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	<title>Kelvinwelle - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-28T01:07:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Kelvinwelle&amp;diff=426185&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-07-12T02:10:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kelvinwelle.svg|miniatur|Schematische Darstellung einer Kelvinwelle]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kelvinwelle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, benannt nach [[Lord Kelvin]] (1824–1907), ist eine Welle, die sich im Gegensatz zur [[Wasserwelle]] und [[Poincaré-Welle]] nicht frei über die ganze Wasseroberfläche ausbreitet. Stattdessen kann sie sich nur in schmalen Gürteln ([[Wellenleiter]]n) entlang [[Gelände|topographischer]] Berandungen von rotierenden Flüssigkeiten ausbreiten, z.&amp;amp;nbsp;B. an [[Küste]]n sowie entlang des [[Äquator]]s im [[Ozean]] und in der [[Erdatmosphäre|Atmosphäre]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gezeiten]] propagieren in Form von [[barotrop]]en Küsten-Kelvinwellen. Auch die [[Bugwelle]] eines Schiffs setzt sich aus Kelvinwellen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Kelvinwellen werden durch beliebig geformte [[Druckgradient]]en, z. B. [[Hochdruckgebiet|Hoch-]] und [[Tiefdruckgebiet]]e, parallel zur Achse eines Wellenleiters angeregt. Kelvinwellen sind dadurch charakterisiert, dass sie eine horizontale Geschwindigkeitskomponente nur parallel zur Achse des Wellenleiters haben, d. h., sie propagieren immer so, dass der feste Rand des Wellenleiters auf der [[Nordhalbkugel]] in Ausbreitungsrichtung rechts liegt und auf der Südhalbkugel links. Durch diese Eigenschaft, ein [[Ozeanbecken]] auf der Nordhalbkugel gegen den [[Uhrzeigersinn]] (bzw. auf der Südhalbkugel mit ihm) zu umlaufen, bilden sich die [[Amphidromie|amphidromischen Systeme]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Druckgradient senkrecht zur Achse des Wellenleiters steht mit der [[Corioliskraft]] im Gleichgewicht, die von der horizontalen Geschwindigkeitskomponente verursacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Räumliche Ausdehnung ===&lt;br /&gt;
Die Amplitude einer Kelvinwelle fällt [[exponentiell]] mit dem Abstand zur Küste. Kelvinwellen sind daher nur innerhalb eines charakteristischen Abstandes von der Küste beobachtbar, weiter entfernt werden sie so flach, dass sie kaum mehr auszumachen sind. Diese charakteristische Länge, der [[Poincaré-Welle|Rossby-Radius]], ist abhängig von der [[geographische Breite|geographischen Breite]] und wächst vom Pol zum Äquator:&lt;br /&gt;
* [[Barotropie|barotrope]] Kelvinwellen (= an der Wasseroberfläche) haben am Pol einen Rossby-Radius von zirka 1500&amp;amp;nbsp;Kilometern und am Äquator von etwa 3000&amp;amp;nbsp;Kilometern.&lt;br /&gt;
* [[Baroklinität|barokline]] (= zwischen Wasserschichten verschiedener [[Dichte]] propagierende) Kelvinwellen weisen Rossby-Radien von typischerweise 10&amp;amp;nbsp;Kilometern am Pol und 300&amp;amp;nbsp;Kilometern am Äquator auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phasengeschwindigkeit und Dispersion ===&lt;br /&gt;
Die [[Phasengeschwindigkeit]] einer Kelvinwelle ist gleich der einer [[Wasserwelle|langen Welle]] auf der nicht rotierenden Erde. Barotrope Kelvinwellen sind sehr schnell, mit Phasengeschwindigkeiten von ungefähr 200&amp;amp;nbsp;Metern pro Sekunde, wohingegen barokline Kelvin-Wellen typischerweise Phasengeschwindigkeiten von 0,5 bis 3&amp;amp;nbsp;Metern pro Sekunde aufweisen. Eine barokline Störung im Äquatorgebiet bei Indonesien bräuchte so zwei bis drei Monate, um sich innerhalb des äquatorialen Wellenleiters bis nach Südamerika auszubreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Kelvinwellen stimmen [[Gruppengeschwindigkeit|Gruppen-]] und Phasengeschwindigkeit für alle [[Frequenz]]en überein, sie sind dispersionslos. Das bedeutet, dass sich eine freie Kelvinwelle ihre ursprüngliche Wellenform (die sie zum Zeitpunkt ihrer Anregung erhielt) bei der Ausbreitung entlang der Achse des Wellenleiters behält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
