<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kemak</id>
	<title>Kemak - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Kemak"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kemak&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T02:01:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kemak&amp;diff=614022&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jesi: /* Atsabe-Kemak */ BKL-Link</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kemak&amp;diff=614022&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-10T16:13:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Atsabe-Kemak: &lt;/span&gt; BKL-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit der Ethnie der Kemak. Für ihre Sprache siehe [[Kemak (Sprache)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Atsabe--o bazar 3.jpg|mini|Kemak auf dem Markt in Atsabe 1968/70]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kemak&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Ema&amp;#039;&amp;#039;, port.:&amp;#039;&amp;#039;Quémaque&amp;#039;&amp;#039;) sind eine Ethnie mit über 69.000 Mitgliedern im Norden von [[Timor|Zentraltimor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiet ==&lt;br /&gt;
Zum größten Teil leben die Kemak in den [[osttimor]]esischen [[Verwaltungsamt (Osttimor)|Verwaltungsämtern]] [[Atabae (Verwaltungsamt)|Atabae]], [[Cailaco]], [[Maliana (Verwaltungsamt)|Maliana]] ([[Gemeinde (Osttimor)|Gemeinde]] [[Bobonaro (Gemeinde)|Bobonaro]], 39.000 Kemak), [[Hatulia]] und [[Atsabe (Verwaltungsamt)|Atsabe]] (Gemeinde [[Ermera (Gemeinde)|Ermera]], 18.500 Kemak), teils aber auch in der Gemeinde [[Cova Lima]] (2.100) und im [[Indonesien|indonesischen]] Regierungsbezirk ([[Kabupaten]]) [[Belu (Regierungsbezirk)|Belu]]. Nach der Volkszählung von 2015 sprechen 68.995 Osttimoresen [[Kemak (Sprache)|Kemak]] als Muttersprache.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cen2015&amp;quot;&amp;gt;[[Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste|Direcção-Geral de Estatística]]: [http://www.statistics.gov.tl/category/publications/census-publications/2015-census-publications/ &amp;#039;&amp;#039;Ergebnisse der Volkszählung von 2015&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 23. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1970 waren es 45.084.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BRC&amp;quot;&amp;gt;Brigitte Renard-Clamagirand: &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=6u_ehrdQ6IcC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=gbs_ViewAPI&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Marobo, Une Sociiti Ema de Timor Central. Priface de G. Condominas Ase12 (Langues Et Civilisations de L&amp;#039;Asie Du Sud-Est Et Du Monde In)]&amp;#039;&amp;#039;, 1982, ISBN 978-2-85297-123-3 (französisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Sprachen Osttimors.png|Die größten Sprachgruppen in den Sucos Osttimors.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.mof.gov.tl/about-the-ministry/statistics-indicators/sensus-fo-fila-fali/download-suco-reports/?lang=en |text=Statistisches Amt Osttimors, Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos |wayback=20120123004945}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Kemak.png|Anteil von Kemak-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Geschichte Osttimors}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Atsabe-Kemak ===&lt;br /&gt;
