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	<title>Kirchenbuch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kirchenbuch&amp;diff=47158&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Leerzeichen vor Beleg entfernt, Kleinkram</title>
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		<updated>2025-08-11T07:06:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor Beleg entfernt, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt ein in der Kirche geführtes Verzeichnis über Personen, zu dem Ortsteil Kirchenbuch siehe unter [[Burglengenfeld]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Tauf u Heiratsbuch Pf Bozen 1583-89 fol 1.png|mini|Das auf [[Frühneuhochdeutsch]] abgefasste Kirchenbuch (Tauf- und Heiratsregister) der [[Marienpfarrkirche Bozen|Pfarre]] [[Bozen]] von 1583–1589, fol. 1 (Eintrag vom 14. August 1583)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirchenbuch.jpg|mini|Kirchenbuch, hier ein Taufregister, aus dem 18. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Auszug aus dem Taufregister.jpg|mini|Auszug aus dem Taufregister (1941)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Totenschein (1942).jpg|mini|Totenschein (1942)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kirchenbücher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Kirchenregister&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kirchen[[matrikel]]&amp;#039;&amp;#039;, in [[Österreich]] &amp;#039;&amp;#039;Kirchen-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Pfarr-Matriken&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!-- sicher nicht Matrike&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;l&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; --&amp;gt;, in der Schweiz &amp;#039;&amp;#039;der Rodel, die Rödel&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Artur Lehmann: &amp;#039;&amp;#039;Familienbuch in 2 Teilen.&amp;#039;&amp;#039; Selbstverlag, 1989, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;) sind Verzeichnisse über [[Taufe]]n, [[Hochzeitsfeier|Trauungen]], [[Tod]]esfälle, die von [[Pfarrer]]n meist in [[chronologisch]]er Reihenfolge angelegt werden. Sie sind öffentliche [[Urkunde]]n über die in ihnen verzeichneten [[Kasualien|kirchlichen Amtshandlungen]]. Bis in die 1870er Jahre wurden [[Personenstand]]sfälle nur von den Religionsgemeinschaften verzeichnet. Heute werden die entsprechenden staatlichen  [[Personenstandsbuch|Personenstandsbücher]] in [[Standesamt|Standesämtern]] geführt. Historische Kirchenbücher sind wertvolle Quellen der Forschung. Pfarrämter sind nach wie vor zur Führung von Kirchenbüchern verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirchenbücher sind nicht zu verwechseln mit den [[Messbuch|Messbüchern]], auch &amp;#039;&amp;#039;Missale&amp;#039;&amp;#039; genannt, die liturgischen Zwecken dienen. Allerdings werden seit dem 18. Jahrhundert vorzugsweise in [[Reformierte Kirche|reformierten]] Gegenden Sammlungen mit Texten für den Gottesdienst &amp;#039;&amp;#039;Kirchenbuch&amp;#039;&amp;#039; genannt, um sie von [[Evangelisch-lutherische Kirche|lutherischen]] [[Agende]]n abzugrenzen, deren Inhalt gesetzlichen Charakter hat. Auch Chroniken und Rechnungsbücher wurden und werden gelegentlich als Kirchenbücher bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Taufbuch&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Taufregister&amp;#039;&amp;#039;. Hier sind die Daten der [[Geburt]] und der [[Taufe]] der jeweiligen Person sowie ihrer [[Elternschaft|Eltern]] und [[Pate]]n aufgezeichnet.