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	<title>Kenning - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T19:52:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kenning&amp;diff=119649&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Heebi: Redundanz, Ethymologie folgt im nächsten Abschnitt</title>
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		<updated>2026-04-12T07:27:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Redundanz, Ethymologie folgt im nächsten Abschnitt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
Als eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kenning&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (altnordische Aussprache: [cʰɛnːɪŋg], moderne isländische Aussprache: [cʰɛnːiŋk], Plural &amp;#039;&amp;#039;Kenningar&amp;#039;&amp;#039;) wird in der altgermanischen, besonders der altisländischen [[Stabreim]]&amp;amp;shy;dichtung ([[Edda]], [[Skalde]]n) das Stilmittel einer poetischen Umschreibung ([[Paraphrase (Sprache)|Paraphrase]]) einfacher Begriffe bezeichnet. Im Gegensatz zur eingliedrigen [[Heiti]], etwa der [[Metapher]] vergleichbar, ist die Kenning eine mehrgliedrige bildhafte Beschreibung, die sich aus einfachen Wörtern zusammensetzt. Kenningar werden meist mit der [[altnordisch]]en, später [[Island|isländischen]] und [[altenglisch]]en Dichtung in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort stammt vom [[Altnordische Sprache|altnordischen]] Verb „kenna“ und bedeutet „kennen, erkennen, wahrnehmen, fühlen, zeigen, lehren“. Es kommt im Englischen noch in Begriffen wie „uncanny“ mit der Bedeutung „unnatürlich, unheimlich, übernatürlich“ vor. Altnordisch „kenna“, schwedisch „känna“, dänisch „kende“, norwegisch „kjenne“ oder „kjenna“ mit der Bedeutung „fühlen, kundtun, erkennen, kennen“ entspricht altenglisch „cennan“, altfriesisch „kenna“ oder „kanna“, altsächsisch „(ant)kennian“, mittelniederländisch und niederländisch „kennen“, althochdeutsch „chennan“, mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch „kennen“, gotisch „kannjan“ mit der Bedeutung „bekanntmachen“ von protogermanisch „*kannjanan“ (kausatives jan-Verb).&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.dwds.de/wb/kennen#et-1. Abgerufen am 20. Mai 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau ==&lt;br /&gt;
Man unterteilt eine Kenning prinzipiell in Grundwort (&amp;#039;&amp;#039;Stofnorð&amp;#039;&amp;#039;) und Bestimmungswort (&amp;#039;&amp;#039;Kenniorð&amp;#039;&amp;#039;), wobei beide Teile aus mehr als einem Wort bestehen dürfen. Das Grundwort ersetzt den zu umschreibenden Begriff durch ein nur bedingt zutreffendes Wort (z.&amp;amp;nbsp;B. „Baum“ für „Mann“). Erst das Bestimmungswort (z.&amp;amp;nbsp;B. „Kampf“) lenkt auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes zurück und hebt damit gleichzeitig diese Eigenschaft hervor. So wird der Mann zum &amp;#039;&amp;#039;Kampfbaum&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Die Kenningar der altnordischen [[Preislied]]er erscheinen in ihrer Häufung und der sprachlichen Kühnheit ihrer Vergleiche dem nicht Eingeweihten gekünstelt, riefen aber beim aristokratischen Publikum ein Vorwissen an [[Mythos|Mythen]]- und [[Sage]]n&amp;amp;shy;stoffen wach. [[Epos|Epische]] [[Genre]]s wie [[Heldendichtung]] und [[Erzähllied]] nutzen die Kenning nicht. Sie wurde von der westgermanischen Dichtung übernommen, hier meist in Verbindung mit der [[Alliteration]], und ist teilweise noch heute in der dichterischen Sprache produktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Rechtfertigung der Kenningar schrieb [[Jorge Luis Borges]] in einem Essay: „Das Bildzeichen Schulterblatt ist seltsam; doch nicht weniger seltsam ist der Arm des Menschen. Stellt man ihn sich als ein zweckloses Bein vor, das die Ärmellöcher der Weste ausstößt und das sich in fünf Zehen von peinlicher Länge auffasert, so wird man plötzlich gewahr, wie von Grund aus seltsam er ist. Die Kenningar diktieren uns dieses Erstaunen; sie lassen uns erstaunen über die Welt. Sie können zu jener hellen Verblüffung anleiten, die der Metaphysik einziger Ehrentitel, ihr Lohn und ihre Quelle ist.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