[[Leimea]] und [[Laclo (Atsabe)|Laclo]] (in [[Atsabe (Verwaltungsamt)|Atsabe]]) werden in mündlichen Überlieferungen als Ursprung der Kemak bezeichnet, allerdings wurde noch vor der Kolonialzeit [[Tiarlelo]] in Atsabe das kulturelle und politische Zentrum, da dort der Koronel bote ([[Tetum (Sprache)|Tetum]]: [[Liurai]]) lebte. Die Koronel bote dieser Familie werden aber in einigen mündlichen Überlieferungen als [[Usurpation|Usurpatoren]] bezeichnet, welche die Herrschaft von Laclo und Leimea übernahmen. Die Atsabe-Kemak dominierten die gesamten von den Kemak bewohnten Gebiete in Osttimor. Das betraf neben der Region von Atsabe, die Kemak-Reiche [[Deribate]] und Leimea in Ermera und tributpflichtige Gebiete im Norden des heutigen [[Bobonaro (Gemeinde)|Bobonaro]], im nördlichen [[Ainaro (Gemeinde)|Ainaro]] und im Gebiet von [[Suai]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot;&amp;gt;[http://www.jstor.org/discover/10.2307/20072713?uid=3737864&amp;amp;uid=2129&amp;amp;uid=2&amp;amp;uid=70&amp;amp;uid=4&amp;amp;sid=21103327209711 Andrea K. Molnar: &amp;#039;&amp;#039;Died in the service of Portugal&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kemak-Reiche standen wiederum unter der Oberhoheit des [[Tokodede]]-Reichs von [[Maubara (Verwaltungsamt)|Maubara]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;DK300&amp;quot; details=&amp;quot;S. 55 &amp;amp; 188.&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Douglas Kammen |Titel=Three Centuries of Conflict in East Timor |Verlag=Rutgers University Press |Datum=2019-12-31 |ISBN=978-0-8135-7412-7 |Online=https://www.degruyter.com/document/doi/10.36019/9780813574127/html |Abruf=2025-11-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits in einer Version der Legende der Gründung Maubaras werden die Herrscher von [[Mau-Ubo]] (Mahubo) und der Kemak aus Atsabe, Leimea, Deribate als untergeordnete Herrscher aufgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DK300&amp;quot; details=&amp;quot;S. 186.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:16786 - Atsabe.jpg|mini|Ein Kemak-Paar aus [[Atsabe (Verwaltungsamt)|Atsabe]] aus dem [[Álbum Fontoura]] (um 1940)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Atsabe--o bazar-5 (retouched).jpg|mini|Markttag in [[Atsabe]] (1968/70)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1966 Atsabe.jpg|mini|Mann in Atsabe (1966)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Atsabe--Chapéus de chuva B.jpg|mini|Regenschirme ({{tetS|saluric}}) in Atsabe (1968/70)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kleine Kemak-Reich von [[Marobo]] hatte eine periphere Lage, weswegen die Kemak sich dort über Generationen mit den benachbarten [[Bunak]] vermischten. Atsabe war Teil des komplexen Bündnissystems durch Rituale, Heirat und Handel, welches das [[Tetum]]-Reich von [[Wehale]] mit seiner Hauptstadt [[Laran (Malaka Tengah)|Laran]] geknüpft hatte. Laran war gleichzeitig das spirituelle Zentrum der gesamten Insel. Neben Tetum und Kemak waren auch Bunak und die [[Mambai]] von [[Aileu]] Teil dieses Bündnissystems. Zusammen mit dem Osten der Insel nannten die Portugiesen dieses Gebiet Belu (auch Belos oder Behale).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut der mündlichen Überlieferungen kamen die Atsabe-Kemak selbst erst relativ spät unter [[Portugiesische Kolonialgeschichte|portugiesische Kolonialherrschaft]]. Ein Grund könnte die weit reichende Zerstreuung der Einwohner und die Unwegsamkeit der bergigen Landschaft gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt; Ein weiterer Grund könnte die Vasallenschaft zu Maubara gewesen sein, das selbst mit den [[Niederlande|Niederländern]] verbündet war. Erst 1861 erhielt Portugal die Herrschaft über Maubara und damit über seine Vasallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DK300&amp;quot; details=&amp;quot;S. 57–58.