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ehebuch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Heiratsbuch&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Copulationsregister&amp;#039;&amp;#039; (Copulation = Trauung). Hier sind die Daten der [[Eheschließung]] der beiden [[Ehepartner]] sowie (nicht immer) der Eltern und Trauzeugen aufgezeichnet. Vor der Einführung der [[Standesamt|Standesämter]] (in Deutschland 1876) wurde zudem ein [[Aufgebot (Eherecht)|&amp;#039;&amp;#039;Proclamationsregister&amp;#039;&amp;#039;]] geführt, in dem festgehalten wurde, dass die Verlobung rechtmäßig zustande gekommen war.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Totenbuch&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sterbebuch&amp;#039;&amp;#039;. Hier sind Todes- und Begräbnisdaten aufgezeichnet.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Register der Erstkommunikanten&amp;#039;&amp;#039; (katholisch). Hier sind die Daten der [[Erstkommunion|Kinder]] und Erwachsenen verzeichnet, die nach der Taufe zum ersten Mal die [[Sakrament]]e der [[Eucharistie]] und [[Beichte|Buße]] empfangen haben.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Register der [[Firmung|Gefirmten]]&amp;#039;&amp;#039; (katholisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Konfirmationsregister&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Konfirmandenbuch&amp;#039;&amp;#039; (evangelisch). Hier sind die [[Konfirmation|konfirmierten]] Jugendlichen der Gemeinde sowie deren Eltern verzeichnet.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Register der [[Kirchenaustritt|aus der Kirche ausgetretenen Personen]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Register der [[Konversion (Religion)#Christentum|Konvertiten]] und [[Kirchenwiedereintritt#Römisch-katholische Kirche|Rekonziliierten]]&amp;#039;&amp;#039; (katholisch). Hier sind Personen verzeichnet, die in einer anderen christlichen [[Konfession#Christliche Konfessionen|Konfession]] gültig getauft und später in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wurden (Konversion) und Katholiken, die nach einem vor der zuständigen staatlichen Stelle erklärten Kirchenaustritt durch bischöflichen Gnadenakt wieder in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche wiederaufgenommen wurden (Rekonziliation).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Kommunikantenregister]]&amp;#039;&amp;#039; (historisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gräberverzeichnis&amp;#039;&amp;#039; der kirchlichen [[Friedhof#Organisation und Verwaltung|Friedhofsverwaltung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft sind zusätzliche Daten wie [[Wohnadresse|Wohnort]] oder [[Beruf]] der jeweiligen Person angegeben. Bei unehelichen Kindern wurden Taufname und Taufdatum mancherorts auf dem Kopf stehend eingetragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kaiser&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Warum Schwaben alles können – wenn sie wollen. Historische Streifzüge in Schwaben&amp;#039;&amp;#039;. Evangelische Gemeindepresse, 2005, ISBN 978-3-920207-12-4, S.&amp;amp;nbsp;18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Umfang der Eintragungen ist verschieden und hängt von den Gewohnheiten des zuständigen Pfarrers und dessen Kenntnissen über die Personen ab. Weil die Kirchenbücher in erster Linie kirchliche Handlungen belegen, wurden vor der Einführung verpflichtender Formulare ab dem 17. Jahrhundert oft nur Ort und Datum der Taufe bzw. der Beerdigung (in anderen Fällen nur das Todesdatum) genannt, nicht aber Geburt und Tod. In alten Kirchenbüchern fehlt bei Taufeintragungen oft der Name der Mutter oder sogar beider Eltern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchenbücher stellen oft die einzigen Aufzeichnungen über die Existenz von Personen dar, da die Eintragungen für alle Gemeindeglieder unabhängig von [[Ständegesellschaft|Stand]], Geschlecht und Vermögen gemacht wurden. Sie sind