<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kerguelenkohl</id>
	<title>Kerguelenkohl - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kerguelenkohl"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kerguelenkohl&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T21:06:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kerguelenkohl&amp;diff=339667&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hanzlan am 24. Januar 2026 um 17:33 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kerguelenkohl&amp;diff=339667&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-24T17:33:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Kerguelenkohl&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Pringlea antiscorbutica&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Robert Brown (Botaniker, 1773)|R.Br.]] ex [[Joseph Dalton Hooker|Hook.f.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Pringlea&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[William Anderson (Naturforscher)|W.Anderson]] ex [[Joseph Dalton Hooker|Hook.f.]]&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Kreuzblütler&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Brassicaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Kreuzblütlerartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Brassicales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Eurosiden II&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Pringlea antiscorbutica (old) edit.JPG&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Alte Pflanze auf den Kerguelen, [[Kerguelen#Péninsule Rallier du Baty|Rallier du Baty]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kerguelenkohl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Pringlea antiscorbutica&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]], die nur auf einigen subantarktischen Inseln im [[Indischer Ozean|Indischen Ozean]] heimisch ist, darunter den namengebenden [[Kerguelen]]. Er ist der einzige Vertreter seiner [[Gattung (Biologie)|Gattung]] aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Kreuzblütengewächse]] (Brassicaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Junge Pflanzen ähneln oberflächlich den bekannten [[Kohl]]arten, mit denen die Art aber nur sehr entfernt verwandt ist. Die Blätter enthalten [[Vitamin C]], weswegen sie im 19. Jahrhundert Seeleuten im Indischen Ozean als Lebensmittel zur Verhinderung von [[Skorbut]] dienten.&amp;lt;ref&amp;gt;S.B. Young, E.K. Schofield: &amp;#039;&amp;#039;Palynological evidence for the late glacial occurrence of Pringlea and Lyallia on Kerguelen Island&amp;#039;&amp;#039;, in: Rhodora, 75:241, 1973, [http://www.botanicus.org/page/659248 Online]&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem Verbreitungsgebiet war der Kerguelenkohl häufig, durch den Menschen eingeführte Arten haben jedoch fast überall massiv zu seinem Rückgang geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Der Kerguelenkohl ist eine [[Ausdauernde Pflanze|ausdauernde]], verzweigt wachsende Pflanze mit bis zu einem Meter langen und bis zu 10 Zentimeter dicken oberirdischen [[Sprossachse]]n. Diese enden in Blattrosetten, die einen Durchmesser bis zu 80 Zentimeter erreichen können. Die Sprossachsen wachsen aus 15 bis 18 Zentimeter dicken, halb holzigen [[Rhizom]]en, die mit einer schwammartigen und faserigen Substanz gefüllt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notes&amp;quot;&amp;gt;John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany, 42:288-291, 1988&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundständigen, rundlichen bis eiförmigen [[Blatt (Pflanze)|Blätter]] der Rosette stehen nach Art eines Kohlkopfes zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Urania Pflanzenreich&amp;#039;&amp;#039;. Band 3: Blütenpflanzen 