&amp;quot; /&amp;gt; Erst im 19. Jahrhundert sollen [[Portugal|portugiesisch]]-[[angola]]nische Truppen erstmals in das Gebiet von Atsabe eingedrungen sein. Der damalige &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; Dom Tomas widersetzte sich den Invasoren. Dom Tomas wurde jedoch besiegt und musste nach [[Atambua]] im Westen Timors fliehen. Portugiesische Quellen erwähnen tatsächlich erst Mitte des 19. Jahrhunderts das Reich von Atsabe und den dortigen Liurai. Die Atsabe-Herrscher standen im Ruf besonders dazu zu neigen gegen die Kolonialherren und ihre Anwesenheit aufzubegehren. Zwei von Dom Tomas Enkeln, Nai Resi und Nai Sama kämpften später um die Macht. Während Nai Resi sich gegen die portugiesischen Kolonialherren wandte, unterstützte Nai Sama die Portugiesen. Nai Sama wurde schließlich von seinen eigenen Männern hingerichtet, während Nai Resi von den Portugiesen in [[Hatulia]] gefangen genommen und ebenfalls hingerichtet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Widerstand gegen die Portugiesen gescheitert war, akzeptierten die Atsabe-Kemak die Gouverneure in ihrer Hierarchie als höhergestellt, mit einer größeren Armee und heiligen Männern, den katholischen Priestern, mit einem größeren &amp;#039;&amp;#039;Luli&amp;#039;&amp;#039;. Die [[Flagge Portugals|Flagge der Portugiesen]] und selbst der Fahnenmast wurden als heilige Objekte angesehen. Die als Verwalter Portugals bestätigten &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; wurden durch Übergabe der Flagge erneut legitimiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akzeptanz der Kemak für den eingeführten Katholizismus hing eng mit ihrem Verständnis von der personifizierten Heiligkeit zusammen. Man sah die importierte Heiligkeit als stärkere Erweiterung der lokalen, traditionell existierenden &amp;#039;&amp;#039;Luli&amp;#039;&amp;#039;. Den katholischen Priestern wurde Land zum Bau von Kapellen überlassen und die Missionierung gestattet. Weniger aufgrund von Freundlichkeit oder aufgrund erfolgreicher Konvertierung, als aus dem Kalkül heraus, so die eigenen spirituellen Kräfte steigern zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nai Resis Sohn [[Siprianu|Dom Siprianu]] wurde 1912 &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; von Atsabe. Während der [[Schlacht um Timor|japanischen Besetzung Timors]] leisteten er und die Bevölkerung von Atsabe passiven Widerstand. Siprianu wurde daher zusammen mit sechs Verwandten von den [[Japan]]ern als Geisel genommen und später hingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das portugiesische Bildungssystem der herrschenden Schicht vorbehalten war, konnte sie sich auch die führenden Posten in der kolonialen Administration sichern. Gleiches galt später während der indonesischen Besatzungszeit, wobei die Grenzen von [[Kollaboration]] und scheinbare Mitarbeit zum Schutze der eigenen Bevölkerung fließend waren. Auch der osttimoresische Widerstand fand hier teilweise Unterstützung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn von Siprianu und letzte &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; von Atsabe, [[Guilherme Gonçalves|Dom Guilherme Maria Gonçalves]], war 1974 ein Mitbegründer der pro-indonesischen Partei [[Associação Popular Democrática Timorense|APODETI]], die den Anschluss Osttimors an Indonesien forderte. Während der indonesischen Besatzung war Dom Guilherme zwischen 1978 und 1982 der indonesische Gouverneur von [[Timor Timur]]. Später distanzierte er sich von Indonesien und ging ins portugiesische Exil. Nachdem sich die Bevölkerung Osttimors in einem Referendum 1999 für die Unabhängigkeit von Indonesien ausgesprochen hatte, griffen pro-indonesische Milizen Familienmitglieder und Verbündete des &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; an. Als Gründe werden einmal die Unterstützung der Unabhängigkeitsbewegung durch den &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; vermutet, andererseits aber auch Neid auf wirtschaftlichen Wohlstand der Familie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Died&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Kemakgruppen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:2022-06-19 Purugua.jpg|mini|Bewohner von [[Purugua]] (2022)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert wurde Leimea als ein großes Reich beschrieben, das Wachs und [[Sandelholzbaum|Sandelholz]] produzierte. 