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	<title>Kinderzimmer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kinderzimmer&amp;diff=326729&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Christoph Kühberger; Kleinkram</title>
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		<updated>2026-03-31T20:34:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Christoph Kühberger; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kinderzimmer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (früher auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kinderstube&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Raum innerhalb einer [[Wohnung]], der in seiner Nutzung speziell den Bedürfnissen von Kindern innerhalb des [[Familie (Soziologie)|Familienlebens]] angepasst ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Funktion ist ein Kinderzimmer sowohl [[Schlafzimmer|Schlaf-]] als auch [[Spielraum (Ort)|Spiel-]] und [[Häusliches Arbeitszimmer|Arbeitszimmer]]. Es ist außerdem Ort für die Aufbewahrung eigener Besitzstücke sowie Rückzugsraum und Ort der [[Mediennutzung]]. Die Größe schwankt je nach Größe der Familie, vorhandener Wohnfläche und finanziellen Möglichkeiten in Deutschland zwischen fünf und 30 Quadratmetern pro Kind. Manchmal werden Kinderzimmer auch von mehreren Geschwistern geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fritz Uhde Die Kinderstube 1889.jpg|mini|[[Fritz von Uhde]]: Die Kinderstube, 1889]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Geschichte des Wohnens}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Cheverny08.jpg|mini|Kinderzimmer im [[Schloss Cheverny]], Frankreich]]&lt;br /&gt;
Kinderzimmer sind eine relativ junge Entwicklung in der europäischen Geschichte. Sie entstanden im [[18. Jahrhundert|18.]] und [[19. Jahrhundert]] in den Häusern wohlhabender städtischer Familien. In der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s wurde das Kinderzimmer auch für breitere [[Soziale Schicht|Schichten]] der Gesellschaft üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Erwähnungen ===&lt;br /&gt;
Der älteste Beleg für das Wort „kinderkamer“ findet sich in den Raumangaben eines [[Inventar]]s aus dem Jahr 1590. Es ist das Inventar des [[Kannengießer (Beruf)|Kannengießers]] Jürgen Understals, eines Stadtbewohners von [[Braunschweig]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ruth-E. Mohrmann |Titel=Alltagswelt im Land Braunschweig |Band=2 |Ort=Münster |Datum=1990 |Seiten=585}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Belege für das Wort „Kindstube“ finden sich 1722 in Seybolds &amp;#039;&amp;#039;Teutsch-Lateinischem Wörterbüchlein&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. G. Seybold |Titel=Teutsch-Lateinisches Wörterbüchlein |Ort=Nürnberg |Datum=1722 |Seiten=70}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1742 in [[Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste|Zedlers &amp;#039;&amp;#039;Universallexikon&amp;#039;&amp;#039;]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Großes vollständiges Universal-Lexikon |Hrsg=J. H. Zedler |Ort=Leipzig / Halle |Datum=1742 |Seiten=651}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das darin beschriebene Zimmer ist allerdings kein Schlaf- oder Spielzimmer für die Kinder, sondern der Aufenthaltsraum für die [[Amme]]n während der Kinderpflege.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörg Bernhard Adolf Jung |Titel=Eine kontinuierliche Betrachtung familiärer „Kinderunterbringung“ über die Erfindung des „Kinderzimmers“ und seine Ausstattung bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts |Ort=Regensburg |Datum=2008 |Seiten=22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Unterschied zwischen einer Kinderkammer und einer Kinderstube liegt darin, dass [[Stube]]n gegenüber der Kammer im Allgemeinen beheizbar waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Renate Gehrke-Riedlin |Titel=Das Kinderzimmer im deutschsprachigen Raum |Ort=Göttingen |Datum=2002 |Seiten=35}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kinderzimmer für die Mehrheitsgesellschaft ===&lt;br /&gt;