damit wichtige [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] der historischen, insbesondere der [[Genealogie|genealogischen]] Forschung. Das Lesen der Kirchenbücher setzt Kenntnisse der [[Schreibschrift]] früherer Zeit voraus (siehe [[Paläografie]]). [[Römisch-katholische Kirche|Römisch-katholische]] Kirchenbücher sind bis ca. 1800 nahezu ausschließlich in [[Lateinische Sprache|lateinischer Sprache]] geführt, ab etwa dieser Zeit dann in der Landessprache, so wie zuvor schon die protestantischen Matrikeln. Bis zu diesem Zeitpunkt finden sich häufig auch unterschiedliche Schreibweisen der [[Familienname]]n, da diese dem Pfarrer nur mündlich vorgetragen und häufig nicht aus anderen Dokumenten übernommen wurden. Erst aus der Zeit nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], in dem Kirchenbücher in erheblichem Umfang verloren gingen, liegt eine großflächige Überlieferung der Kirchenbücher vor, wenn auch weitere Kriege erhebliche Verluste verursachten, so die [[Koalitionskriege|Napoleonischen Kriege]] 1797–1809 und nicht zuletzt der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mittelalter und Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Die ältesten Kirchenbücher – sie liegen nur als [[Fragment (Literatur)|Fragment]] vor – stammen aus dem 14. Jahrhundert und entstanden in der [[Provence]] und in [[Italien]]. Das älteste erhaltene Kirchenbuch aus dem [[Deutsche Sprache|deutschsprachigen Raum]] ist ein Taufbuch aus [[Basel]], das 1490 begonnen wurde und sich heute im [[British Museum|Britischen Museum]] in [[London]] befindet. Die ältesten Anweisungen, Kirchenbücher zu führen, stammen vom Konstanzer Bischof [[Friedrich III. von Zollern]] aus dem Jahr 1435. Die nachfolgende ständige Wiederholung der Anordnung beweist, dass Kirchenbücher in der Praxis offensichtlich nur schleppend eingeführt wurden. In seiner 24. Sitzung ordnete das [[Konzil von Trient]] per Erlass des Ehedekretes &amp;#039;&amp;#039;Tametsi&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/pdf/deu/Doc.63-GER_Trient.pdf S. 19: Dekret „Tametsi“ zu „gültigen und wahren Ehen“]&amp;lt;/ref&amp;gt; vom 11. November 1563 die Anlage von Eheregistern und im Zusammenhang damit auch die Einführung von Taufbüchern an. Für die Führung von Sterbebüchern sowie von [[Firmung|Firmmatrikeln]] wurden erst im &amp;#039;&amp;#039;[[Rituale Romanum]]&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1614 Formulare entworfen, aber auch für die Tauf- und Traumatrikel findet man erst hier genaue Formulare. Allerdings hatte das &amp;#039;&amp;#039;Rituale Romanum&amp;#039;&amp;#039; keinen verpflichtenden Charakter, so dass die tatsächliche Qualität der Eintragungen in den Kirchenbüchern weiterhin stark variiert. Auch die Sterbebücher waren immer noch nicht verpflichtend. In der Praxis dauerte es so oft noch Jahrzehnte, bevor Kirchenbücher auch überall konsequent geführt wurden. In den Gebieten, in denen sich die [[Reformation]] durchsetzte, wurden von Anfang an Kirchenbücher geführt. Diese sind damit also etwa 50 Jahre älter.&amp;lt;ref&amp;gt;Martina Wagner, Hermann-Josef Braun: &amp;#039;&amp;#039;Die Kirchenbuchüberlieferung der katholischen Pfarreien in Hessen. Bestände in den Bistumsarchiven Fulda, Limburg und Mainz&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archivnachrichten aus Hessen]]&amp;#039;&amp;#039; 10, 2 (2010), S. 19–25 (19f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfarrer führten diese Aufzeichnungen oft auch im landesherrlichen Auftrag. Dadurch findet man für Zeiten, in denen bestimmte [[Konfession]]en in bestimmten Regionen unerwünscht waren, auch Aufzeichnungen über [[Protestant]]en in katholischen Kirchenbüchern und umgekehrt (Simultanregister).