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	<title>Kirchenbuße - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T05:31:55Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kirchenbu%C3%9Fe&amp;diff=2225859&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M Huhn: die „Zweite Buße“; Quellennachweise nachgetragen und denjenigen Aussagen zugeordnet, auf die sie sich beziehen; bibliographische Angaben berichtigt und vervollständigt</title>
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		<updated>2026-03-18T09:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;die „Zweite Buße“; Quellennachweise nachgetragen und denjenigen Aussagen zugeordnet, auf die sie sich beziehen; bibliographische Angaben berichtigt und vervollständigt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kirchenbuße&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Lateinische Sprache|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;poenitentia publica&amp;#039;&amp;#039;, [[Griechische Sprache|gr.]] ὑπόπτωσις &amp;#039;&amp;#039;hypóptōsis&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet in der [[alte Kirche|alten Kirche]] öffentlich zu verrichtende [[Buße (Religion)|Buß]]werke, die groben und öffentlichen [[Sünder]]n auferlegt wurden. Die Bestimmungen darüber rührten teils von [[Konzil]]ien, teils von [[Kirchenväter]]n her und hatten den Zweck, der göttlichen Gerechtigkeit Genüge zu leisten, gegebenes Ärgernis aufzuheben und den Sünder gründlich zu bessern. Der Büßende war während der Bußzeit aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen und wurde erst nach Ableistung der Strafe wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Geschichte dieser Bußdisziplin hat verschiedene Perioden. In der frühesten Zeit gab es nach der Taufe nur eine einmalige Chance, die durch eine schwere Sünde verlorene Zugehörigkeit zur Kirche wiederzuerlangen: Der Bischof, der die Ausstoßung ausgesprochen und bestimmte Bußwerke festgesetzt hatte, musste den Büßer nach Ableistung der Bußwerke unter [[Handauflegung]] und [[Gebet]] wieder aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 3. Jahrhundert wurde das Bußwesen vollständig ausgebildet und geordnet. Selbst die Christen, die in der [[diokletianische Christenverfolgung|diokletianischen Christenverfolgung]] ihren Glauben verleugnet hatten, konnten durch die „Zweite Buße“ wieder in die Kirche aufgenommen werden, wenn sie sich der Kirchenbuße unterworfen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhard Messner]]: Art. &amp;#039;&amp;#039;Bußriten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon für Theologie und Kirche]]&amp;#039;&amp;#039; (LThK),  3. Auflage. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Barclay bis Damodos&amp;#039;&amp;#039;, Sp. 840–845, hier Sp. 841.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu mussten alle, die durch schwere Vergehen Ärgernis gegeben hatten, vier Grade der Buße durchlaufen, deren Dauer nach der Größe des Vergehens bemessen wurde:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Gessel|Wilhelm M. Gessel]]: Art. &amp;#039;&amp;#039;Bußstufen, Bußstationen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Theologie und Kirche&amp;#039;&amp;#039;,  3. Auflage. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Barclay bis Damodos&amp;#039;&amp;#039;, Sp. 856–857, hier Sp. 857.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die erste Klasse bildeten die Weinenden (gr. προσκλείοντες &amp;#039;&amp;#039;proskleíontes&amp;#039;&amp;#039;, lat. &amp;#039;&amp;#039;flentes&amp;#039;&amp;#039;,&amp;#039;&amp;#039; hiemantes&amp;#039;&amp;#039;), die vor den Türen der Kirche im [[Büßergewand]] weinend und auf der Erde liegend die Eintretenden um Wiederaufnahme anflehen mussten.&lt;br /&gt;
* Die zweite Klasse der Hörenden (ἀκροώμενοι &amp;#039;&amp;#039;akroōmenoi,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;[[audientes]]&amp;#039;&amp;#039;) durfte in der inneren Vorhalle (dem [[Narthex]]) der [[Vormesse]] beiwohnen, musste sich aber beim Beginn der [[Opfermesse]] entfernen; die Dauer dieser Bußzeit betrug gewöhnlich drei Jahre.&lt;br /&gt;
* Die dritte Klasse, die der fußfällig Knienden (ὑποπίπτοντες &amp;#039;&amp;#039;hypopíptontes&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[genuflectentes]], [[substrati]]&amp;#039;&amp;#039;), durfte der Vormesse kniend beiwohnen und wurde vor der Opfermesse mit einem Segen entlassen; diese Bußzeit dauerte länger, nach den Bestimmungen des [[Erstes Konzil von Nicäa|Konzils von Nicäa]] sieben Jahre, öfter die ganze Lebenszeit.&lt;br /&gt;
* Die vierte Klasse der Stehenden (συστάντες &amp;#039;&amp;#039;systάntes&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[consistentes]]&amp;#039;&amp;#039;) durfte dem ganzen Gottesdienst stehend beiwohnen, war aber nicht zum Empfang der [[Kommunion]] zugelassen. Diese Bußzeit dauerte gewöhnlich zwei Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der gesamten Bußzeit mussten die Büßenden mit abgeschnittenen Haaren bzw. mit einem Bußschleier in einen Sack gekleidet erscheinen, fasten, sich aller öffentlichen Geschäfte, des Badens und aller Vergnügungen enthalten. Nach Beendigung der Bußzeit in der vierten Klasse und Ablegung eines öffentlichen [[Sündenbekenntnis]]ses (ἐξομολόγησις &amp;#039;&amp;#039;exomológesis&amp;#039;&amp;#039;) mit der Bitte um Aussöhnung mit der Kirche wurden sie – gewöhnlich an einem [[Gründonnerstag]] – vom Bischof durch Erteilung der [[Absolution]] wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bischof konnte die Dauer der Kirchenbuße auch abkürzen, etwa bei Zeichen besonders ernster [[Reue]] und bei Todesgefahr. Im Anschluss an die [[decianische Christenverfolgung]] wurde auch Nachsicht