=== Küsten-Kelvinwellen ===&lt;br /&gt;
[[Idealisierung (Physik)|Idealisierte]] Vorstellung: ein [[Tiefdruckgebiet]] erhöht an einer Küste den [[Wasserspiegel]] und verschwindet. Zurück bleibt ein [[Wasserwelle#Wellenberg|Wasserberg]] und somit eine [[Gradientkraft|Druckgradientenkraft]] mit einer zur offenen See gerichteten Komponente. Sobald sich das betrachtete Wasserteilchen anschickt, von der Küste wegzufließen, wirkt die Corioliskraft: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Das Wasserteilchen wird entsprechend abgelenkt, bis es nur noch parallel zur Küste strömt: diese liegt dann auf der Nordhalbkugel in Ausbreitungsrichtung rechts, auf der Südhalbkugel links.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Äquatoriale Kelvinwellen {{Anker|Äquatoriale Kelvinwelle}} ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Equatorial Kelvin wave.ogv|mini|Zwei Äquatoriale Kelvinwellen im Pazifik, sichtbar durch Anomalien des [[Meeresspiegel]]s (+/- 20 cm), vom 1.&amp;amp;nbsp;Dezember&amp;amp;nbsp;2009 bis 4.&amp;amp;nbsp;März&amp;amp;nbsp;2010]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Äquator ergibt sich der Sonderfall, dass die Corioliskraft null ist. Hier muss also keine Küste vorhanden sein, der Äquator übernimmt die Rolle einer &amp;#039;&amp;#039;virtuellen&amp;#039;&amp;#039; Küste. Dadurch können sich zwei Kelvinwellen, eine in jeder [[Erdoberfläche#Gliederung nach Hemisphären|Hemisphäre]], Rücken an Rücken fortbewegen. Auf der Nordhalbkugel breitet sich die Kelvinwelle mit dem Äquator zur Rechten und in der Südhalbkugel mit dem Äquator zur Linken aus. Dies bedingt, dass die Störungen in der [[Auslenkung]] der Wasseroberfläche oder der [[Thermokline]]n ostwärts wandern. Die mit der äquatorialen Kelvinwelle verbundenen Druckstörungen klingen polwärts exponentiell mit dem &amp;#039;&amp;#039;Quadrat&amp;#039;&amp;#039; des Abstandes zum Äquator ab. Die charakteristische [[Meridianschnitt|meridionale]] Breite des Wellenleiters am Äquator beträgt in jeder Hemisphäre ungefähr einen äquatorialen Rossbyradius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle spielen barokline Kelvinwellen bei [[El Niño-Southern Oscillation|ENSO]]-Ereignissen (El Niño-Southern Oscillation). Hier wandert durch ein Nachlassen der [[Passatwind]]e im westlichen äquatorialen [[Pazifik]] der vor Indonesien angestaute warme Wasserberg als äquatoriale Kelvinwelle Richtung Südamerika (Delayed-Oscillator-Theorie). Beim Auftreffen auf den östlichen Rand des Ozeanbeckens werden sie z.&amp;amp;nbsp;T. in Küsten-Kelvinwellen umgewandelt, die beiderseits des Äquators entlang der Küsten der Kontinente polwärts propagieren. So wurden bei [[El-Niño]]-Ereignissen Warmwasseranomalien beobachtet, die durch Kelvinwellen entlang der Küste bis in den [[Golf von Alaska]] hinein transportiert wurden. Darüber hinaus wird ein Teil der äquatorialen Kelvinwelle als lange [[Rossby-Wellen|Rossbywellen]] im äquatorialen Wellenleiter reflektiert und propagiert in ihm zurück nach Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- bitte zum Verständnis dringend aussagekräfige Skizzen für diesen Abschnitt (Auftrieb) einfügen, anhand derer man die textlichen Beschreibungen nachvollziehen kann --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kelvinwellen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Formung der [[Auftrieb (Ozeanographie)|Auftriebsphänomene]] an den Küsten und am Äquator: wird Auftrieb in einem begrenzten Gebiet angeregt, so propagieren Kelvinwellen von beiden Rändern des Auftriebsgebietes entlang der Küsten und des Äquators in die für Kelvinwellen mögliche Richtung.&lt;br /&gt;
