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	<title>Kesslerloch - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T03:26:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kesslerloch&amp;diff=812038&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Klammern korrigiert</title>
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		<updated>2025-08-17T07:27:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kesslerloch (2019).jpg|mini|Kesslerloch bei Thayngen im Juli 2019]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kesslerloch3JPG.JPG|mini|Inneres]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Homo Sapiens in Europe - magdalenian distribution map-de.svg|mini|Magdalenienfundstelle Nr. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kesslerloch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Höhle]] bei [[Thayngen]] im [[Kanton Schaffhausen]] in der [[Schweiz]]. Sie liegt im [[Herblingertal]] am Südostfuss der [[Reiat]]-Hochebene. Die Höhle ist ca.&amp;amp;nbsp;200 m² gross und wird durch eine Steinsäule unterteilt. In [[Prähistorischer Archäologe|prähistorischer]] Zeit benutzten vermutlich Rentierjäger vor 15&amp;#039;000 bis 11&amp;#039;000 Jahren ([[Jungpaläolithikum]], [[Magdalénien]]kultur) die Höhle als Schutzort während der Sommermonate. Die Lage in einem Engtal war zudem günstig für eine Jagdstation, ähnlich etwa der Lage des nicht weit entfernten (ca. 15 km nordöstlich) [[Petersfels]] bei der deutschen Stadt [[Engen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Höhle wurde mit dem Waldgrundstück und dem umliegenden Wiesland 1902 unter staatlichen Schutz gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grabungsarbeiten ==&lt;br /&gt;
Am 4. Dezember 1873 grub der Reallehrer Konrad Merk (1846–1914) zusammen mit seinem Kollegen D. Wepf und zwei Schülern ein erstes Mal im Kesslerloch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://wohnqualitaet-thayngen.ch/der-fachwelt-thaynger-baeren-aufgebunden wohnqualitaet-thayngen]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahr später nahm er die ersten Grabungen vor. Die Ergebnisse wurden 1875 in den &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich&amp;#039;&amp;#039; (Band XIX, Heft 1) publiziert. [[Jakob Nüesch (Prähistoriker)|Jakob Nüesch]], der 1894 die Höhle von [[Schweizersbild]] entdeckte, nahm 1893, 1898 und 1899 weitere Grabungen vor, 1902 und 1903 grub [[Jakob Heierli]] nach weiteren Funden. Die letzte Bohrung erfolgte 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; widths=&amp;quot;200&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kesslerloch Ausgrabungen 1902 1903b.jpg|Ausgrabungen durch [[Jakob Heierli]]&lt;br /&gt;
Excavations at the Kesslerloch, 017.png|Plan&lt;br /&gt;
Kesslerloch Ausgrabungen 1902 1903a.jpg|… 1902 und 1903&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Doppeltes Bild|rechts|Kesslerloch Ausgrabungen 1902 1903b.jpg|200|Kesslerloch Ausgrabungen 1902 1903a.jpg|200|{{center|1=Ausgrabung durch Jakob Heierli 1902 und 1903}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Funde wurden kaum systematisch erfasst; manche wurden unter den Ausgräbern getauscht oder verkauft. Die Funde der ersten Ausgrabung erwarb [[Ludwig Leiner]] 1875 für das von ihm gegründete [[Rosgartenmuseum]] in Konstanz, weshalb das «Suchende Rentier» auch dort ausgestellt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Ritzzeichnungen eines Fuchses und eines Bären stellten sich als Fälschungen heraus: Der Hilfsgräber Martin Stamm hatte 1875 seinen Neffen Konrad Bollinger damit beauftragt, die Tiere nach einer Vorlage aus dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Die Thiergärten und Menagerien mit ihren Insassen&amp;#039;&amp;#039; in einen Knochen zu ritzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schrott-beim-kesslerloch.ch/fileadmin/08_09_tha_Seite_10.pdf schrott-beim-kesslerloch] (PDF; 72,6&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fundstücke ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Early Man in Britain and His Place in the Tertiary Period - Fig. 86.