* „Lindwurmlager“ für Gold&lt;br /&gt;
* „Thing [= Versammlung] der Waffen“ für Kampf&lt;br /&gt;
* „Walstraße“ für Meer&lt;br /&gt;
* „Wellenross“ für Schiff&lt;br /&gt;
* „Wundbiene“ für Pfeil&lt;br /&gt;
* „Himmelskerze“ für Sonne&lt;br /&gt;
* „Schwanenstraße“ für Fluss oder See&lt;br /&gt;
* „Bienenwolf“ ([[Beowulf]]) für Bär&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige der von Borges in seinem Essay &amp;#039;&amp;#039;Die Kenningar&amp;#039;&amp;#039; (Übersetzt von Karl August Horst und Gisbert Haefs, enthalten in dem Band &amp;#039;&amp;#039;Niedertracht und Ewigkeit&amp;#039;&amp;#039;) aufgelisteten Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ersten Grades (nur ein Wort)&lt;br /&gt;
* „Bogenstärke“ für Arm&lt;br /&gt;
* „Brauenmonde“ für Augen&lt;br /&gt;
* „Lidersterne“ für Augen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Seewald&amp;quot;&amp;gt;Franz Seewald: &amp;#039;&amp;#039;Skalden Sagas&amp;#039;&amp;#039;, Insel Verlag 1981&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Stirnmonde“ für Augen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Seewald&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Kinnbackenwald“ für Bart&lt;br /&gt;
* „Schwertwasser“ für Blut&lt;br /&gt;
* „Lauchtrunkschenkin“ für Bringerin des Mets&amp;lt;ref name=&amp;quot;Seewald&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Dunstroß“ für Erde&lt;br /&gt;
* „Tempelwolf“ für Feuer&lt;br /&gt;
* „hölzernes Pferd“ für Galgen&lt;br /&gt;
* „Bronze der Zwietracht“ für Gold&lt;br /&gt;
* „Schulterklippe“ für Kopf&lt;br /&gt;
* „Rabenwonne“ für Krieger&lt;br /&gt;
* „Kampfgänse“ für Pfeile&lt;br /&gt;
* „Schwertersturm“ für Schlacht&lt;br /&gt;
* „Taschenschnee“ für Silber&lt;br /&gt;
* „Wolfsweizen“ für einen Toten&lt;br /&gt;
* „Kummertau“ für Tränen&lt;br /&gt;
* „Riffe der Worte“ für Zähne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiten Grades (aus einem einfachen Grundwort und einer Kenning gebildet)&lt;br /&gt;
* „Der Weizen der rotleibigen Schwäne“ für Leichnam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritten Grades (nur durch die damalige Mythologie zu erklärende Kenningar)&lt;br /&gt;
* „Das Verderben der Zwerge“ für Sonne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Beispiele ==&lt;br /&gt;
* „Brüllbesen“ für Staubsauger&lt;br /&gt;
* „Drahtesel“ für Fahrrad&lt;br /&gt;
* „[[Feuerwasser]]“ für stark alkoholisches Getränk&lt;br /&gt;
* „Feuerstuhl“ für Motorrad&lt;br /&gt;
* „Feuerross“ für Dampflokomotive&lt;br /&gt;
* „[[Gesichtserker]]“ für Nase&lt;br /&gt;
* „Stubentiger“ für Hauskatze&lt;br /&gt;
* „Liebesgrotte“ für Vagina&lt;br /&gt;
* „Zeiteisen“ für Uhr&lt;br /&gt;
* „Nasenfahrrad“ für Brille&lt;br /&gt;
* „[[In Stahlgewittern|Stahlgewitter]]“ für Schlacht&lt;br /&gt;
* „Rentner-Bravo“ für [[Apotheken Umschau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mündliche Überlieferung]]&lt;br /&gt;
* [[Metonym]] – Verwendung eines Begriffs sinnbildlich für einen anderen; manche Kennings beinhalten Metonyme&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bjarne Fidjestøl: &amp;#039;&amp;#039;Kenningsystemet: Forsøk på ein lingvistisk analyse&amp;#039;&amp;#039;. In: Maal og Minne [[1974]], S. 5–50&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Meißner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kenningar der Skalden. Ein Beitrag zur skaldischen Poetik&amp;#039;&amp;#039;. Schroeder, Bonn/Leipzig [[1921]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Simek]], [[Hermann Pálsson]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der altnordischen Literatur&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 490). Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-49001-3.&lt;br /&gt;
* [[Jorge Luis Borges]]: Essay &amp;#039;&amp;#039;Die Kenningar&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Niedertracht und Ewigkeit&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer Verlag [[1991]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Kenning}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altnordische Dichtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Heebi</name></author>
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