Erst nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], im Zuge des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit, fand das Kinderzimmer Einzug in breitere [[Soziale Schicht|Schichten]] der Gesellschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Günter Rolff, Peter Zimmermann |Titel=Kindheit im Wandel |Ort=Weinheim |Datum=1997 |Seiten=66}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vorher verwehrten Raumnot und nicht vorhandene finanzielle Mittel die Verbreitung des Kinderzimmers, obwohl es bereits als notwendig angesehen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Annie Renonciat |Titel=Das Kinderzimmer |Hrsg=Heinz-Gerhard Haupt |Sammelwerk=Orte des Alltags. Miniaturen aus der europäischen Kulturgeschichte |Ort=München |Datum=1994 |Seiten=153}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch in den 1950er Jahren wurde in der [[Schweiz]] die Aktion „Jedem Bergbauernkind sein eigenes Bett“ ins Leben gerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Waltraut Bellwald |Titel=Das Kinderzimmer. |Hrsg=Paul Hugger |Sammelwerk=Kindsein in der Schweiz |Ort=Zürich |Datum=1998 |Seiten=383}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1975 hob das [[Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend|Bundesministerium für Familie, Jugend und Gesundheit]] (unter [[Katharina Focke]]) die Bedeutung einer kindgerechten Wohnungsgestaltung hervor und forderte „ein kindliches Eigenterritorium, das vor dem Zugriff anderer gesichert und von den Eltern respektiert werden sollte“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ursula Kanacher |Titel=Wohnstrukturen als Anzeiger gesellschaftlicher Strukturen |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1987 |Seiten=236}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Straßenverkehr und Kinderzimmer ===&lt;br /&gt;
Durch die Veränderung des [[Öffentlicher Raum|öffentlichen Raumes]] verändert sich die Nutzung des Kinderzimmers bis heute: Das [[Automobil|Auto]] „hat die natürliche und bauliche Umwelt der Kinder massiv verwandelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Günter Rolff, Peter Zimmermann |Titel=Kindheit im Wandel |Ort=Weinheim |Datum=1997 |Seiten=70}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Freies Spiel hat zwischen den Autos keinen Platz, da die Gefahr für Kinder, die den [[Straßenverkehr]] noch nicht einschätzen können und beim Spiel weniger beachten, zu hoch ist. Der [[Deutscher Werkbund|Deutsche Werkbund Bayern]] urteilte daher 1964: „Die Straße scheidet heute wegen der Verkehrsgefahren als [[Spielplatz]] aus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Kinderzimmer, Kindermöbel, Spielzeug |Hrsg=Deutscher Werkbund Bayern |Auflage=2 |Ort=München |Datum=1964 |Seiten=11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus den „Gefahren des öffentlichen Raums“ und der „Verinselung der kindlichen Lebenswelt“ ergab sich eine Aufwertung des Kinderzimmers.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Waltraut Bellwald |Titel=Das Kinderzimmer |Hrsg=Paul Hugger |Sammelwerk=Kindsein in der Schweiz |Ort=Zürich |Datum=1989 |Seiten=389}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Nutzung des Kinderzimmers steigt die direkte [[Kontrolle]] über die Kinder durch die Erziehungspersonen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Günter Rolff, Peter Zimmermann |Titel=Kindheit im Wandel |Ort=Weinheim |Datum=1997 |Seiten=69}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Kind ist im wahrsten Sinne des Wortes übersichtlich „verräumt“ und kann leicht im Blick behalten werden. Die Beschränkung des Spielens auf einen einzigen Ort führt aber auch zu ganz anderen Ansprüchen an dieses Zimmer, in dem sich das Kind täglich viele Stunden lang aufhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freizeitbeschäftigung verlagerte sich deswegen von draußen nach drinnen:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Günter Rolff, Peter Zimmermann |Titel=Kindheit im Wandel |Ort=Weinheim |Datum=1997 |Seiten=67}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Eine erlebnisreiche Umgebung muss heute mit künstlichen Mitteln, mit Klettermöglichkeiten, Rutschbahnen, Nischen zum Höhlenbau im Kinderzimmer geschaffen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt; Die Wohnberatung des Deutschen Werkbunds Bayern schlug schon 1964 Schalldämmung und gut gedämmte Fußböden für die Kinderzimmer vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Kinderzimmer, Kindermöbel, Spielzeug |Hrsg=Deutscher Werkbund Bayern |Auflage=2 |Ort=München |Datum=1964 |Seiten=12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungshintergründe ==&lt;br /&gt;
