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	<title>King Bell - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=King_Bell&amp;diff=1057322&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram</title>
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		<updated>2024-12-23T07:48:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:King Bell 2.jpg|miniatur|King Bell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;King Bell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;eigentlich: Ndumb´a Lobe&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Ndumbé Lobé&amp;#039;&amp;#039;, (* [[1839]]; † [[27. Dezember]] [[1897]] in [[Douala]])&amp;lt;ref&amp;gt;Bouopda Pierre Kamé: &amp;#039;&amp;#039;Cameroun, du protectorat vers la démocratie, 1884–1992.&amp;#039;&amp;#039; Editions L’Harmattan. 2008, ISBN 978-2-296-05445-5. S. 418.&amp;lt;/ref&amp;gt; war König des [[Duala (Volk)|Duala-Volkes]] in [[Kamerun]] zur [[Deutsche Kolonien und Schutzgebiete|deutschen Kolonialzeit]]. Er gehörte zu den Unterzeichnern des [[Schutzvertrag]]es, der die Grundlage für die [[Kamerun (deutsche Kolonie)#Inbesitznahme|Inbesitznahme Kameruns]] durch das [[Deutsches Kaiserreich|Deutsche Kaiserreich]] bildete. Er war der Vater von [[August Manga Ndumbe Bell]] und der Großvater von [[Rudolf Manga Bell]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Hintergrund ===&lt;br /&gt;
Ndumbé Lobé Bell entstammte der Familie Bell (Bonanjo), einer einflussreichen Familie, die neben der Familie Akwa (Bonambela) in vorkolonialer Zeit in der Douala Region zu Macht und Reichtum gekommen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick6&amp;quot;&amp;gt;Ralph A. Austen &amp;amp; Jonathan Derrick: &amp;#039;&amp;#039;Middlemen of the Cameroons Rivers: the Duala and their hinterland, c. 1600–c. 1960.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press. Cambridge. 1999, ISBN 0-521-56664-9. Seite 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon die ersten europäischen Aufzeichnungen über die Bevölkerung der Region rund um die [[Wouri (Fluss)|Wouri]]-Mündung weisen darauf hin, dass sie in gewissem Umfang Fischerei und Landwirtschaft betrieben, in erster Linie jedoch über den Wouri-Fluss und seine Nebenflüsse sowie über den Dibamba mit den Menschen im Landesinneren Handel trieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick6&amp;quot; /&amp;gt; Bereits zu dieser Zeit war an der Namensgebung der wichtigsten Duala-Gemeinden an der Mündung des Wouri-Flusses &amp;#039;&amp;#039;Bell Town&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Akwa Town&amp;#039;&amp;#039; die Bedeutung und der Herrschaftsanspruch der Familien für die seit sieben Generationen getrennten  Stammeshälften&amp;lt;ref&amp;gt;Stichwort: &amp;#039;&amp;#039;Akwa.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlicht in: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Kolonial-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band I. Quelle &amp;amp; Meyer. Leipzig. 1920. Seite 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Region ersichtlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick84&amp;quot;&amp;gt;Ralph A. Austen &amp;amp; Jonathan Derrick: &amp;#039;&amp;#039;Middlemen of the Cameroons Rivers: the Duala and their hinterland, c. 1600–c. 1960.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press. Cambridge. 1999, ISBN 0-521-56664-9. S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Abkehr von Sklavenhandel ab den 1820er Jahren,&amp;lt;ref&amp;gt;Augustin Cochin: &amp;#039;&amp;#039;Results of slavery.&amp;#039;&amp;#039; Ayer Publishing. 1863, ISBN 0-8369-5228-6. S. 239.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnte sich die Familie Bell ihren Einfluss und Reichtum durch Ausweitung des Tauschhandels mit [[Palmöl]], Palmkernen und [[Elfenbein]] aus dem Landesinneren im Austausch gegen europäische Waren erhalten und ausweiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick6&amp;quot; /&amp;gt; Häusliche Sklaverei war allerdings weiterhin übliche Praxis. So wurde etwa [[David Mandessi Bell]] († 1936) in den 1870er Jahren als Sklave aus dem [[Kameruner Grasland]] in den Haushalt von König Bell gebracht, von diesem adoptiert und ein reiches und mächtiges Mitglied der Familie Bell, obwohl er nicht berechtigt war, Häuptling zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Suzanne Miers &amp;amp; Martin A. Klein: &amp;#039;&amp;#039;Slavery and colonial rule in Africa.&amp;#039;&amp;#039; Routledge. 1999, ISBN 0-7146-4436-6. S. 134–5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übernahme der Macht ===&lt;br /&gt;
