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	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kippfigur</id>
	<title>Kippfigur - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T14:05:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kippfigur&amp;diff=259434&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Anwendung in der Literatur */ Punkt hinter Abkürzung gesetzt</title>
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		<updated>2026-01-01T16:28:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Anwendung in der Literatur: &lt;/span&gt; Punkt hinter Abkürzung gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kaninchen und Ente.svg|mini|Abb. &amp;#039;&amp;#039;Kaninchen und Ente&amp;#039;&amp;#039; aus den [[Fliegende Blätter|Fliegenden Blättern, 23.&amp;amp;nbsp;X. 1892.]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://doi.org/10.11588/diglit.2137#0147 Zeitschrift Fliegende Blätter, Nr. 2465, S. 145, 1892], Universität Heidelberg, Heidelberger historische Bestände – digital&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kippfigur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kippbild&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Abbildung, die zu spontanen [[Gestaltpsychologie|Gestalt]]- bzw. [[Wahrnehmung]]swechseln führen kann. Eine Erklärung dieses Phänomens findet sich auf der Seite [[multistabile Wahrnehmung]]. Synonyme Begriffe sind &amp;#039;&amp;#039;Inversionsfigur&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Reversionsfigur&amp;#039;&amp;#039; sowie &amp;#039;&amp;#039;Umschlagfigur&amp;#039;&amp;#039;. Mit Kippfiguren verwandte Phänomene sind sogenannte [[Vexierbild]]er und [[unmögliche Figur]]en wie das [[Penrose-Dreieck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Neckerwürfel.svg|mini|Necker-Würfel (links unten – rechts oben)]]&lt;br /&gt;
=== Der Necker-Würfel ===&lt;br /&gt;
Die Zeichnung stellt anscheinend das Gittermodell eines Würfels dar. Die beiden großen, sich überschneidenden Quadrate können dabei jeweils sowohl Vorder- als auch Rückseite sein. Somit erkennt man je nach Fokussierung einen links unten beginnenden Würfel, auf den man entweder von rechts oben draufsieht oder den man von links unten betrachten kann. Der Name geht zurück auf den Schweizer Geologen [[Louis Albert Necker]] (1786–1861), der den Effekt der [[bistabil]]en Wahrnehmung im Jahr 1832 zuerst an Kristallzeichnungen beschrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts bis zum Beginn des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts waren Kippfiguren, die auf dem &amp;#039;&amp;#039;Necker-Würfel&amp;#039;&amp;#039; beruhten, sehr populär und wurden gerne auch als &amp;#039;&amp;#039;Scherzpostkarten&amp;#039;&amp;#039; verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krater/Hügel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kraterhuegelrp.jpg|mini|hochkant=1.3|Hügel oder Krater?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Betrachter erkennen im linken Teilbild einen [[Hügel]], rechts einen [[Mondkrater|Krater]]. Dennoch handelt es sich um dasselbe Bild, einmal um 90° entgegen und einmal um 90° mit dem Uhrzeigersinn gegenüber der [[:Datei:Crater Theophilus.jpg|Ausgangslage im Originalbild]] gedreht. Ein heller Rand oben legt eine Anhöhe nahe, ein dunkler Rand unten einen Schatten, hervorgerufen durch einen abfallenden Hügel. Im zweiten Teilbild ist es genau umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Effekt nutzen [[grafische Benutzeroberfläche]]n bei der Bildschirmdarstellung von [[Schaltfläche]]n. Eine helle obere und dunkle untere Begrenzungslinie lässt einen hervorstehenden Knopf vermuten, umgekehrte Helligkeitsverhältnisse einen eingedrückten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Schröder-Treppe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schroeder-trepperp.png|mini|hochkant=1.3|Beide Personen gehen über die &amp;#039;&amp;#039;Schröder&amp;#039;&amp;#039;-Treppe]]&lt;br /&gt;
