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	<title>Kindbettfieber - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T07:49:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kindbettfieber&amp;diff=39174&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: gemäß Beleg umformuliert</title>
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		<updated>2025-11-02T16:56:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;gemäß Beleg umformuliert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = O85&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Puerperalfieber&amp;lt;br /&amp;gt;Kindbettfieber&lt;br /&gt;
| 02-CODE = O86&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Sonstige Wochenbettinfektionen&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kindbettfieber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Infektionskrankheit]], die nach einer Entbindung während des [[Wochenbett]]es oder nach einer [[Fehlgeburt]] auftreten kann, insbesondere auch im Falle einer unvollständigen [[Nachgeburt]], eine Gebärmutter- oder Bauchfellentzündung verursacht und bei Ausbreitung über das Lymph- und Gefäßsystem eine lebensbedrohliche [[Sepsis]] (Puerperalsepsis) bewirken kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Puerperalfieber.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Bezeichnungen sind &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wochenbettfieber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Puerperalfieber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erreger ==&lt;br /&gt;
Erreger dieser Infektion können [[Staphylokokken]], [[Streptokokken]], &amp;#039;&amp;#039;[[Escherichia coli]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Neisseria gonorrhoeae]]&amp;#039;&amp;#039; und diverse [[Anaerobie]]r sein. Sie dringen durch die große Wundfläche in der [[Gebärmutter]], die durch Ablösung der [[Plazenta]] entstanden ist, in den Körper und die Blutbahn ein. Der [[Cervix uteri|Muttermund]] ist in den Tagen nach der Geburt noch klaffend geöffnet, so dass eine direkte Verbindung zwischen der Gebärmutter und der [[Vagina des Menschen|Scheide]] besteht. Auch bei guten hygienischen Bedingungen können Keime so leicht in die Gebärmutter aufsteigen. Sie finden dort eine warme, nährstoffreiche Umgebung vor, in der sie sich stark vermehren. Normalerweise werden die Bakterien über den [[Wochenfluss]] hinaustransportiert. Sind die Nachwehen und der Wochenfluss jedoch schwach, kann es zur Infektion kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Die Erkrankung äußert sich durch erhöhte Temperatur oder [[Fieber]], Druckschmerzen im Unterleib, übelriechenden Wochenfluss und eventuell Blutungen. Eine Verschlechterung macht sich durch Abwehrspannung im gesamten Unterbauch, Übelkeit und Erbrechen sowie [[Schock (Medizin)|Schocksymptome]], wie Unruhe, starke Puls- und Atembeschleunigung und Blutdruckabfall, bemerkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen sind Entzündungen des [[Peritoneum|Bauchfells]], der Gebärmutterschleimhaut und weiterer Organe, die mit starken Fieberanfällen einhergehen und ohne wirksame Behandlung in den meisten Fällen innerhalb einiger Tage bis wenigen Wochen bis zu [[Sepsis]] („Blutvergiftung“) und zum Tod führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der oft sehr schmerzhaften Entzündung der Gebärmutter wird auf zweierlei Weise begegnet. Gegen die Bakterien werden Antibiotika verordnet, die Rückbildung der Gebärmutter wird mit dem [[Mutterkornalkaloide|Mutterkornalkaloid]] [[Methylergometrin]] unterstützt. Die Infektion heilt meist folgenlos aus. Die Häufigkeit des Kindbettfiebers ist durch die besseren hygienischen Verhältnisse gegenüber früheren Zeiten deutlich gesenkt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meldepflicht ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Puerperalfieber&amp;#039;&amp;#039; ist in Österreich gemäß {{§|1|EPIDEMIEGESETZ|RIS-B|DokNr=NOR40231448}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Nummer&amp;amp;nbsp;1 &amp;#039;&amp;#039;Epidemiegesetz 1950&amp;#039;&amp;#039; bei Verdacht, Erkrankung und Tod [[meldepflichtige Krankheit#Österreich|anzeigepflichtig]]. Zur Anzeige verpflichtet sind unter anderen Ärzte und Labore ({{§|3|EPIDEMIEGESETZ|RIS-B|DokNr=NOR40240267}} Epidemiegesetz 1950).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bis in das 19. Jahrhundert war das Kindbettfieber eine der Hauptursachen für die hohe Wöchnerinnensterblichkeit. Zusätzlich verschärft wurde die Situation, als in den Krankenhäusern der europäischen Großstädte Gebäranstalten gegründet wurden (zum Beispiel im [[Hôtel-Dieu de Paris|Hôtel-Dieu]] in Paris, woher ab 1788&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst Kremling]]: &amp;#039;&amp;#039;Historische Betrachtungen zur präventiven Heilkunde.