1, Urania-Verlag, Leipzig 1991, Seite 60, ISBN 978-3-332-00367-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind blau-grün, erreichen eine Länge von rund 29 Zentimetern und eine Breite bis zu 15,8 Zentimetern, bei ausgewachsenen Pflanzen wird die Rosette aus etwa 46 Blättern gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den Blättern wachsen ab dem dritten oder vierten Jahr drei bis fünf [[Blütenstandsachse]]. Die [[Blütenstand|Blütenstände]] sind gelegentlich verzweigt, sie können viele Jahre bestehen bleiben. An alten Pflanzen konnten bis zu 28 Stück gefunden werden, darunter bis zu acht Jahre alte. Die [[Blüte]]n sind kurz gestielt, die vier [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind grün, behaart und rund 6 Millimeter lang. Die vier kleinen [[Kronblätter]] sind häufig unvollständig oder fehlen ganz, oft schon bei der Knospe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Staubfäden]] erreichen eine Länge von acht Millimetern, die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind bis zu zwei Millimeter lang. Die behaarten [[Fruchtknoten]] sind länglich-rund, die [[Griffel (Botanik)|Griffel]] kurz. Die großen [[Narbe (Botanik)|Narben]] sind rundlich und [[Papille (Botanik)|papillös]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Choux.kerguelen.jpg|mini|Blühende Pflanze mit &amp;#039;&amp;#039;Acaena magellanica&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Die Blüte ist schwach [[protogyn]], die Fruchtblätter werden also noch vor den Staubblättern reif, um eine [[Fremdbestäubung]] zu begünstigen. Die sechs [[Staubblätter]] sind bei jungen Blüten kürzer als der Fruchtknoten, reif sind sie dagegen um ein Drittel länger als der [[Stempel (Botanik)|Stempel]]. Die Narben sind empfängnisbereit, bereits bevor die Staubblätter zu wachsen beginnen. Erst wenn die Staubbeutel durch das Wachstum der Staubblätter oberhalb der Narben stehen, öffnen sie sich und schütten den reifen Pollen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schote (Frucht)|Schoten]] sind zweikammerig, trocknen während der Reife und öffnen sich dann, um die zahlreichen [[Same (Pflanze)|Samen]] freizugeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Edith R. Saunders: &amp;#039;&amp;#039;A Reversionary Character in the Stock (Matthiola Incana) and its Significance in regard to the Structure and Evolution of the Gynoecium in the Rhoeadales, the Orchidaceae, and other Families&amp;#039;&amp;#039; In: Annals of Botany 37:463, Fußnote 1, 1923&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Samen sind bis zu vier Millimeter lang, bei Kontakt mit Wasser werden sie [[schleim]]ig. Dadurch werden die Samen geschützt, wenn sie aus der Frucht in Süß- oder Salzwasser fallen und von diesem fortgetragen werden ([[Hydrochorie]]). Die [[Chromosomen#Chromosomenzahl|Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 24.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Hennion, H. Couderc: &amp;#039;&amp;#039;Cytogenetical study of Pringlea antiscorbutica R. Br. and Ranunculus moseleyi Hook. f. from the Kerguelen Islands&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Antarctic Science]] 4/1, 1992, 57–58&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflanzen können ein Alter von acht oder mehr Jahren erreichen, in ihrer Größe und der Anzahl der Blütenstandsachsen sind die einzelnen [[Population (Biologie)|Populationen]] sehr variabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Klima ==&lt;br /&gt;
[[Datei:PringleaAntisorbuticaDistribution.jpg|mini|Verbreitung des Kerguelenkohls (rot)]]&lt;br /&gt;