1710 und 1727 zahlte es an die Portugiesen jeweils einen Tribut von 200 [[Pardau]]. 1733 entsandte Leimea an die portugiesische Siedlung in [[Lifau]] achtzig &amp;#039;&amp;#039;Picos&amp;#039;&amp;#039; Proviant und 20 Mann für die Garnison. Leimea beteiligte sich zumindest zeitweise an der [[Cailaco-Rebellion]] (1719–1769) gegen die [[Portugal|portugiesische]] Kolonialmacht. Danach unterstützten sie wieder die Portugiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoT&amp;quot; details=&amp;quot;S. 49.&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://pascal.iseg.utl.pt/~cesa/History_of_Timor.pdf |wayback=20090324213447 |text=Geoffrey C. Gunn: &amp;#039;&amp;#039;History of Timor&amp;#039;&amp;#039; }} – [[Technische Universität Lissabon]] (PDF-Datei; 805 kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr [[Rebellionen in Portugiesisch-Timor (1860–1912)#Die Rebellion in Vemasse, Lermean und Sanirin|1867 erhob sich Leimea]] gegen die portugiesische Kolonialmacht. Gouverneur [[Francisco Teixeira da Silva]] (1865–1869) schlug den Widerstand in einem ungleichen Kampf nieder. In der 48 Stunden dauernden entscheidenden Schlacht mussten sich die Rebellen gegen eine an Feuerkraft überlegene Übermacht wehren. 15 Dörfer wurden eingenommen und niedergebrannt. Die Anzahl der Opfer unter den Timoresen ist nicht bekannt, die Portugiesen bezifferten ihre eigenen Verluste mit zwei Toten und acht Verwundeten. Das Territorium Leimeas wurde auf die benachbarten Reiche aufgeteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoT&amp;quot; details=&amp;quot;S. 86.&amp;quot; /&amp;gt; Allerdings scheint Leimea wieder als Reich entstanden zu sein, denn 1883 wurde das Reich unter Gouverneur [[Bento da França Pinto de Oliveira]] (1882–1883) zur &amp;#039;&amp;#039;3º Comando militar de [[Maubara]]&amp;#039;&amp;#039; zugeordnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;150 Anos&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://mosun.blogs.sapo.tl/4460.html |wayback=20160511191510 |text=150 Anos da criação de distritos em Timor }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Carlos Filipe Ximenes Belo]] soll Leimea erst unter Gouverneur [[José Celestino da Silva]] (1894–1908) wegen seiner andauernden Beteiligung an Aufständen endgültig aufgeteilt worden sein. [[Leimea Leten]] („Ober-Leimea“)&amp;#039; kam zu Atsabe und [[Catraileten]] („Ober-Catrai“) zu [[Letefoho (Verwaltungsamt)|Letefoho]]. [[Leimea-Craic]] („Unter-Leimea“) und [[Leimea-Sarinbalo]] befinden sich heute im Verwaltungsamt Hatulia.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Belo&amp;quot;&amp;gt;[[Carlos Filipe Ximenes Belo]]: &amp;#039;&amp;#039;Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos)&amp;#039;&amp;#039;, S. 131–132, Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;JdR&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.jornal.gov.tl/public/docs/2009/serie_1/serie1_no33.pdf |text=Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 |wayback=20100203110707}} (portugiesisch; PDF; 323&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1868 entsandten die Portugiesen eine Streitmacht nach [[Sanirin]] &amp;#039;&amp;#039;(Sanir, Saniry)&amp;#039;&amp;#039; in der Militärkommandantur [[Batugade]], dessen Liurai sich weigerte, Steuern zu bezahlen. Die Kemak von Sanirin waren offiziell [[Balibo (Verwaltungsamt)|Balibo]] tributpflichtig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoT86&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://pascal.iseg.utl.pt/~cesa/History_of_Timor.pdf |text=Geoffrey C. Gunn: &amp;#039;&amp;#039;History of Timor&amp;#039;&amp;#039;, S. 86. |wayback=20090324213447 |archiv-bot=2019-04-22 18:33:17 InternetArchiveBot}} – [[Technische Universität Lissabon]] (PDF-Datei; 805 kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen [[Rebellionen in Portugiesisch-Timor (1860–1912)#Der Krieg von Manufahi|1894 und 1897 