/bgv/pastoral/Jug_u_Erw/maennerarbeit/Pastoral/maennerundihrespiritualitxt.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Männer und ihre Spiritualität.&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2019-04-23 03:58:51 InternetArchiveBot}} Auswertung der Studie „Was Männern Sinn gibt“, Frankfurt 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Oft bestehen Widersprüche zwischen der [[Kognition|kognitiven]] Ebene der Fragebögen bzw. Aussagen und der Ebene des Erlebens, der Wortwahl, [[nonverbal]]er Äußerungen und dem [[Habitus (Soziologie)|Habitus]]. Überspitzt zieht Zulehner das Resümee „Männer [[Säkularismus|säkularisieren]], Frauen spiritualisieren“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Fernstehenden ist daher die Frage nach [[Sinn des Lebens|Sinngebung]] im Leben zielführender als jene nach der [[Religiosität]]. Männer erkennen hauptsächlich solche Phänomene als sinnvoll, die für ihre Biografie positiv deutbar sind und ihre Handlungsfähigkeit erhöhen. Diese recht irdische Sicht passt aber nach Hans Prömper zu heutigen Bemühungen, Glaube und Religion als &amp;#039;&amp;#039;Zustimmung zur Welt&amp;#039;&amp;#039; und als &amp;#039;&amp;#039;Daseinsbewältigung im Horizont [[Transzendenz|transzendenter]] Erfahrungen&amp;#039;&amp;#039; zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Lebenssicht zeigen sich große Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Männern und zwischen den Generationen, aber nicht entlang der Konfessionsgrenzen katholisch/evangelisch. Gemeinsam ist vielen die Ablehnung kirchlicher Lehren als Bevormundung, andererseits die Offenheit für kosmologische und [[Anthropologie|anthropologische]] Fragen, für Natur und Leben, [[Ethik]] und Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tiefeninterviews fördern oft den Begriff einer „Gegenwelt“ zutage, der die fremdbestimmte „Welt“ (vor allem [[Berufswelt]] und „Lebenskampf“) in Richtung selbstbestimmter Zeiten und Orte ergänzen soll. Gegenwelten werden von Männern aufgesucht, um Entlastung vom Alltag, neue Lebenskraft und Lebenssinn zu finden. Hier orten kirchliche Studien ein starkes Defizit in [[Seelsorge]] und [[Pastoral]], wenn Fernstehende die Kirche der fremdbestimmenden, unfrei machenden „Welt“ zuordnen. Die moderne Kirche müsse eine sozial wirksame, [[Offenheit (Psychologie)|offene]] Gegenwelt zu den gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen bilden. Die Studie &amp;#039;&amp;#039;Was Männern Sinn gibt&amp;#039;&amp;#039; nennt dazu als [[Bibel|biblisches]] [[Leitmotiv]] gegen Stress und Konkurrenz den Ausspruch Jesu bei {{B|Matthäus|20|26}}: „Bei euch aber soll es nicht so sein“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise zeigt sich die „Kirchenferne“ der befragten Männer als eine „Gottesferne“. In ihrer Sicht existiert Gott (vielleicht), hat aber mit ihrem konkreten Leben wenig zu tun. Sie sehnen sich nach Heil und [[Ganzheitlich|Ganzheit]] in der Erfahrung von [[Kontingenz]], Leid und Gebrochenheit; aber sie erfahren dies nicht in der [[Evangelium (Glaube)|Botschaft]] und Praxis der Kirche. Ihre (im Vergleich zu Frauen oft sprachlose) Offenheit für Transzendenz sucht nach Symbolen, Handlungen und [[Riten]], die dem Leben Tiefgang geben. Primär müsste die Kirche also spirituelle Räume schaffen, in denen Männer &amp;#039;&amp;#039;mit allen Sinnen (wieder) erfahren können, dass Gott ihrem Leben nahe ist&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Paul Zulehner]], Rainer Volz: &amp;#039;&amp;#039;Männer im Aufbruch. Wie Deutschlands Männer sich selbst und wie Frauen sie sehen.&amp;#039;&amp;#039; Forschungsbericht. Ostfildern 1998.&lt;br /&gt;
* Paul M. Zulehner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;MannsBilder. Ein Jahrzehnt Männerentwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Ostfildern 2003.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Paul M. Zulehner |Titel=Religion ja – Kirche nein? Die Kirche in der multikulturellen Gesellschaft von morgen |Hrsg=[[Manfred Kock]] |Sammelwerk=Kirche im 21. Jahrhundert. Vielfalt wird sein |Verlag=Kreuz Verlag |Ort=Stuttgart |Datum=2004 |Seiten=11–31 |ISBN=3-7831-2392-5}}&lt;br /&gt;
* Hans Prömper, Andreas Ruffing, Hubert Frank: [http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/kiba/dcms/traeger/10/bgv/pastoral/Jug_u_Erw/maennerarbeit/Pastoral/maennerundihrespiritualitxt.pdf &amp;#039;&amp;#039;Männer und ihre Spiritualität.&amp;#039;&amp;#039;] Auswertung der Studie „Was Männern Sinn gibt“, Frankfurt 2006.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Gerald Kretzschmar]] |Titel=Kirchenbindung – Praktische Theologie der mediatisierten Kommunikation |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=2007 |Umfang=333 |Reihe=Lehr- und Studienbücher zur Theologie |BandReihe=Band 7 |ISBN=978-3-525-62398-5 |Online={{Google Buch | BuchID=uH5Ix6XjgdkC | Hervorhebung=kirchenfern}}|Abruf=2017-12-07}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Johannes Först]]|Titel=Kirchenkrise, Kirchenferne und Säkularisierung|Hrsg=Johannes Först, Heinz-Günther Schöttler|Sammelwerk=Einführung in die Theologie der Pastoral: ein Lehrbuch für Studierende|Verlag=LIT-Verlag |Ort=Münster |Datum=2012 |ISBN=978-3-643-11435-8 |Seiten=241–264}}&lt;br /&gt;
* Edward Rommen: &amp;#039;&amp;#039;Namenschristentum. Theologisch-soziologische Erwägungen.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Edition Afem: Mission scripts.&amp;#039;&amp;#039; Band 20). 2. Auflage. VTR, Nürnberg 2003. ISBN 3-933372-74-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.wir-sind-kirche.de/?id=393&amp;amp;id_entry=2727 &amp;#039;&amp;#039;Gläubig, aber kirchenfern – Nur jeder zweite Katholik fühlt sich der Amtskirche verbunden.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 24. Juni 2010.&lt;br /&gt;
* [http://members.aon.at/veitschegger/texte/taufschein.htm Karl Veitschegger: &amp;#039;&amp;#039;Thema: „Taufscheinchristen“ – 10 Theologische Gedanken&amp;#039;&amp;#039;; 1995]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4030716-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Spiritualität]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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