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zuerst wohl unter [[Ludwig XIV.]] in Frankreich eingeführten &amp;#039;&amp;#039;Kirchenbuchduplikate&amp;#039;&amp;#039; mussten jährlich an staatliche Stellen abgegeben werden, um von dort aus die Fortschreibung der [[Bevölkerungsentwicklung|Bevölkerungsbewegung]] in statistischer Form für einzelne Landesteile und den Gesamtstaat durch eine zentrale Behörde zu ermöglichen (z.&amp;amp;nbsp;B. im Hinblick auf Todesursachen). Auch in Österreich und in [[Preußen]] verpflichtete Kaiser [[Joseph II. (HRR)|Joseph&amp;amp;nbsp;II.]] bzw. das [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeine Landrecht]] die Pfarrer oder [[Küster]], für staatliche Zwecke Zweitschriften anzufertigen und abzuliefern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=n2Wo-KIbYsAC&amp;amp;pg=PR11&amp;amp;lpg=PR11&amp;amp;dq=Allgemeines+landrecht+f%C3%BCr+die+Preussischen+Staaten,+Duplikat+des+Kirchenbuchs&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=YHWqxhlx9U&amp;amp;sig=Pk4JVDLWh8Bqrq67V5qQ5Rz4jL8&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjAzLiwv_HPAhVGNxQKHRr3A5oQ6AEILzAD#v=onepage&amp;amp;q=Allgemeines%20landrecht%20f%C3%BCr%20die%20Preussischen%20Staaten%2C%20Duplikat%20des%20Kirchenbuchs&amp;amp;f=false zu den Kirchenbuchduplikaten in Preußen] siehe Falko Neininger: &amp;#039;&amp;#039;Brandenburgische Kirchenbuchduplikate 1794–1874. Ein Verzeichnis der Überlieferung im Brandenburgischen Landeshauptarchiv&amp;#039;&amp;#039;. Lang, Frankfurt, M. / Berlin / Bern / Bruxelles / New York, NY / Oxford / Wien 2008, ISBN 978-3-631-58057-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Zum 1. Januar 1876 wurden im [[Deutsches Reich|deutschen Reich]] mit dem [[s:Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung|Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstands und die Eheschließung]] die Beurkundungen der Geburten, Heiraten und Sterbefälle ausschließlich den vom Staat bestellten [[Standesbeamter|Standesbeamten]] mittels Eintragung in die dazu bestimmten [[Personenstandsbuch|Register]] übertragen, während in [[Österreich]] die Religionsgemeinschaften diese Aufgaben noch bis zum 1. Januar 1939 wahrnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Politische Bedeutung erlangten die Kirchenbücher in Deutschland durch die [[Rassenideologie]] des [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|NS-Regimes]]. In dieser Zeit mussten Beamte und Mitglieder der [[NSDAP]] sowie ihrer Unterorganisationen ihre [[Abstammung]] mit dem so genannten [[Ariernachweis]] belegen, weshalb sehr viele [[Abschrift]]en aus älteren Kirchenbüchern gefertigt wurden. Das [[Reichssippenamt]] hat damals viele Kirchenbücher der früheren deutschen [[Ostgebiete des Deutschen Reiches|Ostgebiete]] verfilmt. Diese Filme sind heute in der [[Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte Leipzig]] archiviert und zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Matrikeln wurden durch [[Ortsfamilienbuch|Dorfsippenbücher]] erschlossen, die deren Daten über den Zwischenschritt der [[Kirchenbuchverkartung]] zu Familien zusammenfassen und verbinden. Bereits weit vor 1933 einsetzend und über das Jahr 1945 hinaus bis zur Gegenwart&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Von den Familienregistern zu den Ortsfamilienbüchern&amp;#039;&amp;#039;. In: Weiss, V,: &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2013, ISBN 978-3-944064-11-6, S.&amp;amp;nbsp;235–320.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind mit dieser Methode die Kirchenbücher von bisher mehr als 2000 Gemeinden in einem [[Ortsfamilienbuch]] zusammengefasst und durch Drucklegung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Verwendung ==&lt;br /&gt;