Der Kerguelenkohl ist auf den [[Kerguelen]], den [[Crozetinseln]], [[Heard (Insel)|Heard]] sowie den [[Prinz-Edward-Inseln]] beheimatet&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Ducane Godman, Osbert Salvin: &amp;#039;&amp;#039;Biologia Centrali-Americana: Zoology, Botany and Archaeology&amp;#039;&amp;#039;, 1/4, 1879 [http://www.botanicus.org/page/597159 Online]&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist damit ein [[Endemit]] der phytogeographischen Zone der Kerguelen. Alle Inseln liegen 1.800 bis 4.800 Kilometer entfernt von bewohnten Kontinenten zwischen Südafrika, Westaustralien und der Antarktis im Süden des [[Indischer Ozean|Indischen Ozeans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prägend für die Inseln ist ihre Lage in den &amp;#039;&amp;#039;[[Roaring Forties]]&amp;#039;&amp;#039;, ganzjährig wehenden starken Winden aus westlicher Richtung, die unbeständiges Wetter, Regen und hohen Seegang verursachen und oft zu Stürmen werden. Das Klima ist hier kalt-ozeanisch, auf Heard, der südlichsten Insel des Verbreitungsgebietes, liegen die Temperaturen im Jahresmittel bei 1&amp;amp;nbsp;°C mit 1360 Millimeter Niederschlag an 276 Regentagen pro Jahr. Auf den Kerguelen liegt das Jahresmittel bei 4,6&amp;amp;nbsp;°C (schwankend zwischen 23&amp;amp;nbsp;°C und knapp über 0&amp;amp;nbsp;°C im Sommer und −5 bis −14&amp;amp;nbsp;°C im Winter) und die Niederschläge bei 674 Millimeter pro Jahr mit einer relativen Trockenheit im Sommer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pringlea antiscorbutica Mayes fake.jpg|mini|Population auf der Île Mayes (Kerguelen)]]&lt;br /&gt;
Die Flora der subantarktischen Inseln ist extrem artenarm. So kommen auf den Kerguelen 29 Pflanzenarten vor, auf Heard sogar nur zwölf. Der Kerguelenkohl ist an die extremen Bedingungen der subantarktischen Inseln angepasst. Die Wuchsorte der Pflanzen liegen im Gebirge und reichen bis in Küstennähe, wo sie salziger Gischt ausgesetzt sind. Diese erhöht mittelbar auch den Salzgehalt des Bodens, worauf die Pflanzen jedoch [[Ökologische Potenz|tolerant]] reagieren. Bevorzugte Standorte sind tiefgründige und durch [[Guano]] gedüngte Böden. Der Kerguelenkohl wächst meist vergesellschaftet mit &amp;#039;&amp;#039;[[Acaena magellanica]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Azorella selago]]&amp;#039;&amp;#039;, an den Küsten auch mit &amp;#039;&amp;#039;[[Leptinella plumosa]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei den meisten anderen Kreuzblütengewächsen, die durch Insekten bestäubt werden, überwiegt beim Kerguelenkohl die [[Selbstbestäubung]] (Autogamie), weil es auf den Inseln seines Verbreitungsgebietes aufgrund der starken Winde keine einheimischen fliegenden [[Insekten]] gibt. Eine Bestäubung durch den Wind wäre zwar theoretisch möglich, ist aber wohl von nur geringer Bedeutung, da sie neben hohen Populationsdichten schwache Winde und geringe Luftfeuchtigkeit voraussetzt, zwei Faktoren, die nur selten in diesen Breiten zu finden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kerguelenkohl ist die einzige Wirtsart einer auf den subantarktischen Inseln endemischen, flügellosen [[Stelzenfliegen]]art, &amp;#039;&amp;#039;[[Calycopteryx mosleyi]]&amp;#039;&amp;#039;. Da sie vom Vorkommen des Kerguelenkohls abhängig ist, sind auch ihre Bestände deutlich zurückgegangen.&amp;lt;ref&amp;gt;David K. McAlpine: &amp;#039;&amp;#039;Review of the Australian stilt flies (Diptera: Micropezidae) with a phylogenetic analysis of the family&amp;#039;&amp;#039; In: Invertebrate Taxonomy 12, 1998, 57&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Die Aussetzung von Kaninchen auf den Kerguelen 1874 „erwies sich als ein Desaster für dieses empfindliche und unterentwickelte Ökosystem“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;„has proved a disaster for this sensitive, depauperate ecosystem“&amp;#039;&amp;#039;, J.