rebellierten]] mehrere Reiche im Westen der portugiesischen Kolonie. In der Strafaktion der Portugiesen wurden mehrere Kemak-Reiche, wie [[Sanirin]], [[Cotubaba]] und [[Deribate]] praktisch ausgelöscht. Tausende Bewohner flohen in das niederländische Westtimor und ließen sich dort in Belu ieder. Weitere folgten in den Jahren zwischen 1900 und 1912. Untersuchungen gehen von mindestens 12.000 Flüchtlingen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Damaledo&amp;quot;&amp;gt;Andrey Damaledo: &amp;#039;&amp;#039;Divided Loyalties: Displacement, belonging and citizenship among East Timorese in West Timor&amp;#039;&amp;#039;, ANU press, 2018, {{Google Buch |BuchID=ld90DwAAQBAJ |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion und Sozialstruktur ==&lt;br /&gt;
{{Anker|Religion und Sozialstruktur}}&lt;br /&gt;
[[Datei:2016-04-01 Sanirin 2.jpg|mini|Mann aus [[Sanirin]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die anderen Volksgruppen Osttimors sind die Kemak heute weitgehend Anhänger des [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] Glaubens. So sind im Verwaltungsamt Atsabe fast alle Einwohner Katholiken. Er verbreitete sich besonders während der [[Indonesien|indonesischen]] Besatzungszeit (1975–1999) als Abgrenzung zu den mehrheitlich [[Islam|muslimischen]] Invasoren. Die Kirche bot Schutz, kritisierte das brutale Vorgehen der Besatzer und stellte ein Mittel zum friedlichen Protest dar. Besonders ausgeprägt ist die [[Marienverehrung]], die sich gerade in kleinen Orten durch eine Vielzahl von Marienstatuen in Kirchen und Grotten zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem lassen sich auch heute noch in den christlichen Riten Spuren der [[Animismus (Religion)|animistischen]], [[Traditionelle Religion Timors|traditionellen Religion]] finden. Bestandteile der alten Religion sind [[Ahnenkult]], [[Reliquie]]nverehrung und das Konzept der heiligen (kemak: &amp;#039;&amp;#039;luli&amp;#039;&amp;#039;, [[Tetum (Sprache)|tetum]]: &amp;#039;&amp;#039;[[lulik]]&amp;#039;&amp;#039;) Orte. Einer davon ist der Berg &amp;#039;&amp;#039;Dar Lau&amp;#039;&amp;#039;, der als mythischer Ursprungsort der &amp;#039;&amp;#039;[[Atsabe (Verwaltungsamt)|Atsabe]]-Kemak&amp;#039;&amp;#039; gilt. Nach der Sage wurden an dieser Stelle Erde und Himmel miteinander verbunden. Christliche Priester werden, ebenso wie zuvor die animistischen, als heilige Männer mit spirituellen Kräften (&amp;#039;&amp;#039;Luli&amp;#039;&amp;#039;) verehrt. Diese Kräfte werden durch den Segen weitergegeben. Dabei werden diese Kräfte nicht nur vom Amt abgeleitet. Vielmehr übernehmen Männer, denen spirituelle Kräfte nachgesagt werden das Priesteramt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt leichte Variationen bei den Zeremonien zwischen den verschiedenen Gruppen der Kemak, wie zum Beispiel den &amp;#039;&amp;#039;Atsabe Kemak&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;[[Marobo]] Kemak&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesellschaft ist geprägt durch eine hierarchische Aufteilung nach den Familien, den &amp;#039;&amp;#039;Häusern&amp;#039;&amp;#039;. Das Haus des &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039; (Tetum: [[Liurai]]), des traditionellen Königes, bezog seine Autorität aus seiner Herkunft von den Gründungsvätern und ihrer &amp;#039;&amp;#039;Luli&amp;#039;&amp;#039;. Letzteres konnte sowohl in einer Person selbst liegen als auch in heiligen Objekten. Gleiches trifft auf die traditionellen Priester (&amp;#039;&amp;#039;[[Lian Nain|Gase ubu]]&amp;#039;&amp;#039;) zu, die aufgrund Herkunft und rituellem Wissen ihre Position beanspruchten. Sie waren die Hüter der heiligen Geschichte und Überlieferungen. Nur der König übertraf sie an Heiligkeit. Er bewahrte den größten Anteil an heiligen Objekten, die von den Gründervätern abstammten. Die Autorität der Priester war aber auf das Rituelle beschränkt. Es war jedoch