Da es das Kinderzimmer nicht schon immer gegeben hat, mussten sich erst einige gesellschaftliche Anschauungen wandeln, bis das Kinderzimmer zu einem selbstverständlichen Teil der Wohnungen und Häuser wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig waren die sich verändernde Einstellung gegenüber dem Kind und der Kindheit, ein Wandel in den Wohngewohnheiten sowie ein starker Anwuchs im Bereich der materiellen Kultur für Kinder. Alle drei Bereiche begünstigten sich gegenseitig, und keiner allein hätte wohl auf die gleiche Weise zur Bedeutung des heutigen Kinderzimmers geführt. Die genannten Veränderungen waren zuerst in den wohlhabenden Schichten zu beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einstellungen gegenüber der Kindheit ===&lt;br /&gt;
Das Vorhandensein oder eben Nicht-Vorhandensein, auch die Beschaffenheit des Kinderzimmers, geben Auskunft über die Denkweise einer Gesellschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ingeborg Weber-Kellermann |Titel=Die Kinderstube |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1991 |Seiten=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und spiegeln den vorherrschenden Erziehungsstil der jeweiligen historischen Epoche wider.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörg Bernhard Adolf Jung |Titel=Eine kontinuierliche Betrachtung familiärer &amp;quot;Kinderunterbringung&amp;quot; über die Erfindung des &amp;quot;Kinderzimmers&amp;quot; und seine Ausstattung bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts |Ort=Regensburg |Datum=2008 |Seiten=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16. und 17. Jahrhundert, also in Zeiten, in denen die Kinderkammer oder -stube bereits als Begriff existierte, war das Kind für den Architekten „noch kein eigenes Wesen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Annie Renonciat |Titel=Das Kinderzimmer |Hrsg=Heinz-Gerhard Haupt |Sammelwerk=Orte des Alltags. Miniaturen aus der europäischen Kulturgeschichte |Ort=München |Datum=1991 |Seiten=151}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So lebten Kinder bis ins 18. Jahrhundert hinein als sogenannte „kleine Erwachsene“ an der Seite ihrer Eltern oder Erzieher. Der [[Kindheit]] als Lebens- oder Entwicklungsphase wurde wenig Beachtung geschenkt: Kinder wurden eingegliedert in den Tagesrhythmus der Eltern oder der Hausgemeinschaft und bekamen Aufgaben zugeteilt, die ihren Fähigkeiten entsprechen sollten. Zwischen der Erwachsenenwelt und der Welt des Kindes wurde also kaum eine Trennlinie gezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörg Bernhard Adolf Jung |Titel=Eine kontinuierliche Betrachtung familiärer „Kinderunterbringung“ über die Erfindung des „Kinderzimmers“ und seine Ausstattung bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts |Ort=Regensburg |Datum=2008 |Seiten=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1762 ebnete [[Jean-Jacques Rousseau]] einer neuen Idee von Kindheit den Weg: In seinem Bildungsroman &amp;#039;&amp;#039;[[Émile oder über die Erziehung|Émile]]&amp;#039;&amp;#039; beschreibt er ein [[Handlung (Erzählkunst)|Szenario]], das für die meisten Zeitgenossen undenkbar schien: das Aufwachsen eines kleinen Jungen ohne Zwang, ohne Strafen und mit der größtmöglichen Freiheit, sich zu entfalten. Dem Jungen Emile, Hauptfigur des Romans, wird &amp;#039;&amp;#039;Raum für das Kindsein&amp;#039;&amp;#039; gewährt. Der Roman avancierte zum meistgelesenen Erziehungsbuch der Weltliteratur.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Johannes Kückens |url=https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt/6772-rtkl-kindheit-rousseau-entdecker-der-kindheit |titel=Die Entdeckung der Kindheit: Wie Rousseau die Pädagogik revolutionierte |werk=GEO Kompakt Nr. 17 |datum=2008-12-01 |abruf=2026-03-31 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Wandel von der Vorstellung der Kindeserziehung wurde dem Kind langsam mehr Raum in der Gesellschaft gegeben, sowohl auf geistiger Ebene – in der Wahrnehmung der Erwachsenen – als auch auf materieller Ebene – als Wohnraum.&lt;br /&gt;