-L. Chapuis et al. 2000, S. 196&amp;lt;/ref&amp;gt; und führte zu einem extremen Rückgang der dortigen Vegetation. Insbesondere die ursprünglich weitverbreitete und für [[Sturmvögel]] als Nistplatz wichtige Pflanzengesellschaft aus dem Kerguelenkohl und &amp;#039;&amp;#039;Azorella selago&amp;#039;&amp;#039; wich seither im Süden der Hauptinsel und auf neun weiteren Inseln monotypischen Beständen von &amp;#039;&amp;#039;Acaena magellanica&amp;#039;&amp;#039;. Der Kerguelenkohl wurde in Bereiche zurückgedrängt, die für Kaninchen unzugänglich sind und kommt auf den Kerguelen heute nur noch verstreut auf einigen wenigen Halbinseln vor. Mitte der 1990er wurde mit der Planung der Wiederherstellung der ursprünglichen Vegetation der Kerguelen begonnen, in Testläufen konnten zuvor auf drei kleinen Inseln die Kaninchen ausgerottet werden, durch angeschwemmte Samen siedelte sich daraufhin der Kerguelenkohl wieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Marion Island bedrohen die [[Kohlschabe]] (&amp;#039;&amp;#039;Plutella xylostella&amp;#039;&amp;#039;), die [[Grauschimmelfäule]] (&amp;#039;&amp;#039;Botrytis cinerea&amp;#039;&amp;#039;) sowie die [[Mittelmeer-Ackerschnecke]] (&amp;#039;&amp;#039;Deroceras panormitanum&amp;#039;&amp;#039;) die Bestände. All diese Arten wurden eingeschleppt.&amp;lt;ref&amp;gt;F. J. Kloppers: &amp;#039;&amp;#039;First Report of Botryotinia fuckeliana on Kerguelen Cabbage on the Sub-Antarctic Marion Island.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Plant Disease&amp;#039;&amp;#039; 82/6, 1998, 710 [http://apsjournals.apsnet.org/doi/abs/10.1094/PDIS.1998.82.6.710A Online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit hat die [[globale Erwärmung]], die die subantarktischen Inseln verhältnismäßig stark trifft, zu einer deutlichen Temperaturerhöhung sowie einer Verringerung der Niederschläge geführt. Diese Veränderungen haben den Rückgang der Bestände der feuchtigkeitsliebenden Art vor allem in bereits etwas trockeneren Gebieten weiter vorangetrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefährdet war und ist die Art auf Heard. Sie ist die einzige der subantarktischen Inseln, auf der es keine eingeführten Tier- oder Pflanzenarten gibt. Die durch den Klimawandel ausgelösten Veränderungen sind für die Flora hier vorteilhaft, da sich die Gletscher, die derzeit noch die größten Teile der Insel einnehmen, zurückziehen und das von den Pflanzen bewohnbare Gebiet kontinuierlich größer wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Eintrag zur Flora von Heard Island auf der „Heard Island and McDonald Islands“-Website der &amp;#039;&amp;#039;Australian Antarctic Division&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.heardisland.aq/nature/plants/vascular/index.html |wayback=20080209015528}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Zur Hochzeit der Jagd auf Wale, Robben und Pinguine auf den Kerguelen zwischen 1800 und 1870 galt der Kerguelenkohl den dort aktiven Schiffsbesatzungen wegen seiner Wirkung gegen [[Skorbut]] als „unschätzbares“&amp;lt;ref&amp;gt;J. Lindley, T. Moore: &amp;#039;&amp;#039;The Treasury of Botany&amp;#039;&amp;#039;, 1876, zitiert nach: John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany, 42, 1988, 288-291&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemüse. Der Kerguelenkohl verlor jedoch bereits im 19. Jahrhundert an Bedeutung als Lebensmittel und Antiskorbutikum.&lt;br /&gt;
[[Datei:Pringlea antiscorbutica.JPG|mini|Blattrosette]]&lt;br /&gt;