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 24, 2005, S. 222–260, hier S. 224 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; die ersten Berichte über diese Krankheit stammen) und auch Ärzte in der [[Geburtshilfe]] tätig wurden. Vor allem die Ärzte kamen in Berührung mit anderen Kranken und Leichen; da die Notwendigkeit einer wirksamen Desinfektion unbekannt war, verschleppten sie an ihren Händen und Instrumenten Keime in die Geburtswege der Frauen. In manchen Anstalten starben zeitweise zwei Drittel aller Wöchnerinnen durch diese [[iatrogene Infektion]]. Für die [[Epidemiologie]] insgesamt betrachtet hatte dies allerdings nur marginale Bedeutung, da die weitaus meisten Frauen weiterhin außerhalb der Krankenhäuser bzw. Entbindungsanstalten&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Joseph Servatius d’Outrepont|Joseph d’Outrepont]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte eines ansteckenden Kindbettfiebers, welches in der Entbindungsanstalt zu Würzburg herrschte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der neue Chiron.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 1821, Nr. 1, S. 151–173, und Nr. 2, S. 350–379; auch in: Joseph d’Outrepont: &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen und Beiträge geburtshülflichen Inhaltes.&amp;#039;&amp;#039; Göbhardt, Bamberg/Würzburg 1822, S. 297–375.&amp;lt;/ref&amp;gt; entbanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1843 wurde von [[Oliver Wendell Holmes, Sr.|Oliver Wendell Holmes]] die These vorgebracht, dass auch Ärzte die Krankheit übertragen würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Cedric Mims, Hazel M. Dockrell u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Mikrobiologie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Elsevier, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vier Jahre später konnte [[Ignaz Semmelweis]] dann zeigen, dass die schlechten hygienischen Zustände in den Krankenhäusern sowie mangelhafte Sauberkeit und [[Desinfektion]] der Ärzte der Grund für die besonders hohe Ausbreitung der Krankheit in Gebäranstalten waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Detaillierte Darstellung der Entdeckung von Semmelweis (als Beispiel eines hypothetisch-deduktiven Verfahrens): Dagfinn Føllesdal, Lars Walløe, Jon Elster: &amp;#039;&amp;#039;Rationale Argumentation. Ein Grundkurs in Argumentations- und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 1988, S. 54–60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Semmelweis untersuchte Mitte der 1840er Jahre, warum am &amp;#039;&amp;#039;Wiener Allgemeinen Krankenhaus&amp;#039;&amp;#039; in der ersten geburtshilflichen Station zehnmal so viele Frauen am Kindbettfieber starben wie in der zweiten Station. Durch ein [[Ausschlussdiagnostik#Differenzialdiagnose|Ausschlussverfahren]] gelangte er zur Erkenntnis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die unbekannte Ursache, welche so entsetzliche Verheerungen anrichtete, war demnach in den an der Hand klebenden Cadavertheilen der Untersuchenden an der ersten Gebärklinik gefunden.&lt;br /&gt;
 |Autor=Ignaz Semmelweis&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Irene Meichsner |url=https://www.deutschlandfunk.de/kaempfer-gegen-das-kindbettfieber.871.de.html?dram:article_id=127280 |titel=Kämpfer gegen das Kindbettfieber |werk=Kalenderblatt (Rundfunksendung im [[Deutschlandfunk]]) |datum=2011-03-22 |abruf=2011-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch setzte sich diese bahnbrechende Erkenntnis zu seinen Lebzeiten nicht durch und  selbst [[Koryphäe]]n wie [[Rudolf Virchow]] (1821–1902) stritten über Jahrzehnte die Zusammenhänge ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.pathologie.uni-wuerzburg.de/geschichte/virchow-in-wuerzburg/forschung/puerperalsepsis/semmelweis-zitat/ |titel=Semmelweis kritisiert Virchows Haltung zur Puerperalsepsis |hrsg=Institut für Pathologie der Universität Würzburg |datum=2012-09-04 |abruf=2013-03-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So ist noch in einem naturheilkundlichen Lehrbuch von 1896 von bereits im Körper der Frau vorhandenen „Fremdstoffen“ die Rede, die durch den Geburtsvorgang zu „gären“ beginnen.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Kuhne: [https://www.med-serv.de/medizin-buch-kuhne_heilwissenschaft-0-25-6.html &amp;#039;&amp;#039;Frauenkrankheiten aller Art, deren Entstehung, Wesen und Heilung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Heilwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1896, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Autor lässt es hier aber offen, von wo, wodurch oder von wem diese „Fremdstoffe“ in den Körper der Mütter gelangt waren. Um 1875 wandte [[Johann Jacob Bischoff]] in Basel in seiner geburtshilflichen Klinik zur Verhütung des Kindbettfiebers strikt die Grundsätze der [[Antisepsis]] an. 1892 hatte [[Albert Döderlein]] grundlegende bakteriologische Arbeiten über das Scheidensekret in seiner Bedeutung für die Entstehung des Kindbettfiebers geschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 44 und 51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythologie ==&lt;br /&gt;
Im alten [[Mesopotamien]] galt [[Lilith]] als Dämon des Kindbettfiebers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Antisepsis]]&lt;br /&gt;
* [[Nosokomiale Infektion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4212788-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in Gynäkologie und Geburtshilfe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ignaz Semmelweis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meldepflichtige Krankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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