[[Datei:King Bell&amp;#039;s house.jpg|mini|Das Bell-Königshaus im Jahr 1841]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ndumbé Lobé Bell trat 1858 die Nachfolge seines Vaters Lobé Bebe Bell an. Er war etwa zwanzig Jahre alt und sollte die Bell-Familie fast vierzig Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1897 anführen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Münster&amp;quot;&amp;gt;Eli Marcus, Wilhelm Pollack, F. Westhoff: &amp;#039;&amp;#039;King Bell oder die Münsteraner in Afrika.&amp;#039;&amp;#039; Plattdeutsches Fastnachtsspiel. Münster 1886.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1872 und 1874 kam es zu einem Konflikt mit der Akwa-Familie, wegen des Versuchs der Bewohner der Siedlung Bonapriso, sich von Akwa loszusagen. König Bell ergriff für sie Partei und wurde in diesem Kampf von den Bewohnern der Siedlung Deido unterstützt, die bereits von Akwa unabhängig geworden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick86&amp;quot;&amp;gt;Ralph A. Austen &amp;amp; Jonathan Derrick: &amp;#039;&amp;#039;Middlemen of the Cameroons Rivers: the Duala and their hinterland, c. 1600–c. 1960.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press. Cambridge. 1999, ISBN 0-521-56664-9. Seite 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den späten 1870er Jahren gelang es König Bell, einen Streit zwischen der Akwa-Familie und den Händlern des Kwa-Kwa-Flusses auszunutzen, um seinerseits den Handel auf diesem Fluss aufzunehmen, der in den größeren [[Sanaga]]-Fluss mündet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick84&amp;quot; /&amp;gt; Zwischen 1882 und 1883, kurz vor der deutschen Annexion, kam es zu einem heftigen Streit zwischen Bell und dreien seiner Brüder, die von Akwa unterstützt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick86&amp;quot; /&amp;gt; Alle diese Auseinandersetzungen waren schädlich für den Bell-Handel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot;&amp;gt;Ian Fowler &amp;amp; David Zeitlyn: &amp;#039;&amp;#039;African crossroads: intersections between history and anthropology in Cameroon.&amp;#039;&amp;#039; Berghahn Books. 1996, ISBN 1-57181-859-6. S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Streitigkeiten suchte Bell in den 1880er Jahren europäischen Schutz, um seine Autorität zu stärken, den Handel zu stabilisieren und weitere Unabhängigkeitsbestrebungen von Teilen seines Volkes wie den Bonaberi zu verhindern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn66&amp;quot;&amp;gt;Ian Fowler &amp;amp; David Zeitlyn: &amp;#039;&amp;#039;African crossroads: intersections between history and anthropology in Cameroon.&amp;#039;&amp;#039; Berghahn Books. 1996, ISBN 1-57181-859-6. S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterzeichnung des Schutzvertrages ===&lt;br /&gt;
Am 12. Juli 1884 unterzeichneten König Ndumbé Lobé Bell und König Akwa einen Vertrag, in dem sie den Firmen [[C. Woermann]] und [[Jantzen &amp;amp; Thormählen]], vertreten durch die Kaufleute Edward Schmidt und Johann Voss, die Hoheitsrechte, die Gesetzgebung und die Verwaltung ihres Landes vollständig übertrugen.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisa von Joeden-Forgey: &amp;#039;&amp;#039;Mpundu Akwa: the case of the Prince from Cameroon; the newly discovered speech for the defense by Dr. M. Levi.&amp;#039;&amp;#039; LIT Verlag Münster. 2002. S. 59f., ISBN 3-8258-7354-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Handelsgebiet erstreckte sich im Wesentlichen entlang des [[Abo (Fluss)|Abo]]. [[Hugo Zöller]] schrieb über den Reichtum King Bells:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Um wie große Summen es sich hierbei handelt, mag daraus entnommen werden, dass König Bell während meines Aufenthaltes in Kamerun für 60-80.000 [[Mark (1871)|Mark]] Waren im mittleren Flussgebiet aufgehäuft hatte und an einem Tage 11&amp;amp;nbsp;[[Elfenbein|Elefantenzähne]] im Gesamtwert von 7 - bis 8.000 Mark zum Verkauf anbot.