[[Datei:Optical Toy (Italy), ca. 1780 (CH 18344125).jpg|alternativtext=italienisches Spielzeug circa aus dem Jahre 1780|mini|[[Italien]]isches [[Spielzeug]], ca. 1780]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wandel der Wohngewohnheiten ===&lt;br /&gt;
Auch die [[Ars vivendi|Art, wie gewohnt wurde]], veränderte sich über die Jahrhunderte: Ausgehend vom Allzweck-Zimmer, wo im selben Raum gelebt, gearbeitet, gekocht und geschlafen wurde,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; verfeinerte sich allmählich das Wohnen. Zuerst wurden die Kammern des Dienstpersonals von den Zimmern der Familie abgetrennt. Später, in der Zeit des [[Biedermeier]] ab ca. 1815, folgte die Trennung von Privaträumen und Empfangsräumen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; So wurden verschiedenen Funktionen nach und nach eigene Räume zugewiesen. Die Entstehung des Kinderzimmers ist von diesem „allgemeinen Prozess der zunehmenden Vielfalt […] der […] Wohnräume“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; nicht zu trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst blieb das Kind mit seinem Schlafplatz jedoch immer noch den Eltern oder dem [[Gesinde]] zugeordnet. Kinderstuben als Betreuungsort und Lernraum, wo das Kind von Dritten, also dem Kind nicht verwandten oder nicht dem engeren Familienkreis zugehörigen Personen, erzogen wurde, finden sich zuerst in besonders prestigereichen städtischen Haushalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Renate Gehrke-Riedlin |Titel=Das Kinderzimmer im deutschsprachigen Raum |Ort=Göttingen |Datum=2002 |Seiten=34}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Säuglinge und Kleinkinder wurden Kindermädchen engagiert,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; für die Heranwachsenden private [[Hauslehrer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Materielle Kultur für Kinder ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sidewall, The Months, 1893 (CH 18612053).jpg|alternativtext=Kindertapete aus England aus dem Jahr 1893 zeigt die vier Jahreszeiten.|mini|Kindertapete mit Darstellung der vier Jahreszeiten (England, 1893)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung der [[Gewerbefreiheit]] (in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts) führte zu einem starken Aufschwung der [[Spielzeugindustrie|Spielzeugbranche]]: Unabhängig von den [[Zunft|Zünften]] durften [[handwerk]]liche Tätigkeiten nun überall und von jedermann ausgeübt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Eggert Winter |url=https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gewerbefreiheit-33838 |titel=Gewerbefreiheit |werk=Gabler Wirtschaftslexikon. |datum=2018-02-19 |abruf=2021-02-18 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Längere Transportwege zwischen den Produktionsstätten fielen weg, weil diese nun [[Horizontale Integration|zusammengelegt]] werden konnten. Die Herstellung von Spielzeug wurde weniger aufwändig und kostengünstiger. Aus der Flut an bezahlbarem Spielzeug erwuchs eine neue Kultur des Schenkens. Die eigenen Besitztümer von Kindern stiegen in der Zahl.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zusammenwirkung mit der neuen Zuwendung zum Kind entstand außerdem ein hohes [[Konsum]]potential. Es entwickelte sich eine ganze Palette an [[Accessoire]]s für das Kind. 1750 öffnete der erste [[Buchhandlung|Buchladen]] speziell für [[Kinder- und Jugendliteratur]] in [[London]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt; Die ersten Kindertapeten wurden zwischen 1860 und 1870 produziert. Auch die Möbelindustrie profitierte und erprobte sich unter anderem an Miniaturmöbeln, die an die Körpergröße der Kinder angepasst sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Beginn des 21. Jahrhunderts spiegeln die Dinge des Kinderzimmers die Gesellschaft. So sind Kinderzimmer etwa auch als Teil einer privaten