Heute sind Kirchenbücher innerkirchliche Aufzeichnungen. In Deutschland dienen für die Zeit vor Einführung des staatlichen Standesamtes und bei Verlust der Personenstandsregister (z.&amp;amp;nbsp;B. durch Kriegseinwirkung) die Kirchenbücher immer noch als Nachweis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um weiteren Verlusten vorzubeugen, sind in Deutschland die älteren Bände der Kirchenbücher in zentralen kirchlichen [[Archiv]]en der [[Landeskirche]]n und [[Bistum|Bistümer]] gelagert. Oft sind sie als [[Mikrofilm]] zugänglich und werden vermehrt auch [[Digitalisierung|digitalisiert]] und von den jeweiligen Archiven über verschiedene Internetportale bereitgestellt. In Österreich dagegen sind die Originale in den [[Pfarrei]]en verblieben und Kopien werden bei den [[Diözese|Diözesanverwaltungen]] aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Südtirol]]er Kirchenbücher sind bereits vollständig digitalisiert und online gratis einsehbar.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.provinz.bz.it/kunst-kultur/landesarchiv/kirchenbuecher-suedtirol.asp&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[ICARUS (Konsortium)|ICARUS-Allianz]] kooperieren 250 Archive bzw. Institutionen aus 37 Ländern bei der [[Digitalisierung]] von kirchlichen (und anderen) Archiven und haben bis November 2018 bereits 25 Millionen Seiten von Kirchenbüchern erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Genealogische Gesellschaft von Utah]] kopiert Kirchenbücher aus religiösen Motiven ([[Totentaufe]]), macht sie aber einem großen Forscherkreis zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine Person im Kirchenbuch auffinden zu können, reicht oft das Datum der entsprechenden kirchlichen Handlung aus. Auf [[Urkunde]]n findet man darüber hinaus folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* die Nummer des Kirchenbuches,&lt;br /&gt;
* die Seite, lateinische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;pagina&amp;#039;&amp;#039;, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;pag.&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;p.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* oder die Blattzählung, lat. &amp;#039;&amp;#039;folio&amp;#039;&amp;#039;, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;fol.&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;f.&amp;#039;&amp;#039; wobei hier angegeben wird, ob Vorderseite ([[recto]]) oder Rückseite ([[verso]]). Beispiel: f. 134v steht für „Blatt 134 verso“ (daneben gibt es mitunter auch andere Bezeichnungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkauf von Kirchenbüchern ==&lt;br /&gt;
Kirchenbücher werden mitunter im Internet oder auf Flohmärkten/Sammlermärkten angeboten. Da diese Kirchenbücher im Regelfall Eigentum der Kirche sind, macht sich der Anbieter in diesen Fällen der [[Hehlerei]] strafbar.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://wiki.genealogy.net/Kirchenbuch_zu_verkaufen Kirchenbuch zu verkaufen]&amp;#039;&amp;#039; auf [[GenWiki]], abgerufen am 11. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klassifizierung ==&lt;br /&gt;
In [[Sachsen]] sind Kirchenbücher seit 1800 generell mit alphabetischen Namensregistern ausgestattet, vielfach auch in der Zeit davor. Kirchenbücher aus der Zeit vor 1700 besitzen manchmal [[Register (Nachschlagewerk)|Register]], die nach den Vornamen geordnet sind. Bei der Register-Nutzung ist weiter die [[Orthographie|orthografische]] Veränderlichkeit von [[Familienname]]n zu bedenken (siehe auch [[Phonetische Ordnung]] und [[Toter Punkt (Genealogie)|Toter Punkt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchenbücher in der Literatur ==&lt;br /&gt;