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertrag enthielt Bedingungen, dass bestehende Verträge und Eigentumsrechte aufrechterhalten und bestehende Bräuche respektiert werden und die deutsche Verwaltung weiterhin die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Kumi&amp;#039;&amp;#039; (eigentlich: &amp;#039;&amp;#039;[[Coomie]]&amp;#039;&amp;#039;), eine Art Gewerbesteuerzahlungen an die Könige leisten sollten, wie bisher. Das Unternehmen C. Woermann hatte allein für seine [[Faktorei]] 80 &amp;#039;&amp;#039;Kru&amp;#039;&amp;#039; (Waren im Wert von 1000 Mark) abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Delegation unter [[Gustav Nachtigal]] erreichte es, dass King Bell am 11. und 12. Juli 1884 bereit war, den Schutzvertrag, den [[King Akwa]] und er gemeinsam mit den deutschen Gesandten formuliert hatten, zu unterzeichnen. Der Schutzvertrag lautete wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bestaetigung Schutzvertrag Kamerun.jpg|mini|links|Schutzvertrag]]&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wir, die unterzeichnenden unabhängigen Könige und Häuptlinge des Landes Kamerun am Kamerunfluss, welches begrenzt wird im Norden vom Fluss Bimbia, im Süden vom Fluss [[Quaqua]] und sich erstreckt bis zu 4° 10&amp;#039; nördlicher Breite haben heute in einer Versammlung in der deutschen Faktorei an King Akwas Strand aus freien Stücken beschlossen, was folgt:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wir treten mit dem heutigen Tage unsere [[Hoheitsrecht]]e, die Gesetzgebung und Verwaltung unseres Landes vollständig ab an die Herren Eduard Schmidt und Jantzen &amp;amp; Thormählen in Hamburg, welche seit vielen Jahren an diesem Flusse Handel treiben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wir haben unsere Hoheitsrechte, die Gesetzgebung und Verwaltung den genannten Firmen übertragen unter folgendem Vorbehalt:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;1. Die Rechte Dritter sollen unverletzt bleiben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;2. Alle früher mit anderen Mächten abgeschlossenen Freundschafts- und Handelsverträge sollen in Kraft bleiben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;3. Das jetzt von uns bewirtschaftete Land und der Grund und Boden, auf welchem Städte erbaut sind, sollen Eigentum der jetzigen Besitzer und ihrer Rechtsnachfolger bleiben.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;4. Die Kumi soll jährlich den Königen und Häuptlingen wie bisher gezahlt werden.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;5. Für die erste Zeit nach Einrichtung der neuen Verwaltung sollen unsere Landessitten respektiert werden.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;gez. König Akwa, König Bell, als Zeugen: Eduard Woermann, O. Busch; Kamerun, den 12. Juli 1884&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. Juli kam es zur Flaggenhissung in Douala. Für die Vertragsunterzeichnung hatten die deutschen Unternehmen 27.000 Mark an King Bell gezahlt, eine damals sehr hohe Summe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Münster&amp;quot; /&amp;gt; Er stieg dadurch zu einem der wohlhabendsten Afrikaner seiner Zeit auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konflikt mit Großbritannien ===&lt;br /&gt;
Zu dieser Zeit waren allerdings auch britische Händler und Missionare in der Wouri-Mündung aktiv und den Deutschen zahlenmäßig überlegen. Sie akzeptierten jedoch, dass die Region in den deutschen Einflussbereich fiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn66&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Brief an den [[Frederick Stanley, 16. Earl of Derby|Earl of Derby]], zu dieser Zeit &amp;#039;&amp;#039;Secretary of State for the Colonies&amp;#039;&amp;#039;, vom 30. September 1884 erläuterte King Bell seine Gründe für die Annahme des deutschen Angebots. Er sagte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Having written to you, through the English Consuls on the West Coast, several times, covering the space of over five years, in which letters I anxiously inquired to know if the English Government would take by annexation my country, I at last despaired, having not received any answer… I hence concluded that neither the Consuls nor yet the English Government cared anything about my country…&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=King Bell&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Nachdem ich Ihnen über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren über die englischen Konsuln an der Westküste mehrere Male geschrieben hatte, in denen ich mich ängstlich erkundigte, ob die englische Regierung mein Land durch Annexion übernehmen würde, habe ich es endlich geschafft verzweifelt, da ich keine Antwort erhalten hatte … Daraus kam ich zu dem Schluss, dass weder die Konsuln noch die englische Regierung sich um mein Land kümmerten.