Die 1858 von [[Heinrich Georg Friedrich Schröder]] (1810–1885) publizierte Schröder-Treppe zeigt ebenfalls zwei perspektivische Orientierungen. Im linken Teilbild geht das Mädchen die Treppe hinunter, dem Ball hinterher. Der Mann scheint im Raum zu schweben. Eine Drehung des Bilds um 180°, rechtes Teilbild, invertiert die Treppenperspektive und lässt ihn nun die Treppe hinaufsteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Beispiele ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cup or faces paradox.svg|mini|hochkant|[[Edgar Rubin|Rubinsche Vase]] – Vase oder Gesichter?]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Figur Grund Wahrnehmung.svg|mini|hochkant|Schwarzes Kreuz auf weißem Grund oder weißes Kreuz auf schwarzem Grund?&amp;lt;ref&amp;gt;[https://mitpress.mit.edu/contributors/john-p-frisby John P. Frisby]: &amp;#039;&amp;#039;Optische Täuschungen – Sehen, Wahrnehmen, Gedächtnis&amp;#039;&amp;#039;, Weltbild Verlag Augsburg, 1987, S. 127, ISBN 3-926187-24-7 (früher erschienen im Heinz Moos Verlag München, ISBN 3-7879-0176-0). Titel der englischen Originalausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Seeing, Illusion, Brain and Mind&amp;#039;&amp;#039;, Oxford University Press, ISBN 0-19-217672-2&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Pokalprofilmuster zeigt entweder zwei schwarze, sich anschauende Gesichter oder einen Pokal (jeweils im Profil). Dieses Beispiel wird dem dänischen Psychologen [[Edgar Rubin|Edgar J. Rubin]] (1886–1951) zugeschrieben.&lt;br /&gt;
* Bei dem Bild [[Meine Frau und meine Schwiegermutter]] sieht der Betrachter entweder eine junge Frau, deren Gesicht vom Betrachter wegschaut, oder eine alte Frau.&lt;br /&gt;
* [[Die Tänzerin (Animation)|Die Tänzerin]] ist eine animierte Kippfigur, die als links- oder rechtsdrehend wahrgenommen werden kann.&lt;br /&gt;
* Der [[Mond|Vollmond]] mit seinen dunklen Flecken (fachsprachlich [[Mare (Mond)|Maria]]). Je nach Kopflage sieht man entweder ein Gesicht oder ein Kaninchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kippfiguren in der Philosophie Wittgensteins ==&lt;br /&gt;
In [[Ludwig Wittgenstein|Wittgensteins]] Sprachphilosophie spielt das Phänomen des Aspektwechsels bei der Betrachtung einer Kippfigur eine zentrale Rolle. In seinen Nachlassschriften zu den [[Philosophische Untersuchungen|Philosophischen Untersuchungen]] nimmt er häufig als Beispiel zur Veranschaulichung den [[Hase-Ente-Illusion|&amp;#039;&amp;#039;Hasen-Enten-Kopf&amp;#039;&amp;#039;]], aber auch andere.&lt;br /&gt;
Seine Überlegungen untersucht die Frage, was „sehen als&amp;amp;nbsp;…“ im Unterschied zum „normalen“ Sehen bedeutet. Seine Untersuchungen gehen so weit, dass er den Begriff auf verschiedenste Bereiche ausdehnt, wie z.&amp;amp;nbsp;B. das „Betrachten“ eines Musikstückes als fröhlich, traurig, hektisch etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Äquivalent in der Musik ==&lt;br /&gt;
* [[Minimal Music]] – hier zeigen sich Kippbilder in der zeitlichen Wahrnehmungsstrukturierung.&lt;br /&gt;
* Im gleichschwebend temperierten Stimmungssystem ([[Wohltemperierte Stimmung]]) macht man sich die Mehrdeutigkeit bestimmter Akkorde zunutze, um möglichst bruchlos von einer Tonart in eine andere zu wechseln ([[Modulation (Musik)]]). Theoretisch taugt dazu jeder Akkord, den man verschiedenen Tonarten zuordnen kann. Die musikalische „Kippfigur“ besteht ebenfalls in einem Perspektivwechsel: Erscheint der Akkord zunächst nur als Bestandteil der Ausgangstonart, so kann er durch eine geeignete Umgebung harmonisch so „beleuchtet“ (umgedeutet) werden, dass er plötzlich als Bestandteil der Zieltonart aufgefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung in der Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Robert Gernhardt]] veröffentlichte 1986 einen Erzählband mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kippfigur&amp;#039;&amp;#039;, bei dem die Umschlag-Illustration eine doppelte Doppeldeutigkeit bietet: Vor dem Hintergrund einer Würfel-Landschaft (= perspektivische Kippfiguren) sitzt eine Figur, die „einen kippt“ (trinkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Analyse