Geschichtskultur zu lesen. Die Spielsachen, Bücher und andere Objekte der materiellen Kultur nehmen dabei Einfluss auf die kindlichen Vorstellungswelten über die Vergangenheit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Christoph Kühberger]] |Titel=Das undisziplinierte Kinderzimmer. Ethnographische Erkundungen zur Geschichtskultur im Privaten |Auflage=1. |Verlag=Wallstein |Ort=Göttingen |Datum=2024 |ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einrichtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-F0902-0123, Kinderzimmer, H. Schmidt KG Wernigerode.jpg|mini|Kinderzimmer Typ „Teddy“ aus DDR-Produktion, vorgestellt auf der [[Leipziger Messe|Leipziger Herbstmesse]] 1967]]&lt;br /&gt;
Zur Grundausstattung gehört meist ein [[Bett]], ein Aufbewahrungsmöbel für Kleidung ([[Schrank]], [[Kommode]] oder [[Regal (Möbelstück)|Regal]]) sowie ein (Schreib)tisch. Ein besonderer Fokus liegt häufig auf der Schaffung von Stauraum, zum Beispiel durch Schubladen unter dem Bett. Verbreitet sind auch [[Hochbett]]en, da auf dem Boden so mehr Platz zur Verfügung steht. Wo sich mehrere Kinder ein Zimmer teilen, gibt es auch [[Stockbett]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal wird unterschieden zwischen dem Kinderzimmer und dem Jugendzimmer, in dem das Kinderzimmer durch Veränderung der [[Schmuck|Dekoration]] und manchmal auch der Ausstattung im Laufe des Heranwachsens aufgeht. Da manche [[Haustier]]e (Hamster, Kaninchen etc.) tagsüber ruhen, empfiehlt der [[Tierschutz]], die im Kinderzimmer aufgestellten Käfige während der Spielzeit aus dem Kinderzimmer zu entfernen. [[Empirie|Empirische Untersuchungen]] zeigen, dass sich häuslicher Streit zwischen Eltern und Kindern am häufigsten entzündet, weil die Kinder ihr Zimmer nicht ordentlich aufgeräumt haben oder die Eltern das Kinderzimmer ohne Beisein der Kinder aufräumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Größe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland existieren keinerlei [[Baurecht (Deutschland)|baurechtliche]] oder sonstige Vorschriften über die Größe von Kinderzimmern. Für den [[Sozialer Wohnungsbau|sozialen Wohnungsbau]] galt von 1976 bis 1991 die Normierung DIN18011,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.beuth.de/de/norm/din-18011/1721435 DIN 18011:1967-03], auf beuth.de&amp;lt;/ref&amp;gt; die dem Kinderzimmer die kleinste Wohnfläche zuteilte. Dennoch wurde darin festgehalten, dass das Zimmer vielseitig verwendbar und wandelbar zu sein habe. Es solle dem Schlafen, dem Aufenthalt, dem Arbeiten und dem Spielen dienen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:6&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ursula Kanacher |Titel=Wohnstrukturen als Anzeiger gesellschaftlicher Strukturen |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1987 |Seiten=235}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1991 wurde diese Normierung ersatzlos gestrichen. In der [[DDR]] gab es eine Bestimmung, wonach das Kinderzimmer bei Neubauten acht Quadratmeter nicht unterschreiten durfte. Auch in [[Österreich]] gibt es eine solche Norm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen [[Bundesland (Deutschland)|deutschen Bundesländern]] gibt es Bedingungen für die öffentliche Förderung von Bauvorhaben – beispielsweise werden Mindestgrößen festgesetzt, ab denen ein Wohnungsbau förderungswürdig ist. Hierbei gilt oft, dass ein Kinderzimmer für eine Person mindestens zehn Quadratmeter und bei einer Doppelbelegung mindestens zwölf Quadratmeter haben soll. Allgemein kann man bei der Wohnungsgestaltung feststellen, dass mit der Zunahme der Größe der Wohnzimmer das Platzangebot von Küche und Kinderzimmer abgenommen hat. Es gibt ebenfalls Bestimmungen über Art und Größe der Fenster, diese sind allerdings regional unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Redewendungen mit &amp;quot;Kinderstube&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