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Karl Aegidi, Alfred Klauhold, Hugo Kremer (Ritter von Auenrode), Hans Delbrück, Gustav Roloff, Friedrich Thimme (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Staatsarchiv: Sammlung der offiziellen Aktenstücke zur Aussenpolitik der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bände 44-45. Akademische Verlagsgesellschaft m.b.h., 1885. S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lokalen Herrscher von [[Bonabéri]] (zu dieser Zeit auch &amp;#039;&amp;#039;Hickorytown&amp;#039;&amp;#039;) und Bonapriso (auch: &amp;#039;&amp;#039;Bonapriso&amp;#039;&amp;#039;) weigerten sich allerdings im Juli 1884, den deutschen Protektoratsvertrag zu unterzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn66&amp;quot; /&amp;gt; King Bell teilte dem britischen Vizekonsul Buchan mit, dass diese die britische Herrschaft bevorzugen würden, aber abwarten würden, was die Deutschen anbieten würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Karl Aegidi, Alfred Klauhold, Hugo Kremer (Ritter von Auenrode), Hans Delbrück, Gustav Roloff, Friedrich Thimme (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Staatsarchiv: Sammlung der offiziellen Aktenstücke zur Aussenpolitik der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bände 44–45. Akademische verlagsgesellschaft m.b.h., 1885. S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dezember 1884 griffen die Streitkräfte von Bonaberi und Bonapriso Bell Town an und brannten es nieder. Zeitungsberichten zufolge hätten englische Händler die Unterhäuptlinge von Bonapriso und Bonabéri gegen King Bell aufgehetzt und erklärt, er habe es versäumt, ihren gerechten Anteil an dem Geld, das ihm die Deutschen gegeben hatten, weiterzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Disturbances&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Disturbances in the Cameroons. American annual cyclopaedia and register of important events.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 25. D. Appleton and company. 1886. S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Vertreter vor Ort, [[Max Buchner (Mediziner)|Max Buchner]], forderte daraufhin ein Marinegeschwader an, was ihm mit Entsendung des sog. [[Kreuzergeschwader der Kaiserlichen Marine#Westafrikanisches Geschwader 1884–1885|&amp;#039;&amp;#039;Westafrikanischen Kreuzergeschwaders&amp;#039;&amp;#039;]] unter [[Konteradmiral]] [[Eduard von Knorr]] gewährt wurde. In der Folge gelang es diesen Einsatzkräften durch die teilweise Zerstörung von Bonaberi und Bonapriso den Frieden wiederherzustellen. Bell beteiligte sich seinerseits an dem Einsatz und an der Plünderung des Anwesens des England-freundlichen lokalen Häuptlings Kum&amp;#039;a Mbape (&amp;quot;Lock Priso&amp;quot;) in Hickorytown.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Hans Holzhaider | url=https://www.sueddeutsche.de/bayern/historische-reisen-ein-bayer-im-auftrag-seiner-majestaet-1.3290898?reduced=true | titel=Ein Bayer im Auftrag Seiner Majestät | hrsg=Süddeutsche Zeitung | datum=2017-01-08| zugriff=2017-06-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Isabel Pfaff: &amp;#039;&amp;#039;Unter falscher Flagge. Ein afrikanischer Schatz hängt seit 1885 im Münchner Völkerkundemuseum&amp;#039;&amp;#039;, [[Süddeutsche Zeitung]], 20. Juni 2013, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Zeller: &amp;#039;&amp;#039;Die Königsinsignien von Kum&amp;#039;a Mbape aus Kamerun – Der Streit um koloniales Raubgut im Münchener Völkerkundemuseum.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kolonialismus hierzulande – Eine Spurensuche in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-269-8, S. 328–329.