—Reindeer incised on Antler, Kesslerloch.png|mini|links|Rentierritzung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kesslerloch Fundstücke.jpg|mini|Fundstücke aus dem Kesslerloch im [[Museum zu Allerheiligen]] Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen wurden Knochen von 53 verschiedenen Tierarten wie [[Mammuts|Mammut]], [[Ren]]tier, [[Wollnashorn]], [[Alpensteinbock|Steinbock]] und [[Gämse]] gefunden. Knochen von Menschen wurden nicht entdeckt. Auch Steingeräte aus lokalem [[Feuerstein|Silex]] und rund 200 Geschossspitzen wurden gefunden sowie Werkzeuge und Geräte aus [[Geweih]]en, [[Knochen]] und [[Elfenbein]]. Ein 1874 in der Höhle gefundenes Oberkieferstück eines Haushundes wurde auf ein Alter von 14&amp;#039;100 bis 14&amp;#039;600 Jahren datiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannes Napierala |Hrsg=Kanton Schaffhausen, Baudepartement, Kantonsarchäologie |Titel=„Die Tierknochen aus dem Kesslerloch – Neubearbeitung der paläolithischen Fauna“ |Ort=Schaffhausen |Datum=2008 |Reihe=Beiträge zur Schaffhauser Archäologie |NummerReihe=2 |Seiten=44–48 |ISBN=3-9521868-6-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist damit einer der ältesten Nachweise für die [[Domestizierung]] des [[Wolf]]s in Mitteleuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berühmt wurde das Kesslerloch durch die Funde von Kleinkunst wie Anhängern und [[Lochstab|Lochstäben]]. Da viele Forscher den Menschen der Steinzeit noch keine Kunst zutrauten, galten die ersten künstlerisch gestalteten Funde als Sensation. Besonders bekannt ist die [[Ritzzeichnung]] des sogenannten «[[Brunft|Suchenden]] eines [[Rentier]]s» (früher «Weidendes Rentier» genannt) auf einem Stück Rentiergeweih, wohl dem Bruchstück eines [[Lochstab]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrej Abplanalp: [https://blog.nationalmuseum.ch/2017/03/magie-der-altsteinzeit/ &amp;#039;&amp;#039;Magie der Altsteinzeit&amp;#039;&amp;#039;] Im Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]] vom 31. März 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/bodensee/museen/kn_rosgarten/kesslerloch/index.htm Foto und Beschreibung auf der Webseite des Rosgartenmuseums].&amp;lt;/ref&amp;gt; Entdeckt hatte es der Geologe [[Albert Heim]] im Beisein von [[Jakob Messikommer]] am 4. Januar 1874. Zudem wurden die [[Venus vom Kesslerloch]] und Schmuckstücke aus Muscheln, Pechkohle, Schnecken und Tierzähnen gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund einer «Verkettung unglücklicher Umstände» fanden «zwei heute leicht als plumpe Fälschungen erkennbare Wiedergaben von Fuchs und Bär» Eingang in Merks Fundbericht. [[Ludwig Lindenschmit der Ältere|Ludwig Lindenschmidt]] konnte sie als «Kopien aus einem zeitgenössischen Kinderbuch» identifizieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|vlm|03|00|1994|39|Vom Dreiperiodensystem in der prähistorischen Forschung|AUTOR=Hans-Georg Bandi|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|vlm|03|00|1994|40|Vom Dreiperiodensystem in der prähistorischen Forschung. Abb. 3: Bär und Fuchs aus dem Kesslerloch bei Thayngen, Kt. Schaffhausen|AUTOR=Hans-Georg Bandi|anno-plus=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellungen ==&lt;br /&gt;
{{Doppeltes Bild|rechts|Lochstab Ren Kesslerloch.jpg|300|Kesslerloch Lochstab Gravierung.jpg|55|{{center|1=Lochstäbe vom Kesslerloch}}}}&lt;br /&gt;