Spätere Untersuchungen bestätigten den hohen Vitamin-C-Gehalt, auf je 100&amp;amp;nbsp;g beträgt er in den Herzblättern 121 bis 190&amp;amp;nbsp;mg (vergleichbar mit [[Rosenkohl]] oder [[Petersilie]]), bei den äußeren Blättern 63 bis 112&amp;amp;nbsp;mg. Auch die Rhizome enthalten Vitamin C, je nach Alter zwischen 3 und 126&amp;amp;nbsp;mg.&amp;lt;ref&amp;gt;H. H. Hatt: &amp;#039;&amp;#039;Vitamin C content of an old antiscorbutic: The Kerguelen cabbage.&amp;#039;&amp;#039; Nature [London] 164, 1949, 1081–82, zitiert nach: Zeitschrift für Lebensmitteluntersuchung und -Forschung Bd. 94/6, 1952, 432–436&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historische Berichte zum Geschmack – wie auch jene gelegentlicher späterer Besucher – attestieren dem Kerguelenkohl den „wässrig-säuerlichen Geschmack antiskorbutischer Pflanzen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cook&amp;quot;&amp;gt;J. Cook, J. King: &amp;#039;&amp;#039;A voyage to the Pacific Ocean&amp;#039;&amp;#039;, 1784, zitiert nach: John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany 42, 288-291, 1988&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Konsistenz der rohen Blätter wird als „flauschig (wie [[Flanell]])“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Young&amp;quot;&amp;gt;S.B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Vascular Flora of the Kerguelen Islands.&amp;#039;&amp;#039; In: Antarctic Journal 6/4, 110-111, zitiert nach: John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany 42, 1988, 288-291&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben, ihr Geschmack als „stark und bitter […], ähnlich dem stärksten Meerrettich“.&amp;lt;ref&amp;gt;R. R. Du Baty: &amp;#039;&amp;#039;Fifteen Thousand Miles in a Ketch.&amp;#039;&amp;#039; London, 1911, zitiert nach: John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany 42, 1988, 288-291&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des Kochens färben die Blätter das Wasser dunkelgelb, was das Essen „unappetitlich“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Young&amp;quot; /&amp;gt; und einen Wasserwechsel erforderlich macht, danach seien die Blätter „faserig“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Young&amp;quot; /&amp;gt;, aber essbar. Cook schrieb, die „ätherischen Öle gäben einen eigentümlichen Geschmack, welcher der Mehrheit der Offiziere wie auch der Crew nicht ungefällig gewesen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cook&amp;quot;/&amp;gt; sei. Von der US-amerikanischen [[Venustransit]]-Expedition 1874–75 wird berichtet, dass die Blätter des Kerguelenkohls von Mensch und Tier „mit Behagen“&amp;lt;ref&amp;gt;Jerome Henry Kidder: &amp;#039;&amp;#039;Contributions to the Natural History of Kerguelen Island in Connection with the United States Transit-of-Venus-Expedition 1874–75.&amp;#039;&amp;#039; In: Bulletin U.S. Natural Museum 3, 1-122, zitiert nach: John W. Thieret, Steven B. Young: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Economic Plants - The Kerguelen-cabbage, Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae)&amp;#039;&amp;#039;. In: Economic Botany 42 1988, 288-291&amp;lt;/ref&amp;gt; gegessen worden seien. Auch das Rhizom ist essbar und ähnelt im Geschmack dem [[Meerrettich]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notes&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach aktuellen Untersuchungen könnte der Kerguelenkohl als kommerziell verwertbares Gemüse verwendet werden, sowohl in geschmacklicher Richtung als auch bezüglich seines Nährwertes. „Dieses Gemüse hat deutliches Potential und verdient weitere Untersuchungen, einschließlich Feldversuchen an kühlen Standorten und toxikologischer Studien.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;„This crop has significant potential and deserves further investigation, including field growth trials in a cool location, and toxicological studies.