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Barbara Johanna Heuermann |Titel=Der schizophrene Schiffsschnabel: Biographie eines kolonialen Objektes und Diskurs um seine Rückforderung im postkolonialen München |Hrsg= |Sammelwerk= |Band=Studien aus dem Münchner Institut für Ethnologie, Band 17 |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=München |Datum=2015 |Seiten= |ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anne Splettstößer |Titel=Ein Kameruner Kulturerbe? 130 Jahre geteilte Agency: Das Netzwerk Tange/Schiffschnabel |Hrsg=Stefan Groth, Regina F. Bendix, Achim Spiller |Sammelwerk=Kultur als Eigentum - Instrumente, Querschnitte und Fallstudien |Band=Göttinger Studien zu Cultural Property, Band 9 |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Göttingen |Datum=2015 |Seiten=199 - 223 |ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 25 Afrikaner und ein Deutscher starben während der Kämpfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kommandeur des Marinegeschwaders, Knorr, übernahm die Autorität, bis der erste Gouverneur, [[Julius von Soden]], im Juli 1885 eintraf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn66&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsches Protektorat ===&lt;br /&gt;
[[Datei:King Bell portrait photo.jpg|mini|Portrait Bells]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen von King Bell zum ersten Gouverneur waren schlecht. Dies war zum Teil auf Beschwerden seines Neffen Alfred Bell, der in Deutschland ausgebildet wurde, bei den Zentralbehörden zurückzuführen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin setzte sich von Soden dafür ein, Bells Dominanz im Handel im Mungo-Tal nordwestlich von Douala zu beseitigen, und unterstützte die Firma Jantzen und Thormählen bei der Expansion in diese Region, um Plantagen anzulegen und eine Handelsstation zu errichten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick104&amp;quot;&amp;gt;Ralph A. Austen &amp;amp; Jonathan Derrick: &amp;#039;&amp;#039;Middlemen of the Cameroons Rivers: the Duala and their hinterland, c. 1600–c. 1960.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press. Cambridge. 1999, ISBN 0-521-56664-9. Seiten 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt; König Bells englischsprachiger Sohn Manga wurde sogar für zwei Jahre nach [[Togo (Kolonie)|Togo]] verbannt, wo er sich mit dem deutschen Kolonialkommissar [[Eugen von Zimmerer]] anfreundete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehungen verbesserten sich, als von Zimmerer 1890 von Soden als Gouverneur der Kolonie Kamerun ablöste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot; /&amp;gt; Manga achtete darauf, die Freundschaft aller hochrangigen deutschen Beamten in Douala zu pflegen, die dazu beitrugen, Unterstützung für die Bell-Interessen zu gewinnen, während es dem Akwa-Führer nicht gelang, wirksame Unterstützer unter den Kolonialisten zu gewinnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick104&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Zimmerer gaben die Deutschen ihre Versuche auf, in die wichtigste Bell-Handelsregion im Tal des [[Mungo (Fluss)|Mungo-Flusses]] einzudringen, und wandten sich stattdessen dem Sanaga zu, das sie für alle einheimischen Händler schlossen, was wiederum den Akwa-Interessen schadete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick104&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Monument funéraire des rois Bell 1.JPG|mini|links|Grabmal Bells in Douala]]&lt;br /&gt;
Als König Ndumbé Lobé Bell im Dezember 1897 starb, soll er 90 Frauen hinterlassen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;René Bureau: &amp;#039;&amp;#039;Le peuple du fleuve : sociologie de la conversion chez les Douala.&amp;#039;&amp;#039; Karthala Editions. 1996. S. 150, ISBN 2-86537-631-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Sohn Manga Ndumbe Bell erbte seine Position und sein Gehalt und erhielt einige Monate später die Berufungsgerichtsbarkeit für alle Nicht-Duala-Völker des Küstengebiets, eine äußerst lukrative Ernennung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustenDerrick104&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitgenössische Wertungen ==&lt;br /&gt;