gewährt, wenn die Ausgestoßenen [[Libelli pacis]] von Märtyrern und [[Bekenner]]n vorweisen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Unwiederholbarkeit der Buße rückte man im Laufe der Zeit allmählich ab. In der [[Ostkirche]] zeichneten sich Lockerungen bereits im 4. Jahrhundert ab, in der [[Westkirche]] wurde dies spätestens im 8. Jahrhundert deutlich. Die Unterscheidung der Grade fiel nach und nach weg und die öffentliche Kirchenbuße verwandelte sich mehr und mehr in eine geheime Buße des Einzelnen vor einem [[Beichtvater]]. Dieser konnte sich bei der Verhängung der Strafen an sogenannten [[Bußsumme|Pönitentialbüchern]] orientieren, wie sie in großer Zahl überliefert sind, etwa von [[Theodor von Canterbury]], [[Beda Venerabilis]] und anderen. Darin sind für einzeln spezifizierte Vergehen als angemessen empfundene „Bußtaxen“ aufgelistet. Die gebräuchlichste Form der Buße war das [[Fasten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold Angenendt: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Religiosität im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Primus, Darmstadt, 2., überarbeitete Aufl. 2000, S. 636.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Kirchenbuße gegen Ende des 16. Jahrhunderts vielerorts abgeschafft wurde, wurde sie zu Teilen im 18. Jahrhundert wieder eingeführt. Aufgrund von steigenden [[Kindstötung]]sdelikten wurde sie dann jedoch wieder abgeschafft, so z.&amp;amp;nbsp;B. 1786 in [[Weimar]] durch [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Praxis der Kirchenbuße in den verschiedenen Konfessionen ==&lt;br /&gt;
=== Katholische Kirche ===&lt;br /&gt;
Im 13. Jahrhundert verschwand die Kirchenbuße bis auf wenige Ausnahmen ganz. An ihre Stelle trat die in der römisch-katholischen Kirche noch heute bestehende Praxis, in der [[Ohrenbeichte|geheimen Beichte]] eine im Verhältnis zur Schwere der Sünden stehende Buße durch Gebet, Fasten, [[Almosen]]geben usw. aufzuerlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
In der [[Griechisch-orthodoxe Kirche|griechisch-orthodoxen Kirche]] konnte die Kirchenbuße den [[Bann (Recht)|Bann]] und die [[Exkommunikation]] einschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lutherische Kirche ===&lt;br /&gt;
Von der älteren [[Evangelisch-lutherische Kirchen|lutherischen Kirche]] wurde zwar die römische Bußlehre verworfen, aber die alte Bußzucht beibehalten und besonders gegen fleischliche Verbrecher geübt. Ihr Vergehen wurde öffentlich beim Gottesdienst vom Geistlichen der Gemeinde verkündigt, während die Delinquenten am Altar knien und dann noch einmal selbst ein öffentliches Sündenbekenntnis ablegen mussten. Erst dann konnten sie die Absolution empfangen und nun mit den übrigen Kommunikanten, doch gewöhnlich zuletzt, am Abendmahl teilnehmen. Nach ihrer weitgehenden Abschaffung im 18./19. Jahrhundert suchte die strengere kirchliche Partei ihre Wiedereinführung in Form der [[Kirchenzucht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformierte und Freikirchen ===&lt;br /&gt;
Weit strenger wurde die Kirchenbuße in der [[Reformierte Kirche|reformierten Kirche]] gehandhabt, besonders in der Schweiz, in Frankreich und in Holland durch den Einfluss [[Johannes Calvin|Calvins]], und namentlich in der [[Presbyterianische Kirchen|Presbyterianischen Kirchen]] durch [[John Knox]]. Man nahm dabei bewusst die altkirchliche Tradition wieder auf, wobei auch hier die kirchliche Strenge nachließ wie ebenso in der [[Anglikanische Gemeinschaft|Anglikanischen Kirche]], die früher die Kirchenbuße mit großem Ernst handhabte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der strengsten Form bestand die Kirchenbuße fort bei den [[Böhmische Brüder|Böhmischen Brüdern]], [[Herrnhuter]]n, [[Mennoniten]], [[Quäker]]n und bestimmten amerikanischen Freikirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;in der Reihenfolge des Erscheinens&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Karpp]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Buße. Quellen zur Entstehung des altkirchlichen Bußwesens&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Traditio Christiana&amp;#039;&amp;#039;, Band 1). EVZ-Verlag, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Dassmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Sündenvergebung durch Taufe, Buße und Martyrerfürbitte in den Zeugnissen frühchristlicher Frömmigkeit und Kunst&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münsterische Beiträge zur Theologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 36). Aschendorff, Münster 1973, ISBN 3-402-03572-3 (zugleich: Habilitationsschrift, Universität Münster, 1968/1969).&lt;br /&gt;
* Karl-Josef Klär: &amp;#039;&amp;#039;Das kirchliche Bußinstitut von den Anfängen bis zum Konzil von Trient&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Europäische Hochschulschriften&amp;#039;&amp;#039;, Reihe 23: &amp;#039;&amp;#039;Theologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 413). Lang, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-631-43251-8 (zugleich: Dissertation, Universität Saarbrücken, 1990).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Angenendt]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Religiosität im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Primus, Darmstadt, 2., überarbeitete Aufl. 2000, ISBN 3-89678-172-3, S. 626–644.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/nid/20010239685 Pierer’s Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 503–504.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kirchenbusse}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenrechtsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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