möglich, dass eine Person sowohl weltlicher Macht hatte, zum Beispiel als Dorfvorsteher, und gleichzeitig Priester war. Der König von Atsabe hatte beide Autoritäten inne. Zudem sicherte sich das Haus des Königs seine Machtposition durch eine strategische [[Heiratspolitik]], dem Austausch von Frauen und materiellen Gütern und die Aufstellung einer Armee zum Kampf in regionalen Fehden und für die [[Kopfjagd]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heiligen Häuser werden zusammen von allen Männern, die einer Stammlinie angehören gebaut. Dafür treffen sie sich an einem Wochenende, einmal pro Monat, elf Monate lang. Am Ende der monatlichen Arbeit wird immer ein kleines, rituelles Fest gefeiert. Die heiligen Häuser bestehen aus sieben Ebenen, zu denen jeweils vier Stufen führen. Der Zugang ist je nach verwandtschaftlichen Grad zur Linie beschränkt. Einfache Gäste dürfen nur in die unterste Ebene des Hauses, Freunde immerhin in die zweite Ebene, angeheiratete Verwandte in die dritte, Verwandte aus Nachbardörfern in die vierte und zum Teil in die fünfte, in das Dorf Eingeheiratete in die sechste und nur der &amp;#039;&amp;#039;Lulik Nain&amp;#039;&amp;#039; ({{deS|Herr des Heiligen}}) in die siebte Ebene. Er ist der Bewahrer des Hauses und der heiligen Gegenstände, die hier verwahrt werden. Bei der Einweihung des Hauses wird ein Büffel geopfert und ein großes Fest gefeiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Libbis&amp;quot;&amp;gt;Matthew Libbis BA (Hons) Anthropology: [https://www.easttimorlawandjusticebulletin.com/2013/02/rituals-sacrifice-symbolism-in-timor_1.html &amp;#039;&amp;#039;Rituals, Sacrifice &amp;amp; Symbolism in Timor-Leste &amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 18. Februar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bestattungszeremonien der Kemak ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Atsabe--casa típca.jpg|mini|Ein &amp;#039;&amp;#039;Laco&amp;#039;&amp;#039; in Atsabe (1968/70), der traditionelle Versammlungsplatz der Familie und Teil des heiligen Hauses]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestattungszeremonien der Kemak (&amp;#039;&amp;#039;Tau tana mate&amp;#039;&amp;#039;) wird in drei Phasen unterteilt: &amp;#039;&amp;#039;Huku bou&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Leko-cicir lia&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Koli nughu&amp;#039;&amp;#039;. Die Bestattungszeremonien werden als &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Rituale&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Metama no&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Es ist eine der Gelegenheiten, bei denen die Lebenden mit ihren Ahnen in Kontakt treten, was auch zur Erneuerung und Restrukturierung der sozialen Verbindungen sowohl zwischen Lebenden und Toten als auch zwischen den Bündnispartnern, die durch Heirat miteinander verbunden sind. Das &amp;#039;&amp;#039;Haus&amp;#039;&amp;#039; der „Braut-Geber“ (&amp;#039;&amp;#039;ai mea&amp;#039;&amp;#039;) und jenes der „Braut-Aufnehmenden“ spielen bei den Bestattungszeremonien zentrale Rollen, genauso wie bei anderen Großereignissen. Bevor nicht alle Angehörigen eingetroffen sind, kann daher mit dem Ritual auch nicht begonnen werden. Das Blut der Opfertiere, die die &amp;#039;&amp;#039;Ai mea&amp;#039;&amp;#039; gestiftet haben, wird zum Bestreichen von rituellen Objekten und des Grabes verwendet. Zu Zeiten der Polygamie war auch die Anwesenheit der Zweitfrauen und derer &amp;#039;&amp;#039;Häuser&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Bei-bei&amp;#039;&amp;#039;) absolute Pflicht. Dazu kommen noch die gesamten Seitenlinien, wie jene Häuser der älteren und jüngeren (&amp;#039;&amp;#039;ka&amp;#039;ara-aliri&amp;#039;&amp;#039;), der durch Heirat verbundenen und der befreundeten und alliierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den &amp;#039;&amp;#039;Atsabe