durch Shlomith Rimmon können einige Erzählungen von [[Henry James]] als literarische Kippfiguren betrachtet werden, da sie verbale und narrative [[Ambiguität]] aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Maria Mayr|Thomas M. Mayr]] hat 2023 in seinem Buch &amp;quot;Stellen Sie sich vor. Kippgedichte - Vexiergedichte&amp;quot; das Prinzip der Kippfigur in die Lyrik übertragen. Er definierte Kippgedichte als eine Lyrik, die 1) auf zwei (evtl. mehrere) – in der Regel konträre oder komplementäre – Lesarten/Aussagen &amp;#039;&amp;#039;abzielt&amp;#039;&amp;#039; (!), 2) zwischen diesen eine Spannung besteht, 3) die ein oder mehrere &amp;quot;Kippmomente&amp;quot; bzw. &amp;quot;Kipppunkte&amp;quot; enthält, 4) die Versionen gleichberechtigt nebeneinander stehen und sich 5) auf das Gedicht als Ganzes beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Picture puzzle.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Blüthe und Verwesung&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Binokulare Rivalität]]&lt;br /&gt;
* [[Optische Täuschung]]&lt;br /&gt;
* [[Kaninchen-Ente-Illusion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelm Arnold, Hans Jürgen Eysenck, Richard Meili: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Herder, Freiburg im Breisgau 2007, ISBN 3-86756-037-4.&lt;br /&gt;
* Heinrich Georg Friedrich Schröder: &amp;#039;&amp;#039;Ueber eine optische Inversion bei Betrachtung verkehrter, durch optische Vorrichtung entworfener, physischer Bilder&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Annalen der Physik und Chemie]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 181 (= Folge 2; Bd. 105), 1858, S. 298–311 ([https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k15190f/f310.item &amp;#039;&amp;#039;Volltext&amp;#039;&amp;#039;] – auf [[Gallica]]).&lt;br /&gt;
* Kay Junge, Werner Binder, Marco Gerster, Kim-Claude Meyer (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kippfiguren. Ambivalenz in Bewegung&amp;#039;&amp;#039;, Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2013, ISBN 978-3-942393-61-4.&lt;br /&gt;
* Christoph F. E. Holzhey (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Multistable Figures. On the Critical Potential of Ir/Reversible Aspect-Seeing.&amp;#039;&amp;#039; Turia + Kant, Wien/Berlin 2014, ISBN 978-3-85132-734-2 ([https://oa.ici-berlin.org/repository/doi/10.37050/ci-08 open access]).&lt;br /&gt;
* Kippbilder. In: &amp;#039;&amp;#039;Hermeneutische Blätter&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 27, Nr. 1+2, 2021, E-ISSN 1660-5578 ([https://www.hermeneutische-blaetter.uzh.ch/issue/view/254 open access]).&lt;br /&gt;
* Necker LA: &amp;#039;&amp;#039;Observations on some remarkable optical phaenomena seen in Switzerland; and on an optical phaenomenon which occurs on viewing a figure of a crystal or geometrical solid&amp;#039;&amp;#039;. Lond Edinb Philos Mag J Sci. 1832; 1: 329–337. [[doi:10.1080/14786443208647909]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rundfunkberichte ==&lt;br /&gt;
* Martin Hubert: [http://www.deutschlandfunk.de/hirnforschung-das-hypothesengenie.740.de.html?dram:article_id=274367 &amp;#039;&amp;#039;HIRNFORSCHUNG – Das Hypothesengenie – Das Gehirn als Vorhersagemaschine&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;([http://www.deutschlandfunk.de/hirnforschung-manuskript-das-hypothesengenie.740.de.html?dram:article_id=274983 Manuskript])&amp;#039;&amp;#039;, [[Deutschlandradio]], &amp;#039;&amp;#039;[[Wissenschaft im Brennpunkt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 19. Januar 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Reversible figure|Kippbilder|audio=0|video=1}}&lt;br /&gt;
* [http://www.opvis.de/vexierbilder-und-kippbilder Kippbilder] und andere visuelle Illusionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sehen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Optische Täuschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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