Europäer, die die Situation in Douala zur Zeit vor und nach der formellen kolonialen Annexion beschrieben, lobten König Bell und seinen Sohn und Erben Manga, während sie wenig von seinem Rivalen, König Dika Mpondo Akwa, hielten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot; /&amp;gt; König Bell wurde als ein Mann von natürlicher Würde und Anstand beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Münster&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Akwa-Fraktion mehr Mitglieder hatte, waren die Bells kommerziell erfolgreicher und erhielten nach der Annexion höhere Zahlungen als die Akwas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FowlerZeitlyn74&amp;quot; /&amp;gt; König Bell war es gelungen, die Zwischenhändler im Mungo-Handel auszuschalten und so seine Gewinne erheblich zu steigern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Disturbances&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Card King Bell.jpg|mini|Rassistische Spielkarte „King Bell“ im [[Kamerun-Spiel]] (1885)]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Kolonial-Lexikon|Deutsche Koloniallexikon]]&amp;#039;&amp;#039; von 1920 schrieb über King Bell:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;King B. war im Gegensatz zu King Akwa der europäischen Zivilisation nicht abgeneigt, sein Sohn war in Europa erzogen, doch haben ihn Augenzeugen 1884 noch dem [[Kannibalismus]] huldigen sehen. Er wird als ein Mann von natürlicher Würde, von anständiger Gesinnung geschildert.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Stichwort: &amp;#039;&amp;#039;Bell.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlicht in: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Kolonial-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band I. Quelle &amp;amp; Meyer. Leipzig. 1920. Seite 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seiner klugen und äußerst erfolgreichen geschäftlichen und politischen Geschäfte in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs war König Bell das Ziel [[Rassismus|rassistischer]] Ansichten, die unter den Europäern dieser Zeit weit verbreitet waren. Ein [[Spott]]vers in einer deutschen Zeitung lautete:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Münster&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;King Akwa und King Bell&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Sagten unlängst: &amp;quot;Very well&amp;quot;,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Schenkten für sechs Pullen Rum&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Uns ihr ganzes Königtum.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.nzz.ch/international/das-historische-bild/kamerunische-widerstandskaempfer-1.18367087 Hinrichtung kamerunischer Widerstandskämpfer], NZZ vom 4. August 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eli Marcus, Wilhelm Pollack, F. Westhoff: &amp;#039;&amp;#039;King Bell oder die Münsteraner in Afrika. Plattdeutsches Fastnachtsspiel.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1886.&lt;br /&gt;
* Jesko von Puttkamer: &amp;#039;&amp;#039;Gouverneursjahre in Kamerun.&amp;#039;&amp;#039; Stilke, Berlin 1912, S. 142 f.&lt;br /&gt;
* Wilfried Westphal: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Kolonien.&amp;#039;&amp;#039; Bertelsmann, München 1984, ISBN 3-570-03450-X.&lt;br /&gt;
* Stefanie Michels: &amp;#039;&amp;#039;Duala im Kaiserreich.&amp;#039;&amp;#039; (Broschüre, E-Book) GRIN Verlag, München 1997, ISBN 3-638-16096-3.&lt;br /&gt;
* Gisela Graichen, Horst Gründer: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kolonien. Traum und Trauma.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Berlin 2005, ISBN 3-548-36940-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:King Bell}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Kolonialgeschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kamerun)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (Zentralafrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Familie Bell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kameruner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1839]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1897]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=King Bell&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Ndumb´a Lobe (wirklicher Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=König des Douala-Volkes in Kamerun&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1839&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. Dezember 1897&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Douala]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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