Fundstücke aus dem Kesslerloch sind im [[Museum zu Allerheiligen]] in [[Schaffhausen]] ausgestellt. Das [[Diorama]] des Kesslerlochs aus dem Jahr wurde 1939 vom Museumstechniker Hans Wanner in Zusammenarbeit mit dem deutschen Bühnenbildner Juri Richter entwickelt. Obwohl es nicht mehr den neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen entspricht, war es ein Meilenstein in der Gestaltung von Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Lochstab]] mit dem «Suchenden Rentier» ist im Besitz [[Rosgartenmuseum]]s in [[Konstanz]]. Ausgestellt ist eine Kopie, das Original wird in einem Safe aufbewahrt. Weitere Kopien davon sind im Museum Allerheiligen und im [[Schweizerisches Landesmuseum|Schweizerischen Landesmuseum]] in Zürich, wo auch weitere Fundstücke ausgestellt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Ihren Namen verdankt die Höhle den [[Jenische]]n (in der Ostschweiz früher &amp;#039;&amp;#039;[[Kessler]]&amp;#039;&amp;#039; genannt, heute noch als Nachname verbreitet), die in der frühen Neuzeit in umliegenden Gemeinden Töpfe und sonstiges Kochgeschirr (= Kessel) sammelten, in der Höhle reparierten und anschliessend wieder verkauften.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|lmz|30|10|1912|10|Die ältesten Wohnstätten des Urmenschen|AUTOR=Dr. J.|HERVORHEBUNG=Schon&amp;amp;#32;der&amp;amp;#32;Name&amp;amp;#32;Keßlerloch&amp;amp;#32;deutet&amp;amp;#32;darauf&amp;amp;#32;hin}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemäss dem Forschungsbericht des Entdeckers Konrad Merk sollen noch Anfang 19. Jahrhundert umherziehende Kesslerfamilien jeweils hier Obdach gefunden haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad Merk, Reallehrer: &amp;#039;&amp;#039;Höhlenfund im Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen)&amp;#039;&amp;#039;, Zürich 1875, S.&amp;amp;nbsp;4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Konrad Merk: &amp;#039;&amp;#039;Der Höhlenfund im Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mittheilungen der Antiqarischen Gesellschaft (der Gesellschaft für vaterländische Alterthümer) in Zürich&amp;#039;&amp;#039;. Band 19, 1875–1877, Zürich 1875, S.&amp;amp;nbsp;1–44 ([http://books.google.de/books?id=wEcMAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA1 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* {{HLS|12557|Autor=Markus Höneisen|Datum=2007-08-10}}&lt;br /&gt;
* {{ANNO|nwg|02|01|1905|1|Vor 25,000 Jahren|AUTOR=J. Enderli|HERVORHEBUNG=Aor&amp;amp;#32;25,000&amp;amp;#32;Jahre«}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Kesslerloch}}&lt;br /&gt;
* [https://sh.ch/CMS/Webseite/Kanton-Schaffhausen/Beh-rde/Verwaltung/Baudepartement/Amt-f-r-Denkmalpflege-und-Arch-ologie/Kantonsarch-ologie-1628475-DE.html Kantonsarchäologie Schaffhausen: Kesslerloch]&lt;br /&gt;
* [http://www.konstanz.de/kultur_freizeit/museen_galerien/rosgarten/samml/index.htm Weidendes Rentiers im Museum Rosgarten in Konstanz]&lt;br /&gt;
* [http://www.google.de/books?id=GSESAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA3 Erstbeschreibung von Konrad Merk], 1875&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=47.7454|EW=8.6936|type=landmark|region=CH-SH}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4262804-0|VIAF=248185098}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höhle in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höhle in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Kanton Schaffhausen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kanton Schaffhausen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Schaffhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thayngen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magdalénien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jenische]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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