Die [[Redewendung]] „eine gute Kinderstube haben“ verweist auf gutes Benehmen. „Kinderstube“ steht hier für die „im Elternhaus genossene Erziehung, die sich besonders in jemandes Benehmen, Umgangsformen usw. erkennen lässt“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Kinderstube |titel=Kinderstube |werk=Duden |abruf=2021-02-18 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Varianten der Redewendung sind „seine gute Kinderstube vergessen“ (unhöflich werden) oder „keine gute Kinderstube haben“ (sich nicht gut benehmen, schlecht erzogen sein)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=gute%20kinderstube&amp;amp;gawoe=an&amp;amp;sp1=rart_varianten_ou |titel=Suchergebnisse für „Gute Kinderstube“ |werk=Redensarten-Index |abruf=2021-02-18 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;mit dem D-Zug durch die Kinderstube gerast zu sein&amp;quot; oder „im Galopp durch die Kinderstube geritten sein“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Galopp |titel=Galopp |werk=Duden |abruf=2021-02-18 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (zu wenig Zeit gehabt haben, um gutes Benehmen zu erlernen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jörg Bernhard Adolf Jung: &amp;#039;&amp;#039;Eine kontinuierliche Betrachtung familiärer „Kinderunterbringung“ über die Erfindung des „Kinderzimmers“ und seine Ausstattung bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Regensburg 2008.&lt;br /&gt;
* Waltraut Bellwald: &amp;#039;&amp;#039;Das Kinderzimmer.&amp;#039;&amp;#039; In: Paul Hugger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kindsein in der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1998, S. 383–390.&lt;br /&gt;
* Renate Gehrke-Riedlin: &amp;#039;&amp;#039;Das Kinderzimmer im deutschsprachigen Raum.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2002.&lt;br /&gt;
* Johannes Kückens: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung der Kindheit: Wie Rousseau die Pädagogik revolutionierte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;GEO Kompakt.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 17, 2008 ([https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt/6772-rtkl-kindheit-rousseau-entdecker-der-kindheit Online]. Erstellt am 1. Dezember 2008).&lt;br /&gt;
* Annie Renonciat: &amp;#039;&amp;#039;Das Kinderzimmer.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Orte des Alltags. Miniaturen aus der europäischen Kulturgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; München 1994, S. 150–160.&lt;br /&gt;
* Ingeborg Weber-Kellermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Kinderstube.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991.&lt;br /&gt;
* Jutta Velte, Ilse M. Berzis: &amp;#039;&amp;#039;KinderRäume – Wohnen mit Kindern.&amp;#039;&amp;#039; Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 1999, ISBN 3933705444.&lt;br /&gt;
* Nele Güntheroth: &amp;#039;&amp;#039;Konstruktion und Dekonstruktion des Kinderzimmers.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz-Josef Jeilich (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die pädagogische Gestaltung des Raums. Geschichte und Modernität.&amp;#039;&amp;#039; Klinkhardt, Bad Heilbrunn/Obb. 2003, S. 185–205.&lt;br /&gt;
* Nele Güntheroth: &amp;#039;&amp;#039;Kinderzimmer ins Blickfeld gerückt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PÄD-Forum: Unterrichten, erziehen.&amp;#039;&amp;#039; Band 30, 2002, Nr. 4, S. 295–297.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Deutscher Werkbund Bayern (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kinderzimmer, Kindermöbel, Spielzeug.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. München 1964.&lt;br /&gt;
* J. G. Seybold: &amp;#039;&amp;#039;Teutsch-Lateinisches Wörterbüchlein.&amp;#039;&amp;#039; Nürnberg 1722.&lt;br /&gt;
* [[Johann Heinrich Zedler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste|Großes vollständiges Universal-Lexikon]].&amp;#039;&amp;#039; Leipzig/Halle 1742.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Children&amp;#039;s rooms|Kinderzimmer}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Kinderzimmer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4163865-7|LCCN=sh85023774}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Typ von Innenräumen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kindheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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