Kemak&amp;#039;&amp;#039; besteht die erste Phase der Bestattung, das &amp;#039;&amp;#039;Huku bou&amp;#039;&amp;#039;, aus der Opferung von mindestens fünf [[Wasserbüffel]]n und mehrerer [[Hausziege|Ziegen]] und [[Hausschwein|Schweine]]. Der Tote wird dann in einem christlichen Grab beerdigt. Die zweite Phase, das &amp;#039;&amp;#039;Leko-cicir lia&amp;#039;&amp;#039;, ist das kostenintensivste Ritual der Kemak-Kultur. Dieses wird gewöhnlich für mehrere Verstorbene gemeinsam durchgeführt. Nur hochgestellte Tote, wie etwa ein &amp;#039;&amp;#039;Koronel bote&amp;#039;&amp;#039;, erhalten ein eigenständiges Ritual. Das Ritual wird für gewöhnlich vor Beginn der Pflanzzeit (August bis September) durchgeführt, da es mit der Bitte an die Ahnen um eine reiche Ernte verbunden wird. Nach dem traditionellen Glauben verbleibt die Seele des Verstorbenen ohne den zweiten Ritus in der Nähe seines Hauses und Dorfes &amp;#039;&amp;#039;(Asi naba coa pu)&amp;#039;&amp;#039;. Je später das &amp;#039;&amp;#039;Leko-cicir lia&amp;#039;&amp;#039; stattfindet, desto mehr soll sich die einsame Seele nach Gesellschaft sehnen und daher nach den Seelen der Lebenden zu sich rufen. Eine Anhäufung von Todesfällen innerhalb eines &amp;#039;&amp;#039;Hauses&amp;#039;&amp;#039; wird als Zeichen für einen solchen Fall angesehen. Trotzdem wird das Ritual für gewöhnlich erst Jahre nach der ersten Phase durchgeführt, da das &amp;#039;&amp;#039;Haus&amp;#039;&amp;#039; des Toten erst die ökonomischen Bedingungen für das teure Ritual wiederherstellen muss. Es ist besonders aufwendig durch das Konzept der &amp;#039;&amp;#039;Zweiten Bestattung&amp;#039;&amp;#039;. Die Knochen der Verstorbenen werden ausgegraben, gereinigt und erneut beerdigt, während die Seele des Toten durch rituelle Gesänge (&amp;#039;&amp;#039;Nele&amp;#039;&amp;#039;) des Priesters zum Dorf der Ahnen auf dem [[Tatamailau]], Osttimors höchstem Berg, geführt wird. Die Gesänge können bis zu 14 Stunden dauern. Während des Rituals werden wieder vor allem Wasserbüffel als Tieropfer dargebracht. Die abgeschnittenen Geschlechtsorgane aller Opfertiere werden am Schluss der Zeremonie tief in den heiligen Hain &amp;#039;&amp;#039;(Ai lara hui)&amp;#039;&amp;#039; gebracht und dort vor &amp;#039;&amp;#039;Bia Mata Ai Pun&amp;#039;&amp;#039; (der Ursprung des Frühlings und der Bäume) abgelegt. Die Ahnen werden durch ein Lied beschworen, durch die Tieropfer die Seelen der Toten zu den Ahnen zu überführen. Am Ende werden die Knochen des Toten wieder beigesetzt. Den Abschluss bildet heutzutage eine christliche Messe, die einzige Referenz an den neuen Glauben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.seasite.niu.edu/EastTimor/religion.htm |wayback=20161211162215 |text=Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University - East Timor People and Culture |archiv-bot=2025-11-10 05:23:59 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Joanna Barrkman: {{Webarchiv |url=http://www.timoraid.org/kemak_catalogue_english_web.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Reaffirming the Kemak Culture of Marobo then and now&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131209081831}}, [[Timor Aid]], 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
* Andrea K. Molnar: [http://www.jstor.org/discover/10.2307/20072713?uid=3737864&amp;amp;uid=2129&amp;amp;uid=2&amp;amp;uid=70&amp;amp;uid=4&amp;amp;sid=21103327209711 &amp;#039;&amp;#039;Died in the service of Portugal&amp;#039;&amp;#039;]: Legitimacy of authority and dynamics of group identity among the Atsabe Kemak in East Timor, Journal of Southeast Asian Studies, Singapore. 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ethnien in Osttimor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Osttimor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Indonesien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jesi</name></author>
	</entry>
</feed>