Das älteste erhaltene Kirchenbuch der [[Mark Brandenburg]] aus dem Jahr 1575 befindet sich in [[Gröben (Ludwigsfelde)|Gröben]], einem [[brandenburg]]ischen Dorf südwestlich von [[Berlin]]. Der Schriftsteller [[Theodor Fontane]] reiste in den Jahren 1860 und 1881 mehrfach nach Gröben, um das Kirchenbuch einzusehen, und berichtet in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Wanderungen durch die Mark Brandenburg]]&amp;#039;&amp;#039; ausführlich über das Buch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ordiniertenbuch]]&lt;br /&gt;
* [[Jahrzeitbuch]]&lt;br /&gt;
* [[Kallsbok]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Eckart Henning]], Christel Wegeleben: &amp;#039;&amp;#039;Kirchenbücher. Bibliographie gedruckter Tauf-, Trau- und Totenregister sowie der Bestandsverzeichnisse im deutschen Sprachgebiet&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Genealogische Informationen; Bd.&amp;amp;nbsp;23). Degener, Neustadt an der Aisch 1991, ISBN 3-7686-2048-4.&lt;br /&gt;
* [[Franz Kalde]]: &amp;#039;&amp;#039;Pfarrbücher, Katholisch&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Kirchen- und Religionsrecht&amp;#039;&amp;#039; (LKRR), Bd. 3, S. 564–567.&lt;br /&gt;
* Gerhard Kayser: &amp;#039;&amp;#039;Kirchenbuchfürsorge der Reichsstelle für Sippenforschung&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Archivalische Zeitschrift]] 45 (1939), S. 141–163.&lt;br /&gt;
* Dirk Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Die Kirchenbuchführung in Sachsen und Thüringen. Ein Vergleich erster Forschungsergebnisse&amp;#039;&amp;#039;. In: Familie und Geschichte (1994), S. 347–356.&lt;br /&gt;
* Michael Bing, Andreas Butz: &amp;#039;&amp;#039;Evangelische Kirchenbücher in Württemberg. Eine Arbeitshilfe für die historische und familiengeschichtliche Forschung&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 2016, ISBN 978-3-944051-13-0.&lt;br /&gt;
* Eva Marie Lehner: &amp;#039;&amp;#039;Taufe – Ehe – Tod. Praktiken des Verzeichnens in frühneuzeitlichen Kirchenbüchern&amp;#039;&amp;#039; (Historische Wissensforschung 22). Wallstein Verlag, Göttingen 2023, ISBN 978-3-8353-5380-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Parish registers|Kirchenbuch}}&lt;br /&gt;
* [http://www.archion.de/ Deutsches Kirchenbuchportal „Archion“ im Internet]&lt;br /&gt;
* [http://matricula-online.eu/ Matricula – Kirchenbuchportal österreichischer, deutscher und polnischer Archive (Metadaten und Bilder der Kirchenbücher)]&lt;br /&gt;
* [http://wiki.genealogy.net/index.php/Kirchenbuch wiki.genealogy.net – Kirchenbuch] [[GenWiki]], Kategorie Quellengattung: Kirchenbuch&lt;br /&gt;
* [http://www.kirchenbuch-groeben.de/ Online-Ausgabe des historischen Kirchenbuchs zu Gröben]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.net4you.net/user/kompeinr/gesetze/verf1784.htm | wayback=20051217230509 | text=net4you.net – Kirchenbücher}},&lt;br /&gt;
* [http://www.familysearch.org/eng/Search/frameset_search.asp?PAGE=igi/search_IGI.asp familysearch.org – International Genealogical Index.] Genealogische Suchhilfe der Mormonen (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.kirchenb%C3%BCcher-s%C3%BCdtirol.findbuch.net/ Südtiroler Kirchenbücher des 16.–20. Jahrhunderts]&lt;br /&gt;
* Andreas Butz: [https://www.leo-bw.de/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivaliengattungen/register/kirchenregister &amp;#039;&amp;#039;Kirchenregister&amp;#039;&amp;#039;.] Südwestdeutsche Archivalienkunde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4129202-9|LCCN=sh/85/025741|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genealogisches Dokument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lokalgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchart nach Inhalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amtsbücherkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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