* Die vom Ufer (auf der Nordhalbkugel) aus gesehen am rechten Rand des Auftriebsgebietes startende Auftriebs-Kelvin[[wellenfront]] (&amp;#039;&amp;#039;upwelling&amp;#039;&amp;#039;) exportiert den Auftrieb in das nicht der Anregung ausgesetzte Gebiet zwischen dem rechten Rand und der aktuellen Position der Auftriebs-Kelvinwellenfront.&lt;br /&gt;
* Die vom linken Rand des Auftriebsgebietes startende &amp;#039;&amp;#039;Downwelling&amp;#039;&amp;#039;-Kelvinwellenfront (Abtrieb) propagiert in das Auftriebsgebiet hinein und stoppt dort den Auftrieb und die [[Beschleunigung]] des Küstenstrahlstroms (englisch: &amp;#039;&amp;#039;coastal jet&amp;#039;&amp;#039;) zwischen dem linken Rand und der aktuellen Position der Downwelling-Kelvinwellenfront.&lt;br /&gt;
Der Auftrieb hinter der Front der Kelvinwelle wird dadurch gestoppt, dass die vor der Front existierende Balance umschaltet: die küstensenkrechte [[Divergenz]] des [[Ekman-Transport]]s, die mit dem Anteil der vertikalen Divergenz des Auftriebs hinter der Front im Gleichgewicht steht, schaltet um in die küsten&amp;#039;&amp;#039;parallele&amp;#039;&amp;#039; Divergenz des Küstenstrahlstroms. Die küstensenkrechte Divergenz des Ekmankompensations-Stroms unterhalb der Deckschicht wird balanciert durch die küstenparallele Divergenz eines zum Strahlstrom in der Deckschicht entgegengesetzten Unterstroms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Äquator ist dieser Unterstrom als [[Äquatorialer Gegenstrom|Äquatorialer Unterstrom]] besonders stark ausgebildet ([[Strömungsgeschwindigkeit]] im Kern ≈ 1&amp;amp;nbsp;Meter pro Sekunde) und stellt einen wesentlichen Zweig der [[Thermohaline Zirkulation|ozeanischen Zirkulation]] dar. Da der Auftrieb am rechten Rand zuletzt gestoppt wird, ist er dort am kräftigsten ausgeprägt, wie auch dort der Küstenstrahlstrom am stärksten ist. Das links vom Auftriebsgebiet befindliche Areal wird nicht durch die Kelvinwellen beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Südhalbkugel ist die Asymmetrie zwischen linkem und rechtem Rand eines endlichen Auftriebsgebietes gegenüber dem auf der nördlichen Halbkugel vertauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
=== Weblinks ===&lt;br /&gt;
* [https://www.enso.info/enso-lexikon/lexikon.html#kelvin Definition der Kelvin-Welle] bei Das ENSO-Phänomen (ENSO-Lexikon)&lt;br /&gt;
* [http://books.google.de/books?id=SD7p-lYBJQcC&amp;amp;pg=PA162&amp;amp;lpg=PA162&amp;amp;dq=%22Kelvin-Welle%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=zoWgljYkaT&amp;amp;sig=SI9XQdhFkpi2Y9ZGC5GU5Qhu4ww&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;resnum=6&amp;amp;ct=result#PPA162,M1 Erläuterung der Kelvin-Welle] (Seite 162 bis 164/165) in &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.de/books?id=SD7p-lYBJQcC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=%22Kelvin-Welle%22&amp;amp;source=gbs_summary_r&amp;amp;cad=0 Physik unserer Umwelt]&amp;#039;&amp;#039; von Walter Roedel bei Google Buchsuche&lt;br /&gt;
* [http://www.mi.uni-hamburg.de/fileadmin/files/lehre/seminare/met_sem/06_ss/ENSO-Zusammenfassung.pdf EL NIÑO-SOUTHERN OSCILLATION – ENSO Phänomenologie] (PDF-Datei, 3,93 MB) von Oliver Krüger, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;M&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;eteorologisches &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nstitut der [[Universität Hamburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meereskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strömungen und Wellen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:William Thomson, 1. Baron Kelvin als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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