“&amp;#039;&amp;#039;, Iain Dawson: &amp;#039;&amp;#039;New Salad &amp;amp; Vegetable Crops From Australia’s sub-Antarctic Islands&amp;#039;&amp;#039;, Rural Industries Research and Development Corporation, 1998, ISBN 0-642-57857-5, S. vii, {{Webarchiv |url=http://www.rirdc.gov.au/reports/NPP/ANC-2A.doc |text=Online (DOC) |wayback=20071026062423}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erste Versuche, die Pflanze außerhalb der Kerguelen nachzuziehen, erfolgten bereits 1927 und wurden seither immer wieder unternommen. Späteren Untersuchungen zufolge ist der Kerguelenkohl jedoch stark auf die spezifischen ökologischen Bedingungen seiner Heimat angewiesen und nur wenig tolerant auf Abweichungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karri Horton Hartley, Paul L. Guy, Janice M. Lord |Titel=A tale of two species: Pringlea antiscorbutica and Azorella polaris , sub-Antarctic scurvy remedies |Sammelwerk=Polar Record |Band=60 |Datum=2024 |DOI=10.1017/S0032247424000019 |Seiten=5-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Art wurde 1776 auf der dritten Reise von [[James Cook]] vom Schiffsarzt [[William Anderson (Naturforscher)|William Anderson]] auf den Kerguelen entdeckt, der sie 1785 [[Erstbeschreibung|erstbeschrieb]]. [[Joseph Dalton Hooker]] platzierte sie in eine separate, [[monotypisch]]e Gattung. Der Gattungsname ehrt Sir [[John Pringle]], den damaligen Präsidenten der [[Royal Society]] und Pionier der Militärmedizin, der sich auf Grund einer –&amp;amp;nbsp;aus heutiger Sicht falschen&amp;amp;nbsp;– „Fermentationstheorie“ intensiv um die Bekämpfung des Skorbut bemüht hatte&amp;lt;ref name=&amp;quot;Notes&amp;quot; /&amp;gt;. Das Art-[[Epitheton]] verweist explizit auf den Gebrauch als Mittel gegen Skorbut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Kreuzblütler wird die Gattung in die Tribus &amp;#039;&amp;#039;[[Thelypodieae]]&amp;#039;&amp;#039; eingeordnet, mit dem eigentlichen [[Kohl]], der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Brassica&amp;#039;&amp;#039;, ist der Kerguelenkohl nicht direkt verwandt. Die Art entwickelte sich wahrscheinlich im späten [[Miozän]] bzw. frühen [[Pliozän]] aus einer Vorgängerart, die in Südamerika beheimatet war.&amp;lt;ref&amp;gt;sciencedirect.com: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1055790312002801 Phylogeny and colonization history of Pringlea antiscorbutica (Brassicaceae), an emblematic endemic from the South Indian Ocean Province - ScienceDirect]&amp;#039;&amp;#039;, Zugriff am 26. August 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweise ==&lt;br /&gt;
* Agnès Schermann-Legionnet, Françoise Hennion, Philippe Vernon, Anne Atlan: &amp;#039;&amp;#039;Breeding system of the subantarctic plant species Pringlea antiscorbutica R. Br. and search for potential insect pollinators in the Kerguelen Islands.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Polar Biology&amp;#039;&amp;#039; 30, 2007, 1183–1193. {{ISSN|0722-4060}}&lt;br /&gt;
* Irène Hummel, Frédéric Quemmerais, Gwenola Gouesbet, Abdelhak El Amrani, Yves Frenot, Françoise Hennion, Ivan Couée: &amp;#039;&amp;#039;Characterization of environmental Stress Responses during early Development of Pringlea antiscorbutica in the Field at Kerguelen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;New Phytologist&amp;#039;&amp;#039; 162/3 2004, 705–715. {{ISSN|0028-646x}}&lt;br /&gt;
* Jean-Louis Chapuis, Françoise Hennion, Véronique Le Roux, Joseph Le Cuziat: &amp;#039;&amp;#039;Growth and reproduction of the endemic cruciferous species Pringlea antiscorbutica in Kerguelen Islands.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Polar Biology&amp;#039;&amp;#039; 23, 2000, 196–204. {{ISSN|0722-4060}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Pringlea antiscorbutica|Kerguelenkohl (&amp;#039;&amp;#039;Pringlea antiscorbutica&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Exzellent|26. April 2008|45330031}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzblütengewächse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hanzlan</name></author>
	</entry>
</feed>